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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : George R. R. Martin - Fiebertraum


Razor
13.06.2008, 01:14
Kurzbeschreibung
Wir schreiben das Jahr 1857. Abner Marsh, Flussschiffer auf dem Mississippi, steht vor dem Ruin. Da macht ihm der Aristokrat Joshua York ein verlockendes Angebot: Er soll das schnellste Dampfschiff aller Zeiten bauen - die "Fiebertraum". Doch was für Marsh als großes Abenteuer beginnt, wird bald zum Albtraum. Denn York entpuppt sich als Vampir - und er hat die "Fiebertraum" bauen lassen, um entlang des Mississippi die Letzten seiner alten, kranken Rasse einzusammeln ...

George R. R. Martins legendärer Vampir-Thriller - eine atemberaubende Mischung aus Stephen King und Mark Twain.

Für alle Leser von Markus Heitz' "Ritus", Kit Whitfields "Wolfsspur" und J. R.Wards "BLACK-DAGGER"-Serie

Klappentext
"George R. R. Martins Spannung und Ideenreichtum sind nicht zu überbieten!"
Publisher's Weekly

In diesem Thread wird über das oben beschriebene Buch diskutiert.
Beteiligt an dieser privaten Leserunde sind:

*Liathano
*Illyria
*Razor

Es ist gedacht, dass die Leserunde heute, Freitag der 13te beginnt (welch witziges Datum für einen Vampirromen), und ab Sonntag die ersten 5 Kapitel (bis Seite 79) diskutiert werden können. Da es sich um eine private, kleine nette Leserunde handelt, kann das Tempo bzw. der Kapitelumfang im weiteren Verlauf individuell angepasst werden.

Razor
15.06.2008, 14:23
Kapitel 1 bis 5

Der erste Eindruck ist - ich sag mal – wohlschmeckend :bat:
Ich erinnere mich da gerade an die Mockturtlesuppe, allein der Name ist schon lecker :turtle:

So. Die ersten fünf Kapitel sind gelesen und ich bin sehr beeindruckt von diesem Werk. Martin schafft es, dass ich bei einem vorgenommenen Kapitel keine kurze Pause einlege, sondern mich unerbärmlich im gewissen Maße dazu bringt, weiter zu lesen. Der Schreibstil, vor allen Dingen der Gebrauch von Metaphern und anderen Sinnbildern, gefällt mir sehr.

Der erste Kontakt zwischen Marsh und York ist etwas Besonderes: Sonderlich gelungen fand ich die Beschreibung von Yorks Augen. Der Nebel(!) vermag Marsh in den Bann des Vampirs zu ziehen. Diese bemerkenswerten Augen und selbstverständlich die Mimik, Gestik und die Redensart von York sind Martins Antwort auf das Charisma seiner Vampirrasse. Ok, vielleicht nicht unbedingt die neuste Idee, aber sehr gut dargestellt wie ich finde.

Was mir aufgefallen ist und für mich zu Beginn ein wenig irritierend war, ist der Begriff „Cap’n“. Ist es Dialekt, eine Art Abkürzung oder die tatsächliche Betitelung? Ich kenne allerhöchstens Käpt’n.
Und wo wir gerade schon beim Cap’n Marsh sind: Er ist 300 Pfund schwer, trägt einen nicht sehr gepflegten Bart und hat Warzen im Gesicht. Also nicht gerade die berauschendste Schönheit auf dem Mississippi, dennoch finde ich ihn sehr sympathisch. Nicht zuletzt, weil er sehr aufbrausend ist und einen sehr… interessanten Appetit hat!
Da gab es zum Beispiel die Szene im ersten Kapitel, in der er sich in seiner Ehre verletzt gefühlt hat und wenigstens beim Abendessen triumphieren wollte. Das Gespräch setzte sich fort, doch zwischendurch kamen immer diese kleine Beschreibungen: Die Masse an Gerichten, die aufgetischt wurden und die Art wie sich zugerichtet worden waren, regte auch schon bei mir den Speichelfluss an. *cool*

Ganz Vampir-like ist es natürlich, wie York all die skurrilen Forderungen für den Deal stellt, dabei zeitgleich bestimmend wirkt, aber auch ganz der Gentleman bleibt.
Dieses Raubtierhafte, das Starke und Gefährliche, zugleich aber auch Elegante und Vornehme werden sehr schnell und klar deutlich und diese Art des Vampirseins gefällt mir bisher.

Zwar wird mit keinem Wort erwähnt, dass es sich hierbei um einen Vampiren handelt, dennoch sind all die Hinweise doch schon sehr aussagekräftig:
• Augen
• Kraft (beim Händeschütteln)
• Nachtaktivität- und Sicht
• Die Flasche Blut mit Alkohol
Und vor allen Dingen dieses wunderschöne Gedicht, das indirekt alles sagt:

In ihrer Schönheit wandelt sie
Wie wolkenlose Sternennacht;
Vermählt auf ihrem Antlitz sieh
Des Dunkels Reiz, des Lichtes Pracht:
Der Dämmrung zarte Harmonie,
Die hinstirbt, wenn der Tag erwacht.

Razor
15.06.2008, 14:25
Kapitel 1 bis 5

Das zweite Kapitelende kam schneller, als ich gedacht hätte. Damit will ich sagen, dass der Lesefluss durch nichts gestört wurde – alles ließ sich in einem Stück so runter lesen. Herrlich.
Dies war die Szene auf dem Sklavenmarkt, in der der Handlanger von Julian ein Mädchen für ihn kaufte.
Darauf folgend kam der Dämon Julian, wie er direkt zu Beginn betitelt wird, selbst zu Wort. Allein diese kleine Passage zeigt die Andersartigkeit Julians zu York. Er ist eher kaltblütig, sadistisch, erbarmungslos und die wenigen Seiten, in der er in den ersten fünf Kapiteln erwähnt wird, genügen, um ihn sich gut einzuprägen. Da ich ja auf Action, Blut und Kampf in Büchern und Filme stehe, warte ich nur darauf, dass der Dämon wieder zum Vorschein tritt. :)

Zu Beginn wird noch sehr viel erklärt und beschrieben, zum Beispiel der neue Dampfer, den Marsh und York gekauft haben. Aber da Martin wohl mit Worten umzugehen weiß, sind die seitenweisen Schilderungen alles andere als langweilig. Wobei es mir ehrlich gesagt schwer fiel, diese auffällige Pracht tatsächlich vorzustellen. Denn dieses Boot muss ja tatsächlich exorbitant sein!
Die erste Fahrt in der Nacht mit der Fevre Dream erzeugte eine schöne Atmosphäre.

Kommen wir wieder zu Marshs Essgewohnheiten :D
Zum Frühstück (11.00 Uhr) gibt es sechs Eier und Speck + Drinks, eine Stunde später zum Mittagessen kommen hinzu: Lamm, Taube, Kartoffeln, Mais, Karotten und zum Nachtisch Kuchen. Der Kerl ist genial *lach*

Da ich bisher keine Ahnung von Flussdampfern hatte, finde ich es gut, dass Martin sachte die technischen Dinge einer solchen Maschine dem Leser näher bringt. Ah und noch was Anderes gelernt:
Das Schweinefett ist für Boote der damaligen Zeit das, was Lachgas für unsere heutigen Autos ist. Hat mich spaßeshalber so einbisschen an Need for Speed erinnert „Hey, hau Nitro... ehh Schweinefett rein!“ -> Schuuub

Das Highlight ist wohl das Wettrennen mit der Southerner, jedoch sind für mich die Szenen mit York und Julian kleine Leckerbissen, auf die ich mich immer besonders freue.

Ich freue mich weiter zu lesen, das Buch macht mir sehr viel Spaß!


(Den Beitrage habe ich geteilt, damit er einfacher zu lesen ist und man nicht gleich erschlagen wird. Außerdem vermeidet man so, dass man später bei einer einzigen Seite eines Threads ewig lange nach unten scrollen muss.)

Liathano
15.06.2008, 15:29
1-5
Schöne Ausführungen, Razor, denen ich mich größtenteils anschließen kann!

Dies ist ja nicht mein erster Kontakt mit dem Autor und obwohl "Das Lied von Eis und Feuer" inhaltlich Welten von "Fiebertraum" entfernt ist, finden sich stilistisch Ähnlichkeiten. Die gelungenen Beschreibungen, die niemals ausufern und dennoch eine faszinierende Atmosphäre und dichte Bilder schaffen und die Erarbeitung von eindrucksvollen, plastischen Charakteren fielen mir sofort wieder auf. Auch der Aufbau von Spannung ist typisch für Martin - wie Razor schon sagte, es fällt schwer, mitten im Kapitel plötzlich abzubrechen.

Während ich mich im ersten Kapitel auch ein bisschen über Abner und seine Essgewohnheiten amüsiert habe, fand ich das zweite Kapitel um Sour Billy und Dämon Julian überaus interessant. So mag ich Vampire - nicht die vegetarischen Kuschelflattermänner, sondern Gentlemenvampire, die mitunter zu blutrünstigen Bestien werden können.
Ich bin schon gespannt, ob und was für einen Konflikt es zwischen Julian und York, samt ihrer Anhänger, geben wird.
Bisher erschien mir York ja sehr freundlich und es schien, als würde er aufrichtigen Respekt und Zuneigung für Abner empfinden, aber er ist wohl ein ambivalenter Charakter, den ich momentan noch schwer einschätzen kann.

Ich gebe zu, dass ich bei der ein oder anderen Beschreibung des Dampfbootes schonmal quergelesen. Die schlechte Angewohnheit eines Rezensenten unter Zeitdruck kommt hier durch und auch so ein bisschen Desinteresse an technischen Dingen. Dennoch kann ich mir ein gutes Bild von der luxuriösen "Fevre Dream" machen.

Sehr gelungen fand ich auch die Beschreibung der Mannschaft. Da sind schon einige komische Käuze dabei, aber auch Abner und York sind schließlich nicht ohne. Auf jeden Fall hat das in mir große Sympathien für die Besatzung geweckt.

