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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Terry Pratchett - Gevatter Tod (1. Hälfte)


Warin
03.07.2008, 19:06
Sicherlich fragt ihr euch bereits, warum es noch nicht mit unserer Leserunde losgeht.

Nun, Hathor und ich haben das Buch nur auf englisch und wir warteten eigentlich auf die Aufteilung von Rusch. Aber ich denke, die Hälfte eines Buches kann man auch ohne Seiten und Kapitelangabe finden.:)

Also lasst und loslegen (d.h., ich werde erst am Wochenende mit dem Buch beginnen).

Rusch
04.07.2008, 08:22
Mist, das hatte ich jetzt übersehen. Die letzten Tage war ich nur wenig im Internet - wer kann es einem verübeln.
Ich werde heute Abend nachsehen und eine Grenze festlegen, wobei die nur sehr willkürlich sein wird, denn Pratchett schreibt nicht in Kapiteln.

ChibiShiina
04.07.2008, 18:36
*Hand vorsichtig hebt*

Wenn ich einen Vorschlag machen darf, rein rechnerisch wäre die Hälfte auf Seite 165 erreicht. Hier in meiner dt. Ausgabe gibt es auf Seit 167 eines dieser kleinen in alle vier Ecken zeigenden Pfeile, wäre das sonst vielleicht ein Punkt wo man ansetzen könnte?

Also jetzt rein rechnerisch, ohne das Buch gelesen zu haben (vollständig gelesen zu haben) versteht sich.

RickyLee
05.07.2008, 09:39
O.O Verdammt! Eine Leserunde mit einem von Terry Pratchetts Büchern und ich habs nicht mitgekriegt!

Reicht es noch, wenn ich mir das Buch in den nächsten Tagen zulege?

Hathor
05.07.2008, 09:43
O.O Verdammt! Eine Leserunde mit einem von Terry Pratchetts Büchern und ich habs nicht mitgekriegt!

Reicht es noch, wenn ich mir das Buch in den nächsten Tagen zulege?

Aber ja... bisher tut sich hier ja noch nichts Sichtbares ;)

Es wäre schön, wenn du auch mitmachen würdest.

Und das gilt für alle: man muss nicht gleich die komplette Hälfte des Buches gelesen zu haben, um hier zu posten. Lasst mal eure ersten Eindrücke lesen ;)

koshka
05.07.2008, 12:05
Wie funktioniert so ne Leserunde?
Ich hab's vor ner Weile schon mal gelesen und würd noch mal reinschaun...

Hathor
05.07.2008, 12:13
Wie funktioniert so ne Leserunde?


Wir lesen das Buch mehr oder weniger gemeinsam und posten unsere Eindrücke. Schön ist es, wenn eine Diskussion entsteht. Zu beachten ist lediglich, dass du nichts aus späteren Abschnitten vorwegnimmst, falls du schon weitergelesen hast.

Sanatii
05.07.2008, 12:25
Bin auch dabei ... *schnellnochreinhüpf* ... muss mir zwar auch noch schnell das Buch besorgen, aber zum lesen hab ich grad riesen bock. Immerhin hat man es mir duzende Male empfohlen und da ich grad frei hab und die Leserunde ja noch nicht richtig in Gang ins ...



Edit: sooo, hab mir jetzt die Füße wund gerannt und konnte das Buch in keinem Laden auftreiben ... ärgerlich sowas ...
naja dann schreib ich erst später was dazu, wird ja nicht so schlimm sein wenn ich erst nächste Woche einsteige ...

Verräter
05.07.2008, 12:45
Da ich heute Morgen erst angefangen habe bin ich noch nicht sonderlich weit, habe jetzt bis dahin gelesen als sie sich zum König aufmachen (und fand es ist eine gute Stelle um zu stoppen, Heute Abend lese ich dann weiter).
Bis jetzt wirkt alles mehr oder weniger wie eine Einführung in das geschehen, man merkt richtig, dass es noch nicht richtig begonnen hat. Tod und "seine Welt" werden ausführlich beschrieben (es ist das erste Buch, in dem Tod die Hauptrolle einnimmt, oder?) und kurz auf seine "Mitbewohner" (kann man das so nennen? Albert wirkt ja nur begrenzt wie ein Diener) eingegangen. Mort war mir sofort sympathisch durch seine neugierige Art und das "Misthaufen in Drittel, Viertel, Achtel usw. einteilen" kommt mir seltsam bekannt vor. Solche Dinge mache ich auch öfter.
Überhaupt schafft es Pratchett irgendwie, dass ich jede einzelne Person sympathisch finde (obwohl ich es gewohnt bin eine ausgeprägte Antipathie besonders gegen Hauptpersonen zu entwickeln) ... selbst Binky :| Das verwirrt mich.

Die kurze, aber sehr bildliche Beschreibung von Ankh-Morpork hat mir extrem gut gefallen. Obwohl sie eigentlich keine wirkliche Information enthält und nur eine Ansammlung kurzer Metaphern ist glaubt man alles notwendige zu Wissen um sich die Stadt vorzustellen.
Ankh-Morpork ist so voller Leben wie ein alter Käse an einem heißen Sommertag
So einfach diese Beschreibung auch wirkt, auf eine derartige Metapher muss man erst einmal kommen. o.O
Für diejenigen, die das Buch auf Englisch lesen, mich würde interessieren wie er diesen Satz im Original geschrieben hat. :-)

Was ich auch sehr interessant finde ist (Was mir schon in "Die Farben der Magie" aufgefallen ist), dass Pratchett immer wieder neue Umschreibungen für die Stimme von Tod verwendet. Man liest keine einzige Beschreibung zweimal, allein diese Tatsache finde ich absolut faszinierend an seinen Geschichten.

In der Handlung ist bislang ja noch nicht sonderlich viel geschehen, daher äußere ich mich dazu später ^.~
Mein Lieblingssatz bis jetzt:
"Sie verstand es ausgezeichnet, in Kursiv zu sprechen."

