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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Memento


Verräter
10.07.2008, 23:25
Rache ist die Aufgabe, die sich der ehemalige Versicherungsermittler Leonard Shelby Guy Pearce seit dem Vergewaltigungsmord an seiner Frau Catherine Jorja Fox gestellt hat. Ein beinahe aussichtsloses Unterfangen. Denn seit der schrecklichen Tat leidet Shelby an einem Verlust seines Kurzzeitgedächtnisses. Ohne seine Notizen, Fotos oder Tätowierungen am Körper, kann er sich an nichts mehr erinnern. Verzweifelt sucht er den Mörder seiner Frau. Der scheinbar so hilfreiche Teddy Joe Pantoliano und die mysteriöse Natalie Carrie-Anne Moss können ihm vielleicht helfen... Ein Mann mit einer tödlichen Mission, auf dem Weg zurück zu einer schrecklichen Erkenntnis!


Einer meiner persönlichen Lieblingsfilme, deshalb wollte ich dazu jetzt einfach mal ein Thread eröffnen. Habe ihn jetzt schon 5x gesehen und gerade eben ein sechstes mal. (In Chronologisch richtiger Reihenfolge der Szenen)

Was Memento einzigartig macht, ist die Erzählweise. Denn dieser Film läuft (auch wenn es seltsam klingt) Rückwärts. In der ersten Szene sieht man einen Mord und in der zweiten dann was kurz davor geschah und in der dritten das, was vor der zweiten geschehen ist. Der Grund ist die Krankheit des Protagonisten Leonard, der seit einem Überfall in seinem Haus kein Kurzzeitgedächtnis mehr besitzt. Er kann sich zwar an alles bis zu diesem Zeitpunkt erinnern, danach klafft aber eine riesige Lücke. Alles was er macht, vergisst er nach ein paar Minuten wieder. So weiß auch er niemals was zuvor geschehen ist und handelt nur nach Zetteln und Fotographien die ihm seinen Weg weisen.
Im laufe des Films findet man dann heraus wie er es "geschafft" hat den Mörder seiner Frau zu finden und das kaum etwas so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Genau genommen ist es ein Thriller, ich möchte es aber eigentlich einen "Krimi" nennen, bei dem man nicht herausfinden muss wer der Mörder ist sondern wie dieser Mord zustande gekommen ist.

Aber viel kann ich dazu gar nicht mehr schreiben, außer dass ich jedem empfehle sich diesen Film einmal anzusehen. Er ist völlig anders als die meisten Filme, die ich kenne. Und das Ende ist 1. anders als man es erwartet, selbst wenn man mit seltsamen dingen rechnet 2. absolut fantastisch und 3. regt es sehr stark zum nachdenken an.

Und dieser Film ist zweifellos gut, wenn ich mir einmal die Amazon-Wertungen ansehe:
107 Leute -> 5P.
17 Leute -> 4P.
6 Leute -> 3P.
Und jeweils 5 Leute 2 und 1P.
Wenn das mal nicht Aussagekräftig ist :D

koshka
11.07.2008, 00:45
Genialer Film.
Einfach grandiose Erzählweise.
Vor dem Regisseur würde ich wahrscheinlich ehrfürchtig auf die Knie fallen :-)
Den werd ich mir demnächst auch noch mal ansehen müssen...

Waterstorm
12.07.2008, 16:57
Ich habe den Film auch schon gesehen. Allerdings ist es zu lange her als das ich mich noch gut an die Story erinnern könnte. Ich fand die Idee genial den Film "rückwärts" laufen zu lassen. Man muss sehr bei der Sache sein wenn man diesen Film zum ersten mal sieht. Kein Film nur zum konsumieren oder nebenbei giucken, sondern einen bei dem man mit dem Kopf bei der Sache sein muss.
Ich sollte mir den auch mal wieder angucken.

Pantalaimon
22.07.2008, 11:25
TV-Tipp:
In der Nacht von Samstag auf Sonntag (26.07 / 27.07.) um 1:00 Uhr kommt Memento auf Sat1.

Ich hab den Film zwar noch nicht gesehen, weiß aber nicht ob sich ein Aufbleiben lohnt. Wahrscheinlich guckt man sich sowas besser auf DVD an, man weiß ja nie, wie viel mal wieder rausgeschnitten wurde...