Schön war auch das Gedicht von Lord Byron, das Razor bereits zitiert hat - einer meiner Lieblingsdichter, und ich freu mich immer, wenn er in Romanen erwähnt wird.

Das Highlight ist wohl das Wettrennen mit der Southerner, jedoch sind für mich die Szenen mit York und Julian kleine Leckerbissen, auf die ich mich immer besonders freue.

Dito! Weshalb ich mich jetzt auch gleich dem sechsten Kapitel widmen werde. ;)

Razor
15.06.2008, 22:49
Dies ist ja nicht mein erster Kontakt mit dem Autor und obwohl "Das Lied von Eis und Feuer" inhaltlich Welten von "Fiebertraum" entfernt ist, finden sich stilistisch Ähnlichkeiten.
Achja genau, das habe ich vergessen zu erwähnen. Dies ist mein erstes Buch von Martin und deswegen bin ich auch so positiv überrascht.

Aber er [York] ist wohl ein ambivalenter Charakter, den ich momentan noch schwer einschätzen kann.
Ohja, das stimmt. Ich möchte nur daran erinnern, als der Cap'n ihn wecken wollte. York selbst meinte ja, er sei unberechenbar in solchen Situationen. Und ich dachte da auch schon der reißt ihm jeden Moment den Kopf ab! Ich schätze von ihm werden wir noch die ein oder andere Wendung erwarten, die wir ihm zu Beginn vielleicht nicht unbedingt zugeschrieben hätten.

Liathano
15.06.2008, 23:46
Überrascht hat mich auch die Szene der "Weinverkostung" - ich hätte nicht gedacht, dass York Abner das Blut trinken lässt. Überhaupt weiss ich nicht, was mich mehr an York überrascht - seine Freundlichkeit oder die aufblitzende Wildheit und Gefahr, die von ihm ausgeht.

Im Übrigen: Nimm dir Abner lieber nicht zum Vorbild, was das Magenvolumen angeht! :D

Razor
16.06.2008, 01:09
Überrascht hat mich auch die Szene der "Weinverkostung" - ich hätte nicht gedacht, dass York Abner das Blut trinken lässt.

Jaa! Ich dachte jetzt er versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten bzw. ihn mit irgendwelche Vampir-Hypnose-Techniken auszuschalten oder umzustimmen - aber das Gegenteil traf ein!
Naja, das hatte Marsh ja dann davon, hehe.
Aber ich hätte nicht gedacht, dass das mit irgendwelchen Kräutern oder einem speziellen Alkohol vermischt ist. Auf alle Fälle eine interessante Vorstellung. Tja unser York scheint wohl ein wahrer Genießer zu sein... also auf Art der Vampire versteh sich :rolleyes:

Im Übrigen: Nimm dir Abner lieber nicht zum Vorbild, was das Magenvolumen angeht! :D
*flöt*


*Illyria such* Wo steckst duu? :) Wir wollen wissen, was du von dem Buch bisher hältst.

Illyria
17.06.2008, 19:40
*Illyria such* Wo steckst duu? Wir wollen wissen, was du von dem Buch bisher hältst.
Jaja, nur keine Hektik, bin ja schon die ganze Zeit dabei ;)

Kapitel 1-5

So, bin jetzt auch fertig mit den ersten fünf Kapiteln und was soll ich sagen?... Ich bin begeistert. Ich habe bisher erst ein Buch von Martin R.R. George gelesen, aber ich bin wirklich begeistert von dem Anfang. Normalerweise gefällt mir der Anfang eines Buches nicht so sehr. Man muss sich immer erst etwas in die Geschichte reinfinden, kriegt zigtausend Namen oftmals an den Kopf geschmissen und meistens muss ich dann ständig zurück blättern wer denn jetzt überhaupt wer ist. (jaja...ich weiß...ich hab ein schlechtes Namengedächtnis ;) )

Dann wäre da erst einmal Marsh, Abner Marsh und sein Traum vom schnellstem Dampfschiff aller Zeiten. Wenn ich nicht wüsste, dass er schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hätte, würde ich ihn wohl für ein kleines Kind halten. Er weiß, dass etwas mit dem Angebot von York nicht stimmen kann und nimmt trotzdem an. Das ist ja mal wieder typisch. :rolleyes:
Ein kleiner Junge, der sich nicht damit abfinden kann, dass die anderen Jungs ein besseres Spielzeug haben als er und er seins verloren hat... wie bedauernswert. Aber auch irgendwie liebenswert, er mit seinem Traum. Mit genügend Geld kann man sich ja schließlich alles kaufen. ;)

Obwohl ich seine Begeisterung mit der Fiebertraum nicht teilen kann, freue ich mich ein wenig mit ihm. ;) Es ist ja doch irgendwie sympathisch, wenn er verträumt von seiner Fiebertraum erzählt und schon genau weiß wie sie aussehen soll. Allerdings bin ich doch noch etwas skeptisch. Ich glaube er träumt da ein bisschen zu sehr ;) Die Titanic ist ja schließlich auch gesunken...

Allerdings wundert es mich, dass er gleich beim ersten „Rennen“ zwischen der Fiebertraum und das andere Flussschiff York wecken wollte, obwohl das doch eigentlich gegen die Abmachung ist. (oder war das nicht mit inbegriffen? *gleich noch mal nachlesen geht*)

Tja. Was York angeht, so ist erscheint er wohl auf den ersten Blick als ein Gentleman, obwohl die äußerlichen Merkmale schon auf etwas... unmenschliches hindeuten dürften, wie Razor sie schon alle aufgezählt hat.
Obwohl er mir zwar sehr sympathisch ist und vielleicht ein paar kleine Eigenheiten hat, so bin ich doch eher etwas skeptisch eingestellt. Man weiß nicht wie man ihn einschätzen soll. Benutzt er die Menschen im Grunde nur, will er sie ausnutzen oder sucht er aus wirklichem Interesse die Gesellschaft der Menschen?...
Besonders bei der Stelle als ihn Marsh unerlaubterweise einfach geweckt hat. Ist er einfach nur ein Morgenmuffel oder wäre er dann in Versuchung den anderen etwas anzutun? Fragen über Fragen... :D

Was mir aufgefallen ist und für mich zu Beginn ein wenig irritierend war, ist der Begriff „Cap’n“. Ist es Dialekt, eine Art Abkürzung oder die tatsächliche Betitelung? Ich kenne allerhöchstens Käpt’n.
Meines Wissens nach ist das wirklich eine normale und gebräuchliche Abkürzung für das Wort Captain so wie für uns Käpt’n. Allerdings wird es normalerweise in deutschen Büchern/Texten nicht übernommen, sondern auch übersetzt.

Die Masse an Gerichten, die aufgetischt wurden und die Art wie sich zugerichtet worden waren, regte auch schon bei mir den Speichelfluss an.
Genau aus diesem Grund mag ich das nicht, wenn man in Büchern übers Essen schreibt... dann kriege ich bloß auch immer Hunger... -.-

Da ich bisher keine Ahnung von Flussdampfern hatte, finde ich es gut, dass Martin sachte die technischen Dinge einer solchen Maschine dem Leser näher bringt.
Dem kannich zwar zustimmen, aber dennoch bin ich froh, dass sich das alles in Rahmen hält. Solange das alles eher oberflächlich bleibt und nicht zu sehr in Detail geht, lese ich das auch gern, aber wenns mir zuviel wird, fallen die Augen dann doch etwas nach unten fallen wenn es schon spät ist und man nicht mehr ganz so aufnahmefähig ist. ;)

Ich bin schon gespannt, ob und was für einen Konflikt es zwischen Julian und York, samt ihrer Anhänger, geben wird.
In der Tat, darauf bin ich auch schon gespannt. Auf jeden Fall merkt man schon einen Unterschied zwischen den beiden Personen. Der eine belesen, der andere davon gelangweilt. Der eine ernährt sich nur von Menschen, der andere lebt mitten unter ihnen...

Jaa! Ich dachte jetzt er versucht mit allen Mitteln ihn davon abzuhalten bzw. ihn mit irgendwelche Vampir-Hypnose-Techniken auszuschalten oder umzustimmen - aber das Gegenteil traf ein!
oh ja, eigentlich habe ich auch eher damit gerechnet, dass er ihn irgendwie zurechtweist oder dass er die Finger von seinem "kostbarem" Wein lassen soll. :D

Ich bin auf jedenfall schon gespannt wie es weiter geht :) *les*

Liathano
17.06.2008, 20:11
Wenn ich nicht wüsste, dass er schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hätte, würde ich ihn wohl für ein kleines Kind halten. Er weiß, dass etwas mit dem Angebot von York nicht stimmen kann und nimmt trotzdem an. Das ist ja mal wieder typisch. :rolleyes:
Ein kleiner Junge, der sich nicht damit abfinden kann, dass die anderen Jungs ein besseres Spielzeug haben als er und er seins verloren hat... wie bedauernswert. Aber auch irgendwie liebenswert, er mit seinem Traum.

Stimmt, so ein bisschen kindisch ist Abner auf jeden Fall, ein krasser Gegensatz zu seinem Äußeren.
Seine riesige Freude über das Boot, das Rennen und die Art, wie er über alle Unannehmlichkeiten hinwegsieht - das könnte ihm noch Ärger bringen. Nach dem Rennen wurde ja auch beschrieben, dass Abner den Vorfall mit York schon fast vergessen hatte ... :rolleyes:

Ich bin übrigens erleichtert, dass dir das Buch gefällt. Hättest du wegen uns einen Fehlkauf getätigt, hätte ich sicher ein schlechtes Gewissen gehabt. ;)

Wie sieht's mit dem Termin für die nächste Besprechung aus?

