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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Legasthenie


RickyLee
12.06.2008, 19:42
Ich habe mal eine Frage Off-Topic zum Thema Legasthenie, wenn es dir nichts ausmacht:

Eine Freundin von mir hatte wirklich schlimme Schwierigkeiten mit der Rechschreibung und Interpunktion, (Ufa statt Ufer und das Komma kam halt irgendwann mal zu Besuch...) solange sie in der Schule war. Ich habe miterlebt, dass sich ihre Rechtschreibung wirklich stark verbessert hat, als sie tatsächlich KEINEN Deutschunterricht mehr hatte und viel lockerer damit umgehen konnte.
Hast oder hattest du ähnliche Erfahrungen?

Und noch etwas zum Buch:
Hmmmm... eine Familie, deren Geschichte sich durch die Jahrhunderte zieht.
Klingt schonmal an und für sich interessant. Hast du dafür auch recherchiert, sprich, gibt es diese Familie wirklich, oder war das schlicht Eingebung und Fiktion?

JeromeArn
12.06.2008, 20:02
Hi Ricky,

zum Thema Legasthenie....
Ja habe ich... das ich Lesen und schreiben kann habe ich definitiv nicht der schule zu verdanken... im Gegenteil die schule bewirkt genau das Gegenteil...

Ich habe nur durch Die "Warnke- Methode" schreiben und Lesen gelernt... (darüber spreche ich unter anderem auch im Workshop auf der Buchmesse Frankfurt) Meine Mutter entdeckte diese Methode sehr früh, wodurch ich früh alles gelernt habe...

Statt Ufer Ufa... spricht für Legasthenie bzw. die Auditive wahrnehmungsstörung...
Genauso wie statt hallo z.B. ahllo oder halo... oder Pferd Fert...

Jedoch kann man davon ausgehen das immernoch nicht alles aus dem bereich Auditiva W. bzw. Legasthenie weg is.. Z.B. müsstne Gleichgewichtstörungen, seh oder Hörschwächen noch vorhanden sein...


Ich möchte aufgrund des Geschichtlichen Hintergrundes und der folge Bände nichts dazu sagen *gg*

Alle Rätsel um die Familie Stone werden bis zum 3. Band aufgeklärt ;-)

Liebe Grüße

Jerome...

P.S. in wenigen Tagen folgen Leseproben

DisAster
13.06.2008, 16:40
Auch auf die Gefahr hin vom Thema abzukommen:
Ist Legasthenie vererblich? Oder eine Störung sozusagen, die hin und wieder mal auftaucht?

Dark MiG
13.06.2008, 17:17
Gut Farge ich kann es nur von mir aus sagen da ich ja auch leider einen Form der Legasthenie besitze :(

Das mein Vater in sein Jugend genauso Problem hatte die Heute ich sag mal zum Großteil verschwunden sind. Genauso hat mein ältere Bruder die gleich Problem.:rolleyes:
Demnach müsst es fast so sein das man Legasthenie erben kann.

Muss wohl in der Familie liege, naja meine Mutter ist da eine Ausnahme;)



PS: Vielleicht sollt man die die Legasthenie Debatte in ein eigenes Thema verschieben;)

JeromeArn
14.06.2008, 16:28
... vererblich... hmm gute Frage, also an Hand deines beispieles scheint es so, aber gerne kann ich dazu mal Herrn Warnke (Warnke- Methode) fragen...

Ja wie wärs mit nem eigenem Thread i-wo? fänd ich gut

Liathano
14.06.2008, 16:41
Ja, Legasthenie/Dyslexie ist in hohem Maße erblich, allerdings ist die Forschung mW noch nicht so weit, dass sie die Ursachen genau analysiert haben bzw. wissen, welche Chromosomen betroffen sind. Ungefähr die Hälfte aller Legasthien beruhen auf einem erblichen Faktor.

Rusch
14.06.2008, 18:08
hoho, da werden ja wilde Ideen verbreitet.

Nun, zunächst denke ich schon, dass Legathenie vererblich ist, aber sie ist auch kein Defekt oder eine Krankheit. Die Gehirn von Legathenikern arbeiten anders. Es ist vor allem die Verknüpfung der beiden Gehirnhälften, die da Probleme macht. Deswegen fruchten auch die normalen Ansätze, das Schreiben und Lesen zu erlernen nicht. Beim Lesen klappt es bei mir auch heute noch ganz schlecht. Laut vorlesen ist bei mir immer noch von Fehlern geprägt (es geht so, aber gerne mache ich es nicht) weil mein Gehirn einfach zu langsam im verarbeiten der Informationen ist.

Aber: Aufgrund meiner Gehirnstruktur stelle ich fest, dass ich kreativer bin als die meisten anderen Menschen, denen ich begegnet bin. Hier scheit der Nachteil beim Lesen und Schreiben zu einem Vorteil zu werden. Jeder Mensch denkt anders, aber wenn ich so abgleiche, wie ich manche Dinge durchdenke und wie ich auf manches reagiere, dann ergibt sich ein Bild.

