Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kurzgeschichte Zum Goldenen Stier
Verräter
09.06.2008, 19:21
Auf dem Gesicht des Wirts lag ein breites Grinsen. An diesem Abend war sein Lokal wieder einmal vollkommen überfüllt mit Menschen, die sein berühmtes selbst Gebrautes probieren wollten. Seit die jüngsten Unruhen ihr Ende gefunden hatten, kamen die Gäste wieder in Strömen. Das Geschäft blühte, sodass er sogar eine neue Bedienung einstellen konnte. Endlich zahlten sich die langen, schwierigen Jahre voll Schulden, Zechprellern und anderen Katastrophen aus! Seine Taverne zum goldenen Stier war selbst im Nachbarkönigreich bekannt.
Plötzlich hallte ein lautes Klatschen durch den Raum. Nach einem kurzen Blick durch den Raum war sich der Wirt der Situation bewusst, entließ einen kleinen Seufzer, füllte einen Krug Bier und bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmassen, hin zu einem alt bekannten Freund und Stammgast. Neben ihm stand seine jüngste Kellnerin mit hoch rotem Kopf und verschränkten Armen. Als sich ihr Chef näherte begann sie empört zu rufen:,,Dieses Schwein hat...“
Der Wirt jedoch beachtete sie nicht im geringsten, wandte sich seinem Gast zu, auf dessen Gesicht sich noch Striemen einer Hand zeigten und schlug den Krug auf den Tisch.
„Geht aufs Haus!“, und dann im Flüsterton, ,,Was machst du denn wieder mein Freund? Du weißt doch wie schüchtern sie ist.“
„Schüchtern? Ich bin doch keine von deinen Huren!“ Sie war noch nicht lange im Geschäft.
„Ich weiß doch, mein Liebchen“, sprach er wie zu einer Tochter und strich ihr dabei mit den Fingern über ihre Wange, „Jetzt aber zurück an die Arbeit, die Kunden warten schon!“
Sie verschwand wortlos in der Menge und auch er wollte gerade zur Theke zurück, als er einen Mann sah, der im Dunkel des Raumes an der Wand stand. Er war noch recht jung, hatte kurze braune und überaus fettige Haare und trug einen zerlumpten Mantel. Dieses Gesocks kannte er nur zu genüge!
„Hey Junge!“, fuhr der Wirt ihn an, „Mach mir ja keinen Ärger! Wer nichts trinkt fliegt raus!“
„Schon gut“, entgegnete er freundlich, „Ich möchte mir nur das Spiel ansehen.“ Der Mann zeigte auf einen kleinen Tisch an dem zwei Spieler ihr gesamtes Vermögen in ihr Kartenglück setzten. Der Wirt warf ihm noch einen grimmigen Blick zu bevor er seinen Weg fortsetzte.
„Verdammt!“, fluchte der Dieb in sich hinein. Es war an der Zeit den Plan zu ändern und so ging er gemächlich auf den Spieltisch zu und stellte sich direkt hinter eine Spielerin. Reyn, so der Name des Diebs, erkannte schnell dass sie dem Gesetz ebenso wenig treu war wie er selbst. Ihre Haare waren kurz geschnitten und unter einem Verband am rechten Arm lugte das Ende einer schwarzen Tätowierung heraus, die sie unter Kennern eindeutig als gebrandmarkte auswies. Weiter im Osten, dort wo das Land in der Wüste endete, brannte man besonders gefährlichen Gefangenen, meist zum Tode verurteilte, solche Zeichen an gut sichtbaren Stellen ein um, falls sie versuchten zu fliehen, sie auf ewig zu Gejagten zu machen, denn wer eine solche Person der Armee übergab, konnte sich eines schönen Kopfgeldes sicher sein.
Ihr einziger noch verbliebener Gegner war ein Haarloser, dürrer Mann, der auch bald verlieren würde, sah man sich den kümmerlichen Rest Geld vor ihm an, während sie vor einem beachtlichen Haufen Münzen saß. Zudem musste er schon einigen Alkohol im Blut haben, während seine Gegnerin vollkommen nüchtern war.
Siegessicher grinste sie ihn an, während er zögernd zu seinem verbliebenen Geld griff, um mit diesem seine wahrscheinlich letzte Chance auf einen Sieg in diesem Spiel zu ergreifen.
Nun war der richtige Zeitpunkt gekommen! Reyn griff ein.
„Das würde ich nicht tun!“, beide blickten verwirrt zu ihm auf, „Sie spielt Falsch. Du kannst nicht gewinnen!“
Wie aus einem Mund riefen beide Spieler „Was?“, die Frau dabei allerdings wesentlich wütender. Sie erhob sich und baute sich drohend vor ihm auf. Leider war sie kleiner als er. Und dann begann eine lange, zusammenhanglose Aneinanderreihung von diversen Drohungen und Flüchen. Reyn hörte ihr nicht im geringsten zu, da er sich auf etwas völlig anderes konzentrierte. Es dauerte ein paar Sekunden bis sie das Desinteresse ihres Gegenübers bemerkte und noch aggressiver wurde.
Während ihres Vortrags hatte Reyn unbemerkt die Befestigung des Dolches gelockert der am Gürtel der Frau hing und zog ihn nun blitzschnell mit zwei Fingern in die Höhe. Geschickt warf der Dieb die Waffe direkt in die Hände ihrer Besitzerin.Reflexartig fing sie ihren geliebten Dolch, den sie schon seit Jahren bei sich trug.
Bevor sie jedoch verstand was hier vor sich ging, machte der Dieb einen Satz zurück und rief in die Menge hinein.
„Waffe! Sie hat einen Dolch gezogen.“
In einer solch großen Stadt wagte sich niemand nach Anbruch der Dunkelheit ohne zumindest ein Messer bei sich zu tragen auf die Straßen. Daher gab es kaum jemanden in einer solchen Taverne, der keine Waffe bei sich trug. Doch galt es als ungeschriebenes Gesetz, diese gerade in einem Wirtshaus nicht zu ziehen. Wer das tat war ein Störenfried und solche wurden sofort und selten gewaltlos auf die Straße befördert.
Die Frau, die sich vielerorts als Rote Sally bekannt und gefürchtet gemacht hatte, spürte plötzlich wie es um sie herum still wurde. Das war nicht gut!
Dann vernahm sie von der Seite das Klirren von Münzen. Ihr Gegenspieler versuchte doch tatsächlich, sich ihr ehrlich erspieltes Geld unter den Nagel zu reißen!
Ohne darüber nachzudenken fuchtelte sie mit ihren Händen wild umher um den Glatzkopf von ihrem Geld fern zu halten. Erst als rotes Blut aus einem feinen Schnitt unter seinem Auge rann, fiel ihr auf, dass sie ihren Dolch noch in der Hand trug.
„Scheiße!“, war das einzige, woran sie in diesem Moment noch klar denken konnte.
Augenblicklich standen zwei mit Muskeln bepackte Männer von einem anderen Tisch auf und gingen zielstrebig auf Sally zu, die ihrerseits vollkommen mit ihrem geliebten Geld beschäftigt war. Der erste packte sie am Handgelenk, doch legte er sich keineswegs mit einer Anfängerin an. Mit einer gekonnten Drehung verrenkte sie seinen Arm und zwang ihn so von ihr abzulassen, danach stieß sie den Mann von sich weg, der kurz taumelte und dann beim Sturz einen Tisch unter sich begrub. Den zweiten entledigte sich Sally mit einem gezielten Tritt in Hüftgegend.
Weitere Personen erhoben sich, von denen einige Waffen zogen und deshalb wieder andere aufstanden um diejenigen mit Waffen davon abzuhalten, weiteren Schaden in der Taverne anzurichten.
Innerhalb kürzester Zeit war das Chaos nicht mehr aufzuhalten! Eine Welle von Aggression schwang sich durch das Wirtshaus und hinterließ nichts als Verwüstung. Dort wo eben noch ausgelassen gefeiert wurde, tobte nun eine Schlacht jeder gegen jeden, die sich erst nach Stunden wieder beruhigte.
Lachend, singend und vor sich her pfeifend stolzierte Reyn durch die nächtliche Stadt. Unter seinem Mantel raschelten fünf gut gefüllte Geldbeutel, die er sich in der allgemeinen Verwirrung im Wirtshaus zum goldenen Stier zusammen gestohlen hatte. Einen derart guten Fang hatte er schon lange nicht mehr gehabt, mit dieser Nacht war sein Essen für die nächste Woche schon so gut wie bezahlt. Bei dem Gedanken an gutes Essen, weiche Betten und schöne Frauen brach er in heillosem Gelächter aus.
Plötzlich regte sich in der Dunkelheit eine Gestalt. Sofort verstummte Reyn und blieb stehen. Langsam trat die Person immer näher an ihn heran.
Und jetzt erkannte er sie: Es war die junge Frau aus der Taverne, diese Sally, die mit gezücktem Dolch auf ihn zu ging.
Ihre Kleidung war mit Rissen übersät, ihr linker Arm hing regungslos und leicht verkrümmt ihre Schulter hinunter und aus ihrem Mund zog sich eine feine Linie aus verklebtem Blut. Sie hatte im Wirtshaus wohl deutlich mehr einstecken müssen als er.
„Du hast mir mein Geld gestohlen!“, rief sie ihm wütend zu.
~~~~~~~~
*Seufz* Na gut,... ohne Kritik wird man nicht besser, deshalb jetzt einfach mal diese Kurzgeschichte hier von mir. Den Titel kann man gerne außer Acht lassen, der existiert nämlich nur weil man kein Thema ohne einen erstellen kann.
Ich wäre über jede Kritik und jeden Verbesserungsvorschlag sehr dankbar und hoffe, es sind nicht allzu viele Fehler enthalten. (Die Rechtschreibprüfung zumindest erkennt keine mehr)
Der Verräter
Simon the Sorcerer
09.06.2008, 20:02
Hey !