Illyria
17.06.2008, 20:22
Stimmt, so ein bisschen kindisch ist Abner auf jeden Fall, ein krasser Gegensatz zu seinem Äußeren.
Seine riesige Freude über das Boot, das Rennen und die Art, wie er über alle Unannehmlichkeiten hinwegsieht - das könnte ihm noch Ärger bringen.Nach dem Rennen wurde ja auch beschrieben, dass Abner den Vorfall mit York schon fast vergessen hatte ...
Ja, das vermute ich auch. Außerdem glaube ich nicht, dass die anderen Flussschiffer das auf sich sitzen lassen und Marsh' Fiebertraum einfach so die "Vorherrschaft" auf dem Fluss überlassen. Mal schauen was die noch so vorhaben :)

Ich bin übrigens erleichtert, dass dir das Buch gefällt. Hättest du wegen uns einen Fehlkauf getätigt, hätte ich sicher ein schlechtes Gewissen gehabt.
Ach...und wenn schon :D Wenn einem etwas nicht gefällt, kann man besser schreiben was einem nicht gefällt, anstatt am Ende einfach nur zu sagen: ich finde es toll. ;) :D

Wie sieht's mit dem Termin für die nächste Besprechung aus?
Hm...weiß nicht. Ich konnte heute zwar den zweiten Teil fast zu ende lesen, aber damit jeder genug Zeit hat: Freitag? Oder was meint ihr?

Razor
20.06.2008, 00:08
Ihr könnt sagen was ihr wollt *auf die Uhr guck* Es ist Freitag ;)

Kapitel 6-10

Und weiter geht es mit der Geschichte…

Nun erfährt der Leser, dass Billy auch den Wunsch hegt ein Vampir zu werden. Jetzt verstehe ich auch, warum er für den Dämon arbeitet, aber gewisse Privilegien genießt und z.B. nicht so übertrieben untertänig wie ein Sklave agiert hat, all die Zeit.
Ich finde das passt ganz gut, denn Sour Billy hat eine schwarze Seele und er würde bestens in die Julian Gefährtengruppe passen.
Des Weiteren wird ja auch später beschrieben, wie er an seine Klinge leckt, an der Kreolenblut klebte. Er ist optimistisch und würde sich am allerliebsten so schnell wie möglich von den Fesseln des menschlichen Daseins lösen, um in den Genuss der Vampirkräfte zu kommen. Ich habe das Gefühl, dass er es überhaupt nicht mehr abwarten kann.
Und meiner Meinung nach ist Billy einer der brutalsten Personen, die bisher in diesem Buch aufgetaucht sind, ohne jegliches Ehrgefühl und Gnade.

York ist nach wie vor mysteriös, wir wissen nicht genau, was er da die ganze Zeit treibt. Julian ist zwar der Blutmeister und Oberhaupt seiner Gefährtengruppe, aber ich habe in diesen fünf Kapiteln festgestellt, dass auch er fein-aristokratische Manieren aufweist – wie etwa den gute Umgangston, die poetische Ader und die adligen Gebärden.
Eine gewisse Ähnlichkeit mit York ist also schon mal nicht auszuschließen.

Um nochmals zum Thema zurückkommen, dass Marsh im Grunde genommen ein Träumer ist, oder im Geiste noch ein Junge, der ein neues Spielzeug bekommen hat:
Ich schätze der letzte Absatz des 7. Kapitels macht das sehr deutlich. Vielmehr kann man ja hier schon fast von Verliebtheit reden ;)

So. Und das darf jetzt natürlich in meinem Post auch nicht fehlen:
Käse + Kuchen = :D
Marsh ist einfach der Beste!

Razor
20.06.2008, 00:09
Zwischen dem siebten und zehnten Kapitel kam Langeweile bei mir auf. Selbstverständlich muss in einer Geschichte nicht immerwährende explosive Spannung vorhanden sein (das geht auch gar nicht). Aber nichtsdestotrotz dümpelte die Geschichte genauso vor sich her, wie die Fiebertraum auf dem Mississippi.
Die nicht all zu schöne Stimmung der Passagiere – kann man so sagen – hat sich beinahe schon auf mein Gemüt übertragen.

York unternimmt des Öfteren Ausflüge, aber man wird noch(!) im Dunkeln darüber gelassen, was mich teilweise stört, da ich ein sehr neugieriger Mensch bin
Richtig gut finde ich Marsh Ehrenkodex, der ihn an die Einhaltung der Abmachung erinnert.

Schließlich kommt das zehnte Kapitel.
Es mag an der Intention des Autors liegen, dass er Julian in einem Nebensatz und ganz unbedarft sagen lässt: „Ich habe miterlebt, wie Rom zu Staub wurde.“
Hmm! Gut. Die Information, dass der Dämon steinalt sein muss, ist rüber gekommen. Aber das war’s auch schon. Keine tiefere Empfindung, kein Unglauben bei mir…
Um einen Vergleich herzustellen: Hohlbein und seine Chronik der Unsterblichen, in der Blanche erzählt, er sei schon bei den Bau der ersten Pyramiden dabei gewesen. Es geht mir hier nicht speziell um die geschichtliche Spannweite, sondern darum wie diese Begebenheiten dargestellt wurden. Bei Julian lässt mich diese Aussage kalt, aber bei Blanche habe ich eine Gänsehaut bekommen, als er das gesagt hat. Schade eigentlich. Da hätte ich mir das so in der Art gewünscht, wie es dem Hohlbein in seinem Werk geglückt ist.

Julian verfolgt ebenso wie York einen Plan, den man sich aber als Leser noch nicht ausmalen kann. Warum entlässt er nach und nach seine Freunde? Will er, dass sie Erfahrungen sammeln? Hat das was mit den dubiosen Zeitungsartikeln zu tun, in der ungeklärte Morde aufgelistet werden? Man darf gespannt sein.

Die Kreolen sind schon ein lustiger Haufen. Was sind diese kleinen Streitereien unter den Reichen doch schön und es wird sehrdeutlich, was Billy von diesen Eskapaden hält
Dann noch diese Duelle - und sogar mit Sekundanten nicht zu vergessen. Fein!
Naja, man erhält ja Billys Antwort kurz darauf…

Illyria
20.06.2008, 02:51
Kapitel 6-10

Das sechste Kapitel war noch recht interessant. Man kann sich zwar schon vorher das Schicksal der beiden Sklavenjäger denken, aber ich bin doch etwas irritiert, dass sie die Sklaven zu ihren früheren Besitzer zurück gebracht haben. Wozu den Stress, wenn man sie doch gleich auf dem nächstbesten Markt weiter verkaufen kann und dafür noch mehr Geld bekommt als so ein kleinen "Finderlohn"? (Dazu kommt noch, dass der Hof einen mehr als schlechten Ruf hat und die Gefangenen ihnen noch angeboten haben für sie zu arbeiten. Jeder normaldenkende Mensch hätte da doch etwas stutzig werden müssen, auch wenn sie diese Gruselgeschichten "nur" von den Sklaven hatten ;) )

Außerdem würde mich mal interessieren, warum ausgerechnet Julian Blutmeister ist. Ist er es einfach nur weil er der Stärkste ist? Immerhin scheinen alle ziemliche Angst vor ihm zu haben und seine Anweisungen zu befolgen. Die trauen sich ja gar nichts ohne seine Erlaubnis, dabei wären sie ihm doch zahlreich überlegen wenn sie sich zusammen schließen würden...

Was diesen Sour Billy anbelangt, so habe ich von ihm eigentlich nichts anderes erwartet. Wäre er nicht so kaltblütig, wäre er nie in der Lage Julian zu dienen. Immerhin erhofft er sich dadurch die Unsterblichkeit, aber ich bezweifle, dass Julian sie ihm gibt. Billy ist ihm doch nur als Mensch dienlich und als Vampir wäre er bloß nur noch eine weitere "bluthungrige" Person, um die sich Julian "kümmern" muss.

Die beiden darauffolgenden Kapitel (7+8) waren seeeehr langweilig. Dabei hatte das Buch so gut angefangen und dann verfällt es in eine langweilige Hin- und Hertuckerei des Flussschiffes. Kein Wunder, dass die Gäste genervt und gelangweilt waren. Ich war es ja schließlich auch schon... :rolleyes:
Des Weiteren finde ich es viel zu riskant von York, dass er lernen will wie man die Fiebertraum steuert und zugibt im Dunkeln sehr gut sehen zu können. Kein er von den dort anwesenden Menschen konnte bei seiner Demonstration so genau sehen wie er und es erweckt eigentlich nur noch mehr Misstrauen.
Nebenbei sieht es so aus als ob Marsh auch mit der Fiebertraum nicht viel mehr Glück hat als mit seinen Flussschiffen zuvor (dank der ungewöhnlichen Aktivitäten Yorks und der schlechten Wetterbedingungen). Da sieht er einmal die Eclipse und schon ist sie wieder verschwunden.

Trotzdem finde ich es sehr rührend und schon wieder etwas sympathisch, dass er sich um seinen Partner sorgt als er allein in Natchez umherziehen will und er ihm sogar anbietet mit zukommen. :) (Obwohl das wohl eher wegen seiner Neugier geschieht. Außerdem wäre er ohne Yorks Vermögen wieder mittellos :rolleyes: )

Richtig gut finde ich Marsh Ehrenkodex, der ihn an die Einhaltung der Abmachung erinnert.
Ehrenkodex? Von wegen... Ich finde das eher ziemlich scheinheilig von ihm. Er spricht da von Ehrenkodex und bei seiner ersten Unzufriedenheit mit York zückt er den Zweitschlüssel für Yorks Kabinentür und durchsucht seine Sachen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser oder wie? ;) Man kann nichts von jemandem verlangen, was man nicht in gleicher Weise zurück gibt.
York hat von Anfang an Marsh davor gewarnt, dass er gewisse Sachen für sich behalten will und dieser ihm keine unangenehmen Fragen stellen soll. Neugier hin oder her, aber das ist nicht gerade die feine Art das Vertrauen seines Partners zu erlangen.
Daher habe ich es Marsh auch irgendwie gegönnt, dass er am Ende von Katherine erwischt wird. Tja, Pech gehabt. ;)

Außerdem ist der einzige Grund weshalb er nicht die Verbindung mit York löst die Tatsache, dass er dann seine geliebte Fiebertraum verliert.