Also: Legathenie ist keine Krankheit und kein Defekt. Das Gehirn arbeitet halt in bestimmten Fällen anders und dies kann auch bedeuten, dass ein Legastheniker einem "normal" denkenden auf anderen Gebieten überlegen ist. Außerdem bin ich lieber Legatheniker als schlichtweg dumm. ;)

Heryst
14.06.2008, 18:56
@ Rusch

Ich hätte auch nie behauptet, dass ein Legastheniker dumm wäre.
Eine Bekannte von mir ist als Frühchen auf die Welt gekommen. Die hat eine Lernschwäche, vergisst häufig Dinge, aber sie ist in keinster Weise dumm. Sie hat das ungewöhnliche Hobby Sticken für sich entdeckt und ist wirklich sehr sehr gut darin.
Anderes Beispiel sind wohl die sogenannten Inselbegabten. Es gibt da noch einen anderen Begriff für, der mir nicht einfällt. Das sind Menschen, die auf einem bestimmten Gebiet, zum Beispiel Mathematik, können aber ganz schlecht Lesen oder so.
Auch deren Gehirn arbeitet anders. Man kann es so sagen, dass die Gehirne der Menschen die so etwas haben, sei es Legasthenie, oder Inselbegabung, dass die se Leute ein Hirn haben, dass anders ausgerichtet ist, also ganz kreativ mit Zahlen umgehen können, oder sich Bilder bis ins kleinste Detail merken

Und noch etwas zum Thema beizusteuern: Wer Legasthenie hat und dagegen ankämpft, auch wenn es noch so schwer ist, der hat meinen vollen Respekt. Die Gesellschaft meidet bekanntlich Menschen die nicht normal sind, ich gehe gerne genau auf solche Menschen zu. :)

DisAster
15.06.2008, 14:38
[...]
Anderes Beispiel sind wohl die sogenannten Inselbegabten. Es gibt da noch einen anderen Begriff für, der mir nicht einfällt. Das sind Menschen, die auf einem bestimmten Gebiet, zum Beispiel Mathematik, können aber ganz schlecht Lesen oder so.
[...]
Und noch etwas zum Thema beizusteuern: Wer Legasthenie hat und dagegen ankämpft, auch wenn es noch so schwer ist, der hat meinen vollen Respekt. Die Gesellschaft meidet bekanntlich Menschen die nicht normal sind, ich gehe gerne genau auf solche Menschen zu. :)

Man nennt sie auch Savents (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Inselbegabung#Zum_Begriff )

Ich finde es auch beeindruckend, wie jemand gegen seine Krankheit ankämpft. Soetwas verdient wirklich aufrichtigen Respekt. Trotzdem würde ich einfach gerne etwas mehr darüber wissen. Wie oft sie beispielsweise auftrifft.

Akissi
15.06.2008, 19:23
So, ich hab mal, wie von Jerome vorgeschlagen, einen eigenen Thread dafür angelegt - ist ein interessantes Thema und langsam kam's wirklich zu sehr vom eigentlichen Thema ab^^

edit: und eine weitere Änderung: hab's in den Off-Topic-Bereich verschoben; betrifft ja auch Leute, die ihre Fähigkeit, einen Stift zu benutzen, nicht für's Geschichten schreiben verwenden^^

Yovril Vandros
16.06.2008, 10:52
Legasthenie ist wirklich eine heikle Sache. Es gibt Lehrer, die Probleme damit haben, einzusehen, daß es eine Krankheit bzw. Störung ist (wobei ich inzwischen auch). Da kämpft man als Eltern gegen Windmühlen an. Die Kinder sind nicht zu dumm, die Rechtschreibung zu kapieren (wie es manche Lehrer leider hinstellen), sondern sie müssen die Dinge auf anderer Art und Weise lernen. Es gibt gute Trainingsprogramme, die den Kindern das vermitteln. Leider muß man das häufig noch selbst finanzieren. Wichtig ist es, daß die Eltern für ihre Kinder kämpfn und sich nicht unterkriegen lassen. Zum Glück nimmt die Zahl der Lehrer, die das nötige Fingerspitzengefühl aufbringen, ds Kind nicht auf diese Störung zu reduzieren und in eine Schublade zu packen. Auch wenn Rechtschreibung einen Großteil der Benotung ausmacht, kann man das auch durch andere Teilgebiete des Deutschunterrichts kompensieren.

Hathor
16.06.2008, 11:05
kA, wie das in Deutschland gehandhabt wird. Aber in Österreich müssen Kinder, deren Legasthenie oder auch LRS sozusagen "amtlich" diagnostiziert ist, im Gegenstand Deutsch anders benotet werden. Und auch der Förderkurs an den Schulen ist kostenlos. Wenn ein Lehrer schon in der ersten Klasse viel mit Übungen zur phonologischen Bewusstheit arbeitet, lässt sich LRS sehr rasch erkennen. Je früher die Förderung einsetzt, umso besser - eh klar ;)

Wen es interessiert: es gibt eine sehr gute Seite zum Thema Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche, nicht nur für Kids: http://www.legakids.net/

Yovril Vandros
16.06.2008, 12:19
In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung, da liegt das im Ermessen des einzelnen Bundeslandes.
Um das Kind von den Noten freistellen zu lassen, braucht man ein amtliches Testergebnis (ein einfaches Testergebnis von spezialisierten Instituten reicht nicht) - dann kann die Förderung bewilligt werden und ist kostenfrei (ein dicker Antrag ist dafür nötig).