Tolle Geschichte, ich war wie gefesselt ! Die Atmosphäre stimmte und die Hauptperson war mir auch gleich sympathisch. Nur den Schluß hätte ich mir abgeschlossener Gewünscht. Auch wenn es hier stark nach Fortsetzung riecht;). (hoffe ich doch...)
Einen Kritikpunkt hätte ich :
Während ihres Vortrags hatte Reyn die Befestigung ihres Dolches gelockert, zog ihn nun blitzschnell mit zwei Fingern in die Höhe und ließ exakt vor ihrem Gesicht los. Reflexartig fing sie ihren geliebten Dolch, den sie schon seit Jahren bei sich trug.
Den Abschnitt mußte ich zweimal lesen um zu verstehen was gemeint war.
Außerdem kann ich mir schlecht vorstellen, dass er den Dolch während Ihres Vortrags gelockert hat ohne bemerkt zu werden. Auch als Dieb. Könnte er ihn nicht schon beim Kartennspiel stehlen und ihr den Dolch nach den Beschimpfungen zuwerfen ?
Und wegen der Rechtschreibung oder Gramma, da mach ich selbst noch zu viele Fehler um irgend Jemanden zu kritisiern.;)
Fazit : Gute Unterhaltung mit hohem Spannungsfaktor. 4 Sterne.
Grüße
Liathano
09.06.2008, 20:43
„Schon gut“, entgegnete er freundlich, „Ich möchte mir nur das Spiel ansehen.“ Der Mann zeigte auf einen kleinen Tisch, an dem zwei Spieler ihr gesamtes Vermögen in ihr Kartenglück setzten. Der Wirt warf ihm noch einen grimmigen Blick zu, bevor er seinen Weg fortsetzte.
[...]
Siegessicher grinste sie ihn an, während er zögernd zu seinem verbliebenen Geld griff, um es ins Spiel zu bringen, um [die Wiederholung vom "um" klingt mE etwas holprig] wenigstens seine letzte Chance auf einen kleinen Sieg zu ergreifen.
[...]
Wer das tat, war ein Störenfried und solche wurden sofort und selten gewaltlos auf die Straße befördert.
Ohne darüber nachzudenken, fuchtelte sie mit ihren Händen wild umher um den Glatzkopf von ihrem Geld fern zu halten. Erst als rotes Blut aus einem feinen Schnitt unter seinem Auge rann, fiel ihr auf, dass sie ihren Dolch noch in der Hand trug.[i]
„Scheiße!“, war das einzige, an dass [wirklich "dass" und nicht "das"?] sie in diesem Moment noch klar denken konnte.
Bei dem Gedanken an gutes Essen, weiche Betten und schöne Frauen brach er in heillosem [hmm.. heillosem oder heilloses?] Gelächter aus.
Plötzlich regte sich in der Dunkelheit eine Gestalt. Sofort verstummte Reyn und bleib [Typo] stehen. Langsam trat die Person immer näher an ihn heran.
Angaben ohne Gewähr, besonders was die Kommata betrifft, mit Grammatik hab ich's eigentlich auch nicht so.
Schreibst du noch weiter oder war das ein sehr offenes Ende? ;)
Hey Verräter,
eine wirklich unterhaltsame Geschichte ist dir da gelungen. Besonders dein Schreibstil gefällt mir, mit dem es dir gelingt, den Leser schnell in die Geschichte eintauchen zu lassen und die Atmosphäre gut herüberzubringen. Für den Stil gibts von mir fünf Sterne.
Auch gelingt es dir, mit wenigen Worten die Protagonisten recht plastisch darzustellen, ich konnte mir schnell ein Bild von ihnen machen.
Die Handlung würde ich alles in allem als "unterhaltsam" bezeichnen, das trifft es meiner Meinung nach recht gut. Ich habe mich gefragt, ob ich, angenommen die Kurzgeschichte wäre das erste Kapitel eines Buches, dieses weiterlesen würde und bin zu dem Schluss gelangt, dass ich tatsächlich weiterlesen würde.
Jetzt noch ein wenig Genörgel:
Die Handlung setzt für meinen Geschmack zu abrupt ein, man ist noch mit den Gedanken des Wirtes beschäftigt, als dieses "plötzlich" einen in die Handlung wirft. Ich würde da etwas in der Richtung "seine Gedanken wurden jäh unterbrochen, als er dies und das sah".
Dann muss ich Simon the Sorcerer zustimmen, den von ihm zitierten Absatz musste ich auch zweimal lesen, weil ich erst auseinanderdröseln musste, wer mit dem jeweiligen "ihren bzw. ihrem" gemeint war.
Auch sind mir noch ein paar Rechtschreibfehler aufgefallen.
So, das wars von mir, alles in allem gute Arbeit, vielleicht liest man ja tatsächlich die Fortsetzung.
Grüße von Kepheus, der hiermit aus seiner Frühjahrsstarre erwacht ist:D
Verräter
09.06.2008, 22:25
Ha, das tut dem Ego gut :) Danke für eure lobenden Worte ^^
Zum einen, nein es wird bei diesem Ende bleiben. Ich selbst habe nicht vor in nächster Zeit weiter zu schreiben. Das es sich dabei um einen Cliffhanger handelt ist beabsichtigt.
Zu diesem Abschnitt:Während ihres Vortrags hatte Reyn die Befestigung ihres Dolches gelockert, zog ihn nun blitzschnell mit zwei Fingern in die Höhe und ließ exakt vor ihrem Gesicht los. Reflexartig fing sie ihren geliebten Dolch, den sie schon seit Jahren bei sich trug.
Da habt ihr recht. Das sieht wirklich sehr verwirrend aus. Ich habe jetzt einmal versucht das ganze etwas zu entknoten und folgendes ist dabei heraus gekommen:
Während ihres Vortrags hatte Reyn unbemerkt die Befestigung des Dolches gelockert der am Gürtel der Frau hing und zog ihn nun blitzschnell mit zwei Fingern in die Höhe. Geschickt warf der Dieb die Waffe direkt in die Hände ihrer Besitzerin.
Reflexartig fing sie ihren geliebten Dolch, den sie schon seit Jahren bei sich trug.
Ist das besser?
Könnte er ihn nicht schon beim Kartennspiel stehlen und ihr den Dolch nach den Beschimpfungen zuwerfen ?
Im Prinzip ja, dann habe ich aber das Problem am Anfang mit dem Personen wechsel. Das Funktioniert bei mir dann irgendwie nicht mehr so richtig, deshalb werde dabei belassen, dass er sich den Dolch "während" des Gesprächs aneignet, außerdem ist dies nicht allzu schwer. Zum einen ist sie extrem aufgebracht, sieht nichts anderes mehr als rot und zum Anderen ist der Dolch lediglich mit einem kleinen Seil in der Hülle verpackt, sodass es nicht mehr als zwei Handgriffe benötigt ihn zu lösen. (Sie muss ihre Waffe ja auch so schnell wie möglich Griffbereit haben können)
zu Liathano:
Das mit den beiden "um" ist natürlich ganz blöd. Sowas habe ich oft! Ich würde es folgendermaßen umstellen wollen:
während er zögernd zu seinem verbliebenen Geld griff, um mit diesem seine wahrscheinlich letzte Chance auf einen Sieg in diesem Spiel zu ergreifen.
Und zwischen den beiden "Das/s" formen kann ich mich nicht entscheiden. Ich werde einfach ein "woran" schreiben, da kann ich nicht viel falsch machen =D
Heeee! Was beschwehrst du dich denn immer, du könntest nicht schreiben?! *mph*
Das kannst du nämlich offenbar sehr wohl. Die Atmosphäre ist gut dargestellt und die Perspektivenwechsel zwischen Reyn und Sally sind fließend und trotzdem gut nachzuvollziehen.
Perfekt bist du nicht - es finden sich noch einige Rechtschriebfuhler und grammatische Patzer, sowie einige Sätze, die man mehrmals lesen muss - aber wo finden die sich nicht?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Also: Üben, üben, üben - du bist auf dem richtigen Weg!
(Wenn ich bei dem Text Ebsen zählen soll, dann melde dich per PN)
Mh, da bin ich offenbar in der Minderheit, aber ich kann mit der Geschichte leider nicht viel anfangen =/ Ich weiß nicht so gant, ob ich sie gut oder schlecht finde...
Sie ist zwar soweit gut geschrieben, der Stil fällt mir nicht übermäßig positiv oder herausragend auf, aber er ist gutes Mittelmaß, würde ich sagen^^ Ließt sich soweit gut, abgesehen von den gelegentlichen Formulierungs- und Schreibfehlern.
Ich kann aber die Story nicht erfassen, wenn sie wirklich an der Stelle endet. Da ist so ein Dieb, der sein Geld damit verdient, dass er Spieler austrickst und bestiehlt und... ja ._. Das wars so ziemlich - für mich kommt da kein rechter Schwung rein. Auch finde ich das Ende etwas arg offen: "Du hast mir mein Geld gestohlen!" Jau, wissen wir.
...und?
Da ist für mich keine tiefere Bedeutung oder Moral oder wie immer man das nennen will drin (versteh mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, dass am Ende jeder Geschichte ein unsichtbares "Und die Moral von der Geschicht:" stehen muss, aber ein wenig Tiefgang... ähm ja, wär vllt nicht schlecht^^")
Auch finde ich, du hättest einige Absätze mehr machen sollen, vor allem, weil du dauernd die Sicht wechselst - erst wird aus der Sicht des Wirtes geschrieben, der später nicht mal mehr erwähnt wird, dann aus Reyns Sicht, dann kriegt man kurz einen Einblick in Sally. Ich hätte es geschickter gefunden, wenn du die ganze Geschichte zB in Reyns Perspekive geschrieben hättest, dann hätte man auch mehr mit ihm anfangen können; so bleiben die Personen allesamt ziemliche Statisten für mich. Gefühle oder innere Vorgänge werden nicht geschildert, nur 2mal kurze Gedankengänge.