Hathor
05.07.2008, 12:55
Ja, die Bonmots sind es eigentlich, die mich an Terry Pratchett so faszinieren und begeistern. Und dass TOD in Großbuchstaben spricht. Ich kann vor solchen Einfällen nur ehrfürchtig in die Knie sinken

Für diejenigen, die das Buch auf Englisch lesen, mich würde interessieren wie er diesen Satz im Original geschrieben hat. :-)




So let's just say that Ankh-Morpork is as full of life as an old cheese on a hot day

und weiter

as loud as a course in a cathedral

:D

sueño
05.07.2008, 18:24
So, nu bin ich auch dabei, was ein Vorschlagender ja auch sein sollte :) Seit gerade im Besitz der deutschen Ausgabe. Vielleicht schreib ich auch gelegentlich was zu den Unterschieden der deutschen und englischen Versionen.

koshka
05.07.2008, 18:52
*G* Bin dabei. werd mir das Buch demnächst aus meinen Kellerarchiven suchen und nochmal duchblättern. :-)

...aber das mit den Metaphern und den Figuren ist auch was mir an Pratchett so gefällt. Er hat eine unheimlich bildgewaltige Sprache, die zum Glück auch in der Übersetzung kaum leidet. Und er zeichnet selbst wiederwertige Figuren so genau und detailliert, man will fast sagen intim, daß man nicht anders kann als sie zu mögen... Binky fand ich aber schon immer klasse. Der grosse unantsatbare Tod, udn sein Pferd heisst Binky. :D
...ich denke da eher an Nobby und Colon (wobei ich bei letzerem einfach nicht anders kann und immer Darm im Kopf hab... sicher nicht ganz von T.P: unbeabsichtigt. ;)).

Nejira
05.07.2008, 21:57
Öhm... ich muss zu meiner Schande gestehen (wobei... warum Schande? Ist ja nichts schlimmes), das ich schon komplett durch bin. Ich hatte eine entsetzlich langweilige Probe, in der ich nichts zu tun hatte und einen verregneten Nachmittag - und da war das Buch zur Hand... *schäm*

Was mir immer wieder auffällt: die unglaublich dichten Beschreibungen von Pratchett. Die Metaphern die er verwendet scheinen zwar nicht wirklich mit dem eigentlichen Gegenstand zu tun haben - aber man weiß sofort, was gemeint ist.

Die Geschichte (...) fasert ganz langsam aus, wie ein alter Pullover.

Und wenn jemand zu der wunderwunderschönen Stelle kommt, an der der Sonnenaufgang beschrieben wird, wie goldener Sirup/Honig, der die Täler füllt - dann sagt mir die Seitenzahl! Ich finde die Stell nicht mehr...

Das ist einfach bewundernswert! Diese erzählerische Kraft, gepaart mit dem typischen Pratchett-Humor. Phan-tas-tisch!

"Es kratzt", sagte Mort. "Und ich glaube, ich bin hier drin nicht alleine."

Er bemerkte viele lächelnde junge Damen, die sich nur wenig Kleidung leisten konnten.

Warin
05.07.2008, 22:11
Und das gilt für alle: man muss nicht gleich die komplette Hälfte des Buches gelesen zu haben, um hier zu posten. Lasst mal eure ersten Eindrücke lesen ;)Ja, das werde ich auch machen müssen, denn ich komme einfach nicht rein in dieses Buch. Ich habe bestimmt schon sieben oder acht mal angefangen und bin auf Seite 25. Und das mit wirklich langen Zähnen.

Das wirkt jetzt vielleicht so, als würde ich absichtlich etwas Kontroverse in die Diskussion einbringen wollen, da die letzten Leserunden ja schon mal als etwas zu harmonisch bezeichnet wurden, aber ich werde nicht warm mit Pratchett. Die so hochgelobten Fußnoten veursachen bei mir nur Kopfschütteln, genau wie die Scheibenwelt an sich. Ich glaube zwar, die Stellen entdeckt zu haben, die Humor ausdrücken sollen, aber ich kann darüber nicht lachen. O.K., die Vergleiche sind abgefahren, aber wenn ein Satz gleich drei Vergleiche enthält ist mir persönlich das einfach schon zu viel. Vor allem, wenn die Geschichte an sich (noch) keine Handlung erkennen lässt.

Unterm Strich fühle ich mich wie bei einer Schullektüre. Ein hochgelobtes Werk, das nun irgendwie reinmuss, das mich aber in keinster Weise anspricht. Vielleicht hätte ich's doch nicht auf englisch lesen sollen. Aber ich glaube nicht einmal, dass es an der Sprache liegt, dass mir der Wortwitz entgeht, Pratchett scheint einfach nicht zu mir zu passen. Aber gut, das kann sich auf über 200 Seiten ja noch ändern. Falls ich mich überwinde, weiterzulesen, denn ehrlichgesagt fällt mir das verdammt, verdammt schwer:(

Verräter
06.07.2008, 00:09
Na, das was ich von dem Buch bislang gelesen habe ist ja nu nicht wirklich mit "Information" über die Scheibenwelt gespickt, sodass ich mir darunter wirklich etwas vorstellen könnte. Er sagt kurz etwas über die Pflanzen und das wars dann auch, da fand ich die Einleitung in "Die Farben der Magie" um einiges schöner. Irgendwie fehlt mir die Beschreibung von Groß A'Tuin und ihren vier Elefanten, auf deren Rücken die Scheibenwelt ruht. Fehlt mir der schnelle Einstieg, ein Ankh-Morpork in Flammen - Spannung von der ersten, Wahnsinn bis zur letzten Seite.
Ich kenne bis jetzt ja auch nur "Alles Sense" und "Farben der Magie" aber bei beiden war der Einstieg um einiges schneller und leichter. Wie gesagt, bei Seite ~50 wirkt immer noch alles (für mich) wie eine Einführung - dafür wurde mir aber ~gerade dieses Buch~ von vielen vielen wärmstens empfohlen, es sei eines der besten. Und da ich vorhabe alle zu lesen, muss das auch ran. :-)

Ich glaube zwar, die Stellen entdeckt zu haben, die Humor ausdrücken sollen, aber ich kann darüber nicht lachen.
Da möchte ich aber mal widersprechen, denn in allem was ich bislang gelesen habe, sah ich persönlich fast keine Stellen die "witzig klingen sollen". Wenn ich Pratchett mit einigen anderen Parodien vergleiche, finde ich wirkt er wesentlich weniger "aufgesetzt". Nein, ich finde T.P. ist nicht durch den ein oder anderen Wortwitz, einem plumpen Seitenhieb oder durch Sinnlosigkeiten lustig sondern durch das Gesamtbild zwischen Charakteren und Handlung. Alles ist in sich Logisch und Nachvollziehbar, aber dennoch sehr skurril und sehr komisch. Bestes Beispiel was ich kenne ist hier Rincewind: »Du kannst die Verschleppten nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.«
Rincewind wölbte überrascht die Brauen. »Wirklich nicht?« [...]
»Keine Widerrede. Oder ich schlage dir den Kopf ab.«

Ich bin mir sicher es wird sich auch für dich lohnen weiter zu lesen ;-) Wie wärs du fängst nicht schon wieder am Anfang an sondern liest einfach bei Seite 26 weiter? :)

Hathor
06.07.2008, 10:35
Na, das was ich von dem Buch bislang gelesen habe ist ja nu nicht wirklich mit "Information" über die Scheibenwelt gespickt, sodass ich mir darunter wirklich etwas vorstellen könnte.