Bei uns war es halt so, daß wir in der zweiten Klasse schon Auffälligkeiten bemerkt haben, die Lehrein aber sagte, das keine Legasthenie vorliegt. Anfang der dritten Klasse gab es dann den großen Einbruch, dann haben wir das selbst in die Hand genommen. Der offiziele Test hatte eine Warteliste von über einem Jahr! Darum haben wir den Test selbst machen lassen und die Förderung selbst in die Hand genommen, da sonst alle Katzen schon in den Brunnen gefallen wären.

Hathor
16.06.2008, 12:35
Um das Kind von den Noten freistellen zu lassen, braucht man ein amtliches Testergebnis

Das meinte ich nicht. Aber eine "mildere" Benotung, das heißt, einen Grad besser ist in Ö üblich.

Rusch
16.06.2008, 16:05
Also in Bayern gibt es auch eine gesonderte Behandlung von Legasthenikern. Voraussetzung ist auch hier die "Diagnose" von Legasthenie. Dann können Schüllern z. B. längere Zeit beim Bearbeiten von Aufgaben eingeräumt werden. Zum meiner Jugend gab es das allerdings noch nicht. Damals war der Begriff ja noch umstritten.

Phrosh
16.06.2008, 16:17
hmm... ich habs denke ich mal nicht, aber mein bruder hats.
erkannt haben wir es in der dritten klasse - auch nicht anhand der lehrerin sondern einer bekannten. daraufhin haben wir ihn einmal pro woche in so ein, schon angesprochenes, LRS training geschickt (was ihm auch irgendwie spaß gemacht hat). ob wir es selbst löhnen mussten oder vom staat übernommen wurde weiß ich nicht genau. auf jeden fall ist er jetzt in der 6. klasse und hat enorme vortschritte gemacht.
er liest immer noch nicht gerne und wenn er vorlesen muss, dann ist das noch sehr sehr langsam, aber die rechtschreibfehler klingen im großen und ganzen zb sehr stark ab und er braucht auch keine stunden mehr um einen satz zu zerflücken ;).
das kann man ganz gut an dem (traurigen) beispiel sehen: er hat einen freund, der auch legastheniker ist. nur dessen eltern haben ihn aus irgend einem grund NICHT an diesem LRS training teilnehmen lassen. dieser junge braucht 10 minuten um einen satz zu lesen und haut in JEDES wort (mind. einen) rechtschreibfehler rein. mein bruder und der junge haben genau wie ich auch ADS, und von daher ist es bei denen denke ich noch mal besonders schwer.
mein bruder ist jetzt auf einer gesamtschule, wo er doch immer zu den besten gehört, wohingegen sein freund in eine hauptschule gesteckt wurde.
traurig aber wahr :(

JeromeArn
16.06.2008, 18:53
Sodelle ich melde mich mal wieder... Habe nicht viel Zeit deswegen stell ich den Text erstmal unlektoriert rein, bearbeite ihn später kurz.

Also tatsächlich ist es so, das wenn ein Legastheniker in Deutschland Hilfe will, muss er sich einer reihe von Tests unterziehen so wird festgestellt ob er wirklich Legastheniker ist! wenn dies bewiesen ist, ist die Schule genau wie beim LRS verpflichtet Fehler nach einem anderen Schema zu bewerten!

Des Weiteren gibt es Therapieformen Legasthenie in zusammen Hang mit der Auditiven Wahrnehmungsstörung auszutherapieren! Eine Methode die hier zu empfehlen ist, ist die "Warnke- Methode" alle Instrumente dafür liefert die Firma MediTECH...

Für mich ist die Legasthenie, KEINE Krankheit, sondern lediglich ein DEFIZIT das durch aufwendiges lernen ausgeglichen werden kann!
Genauso wie auch ein Analphabet für mich keine Krankheit hat sondern ein Problem das ihn stark benachteiligt, jedoch kann auch er schreiben und Lesen lernen... Informationen dazu liefert der Bundesverband für Alphabetisierung Grundbildung e.V. erreichbar unter www.alphabetisierung.de (bekannt ist hier das Alpha- Telefon)
Nebenbei arbeite ich mit dem Verband in Partnerschaft zusammen...

Zum Thema Legasthenie und Wahrnehmungsstörung, sowie LRS und Analphabetismus gibt es bald jede menge Informationen auf der Webseite der White / Red Rose 2007 - Jugendinitiative für neues Denken und die Menschlichkeit - www.white-red-rose.de

Wenn ich mich recht erinnere bietet auch Herr Warnke Infos auf seiner Webseite an... Ansonsten Googgl:-P
Bei meinem nächsten Gespräch mit Herrn Warnke werde ich ihn nochmals auf die Vererbbarkeit ansprechen, mal sehen...

Hathor
16.06.2008, 18:55
Legasthenie und LRS sind nicht ganz dasselbe. Man muss auch bedenken, dass echte Legastheniker nicht so zahlreich sind wie es manchmal erscheint. Nicht jeder, der beim Lesen und Schreiben Probleme hat, ist ein Legastheniker. Manchmal ist es einfach auch Minderbegabung. Ohne das jetzt negativ sehen zu wollen oder jemanden im Speziellen damit zu meinen.

Beispiel: jemand ist gut in Mathe, auch in Sprachen, auch in Bio... aber das Lesen fällt sehr schwer und beim Schreiben kommen viele Fehler vor.