Also... wie gesagt, ich kann dem nicht viel abgewinnen. Ich denke aber durchaus, dass das kein schlechter Ansatz und durchaus verbesserbar ist und zwar insofern, dass man
a) wie gesagt eine bestimmte Person zur eindeutigen Hauptperson macht. Man weiß am Ende nicht mal wirklich, um wen es jetzt eigentlich ging, das Ganze scheint mehr wie... ein Auszug aus einem größeren Werk.
b) die Geschichte ausweitet. Wie schon in a) erwähnt, scheint mir das ganze wie eine Exposeé, auch wenn sie das nicht sein soll^^" Als wäre da eine Vorgeschichte gewesen und weißt du was, ich will eigentlich sehr gerne wissen, wie es weiter geht. Weil es einfach unfertig scheint, nicht mal wie ein Cliffhanger, einfach nur... wahnsinnig unfertig.
Insofern ist das aber ein Pluspunkt, denn man bekommt auf ganz eigenartige Weise Lust auf mehr. Müsste ja nicht viel länger werden. Ich würde dich nur gerade am Liebsten bitten, dich da nochmal dranzusetzen und die Geschichte auszuweiten, im Idealfall in beide Richtungen :D Weil dann könnte es vielleicht auch in meinen Augen gut sein^^"
Fazit: Die Personen sind mir zu unpersönlich und die Geschichte ist m.E. unvollständig und vglw. nichtssagend - das ist ein schwerwiegender Ausdruck, ich bitte dich, den hier nicht in seiner extremsten Form zu lesen^^" - es ist aber nicht so, dass die Geschichte "schlecht" in dem Sinne ist - nur in dieser Form... nicht ausreichend >_>
Ich geb dir mal 3 (eigentlich 2,5) Sterne dafür und hoffe, du kannst mit der Kritik was anfangen^^
Verräter
10.06.2008, 16:10
Da ist für mich keine tiefere Bedeutung oder Moral oder wie immer man das nennen will drin (versteh mich nicht falsch, ich bin nicht der Meinung, dass am Ende jeder Geschichte ein unsichtbares "Und die Moral von der Geschicht:" stehen muss, aber ein wenig Tiefgang... ähm ja, wär vllt nicht schlecht^^")
Stimmt, es gibt keine Moral, keine Textübergreifende Aussage, kein "Tiefgang". Das habe ich mir auch nicht zum Ziel gesetzt als ich diese "Kurzgeschichte" geschrieben habe. Es handelt sich hier lediglich um einen kurzen Moment im Leben von Personen (in diesem Fall 2 bis 3, wenn man den Wirt noch mit einrechnet) die unter bestimmten Umständen miteinander agieren. Es ist ein Ausschnitt, der an einem beliebigen Punkt beginnt und an einem ebenso willkürlichen Punkt wieder endet, aus dem Leben. Ich könnte weiter schreiben, doch wird die Moral dennoch ausbleiben. Die Charaktere würden vielleicht greifbarer werden, aber einen tieferen Sinn gibt es nicht.
Sind denn all unsere Taten an eine Moral geknüpft?
erst wird aus der Sicht des Wirtes geschrieben, der später nicht mal mehr erwähnt wird, dann aus Reyns Sicht, dann kriegt man kurz einen Einblick in Sally.
Darauf lag mein persönliches Hauptaugenmerk. Diese Geschichte ist eine Art Übung für mich und mein Ziel war es innerhalb des "flüssigen Texts" von einer Person auf die andere über zu springen. Ja, vielleicht wäre die Geschichte schöner wenn ich bei einer Person geblieben wäre aber
a) wie gesagt eine bestimmte Person zur eindeutigen Hauptperson macht. Man weiß am Ende nicht mal wirklich, um wen es jetzt eigentlich ging, das Ganze scheint mehr wie... ein Auszug aus einem größeren Werk.
exakt das wollte ich vermeiden. Zum einen weil ich mich vom Bild des "einen Protagonisten/dem Held der Geschichte" entfernen möchte (Das existiert in keiner meiner Geschichten) und zum anderen weil ich dann bestimmte Dinge hätte auslassen müssen. Hätte ich mich auf Reyn beschränkt, hätte ich das Gespräch zwischen dem Wirt und der Kellnerin nicht schreiben können. Dann wäre ich ebenfalls dazu gezwungen den "Raubzug" innerhalb der Taverne zu beschreiben, anstatt Sallys verzweifelte Versuche ihr Geld zu beschützen und mit heiler Haut davon zu kommen. Die Geschichte würde eine vollkommen andere und wesentlich langsamer werden, anstelle dass ich als Erzähler immer dort stehe wo gerade etwas passiert.
Während zum Beispiel ich mich um den Wirt kümmere spielt Sally unbekümmert und Reyn steht still da,... sonst passiert nichts bei diesen Charakteren. Aber wer will das Lesen? Gut, da kann ich nur für mich selbst sprechen und weil ich es so wie es ist schöner fand, steht es jetzt so da.
Fazit: Die Personen sind mir zu unpersönlich und die Geschichte ist m.E. unvollständig und vglw. nichtssagend
Ich finde du hast vollkommen Recht. Man kennt keine der Personen und lernt diese während der Kurzgeschichte auch nur sperrlich kennen, sodass man sich am Ende nur ein ungefähres Bild machen kann. (Eine Reduzierung auf das wesentliche) Und es ist unvollständig weil es einfach nur ein kleiner Auszug mitten aus dem Leben der nächtlichen Stadt ist.
Dass sie dir nicht gefällt ist in Ordnung, muss sie auch nicht, aber sie ist dennoch ziemlich genau das, was ich schreiben wollte. ;-) Und natürlich ist sie nicht mit deinen Geschichten zu vergleichen, die du von Kapitel zu Kapitel führst, etwas großes aufbaust, deine Charaktere an ihre Grenzen gehen lässt aber das muss sie auch nicht :-)
Heh, danke für das Lob, aber es ging mir gar nicht darum, irgendwas mit irgendwas anderem gleichzusetzen oder zu vergleichen (mal nebenbei gibt es sicher auch Leute, denen meine Geschichten nicht gefallen - ich glaube nicht, dass sowas an der Geschichte liegt, sondern an den Leuten, die sie lesen)
Ich gehe jetzt nicht auf die einzelnen Punkt ein, das wäre auch ziemlich unnötig, denn: Hey, das war nichts als meine Meinung^^ Du brauchst dich für nichts zu rechtfertigen, es wird mich weder umstimmen, noch etwas "erklären", denn eine Erklärung wollte ich gar nicht - ich hab dir nur meine Eindrücke schildern wollen, nichts weiter *ja* Offenbar haben wir beide verschiedene Auffassungen von guten Geschichten, das ist aber auch schon so ziemlich alles ;)
Mmh, tja, was soll ich jetzt damit anfangen?
Am Anfang habe ich mir gedacht: Ja, er kann's. Wirtshaus, o.k., nicht sonderlich originell, aber die Atmosphäre stimmt, der Stil ist flüssig.
Und dann kamen die hier bereits kritisierten Personenwechsel. Damit habe ich echt den Faden verloren. Oder um es mit einem Zitat aus der Geschichte zu sagen:
Innerhalb kürzester Zeit war das Chaos nicht mehr aufzuhalten! Du sagst, das war beabsichtigt. Dann ist es für mich aber keine Geschichte mehr, sondern eine Schreibübung. Und als solche würde ich diesen Beitrag auch betrachten. Für eine Geschichte fehlt mir ein Spannungsbogen, erst recht eine Pointe, auf die ich bei Kurzgeschichten sehr viel Wert lege.
Was mir noch aufgefallen ist: "Die Frau, die sich vielerorts als Rote Sally bekannt und gefürchtet gemacht hatte" A-ha, woher kommt denn die Erkenntnis an dieser Stelle? Entweder würde ich sie direkt beim ersten auftauchen als Rote Sally bezeichnen, oder mir eine logische Erklärung einfallen lassen, woher der Erzähler ihren Namen erfahren hat. So wirkt es auf mich, als wäre dir irgendwann eingefallen: "Ach, habe ich euch schon erzählt, dass sie als rote Sally bekannt war?".
Ihre Haare waren kurz geschnitten, wahrscheinlich um einfacher mithilfe eines Kopftuchs in der Menge unterzutauchenHäh? Logik?am rechten Arm lugte das Ende einer schwarzen Tätowierung heraus, die sie unter Kennern eindeutig als gebrandmarkte auswies. Weiter im Osten, dort wo das Land in der Wüste endete, brannte man besonders gefährlichen Gefangenen, meist zum Tode verurteilte, solche Zeichen an gut sichtbaren Stellen einIst wohl eher ein Brandmal oder "Branding" (wobei "neudeutsch" hier nicht passen würde), denn eine Tätowierung.
Ich bin auch für 2,5 Sterne und da Aki schon auf 3 gedrückt hat, drücke ich jetzt auf 2.
Wavebreaker
19.06.2008, 16:08
Hi Verräter!
Mir gefällt dein Stil, nachdem der Personenwechsel auf den Dieb stattgefunden hat, gut. Den ersten Teil hättest du meiner Ansicht nach damit füllen sollen, die Leser etwas besser auf den Dieb vorzubereiten.
Die Stelle, an der Reyn das Messer zu der Spielerin wirft, wurde ja schon kritisiert. Du musst verstehen, dass es dabei nicht nur um den Satzbau ging, sondern hauptsächlich um die Tatsache, dass Reyn es unmöglich geschafft haben kann die Halterung, während die Spielerin ihn beleidigt hat, des Messers zu lockern. ;)
Mir leuchtet allerdings noch nicht so recht ein, weshalb man mit einem Kopftuch in der Menge untertauchen kann. X.X
Das mit der "Roten Sally" hat Warin ja schon bemängelt.
Ansonsten, wie geschrieben, eine nette kleine Geschichte.
MfG Wave
Verräter
19.06.2008, 19:14
Nagut,... ich wollte eigentlich nichts schreiben da ich nicht mehr als "Zur Kenntnis genommen; Überlege mir etwas" zu sagen habe und dafür einen Post zu schreiben,... nunja...
