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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weite Welten


Nejira
15.06.2008, 00:11
Fantasyromane und -geschichten bieten uns die unterschiedlichsten Modelle von fiktiven Welten.
Welche ist euch am liebsten? Und warum?
Und gibt es ein Welten-Grundgerüst, dass ihr gar nicht mögt?


Mir sind am liebsten die Welten, die sich vom Mainstream wegbewegen. Welten, in denen der Autor eigene Wege gegangen ist und innerhalb des Romans immer wieder Details einstreut, die dem Leser das Gefühl geben, dass die Geschichte nur ein winziges Puzzlestück von etwas Großem ist.
Gute Beispiele sind dafür zum Beispiel "Sabriel" von Garth Nix oder die Bücher von Walter Moers.
Es ist immer schön in eine Welt einzutauchen, die sich nicht als 1000. Nachahmer an Tolkien anlehnt. Und wenn nicht alles dem Mittelalter ähnenlt, sondern die Krieger und Magier auch technisch ein bisschen fortschrittlicher sind - umso besser! Aber am wichtigsten ist mir, dass der Autor etwas eigenes geschaffen hat und dass seine Welt in sich schlüssig ist.

Gar nicht leiden kann ich historische Fantasy. Irgendwie habe ich etwas dagegen, wenn an der Geschichte herumgespielt wird. Nicht dass die Autoren schlecht seien! Aber... ich mag es einfach nicht.

zyrozz
15.06.2008, 11:57
Also alles in allem bin ich natürlich dafür das jeder Autor seine eigene Welt erfindet und eigene Figuren nimmt, klappt nur leider nicht immer so gut.

Ich hab schon Geschichten gelesen wo ich mir dachte "Mein Gott, lieber nehm ich was altes und schreib was neues dazu bevor ich mit aller Kraft versuche was neues hinzubekommen."

Elyon
15.06.2008, 12:51
Früher las ich fast alles, was auch nur annähernd mit einer eigenen Welt und Magie zutun hatte, Heute auch noch, aber eben nicht mehr so viel....
Jetzt bin ich Anhängerin der "Magie der neueren Zeit"...
Zum Beispiel:
die Bartimäus-Trilogie von Jonathan Stroud
oder auch die Bis(s)... Trilogie, obwohl die nicht sehr viel mit Magie zu tun hat...

Was ich sehr gut finde, wenn Sachen geschehen mithilfe von Magie, die aber auch ohne das geschehen sind
Zum Beispiel beim 3 Band von Bartimäus:

Als dieser riesige Glaspalast einstürzt und Nathanael darunter begraben wird, das passiert ja wegen den Dschinn oder so. In echt ist er jedenfalls eingestürzt, weil er schlecht konstruiert wurde...

DisAster
15.06.2008, 14:26
Lieber was eigenes, Elfen und Zwerge hängen mir zum Hals raus.
Wenn sowas vorkommt, lege ich das Buch gleich weg. Ich möchte mit jedem Buch in eine neue Welt eintauchen. Eine eigene Welt ist viel persönlicher und hat mehr Verbindung mit dem Autor als das "Tolkien-Schema".

Liathano
15.06.2008, 15:50
Hmm.. ich muss sagen, das kommt ganz auf meine Stimmung an. Mal mag ich's klassisch pseudomittelalterlich, mal etwas "realer" (ich hab zum Beispiel eine Schwäche für Alternativ-London-Szenarien).
Durch sehr kreatives und innovatives Worldbuilding, wie Moers oder Miéville es betreiben, gewinnt ein Buch bei mir Pluspunkte, aber im Vordergrund steht für mich eben immer die Geschichte, die erzählt wird, nicht die Welt, in der sie spielt. (Wobei mich Orks, Elfen und Zwerge auch des Öfteren eher abschrecken als anlocken.)
Ich muss auch sagen, dass ich mehr Wert auf Charakterentwicklung als auf ein Weltkonstrukt lege und seitenweise Landschaftsbeschreibungen meist nur querlese.
Historische Fantasy mag ich meistens - wobei man da ruhig vom Mittelalter wegkommen kann und beispielsweise in die Antike oder das viktorianische Zeitalter, oder sonstwas "reisen" kann. Wichtig ist mir hierbei ein bisschen Authenzität, zu viel romantische Verklärung bei der Betrachtung einer Epoche geht mir dann doch gegen den Strich. ;)

Summa Summarum: Für mich spielt die Welt, in der sich ein Roman bewegt, nur eine untergeordnete Rolle. Ein guter Autor vermag es auch ausgetretenen Pfaden noch etwas wundervolles entlocken zu können (z.B. Sapkowski!). Ein einzigartiges, neues Konzept wird jedoch immer meine Aufmerksamkeit wecken - aber dennoch in meiner Wertschätzung scheitern, wenn es nicht mit einem anständigen Plot und interessanten Charakteren aufwarten kann.

Verräter
15.06.2008, 16:45
eine Frage, die ich persönlich nicht eindeutig beantworten kann.
Zum einen sind mir Mittelalterliche Welten ganz lieb, habe aber dennoch einen starken Hang zur Sci-Fi und finde Futuristische Fantasy (Shadowrun) auch sehr schön. Magie in der heutigen Zeit kann ich kaum etwas abgewinnen, halte die "Wächter der Nacht" aber für ein Meisterwerk.