Anderer Fall: jemand hat Probleme beim Lesen und Schreiben, aber auch in Mathe, kann sich keine Vokabeln oder Formeln oder Lehrsätze merken, hat in mehreren Fächern Probleme.

Zweiterer ist einfach nicht sehr begabt - oder auf der falschen Schule, ersterer könnte eine LRS oder gar Legasthenie haben.

JeromeArn
16.06.2008, 19:06
Legasthenie und LRS sind nicht ganz dasselbe. Man muss auch bedenken, dass echte Legastheniker nicht so zahlreich sind wie es manchmal erscheint. Nicht jeder, der beim Lesen und Schreiben Probleme hat, ist ein Legastheniker. Manchmal ist es einfach auch Minderbegabung. Ohne das jetzt negativ sehen zu wollen oder jemanden im Speziellen damit zu meinen.

Beispiel: jemand ist gut in Mathe, auch in Sprachen, auch in Bio... aber das Lesen fällt sehr schwer und beim Schreiben kommen viele Fehler vor.

Anderer Fall: jemand hat Probleme beim Lesen und Schreiben, aber auch in Mathe, kann sich keine Vokabeln oder Formeln oder Lehrsätze merken, hat in mehreren Fächern Probleme.

Zweiterer ist einfach nicht sehr begabt - oder auf der falschen Schule, ersterer könnte eine LRS oder gar Legasthenie haben.

Dem stimme ich nich zu sry....

Ich bin in Mathe teilweise noch schlechter als in Deutsch...
Bin Legastheniker mit der Auditiven Wahrnehmungsstörung... Mathe bleibt da nicht verschohnt... Man könnte hier im Mathematischen von einer Diskalkuly ausgehen, habs aber nie nachgeprüft...

Hathor
16.06.2008, 19:17
Ja, Diskalkulie in Verbindung mit Legasthenie ist hart :(

Da hat es dich ganz besonders getroffen. Ausnahmen gibt es leider immer. Mein Posting war ganz allgemein gemeint, nicht auf dich bezogen.

Rusch
16.06.2008, 20:00
Also bei mir klappt es zum Glück mit dem Rechnen sehr gut - sonst wäre ich wohl nie vom Beruf her Controller geworden. ;)

Was Legasthenie betrifft, so ist es wie Jerome sagt: Üben, üben, üben, üben, üben. Und äh üben. Dann bekommt man das in den Griff. Nach ca. 25 Jahren des übens wird mir wohl keiner mehr glauben, ich sein ein Legastheniker, aber wenn ihr meine alten Heft sehen würdet, dann würdet ihr das sofort glauben. Man muss sich das ungefähr so vorstellen: Man überlegt, ob man Stil mit einem ie oder mit einfach i schriebt. Man stellt sich diese Frage ca. 50 Mal und dann bleibt es endlich hängen. Erst vor kurzen konnte ich mir endlich einprägen, dass man Parallel mit zwei ll vorne und einem hinten schreibt. Das Wort war wirklich hartnäckig. Die Rechtschreibhilfe ein eine ganz, ganz wertvolle hilfe, weil man die Fehler sieht und dann automatisch mitlernt. Aufgrund dessen ist bei mir vieles besser geworden und ich schreibe inzwischen Texte in Foren ohne sie checken zu lassen.

Haramis
16.06.2008, 20:39
Schade nur, dass es immer noch Leute gibt, die nicht verstehen, dass Legasthenie ein Defizit ist, das vererbt wird und dass Legastheniker nicht dümmer sind als andere.
Ich komme von einem sehr kleinen Dorf und habe dort einem Kind mit ADHS und LRS Nachhilfe gegeben. Die Mutter hat ständig gejammert, dass in dieser ländlichen Region viele Leute kein Verständnis dafür aufbringen und das nicht verstehen. Viele halten dieses Kind einfach für dumm oder ähnliches.
Aber sie sperren sich wohl auch jeder Erklärung. Diese Einstellung macht es für ein Kind natürlich nicht leichter, vor allem weil auch die Klassenkameraden die Einstellung der Eltern teilweise einfach übernehmen.

Akissi
16.06.2008, 21:30
Ja, sowas finde ich schrecklich... meine Mutter arbeitet mit Kindern, die in der Schule Probleme aufgrund von derartigen Defiziten haben, also Sachen wie AD(H)S, Hochbegabung & Co. - auch Hochbegabung muss ja alles andere als himmlisch sein >_< Dann schlägt man sich schon mit den schulischen Leistungen herum und dann wird man noch von den Mitschülern komisch beäugt, weil man sich anders benimmt =/

Alantie
16.06.2008, 21:42
Also Legasthenie ist schon ein interessantes und anspruchsvolles Thema. Ich hab mich nie so sehr damit beschäftigt, weiß aber das mein Bruder sowas Hat/hatte als er noch klein war. Bei ihm hat man das ganz früh erkannt, da ging er noch in die Krippe, und dann in ein Lernprogramm gesteckt. In der Grundschule hatte er noch Probleme, aber heute garnicht mehr. Er wurde sogar ein Jahr zurückgestuft, sodass er quasi die erste Klasse nochmal wiederholte. Er machte nicht nur Fehler beim Schreiben und Lesen, sondern auch beim Sprechen. Ich kanns leider nur beschreiben, weil ich mich wie gesagt nicht damit beschäfigt hatte. Heute hat er garkeine Probleme und nur manchmal zeigt sich das noch, aber das merkt er dann selbst. Wenn man als Physio Rezepte ausstellt und dann solche Verdreher drinnen hat, dann sollte man das schon merken ^^'' ist zumindest besser für die Patienten.
Ich glaube er ist eines dieser positiven Beispiele wo man früh drauf gekommen ist, aber wirklich Verständnis hatten die Lehere dafür auch nicht. Zum Glück ist er eine Kämpfernatur.