Tja und im zehnten und letzten Kapitel dieses Abschnitts wird erwähnt, dass die "Gemeinschaft" um Julian wohl langsam zerfällt. Warum macht er das? Er hat sich am Anfang doch wirklich so dagegen gestreut. Noch dazu finde ich die Anhänger von Julian etwas merkwürdig, dass sie alle Angst haben auf sich selbst gestellt zu sein. Wer hätte das gedacht. Vampire haben Angst vor dem Tod. :D

Liathano
20.06.2008, 20:01
So, komme ich also auch endlich dazu, meine Kommentare zum zweiten Teil abzugeben.

Ersteinmal: Ein schöner, spannender Einstieg. Irgendwie hat das Martin sehr filmisch beschrieben, ich konnte mir das verfallene Haus, die angespannten Gesichter der Sklavenjäger und auch Billy wunderbar vorstellen. Das ist etwas, was ich an dem Autor schätze: Er lässt trotz spärlicher Beschreibungen sehr intensive Bilder im Kopf entstehen.

Nun, wie ihr schon sagtet, die darauffolgenden Kapitel dümpelten so vor sich hin. Einerseits bringt Martin gut die Ungeduld rüber, die Abner ergreift, andererseits überträgt sich diese auch auf den Leser.

Schön finde ich, dass in diesem Abschnitt viele Fragen, die ich mir gestellt habe, zumindest teilweise beantwortet wurden. Die Intention von Billy, ein bisschen zur Vorgeschichte Julians ... trotzdem bleibt noch so einiges offen, nicht zuletzt, wohin York ständig verschwindet, was er im Sinn hat, ob er zu den "Guten" gehört, oder seine Freundlichkeit nur Fassade und er Menschen ebenso wie Julian lediglich als "Vieh" betrachtet.

Übrigens fange ich auch langsam an, Sour Billy zu verabscheuen. Was für ein widerlicher, gemeiner, ehrloser Hundesohn! Und ich denke, ebenso wie Illyria auch, dass sein Traum niemals erfüllt werden wird.
Aber gerade anhand von Billy, bringt der Autor auch eine sehr hintergründige Komponente in den Roman, und zwar die Dramatik und das Leid der Sklavenhaltung.

Außerdem würde mich mal interessieren, warum ausgerechnet Julian Blutmeister ist. Ist er es einfach nur weil er der Stärkste ist? Immerhin scheinen alle ziemliche Angst vor ihm zu haben und seine Anweisungen zu befolgen.

Ich gehe davon aus, dass er weitaus älter ist, als seine Gefährten und mit dem Alter auch die Macht steigt, bzw. die jüngeren Vampirgenerationen an Stärke verloren haben. Denn seine Statur ist ja nicht gerade bullig und er scheint mir auch eher arrogant und unbesonnen, als überaus gerissen.

Razor
20.06.2008, 20:59
Außerdem würde mich mal interessieren, warum ausgerechnet Julian Blutmeister ist. Ist er es einfach nur weil er der Stärkste ist?
Ja stimmt, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber Liaths Erklärungen scheinen da plausibel.

Billy ist ihm doch nur als Mensch dienlich und als Vampir wäre er bloß nur noch eine weitere "bluthungrige" Person, um die sich Julian "kümmern" muss.
Daraus schließe ich, dass du denkst für Dämon Julian wäre er lediglich eine weitere Last (wenn Billy zum Vampir wird). Zum Einen stimmt das schon
1) Hätte er dann niemanden, der seine Befehle zur Tageszeit ausführen kann
2) Muss er sich tatsächlich wiederum um einen Neuling kümmern. Ich glaube so ein Verwandelter muss zu Beginn gezügelt und auf bestimmte Regeln aufmerksam gemacht werden (Wobei das alles nur Vermutungen sind).
Und das könnte eventuell sehr zeitaufwendig und mühevoll sein.

Aber möglicherweise hat er ja Gefallen daran, den großen Meister zu spielen und Julian schätze ich im Moment so ein, dass er sein Versprechungen hält. Also habe ich da eine andere Vorahnung als ihr. WAS ich mir durchaus vorstellen könnte, dass Billy sich zwar verwandelt, ihm das aber früher oder später zum Verhängnis wird. So stelle ich mir das vor...
Wobei mir gerade einfällt, dass in der Gruppe selbst ein Vampir ist - dessen name mir aber entfallen ist - der sehr blutdurstig ist und sich kaum zurück halten kann.

Kein er von den dort anwesenden Menschen konnte bei seiner Demonstration so genau sehen wie er und es erweckt eigentlich nur noch mehr Misstrauen.
Ja! So langsam erhält die Fiebertraum alles andere als einen guten Ruf udn man munkelt ja schon so einerlei über bestimmte Passagiere (York und Gefährten). Also wie Abner das wieder gerade biegen will, ich weiß es nicht.

Ehrenkodex? Von wegen...
Ach ich denke schon. Für mich macht er den Eindruck von einem Mann, der sich an Abmachungen hält und ansonsten auch ein paar Tugenden repräsentiert.
Ich stell ihn mir bei diesen Passagen wirklich als einen Jungen vor, der weiß, dass er was Schlimmes da anstellt, sich die Begebenheiten aber schön redet und es so dreht, dass er ja so gesehen nichts Falsches macht (z.B. als er sagte ein Zweitschlüssel sei wichtig, weil das und das passieren könnte. Achja und dass er mal in Yorks Zimmer kurz rein schaue wird doch wohl nicht verkehrt sein usw.).
Der Begriff Ehrenkodex ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Großen und Ganzen denke ich schon, dass er sein Wort halten kann - auch wenn manchmal die Neugierde die Oberhand gewinnt :p

Irgendwie hat das Martin sehr filmisch beschrieben, ich konnte mir das verfallene Haus, die angespannten Gesichter der Sklavenjäger und auch Billy wunderbar vorstellen.
Ohja, das stimmt wirklich. Besonders gut gelungen fand ich dann die Szene, in der alle anderen Vampire die Sklavenjäger wie Beute umzingelten. Sie kamen aus den Schatten, niemand ahnte etwas von ihnen und insgesamt war das Alles sehr düster und bedrohlich beschrieben.

Illyria
21.06.2008, 00:03
Ich gehe davon aus, dass er weitaus älter ist, als seine Gefährten und mit dem Alter auch die Macht steigt, bzw. die jüngeren Vampirgenerationen an Stärke verloren haben. Denn seine Statur ist ja nicht gerade bullig und er scheint mir auch eher arrogant und unbesonnen, als überaus gerissen.

Hm...na, ich weiß ja nicht, ob es allein am Alter liegt? Rebelliert die Jugend denn nie bei den Vampiren? :D
Als den großen Denker halte ich Julian auch nicht gerade. Er erscheint mir wirklich etwas arrogant und vertraut viel zu sehr auf die Hilfe von Billy. Zwar will Billy dafür etwas im Austausch haben, aber wenn dieser das Gewünschte nicht bekommt ist es doch klar, dass seine Gehorsamheit doch wohl schwinden wird. ;)
Mal schauen wie sich das weiter entwickeln wird in den nächsten fünf Kapiteln.

Aber möglicherweise hat er ja Gefallen daran, den großen Meister zu spielen und Julian schätze ich im Moment so ein, dass er sein Versprechungen hält.
Naja... versucht er nicht gerade seine ganzen Anhänger irgendwie los zu werden? :D Ich glaube nicht, dass er sich so schnell wieder ein paar neue "Kinder" anlacht. ;) Aber anscheinend hat der wohl öfters ein paar Stimmungsschwankungen. :rolleyes:

Wobei mir gerade einfällt, dass in der Gruppe selbst ein Vampir ist - dessen name mir aber entfallen ist - der sehr blutdurstig ist und sich kaum zurück halten kann.
Meinst du jetzt Jean oder Armand? Was ist mit ihm?

Ich stell ihn mir bei diesen Passagen wirklich als einen Jungen vor, der weiß, dass er was Schlimmes da anstellt, sich die Begebenheiten aber schön redet und es so dreht, dass er ja so gesehen nichts Falsches macht
Und gerade diese Rechtfertigung und Zurechtlegung stören mich ein bisschen an Marsh. ;) Er handelt genauso wie Billy über lange Sicht nur in seinem eigenem Interesse. Ein bisschen Neugier ist schön und gut, aber (ich weiß ich habs schon mal gesagt, aber ein zweites mal schadet nicht ;) ) er wusste wo er sich da einlässt. ;)

Razor
21.06.2008, 00:49
Meinst du jetzt Jean oder Armand? Was ist mit ihm?
Ich mein das wäre Armand, der seinen Trieb nicht zügeln kann.
Naja, ich habe irgendwie die Vermutung, dass Julian seine Getreuen auf eine Art und Weise unterrichtet. Dadrunter zählt auch das "Benehmen beim Dinieren" *prost* Der Armand ist ja alles andere als zurückhaltend, sobald der auch nur Blut riecht, tickt der aus.

Möglicherweise ist auch das der Grund, warum er sie alle los werden will, weil sie alle nicht so Recht in sein Schema passen?

Aber das ist viel zu weit hergeholt... Ich schätze zu diesem Zeitpunkt bringen mir solche Überlegungen nichts (wobei es unheimlichen Spaß macht, darüber zu sinnieren!)

Er handelt genauso wie Billy über lange Sicht nur in seinem eigenem Interesse.
Also ich verstehe, was du meinst. Aber den lieben armen Marsh :osterhase: mit Billy *teufel* zu vergleichen... *eek*

Illyria
21.06.2008, 01:16
Ich mein das wäre Armand, der seinen Trieb nicht zügeln kann.
Ja, aber eigentlich können beide ihren Trieb nicht besonders gut zügeln. Jean ist im ersten Kapitel auffällig geworden bei dem Mädchen, das Sour Billy auf dem Sklavenmarkt gekauft hatte. Weil er so ungeduldig war und bei Julian nicht besonders beliebt war durfte er ja auch erst als letztes trinken ;)

Naja, ich habe irgendwie die Vermutung, dass Julian seine Getreuen auf eine Art und Weise unterrichtet. Dadrunter zählt auch das "Benehmen beim Dinieren" *prost* Der Armand ist ja alles andere als zurückhaltend, sobald der auch nur Blut riecht, tickt der aus.
Hm...ich dachte eher, dass er sich die anderen Vampire fast schon als Haustiere hält. Sie trinken und sprechen nur wenn er es ihnen gestattet. In gewisser Weise braucht er sie wohl um sich selbst zu unterhalten. Was ist schon die Ewigkeit, wenn man die ganze Zeit alleine vor sich hindümpelt. Immerhin scheint er die Vergnügung eines guten Buches nicht sehr zu schätzen.