Pantalaimon
22.08.2008, 22:32
Auch wenns nun ein Doppelpost wird:

Ich habe eben den Film gesehen, den ich mir damals aufgezeichnet hab.
Erstmal, trotz Sat1, keine einzige Werbeunterbrechung. Sehr genial :D

Dann fand ich den Film ein wenig verwirrend.
Okay, er läuft rückwärts. Ist ja schonmal was anderes... aber, hat Lennie (ich nenn ihn jetzt so, auch wenn er das nicht mochte) tatsächlich den Richtigen ermordet?
Könnte die Geschichte von Teddy nicht doch wahr sein?
Lennie hat so oft was vergessen zu notieren, wie kann er sicher sein, dass er sich auf all die vorhandenen Notizen verlassen kann?

Was war mit seiner Frau? Wer war Sammy? Gab es überhaupt Sammy? Vielleicht war "Sammy" nur ein Synonym für "Simulant"??
Fragen über Fragen.

Vielleicht sollte man sich doch die DVD kaufen, auf der es ein Easter Egg gibt, mit dem man sich den Film in chronologischer Reihenfolge ansehen kann...

Jedenfalls ist Guy Pearce allein schon wert, dass man sich den Film ansieht. Lecker, lecker... *sabber*

Rusch
25.08.2008, 15:32
Dann fand ich den Film ein wenig verwirrend.
Okay, er läuft rückwärts. Ist ja schonmal was anderes... aber, hat Lennie (ich nenn ihn jetzt so, auch wenn er das nicht mochte) tatsächlich den Richtigen ermordet?

Nein hat er nicht: Den wahren Täter hatter er schon viel früher erledigt. Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, aber ich glaube, er hatte bewußt immer eine neue Spur gelegt, um so einen Sinn im Leben zu haben.

Ein klasse Film!

Verräter
25.08.2008, 16:16
Könnte die Geschichte von Teddy nicht doch wahr sein?
Teddy ist das (meiner Meinung nach) größte Mysterium im Film. Man weiß wer Leonnard ist, im Laufe der Zeit lernt man Natalie kennen und erfährt welche Pläne sie selbst verfolgt aber man weiß bis zum Schluss nicht wer Teddy wirklich ist. Und ich persönlich bin mir da auch nach mehrmaligen Sehen des Films nicht ganz sicher.
Da gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich jetzt in Spoiler setze.
1. Teddy ist der, für den er sich ausgibt.
Er hat das Lennie geholfen denjenigen umzubringen, dem er diese Krankheit zu verdanken hat. Nicht den Mörder seiner Frau, denn das wäre in diesem Fall Lennie selbst, auch wenn er es vergessen hat.
Sammy ist eine Geschichte, die aus Bruchstücken von Leonnards eigenen Erinnerungen zusammengepflückt ist. SEINE Frau hatte Diabetes, ER wurde in ein Heim gebracht und hat alles vergessen. Teddy hat ihm bei seiner Flucht verholfen, ihm geholfen den Einbrecher zu finden und zu töten und versucht nun - eine unbestimmte Zeit später - zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, in dem er Lennie auf den Drogendealer ansetzt.


Oder aber auch:
2. Teddy ist ein überaus korrupter Polizist, der Leonnards Krankheit für sich nutzen will.
Teddy erzählt Leonnard, dass ein "korrupter Bulle" sich ein Scherz erlaubt und ihm an Telefon Angst macht und dass er aufpassen solle, wem er Informationen gibt. Schon viel früher allerdings hat Lennie sich ein Tattoo stechen lassen mit der Aufschrift "NEVER ANSWER THE PHONE", dass er im Laufe der Zeit dann ja entdeckt. Gleichzeitig erfahren wir, dass Teddy selbst der Anrufer aus den Szenen ist, die kurz vor der letzten Filmszene spielen (die grauen Szenen).
Außerdem macht er sich keine Mühe Lennie während des gesamten Films auch nur ansatzweise zu sagen, dass er gerade einen Menschen umgebracht hat. Er solle lediglich schnell die Stadt verlassen und auch das nur am Anfang. Später dann fragt er ihn nur beiläufig danach "Glaubst du er ist noch hier?" (Was, wenn man den Film sieht, natürlich ganz anders gedeutet wird, weil es vor allem anderen passiert.)
Der nächste Punkt ist denkbar einfach: Lennie hat kein Foto von Teddy! (Nebenbei gesagt hat er auch keine Fotos von anderen Personen... obwohl er jeden Photographiert, den er mehr als einmal sieht.) Würde er ihn schon länger kennen, müsste er theoretisch eines besitzen - oder es wurde zerstört. Aber warum?
Fakt ist... jede Möglichkeit wirft mehr Fragen als Antworten auf. Was gäbe ich nur dafür noch einen weiteren Tag zurück sehen zu können *seufz* :(