Naja, Pratchett gibt seine Informationen über die Scheibenwelt scheibchenweise an den Leser weiter ;)
Und zwar erfährt man immer das, was die Protagonisten auch sehen. Bei Romanen über die Stadtwache lernst du Ankh-Morpork kennen. Wenn Rincewind unterwegs ist, wird die Landschaft beschrieben, ebenso wenn es ein Hexenroman ist, die Wälder und Lancre. In Pyramiden lernen wir Djelybeby ausführlich kennen, in Total verhext Gennua, Immer nur das, was für die Handlung wichtig ist. Aber jeder Scheibenweltroman erwähnt eingangs Great A'Tuin.

Ich finde es sehr schade, Warin, dass du in die Geschichte nicht recht reinkommst. Vielleicht liegts wirklich am Original, das in sehr britischem Englisch geschrieben ist. In den trockenen Wortwitz muss man sich erst einlesen. Mir fällt es jedenfalls leichter, amerikanische Romane zu lesen.

Aber vielleicht entdeckst du doch noch die eine oder andere Stelle, für die es sich zu lesen lohnt ;)

Mila
06.07.2008, 14:21
Ich bin erst auf Seite 28.. Leider bin ich im moment etwas abgelenkt, weil ich noch ein anderes Buch lese, aber ich werde mich auf jeden Fall trotzdem hier beteiligen - wenn auch vielleicht manchmal etwas später.

Ich hab schon sehr viele Pratchetts gelesen und mir haben alle super gut gefallen. Bei "Gevatter Tod" wird es sicher nicht anders sein.
Was ich bis jetzt gelesen habe, war wieder einmal unterhaltsam und hat mich schon jetzt das eine oder andere mal zum grinsen gebracht.

Ein Beispiel (Seite 20)
"Der Totenschädel grinste - in dieser Hinsicht blieb ihm kaum eine Wahl."
hihi :D
Hach, ich liebe Terry Pratchett's Humor..

Wobei mir der arme Mort leid tat...Keiner wollte ihn haben :(


@Verräter
Ja, die ausführliche Beschreibung von Groß A'Tuin+ Elefanten und der Scheibenwelt haben mir am Anfang auch etwas gefehlt. Es wird ja hier nur in einem Satz erwähnt..
Der Anfang von "Die Farben der Magie" war da ganz anders, wie du sagtest. Da wurde Groß A'Tuin+der Scheibenwelt sogar ein Prolog gewidmet *g* Das hat mir gefallen.

sueño
06.07.2008, 14:50
Zu Warin: Zuerst mal, obwohl ich inzwischen zu einem absoluten Pratchett-Fan konvertiert bin, hatte ich anfangs ähnliche Probleme wie du. Ich führe das darauf zurück, dass ich mit einem Band auf deutsch angefangen habe, die für mich einfach nicht an die englischen Fassungen heranreichen. Zudem ist am Anfang des Buches auch nicht gerade die Hölle los, ich kann dich durchaus verstehen, wenn deine Erwartungen - noch - nicht erfüllt werden. Aber das kommt schon noch :)

Zu Verräter: Naja, wenn Warin das nicht witzig findet, kann man ihm schlecht "widersprechen", dazu ist das zu sehr geschmacksabhängig. Aber wir kriegen ihn noch rum ; )

Ich habs jetzt mal bis Seite 35 überflogen, und mir fällt vor allem auf, dass der Übersetzer teilweise ziemlich eigenmächtig agiert. Das fängt auf der ersten Seite an, wo es heisst Scientists have calculated, that the chance of anything so patently absurd actually existing are millions to one.

But magicians have calculated that million-to-one chances crop up nine times out of ten".

Der zweite Satz wird übersetzt mit Magier hingegen wissen aus Erfahrung, wie oft Unmögliches und Verrücktes zur täglichen Norm werden können. Das kommt dem zwar vom Sinn her nah, der verdrehte Zahlengag ist dafür völlig weg. Ist das dem Übersetzer ganz egal? Dabei hat er ja schon genug Stellen, die er kaum angemessen rüberbringen kann.

So ganz eigene Übersetzungen finden sich viele, btw lässt er den Gag mit "I could murder a curry" ganz weg. Und auf Seite 35 findet sich dann der Satz "Tod schauderte und seine Knochen klapperten leise". Davon steht im Original gar nichts, das hat er einfach mal dazuerfunden.

ChibiShiina
06.07.2008, 20:52
Ich hab es schon am ersten Tag, wo ich das Buch anfing, schon bis Seite 121 geschafft. Jetzt traue ich mich kaum meine ausschweifenden Eindrücke wiederzugeben, weil hier noch nicht alle soweit sind.

Aber ich versuche es mal so zu umschreiben, dass es für alle verständlich ist und trotzdem nicht Spoilert oder ähnliches.

Erstmal, ich weiss echt nicht warum ich damals, als ich "Alles Sense" von Terry Prachett damals zur Hand nahm, nicht reinkam. Bei "Gevatter Tod" hatte ich keine Probleme. Vielleicht liegt es daran, dass ich vorher schon vier Bücher von P.G. Wodehouse gelesen habe (allesamt Jeeves & Wooster Romane), natürlich auch mit dem Britisch-englischen Humor ausgestattet und einem phänomenalen Wortwitz, den ich auch streckenweise bei Terry Prachett wiederfinde. Natürlich nicht in dem ausmaß, aber er ist vorhanden.