Möglicherweise ist auch das der Grund, warum er sie alle los werden will, weil sie alle nicht so Recht in sein Schema passen?

Aber das ist viel zu weit hergeholt... Ich schätze zu diesem Zeitpunkt bringen mir solche Überlegungen nichts (wobei es unheimlichen Spaß macht, darüber zu sinnieren!)
Nun ja, das ist wirklcih eine interessante These, allerdings bleiben seine Beweggründe wirklich noch etwas offen. Ich hoffe, dass George dort noch ein bisschen mehr Licht in die Sache bringen wird :)
(Oh ja...ich liebe es auch über sowas zu sinnieren *g* )


Also ich verstehe, was du meinst. Aber den lieben armen Marsh :osterhase: mit Billy *teufel* zu vergleichen... *eek*
Ach, wirklich? Ich finde den Gedanken gar nicht mal so abwegig. ;)
Beide haben einen Traum/Wunsch. Marsh will den besten Flussdampfer, Billy will die Unsterblichkeit.
Beide würden alles tun um diesen Traum zu erfüllen. Billy bringt Julian regelmäßig Menschen, Marsh schummelt ein bisschen bei dem Wettrennen. ^^
Beide stehen in den Diensten eines Vampirs. Marsh bei York, Billy bei Julian.
Daraus folgend müssen sie dafür sorgen, dass eventuelle Gefahren für sie rechtzeitig abgewendet werden. Für York die Gerüchte und Neugier der Passagiere, für Julian eventuelle Besucher auf der Farm.
Beide denken nur ans eine: an Geld. ;)

Und da sag mir mal, dass es keine Parallelen gibt :D

Ich sage ja nicht, dass Marsh genauso kalt und grausam ist wie Billy, allerdings halte ich sie nicht für soooo sehr unterschiedlich wie man am Anfang denkt.
Allerdings bin ich gerne bereit im laufe des Buches meine Meinungen über Billy und Marsh zu ändern, sollten sie sich dementsprechend verhalten ;)

Liathano
21.06.2008, 01:31
Meiner Meinung nach schickt Julian all seine "Untertanen" fort, damit sie einen neuen Platz zum Leben finden, oder eine Möglichkeit, Geld zu machen, neue Opfer zu finden ...

@Illyria: Interessanter Ansatz und ich komme nicht umhin, dir recht zu geben. Trotzdem sehe ich charakterlich -und das ist das wichtigste- sehr wenig Parallelen zwischen Billy und Abner und ich denke auch, dass Abner im Gegensatz zu Billy nie über Leichen gehen würde, um sein Ziel zu erreichen. Und im Grund genommen hat doch jede Figur in diesem Roman ein bestimmtes Ziel, oder? Nur sind Billy und Abner die einzigen, bei denen wir das Ziel so klar definieren können. Aber auch York und Julian verfolgen mit Sicherheit den ein oder anderen Plan.

Illyria
21.06.2008, 02:04
Meiner Meinung nach schickt Julian all seine "Untertanen" fort, damit sie einen neuen Platz zum Leben finden, oder eine Möglichkeit, Geld zu machen, neue Opfer zu finden ...

Setzt das nicht voraus, dass er sich dann in irgendeiner Weise um seine "Schützlinge" sorgt? Bisher habe ich diese "Zuneigung" nur bei seinem Liebling Valerie entdecken können, welche aber wohl eher nur in ihrer Schönheit begründet zu sein scheint. Meiner Erinnerung nach hatte Billy im ersten Kapitel erwähnt, dass Julian sehr viel Wert auf Schönheit setzt.

Aber vielleicht war ich bisher einfach nur zu unaufmerksam um Julians mütterliche Seite zu entdecken. :D Ich achte demnächst mal drauf. ;)

@Illyria: Interessanter Ansatz und ich komme nicht umhin, dir recht zu geben. Trotzdem sehe ich charakterlich -und das ist das wichtigste- sehr wenig Parallelen zwischen Billy und Abner und ich denke auch, dass Abner im Gegensatz zu Billy nie über Leichen gehen würde, um sein Ziel zu erreichen.
Hm...würde Marsh nicht über Leichen gehen um seine Fiebertraum zu behalten? Hm... wäre jedenfalls auch eine sehr interessante Frage, die sich im Laufe der Leserunde lösen wird.
Ich will ja auch nicht sagen, dass Marsh genauso kalt und grausam wie Billy ist, aber ich will Marsh auch nicht zu hoch in den Himmel loben, denn für so perfekt halte ich ihn nicht. (Was ihn ja auch wieder sympathisch macht. ;) Aber wir sind ja auch erst am Anfang der Reise angelangt. Mal schauen wie sich das alles noch so weiter entwickelt. )

Nun ja, im Moment wissen wir ja wirklichnoch nicht soooviel über die Charaktere bzw. wie sie in manchen Fällen reagieren werden. Sollte mir allerdings wieder eine kleine Gemeinsamkeit zwischen Billy und Marsh ins Auge springen, werde ich das Thema wohl nochmal kurz anschneiden. :D

Liathano
22.06.2008, 11:46
Setzt das nicht voraus, dass er sich dann in irgendeiner Weise um seine "Schützlinge" sorgt? Bisher habe ich diese "Zuneigung" nur bei seinem Liebling Valerie entdecken können, welche aber wohl eher nur in ihrer Schönheit begründet zu sein scheint. Meiner Erinnerung nach hatte Billy im ersten Kapitel erwähnt, dass Julian sehr viel Wert auf Schönheit setzt.

Aber vielleicht war ich bisher einfach nur zu unaufmerksam um Julians mütterliche Seite zu entdecken. :D Ich achte demnächst mal drauf. ;)

Nein, so wie du das betrachtest, sehe ich das nicht. Wenn es so wäre, dass seine Untertanen einen neuen Platz zum Leben, Trinken und Geld verdienen -für sie alle- finden sollten, dann würde dass schließlich auch Julian selbst zugute kommen und das, ohne dass er dafür einen Finger krumm machen musste.

Aber natürlich, die mütterliche Seite liegt ihm wohl fern. Menschen wie Vampire betrachtet er wohl eher als Werkzeuge und niedriger gestellte, schwächere Wesen, die ihm huldigen, dienen und ihn fürchten müssen.

Razor
22.06.2008, 12:22
Aber natürlich, die mütterliche Seite liegt ihm wohl fern. Menschen wie Vampire betrachtet er wohl eher als Werkzeuge und niedriger gestellte, schwächere Wesen, die ihm huldigen, dienen und ihn fürchten müssen.

Aber vielleicht ist das auch ganz natürlich solch einen Übermut oder so eine Gesinnung zu erhalten, nach all den Jahrhunderten... und all den Erfahrungen, die man so in der Zeit sammelt - immer im Bewusstsein man sei ein höheres Wesen.

Liathano
25.06.2008, 00:02
11-15
Der dritte Abschnitt ist bisher wohl der spannendste und stellt für mich eine Klimax da.
Wo Martin in den vorangegangenen Kapiteln ein bisschen geschwächelt hat, macht er hier alles wett, ein wahrer Pageturner!
Dies lag vor allem an den zahlreichen Plotzuspitzungen und den (teilweise) überraschenden Wendungen. Schon zu Beginn das „Geständnis“ Yorks und Abners Reaktion (wobei man hier auch festgestellt hat, dass Abner durchaus mehr Moral als Geldgier und Liebe zum Dampfer besitzt).
Sehr schön fand ich dabei auch so kleine Details, wie die Erwähnung der Bedeutung von all dem Silber und den Spiegeln des Dampfers – dies kam zu Beginn des Romans schonmal auf, ich hatte es allerdings gar nicht so bewusst wahrgenommen.
Eine unvorhersehbare Wendung war auch das Auftauchen von Valerie und Co! Da hab ich tatsächlich gestaunt und das schätze ich an einem Autor.

Im darauffolgenden Kapitel ist der Zwiespalt Abners schön beschrieben. Und er tat mir ausgesprochen Leid, als Valerie ihn bedrängt hat. Mein lieber Razor, wie hättest du da wohl reagiert? ;)
Auch wird die Spannung hochgeschraubt, da man in New Orleans eine wirklich große Gefahr erwartet.

Eine weitere Überraschung ist sicher, dass York bei Tageslicht seine Kabine verlässt, auch wenn man merkt, dass ihm das nicht sonderlich gut bekommt.
Razor wird sicher noch was zu dem Festmahl schreiben, dass dort aufgetischt wurde und dass ich nur querlesen konnte, weil mein Magen sonst sicher laut geknurrt hätte.

Und wieder ein Gedicht von Lord Byron – das Gedicht, das Abner schwerer im Magen liegt als jede Speise und letztlich einen wichtigen Denkanstoß bietet. Hier wiederum ein Detail (Byrons Todestag und seine Bekanntschaft mit York), dass schon einmal aufkam und dass ich völlig überlesen hatte.

Es folgt ein zweites, nun wirklich zutreffendes Geständnis von York. Und eine eindrucksvolle Reise in dessen Vergangenheit. Ich muss ja sagen, dass ich solche Wechsel der Erzählperspektive mitunter mag, wenngleich es mMn nur einen wirklich genialen Ich-Erzähler gibt [Kvothe, „The Name of the Wind“]. Dennoch fand ich den Exkurs in Yorks Geschichte überaus spannend und aufschlussreich – wiederum hat das viele Fragen beantwortet und endlich erfährt man mehr über Joshua, wie er denkt und fühlt, was ihn treibt und auch über die Vampire im Allgemeinen.