Ich mag einzigartige Welten, hasse es aber über diese nur Oberflächliche Informationen zu erhalten. Finde es gut wenn ein Autor Rassen erschafft, so ist es aber schlimm mir als Leser aber kaum Informationen darüber gibt oder diese nur Einseitig zu gestalten. (z.b. Die Rasse XYZ ist böse, war schon immer Böse und wird auch auf ewig böse sein und zwar einfach nur deshalb, weil sie so einen bösen Namen hat[übertrieben dargestellt]) Genauso sehe ich es aber auch wenn man das "eingesessene" Rassensystem verwendet. Ork (und Optional Drow) sind böse und machen alles Kaputt und Menschen, Elfen und Zwerge sind gut und kämpfen gegen die Ork (und Optional Drow). ende der Geschichte. ~gähn~

Da ich mich in meinen eigenen Geschichten selbst an den 3-Völker-Bund Ork-Menschen-Elfen gehalten habe, kann ich schlecht sagen, dass ich diese Konstellation nicht mag. Mich stört lediglich diese Schwarz-Weiß Malerei, die so oft verwendet wird oder wenn die einzelnen Kulturen nur angeschnitten werden. Wenn schon nicht in der "Rassenerstellung", dann wenigstens in den jeweiligen Völkern Initiative ergreifen und eigene Einflüsse mit einbringen, oder komplett beim Ursprung bleiben.
Ich kann ja verstehen warum so viele von den Tolkinschen Rassen nichts mehr Lesen wollen (habe auch vor kurzem die hälfte irgendeines XYZOrkXYZ Buchs gelesen und nach 150 Seiten voller nicht spannender Erzählungen, oberflächlichen Charakteren, völlig abstrusen Wendungen, Stummelsätzen und fehlenden Beschreibungen das ganze weg gelegt und seitdem nicht mehr angeschaut) bei dem was alles den Markt überschwemmt, möchte aber darauf hinweisen, dass es auch dort gute Bücher gibt (die dann aber meist im Zusammenhang mit Rollenspielen stehen, die wiederum schon lang vor der Veröffentlichung der Herrn der Ringe-Filme die Begriffe Ork,Elf und Zwerg eingeführt hatten!). Warhammer habe ich persönlich noch nicht gelesen, aber einiges gutes darüber gehört. Shadowrun ist fantastisch, D&D faszinierend und Das Schwarze Auge ebenso. Dort gibt es wirklich viele gute Bücher, die mit den Tolkien-Rassen arbeiten, den ganzen (darf ich das so sagen?) "Mainstream(?)" Büchern aber um Meilen voraus sind.

Ach... jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgekommen -.-
Nunja, was ich eigentlich sagen wollte, im Prinzip darf mir ein Autor jede beliebige Welt vor die Füße werfen mit jeden beliebigen Rassen. Solange alles in sich geschlossen, logisch nachvollziehbar und nicht kitschig wirkt. Auch mir ist die Geschichte an sich wichtiger, ob ich mit den Protagonisten "mitfiebern" kann, jedoch denke ich auch gern über die einzelnen Welten nach und versuche dabei über den Tellerrand der eigentlichen Geschichte hinaus zu sehen und erwarte, dass der Autor mir genügend Informationen über das Land. (müssen nicht unbedingt Seitenlange Landschaftsbeschreibungen sein, aber zum Beispiel Eigenheiten in den Kulturen, Religionen (Zwischendurch ein "GottXX wird mit euch sein" sehe ich nicht als Religionsbeschreibung) und anderen Feinheiten, wie zum Beispiel was die eine Kultur von der anderen hält, wie Bündnisse aber auch Kriege zustande gekommen sind. Ich will als Leser in die Geschichtlichen Ereignisse des Landes, eben dem was das alles geprägt hat, wovon der Autor da erzählt, eintauchen können und logisch nachvollziehen können)

Und dann bin ich glücklich und denke mir "Man,... was für ne Tolle Welt :-)" Zeit, Technik, Rassen spielen dabei eine untergeordnete Rolle, solange alles in sich stimmig ist.

Nuramon
15.06.2008, 19:19
Es ist schade, das man nicht mehrere Antworten ankreuzen kann. Da ich finde das eine schliesst das andere nicht aus.
Ich gebe zu, ich lese immernoch gerne Elfen/Zwerge/Magier/Drachen/Mittelalterromen. Und natürlich kann doch der Autor seine eigene kreativität einbringen.
Elfen und Zwerge in New York fände ich jetzt irgendwie blöd *mph*

Ollowain
15.06.2008, 19:27
Ich habe keine bevorzugte Welt. In der heutigen Zeit angesiedeltes mag ich genauso wie Mittelalterliches oder Futuristisches.
Ich liebe aber ans 18. und 19. Jahrhundert angelehnte Welten.

Mittelalter: Etwas ausgelutscht, aber prinzipiell habe ich nichts dagegen. Nur die Frauen sind manchmal etwas zu emanzipiert, wenn es tatsächlich in unserem Mittelalter angesiedelt ist.

Heutige Zeit: In vielen Fällen an realen Schauplätzen und dadurch nochmal viel interessanter^^ Wird mMn zu wenig genutzt.

Zukunft: Allein wegen der verschiedenen Zukunftsversionen überaus interessant, aber auch viel beschreibungsbedürftiger. Meiner Meinung nach aber auch vielfältiger formbar.

Parallelwelten in allen Farben und Formen: Joah, meine persönlichen Favouriten, weil sich hier die größte Künstlerfreiheit bietet. Man kann sie mehr oder weniger an unsere Kulturen anlehnen und muss nicht allzusehr auf historische Korrektheiten achten.

Elfenwelten: Welten voller Magie *höhö* in der bauwerketechnisch eigentlich alles möglich ist. Und auch sonst bieten sich einige zusätzliche Freiheiten. Aber sie ist wiederrum an Elfen, Zwerge o.Ä. geknüpft :rolleyes:

Alles in allem ist die Welt für mich aber eher zweitrangig - wenn mir der Plot und die Charaktere oder der Schreibstil nicht gefallen, hilft auch die schönste Welt nicht. Ist die Welt aber sehr schlecht gemacht, oder die Namen sind mit den entsprechenden Ländern unserer Welt fast identisch, obwohl es sich um eine Parallelwelt handelt, kann es mir eine Geschichte durchaus mal versauen.