Positiv finde ich die Großbuchstabenschreibweise wenn Tod "sprich". Indirekt eine Andeutung darauf, dass Tod direkt in die Gedanken der anderen "hineinspricht", halt per Gedankenübertragung, Telepathie oder ähnliches.

Und den Versuch von Mort das später nachzumachen und man zuerst tatsächlich denkt, Junge, du hasts, und dann schreit er nur herum. Genial *grins*

Dann diese Vielfalt an Figuren, Schauplätzen, natürlich Focussiert auf den jeweiligen Begebenheiten, aber da ich mich im Vorfeld schon etwas über Terry Prachett informiert hatte, konnte ich mir doch die Säulen mit den Elefanten wo die Scheibenwelt drauf trohnt, schon ziemlich gut vorstellen.

Dann Mort mit seinen vielen Ellenbogen und Knien, die er im laufe der Geschichte verliert. Das ist wohl so eine Art von "sich die Hörner abstoßen".

Genial fand ich auch das stattliche Ross von Tod namens ... Binky... ich hätte mich fast weggeworfen. Tod ist wirklich ein Individualist, das muss man ihm lassen. ^^

Wobei ich beim nächsten Aspekt angekommen bin, der mir sehr gut gefällt. Tods Arbeitsweise, seine Werkzeuge, Ansichten werden dort erläutert. Wann hat man schon mal die Gelegenheit zu lesen was der Tod so treibt. Der Tod ist echt symphatisch in diesem Buch, von dem möcht ich noch mehr Lesen ^^

Einzig und alle Ysabell geht mir noch ein bisschen gegen den Strich, ich mag sie irgendwie nicht, aber das könnte sich noch ändern. Man hat ja auch noch nicht soviel von ihr mitbekommen.

Die Stadt Ankh-Morph interessiert mich ebenfalls. Eines der nächsten Bücher, dass ich mir von Terry Prachett vorknüpfe ist entweder mit Tod oder ebendieser Stadt. Dieses Gewusel dort gleicht einem Ameisenhaufen.

Mich beschlich nur wärend des Lesens das Gefühl, dass Tod sich deshalb Mort als Lehrling geholt hat, weil er selbst mal Erholung braucht (Da bekommt der Ausdruck "Tod auf Urlaub" gleich eine ganz neue Bedeutung)

Und dann noch das Bild eines hilflosen Tods, der den Ort wo das zukünftige Wrack eines Schiffes liegen soll, nicht finden kann - Selbst der Tod ist nicht unfehlbar.

Alles in Allem, gefällt mir sehr gut, Witz ist vorhanden, britischer Humor ist ja eh mein Ding im Moment und Terry Prachett ist genau der richtige Zug, auf den ich gesprungen bin. Das Buch les ich nachher auch noch weiter.

RickyLee
06.07.2008, 21:18
Ja, das werde ich auch machen müssen, denn ich komme einfach nicht rein in dieses Buch. Ich habe bestimmt schon sieben oder acht mal angefangen und bin auf Seite 25. Und das mit wirklich langen Zähnen.

Das wirkt jetzt vielleicht so, als würde ich absichtlich etwas Kontroverse in die Diskussion einbringen wollen, da die letzten Leserunden ja schon mal als etwas zu harmonisch bezeichnet wurden, aber ich werde nicht warm mit Pratchett. Die so hochgelobten Fußnoten veursachen bei mir nur Kopfschütteln, genau wie die Scheibenwelt an sich. Ich glaube zwar, die Stellen entdeckt zu haben, die Humor ausdrücken sollen, aber ich kann darüber nicht lachen. O.K., die Vergleiche sind abgefahren, aber wenn ein Satz gleich drei Vergleiche enthält ist mir persönlich das einfach schon zu viel. Vor allem, wenn die Geschichte an sich (noch) keine Handlung erkennen lässt.

Unterm Strich fühle ich mich wie bei einer Schullektüre. Ein hochgelobtes Werk, das nun irgendwie reinmuss, das mich aber in keinster Weise anspricht. Vielleicht hätte ich's doch nicht auf englisch lesen sollen. Aber ich glaube nicht einmal, dass es an der Sprache liegt, dass mir der Wortwitz entgeht, Pratchett scheint einfach nicht zu mir zu passen. Aber gut, das kann sich auf über 200 Seiten ja noch ändern. Falls ich mich überwinde, weiterzulesen, denn ehrlichgesagt fällt mir das verdammt, verdammt schwer:(

Tschuldigung, ich muss grad ein Bisschen lachen: Meine Mutter meinte genau das gleiche. Das Problem bei Terry Pratchett ist wohl, dass er das show-don´t tell auf dem allerhöchsten Niveau hat, er jedoch ein eigentlich sehr emotionsloser Schriftsteller ist. Terry Pratchett sagt nicht "der Stein fiel ins Wasser", er sagt "es platschte". Er ist genial, skurril, witzig... aber nicht märchenhaft oder gar verträumt.

Liathano
06.07.2008, 22:21
Der Anfang von "Die Farben der Magie" war da ganz anders, wie du sagtest. Da wurde Groß A'Tuin+der Scheibenwelt sogar ein Prolog gewidmet *g* Das hat mir gefallen.

Wobei "Die Farben der Magie" ja auch der erste Scheibenweltroman war, daher ist es nur logisch, dass TP dort genauer auf ihren Aufbau eingeht.
Ich find es allerdings herrlich, dass Pratchett sich nicht einfach bei jedem Buch wiederholt, sondern die gleichen Elemente, Schildkröte, Elefanten und Co, immer auf andere Weise beschreibt. Dass es mal mehr, mal weniger ausführlich geschieht, stört mich in keinster Weise.

Positiv finde ich die Großbuchstabenschreibweise wenn Tod "sprich". Indirekt eine Andeutung darauf, dass Tod direkt in die Gedanken der anderen "hineinspricht", halt per Gedankenübertragung, Telepathie oder ähnliches.

DAS IST KLASSE. :D
In irgendeinem Roman wurde erklärt, warum DEATH/TOD in Großbuchstaben spricht. Weiss jemand zufällig noch, in welchem bzw. wie das genau war? Mein Gedächtnis lässt mich gerade im Stich.

Die guten Stellen wurden hier schon erwähnt/zitiert und ich lese* auch eher quer, als aufmerksam mit. Ganz witzig fand ich auch den Dialog zwischen Morts Vater und TOD.