Auch die Reaktion Abners, das ganze folgende Gespräch empfand ich als spannend, trotz der Ereignisarmut.
Und dann wieder eine Überraschung: Sour Billy taucht auf. Und auch hier merkt man, wie unterschiedlich beide doch sind, in ihrem Verhalten und Denken.

Erzählerisch/Sprachlich hatte dieser Abschnitt auch einiges zu bieten, ich denke da nur an die vielen, wunderbaren Metaphern zu Abners „trägem“ Geist oder die Antithetik New Orleans.

Ich bin schon am Sonntag (?) fertig gewesen und musste mich danach arg mit dem Lesen zurückhalten, weil es einfach ungemein mitreissend war und ich mich auf die Begegnung mit Julian freue. Außerdem interessiert mich die weitere Rolle von Abner und ob York der fahle Prinz ist bzw. es einen solchen wirklich gibt, wie auch die Vampirstadt.

Nochmal zu Billy:
Aber möglicherweise hat er ja Gefallen daran, den großen Meister zu spielen und Julian schätze ich im Moment so ein, dass er sein Versprechungen hält. Also habe ich da eine andere Vorahnung als ihr. WAS ich mir durchaus vorstellen könnte, dass Billy sich zwar verwandelt, ihm das aber früher oder später zum Verhängnis wird.

Nun, da solltest du deine Meinung revidiert haben, nachdem wir gelesen haben, was mit Julians früheren Lakaien passierte.

Razor
25.06.2008, 00:53
Kapitel 11-15

Für mich die bisher spannendsten Kapitel des Buches, die unheimlich viel Hintergrundinformationen über York und generell den Vampiren liefern.

Der Cap’n wurde dabei erwischt, dass er in Yorks Kabine geschlichen ist und dessen ist er sich bewusst. Er denkt oft über seine Missetat nach und macht sich Vorwürfe, was zeigt, dass er im Grunde genommen kein schlechter Kerl ist.
Abner würde nicht über Leichen gehen und es gibt für ihn Wichtigeres, als Geld oder andere materielle Dinge.
Dazu habe ich ein tolles Zitat auf Seite 153 gefunden:
Dem musste er sich stellen und Joshua alles gestehen. Wenn dies das Ende ihrer Partnerschaft bedeutete, dann sollte es wohl so sein.
… auch wenn das bedeuten sollte, dass er seine geliebte Fiebertraum verlieren sollte.

Und noch eins:
[…] verdiente es nicht anders, weil er Joshuas Vertrauen missbraucht hatte.
Ich schätze, das spricht für Marsh. Freundschaft und ähnliche Werte sind sehr wichtig für ihn. Marsh blickt York während des Geständnisses in die Augen und das zeigt auch Mut und Standhaftigkeit.

Was York anbetrifft, da gebe ich dir weiterhin Recht Illy. Wieder stand er kurz vorm Explodieren, konnte sich aber scheinbare gerade noch zurück halten. Dennoch braucht er Marsh ganz einfach. Also nutzt er Marsh in gewisser Weise auch so aus, wie es der Dämon mit Billy tut. Allerdings ist die Art eine andere UND das Verhältnis ist ebenfalls anders – ganz wichtig!

Besonders hellhörig.. ehh scharfsehig (?) :D wurde ich bei der Begriffssuche nach Yorks Rasse, als das Wort Vampir noch nicht gefallen ist. Da ist mir direkt das Wort „Vrkolák“ ins Auge gesrpungen, denn das griechische Wort lautet „Vrykolakas“, das fand ich persönlich toll.
Dass York dem gewieften Cap’n aber weiß machen wollte, dass er kein Vampir sei, war für mich schon von vornherein ein gescheitertes Unterfangen.

Kommen wir zur Szene, in der Valerie versucht Marsh zu betören und ihn in ihren Bann zu ziehen.
Zu Beginn dachte ich mir nur noch so „Neeein, widersteh ihr, widersteh ihr - BITTE!“ Also da habe ich richtig mitgefiebert! Und der alte Haudegen hat es tatsächlich zustande gebracht eine Vampirlady(!) zurückzuweisen. Ich fand das so klasse, von Mal zu Mal mag ich Abner mehr.

Mein lieber Razor, wie hättest du da wohl reagiert?
Arghs, muss ich das jetzt öffentlich kund tun...
Valerie... *sabber*

Razor
25.06.2008, 00:58
Erstaunt hat mich, dass York so lange in der Sonne umherwandeln kann (weil ich ja Hollywood bzw. Buffy-geschädigt bin). Dementsprechend fand ich die Idee zunächst irritierend, später aber innovativ, dass Vampire fähig sind am Tage aktiv zu sein, auch wenn damit Qualen und Schmerzen verbunden sind.
Sehr schön fand ich Jeffers Ausführungen über die Schönheit und den darauf folgenden Vergleich von Dichtkunst und Dampfschiffen. Eine herrliche Passage, wie ich finde.

Der Vorhang wird endlich gelüftet, als York seine Geschichte erzählt.
Zum Einen finde ich sie sehr stilvoll, ebenso atmosphärisch, aber: Zum Ersten Mal in der Geschichte erzählt eine Figur so viel auf einmal (das sind knapp 30 Seiten reinster Monolog). Die Informationen könnten einbisschen … gewaltig wirken, für Marsh als auch für den Leser, gerade weil die ganze Informationsflut auf einmal einschlägt.
Später dachte ich, dass etwaige Unterbrechungen gut wären, wie z.B. „York ging umher und legte eine kurze Pause ein / Marsh hielt den Atem bei dieser Beschreibung an …“
Ich fand es dann gut, dass Martin es nicht gemacht hat, denn so konnte man die ganze Geschichte in einem Rutsch durchlesen – man befand sich in dieser Rahmengeschichte drin und alle anderen Unterbrechungen wären nur störend.

Auch von großer Bedeutung, war die Andersartigkeit Yorks: Da er bzw. seine Rasse der Welt etwas nehmen (aufgrund des roten Durstes), will er ihr das Schöne und das Wunderbare zurück geben und den Menschen Hilfe anbieten und Wissen austauschen.
Die Entstehungsgeschichte der Vampire ist an sich logisch und erklärt auch die Schwächen (gegen Sonnenstrahlen usw.), allerdings ist die Idee der Kainskinder nichts Neues. Äußerst interessant ist, dass der rote Durst das Kainsmal darstellen soll.
Ebenfalls ansprechend find ich, dass es einen Messias, einen König unter den Vampiren geben soll. Dieser Bezug zur christlichen Mythologie ist gut gelungen.

Nun, da solltest du deine Meinung revidiert haben, nachdem wir gelesen haben, was mit Julians früheren Lakaien passierte.
Man erfährt indirekt, dass der Dämon Julian Billy als Sklaven hält, der niemals das ersehnte Geschenk erhalten wird. Also liege ich da mit meiner Behauptung falsch, dass er ihn zu einem unsterblichen Wesen machen wird. Aber abwarten, noch ist alles ungewiss ;)

Liathano
25.06.2008, 20:36
Erstaunt hat mich, dass York so lange in der Sonne umherwandeln kann (weil ich ja Hollywood bzw. Buffy-geschädigt bin). Dementsprechend fand ich die Idee zunächst irritierend, später aber innovativ, dass Vampire fähig sind am Tage aktiv zu sein, auch wenn damit Qualen und Schmerzen verbunden sind.

Oh Gott - im Ernst? :D Das mit dem "verpuffen" fand ich schon immer ein wenig lächerlich.
Ich fand es nur ein bisschen seltsam, das Yorks Haut erst im Nachhinein so furchtbar aussah und Brandblasen oder Ähnliches nicht schon vorher wenigstens ansatzweise zu sehen waren.

Hm, deine Sicht auf den "Monolog" Yorks finde ich interessant. Da ich erst kürzlich mehrere Bücher gelesen habe, die sich dieses stilistischen Mittels bedienten, war das nichts wirklich neues für mich (und wie gesagt, ich mag diese Wechsel, wenn sie gelingen), aber die Informationsflut war tatsächlich heftig. Dadurch, dass man York über so viele Kapitel nicht einschätzen konnte und nichts über ihn wusste, kam dieser halbe Lebenslauf wie eine gewaltige Welle auf den Leser zu. Dennoch, ich hätte mit Freuden noch mehr davon gelesen. :) Oder aber einen Ausflug in Julians Geist und seine Vergangenheit gemacht.

Ich fand es dann gut, dass Martin es nicht gemacht hat, denn so konnte man die ganze Geschichte in einem Rutsch durchlesen – man befand sich in dieser Rahmengeschichte drin und alle anderen Unterbrechungen wären nur störend.

Dem schließe ich mich an. Eine Unterbrechung hätte mich völlig rausgerissen, auch wenn sie durchaus die Spannung hätte steigern können, wenn Martin emotional/erzählerisch auf die richtigen Knöpfe gedrückt hätte. Aber so lang war der Abschnitt auch wieder nicht.

Ebenfalls ansprechend find ich, dass es einen Messias, einen König unter den Vampiren geben soll. Dieser Bezug zur christlichen Mythologie ist gut gelungen.

Und, glaubst du daran, dass er der Messias sein könnte?

Edit: Ach ja, ich meine übrigens, das polnische Wort für Vampir erkannt zu haben, und hab mich auch gefreut. :D

PS: Ich hoffe Illy verzeiht uns, dass wir etwas ungeduldig waren!

Razor
27.06.2008, 01:21
Und, glaubst du daran, dass er der Messias sein könnte?
Schwer zu sagen...

In der Legende heißt es ja, dass er den roten Durst besiegen wird und das hat unser York ja auch hinbekommen. Wobei ich zweifle, ob das tatsächlich die rechte Methode sein soll.
Aber York scheint tatsächlich Charisma auszustrahlen: Er ist gut dabei seine Leute für die Mission zu finden. Seine Feuertaufe - im wahrsten Sinne des Wortes hat er auch bestanden und ist als neuer Mensch bzw. neuer Vampir im gewissen Sinne neu geboren worden. Es wurde ja geschrieben, dass er inmitten dieser Qualen seinen Entschluss fasste und sich von den Ketten los riss.
Im Endeffekt würde ich dennoch in diesem Moment nicht darauf tippen, dass er der König der Vampire ist.
Diese Vampirstadt würde mich interessieren. Ich hoffe, dass man in der Richtung noch was lesen wird.