ZanIzuNES
16.06.2008, 21:55
Hm also, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen:

1. Nochmal, nochmal, nochmal Legasthenie bzw. eine Lese-Rechtschreibstörung ist KEINE Krankheit - sondern ein Lern/Wahrnehmungsdefizit.

2. Man unterscheidet allerdings an den Schulen (ich kann nur von Bayern erzählen) etwas genauer.

Es gibt die so genannte Lese-Rechtschreibschwäche (die wirkt sich leider nicht in den Noten aus, da liegt das im Ermessen des Lehrers) und dann eine Lesestörung manchmal in Kobination mit einer Rechtschreibstörung / Rechtschreibschwäche. (Die wirkt sich in einer Nichtwertung des Bereiches Lesen /Rechtschreibung aus)
In der Regel liegt dem ganzen Problem eine auditive Wahrnehmungsstörung zu Grunde/ manchmal kombiniert mit einer optischen Wahrnehmungsstörung vor zum Teil noch ergänzt durch Probleme in der Auge-Hand-Koordination.

Was heißt das nun in der Praxis?
Der oder die Betroffene hört Laute zwar, ordnet ihnen aber den falschen oder einen ähnlich klingenden Buchstaben zu/ordnet an der falschen Stelle zu. Daher werden nicht gehörte Buchstaben auch oft beim Aufschreiben weggelassen.

Beispiel: Die Aufgabe lautet: Wo hörst du das A in Tomate - Am Anfang/ in der Mitte/ am Ende ? - mögliche Antworten: - da ist kein A drin - das A ist am Ende - das A ist am Anfang
(auditive Wahrnehmungsstörung)

Umgekehrt : ein Buchstabe wird falsch erfasst oder mit einem ähnlichen verwechselt und daher falsch vertont und / oder falsch notiert. (optische Wahrnehmungsstörung, Probleme Auge-Hand-Koordination) (Beispiel:P wird mit B verwechselt)

Das Schriftbild ist meist von Anfang an sehr ungelenkt - Zeilen werden nicht eingehalten, Buchstaben werden von Anfang an gespiegelt, gedreht, schief und unzusammenhängend geschrieben. Später kommt noch das Vertauschen von Buchstaben dazu.

Traurig aber wahr - viele dieser Problem könnten bereits im Kindergarten erkannt werden, und bei entsprechender Kommunikation an die Klassenlehrerin weitergegeben werden. Ist leider nicht immer der Fall, und wieder geht dann ein wertvolles Jahr ins Land in dem nur unzureichend geholfen werden konnte.


3. Fakt ist - nur wer von staatlicher Stelle genau auf Lese-Störung/Rechtschreibstörung ODER Lese-Rechtschreibschwäche getestet wurde und ein vom Schulpsychologen erstelltes Gutachten vorweisen kann, erhält die Vorteile bei der Notengebung und eben auch nur, wenn er besagte Lese-Rechtschreibstörung hat und nicht "NUR" die Schwäche.

4. Ich glaube nicht, dass die Schule heute die Leistung erbringen kann ALLEN Lese-Rechtschreibschwachen das Lesen und Rechtschreiben beizubringen - selbst wenn alle Beteiligten das wollen und ihren Teil dazu beitragen.

Warum? Weil in den meisten Fällen es leider so ist, dass das Problem jeweils nur aus der Sicht von NUR den Betroffenen, NUR den Eltern, oder NUR den Lehrern gesehen wird.

Ich weiß, wovon ich spreche, denn mein Bruder war/ist ebenfalls betroffen. Und - ich tu das nicht gerne - ich muss mich als Grundschullehrerin outen. Ich kenne also sehr wohl auch die Seite der Lehrer.

Ich sage gleich, wenn ich die Möglichkeit sehe einem Kind mit Lese/Rechtschreibproblemen zu helfen - ich tus - gerne sogar!

Das mache ich, obwohl ich damit dem Gerechtigkeitssinn von Sechs- bis Zehnjährigen und den allermeisten nicht betroffenenen Eltern aufs Schärfste zuwiderhandle.
(O-Ton: Wieso muss der jetzt nicht vorlesen, ich aber schon? - Wieso hat der keine Fehler angestrichen bekommen, ich aber schon? Wieso muss ich länger üben, die anderen aber nicht? Warum bekommt mein Kind diesen Vorteil nicht, vielleicht hat es auch eine Leseschwäche und Sie haben sie nur nicht erkannt!)

Die Situation für ein lese-rechtschreibschwaches Kind ist im Schulalltag nicht immer einfach. Man kann es noch so gut versuchen zu integrieren, irgendwann, irgendwie, irgendwo wird es sein Defizit erkennen/erfühlen und sich zurückgesetzt fühlen.