Und dann kamen die hier bereits kritisierten Personenwechsel. Damit habe ich echt den Faden verloren.
Die Frage ist ob der Personenwechsel an sich störend ist und Geschichten ohne eindeutigen Protagonisten grundsätzlich abgelehnt werden, oder ob es an der Art liegt wie ich es geschrieben habe. Das kann ich keinem Post entnehmen und da ich nicht weiß wie ich es besser schreiben kann, muss ich es einfach so lassen.
Du sagst, das war beabsichtigt. Dann ist es für mich aber keine Geschichte mehr, sondern eine Schreibübung.
Nun,... es bleibt eine Kurzgeschichte und ich persönlich sehe in allen Texten, die nicht in direktem Zusammenhang mit meinen "eigentlichen" Geschichten stehen eine Übung durch die ich versuche mich zu Verbessern bis ich irgendwann weit genug bin um "meine eigentlichen Geschichten" schreiben zu können.
Häh? Logik? //
Mir leuchtet allerdings noch nicht so recht ein, weshalb man mit einem Kopftuch in der Menge untertauchen kann.
Satzteil entfernt. Ja, eine schlechte Umschreibung.
Entweder würde ich sie direkt beim ersten auftauchen als Rote Sally bezeichnen
Dies ist der erste Moment, an dem ihr Name in dieser Kurzgeschichte fällt. Aber es stimmt wohl, ihren Titel anzugeben ist in dieser Situation Verschwendung und unwichtig. Ich schreibe den Satz demnächst um und beschränke mich dann dabei auf ihren bloßen Vornamen.
Die Stelle, an der Reyn das Messer zu der Spielerin wirft, wurde ja schon kritisiert. Du musst verstehen, dass es dabei nicht nur um den Satzbau ging, sondern hauptsächlich um die Tatsache, dass Reyn es unmöglich geschafft haben kann die Halterung, während die Spielerin ihn beleidigt hat, des Messers zu lockern.
Ja,... damit habe ich allerdings ein Problem. Das zu verändern geht im Prinzip nur mit 2 verschiedenen Methoden:
1. Ich beschreibe zu einem früheren Zeitpunkt wie er sich den Dolch zu eigen macht. Das habe ich versucht und mein Ergebnis hat mir nicht gefallen und die Handlungsabfolge ins Wanken gebracht.
2. Ich schreibe in diesem Moment, dass er sich ihn bereits unter den Nagel gerissen hat, ohne den Dolch vorher erwähnt zu haben. "Ass im Ärmel - Guckt mal hab ich euch gar nicht erzählt!" Diese Art "eine Wendung" zu erzielen mag ich persönlich aber gar nicht und wird meiner Meinung nach viel zu oft verwendet, als das man noch vom "Überraschungseffekt" reden könnte.
Daher war das einzige, was ich tun konnte, den schlecht geschriebenen Satz zu verändern, ihn eindeutiger zu machen. Bei allem anderen funktioniert irgendetwas nicht mehr, das übersteigt momentan meine Ideen und Schreibkunst.
RickyLee
13.07.2008, 15:31
Die Geschichte endet ein Bisschen sehr abprubt, eigentlich ist es also eher eine einzige Szene aus einem ganzen Roman, der in sich eine Bedeutung hat, wenn man ihm eine zumisst. Insgesamt wirkt es also unvollständig, wobei es natürlich auch eine Idee ist, mal kein richtiges oder klar offenes Ende zu lassen, sondern wirklich abzubrechen... den Rest kann man sich eh denken. Diese Geschichte braucht nicht zwingend eine Moral, als Einblick ist sie eigentlich recht gut.
Mir hat diese kameraschwenk-artige Art der Erzählung gefallen: Zuerst von Wirt, dann zum Dieb, zur Söldnerin, zum Prügel...
Aber schon hart, wie sehr die Moral des Diebes heruntergesunken ist... auch wenn da drin Halsabschneider sitzen, nur wegen des Mammons so etwas anzuzuetteln...
Ich finde ehrlich gesagt, die Geschichte ist gerade wegen dem abprubtem Ende gut zum Ausbau fähig, die Charaktere hast du kurz, aber eindrücklich und interessant skizziert, auch wenn man sich denken kann, wie es weitergeht, bleibt es spannend. Und das Bild von Sally, die am Ende durch die Gasse kommt, war wirklich gruselig...
Lythande
04.09.2008, 20:00
Hallo zusammen,
ich finde die Geschichte auch sehr ansprechend, da sie - wie schon viele vor mir sagten - die Charaktere gut beschreibt, die Spannung aufbaut und so eine Geschichte vordert nach einer Fortsetzung. Ich las in Zimmer Bradleys "Magische Geschichten" ähnliche Szenen in ähnlichen Geschichten und da kannst du noch einiges machen. Wenn es eine lange Geschichte wird, kann es vielleicht schwer sein, die Leute bei der Geschichte zu halten, doch wenn man immer wieder einen spannenden Abschnitt oder eine aufregende Szene einbaut, dann wird das schon. Davon leben Geschichten.
Mein Fazit: Gelungene Spannung, gute Charakterisierung der Protagonisten und klasse Geschehen.
Gruß
Lythande
Hallo
Ich bin wirklich begeistert von dieser Kurzgeschichte. Ein guter Stil mit gelungener Dynamik - da kann ich beinahe überhaupt nicht mehr meckern ;)
Manche Sätze scheinen mir nicht ganz fließend verbunden, aber ansonsten finde ich wirklich nichts auszusetzen - bis auf das Ende! Da hättest du es wirklich nicht beenden müssen :D
Liebe Grüße
An'wén
Grüß dich Verräter,
Grundsätzlich gefällt mir deine Geschichte gut, würde ich sie auf eine Skala von 1-5 setzen, würde sie eine 3,5 bekommen. Warum "nur" 3,5? Das erkläre ich später, jetzt kommt erstmal; warum 3,5?
Die kurze Einleitung finde ich gelungen, weckt eben den typischen Wirtscharakter wach, der vorwiegend auf Geld, wohl vor allem mehr Geld, sowie ein beschauliches Leben aus ist. Die kurzen Schilderungen wecken eindeutig Interesse am Geschehen, die Spannung steigt, bis hin zum Ende mit dem mehr oder minder erfolgreichen Dieb, der sich plötzlich einer bestohlenen Sally gegenübersieht, die darüber gar nicht erfreut ist. Der Aufbau der Geschichte gefällt mir sehr, auch finde ich dein Können, aus so etwas Simplen eine Geschichte zu spinnen, beachtlich.
Jetzt komme ich zum "nur" 3,5, und ja, das wird etwas länger, denn trotz allem liste ich meiner Meinung nach Negatives lieber detailliert auf, um dort Verbesserungen zu ermöglichen.
Wie konntest du das Ende nur so kurz halten?! Hrmpf. Ein Satz zumindest, dass sie sich auf ihn stürzt, mit einem Dolch auf ihn zugeht, oder sich eben mit ihm verbrüdert, weil er so gut ist, was weiß ich, aber ich fand das Ende verschenkt. Da drinnen steckt Potenzial.
Genauso wie in den restlichen Teilen der Geschichte. Ich finde, teilweise treibst du das Tempo mit den Ereignissen zu schnell voran, sodass man es kaum genießen kann. Und nein, das hat nichts mit den Personenwechseleien zu tun. (Ich wechsele zwar traditionell nur zwischen Kapiteln zwischen Personen, aber sowas stört mich auch im fließenden Text weniger, selbst wenn die Absatzsetzung hier etwas verwirrt, da du offenbar zwischen jedem Wechsel eine Leerlinie hast, zwischen dem ersten zw. Reym und Wirt nicht.) - Zum Beispiel hätte ich noch kurz die Persönlichkeit des Wirts weiter unterstrichen, indem ich ihm ein knappes Gespräch mit der Kellnerin hätte beginnen lassen. - Dann sieht Reym vielleicht, wie diese aus der Tür stürmt oder hört Gesprächsfetzen herüberfliegen? Zumindest hätte ich ihm ein paar Teile vermacht, die du Sally gegeben hast. Gut, vielleicht weiß er nicht, dass sie die Rote Sally ist, aber ich vermute, als Dieb würde er kein Opfer ausrauben, über das er nicht zumindest ein paar Informationen aufgeschnappt hat. Zur Not hätte ich ihren Namen mit ein paar Gesprächsfetzen vom Nachbartisch oder von anderen Zuschauern einfließen lassen. Und die Erklärung des Waffentricks hätte ich noch Reym zugeordnet. - Dann hättest du Sally voll und ganz das Schockiertsein überlassen können. Ich persönlich hätte aus ihrer Sicht auch viel diffuser geschrieben, da sie sich wirklich mit tausend Dingen gleichzeitig beschäftigen muss; gezogene Waffe, Geld, Mistkerl, der ihr die Waffe in die Hand "gedrückt" hat, noch mehr Mistkerle, die sie wegen Mistkerl, der ihr die Waffe in die Hand "gedrückt" hat, mies drauf sind. Vielleicht sogar noch ein paar klägliche Beruhigungsversuche des Wirts, die man am Rande mitbekommt? Er wirkt wie auf einem Abstellgleis. ;)
Ich kenne deinen Stil nicht, das ist auch nur persönliches Empfinden; das kurze Gerangel ist mir etwas zu tempolos. Je nachdem, wie weit du in Sallys Kopf hineinzoomst, dürfte ihre Hektik auch im Schreibstil offenbar werden.
-> Letztlich sind das aber alles Dinge, die man beim häufigen Schreiben lernt. Szenen auszugestalten ist eine schwierige Sache, aber ich finde den Ansatz hier schon sehr gelungen.
Jetzt hab ich mich leergeplaudert.