Razor
03.07.2008, 12:55
Kapitel 16-20


Klimax

Das Treffen der zwei Obervampire York und Julian findet statt auf der Fiebertraum. Die Stelle mit dem Baby, die ich hier nicht weiter ausführen möchte, war die brutalste und abscheulichste Stelle im ganzen Buch und hat mich erschüttert. Damit ist wohl geklärt, welche Person die kaltblütigste ist - es ist der Dämon.
Das Werk erfährt in diesen Kapiteln (genauer gesagt war es das 18. Kapitel) eine unmäßige Wendung, mit den Sturz von Marsh in die Fluten, was auch wieder was Spannendes und Überraschendes hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Weniger überraschend war aber, dass Marsh und Mikes Aktion unglücklich verlaufen würde. So ganz einfach den Blutmeister den Schädel zu Brei schlagen.... neenee so einfach geht's dann nun auch wieder nicht.
Wie habt ihr das empfunden? Dachtet ihr im ersten Moment, es sei das Aus für den Dämon, oder konnte euch Martin damit nicht in die Irre führen?
Das zwanzigste Kapitel eröffnete ich schließlich mit einem herzhaften Lachen. Lest mal das Datum unter der Kapitelzahl: Yeah, Fiebertraum Science Fiction *grins*

Aber nicht so lustig ging es dann in der Geschichte weiter. Da ich Jeffers als klugen Schachspieler und Gedichte-Freund und Hairy Mike als loyalen und mutigen Aufseher recht gerne mochte, musste man sich im weiteren Verlauf von diesen Figuren verabschieden, was ich sehr schade fand.
Aber man sollte bedenken, dass die Umstände die Geschichte daduruch realistischer gestalten... Der Dämon und seine Lakaien sind präsent und scheuen sich vor keinerlei Greueltat.

Liathano
03.07.2008, 23:57
Die Stelle mit dem Baby, die ich hier nicht weiter ausführen möchte, war die brutalste und abscheulichste Stelle im ganzen Buch und hat mich erschüttert. Damit ist wohl geklärt, welche Person die kaltblütigste ist - es ist der Dämon.

Da kann ich mich nur anschliessen, eine abstoßende Szene, die mMn nicht hätte sein müssen. Und das ist es auch, was mich an Martin stört. Um Emotionen hervorzurufen, drückt er oft ganz bestimmte Knöpfe und geht dabei auch gern zu weit. Das Feinbild hatte er mit Julian längst erschaffen, eine solche Szene auszuschlachen empfinde ich nicht mehr als literarisches Stilmittel, sondern einfach nur als geschmacklos und vermeidbar.

Wie dem auch sei ... ein bisschen vorhersehbar fand ich diesen Part auch. Dass Julian nicht in der Kabine war, und von Hairy Mike erledigt wurde, konnte man sich in der Tat denken und auch dass er in Yorks Kabine lauert. Und trotzdem war es immer spannend und rasant.

Das zwanzigste Kapitel eröffnete ich schließlich mit einem herzhaften Lachen. Lest mal das Datum unter der Kapitelzahl: Yeah, Fiebertraum Science Fiction *grins*

Jupp, fiel mir auch auf. :D Aber immerhin der erste Fehler, wenn ich mich recht entsinne.

Aber nicht so lustig ging es dann in der Geschichte weiter. Da ich Jeffers als klugen Schachspieler und Gedichte-Freund und Hairy Mike als loyalen und mutigen Aufseher recht gerne mochte, musste man sich im weiteren Verlauf von diesen Figuren verabschieden, was ich sehr schade fand.

Da kann ich dir nur zustimmen. Beide Nebenrollen hätte ich gern noch besser kennen gelernt, beider Ableben fand ich traurig (nicht berührend, aber es war mir auch nicht gleichgültig). Besonders geärgert hat mich, dass es Billy war, der Mike getötet hat und dass es ihm so schnell gelungen ist. Ich hätte es irgendwie eher begrüßt, wenn Mike von einem der Vampire ermordet worden wäre und nicht auf so unwürdige Weise von diesem schleimigen Speichellecker Julians.

Zumindest war Billys Plan gar nicht mal so dumm und hat ein weiteres Gemetzel verhindert, da sich natürlich alle vor Seuchen fürchteten.

Illyria
04.07.2008, 00:11
Ja, ich weiß, im Moment hänge ich etwas zurück. Ihr könnt ruhig auch schon weiter schreiben, ich komme schon wieder hinterher. ;) Komme jetzt wieder mehr zum lesen, da ich morgen wieder eine lange Zugfahrt vor mir habe ;) Da schaffe ich den nächsten Teil in einem Rutsch.

So, jetzt erst einmal zum dritten Abschnitt (Kapitel 11-15):

Also bisher war dieser Abschnitt der spannendste Teil von allen. Man erfährt Yorks Hintergrundgeschichte und wie er zu dem geworden ist, was er jetzt ist. Was mich allerdings ein bisschen wundert, ist die Tatsache, dass sein Vater hingerichtet wurde durch die Menschen. Ich dachte die Vampire sind, was die Kräfte etc. anbelangt, stärker als die Menschen. Es hätte sich doch bestimmt eine Gelegenheit ergeben müssen sich los zu reisen und zu fliehen...

Was ich außerdem sehr interessant finde ist die Tatsache, dass die Vampire als eigenständiges Volk betrachtet werden müssen und dass man nur als Vampir geboren werden kann. Tja...armer Billy ;)

Was mir ebenfalls gefällt ist, dass York und Marsh nun endlich offen zueinander sind. Endlich keine Geheimnisse mehr. (Jedenfalls glauben wir das jetzt. ;) Wer weiß das schon mit hunderprozentiger Sicherheit... :rolleyes:) Vielleicht hatte Marsh ja doch ein wenig Recht mit seinem Misstrauen und seinen kleinen Prüfungen (Weihwasser etc.), aber ein bisschen aufgeregt hat es mich schon. :rolleyes: Schließlich hatte York ihn von Anfang an gewarnt, dass er ein bisschen ,,komisch’’ sein wird. Naja, Schwamm drüber. ;)
Aber hätte er ihn am Ende nicht eingeweiht, säße York wohl ziemlich in der Patsche. Er benötigt wirklich ein Cap'N, der sich um den Flussdampfer während des Tages kümmert und mögliche Gefahren abwendet. Außerdem ist die Besatzung Marsh treu ergeben. Wäre Marsh auf unnatürliche Weise verschwunden und durch einen Fremden ersetzt worden, ich glaube das hätte bloß noch mehr Fragen aufgeworfen. York hatte in sofern gar keine andere Wahl als Marsh einzuweihen.

Was York anbetrifft, da gebe ich dir weiterhin Recht Illy. Wieder stand er kurz vorm Explodieren, konnte sich aber scheinbare gerade noch zurück halten. Dennoch braucht er Marsh ganz einfach. Also nutzt er Marsh in gewisser Weise auch so aus, wie es der Dämon mit Billy tut. Allerdings ist die Art eine andere UND das Verhältnis ist ebenfalls anders – ganz wichtig!
Das macht es auch nicht besser. ;) Aber irgendwie gewinnen sie beide bzw. ziehen ihren eigenen Nutzen daraus. Schließlich belügt York (soweit wir wissen) Marsh nicht und vespricht ihm nicht im Gegenzug für seine Hilfe die Unsterblichkeit.

Und noch eins:
Zitat:
[…] verdiente es nicht anders, weil er Joshuas Vertrauen missbraucht hatte.
Ich schätze, das spricht für Marsh. Freundschaft und ähnliche Werte sind sehr wichtig für ihn. Marsh blickt York während des Geständnisses in die Augen und das zeigt auch Mut und Standhaftigkeit.

Worte, Worte, Worte... alles nur Worte ;) Das war ihm vor seinem kleinen Abstecher in Yorks Kabine auch schon klar.

Kommen wir zur Szene, in der Valerie versucht Marsh zu betören und ihn in ihren Bann zu ziehen.
Zu Beginn dachte ich mir nur noch so „Neeein, widersteh ihr, widersteh ihr - BITTE!“ Also da habe ich richtig mitgefiebert! Und der alte Haudegen hat es tatsächlich zustande gebracht eine Vampirlady(!) zurückzuweisen. Ich fand das so klasse, von Mal zu Mal mag ich Abner mehr.
Nun, in der Hinsicht muss man Marsh wirklich einmal loben, sonst denkt ihr noch ich mag ihn gar nicht. :D Also: Gut gemacht, Marsh. *clap*

Valerie. Ich weiß auch nicht. Ich mag sie nicht und halte sie eher für eine Mitläuferin. Gerade eben erst an Bord gekommen und schon beim Cap'N einschleimen... :rolleyes: Das haben wir doch immer gerne...
Trotz all ihrer Behauptungen zweifle ich schon etwas an ihrer Loyalität gegenüber York, sondern eher ihren eigenen Interessen folgt. Naja, wenigstens hat sie York vor Julian gewarnt, aber ob das sie vor einem zukünftigen Verrat immun macht. Na, wir werden sehen. :D
Ich fand es auch sehr amüsierend wie geknickt sie war, als Marsh sie abgelehnt hat. *rofl* Schönheit ist eben nicht alles. ;)

Was York anbelangt... na, ich weiß nicht ob es wirklich so ratsam ist sich mit Julian zu treffen. Ob er sich da man nicht ein wenig überschätzt? Okay, er hat den Wein, aber Julian scheint ja wirklich ein sehr uralter und dazu noch sehr mächtiger Vampir zu sein. Dazu kommt noch, dass selbst viele Vampire selber Angst vor Julian haben. Bei mir würden da ja eher die Notglocken klingeln und ich würde einen riiiiesen Bogen um Julians Aufenthaltsort machen ^^
Laut York selbst sei er ja noch gar nicht so lange erst nach Vampirmassstäben ins Erwachsenenalter eingetreten. Wenn die Jugend rebelliert. :D

Erstaunt hat mich, dass York so lange in der Sonne umherwandeln kann (weil ich ja Hollywood bzw. Buffy-geschädigt bin). Dementsprechend fand ich die Idee zunächst irritierend, später aber innovativ, dass Vampire fähig sind am Tage aktiv zu sein, auch wenn damit Qualen und Schmerzen verbunden sind.
:o Mach dir nichts draus. Bei mir war es genauso und ich finde diese Art des Vampir-seins hat auch etwas originelles. Der rote Durst wird eher als Qual und Zwang angesehen. Sonst essen sie das gleiche Essen wie die Menschen. Interessant finde ich dazu noch, dass York den roten Durst aus wissenschaftlicher Sicht versucht zu erklären und ihn damit zu besiegen. Normalerweise sieht man in Vampiren ja eigentlich etwas übernatürliches, untotes, aber diese neue Art von Vampiren leben ja genauso wie Menschen im Grunde auch leben. :) Eine sehr schöne Idee.