*das Buch, nicht den Thread, den lese ich natürlich genau :rolleyes:

Rusch
07.07.2008, 09:29
*Hand vorsichtig hebt*

Wenn ich einen Vorschlag machen darf, rein rechnerisch wäre die Hälfte auf Seite 165 erreicht. Hier in meiner dt. Ausgabe gibt es auf Seit 167 eines dieser kleinen in alle vier Ecken zeigenden Pfeile, wäre das sonst vielleicht ein Punkt wo man ansetzen könnte?

Also jetzt rein rechnerisch, ohne das Buch gelesen zu haben (vollständig gelesen zu haben) versteht sich.

Ja, das wäre auch meine Einteilung gewesen. ;)

Wegen der mangelenden Beschreibung der Scheibenwelt: Dies ist ja bereits das vierte Scheibenwelt Buch. Da muss man nicht wieder alles beschreiben. In den ersten beiden Büchern machen Rincewind und Zweiblum einen ziemlich umfassende Reise um die Scheibenwelt. Da ist schon ziemlich viel erklärt. Ich hasse Zyklen, in denen der Autor immer und immer wieder alles neu erklärt.

Man kann die Scheibenweltromane eigentlich in beliebiger Reihenfolge lesen, aber die Romane, die um bestimmte Personen ranken, sollte man hintereinander lesen, weil sie eben aufeinander aufbauen und der Autor vielleicht wichtige Informationen in den späteren Bänden eben nicht mehr bringt.

Ich mag Pratchetts Tod, weil er trotz seiner Unsterblichkeit so menschliche Züge hat, z. B. sein Pferd "Binky" und es liegt, auf Cocktailparties zu gehen. Sehr gut fand ist die Sache, dass die Menschen Tod nicht als Tod erkennen, weil sie ihn einfach nicht wahrhaben wollen. Das ist irgendwie sehr philosophisch.

Sanatii
07.07.2008, 16:08
So Buch ergattert & gleich meine Nase reingesteckt ...
was ich bis jetzt sagen kann is nicht viel...
Pratchett hat eindeutig einen ganz eigenen Stil, mit dem ich irgendwie noch nicht wirklich warmgeworden bin.
Immerhin wars bis jetzt zwar humorvoll aber eigentlich nur angedeutet humorvoll ... wobei ich davon ausgehe, dass es besser wird, denn immerhin gefallen mir die Wortspiele und die Idee ganz gut

knistern eines Leintuchs für seufzen ... oder wenn der Tod hüstelt als ob ein von Termiten zerfressener Balken brechen würde ... klingt alles ganz nett aber mehr als gelegentliches angedeutetes Schmunzeln is noch nicht wirklich aufgetaucht.

Was mir zudem noch fehlt is irgendwie ein Anreiz von Handlung, bis jetzt hat sich ja noch nicht sonderlich viel getan

was mich noch beschäftigt is ...
woher weiß der Tod wie ein Curry schmeckt?^ bzw das es nach bei 500° heißen Eiswürfeln schmeckt?? & wie macht er es wirklich mit der Verdauung? *gg*

Ach und unangenehm is mir vor allem die Großschreibung aufgefallen ... find ich sehr nervig.

Rusch
07.07.2008, 22:12
*ggg*

Das sind typische Pratchett Aussagen. Tod weiß es eben.

Sanatii
07.07.2008, 22:37
Na ich merk schon, dass ich da nicht all zu viel hinterfragen darf^ dennoch wenn die Scheibenwelt nur Häppchenweise an die Leser verfüttert wird stell ich mir das irgendwie ganz schön mühsam vor ...
naja mal weiterlesen und überraschen lassen ...

PoiSonPaiNter
08.07.2008, 19:45
Oje das wird jetzt schwierig...bin schon auf Seite 238...*überflieg was bis 167 war*...und das ist meine erste Leserunde...=/...hmmm...*einfach mal drauf los tipp*

Tod ist toll! :D
Seine Einstellung und Antworten, genial! :D

ICH KÜMMERE MICH INZWISCHEN UM DAS PFERD, verkündete Tod und zeigte damit weitaus mehr Taktgefühl als sonst.

>>Gehen die Leute hier nie zu Bett?<< fragte Mort.
DIES IST EINE STADT, erwiderte Tod

>>Woher nimmst du die ganzen Münzen<< fragte Mort.
OH, DAS IST GANZ EINFACH: ICH NEHME SIE AUS DEM BEUTEL.

*muahaha* *muahaha* *rofl* *rofl*

Es ist unglaublich, ich könnt mich jedesmal einfach nur wegschmeißen wenn ich das lese...*muahaha* Das Buch hab ich im Bus gelesen, dementsprechend war es schwierig das nicht zu tun! :D

Mir gehen die GROßBUCHSTABEN nicht auf die Nerven, ich finde sie sogar recht lustig! :D Und es zeigt die Einzigartigkeit von Tod auf. Denn ich kenne keine andere Roman/Novellen/Gedicht...etc. -figur die ihren eigenen Schreibstil hat!

Von einigen wurden ja schon die Metaphern erwähnt und ich weiß nicht ob das vor oder nach 167 kam, aber iwo hatte er etwas mit gaaaanz vielen Metaphern beschreiben um dann schlichtweg zu sagen das man das auch kurz ausgedrückt anders nennen könnte! *lol*

Iwer hatte auch die Stelle mit dem "Niemand konnte so schön kursiv sprechen" schon erwähnt, fand ich auch sehr lustig! :D Ich frag mich echt so langsam, warum ich nicht schon früher ein Buch von ihm gelesen habe...-.-...