Weil es auch angesprochen wurde - wenn möglich versuche ich bis zum Ende der zweiten Jahrgangsstufe, die Kinder rauszufinden, die genau dieses Problem haben und versuche die Eltern dazu zu überreden ihr Kind testen zu lassen. Meine Erfahrung ist leider auch die, dass nicht alle Eltern gerne hören, wenn man sie darauf hinweist, dass ihr Kind ein Defizit hat. Gott sei Dank sind sie in der Minderheit.

Das Hauptproblem auf meiner Seite heißt nicht - ich will nicht helfen - sondern: Wie schneide ich mir die Zeit für die Leseschwachen aus den Rippen ohne die ADSler - die generell Schwachbegabten - die Dyskalkyliker - die Normalen und die sozial Auffälligen zu vernachlässigen und gleichzeitig meinen Lehrpaln zu erfüllen?

Meine Antwort: Ich versuche es einfach, aber ich sehe oft, dass meine Arbeit ein Tropfen auf den heißen Stein bleibt, vor allem dann, wenn Eltern nicht noch zusätzlich Zuhause fördern, und hoffen es allein mit der Förderung durch die Schule zu schaffen.

Bitte verzeiht alle, wenn ich parteiisch erscheine - aber die Aussage - Lehrer wollten nicht helfen- ärgert mich sehr!
Allerdings kann ich eben auch nur für mich selbst sprechen!

Gruß Zaniz

JeromeArn
16.06.2008, 22:31
ZanIzuNES soweit super erklärt...

Lehrer... es gibt die Lehrer... Und es gibt DIE Lehrer... Leider gibt es von den Lehrern die Kinder lieber Denunzieren mehr... als Lehrer die Motivieren...

Und das sorgt leider dafür das die meisten LRS-ler, Legastheniker, Dyskalkulieer oder auch Analphabeten, untertauchen und nicht die Kraft/Mut/stärke usw. haben um dagegen anzukämpfen...

Mich freut es, und ich finde es äußerst Lobenswert und auch selten, dass eine Community wie diese soviel, Verständnis und Wissen sowie Interesse für diese Themen aufwirft...
Vielen Dank dafür

Nochmals weise ich darauf hin das ich auf der Frankfurter Buchmesse einen Workshop anbiete an dem Größtenteils Pädagogen teilnehmen... Dieser Workshop trägt das Thema - Legastheniker berichtet aus seinem Alltag... Falls jemand Interesse hat mehr zu erfahren und eventuell Lust hat diesen Workshop zu besuchen kann sich gerne bei mir Melden!... Ich weis noch nicht wie das ganze abläuft da alles was NICHTS mit dem Programm also dem was ich Vortrage zutun hat von der Messe bzw. dem Bundesverband Alphabetisierung Grundbildung e.V. gemanaget wird...

LG

Rusch
17.06.2008, 08:27
Das mit dem Vorlesen habe ich gehasst wie die Pest. Ich bin schon tausend Tod gestorben, wenn wenn die Lehrerin anfing, durch dir Reihe vorlesen zu lassen. Ich habe dann immer versucht abzuschätzen, welcher Abschnitt bei mir dran sei, aber auch das hat nur mäßig geklappt und ich bin dagestanden wie der Klassendepp. Auch heute lese ich meinen Kindern nur ganz selten vor, weil ich mich immer noch häufig verlese und verhaspel.

Das mit den Lehreren ist so eine Sache: ist einer gut, wird das wohlwollen zu Kenntnis genommen und man sagt: "Wenigstens einer macht seine Arbeit." Und wenn einer Mist gemacht hat, dann zeigen alle auf ihn und sagen: "Seht, da hat wieder einer Mist gemacht. Wir wussten doch alle, dass unsere Lehrer nichts taugen."
Ich finde das echt traurig, wie wenig angesehen dieser Beruf ist. Meine Frau ist Grundschullehrer und die konnten mir schon ein paar Geschichten erzählen, was sich manche Eltern erlauben. Da ist überhaupt kein Respekt vorhanden. Und dann immer dieser Gerede Lehrer seien faul. Ich sage dann immer "Warum bist Du kein Lehrer geworden?". Die Antwort ist dann fast immer die selbe: "Ich bin doch nicht wahnsinnig." So ein Verhalten grenzt schon an kollektive Schizophrenie.
Aber es gibt auch zum Glück einige Eltern, die einen guten Lehrer zu schätzen wissen und dies auch offen zeigen. Es besteht also noch Hoffnung. ;)

Doch zurück zur Legasthenie. Ich denke auch, dass je früher dem Kind geholfen wird, umso leichter wird es klarkommen. Es gibt inzwischen sehr ausgefeilte Übungen, die Helfen die Verknüpfungen zwischen beiden Hirnhälften zu intensivieren und das hilft, denn genau da liegt das Problem beim Legastheniker: Die Verarbeitung von Schriftzeichen läuft nicht rund. Dies macht Probleme beim Lesen, aber auch beim Schreiben, wenn es darum geht, sich das Wort vorzustellen, bzw. das geschriebene zu überprüfen. Dies sind zumindest meine Probleme. Aber ich denke, ich bin eher ein Leichterer Fall gewesen und meine Mutter hatte damals den Kontakt zu Spezialisten gesucht, die mir helfen konnten.

DisAster
18.06.2008, 14:55
ADS oder ADHS ist ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom oder etwas anderes?