Tudor
23.06.2008, 10:00
Ich teile die Abneigung bzgl. historischer Fantasy nur insofern, wenn diese die Geschichte verfälscht oder gar verändert (da drehts meinem Historiker-Teil den Magen um ;)) - d.h. wenn die "große" Geschichte behandelt wird. Ich habe nichts dagegen, wenn eine Fantasy-Geschichte in einem historischen Rahmen angesiedelt ist, die große Geschichte aber nicht berührt bzw. beeinflußt. Ausnahme: Es ist wirklich super geschrieben und durchdacht. Was meine ich damit. Wenn der Autor bzw. die Autorin einem historischen Ereignis einen neuen Hintergrund gibt, es aber so schreibt, daß es in den Geschichtsbüchern wieder wie in der Realität stehen kann. Daß z.B. eine Katastrophe im Mittelalter wie der Schwarze Tod tatsächlich (im Roman) auf das finstere Treiben von Hexen oder Zauberern zurückgeht - wie es Teile des zeitgenössischen Volkes glaubten - und daß diese von jemandem zur Strecke gebracht werden. Dann könnte das z.B. die Kirche vertuschen, oder was auch immer...

Ansonsten habe ich keine Lieblingswelten bzw. -weltszenarien. Es kommt ganz auf das individuelle Werk an. Selbst zum Schreiben bevorzuge ich aktuell das reale Mittelalter, das ich um seine Sagen- und Märchengestalten erweitere - also Anderwelten, Feen, Riesen, Alben. Mich fasziniert hier das Spannungsfeld zwischen mittelalterlicher Gesellschaft und außergewöhnlichem Individuum. Es ist unsere Welt, aber doch eine ganz andere. Freilich muß man da als Autor etwas modernisieren. Na gut, man muß nicht - nachdem ich aber eine Frau als Protagonisten eingeführt habe, die in der Lage sein soll, selbständig zu agieren, ist eine kleine Anpassung an klassische Bilder unabwendbar.

SemSimkin
28.06.2008, 18:36
Hmm, bzgl. der obigen Abstimmung: Sobald Magie und dergleichen in unsere reale Welt eingefügt werden, ist es keine eigentliche Fantasy mehr. Es wird zu dem Überbau der Fantastik. Eine (wachsweiche) weite Ansicht zählt zwar auch Harry Potter zu Fantasy, wobei aber gerade der "in sich geschlossene, nicht hinterfragte und anstelle der realen Welt erschaffene Kosmos" fehlt.

Nejira
29.06.2008, 12:53
Oh, das wusste ich nicht.
Ich habe zwar schon oft den Begriff "Phantastik" gehört/gelesen, aber noch nie hat mir einer erklärt, was es damit auf sich hat...
Wieder etwas gelernt.

Aber wenn ich es richtig auffasse (und bitte korrigiert mich, wenn dem nicht so ist), dann geht es hier im Forum ja sowohl um Phantastik als auch um Fantasy - oder?

Liathano
29.06.2008, 13:25
Oh, das wusste ich nicht.
Ich habe zwar schon oft den Begriff "Phantastik" gehört/gelesen, aber noch nie hat mir einer erklärt, was es damit auf sich hat...
Wieder etwas gelernt.

Aber wenn ich es richtig auffasse (und bitte korrigiert mich, wenn dem nicht so ist), dann geht es hier im Forum ja sowohl um Phantastik als auch um Fantasy - oder?

Hier (http://www.fantasy-forum.net/showthread.php?t=610) gab es schonmal eine Diskussion zu dem Thema.

Ich würde nicht sagen, dass du da was falsch gemacht hast.

Es gibt viele, viele Diskussionen darüber, ob Phantastik Subgenre der Fantasy ist oder umgekehrt.
Im Englischen Sprachraum gibt es übrigens nur den Begriff "Fantasy" (korrigiert mich, wenn ich mich irre), warum sich im Deutschen zwei Begriffe etabliert haben ... nun, es gibt da so eine Theorie, aber.. :rolleyes:
"Phantastische Literatur" umfasst alle möglichen (Sub-)genres und Werke, da es eher ein Sammelbegriff als eine bestimmte Kategorie bezeichnet, da stimme ich dem, was Rusch in dem Thread sagte, schon zu.
Ansonsten.. Eine interessante Diskussion (http://www.forumos.net/thread.php?threadid=717&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=2) zum Thema Fantasy/Phantastik/Subgenres/etc. gab es im Bibliotheka Phantastika Forum. (Ein bisschen scrollen ;))

SemSimkin
29.06.2008, 17:04
Na klar, hier darf alles fantastische rein ... Mit den Begriffen ist es halt so eine Krux. George Lucas besteht ja darauf, dass sein Star Wars 100% Fantasy sei ... daran sieht man vielleicht, dass es den Anglos auch mal gut tun würde einen Überbegriff einzuführen wie er bei uns besteht.

Nejira
30.06.2008, 12:01
Na also Star Wars würde ich doch wohl eindeutig als Science-Fiction mit Fantasy-Einschlägen bezeichnen... Aber das kann ja jeder machen, wie er will.

Aber was ich mir denke, ist, dass allein durch das Einfügen von Magie in die reale Welt schon eine neue Welt "geschaffen" wird, weil man ja im Grunde die tatsächlichen Voraussetzungen verändert und etwas neues schafft. Zwar sind die Ähnlichkeiten zur Realität größer als bei komplett neuen Welten, doch das Prinzip ist ähnlich. Der Autor greift irgendwann in der Geschichte (also Entstehungsgeschichte) in die Realität ein und formt sie so, dass er das bekommt, was er haben will. Nur dass für Mittelerde früher eingegriffen werden muss, als für einen Fantasyroman, der meinetwegen im New York des 21. Jahrhunderts spielt. (Ist das irgendwie verständlich?)