Gruß,
Mad Bull
24.09.2008, 21:00
Moin Verräter,:)
nun werde ich mir erlauben ein paar besserwisserische Bemerkungen ein zu flechten. Such dir davon das brauchbarste aus und schmeiß den Rest in den Müll. Auf daß es mir gelingen sollte dich zu bereichern, ohne dich dabei wahnsinnig werden zu lassen.:hoppel:
Ich lege los:
Auf dem Gesicht des Wirts lag ein breites Grinsen. An diesem Abend war sein Lokal wieder einmal vollkommen überfüllt mit Menschen, die sein berühmtes selbst Gebrautes probieren wollten. Seit die jüngsten Unruhen ihr Ende gefunden hatten, kamen die Gäste wieder in Strömen. Das Geschäft blühte, sodass er sogar eine neue Bedienung einstellen konnte. Endlich zahlten sich die langen, schwierigen Jahre voll Schulden, Zechprellern und anderen Katastrophen aus! Seine Taverne zum goldenen Stier war selbst im Nachbarkönigreich bekannt.
Da konnte ich auch sauber reinlesen. Die großen Unruhen mit dem täglichen Leben gut verknüpft.
Plötzlich hallte ein lautes Klatschen durch den Raum. Nach einem kurzen Blick durch den Raum war sich der Wirt der Situation bewusst, entließ einen kleinen Seufzer, füllte einen Krug Bier und bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmassen, hin zu einem alt bekannten Freund und Stammgast.
Durch die Kommas die Handlungsabfolge beschrieben. Brauchbar.
Neben ihm stand seine jüngste Kellnerin mit hoch rotem Kopf und verschränkten Armen. Als sich ihr Chef näherte begann sie empört zu rufen:,,Dieses Schwein hat...“
Der Wirt jedoch beachtete sie nicht im geringsten, wandte sich seinem Gast zu, auf dessen Gesicht sich noch Striemen einer Hand zeigten und schlug den Krug auf den Tisch.
„Geht aufs Haus!“, und dann im Flüsterton, ,,Was machst du denn wieder mein Freund? Du weißt doch wie schüchtern sie ist.“
„Schüchtern? Ich bin doch keine von deinen Huren!“ Sie war noch nicht lange im Geschäft.
„Ich weiß doch, mein Liebchen“, sprach er wie zu einer Tochter und strich ihr dabei mit den Fingern über ihre Wange, „Jetzt aber zurück an die Arbeit, die Kunden warten schon!“
Lebendiger Dialog. Ordentlich beschrieben. Du hast nicht vergessen zu beschreiben was nebenher geschah. Das vergessen oft Amateurschreiber, und man hat keinen Plan mehr wer da spricht.
Sie verschwand wortlos in der Menge und auch er wollte gerade zur Theke zurück, als er einen Mann sah, der im Dunkel des Raumes an der Wand stand. Er war noch recht jung, hatte kurze braune und überaus fettige Haare und trug einen zerlumpten Mantel. Dieses Gesocks kannte er nur zu genüge!
„Hey Junge!“, fuhr der Wirt ihn an, „Mach mir ja keinen Ärger! Wer nichts trinkt fliegt raus!“
Das war bei mir die Stelle, wo auch ich plötzlich beim Dieb war.
Erst beim zweiten mal konnte ich es flüssig lesen.
„Schon gut“, entgegnete er freundlich, „Ich möchte mir nur das Spiel ansehen.“ Der Mann zeigte auf einen kleinen Tisch an dem zwei Spieler ihr gesamtes Vermögen in ihr Kartenglück setzten. Der Wirt warf ihm noch einen grimmigen Blick zu bevor er seinen Weg fortsetzte.
„Verdammt!“, fluchte der Dieb in sich hinein. Es war an der Zeit den Plan zu ändern und so ging er gemächlich auf den Spieltisch zu und stellte sich direkt hinter eine Spielerin.
Da ist wieder der Erzählfluss für mich da, wie der neue "Held" sich dem Spieltisch näherte.
Reyn, so der Name des Diebs, erkannte schnell dass sie dem Gesetz ebenso wenig treu war wie er selbst. Ihre Haare waren kurz geschnitten und unter einem Verband am rechten Arm lugte das Ende einer schwarzen Tätowierung heraus, die sie unter Kennern eindeutig als gebrandmarkte auswies. Weiter im Osten, dort wo das Land in der Wüste endete, brannte man besonders gefährlichen Gefangenen, meist zum Tode verurteilte, solche Zeichen an gut sichtbaren Stellen ein um, falls sie versuchten zu fliehen, sie auf ewig zu Gejagten zu machen, denn wer eine solche Person der Armee übergab, konnte sich eines schönen Kopfgeldes sicher sein.
Ein brauchbares Mittel um auf Gesetzlose Druck aus zu üben.
Zu häufig eingesetzt kann das aber auch einen gegenteiligen Effekt erzielen.
Stigmatisierte bilden eigene Gesellschaften und Staaten mit eigenen Gesetzen.
Dadurch kann ein legitimer Staat sich mehr schaden als nutzen.
Ihr einziger noch verbliebener Gegner war ein Haarloser, dürrer Mann, der auch bald verlieren würde, sah man sich den kümmerlichen Rest Geld vor ihm an, während sie vor einem beachtlichen Haufen Münzen saß. Zudem musste er schon einigen Alkohol im Blut haben, während seine Gegnerin vollkommen nüchtern war.
Siegessicher grinste sie ihn an, während er zögernd zu seinem verbliebenen Geld griff, um mit diesem seine wahrscheinlich letzte Chance auf einen Sieg in diesem Spiel zu ergreifen.
Da stehe ich auf der Leitung. Ist bei diesem Glückspiel etwa schnelle Reaktion verlangt?
Nun war der richtige Zeitpunkt gekommen! Reyn griff ein.
„Das würde ich nicht tun!“, beide blickten verwirrt zu ihm auf, „Sie spielt Falsch. Du kannst nicht gewinnen!“
Wie aus einem Mund riefen beide Spieler „Was?“, die Frau dabei allerdings wesentlich wütender.
Die Frage ist, woran Reyn den gesehen hat, daß sie falsch spielt.
Kann auch von ihm ein schmutziger Trick sein um Verwirrung zu stiften.
Sie erhob sich und baute sich drohend vor ihm auf. Leider war sie kleiner als er. Und dann begann eine lange, zusammenhanglose Aneinanderreihung von diversen Drohungen und Flüchen.
Da hätte man noch mehr schreiben können.
Vor allem mit viel Kraftausdrücken die ganz gar nicht stubenrein sind.
Ach ja richtig, der Jugendschutz.:rolleyes:
Reyn hörte ihr nicht im geringsten zu, da er sich auf etwas völlig anderes konzentrierte. Es dauerte ein paar Sekunden bis sie das Desinteresse ihres Gegenübers bemerkte und noch aggressiver wurde.
Während ihres Vortrags hatte Reyn unbemerkt die Befestigung des Dolches gelockert der am Gürtel der Frau hing und zog ihn nun blitzschnell mit zwei Fingern in die Höhe. Geschickt warf der Dieb die Waffe direkt in die Hände ihrer Besitzerin.Reflexartig fing sie ihren geliebten Dolch, den sie schon seit Jahren bei sich trug.
Bevor sie jedoch verstand was hier vor sich ging, machte der Dieb einen Satz zurück und rief in die Menge hinein.
„Waffe! Sie hat einen Dolch gezogen.“
Sauber in die Sch**** geritten.
In einer solch großen Stadt wagte sich niemand nach Anbruch der Dunkelheit ohne zumindest ein Messer bei sich zu tragen auf die Straßen. Daher gab es kaum jemanden in einer solchen Taverne, der keine Waffe bei sich trug. Doch galt es als ungeschriebenes Gesetz, diese gerade in einem Wirtshaus nicht zu ziehen. Wer das tat war ein Störenfried und solche wurden sofort und selten gewaltlos auf die Straße befördert.
Ich wage sogar zu behaupten, daß da gleich mit Waffen gekontert wird.
Die Frau, die sich vielerorts als Rote Sally bekannt und gefürchtet gemacht hatte, spürte plötzlich wie es um sie herum still wurde. Das war nicht gut!
Dann vernahm sie von der Seite das Klirren von Münzen. Ihr Gegenspieler versuchte doch tatsächlich, sich ihr ehrlich erspieltes Geld unter den Nagel zu reißen!
Ohne darüber nachzudenken fuchtelte sie mit ihren Händen wild umher um den Glatzkopf von ihrem Geld fern zu halten. Erst als rotes Blut aus einem feinen Schnitt unter seinem Auge rann, fiel ihr auf, dass sie ihren Dolch noch in der Hand trug.
„Scheiße!“, war das einzige, woran sie in diesem Moment noch klar denken konnte.
Augenblicklich standen zwei mit Muskeln bepackte Männer von einem anderen Tisch auf und gingen zielstrebig auf Sally zu, die ihrerseits vollkommen mit ihrem geliebten Geld beschäftigt war. Der erste packte sie am Handgelenk, doch legte er sich keineswegs mit einer Anfängerin an. Mit einer gekonnten Drehung verrenkte sie seinen Arm und zwang ihn so von ihr abzulassen, danach stieß sie den Mann von sich weg, der kurz taumelte und dann beim Sturz einen Tisch unter sich begrub. Den zweiten entledigte sich Sally mit einem gezielten Tritt in Hüftgegend.
Auch hier ein lebendiger und flüssiger Handlungsverlauf. Und es kommt auch raus, daß die rote Sally korrekt gespielt hat.
Ich behaupte mal, mit vergehaltener Hand, daß der Handlungsverlauf vielleicht noch etwas hätte gedehnt werden können. Dann wäre es aber keine Kurzgeschichte mehr. Die Kunst des Schreibens eben...:(
Weitere Personen erhoben sich, von denen einige Waffen zogen und deshalb wieder andere aufstanden um diejenigen mit Waffen davon abzuhalten, weiteren Schaden in der Taverne anzurichten.
Innerhalb kürzester Zeit war das Chaos nicht mehr aufzuhalten! Eine Welle von Aggression schwang sich durch das Wirtshaus und hinterließ nichts als Verwüstung. Dort wo eben noch ausgelassen gefeiert wurde, tobte nun eine Schlacht jeder gegen jeden, die sich erst nach Stunden wieder beruhigte.