Akissi
18.06.2008, 15:46
Genau, und bei ADHS kommt eben noch H=Hyperaktivität dazu... ist bei jedem verschieden schlimm, bei manchen merkst du's gar nicht, bei anderen sagen besonders nette Mitmenschen dann sowas wie "Boah, der ist voll behindert." -_-

PoiSonPaiNter
18.06.2008, 20:34
Tut mir leid, wenn ich als dumm erscheine, aber iwie konnt ich aus den ganzen Beiträgen nicht rauslesen, was nun egtl der Unterschied zwischen Legasthenie und L(R)S ist?! :(
Klar hab ich den Begriff schonmal iwo aufgeschnappt, aber so wirklich kann ich mir darunter nichts vorstellen...:(...

Mit LRS kann ich eher etwas anfangen, da mehrere Freundinnen von mir betroffen sind/waren.
Bei der einen wurde in der 2. Klasse festgestellt, dass sie LRS hat und sie wurde für ein Jahr auf eine Förderschule geschickt, um danach in die Klassenstufe unter mir zu kommen. Dieses Jahr war allerdings für sie sinnlos, sie hätte da nicht hingemusst.

Die andere ist atm in meiner Klasse, sie bekommt eine Sonderbenotung in Rechschreibung. Trotzdem hat sie dadrin grundsätzlich 0 Pkt.

Bei Prüfungen bekamen LRS- bzw LS- (Leseschwäche) Schüler immer ne halbe Std länger Einlesezeit, an meiner alten Schule, kA wie das hier ist, aber ich denke ähnlich. Um diese Zeit zu bekommen mussten diejenigen Schüler, allerdings einen Antrag stellen.
An meiner alten Schule gab/gibt es Deutschförderunterricht, der auch manchmal von meiner Mutter geleitet wurde. Abgesehen davon, hat sie grundsätzlich den Schülern die Möglichkeit frei gehalten, sich nachmittags mit ihnen hinzusetzen und zu üben. Sie macht das auch heute noch. Viele haben das schon dankend angenommen und auch die Eltern sind immer sehr erleichtert, wenn sie das macht. Bin mir nicht ganz sicher aber meistens geht das von den Eltern aus los, die dann auch schon bei meiner Mutter zur Nachhilfe gesessen haben! *lol*

Nejira
19.06.2008, 00:14
Legasthenie und LRS bezeichnen im Grunde dasselbe, nur das die Bezeichnung LRS mMn eher gebräuchlich ist, wenn das Defizit nicht so stark auftritt. (Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.)

Legastheniker haben Probleme beim Lesen und Schreiben - das kann sich verschieden äußern und hängt von jedem einzelnen ab.

Insgesamt ist das Lesetempo langsamer, aus verschiedensten Gründen. Bei manchen springen die Buchstaben unkontrolliert vor und zurück, so dass Wörter (so wie sie sie wahrnehmen) keinen Sinn mehr ergeben. Andere verdrehen d und b, bzw. p und q, etc. oder sie verdrehen Silben - oder unzählige andere Symptome.
Beim Schreiben halten sie sich an keinerlei Rechtschreibregeln. Besonders mit Doppelvokalen oder Verlängerung mit h haben sie Probleme, und mehr noch mit Groß- und Kleinschreibung. Auch hier können sich die Symptome in verschiedenster Weise äußern.

Mit dem Umgang damit in der Schule geht man (glaube ich) je nach Bundesland anders um. Ich kann nur von Bayern berichten.
Hier muss man eine offizielle "Diagnose" (Blöd, alle Wörter klingen nach Krankheit - aber Legasthenie ist keine Krankheit!) einreichen. Der betroffene Schüler darf dann in Rechtschreibung nicht bewertet werden und bekommt bei Prüfungen, in denen viel gelesen werden muss (Deutsch, Englisch oder mathematische Textaufgaben) extra Zeit, um das Defizit auszugleichen.

Leider sind derlei Maßnahmen bei Dyskalkulie noch nicht vorhanden - zumindest nicht soweit ich weiß. Dyskalkulie ist im Grunde ähnlich wie Legasthenie - aber in Rechnen statt Schreiben und Lesen. Die Betroffenen haben z.B. keinerlei Mengenverständnis.

Beide Defizite können durch Therapien verringert werden, zum Beispiel durch Augentraining für Legastheniker, jedoch nie ganz "geheilt" (jedenfalls so weit ich weiß).

Legasthenie hat übrigens nicht das geringste mit schlechten Deutschkenntnissen zu tun. Das einzige womit diese Menschen Probleme haben, ist die Rechtschreibungen, bzw. das Lesen.

Und woher ich das alles weiß? Nun, meine Cousine hat Dyskalkulie und meine Schwester ist Legasthenikerin - und drückt sich in Aufsätzen und eigenen Geschichten wunderschön poetisch aus. Und seit sie viel liest und in Therapie war, hat sich ihre Rechtschreibung und Lesegeschwindigkeit stark verbessert - aber ihre Texte lässt man sie trotzdem lieber selbst vorlesen...

Mad Bull
19.06.2008, 13:24
Soviel wie ich jetzt mitbekommen habe,
kann Legastenie dem Schreiben erheblich im Wege stehen.

Leistung kennt keine Behinderung.
Und wenn die Leidenschaft so stark ist, wird auch ein Legasteniker, nach meiner Ansicht, einen Weg finden ein literachisches Werk zu vollenden.