SemSimkin
01.07.2008, 23:32
Also ich bevorzuge die enge Fantasy-Definition ... zumindest in der Literatur. In TV-Heftchen steht ja auch schonmal unter Hellboy Fantasy-Film :rolleyes:.

damagefilter
02.07.2008, 13:44
Ich tat mich mal zum letzten Punkt entscheiden ^^
Aber dazu zu sagen wäre noch das es offenbar sehr schwierig ist, nicht abzukupfern. Womit ich allerdings eher Kleinigkeiten meine.
Da wären zum Beispiel Namen.
Man kann viel lesen, aber nicht alles und so kann es doch sehr häufig vorkommen, dass man da einen tollen Namen für eine Stadt hat, ich denke da zb an Agua, die meinte ich irgendwo, vor kurzem mal gelesen zu haben, so heißt aber eine Hafenstadt in meinem Land, schon seit Ewigkeiten.
Nun denk ich ja gar nicht daran, sie deswegen umzubenennen, aber dennoch könnte man mich des Abkupferns bezichtigen....
Was mir an der Stelle aber relativ ist. ;)

Nejira
02.07.2008, 19:42
@damagefilter
Klar, was man erschafft wird immer irgendetwas ähneln.
Letztendlich ist jede Fantasy-Welt auch nur ein Abklatsch der Realität. Schließlich können wir nichts vollkommen neues erfinden. Auch so ungewöhnliche Welten wie z.B. Walter Moers Zamonien haben schließlich Gravitation, Wasser, Luft, Feuer und ihre Bewohner müssen (in irgendeiner Form) Essen, etc.
Im Grunde kommt es nur darauf an, wie kreativ man die Realität verändern kann.

Und was die Namen angeht - ich habe kürzlich mal "Nejira" gegoogelt. Und habe festgestellt, dass der Name (der ja eigentlich einem meiner Charaktere gehört) schon längst existiert...

damagefilter
02.07.2008, 22:49
Welch wahre Worte.
Ich wollts halt nurmal erwähnt haben, um Missverständnisse zu vermeiden ^^
Nicht, dass ich das hier erwarten würde, schließlich haben wir ja alle einen gesunden Menschenverstand, aber es soll ja Dinge geben... ;)
Sieh an sieh an, und wer hat den namen nun schon?
Ich bin jetzt zu faul und....nunja auch etwas zu beschäftigt um das selbst zu machen. Man möge mir verzeihen hehe.

bisou
10.07.2008, 10:30
also wenn man etwas bereits bestehendes mit etwas komplett neuem vermischen kann, finde ich auch total klasse. ich weiß nicht warum, aber man hat ein gefühl des widererkennens und wird nicht von jetzt auf gleich in eine vollends neue welt hinein geschleudert.

@Nejira: So geht es mir auch. Ich habe den Namen von meiner Protagonistin gegoogelt und was kam raus?
Das ist ne SPRACHE! O.O
ich hab mich erst sooo geärgert aber dann dachte ich mir: ach komm, sch**ßt der Hund drauf. Was soll's.
Diesen Chara spiele ich auch in einem RPG, und beide laufen mir total aus der Hand, alle haben ein Eigenleben entwickelt. Ich schreibe nicht mehr, die Cháras schreiben sich selbst. ;-)

Horus
10.07.2008, 10:43
Welche Welten mich sehr faszinieren sind solche, in denen der Lauf der Geschichte der Menschheit so ab dem Ende des 18. Jahrhunderts eine andere Wendung genommen hat. Bspw. die industrielle Revolution zu einem anderen Weltbild geführt hat, wie wir es heute kennen. Die heutige Welt und die Science-Fiction für unsere Zukunft ist mir alles zu plastisch und zu modern, in ihren Formen zu einfach. Ich mag es mehr ausgereift. Bspw. kann ich mir sehr gut eine Welt vorstellen, die auf alte Architektur aus dem 18. Jahrhundert zurückgreift und diese ausgereift hat. Außerdem mag ich es, wenn Autoren sich andere technologische Entwicklungen haben einfallen lassen, sprich Welten in denen die Entwicklung einfach einen ganz anderen Weg gegangen ist und andere Schwerpunkte gesetzt hat. Kurzum ich mag Altes vermischt mit Veränderungen/Neuem .. etwas das ich so nicht kenne, etwas das so nicht passiert ist im Lauf der Geschichte und somit mein gesamtes Weltbild verändern könnte.

Was ich auch sehr interessant finde (nur um das nochmal kurz anzufügen) ist eine Welt in der der Kommunismus funktioniert und zu einer friedlichen Weltgemeinde geführt hat. Wie das auch immer erreicht wurde, wenn es überhaupt zu erreichen ist.

Acatane
10.07.2008, 11:39
Ich habe mich für die Mittelalter-Variante entschieden, obwohl ich damit eher ein bestimmtes Grundszenario meine, als historisch angesiedelte Romane mit Fantasy-Zügen oder die Verarbeitung von Legenden (Arthus etc.).
Natürlich beeinflusst durch die Bücher, die ich bis jetzt am Besten fand, gefallen mir klassisch entworfene, gut ausgearbeitete Welten (also keine Bergkette aus Pflaumengelee und Hamsterherrscherrassen nur um sich von der Masse abzuheben) am Besten.
Orks und Elfen sind eher für mich im Toleranzbereich angesiedelt, da sie meistens sehr stereotyp dargestellt werden. Wenn hingegen jemand versucht sie allzustark abzuwandeln, werden sie oft allzu "menschlich" und der in der Literatur vordefinierte Begriff "Ork" oder "Elf" wird verfälscht.
Ich habe seit HdR nicht viele Bücher gelesen, in denen ich diese Völker als echte Bereicherung empfunden hätte.