Einzig und alle Ysabell geht mir noch ein bisschen gegen den Strich, ich mag sie irgendwie nicht, aber das könnte sich noch ändern. Man hat ja auch noch nicht soviel von ihr mitbekommen.
Da bin ich durch Schweinsgalopp ein wenig "vorbereitet". Und ich warte ja egtl nur auf den Moment der da schon erwähnt wurde...-.-...aber an sich ist sie eine recht merkwürdige Persönlichkeit. Hoffe es werden nochmal Tods genaue Beweggründe erklärt...(für die "Adoption")...wär mal interessant...wenn auch schwer nachvollziehbar, da Tods Gedankengänge doch manchmal schlimmer sind als meine! o.O

Oh super, kann ich das doch verwenden! :D


WAS GLAUBST DU JUNGE? erwiderte Tod. (<-wie war das niemals zweimal der gleiche Ausdruck? :D Kann aber am Übersetzer liegen) BIN ICH WIRKLICH HIER?
>>Ja<< sagte Mort langsam. >> Ich - ich habe die Leute beobachtet. Sie sehen dich an, aber sie erkennen dich nicht. Du beeinflußt sie irgendwie.<<
Tod schütelte den Kopf.
SIE BRINGEN ES VON GANZ ALLEIN FERTIG, entgegnete er. MAGIE SPIELT DABEI KEINE ROLLE. SIE LEUTE SEHEN MICH NICHT; WEIL SIE MICH NICHT SEHENWOLLEN: BIS IHRE ZEIT ABGELAUFEN IST. ZAUBERER ERKENNEN MICH AUF DEN ERSTEN BLICK. EBENSO KATZEN. ABER FÜR DEN DURCHSCHNITTLICHEN MENSCHEN BLEIBBE ICH UNSICHTBAR. Er blies einen Rauchring an die Decke. SELTSAM, NICHT WAHR?

[...]

Und doch hatte alle Anwesenden beobachtet, wir Mort dreimal nach draußen gelaufen war, ohne vorher die Tür zu öffnen

Diese ganze Sache finde ich äußerst interessant. (*zu Diskussion anregen versuch*) Die Menschen sehen etwas so lange nicht bis es unausweichlich ist. Und das geht nicht nur in der Scheibenwelt.

Als die beiden im Schloss waren, gab es auch einen Moment der das richtig schön verdeutlichte...*such*...
>>Den Leuten fällt doch bestimmt auf, dass hier oben ein Pferd steht<<, gab er zu bedenken, als sie zur Treppe schritten.
Tod schüttelte den Kopf.
WÜRDEST DU MIT EINEM PFERD AU DIESEM HOHEN TURM RECHNEN? fragte er.
>>Nein<< antwortete Mort. >>Das Treppenhaus ist iel zu schmal, um ein Ross hochzuführen.<<
EBEN.
>>Oh, ich verstehe. Die Leute übersehen etwas, das sie für unmöglich halten.<<
DU HAST ES ERFASST.

Wenn man genau darüber nachdenkt, ist ein Großteil unserer Menschheit davon befallen. Leute die bei Gewalttaten weggucken. Mütter die nicht hören wollen, dass ihre Kinder böse sind. Und Menschen die einfach aneinander vorbei Laufen. Letzteres kenne ich aus eigener Erfahrung. Wenn ich tief in meinen eigenen Gedanken hänge, dann sehe ich einfach keine anderen Menschen um mich herum. Oder sie machen einfach dann einen Bogen um mich!? o.O Aber das würde meine Theorie nur bestätigen. So wie die Menschen Tod in der Scheibenwelt nicht erkennen können, so verschließen auch wir in der realen Welt unsere Augen vor Dingen die wir nicht verstehen, verstehen wollen, kennen, erkennen wollen, oder die uns in gewissen Momenten einfach egal sind.

Spontan fällt mir da das Verhalten von "scheuen" Menschen auf, die einfach nicht wahrhaben wollen, dass ihnen Blicke zugeworfen werden. Das Komplimente sie betrafen oder ähnliches. Sie verschließen sich davor, so wie die Bewohner der Scheibenwelt Tod keine Beachtung schenken.
Demzufolge kann einem Tod wirklich Leid tun...:(...*zu Tod geh und ihn versuch zu knuddeln* :D
(Mission gelungen? :) )

Achja BINKY!!! XD XD XD Geiler Name! Fetzt! *Lol* *rofl*

Hathor
08.07.2008, 20:42
Für alle Pratchett-Neulinge ein kleiner Hinweis: die Großbuchstaben sind besonders witzig in anderen Büchern, in denen TOD keine Haupt- und nicht einmal eine größere Nebenrolle spielt und nicht namentlich erwähnt wird. Ich erinnere mich an ein Buch (ich glaube, es war eines über die Wächter), in dem alle Anwesenden auf irgendeine Frage "Ja" sagten. Und ganz am Ende der Reihe stand da: "JA" . Und der Leser wusste: TOD ist auch hier :D

Sanatii
08.07.2008, 21:50
okay ... dann kann ich jetzt auch nachvollziehen wieso er in Großbuchstaben spricht *gg* dann hat das nämlich einen ganz eigenen Charakter & ich könnte mich sogar damit anfreunden, auch wenn es doch sehr eigen is ... aber Eigenheiten sind eigentlich immer gut.

Das mit kursiv sprechen fand ich auch super & momentan schein ich reinzukommen ...

Gibts eigentlich noch was wissenswertes für Pratchett-Neulinge?

sueño
08.07.2008, 22:41
Wenn man genau darüber nachdenkt, ist ein Großteil unserer Menschheit davon befallen. Leute die bei Gewalttaten weggucken.

Das auch, aber es geht ja auch viel allgemeiner. Jeder kennt Beispiele mehr oder weniger aktiver Verdrängung von sich und anderen, und es gibt ja auch schon genug Literatur darüber. Aber nirgendwo, ausser vielleicht bei Watzlawick, steht es so pointiert wie "Die Leute übersehen etwas, das sie für unmöglich halten." Pratchett schafft es oft, bekannte Phänomene aus einem überraschenden und witzigen Blickwinkel darzustellen und das liebe ich an seinen Büchern.

In einem anderen Buch erfindet Leonardo da Quirm (Prototyp des zerstreuten Erfinders und des leicht wahnsinnigen Genies in der Scheibenwelt) eine völlig neue Waffe, "the gonne", ein Gewehr. Und Vetinari denkt kopfschüttelnd daran, wie Leonardo ihm weismachen wollte, dass eine neue unglaublich tödliche Waffe allen Krieg verschwinden lassen würde, weil Krieg mit so einer Waffe ja einfach verrückt wäre. Und in zwei Sätzen bringt Pratchett das bescheuerte der atomaren Überrüstung locker auf den Punkt.

Nejira
09.07.2008, 00:57
Diese ganze Sache finde ich äußerst interessant. (*zu Diskussion anregen versuch*) Die Menschen sehen etwas so lange nicht bis es unausweichlich ist. Und das geht nicht nur in der Scheibenwelt.