Ich habe auch von einem farbenblinden Maler gehört, der sich von seiner Frau die Farben mischen lässt.;)

Hathor
19.06.2008, 15:52
Legasthenie und LRS bezeichnen im Grunde dasselbe, nur das die Bezeichnung LRS mMn eher gebräuchlich ist, wenn das Defizit nicht so stark auftritt. (Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.)


*ein bisschen korrigier* ;)

Allerdings werden beide Begriffe immer wieder in einen Topf geworfen. Die Symptome sind sehr ähnlich, manchmal identisch. Und da beginnt dann die "Tragik" für den echten Legastheniker. Denn dieser braucht viel mehr als jemand mit LRS.

Legasthenie ist meist vererbt bzw genetisch bedingt, kann also auch ohne Vererbung plötzlich in einer Familie auftreten. LRS wird erworben: umfeldbedingt, durch zuwenig oder falsche Förderung, durch mangelnde Begabung auf anderen Gebieten, durch Unterrichtsmethoden, die dem Kind nicht gut tun oder durch psychische Belastungen.

Und vermehrtes Üben ist für ein Kind mit LRS zielführend, für ein legathenes Kind aber viel zuwenig. Denn das Wahrnehmungproblem kann nicht weggeübt werden. Die ist ein echtes Handicap und braucht therapeutische Maßnahmen durch echte Fachleute.

Nejira
19.06.2008, 16:00
Ja, eigentlich meinte ich das auch so, hab mich wohl nur nicht richtig ausgedrückt.

Dass LRS umfeldbedingt erworben wird, war mir nicht klar, von der Vererbbarkeit von Legasthenie wusste ich dagegen. Auch dass Legasthenie sehr sehr sehr viel stärker ist.

Und natürlich ist es mit etwas Üben längst nicht getan. Es gibt da spezielle Computerprogramme, Trainings und speziell ausgebildete Terapeuten. Und selbst damit ist noch längst nicht alles perfekt.

Danke fürs Korrigieren.

Hathor
19.06.2008, 16:06
Ich könnte es auch so sagen: Legastheniker bleibt man sein Leben lang. Man kann die Auswirkungen in den Griff bekommen, die Schwäche bleibt für immer. LRS kann man jedoch durch viel Übung und Förderung und Einsatz wegkriegen.

Vielleicht darf ich noch einen drastischen Vergleich machen. LRS und Legasthenie unterscheiden sich wie ein Beinbruch von einer Amputation. Brichst du dir das Bein, hast du eine Zeitlang Schmerzen und bist in deiner Lebensweise eingeschränkt. Aber er ist heilbar, beim einen früher, bei der anderen später.
Fehlt dir aber ein Bein, dann kann dir zwar eine sehr gute Prothese das Gehen, Laufen, Tanzen und vieles andere ermöglichen. Aber die beste Prothese ist eben nicht dasselbe wie ein echtes Bein.

Phrosh
19.06.2008, 17:20
bei "groß und kleinschreibung" fällt mir ein, dass ich ja noch einen freund habe, der legasteniker ist. hat es größtenteils gemeistert, aber seine schrift kann man nur erraten :D
sein japanisch hingegen ist ausgesprochen gut. er kanns nich nur sprechen, sondern auch schreiben - und das schreiben besser als deutsch bzw englisch.
er meint, das liegt hauptsächlich daran, dass es im japanischen keine groß und kleinschreibung gibt.
er hat mir mal ein paar japanische vokabeln aufgeschrieben und dahinter die deutsche übersetzung. akissi zb konnte nur auf das deutsche schließen, weil sie die japanischen daneben lesen konnte :D

Rusch
19.06.2008, 17:36
Ich muss sagen, ich es fällt schwer zu sagen, was an meinem Gehirn anders ist, weil ich nun Legastheniker bin. Jeder denkt anders und man kann das irgendwie nicht so recht isolieren. Meine große Tochter in vielerlei Hinsicht mir sehr ähnlich, aber Legastheniker ist sie zum Glück nicht.

JeromeArn
29.06.2008, 16:25
Hallu zusammen ;-)

alsooo ich habe nun nicht alle Beiträge gelesen alles nur Stichhaltig,

Ich habe unter anderem die Frage bzw. Aussage gelesen das man ein Leben lang Legastheniker bleibt....

Da bin ich anderer Meinung - denn... Legasthenie ist wie man an mir oder Rush oder anderen sieht, besiegbar und "aus therapierbar"...
Jedoch denke ich das die Erfahrungen im Psychischensinne, immer bleiben werden... Und auch denke ich das eine geringe LRS- Schwäche bleibt... Also kurz gesagt Legasthenie denke ich kann man besiegen, aber letzten Endes wird LRS bleiben...

Dann war da noch was bezogen auf Fremdsprachen...
Also ich lerne derzeit die Sanskrit- Sprache also eine Form des Indo- Iranischen... Das aus Recherche zwecken für den letzten Band meiner Roman reihe... nun ist die Sanskrit sicherlich nich die einfachste, aber das lernen an sich bringt mich mehr voran als im Deutschen... Genauso auch im English, keinesfalls bin ich gut in Englisch - was größtenteils an meiner Faulheit Liegt *lol* aber mit englisch kann ich besser umgehen als mit Deutsch


Lg jerome