Sci-Fi ist für mich persönlich zu.. kühl?
Ich bin zwar durch dutzende von Büchern dieser Gattung gepflügt und es waren einige sehr gute dabei, aber ich fühle mich in diesen Büchern nicht "zu Hause". Die Technisierung, Kommerzialisierung, Abkehr von Tugenden (ein gräßlich überholtes Wort, ich weiß) hin zu leistungsorientierten Gesellschaften und die Untergangsstimmung, die oft vorherrscht - irgendwie genau das Gegenteil von epischer Fantasy, in der die Menschen fernab von abstrakten Konstrukten wie Aktienpaketen auf sich selbst und ihr Gefühl gestellt sind.
Ich mag´s gemütlich und ohne genetische Experimente. :)
Je weiter weg von Hier und Jetzt, umso besser; ich gebe freimütig zu, dass ich Bücher als "Asyl" zum Gegenwartsstress aller Form betrachte.

Kreativität schätze ich, wie schon oben angeschnitten, wenn hinter einer Idee auch eine plausible Begründung steht und keine Pseudoabwandlungen zum Tragen kommen.
Wenn ein Autor eine große, mächtige, tumbe, mit spitzen Eckzähnen bewährte Kreatur schafft, wird sie für mich nicht weniger Ork, wenn er ihr einen Kaktus auf der Stirn verpasst.


Original von Horus:
Was ich auch sehr interessant finde (nur um das nochmal kurz anzufügen) ist eine Welt in der der Kommunismus funktioniert und zu einer friedlichen Weltgemeinde geführt hat.

Nach oberflächlicher Betrachtung der menschlichen Natur, würde ich sagen, dass dies wirklich nur in einem Fantasyroman verwirklicht werden kann.:D
Wenn du ein bestimmtes Buch oder ein Konzept im Sinn hast, wäre es schön, wenn du eine Verweisung posten könntest. :)

Horus
10.07.2008, 11:44
Was ich auch sehr interessant finde (nur um das nochmal kurz anzufügen) ist eine Welt in der der Kommunismus funktioniert und zu einer friedlichen Weltgemeinde geführt hat. Wie das auch immer erreicht wurde, wenn es überhaupt zu erreichen ist.

Nach oberflächlicher Betrachtung der menschlichen Natur, würde ich sagen, dass dies wirklich nur in einem Fantasyroman verwirklicht werden kann.:D
Wenn du ein bestimmtes Buch oder ein Konzept im Sinn hast, wäre es schön, wenn du eine Verweisung posten könntest. :)

Ich wünschte ich könnte ein Buch oder einen Autor nennen, der sich erfolgreich mit dem Thema beschäftigt, aber ich kann es nicht. Es ist reines wunschdenken, dass ich mal einen großen Roman zu dem Thema lesen werde. Aber wer weiß, vllt. kennt hier ja jmd. solch eine Geschichte.
Ich habe es auch hauptsächlich aus dem Grund gepostet, weil ich mich selber mit dem Thema beschäftigt und mich der Kommunismus an sich, als Ideal und Gedankenbild, nicht loslässt.
Natürlich ist er nicht realisierbar, aber daran sind die Menschen an sich Schuld und nicht die Idee, die dahinter steckt.

Liathano
10.07.2008, 13:42
Ich wünschte ich könnte ein Buch oder einen Autor nennen, der sich erfolgreich mit dem Thema beschäftigt, aber ich kann es nicht. Es ist reines wunschdenken, dass ich mal einen großen Roman zu dem Thema lesen werde. Aber wer weiß, vllt. kennt hier ja jmd. solch eine Geschichte.
Ich habe es auch hauptsächlich aus dem Grund gepostet, weil ich mich selber mit dem Thema beschäftigt und mich der Kommunismus an sich, als Ideal und Gedankenbild, nicht loslässt.
Natürlich ist er nicht realisierbar, aber daran sind die Menschen an sich Schuld und nicht die Idee, die dahinter steckt.

Will nicht jemand einen Thread zu politischer Fantasy aufmachen?

Ansonsten: MW gibt es doch einige Autoren, die sich mit einem kommunistischen System beschäftigen, aber wenige von ihnen werden es wohl als (reibungslos) funktionierend darstellen und die Zahl derer, die dabei ein gutes Werk hervorbringen wird wohl verschwindend gering sein.
Ad hoc fallen mir auch nur Beispiele aus der Science Fiction ein (die Strugatzkis?), aber bei meinem Gedächtnis muss das nichts heissen. ;)

ich
03.08.2008, 16:56
Ich finde ja auch, dass eine Fantasywelt nicht zu oberflächlich sein darf, aber wenn ich alle zwei Absätze eine ganz genaue Erklärung lese, warum es ausgerechnet so ist, und nicht anders, habe ich das Gefühl, ich lese mein Matheheft anstatt eine Fantasystory. Gut, etwas übertrieben, ich weiß.
Allerdings, wenn das alles zu wenig gerechtfertigt ist, könnte ich mir auch gleich die Bibel hernehmen. (*fad*)

Leichi
16.08.2008, 23:58
Ich mag Fantasy-Welten die wirklich etwas nie Dagewesenes kreatives darstellen. Ich habe deshalb auch für den letzten Punkt gestimmt, obwohl ich auch mit dem nicht ganz einverstanden bin, denn der Erfinder der Welt darf sehr wohl auch anleihen von anderen Autoren oder der realen Welt nehmen. Ob Zwerge oder Elben vorkommen sollen kommt aber sehr auf die Welt draufan. Auch in welcher Zeit es spielt ist mir egal, am besten soll der Autor das was ihm gefällt und am besten zur restlichen Welt passt rausnehmen.

