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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Robert C. Wilson - Quarantäne


Kepheus
27.01.2008, 17:25
Quarantäne
Irgendwo in der amerikanischen Wüste befindet sich eine geheime Einrichtung, in der man durch ein Raum-Zeit-Tor Kontakt zu Planeten aufnehmen kann, die Millionen von Lichtjahre von uns entfernt sind. Kontakt auch zu den fremdartigen Wesen, die auf diesen Planeten leben. Doch was geschieht, wenn diese Wesen sich von uns gestört fühlen?


Nachdem ich von Wilsons letztem Werk "Spin" sehr begeistert war, galt es herauszufinden, ob Wilsons neuestes Werk da heranreichen kann. Die Antwort: Jein. Es ist ein gutes Buch, kann jedoch dem Vorgänger (der übrigens dieses Jahr mit dem Titel "Axis" als zweiteiler fortgesetzt wird) nicht ganz das Wasser reichen. Hier also meine Rezension.

Glaubwürdige Charaktere und eine fast von Anfang an spannende bzw. angespannte Grundstimmung machen dem Leser den Einstieg in die Lektüre einfach. Die Geschichte wird von verschiedenen Charakteren erzählt, die sehr unterschiedlich sind, sodass dem Leser ein differenzierter Blick auf die Handlung ermöglicht wird.
Neben den Charakteren leben Wilsons Bücher hauptsächlich von der geschaffenen Atmosphäre, die den Leser auch dieses Mal die Seiten verschlingen lässt, nämlich einer angespannten Grundstimmung, die im Laufe der Lektüre weiter angeheizt wird, wenn sich die Ereignisse zu überschlagen beginnen. Auch der solide Schreibstil trägt zu einem angenehmen Leseerlebnis bei.
Bis jetzt gibt es also keinen Anlass zur Kritik. Dies ändert sich jedoch, wenn sich der Leser dem Ende nähert. Denn bis dahin schafft es der Autor, dem Leser seine Idee, die Observation einer fernen extraterrestrischen Spezies mit nahezu unbegreiflicher Technik, nahezubringen und sogar, natürlich im Rahmen eines Science Fiction Romanes, plausibel erscheinen zu lassen. Doch gegen Ende scheitert er meiner Meinung nach damit. Das Gedankengerüst wird komplexer und es scheint, als ob der Autor seine Ideen nicht erfolgreich in Worte fassen konnte. Daraus folgt, dass das Buch gegen Ende recht verworren ist, die Plausibilität der Ideen geht verloren, wenn der Autor urplötzlich eine weitere, extrem entwickelte Spezies einführt, die für alle ungereimtheiten verantwortlich ist. Es gelingt schlichtweg nicht, diese neue Komponente in die Handlung einzubinden, sie wirkt vielmehr zwanghaft in den bisherigen Plot hineingeprügelt.

Fazit: Die Lektüre lohnt sich, vor allem wegen der interessanten Ideen, die der Autor im Mittelteil entwickelt und dem Leser gut vermitteln kann. Gelungene Charaktere und Stimmung runden dieses Bild ab, welches jedoch vom Ende des Buches nachhaltig getrübt wird.

Rusch
27.01.2008, 18:20
Ich habe mich bei diesem Buch stark an Philip K. Dick erinnert gefühlt. Die Handlung tritt zugunsten der Protagonisten zurück. Ich mochte das interessante Wechselspiel zwischen den Protagonisten, aber auch ich fand das Ende nicht richtig befriedigend. Aber trotzdem war es einer der besten Roman, die ich letztes Jahr gelesen hatte.