*anbeiß*
Diesen Aspekt in allen von Pratchetts Werken finde ich so genial: Er nimmt völlig alltägliche (und manchmal eigentlich traurige) Tatsachen - und überzeichnet sie so, dass einem das Absurde daran auffällt.

Aber ich denke, hier besteht ein Unterschied zwischen Mort und Tod. Wenn Tod durch Wände geht, dann bemerkt das niemand - er kann sogar im Biergarten essen, ohne dass der Kellner ihn wirklich sieht. Mort dagegen ist nicht Tod (und tot auch nicht :D). Er kann zwar durch Wände gehen (interessanterweise aber nur, wenn er es nicht absichtlich tut) aber die Leute bemerken ihn, weil er noch nicht die Verkörperung jenes Phenomens ist, was die Leute nicht wahrhaben wollen. Deshalb wird er bemerkt, wenn er durch geschlossene Türen läuft.

Sanatii
09.07.2008, 10:03
Tod erwartet man ja nicht zu sehen ... man sieht ihn ja auch nie ... na gut höhstens zweimal wenn man das Glück hat^
Im Bezug aufs sehen fand ich wieder interessant, dass Tod mit Blinky auf dem Palastturm landet ... womit man nicht rechnet nimmt man auch nicht wahr war irgendwie die Aussage.
Naja weiß nicht ich neige dazu eigentlich unerwartetes und ungewöhnliches eher wahrzunehmen ... & ein Pferd würd ich nicht übersehen wenn es auf einem Turm steht *gg*

Aber einige Aussagen sind tatsächlich sehr passend & die kann man auch nur so stehen lassen. Menschen versuchen tatsächlich die einfachsten Sachen zu komplizieren ...

Ach meine Lieblingsstelle hab ich ganz vergessen ... wo Tod & Mort beim Barbier sitzen & Mort eine Frisur nach dem letzten Schrei bekommt ... dass manche Mütter tatsächlich schreien ... *gg* & Tod dann:
Einige Tropfen Duftwasser & ne ordentliche Politur, guter Mann ... die Reaktion des Magiers entsprach dem Drehbuch: Er erbleichte.

Warin
09.07.2008, 18:44
So, hab' mich jetzt mit Müh' und Not bis auf Seite 100 gequält*fad*

Es ist halt, wie mit vielen Dingen, die einen "Kultcharakter" haben: Plötzlich sind Sachen cool, die bei anderen nur störend wären. Es sollte sich mal einer unserer Hobbyautoren im eigene Geschichtenforum erlauben, einen Chara sich nur in Großschrift äußern zu lassen. Alle würden meckern: Schrei hier nicht so rum. Es ist für mich nicht schlimm, aber es ist für mich auch nichts Besonderes. Wenn ich Gedankenübertragung darstellen wollte, würde ich das mit Kursivschrift machen, Pratchett macht es halt mit Großbuchstaben, so what? Richtig lustig wird es doch erst in der von Hathor beschriebenen Szene. Und der Gaul heißt halt Binky, ja und? Das kann doch nicht der Auslöser des Kultstatus sein?

Das Seltsame ist nur, ich bin sonst eigentlich ziemlich anfällig für alles "kultige" ob das nun Reiswerfen in der Rocky Horror Picture Show oder Nußeckenessen bei Guildo Horn ist und britischen Humor à la Monty Python weiß ich durchaus zu schätzen, aber gegen Pratchett schein ich irgendwie immun zu sein. Er langweilt mich schlicht und ergreifend. Erst mit der "Untoten" Keli kommt jetzt langsam sowas wie ein Ansatz von Handlung in die Geschichte, der mich das Lesen nicht als totale Zeitverschwendung empfinden lässt. Besonders angetan bin ich von "Mort" aber weiterhin nicht.

Teylen
10.07.2008, 07:10
Soo... ich lese zwar nicht mit, mische mich aber trotzdem mal ein. :)

Gevatter Tod habe ich vor längerer Zeit gelesen... irgendwann Anfang der 90er. Meiner Erinnerung sagt mir, dass es mir eigentlich ganz gut gefiel, wie vieles von Pratchett.

Storymäßig hat er zwar bisweilen immer wieder Schwächen, aber was für mich die Faszination seiner Werke ausmacht sind die wilden Ideen, wie er alltägliches überzeichnet oder parodiert, immer wieder Anspielungen auf andere Werke oder Populärkultur macht und es immer wieder schafft völlig unerwartetes hinein zu bringen.

Besonders der sprachlich unerwartete Wortwitz an einigen Stellen ist es, der es für mich gefährlich macht Pratchett an öffentlichen Orten zu lesen. So eine Bus-Erfahrung wie PoiSonPaiNter hatte ich dementsprechend auch. Gar nicht so einfach nicht laut zu lachen.


Das Problem ist wohl, dass man sich darauf einlassen muss. Und vielleicht auch in der richtigen Stimmung dafür sein muss. Vor allem darf man die Scheibenwelt-Romane nicht als Versuch an ernsthafter Fantasy sehen. Das ist es garantiert nicht. : )

Interessant finde ich, dass Warin das Werk völlig anders sieht als ich. :) Eigentlich würde ich mich auch als anfällig für das ein oder andere 'kultige' sehen. Zum Beispiel gerade auch Monty Python, oder bei mir dann noch Doctor Who usw. Wohingegen Guildo Horn mir auf die Nerven geht und ich die Rocky Horror Picture Show (bis auf die ständige Erinnerung an Maniac Manson) tödlich langweilig finde.
So gehen in einigen Bereichen ähnliche Meinungen und Geschmäcker, dann doch wieder irgendwo auseinander. Vielleicht kann man das so interpretieren als hätte jedes Werk eine bestimmte "Eigenschwingung"... nur leicht falsche Frequenz und Wellenlänge und schon kann man mit einem Werk nichts mehr anfangen.


Und ich empfinde die Großbuchstaben von Tod immer noch als geniale Idee. Allerdings habe ich sie eben auch erst durch Bücher kennengelernt wo Tod eher eine Nebenrolle spielte und (wie von jemand anderem schon erwähnt) teilweise gar nicht mal namentlich erwähnt wird.