Solche Massaker sind kurz, heftig und extrem ungesund. Die dauern keine Stunden. Eine Messerstecherei kann schon in zwei Sekunden passiert sein.
Ein Krieger hat es nicht leicht, doch leicht hat es ihn. Es hat schon seinen Grund warum Waffen in zivilisierten Welten verboten sind.:D
Lachend, singend und vor sich her pfeifend stolzierte Reyn durch die nächtliche Stadt. Unter seinem Mantel raschelten fünf gut gefüllte Geldbeutel, die er sich in der allgemeinen Verwirrung im Wirtshaus zum goldenen Stier zusammen gestohlen hatte. Einen derart guten Fang hatte er schon lange nicht mehr gehabt
Das der so dick abräumen konnte?
Außerdem stand er ja ganz in der nähe der Sally, von der der Ärger dann auch seinen Lauf nahm. Und als das Geld sich verselbständigte, war er ja auch nicht der einzigste, der in die vollen greifen konnte, oder?
So eine Idee haben auch andere.
Andererseits durchaus möglich. Immerhin hatte der Wirt das ihm Urin, daß er Ärger ins Haus bringt.*ja*
, mit dieser Nacht war sein Essen für die nächste Woche schon so gut wie bezahlt. Bei dem Gedanken an gutes Essen, weiche Betten und schöne Frauen brach er in heillosem Gelächter aus.
Plötzlich regte sich in der Dunkelheit eine Gestalt. Sofort verstummte Reyn und blieb stehen. Langsam trat die Person immer näher an ihn heran.
Und jetzt erkannte er sie: Es war die junge Frau aus der Taverne, diese Sally, die mit gezücktem Dolch auf ihn zu ging.
Ihre Kleidung war mit Rissen übersät, ihr linker Arm hing regungslos und leicht verkrümmt ihre Schulter hinunter und aus ihrem Mund zog sich eine feine Linie aus verklebtem Blut. Sie hatte im Wirtshaus wohl deutlich mehr einstecken müssen als er.
„Du hast mir mein Geld gestohlen!“, rief sie ihm wütend zu.
Ein offenes Ende finde ich gar nicht so schlecht.
Das lässt Überlegungen zu vielen Variationen zu, und das mag ich.:)
Ich wünsche mir mehr davon.
Schreibst du wieder was?
Gruß Mad Bull
Verräter
24.09.2008, 22:23
O... Kay ... Der Grund warum ich mich hier auf die vielen Kommentare und Kritiken nicht eingegangen bin ist zweigeteilt.
1. Hatte ich vor dieses Thema ganz still in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Da hier jetzt aber im 2 Wochentakt kommentiert wird ^^ Wird das wohl nichts, also kann ich auch das mindestmaß an Höflichkeit erfüllen und mich für die Beiträge zu meiner Geschichte bedanken.
Etwas gutes zum eigenen Werk zu hören (speziell an Lythande und An'wen) ist immer sehr schön und es freut mich sehr, dass es euch gefallen hat.
Zu Enduni, du hast mit deiner Kritik vollkommen recht, gerade was die "Geschwindigkeit" angeht. In diesem Text werde ich das wohl jetzt nicht mehr verändern, aber wenn ich wieder mal einen Anfange werde ich versuchen Veränderungen im Geschehen auch über die sprachliche Schiene mit einzuleiten, aber da muss ich dann wohl ein wenig experimentieren. (Weswegen ich den fertigen Text dafür nicht auseinander nehmen möchte)
Auf das Ende komme ich in Punkt 2 zu sprechen.
aus so etwas Simplen eine Geschichte zu spinnen
Dazu möchte ich noch erwähnen, dass ich das Grundsätzlich so Handhabe. Ich keiner einzigen meiner Geschichten spielt irgendetwas "großes" eine wichtige Rolle (wie z.b. Weltuntergang, nahender Krieg(wobei der ein wenig) Prophezeiungen, blabla). Alle meine Geschichten spielen auf persönlicher Basis ab, also die Interaktion zwischen verschiedenen Charakteren - die sich dann im Laufe der Zeit entwickeln, oder schon vor dem Beginn der Geschichte einige Ausmaße gewonnen haben.
Und... Mad Bull, ausführliche Kommentierung ^^ Ich schätze einmal die Geschichte hat dir ebenfalls gefallen, so scheint es zumindest.
So, damit kommen wir zu Punkt 2: Ich hatte keine Lust immer wieder zu sagen, dass dieses Ende das Ende ist und sich daran nichts ändern wird. Allerdings hat sich daran mittlerweile etwas verändert, denn seit einiger Zeit gibt es ein zweites Ende oder - besser gesagt, einen "Part 2", der aber definitiv der letzte sein wird.
Jedoch sollte ich gleich warnen... eine "Moral von der Geschicht" oder auch nur einen kleinen tieferen Sinn gibt es hier nicht. Es ist einfach nur ein Ausschnitt aus dem Leben zweier, nicht existierender Menschen. Dafür habe ich auf Personenwechsel verzichtet, ich bleibe hier an Reyn "hängen" und die Handlung ist etwas anders, das Hauptaugenmerk liegt auf der Unterhaltung zwischen den beiden Hauptpersonen.
Ich pack das ganze jetzt einfach mal als Zitat, damit man es besser erkennt.
Kapitel 2: "Viel Glück"
Der Abend hatte so schön begonnen! So leichtgläubig wie Glücksspieler immer waren, genügte schon eine winzige Bemerkung um einen Streit zu entfachen, der sich wie ein Lauffeuer durch die Reihen der Besoffenen zog. Während seines Streifzugs im Tumult hatte nur ein einziges mal jemand versucht ihn anzugreifen, dieser aber wurde schon im selben Moment von einem Stuhl getroffen und sackte in sich zusammen. All diese vom Alkohol benebelten Idioten hatten im Grunde kein anderes Schicksal verdient! Aber dann, als alle Gefahr schon gebannt schien, tauchte plötzlich wieder die Spielerin auf und schlug wie eine Furie auf ihn ein.
Reyn fuhr mit seinen Fingern durch die braunen Haare und über die schmerzende Stelle auf seiner Stirn.
So wie sie ihn dabei angeschrien hatte, war es kein Wunder dass Leute der Stadtwache ihre kleine Meinungsverschiedenheit jäh beendeten. Und wie immer, wenn das Schicksal gerade beschloss ihm kein Glück zu gönnen, lösten sich natürlich gleich zwei der Geldbeutel von seinem Gürtel und landeten laut klirren auf dem Boden.
Nun wartete für Lebenslange Verbrechen der Galgen auf ihn. Als Dieb war man hier entweder gut oder tot.
„Ich habe mir unsere erste gemeinsame Nacht irgendwie schöner vorgestellt.“, sprach er laut in die Zelle nebenan. Die Rothaarige Frau hatte man ebenfalls festgenommen und da sie eine gebrandmarkte war, ein Goldfang für die Wächter, die sie zusammengeschlagen hatten, erwartete sie nun ebenfalls der Strick.
Als Reyn nach einigen Augenblicken noch immer keine Antwort erhielt, redete er einfach weiter.
„Und da das hier wohl unsere letzte Nacht sein wird, finde ich wir sollten uns einander vorstellen, bevor wir intim werden.“
Ohne Vorwarnung beendete die Frau ihr schweigen und fuhr Reyn gereizt an.
„Sei endlich still! Ein duzend Gitterstäbe befinden sich zwischen uns, und das zu deinem Glück, denn sonst würdest du nicht erst bei Sonnenaufgang sterben sondern hier und jetzt durch meine Hand.“ Sally kochte innerlich, ihr gesamter Körper schmerzte und jedes einzelne, verfluchte Wort von diesem arroganten kleinen Mistkerl hämmerte auf ihren Schädel ein.
„Du solltest nicht immer so schreien! Das tut deiner Stimme nicht gut.“
Reyn fand einen gewissen gefallen in dieser Unterhaltung. Immer deutlicher konnte er ihren schneller werdenden Atem hören, während sie immer wieder leise „Meine Stimme“ flüsterte.
„Ich heiße übrigens Reyn, und wie du bestimmt weißt, verdiene ich mein Geld als professioneller Dieb. Aber ich erzähle schon wieder viel zu viel von mir. Wie bist du eigentlich an dein Brandmahl gekommen?“
„Das ist meine Sache!“, platzte aus ihr heraus, „Ich werde Morgen sterben und will schlafen. Also halt endlich deine Klappe!“
In der Dunkelheit legte Reyn ein breites Grinsen auf.
„Na gut, wenn du nichts von dir erzählen willst. Möchtest du dann meine Geschichte hören?“ Und er dachte, er würde die nachfolgende Antwort schon kennen. Sally ließ sich ein paar Momente Zeit bevor sie ihm darauf etwas entgegnete, diesmal ruhiger und doch lag eine gewisse Hitze in ihrer Stimme.
„Deine Eltern haben dich nie geliebt, sind tot oder Säufer und haben dich deshalb nie geliebt. Also hat klein Reyn irgendwann beschlossen in die große weite Welt hinauszugehen, aber weil du keine Lust hattest ehrlich zu arbeiten und in dir das völlig nutzlose Talent entdeckt hast andere zu reizen, hast du beschlossen dich als dreckiger Gesetzloser durch zu schlagen und bis Heute, wie durch ein Wunder und zu meinem persönlichen Pech, überlebt.
Lass mich endlich in Ruhe!“
Reyn benötigte einige Zeit um eine geeignete Antwort darauf zu finden, doch bevor er dazu ansetzen konnte, durchschnitt ein Schrei die Stille der Nacht. Weit entfernte Fackeln brachten ein wenig Licht in die langen Gänge des Gefängnisses, an dessen Ende die beiden saßen.
Weitere Rufe hallten durch das Gebäude. Zweigeteilt in jene in denen Angst und Schmerz klang und andere, bei denen sich lautes Gelächter mit barbarischen Anfeuerungen zum töten vermischte.