Das beste Beispiel für eine gute Welt finde ich wohl Zamonien von Walter Moers. Die Welt ist so etwas anderes als die "echte" Welt in der wir leben, dass man sie überhaubt nicht mit der unsrigen vergleichen kann.

ich
18.08.2008, 08:44
Wenn Morgen irgendein langbärtiger Gandalf zu mir kommen würde, und mir anbieten würde, in einer Fantasywelt zu leben, wäre es mir eigentich egal, wie diese aussieht.
Wollte ich nur mal sagen.

Veltruck
20.08.2008, 15:39
Gar nicht leiden kann ich historische Fantasy. Irgendwie habe ich etwas dagegen, wenn an der Geschichte herumgespielt wird. Nicht dass die Autoren schlecht seien! Aber... ich mag es einfach nicht.

naja... historische Romane haben eigentlich keinen Fantasy Aspekt.

Saro
21.08.2008, 21:54
Hallo

Ich konnte mich garnicht sorecht entscheiden
hab dann aber mal gesagt Romane bei denen Magie in die heutige Welt gebracht wir.
liegt vielleicht daran, dass ich das selbst auch mache.

Aber natürlich ist es am bessten wenn sich der Autor etwas völlig eigenes überlegt und man nicht beim lesen das gefühl hat, 'Das hab ich doch schon mal gelesen!?!'.

Amandil
23.08.2008, 20:05
e.

Aber natürlich ist es am bessten wenn sich der Autor etwas völlig eigenes überlegt und man nicht beim lesen das gefühl hat, 'Das hab ich doch schon mal gelesen!?!'.

da stimm ich dir zu. jeder roman sollte anders aufgebaut sein, da jede geschichte auch anders bzw einzigartig ist. ich hab meine stimme jedoch zu fantasy wie in mittelerde gemacht, weil ich diese art von fantasy am liebsten lese bzw mir die filme angucke.

KOSMOS77
31.08.2008, 21:35
Am besten finde ich schon wenn nix abgekupfert wird.Doch seid einigen Jahren ist ja alles mit Elfen,Elben,Zwergen,Orks usw überflutet.Ich liebe Herr der Ringe und die anderen Tolkien Bücher,aber mich nervt diese abkupferei schon.Gut die Zwergen Reihe von heitz habe ich auch gelesen und einige Elfenbücher.Wobei die Zwergen Reihe finde ich noch gut.

vero333
04.11.2008, 18:44
Ich hab eigentlich immer meine Fantasywelt vor Augen, doch wenn ich sie versuche zu beschreiben, dann merke ich, das ich sie nicht wirklich komplett beschreiben kann. Zwar kann ich mich immer direkt in sie hineinversetzen aber trotzdem ist sie irgendwie so weit weg... vielleicht kennt ihr so etwas ja, wenn man etwas beschreiben möchte, aber man es irgendwie nicht kann...

Auf jeden Fall leben in meiner Fantasywelt viele Lebewesen, es gibt viel Landschaften und schöne Orte und vorallem keine Autos oder irgendwelche größeren Städte. Eigentlich ist z.B. Mittelerde ein gutes Beispiel dafür. Viele kleinere Dörfer, halt alles gut strukturiert. Und es sollte eine Menge Platz für die verschiedensten Tiere geben... Eigentlich ist das so, das meine Lieblingswelt aus denen der verschiedensten Vorstellungen besteht.

marxn
04.11.2008, 22:37
Ich mag eigentlich auch Welten wie Mittelerde, ein historischer Zusammenhang muss meinetwegen nicht bestehen, aber Elben und Orks brauch ich nicht unbedingt...interessant find ich wenn man eine Vielzahl von Völkern kreiert und nichti mmer auf Althergebrachtes setzt....Parallelen zum Mittelalter lassen sich aus meiner Vorstellung von Fantasy kaum wegdenken und Magie muss natürlich auch vorhanden sein. Ich mag es auch, wenn die Geschichte dieser fiktiven Welten im Laufe des Buches immer mehr zum Tragen kommt, besonders cool finde ich z.B. Zukunftsvisionen von unserer Zivilisation á la Enwor...

Enduni
05.11.2008, 18:08
Für mich muss eine Fantasywelt einfach nur logisch zusammengesetzt sein. Dieses "einfach nur" ist natürlich so eine Sache. Um alles logisch begründen zu können, muss man unglaublich weite, riesige Grundlagen schaffen, von denen man schließlich ausgehen braucht. Niemand kann alle wichtigen Aspekte in eine Welt mit einbauen, dazu ist es simpel zu viel; Geographie spielt eine wichtige, wenn nicht gar die(!) wichtigste Rolle, dann die ganzen sozialen Komponenten, Staatssysteme und so weiter und so fort. Es ist ein "weites Feld", könnte man sagen und soziemlich unmöglich zu überblicken. Das Schwierige ist ja an der Sache, dass alle Dinge in gegenseitiger Wechselwirkung stehen, und da beginnt der Ärger. *sigh* Es ist massiv langwierig und für jemanden, der nie etwas von Geographie und Geschichte gehört hat schlicht unmöglich, eine Welt wirklich logisch aufzubauen. - Gut gelungen finde ich dies jedoch in Locke Lamora und dem Lied von Eis und Feuer.

Gruß,

Mithras
11.07.2009, 12:20
Die Frage ist: Was ist mit "abkupfern" gemeint? Kulturelle Eigenheiten anderer Völker jenseits des Mittelalters zu übernehmen? Religiöse Vorstellungen, zum Beispiel einen eindeutig christlich geprägten Monotheismus? Sprachen und Namen aus diesen Sprachen, zum Beispiel das Lateinische, Italienische, Altgriechische oder Nordgermanische?