Ich fand es nur ein bisschen seltsam, das Yorks Haut erst im Nachhinein so furchtbar aussah und Brandblasen oder Ähnliches nicht schon vorher wenigstens ansatzweise zu sehen waren.
Das ist wohl wie ein normaler Sonnenbrand bei Menschen. Am Anfang merken wir es ja auch noch nicht, dass wir eigentlich schon viel zu lange im Licht stehen und abends sehen wir knall rot aus ;) So würde ich mir das jedenfalls erklären.
Allerdings scheint für York die Heilphase bei weitem unangenehmer sein. Der Gedanke dabei zuzusehen wie Haut und Fleischstücke von ihm abfallen, lässt mich schon etwas erschauern... :S

Liebe Grüße,
Illyria

Razor
04.07.2008, 13:00
Da kann ich mich nur anschliessen, eine abstoßende Szene, die mMn nicht hätte sein müssen. [...] eine solche Szene auszuschlachen empfinde ich nicht mehr als literarisches Stilmittel, sondern einfach nur als geschmacklos und vermeidbar.
Also ihr wisst ja, dass ich bei Filmen und Büchern <Action> und teilweise auch Brutales unbekümmert sehe. Also schau ich mir auch gerne sowas wie 300 an (viele Schlachten) oder diverse Splatterfilme (300L Blut/min).
Aber das mit dem Baby ist eine ganz andere Sparte! Ich schätze jeder mit ein wenig Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit sich sowas vorzustellen, dem wird das ein Graus sein...

Jupp, fiel mir auch auf. :D Aber immerhin der erste Fehler, wenn ich mich recht entsinne.
Ja, denk ich auch. Aber dafür fand ich den total witzig. Ansonsten habe ich bisher keien Fehler entdecken können.

Was ich außerdem sehr interessant finde ist die Tatsache, dass die Vampire als eigenständiges Volk betrachtet werden müssen und dass man nur als Vampir geboren werden kann. Tja...armer Billy ;)
Ahja richtig. Da sprichst du die Eigenart in der Vampirrasse in diesem Buch an. Heute hat fast jeder Vampirfan den Gedanken, dass man sich durch einen Biss ebenfalls verwndeln kann - zumindest ist es bei mir so. Gut, dass Martin immerhin ein wenig Distanz zur herkömlichen Idee schafft.
Ich finde die Mythologie der Vampire in dieser Geschichte ja immer noch schön ausgearbeitet.
Außerdem mag ich es nochmal wiederholen, auch wenn es hier schon angesprochen wurde :p Vampire haben zwei Mägen: Einen für die normale Nahrungsaufnahme und einen anderen extra für die Blutverdauung. Generell gab es ja einige anatomische Unterschiede zwischen Mensch und Blutsauger. Diesen Ansatz fand ich interessant.

Laut York selbst sei er ja noch gar nicht so lange erst nach Vampirmassstäben ins Erwachsenenalter eingetreten. Wenn die Jugend rebelliert. :D
Ja, das habe ich mir auch gedacht! Auch wenn ich York bis dato sympathisch, vernünftig fand usw.: Wie kann er es wagen sich mit Dämon Julian messen zu wollen bzw. die gesamte Vampirrasse zu "retten" - immerhin ist das eine Definitionsfrage.
Er (York) findet den roten Durst schrecklich und will ihn bekämpfen. Aus diesem Grund erfindet er den Trunk, der den natürlichen Trieb(!) hemmt. Nicht vollkommen unterdrückt, schließlich muss jeden Tag davon getrunken werden, so wie ich das verstanden habe. Und weil er schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, hat er das Gefühl, dass er allen Vampiren helfen muss, da sie alle leiden.
Auf der anderen Seite haben wir den Dämon. Steinalt, mächtig und der rote Durst ist sein ständiger Begleiter seit vielen hundert, tausend Jahren. Ich schließe: Er hat gelernt damit umzugehen und es als Eigenschaft seiner Rasse zu akzeptieren. Ich befürchte man entwickelt auch ein anderes Bewusstsein, wenn man dieses Leben tausend Jahre lang fristet... Schließlich IST er den Menschen überlegen und sieht die Menschen als wandelnde Blut-Orange-Becher an, gerade weil sie so kurzlebig und schwach sind. Er hat gesehen wie große Städte, weise Herrscher und mächtige Armeen dem Erdboden gleich gemacht wurden und er stand immer daneben und überdauerte alles. Teilweise kann ich seine Art verstehen...
Seine Gefolgsleute (nicht alle, aber viele) sehen den roten Durst als etwas Normales, oder sogar Gutes, weil sie den Menschen somit überlegen sind. Sie betrachten die menschliche Rasse auch als Vieh.
Natürlich kann man jetzt noch weiter über die Charakterzüge und Ideale beider Personen reden, aber ich wollte jetzt speziell nur auf das Thema "Blutdurst" eingehen.
Demzufolge ist das schwierig. York: jung, unerfahren ist der Meinung er müsse die (Vampir-)Welt retten. Julian zieht weiter seine Bahnen, wie er es schon immer tat.

Razor
16.07.2008, 23:51
Ich würde sagen, wir kommen mal so langsam zum Ende :)

Wir waren doch bei Kapitel 21 dran gewesen, oder?


Die Fiebertraum hat sich gewandelt: Nicht nur, dass sie teilweise eine andere Lackierung bekommen hat und einen anderen Namen, auch die Crew ist nich mehr dieselbe. Und - Schock: York ist dem Dämon untertänig ergeben :eek:
Naja, wer geglaubt hat, dass er der vampirische Erlöser sei, dem hat dieses Bild sicherlich nicht gefallen.

Schließlich, nach langem Hin und Her kommt enige Kapitel weiter der bittere Entschluss. York zieht sich aufs Schiff zurück, weil er ja an Julian gebunden ist und Marsh setzt sich in den Kopf die Reise nicht aufzugeben.

Danach kommt der Teil, bei dem ich nicht sicher bin, was ich davon halten soll. Es vergehen Jahre und die Atmosphäre ist sehr grau und trübsinnig...
Außerdem kam ein Zitat von Marsh, welches mich mit Unglauben und Trauer erfüllt hat (ist jetzt einbisschen sarakstisch gemeint ;)):
"Ich habe keinen Hunger mehr!" (S.444)

Aber jetzt mal im Ernst: Das ganze Unterfangen, im Prinzip Marshs Leben ist ziemlich traurig geworden und hat sich zum Negativen gewendet.

Irgendwann... nach Jaaahren.. treffen sich Marsh und der Vampirfreund wieder. Und da kommt meine typische Martin Kritik bei diesem Werk: Das Treffen ist viel zu emotionslos beschrieben, da ist keine Leidenschaft in den Worten, das ist doch furchtbar. Und ich kann mir nicht denken, dass das mit Absicht so geschrieben wurde. Ein dicker Minuspunkt für den Autoren in meinen Augen :(

Wuah. Wie hat sich denn Billy entwickelt? Ein wandelndes Skellet, eine Horrorgestalt! Mir ist aber ein komischer Gedanke gekommen. Es wird ja beschrieben, er habe 10cm lange Fingernägel. Wie kann man damit bitte schön einen Messerkampf bestreiten bzw generell noch kämpfen? *vogel*
Auch hier war mir wieder klar, dass Billy nicht tot sein kann (bei der besagten Szene beim ersten Aneinandertreffen). Schließlich ist er eine Schlüsselfigur und dessen Tod kann man nicht in wenigen Zeilen daherschreiben. Einige Seiten weiter kommt dann alles aus Billys Sicht, wie er seinen Meister verzweifelt sucht, kurz vor dem Tode... Aber diese Beschreibung aus der Sicht des Schurken, seine Gedankenwelt, seine verzweifelten Wünsche... all hat mir sehr gefallen, da konnte Martin wieder mit seinem Geschick punkten!

Aber dann :rolleyes: hat mir widerum der alles entscheidende finale Kampf gar nicht zugesagt. Da hätte ich mir sehr viel mehr von erwartet. Was mir genau missfiel: Einige Beschreibungen konnte ich mir überhaupt nicht bildlich vorstellen, auch wenn ich den Satz 3 oder 4 mal gelesen habe. Weil ich spannende Kämpfe im Prinzip ja eigentlich mag, ich hier aber großteils nur verwirrt war... empfand ich diese Szene im Gesamtblick schlecht, einfach nur schlecht.

Gott sei Dank(!) war der Epilog genial. (Ist das hier ein Tischtennis Match? Einmal find ich das gut, dann wieder schlecht...)
Der Erzähler berichtet von der Schönheit des Flusses und der sanfte Frieden auf dem Friedhof... Die Meißelung der führenden Fiebertraum, als auch der stetige Besuch Yorks an Marshs Grab sind sehr bewegend und schön.

Weil mich das Buch am Anfang umgehauen hat und der Plot im Grunde genommen solide ist, das Buch streckenweise aber langweilig wirkt und mir einzelne Dinge am Ende hin überhaupt nicht gefallen haben, vergebe ich 3 von Sternen :)

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