Eine Horde skrupelloser Krimineller, Meuchelmörder und Vergewaltiger stürmten das Gefängnis der Stadt. Der Grund war Grommery Berryn, einer der meist gesuchten Verbrecher des Landes, den an diesem Tag eine Wache erstochen hatte. Dies war die blutige Rache, bei der schon nach kurzer Zeit ein großer Teil der Stadt in Flammen aufgegangen war. Das wilde Chaos auf den Straßen konnte man in den Zellen nur durch leiste Schreie erahnen.
Der letzte lebende Wachposten flüchtete ins Gebäudeinnere, der einzige ihm noch verbliebene Fluchtweg, auch wenn er genau wusste, dass er in eine Sackgasse rannte. Doch machte er den einen fatalen Fehler sich zu nah an die Gitterstäbe zu bewegen. Einer der Gefangenen packte ihn und riss den Mann gegen den kalten Stahl. Der Soldat fiel bewusstlos zu Boden, sofort entriss man ihm die Zellenschlüssel und befreite sich aus der Zelle. Obwohl alles rasend schnell von sich ging, kam es Reyn wie eine Ewigkeit vor, bis der Schlüssel, der von einem zum andern gereicht wurde endlich in der hintersten Ecke ankam und er sich befreien konnte. Als er dann das kleine Stück Metall endlich in den Fingern hielt, konnte er sein Glück kaum fassen. Beinahe wäre eine Träne über sein Gesicht geflossen, hätte er sie nicht schnell mit der Hand verwischt. Mittlerweile war alles von Fackeln erhellt und er wollte sich nicht die Blöße geben zu weinen.
Hastig öffnete er seine Zelle, ein wahrer Genuss das Knacken des sich öffnenden Schlossen zu hören, und als er schon los laufen wollte, ertönte hinter ihm wieder Sally's Stimme.
„Hey! Lass mich mir raus!“
Langsam drehte Reyn sich um und sah die Frau fragend an.
„Aber,... du willst mich umbringen?“
„Und das werde ich auch...“, sie stockte im Satz, atmete tief ein und sprach dann mit gequälter Freundlichkeit weiter, „Gib mir einfach die Schlüssel.“
„Wenn ich dich befreie, tötest du mich dann trotzdem noch?“
Während ihr Blick immer finsterer wurde, blieb Sally's Lächeln weiter wie gemeißelt stehen.
„Vielleicht.“, sagte sie ohne die Zähne voneinander zu lösen.
Der Dieb zögerte noch, schweifte in Gedanken dann jedoch darin ab, dass er sich vorstellte wie sie sich möglicherweise bei ihm erkenntlich zeigen würde, wenn er ihr half. Eine gewisse Erregung durchströmte seinen Körper.
„In Ordnung, das langt mir.“
Mit leicht zittrigen Händen suchte er den passenden Schlüssel am Bund und trat auf die Gitter zu. Sobald die Zellentür nur einen Spalt breit offen stand, packte Sally seinen Arm und riss Reyn mit einem solch gewaltigen Ruck in die Zelle, dass er den halt verlor und hart auf den Boden stürzte. Die Gebrandmarkte trat ins Freie, schloss das Gefängnis, löste den einzigen passenden Schlüssel vom Bund und warf den Rest in die Zelle.
„Ich schätze, von denen passt keiner!“ In ihrer Stimme klang nun etwas vergnügliches, während Reyns völlig geschockt wirkte.
„Warum tust du mir das an?“, fuhr es mit purer Erschütterung aus ihm heraus.
Sally zuckte mit den Schultern. „Ich hab doch gesagt, dass ich dich töte!“
Der Mund des Diebs stand weit offen, in seinen Augen stand Entsetzen geschrieben, in seinem Geist wütete Verzweiflung. Er war Sprachlos.
Mit einem „Viel Glück“ drehte sich Sally um und rannte den Gang entlang in die Freiheit. Erst jetzt fand er seine Sprache wieder.
„Dein Arm ist verletzt! Du brauchst sicher Hilfe!“, rief er ihr hinterher
Doch es war zu spät. Sie war weg! Im stillen verfluchte Reyn jeden einzelnen Gott, an dessen Namen er sich erinnern konnte und flüsterte:
„Ich könnte dir helfen.“
So, ich hoffe wenigstens das Ende ist zufriedenstellender. :) Den ganzen Rest des Textes darf nun jeder, der es möchte (und wofür ich jeder Person sehr dankbar wäre!(!!)) auseinander nehmen ^^
Gruß,
Der Verräter
Ich nehme ungern eine Geschichte auseinander, aber so sei es.
Der Abend hatte so schön begonnen! So leichtgläubig wie Glücksspieler immer waren, genügte schon eine winzige Bemerkung um einen Streit zu entfachen, der sich wie ein Lauffeuer durch die Reihen der Besoffenen zog. Während seines Streifzugs im Tumult hatte nur ein einziges mal jemand versucht ihn anzugreifen, dieser aber wurde schon im selben Moment von einem Stuhl getroffen und sackte in sich zusammen. All diese vom Alkohol benebelten Idioten hatten im Grunde kein anderes Schicksal verdient! Aber dann, als alle Gefahr schon gebannt schien, tauchte plötzlich wieder die Spielerin auf und schlug wie eine Furie auf ihn ein.
Reyn fuhr mit seinen Fingern durch die braunen Haare und über die schmerzende Stelle auf seiner Stirn.
So wie sie ihn dabei angeschrien hatte, war es kein Wunder dass Leute der Stadtwache ihre kleine Meinungsverschiedenheit jäh beendeten.
Soweit, so gut. Der Nacherzählung des Abends kann man gut folgen. Einzig störend würde ich das Kursive empfinden. Ersteres deshalb, weil diese Details mMn in einer Nacherzählung des Abends wenig zu suchen haben. Zweiteres, weil die Formulierung mir nicht gefällt; es klingt so, als hätte er die Gefahr aktiv beseitigt, dabei ist er einfach nur erfolgreich untergetaucht. "in Sicherheit wähnen" würde ich hier besser finden.
Und wie immer, wenn das Schicksal gerade beschloss ihm kein Glück zu gönnen, lösten sich natürlich gleich zwei der Geldbeutel von seinem Gürtel und landeten laut klirren auf dem Boden.
Nun wartete für Lebenslange Verbrechen der Galgen auf ihn. Als Dieb war man hier entweder gut oder tot.
Ist für mich unverständlich. Er hätte einfach sagen können, es sei sein Gold, oder es wäre ein Dienstbote, der dieses Gold irgendwohin trägt, oder aber die Wachen hätten vermuten können, dass es sein Gold wäre. Reyn hätte Massen von Möglichkeiten gehabt, sich herauszureden, selbst wenn Sally rumbrüllen würde, er wäre ein Dieb.
Der Dialog ist soweit in Ordnung, da ist nichts großartig bemängelnswert.
Weitere Rufe hallten durch das Gebäude. Zweigeteilt in jene in denen Angst und Schmerz klang und andere, bei denen sich lautes Gelächter mit barbarischen Anfeuerungen zum töten vermischte.
Eine Horde skrupelloser Krimineller, Meuchelmörder und Vergewaltiger stürmten das Gefängnis der Stadt. Der Grund war Grommery Berryn, einer der meist gesuchten Verbrecher des Landes, den an diesem Tag eine Wache erstochen hatte. Dies war die blutige Rache, bei der schon nach kurzer Zeit ein großer Teil der Stadt in Flammen aufgegangen war. Das wilde Chaos auf den Straßen konnte man in den Zellen nur durch leiste Schreie erahnen.
Ich weiß ja nicht, wie gut die Stadtwache ist, aber das hier finde ich doch arg unrealistisch, besonders da die harten Strafen und die sofort auftauchenden Wachen bisher vermittelten, dass die Stadtwache eigentlich recht gut gerüstet ist. Meuchelmörder haben meistens weniger mit den normalen Pöbelverbrechern zu tun; wer einzelne Leute für Geld umbringt, ist entweder fest engagiert, bereits besser situiert oder aber so unbekannt, unfähig oder beides, dass man ihn auch in die Kategorie Schläger nennen könnte. Vergewaltiger sind nicht immer einfache Kriminelle, sondern durchaus auch einfacher "Pöbel". Und wenn sie erwischt worden wären, würden sie schließlich ebenfalls gehängt. Dass nun Meuchelmörder, Vergewaltiger und Kriminelle einen Aufstand gegen die Wache und das Volk proben, finde ich arg gewagt, vor allem nur, weil ein einzelner von ihnen krepiert ist. Die meisten würden sich freuen, weil es weniger Konkurrenz gibt, die anderen, hierzu zähle ich die Vergewaltiger, wären zu feige, etwas zu unternehmen und der Rest bildet wahrscheinlich die freien Radikalen, die nicht entscheiden können, was sie tun sollen und deren Zorn irgendwann verraucht oder niedergeschlagen wird. Solange der gute Grommery kein mächtiger Mafiosi oder ähnliches war, finde ich dieses Ereignis arg fragwürdig und nicht mal dann wäre es so glaubhaft in meinen Augen.
Hiernach ist wieder alles soweit in Ordnung. Dass die Gefangenen untereinander halbwegs solidarisch sind, oder zumindest nicht alle Leute verrecken lassen, finde ich realistisch.
Der Dieb zögerte noch, schweifte in Gedanken dann jedoch darin ab, dass er sich vorstellte wie sie sich möglicherweise bei ihm erkenntlich zeigen würde, wenn er ihr half. Eine gewisse Erregung durchströmte seinen Körper.
Auch das finde ich eher unlogisch. Die Frau hat eben gesagt, sie würde ihn vielleicht umbringen, hat ihn schon einmal angefallen und ihm mehrere Male mit dem Tod gedroht, ist eine Gebrandmarkte, warum auch immer. Welcher Idiot würde sie freilassen, ohne nicht zumindest zwanzig Meter Entfernung zwischen ihr und sich zu haben? Hinzu kommt, dass Reyn sicher nicht so lange als Dieb überlebt hat, weil er sich von ein paar Brüsten gleich hirntot schlagen lässt.