Genau das ist mir nämlich am liebsten, denn da die Gezeitenwelt mein Ideal einer Fantasywelt ist, ist es mir eine realistische Grundlage wichtig. Neue Sprachen und Kulturen zu erfinden ist verdammt schwierig. Wenn die Welt dennoch möglichst facettenreich und farbenprächtig sein soll, komm man gar nicht daran vorbei, sich an anderen Kulturen zu bedienen. Doch eins zu eins sollte man natürlich nichts übernehmen. Durch einige stark abweichende Entwicklungen der irdischen Geschichte lässt sich viel erreichen. Kulturen lassen sich enger miteinander verknüpfen, vielleicht auch vermischen oder gänzlich neu interpretieren. Ein paar Beispiele aus der Gezeitenwelt:
- Leonien ist eine Savannenlandschaft, die dort ansässigen Leomannen sind dagegen mit den irdischen Germanen vergleichbar. Sie sind vor langer Zeit aus ihrer ursprünglichen Heimat ausgewandert, haben dabei aber ihr Sprache und viele ihrer Bräuche nicht vergessen, wohl aber den örtlichen Gegebenheiten angepasst.
- Eulykien, das "Land des Schönen Wolfes". ist in Sprache und Architektur zwar mit dem antiken Griechenland zu vergleichen, liegt aber (wohl gemerkt auf der Südhalbkugel) viel weiter südlich in den gemäßigten Breiten. Statt eines riesigen Pantheons dominieren ein Mondkult und das Orakel des Sphinx das religiöse Leben einer streng matriarchalischen Gesellschaft.
- Kurjameos ist primär indisch geprägt und weist auch persische Eigenheiten auf, wird aber - wie der ganze Kontinent - von der christlich inspirierten Aionarkirche dominiert, so dass der Leser vergeblich nach einer riesigen Götterwelt suchen wird. Zudem finden sich griechische Einschläge, die auf eine Zeit ähnlich dem Hellenismus schließen lassen, als die griechisch geprägte Kultur die halbe Welt durchdrungen hat.

Eine solche Welt zu erschaffen setzt neben aller Kreativität vor allem historisches Fachwissen voraus, schließlich muss man sich darüber im Klaren sein, ob diese kulturellen Entwicklungen überhaupt möglich sind.

Da ich kein Historiker bin, kann ich keine großen Sprünge wagen. Meine Welt orientiert sich an der Welt der Spätantike (Zerfall eines Welreiches, Aufstieg einer monotheistischen Religion, Übergang zum Mittelalter, ...), doch ich versuche dort kreativ zu sein, wo es möglich ist. Daher arbeite ich an einer minoischen Kultur mit noch stärkeren ägyptischen Einschlägen. Inspiriert haben mich dazu die alten Sith aus Star Wars, die ebenfalls ägyptisch geprägt sind. Außerdem sollen phoenizische Elemente vorkommen.
Eine weitere Kultur, die ich noch ausgestalten muss, ist ursprrünglich keltisch-gallisch geprägt, wurde aber von einer grieschichen Zivilisation kolonialisiert, so dass es zu Vermischungen und zur Entstehung einer neuen Kultur kam. Außerdem greife ich auf Ideen gängiger Atlantis-Mythen zurück.

Wie gesagt: Um neue Kulturen zu erschaffen fehlt mir das Know How. Auch von Fantasyautoren verlange ich das nicht - es ist sicher interessant, muss aber bis ins kleinste Detail durchdacht sein, damit es in sich stimmig ist. Daher sind neue Kulturen generell zwar durchaus reivoll, aber man kann darauf verzichten, wenn breits bestehende irdische Kulturen auf eine neue Weise möglichst stimmig und kreativ arrangiert werden.Das lässt sich auch mit dem Mittelalter machen, denn so, wie es bislang Standard ist, übt es kaum einen Reiz mehr auf mich auf. Mögliche Alternativen wären ein Übergang zur Renaissance oder aber die andere Seite des christlichen Mittelalters: das byzantinische Reich. Natürlich sollte man beide Möglichkeiten kreativ ausarbeiten. Byzantinische Templer, eine Kirche, die den allem übergeordneten Herrscher stellt, so dass es keinen Kaiser, sondern nur eine Art Papst gibt, ein byzantinischer Gottesstaat - all das reizt mich.

Vielleicht liegt meine Vorliebe für die Antike als Hintergrund auch daran, dass ich dem Verschwinden alter Hochkulturen (Assyrien, Babylonien, das Achäminidenreich, die gesamte Welt der Antike, die unter der Christianisierung so schwer gelitten hat, ...) nachtrauere und sie noch einmal aufleben lassen möchte. Außerdem ist der Mythenschatz dieser Epoche nahezu unerschöpflich.

Aus all diesen Gründen ist die (Spät-)Antike in meinen Augen der ideale Hintergrund für eine Fantasywelt. Ich kann natürlich darauf verzichten, aber ein historischer Hintergrund ist mir meistens wichtig, wobei es natürlich auch Werke gibt, die diesen Anspruch nicht erfüllen und trotzdem toll sind (etwa "Nebenan" von Bernhard Hennen). Doch die Antike reizt mich am meisten.

Vermithrax
02.08.2009, 22:24
Solange der Autor seine eigene kleine Welt gut rüberbringen kann, ist mir relativ egal, wo sie angesiedelt ist. Ich kann zwar nun dem Cyberspace-Universum weniger abgewinnen als undurchdringlichen Wäldern, dunklen Höhlen und Ritterburgen, trotzdem haben es einige Sci-fi-angehauchte Machwerke geschafft, mein Interesse zu wecken.

Mir wäre es zu hoch, eine komplett noch nie da gewesene Welt aus dem Boden zu stampfen, deswegen klaube ich mir beim Schreiben Fantasy-Anleihen aus Moderne und Historie zusammen.