Ich glaube von den Scheibenwelt-Romanen, die ich bisher kenne, ist Hogfather allerdings mein Lieblingsbuch. Eines mit Tod und seiner Enkelin in den Hauptrollen.

http://www.teylen.de/album_oldart/42.jpg

(P.S.: Nachbetrachtung zu "Kult"... irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich kultige Sachen nur dann toll finde, wenn ich sie nicht als solche kennengelernt habe. Wenn ich also etwas durch Zufall kennengelernt habe und keine Ahnung habe wie toll andere das finden, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es mir gefällt, als wenn mir jeder "Depp" von etwas vorschwärmt, was ich unbedingt lesen/schauen muss, weil es ja so unglaublich kultig sei.)

Mila
14.07.2008, 17:42
Ich hinke etwas hinterher, glaube ich. Bin jetzt auf Seite 102 und das Buch ist immer noch toll. Jetzt nimmt die Geschichte auch etwas an Fahrt auf - Mort darf das erste Mal Tod vertreten *g*
Ich liiiiebe die Szene mit Frau Kniesehne *g* (--> Mich würde mal interessieren, wie die im englischen Buch heißt?). Mort denkt er hat alles vermasselt und sie bleibt voll cool und hilft ihm weiter.

Noch ein paar Zitate, die mir besonders gut gefallen haben

Seite 77:
Es war ein düsteres, unheilvolles Geräusch, die akustische Entsprechung von dicker träger Vanillesoße, die auf den Pfannkuchen der Seele tröpfelte.

Wie kommt man auf so etwas? *g* Genialer Vergleich.

Und dann noch einmal etwas aus einem Gespräch zwischen Albert und Tod (Seite 79):
WIE BEZEICHNET MAN JENES GEFÜHL, DAS SICH ALS WEHMÜTIGES BEDAUERN UMSCHREIBEN LÄSST UND GEWISSEN DINGEN GILT, DIE MAN LEIDER NICHT ÄNDERN KANN?
>>Trauer, Herr. Glaube ich. Und nun...<<
ICH BIN TRAUER.

Hach, Tod ist irgendwie niedlich :D

Hathor
14.07.2008, 19:33
Ich liiiiebe die Szene mit Frau Kniesehne *g* (--> Mich würde mal interessieren, wie die im englischen Buch heißt?).



Genauso: Kniesehne auf Englisch: Ammeline "Goodie" Hamstring :D

Ich liebe den Doorknocker. Allerdings muss ich das, was er sagt, laut lesen, denn sonst verstehe ich ihn nicht. Es ift einfach köftlich, wie er lifpelt...

Mila
16.07.2008, 20:38
Ich liebe den Doorknocker. Allerdings muss ich das, was er sagt, laut lesen, denn sonst verstehe ich ihn nicht. Es ift einfach köftlich, wie er lifpelt...

Den mag ich auch *g* Ich musste aber sofort an die Türklopfer aus dem Film "Die Reise ins Labyrinth" mit David Bowie denken.

Ich lese im Moment gerne auf der Busfahrt zur Arbeit und wieder zurück. Das ist so schön entspannend *g* Heute haben mich 2 Typen ganz komisch angeguckt, weil ich die ganze Zeit am Grinsen war :D
Bin jetzt auf Seite 148.
Tod will Mort mit Ysabell verkuppeln? Hach ist das süß *g* Ich liebe es, wenn Tod versucht, sich so "menschlich" zu verhalten. Das ist köstlich. (Wenn er versucht zu zwinkern zB)
Der "Streit" zwischen Ysabell und Mort ist auch witzig..Man, sind die fies zueinander.
Ich bin mal gespannt wie es weitergeht mit Mort, Ysabell, aber auch Keli und Schneidgut (--> den ich übrigens super finde - ein Zauberer durfte natürlich nicht fehlen).

Dark MiG
16.07.2008, 21:03
Hab zur Zeit auch noch ziemlich Probleme um in die Geschichte ganz eintauchen zu können.
Was weniger dran liegt, dass mir das Buch nicht gefällt den was ich bis her geschafft habe hat mir sehr gut gefallen, sonder wohl eher daran das ich nach der Arbeit nicht in der Lage bin Pratchett Gedanken zufolgen:rolleyes:
Ich Hoffe ich kann mich am Wachende mal hinsetzen und in aller Ruhe lesen dann werde ich noch mal richtig meine Eindrücke aufschreiben;)

Enroth186
30.07.2008, 01:54
also mein lieblingszitat aus der 1.hälfte ist bislang mit abstand "Tja, niemand ist ein Heiliger. Abgesehen von den Heiligen" *grins* der hat echt dinger drauf, der herr pratchett, nicht schlecht

Dark MiG
30.07.2008, 16:16
*Sich rein schleicht*

Hat zwar etwas länger gedauert aber da nun mein Pflichtpraktikum zu Ende ist hab auch wieder mehr zeit :)

Ich muss sagen, dass mir Gevatter Tod zwar gut gefällt es aber nicht mit den Büchern um Rincewind aufnehmen kann.



Ich liebe den Doorknocker. Allerdings muss ich das, was er sagt, laut lesen, denn sonst verstehe ich ihn nicht. Es ift einfach köftlich, wie er lifpelt...

Hehe Ja haf mifh auch herflich amüsiert XD


Der "Streit" zwischen Ysabell und Mort ist auch witzig..Man, sind die fies zueinander.
Ich bin mal gespannt wie es weitergeht mit Mort, Ysabell, aber auch Keli und Schneidgut (--> den ich übrigens super finde - ein Zauberer durfte natürlich nicht fehlen).

Kann ich auch nur zustimmen ich liebe das Ende Ihres Streits warum sie sich gegenseitig nicht heiraten wollen.

Als Ysabell sagt:
Gut. Ich nehme an, wir sollten wirklich nicht heiraten. Schon aus Rücksicht auf die Kinder
Mort nickte.

Weiter Stelle wo ich mich wirklich zusammen reißen musste ,um nicht lauthals los zu lachen, weil ich gart an der Bushaltestelle saß;)

Auf Seite 139 :
Nun, die Realität kann es sich nicht leisten, Dichter zu bezahlen, und sie berichtet uns, daß die Rede aus Folgenden Worten bestand:
>>He, Jungs, die meisten Leute liegen noch im Bett. Sie können uns sicher nicht mehr Widerstand leisten als der Großmütterchens Magen einem ordentlichen Durchfall, und was mich betrifft: Ich habe Zelte endgültig satt<<