„Ok, das langt mir.“
Okay. Ich würde das Okay durch ein In Ordnung ersetzen. Eine Silbe mehr und man hat keinen Anachronismus mehr.
Mit leicht zittrigen Händen suchte er den passenden Schlüssel am Bund und trat auf die Gitter zu. Sobald die Zellentür nur einen Spalt breit offen stand, packte Sally seinen Arm und riss Reyn mit einem solch gewaltigen Ruck in die Zelle, dass er den halt verlor und hart auf den Boden stürzte. Die Gebrandmarkte trat ins Freie, schloss das Gefängnis, löste den einzigen passenden Schlüssel vom Bund und warf den Rest in die Zelle.
Irgendwie hätte sie ihn noch aus dem Weg der Zellentür schieben müssen, um diese zu schließen. Warum sie extra umständlich den Schlüssel löst, verstehe ich nicht. Ich würde sie einfach abhauen und die Schlüssel irgendwo außer Reichweite Reyns liegen lassen.
„Ich schätze, von denen passt keiner!“ In ihrer Stimme klang nun etwas vergnügliches, während Reyn's völlig geschockt wirkte.
„Warum tust du mir das an?“, fuhr es mit purer Erschütterung aus ihm heraus.
Sally zuckte mit den Schultern. „Ich hab doch gesagt, dass ich dich töte!“
Der Mund des Diebs stand weit offen, in seinen Augen stand Entsetzen
geschrieben, in seinem Geist wütete Verzweiflung. Er war Sprachlos.
Bitte schreib das Fettgedruckte ohne Apostroph, dann ist halbwegs in Ordnung.
Mit einem „Viel Glück“ drehte sich Sally um und rannte den Gang entlang in die Freiheit. Erst jetzt fand er seine Sprache wieder.
„Dein Arm ist verletzt! Du brauchst sicher Hilfe!“, rief er ihr hinterher
Doch es war zu spät. Sie war weg! Im stillen verfluchte Reyn jeden einzelnen Gott, an dessen Namen er sich erinnern konnte und flüsterte:
„Ich könnte dir helfen.“
Ein hübsches Ende. Allerdings erschließt sich mir wie gesagt nicht, warum Sally zuerst gemächlich den Schlüssel löst und plauscht und jetzt auf einmal davonhastet. Ansonsten finde ich, dass mit Part II das Ende des ersten Parts durchaus akzeptabel ist.
Einen Kritikpunkt im Allgemeinen hätte ich noch; das Gefängnis wirkt mir zu modern. Offene Gitterstäbe und Gefängniszellen sind eigentlich eher eine moderne Sache, früher gabs eher solide Steinwände und eine dicke Holztür mit kleinem, vergitterten Sehschlitz.
Soviel von mir.
Gruß,
Verräter
04.10.2008, 19:12
"Während seines Streifzugs im Tumult hatte nicht ein einziges mal jemand versucht ihn anzugreifen. All diese vom Alkohol benebelten Idioten hatten im Grunde kein anderes Schicksal verdient! Aber dann, als er sich bereits vollkommen in Sicherheit wähnte, tauchte plötzlich wieder die Spielerin auf und schlug wie eine Furie auf ihn ein. "
So in etwa? o.o
Ist für mich unverständlich. Er hätte einfach sagen können, es sei sein Gold, oder es wäre ein Dienstbote, der dieses Gold irgendwohin trägt, oder aber die Wachen hätten vermuten können, dass es sein Gold wäre. Reyn hätte Massen von Möglichkeiten gehabt, sich herauszureden, selbst wenn Sally rumbrüllen würde, er wäre ein Dieb.
Durchaus... dann müsste ich aber alles nochmal neu schreiben. *kopfkratz* Eine übel zugerichtete Frau und ein junger Mann in zerlumpter Kleidung, die sich mitten in der Nacht beinahe zerfleischen und dann noch eine derart hohe Geldsumme im Spiel ist. Die Chance da heil raus zu kommen ist gering...
Der Dialog ist soweit in Ordnung, da ist nichts großartig bemängelnswert.
Freut mich... alles was nicht bemängelt wird gilt als akzeptabel... mehr brauche ich nicht ^^
Ich weiß ja nicht, wie gut die Stadtwache ist, aber das hier finde ich doch arg unrealistisch, besonders da die harten Strafen und die sofort auftauchenden Wachen bisher vermittelten, dass die Stadtwache eigentlich recht gut gerüstet ist. Meuchelmörder haben meistens weniger mit den normalen Pöbelverbrechern zu tun;
Hmmm... tja... ab hier wird es dann kompliziert. Im Prinzip hast du recht. Wir reden hier nicht von einem winzigen Dorf sondern immerhin von einer größeren Stadt mit einer gut ausgebildeten Abwehr. Diese zu belagern ist nur mit entsprechend vielen und/oder sehr gut ausgebildeten Kämpfern möglich. Eine derartige Aktion vollführt man nicht einmal "ebenso" und die Tatsache, dass Berryn erst am selben Tag gestorben sein soll widerspricht daher allen Fakten. Es handelt sich hierbei um eine Konstruktion, geschaffen um die Situation der Protagonisten einschlägig zu verändern und zugegebenermaßen ist es die wahrscheinlich unwahrscheinlichste. Jop! Alles andere wären Ausreden, obwohl solche "Aktionen", bei denen ganze Städte einem Clan zum Opfer gefallen sind schon mehrfach in der Geschichte dieses Landes vorgefallen sind.
Zu beginn war das auch anders geplant nur... haben wir hier eine wunderbare Grundlage für alles was danach passiert.
. Welcher Idiot würde sie freilassen, ohne nicht zumindest zwanzig Meter Entfernung zwischen ihr und sich zu haben? Hinzu kommt, dass Reyn sicher nicht so lange als Dieb überlebt hat, weil er sich von ein paar Brüsten gleich hirntot schlagen lässt.
...Doch... so wurde dieser Charakter erschaffen... als eine Art (ich übertreibe jetzt einmal in der Formulierung) "Notgeiler Trottel", eine narzisstische und abstoßende Persönlichkeit, die von sich selbst glaubt alle müssten sie lieben. Eine wunderbare Figur um sie während einer Geschichte eine Charakterentwicklung durchlaufen zu lassen :D
Ich würde das Okay durch ein In Ordnung ersetzen.
Wird gemacht.
Irgendwie hätte sie ihn noch aus dem Weg der Zellentür schieben müssen, um diese zu schließen. Warum sie extra umständlich den Schlüssel löst, verstehe ich nicht.
Sie hat ihn sehr fest gezogen und ihn "weit" in die Zelle geschleift. ^^" Sally muss sich nicht beeilen, diese kleine Geste (und das was sie daraufhin sagt) bedeutet für sie reinste Genugtuung. Es geht hier nur darum den Dieb zu erniedrigen. Sie hätte natürlich die Schlüssel einfach wegwerfen können...
das Gefängnis wirkt mir zu modern.
Ja... da hast du wahrscheinlich recht. Das habe ich beim Schreiben nicht beachtet (Ich hatte da die kleinen "Dorfzellen" im Kopf, die man in Western immer mal gern sieht... aber das ist wohl 1. die falsche Zeit und 2. der falsche Ort). Ich werde mal nachschauen ob das ganze noch mit einer anderen Beschreibung des Gefängnisses funktioniert.
Während seines Streifzugs im Tumult hatte nicht ein einziges mal jemand versucht ihn anzugreifen. All diese vom Alkohol benebelten Idioten hatten im Grunde kein anderes Schicksal verdient! Aber dann, als er sich bereits vollkommen in Sicherheit wähnte, tauchte plötzlich wieder die Spielerin auf und schlug wie eine Furie auf ihn ein.
Hm ... Da unterschlägst du ja wieder, dass der Angriff "abgewehrt" wurde. :)
"Während seines Streifzugs im Tumult hatte ein einziges Mal jemand versucht ihn anzugreifen, aber wurde er glücklicherweise gleich vom wütenden Mob niedergeschlagen/wurde er sofort in die Tavernenschlägerei hineingerissen/wurde er sofort niedergeschlagen." - Sowas in der Richtung. *shrug*
Durchaus... dann müsste ich aber alles nochmal neu schreiben. *kopfkratz* Eine übel zugerichtete Frau und ein junger Mann in zerlumpter Kleidung, die sich mitten in der Nacht beinahe zerfleischen und dann noch eine derart hohe Geldsumme im Spiel ist. Die Chance da heil raus zu kommen ist gering...
Ich vergaß die Lumpen Reyns, Asche auf mein Haupt.
Sie hat ihn sehr fest gezogen und ihn "weit" in die Zelle geschleift. ^^" Sally muss sich nicht beeilen, diese kleine Geste (und das was sie daraufhin sagt) bedeutet für sie reinste Genugtuung. Es geht hier nur darum den Dieb zu erniedrigen. Sie hätte natürlich die Schlüssel einfach wegwerfen können...
Dann würde ich sie aber stilecht genüsslich hinausschlendern lassen, oder ein Geräusch/ähnliches einbauen, dass sie bemerken lässt, dass noch mehr Genugtuung vielleicht ins Gegenteil umschlagen könnte. Dass Reyn sie bis dahin nicht ansprechen kann, kann man einfach lösen, indem man ihn noch ein wenig krächzen lässt, bis er seine Stimme wiederfindet. :)
Ja... da hast du wahrscheinlich recht. Das habe ich beim Schreiben nicht beachtet (Ich hatte da die kleinen "Dorfzellen" im Kopf, die man in Western immer mal gern sieht... aber das ist wohl 1. die falsche Zeit und 2. der falsche Ort). Ich werde mal nachschauen ob das ganze noch mit einer anderen Beschreibung des Gefängnisses funktioniert.
Ich hab auch darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es wahrscheinlich nicht funktioniert, deswegen würde ich es einfach so lassen. Beim Lesen störts nicht wirklich.
Gruß,
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