Koboldkind
08.08.2009, 22:03
Ich tendiere zwischen "Historisch begründet" und "Heutige Zeit". Z.Z. lese ich eher "Echtzeit-Magie"-Geschichten, aber es interessiert mich auch immer wieder, wenn ein historisches Konzept gut übernommen wurde. Die "Clan der Otori"-Reihe spielt zwar auch in einem Mittelalter, aber der andere Kontinent macht den Unterschlied. Wenn es Europa sein muss, dann sehe ich auch gerne mal Barock, ich habe den Eindruck, dass die Spanne 16.-18.Jh. recht brach liegt, was Fantasy angeht. Ich selbst finde das 19. Jh. am spannendsten, aber von denen scheint e auch einige Geschichten zu geben. Mein Eindruck.

Und Sci-Fi... ist mir relativ schnuppe. Es gibt auch Sci-Fi, die nicht mit Raumschiffen lebt und trotzdem sehr gut ist. Das lese ich gerne. Immer nur Raumschiffe ermüden mich irgendwie auch...

Plusquamperfekt
19.08.2009, 18:38
Ich finde die Geschichte wichtiger als die Welt. Ich lese historische und high fantasy gerne, genau wie ich SiFi und echtzeit-Fantasy mag. Ich finde das Genre so anspruchsvoll, das ich mich nicht auf eine Art Welt beschränken möchte.
Stimmt zwar nicht immer aber im allgemeinen: Geschichte gut, alles gut.

Vindfell
29.08.2009, 08:54
Ich finde Fantasy kann man in sämtlcihen Epochen ansiedeln, und sie acuh schön durchmischen, wenn man will. Grundsätzlcih ist wie man vor mir schoon erwähnt hat die Geschichte wichtig, aber ich bin trotzdem der Meinung, das bei Fantasy schon irgendwie mindestens eine andere Welt vorhanden sein muss als die hiesige ind er wir uns ja gerade befinden. Und mit Menschen allein kommt die Fantasy schließlich auch nur halb so gut durch, phantastische Kreaturen und Völker würzen das ganze eigentlich erst richtig.

Nunii
20.12.2009, 11:17
Ich finde, eine Welt, in der alles möglich ist, in der Flüsse zum Beispiel rückwärts fließen oder wir der Decke entlanglaufen können, solche Welten finde ich faszinierend und sie gehören auch mehr oder weniger infantasygeschichten herein. Einfach eine Welt in der es keine Grenzen gibt, das ist eine wahrhaftig schöne Welt.

Lord Bahl
27.12.2009, 19:35
Am liebsten habe ich Fantasy im Mittelalter, aber trotzdem sollte der Autor noc seine Ideen reinbringen und nicht alles von anderen übernehmen.
Mir gefallen aber auch historisch angesiedelte Fantasyromane, z.B. Die Feuerreiter seiner Majestät wo die Weltgeschichte ziemlich gleich abläuft, nur eben mit Drachen.
Trotzdem mag ich auch (fast) alle anderen Bücher, solange der Autor nur kreativ war und mal was Neues macht.

Boldur
01.01.2010, 17:54
Ich denke bei einem Fantasyroman, sollte der Autor sich schon Mühe geben, beim Erschaffen einer eignen Welt!
Abkupfern ist keine Kunst, sondern ein Zeichen von Schwäche.
Die Mischung macht es. Eine glaubwürdige vielfältige Welt, in der tolle Charaktere und Figuren, in einer interessanten und spannenden Geschichte agieren. So sollte es im Idealfall sein.
Ich kann auf Orks, Elb(f)en, Zwerge, Drachen und dergleichen verzichten. Ist zu ausgelutscht. *ja*

Wenn Magie vorkommt, dann aber nicht zu viel davon.
Zu viel Zauberei ist ein Zeichen von dramaturgischer Schwäche in der Geschichte. Man kann zu viel damit erklären.

Einen hohen Stellenwert hat für mich die Frage der Architektur. Wie sehen die Städte und Dörfer aus?
Müssen es immer Strohütten und Fachwerkhäuser sein? :eek:
Ich versuche seit 5 Jahren eine mystische, mit viel Myhtologie durchsetzte, sehr entfernt wirkende Welt zu kreieren, indem die Siedlungen z.B. deutlich anders aussehen, wie im allgegenwärtigen Mittelalter.
Gar nicht so einfach! X.X

Namen spielen eine große Rolle. Aber bitte nichts elbisches,
und kryptisch verschachteltes. Keine Zungenbrechernamen.
Nordische und Keltische Namen eventuell, aber kein Muß.

Die Glaubwürdigkeit einer Fantasywelt hängt vor allem von ihrem Realismus ab. :eek:
Fantasy und Realismus sind kein Widerspruch in sich.
Man merkt, ob jemand viel Mühe und Zeit verwendet hat eine tolle spannende Geschichte zu erfinden, oder ob er nur abgeschrieben hat.
Das kreieren einer guten Geschichte bzw. Handlung braucht Zeit. Das schafft man nicht in ein paar Wochen.
Abschreiben kann schließlich jeder, oder fast jeder. :D

Prost Neujahr, Thorsten.

Alice_in_Wonderland
01.01.2010, 18:21
also ich finde, die welt des fantasy muss jeder für sich selbst finden. man kann es zwar im ungefähren beschreiben und von der schönheit schwärmen, aber im endeffekt baut sich jeder seine eigene welt auf, die er nicht so richtig zu beschreiben vermag. so ist es zumindest bei mir. wenn ich über eine solche welt schreibe, dann gebe ich immer grundinfos, aber die endgültige schönheit wird immer dem betrachter überlassen. es kommt dann natürlich auch darauf an, welche welten man schön findet. einer mag nur das mittelalter, ein anderer nur zukunft. ich persönlich bevorzuge das mittelalter weil es einfach kreativ viel interessanter und spannender wirkt, als die zukunft.