Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Gemobbte" Protagonisten in zeitgenössischer Literatur
Rotkätzchen
18.07.2008, 17:23
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob dieser Thread einen Sinn macht, aber durch den viel besuchten Mobbing-Thread im OFF-TOPIC bin ich darauf gekommen, dass es doch sicher auch eine Vielzahl von literarischen Mobbing-Opfern geben muss, also sprich Helden bzw. Schurken, die ähnliche Dinge erleben müssen, wie sie an unseren Schulen offenbar leider Gang und Gäbe sind. :(
Vielleicht macht es einen Sinn, ein paar solche zusammen zu tragen. Vielleicht macht es auch keinen Sinn. Vielleicht ist der Thread total bescheuert, aber was solls, jetzt ist er da! Vieles im Leben ist schließlich bescheuert. ;)
Nun, die erste Figur, die mir dazu einfällt, ist Severus Snape aus den Harry-Potter-Romanen. Wer die ganze Geschichte kennt, weiß auch, dass Snape es alles andere als einfach in seiner Schulzeit in Hogwarts hatte. Allen voran die "Marauders" James Potter (Harrys Vater), Sirius Black, Remus Lupin und Peter Pettigrew haben Severus Snape das Leben schwer gemacht. Viele Einzelheiten sind nicht bekannt, doch es muss viel passiert sein, wenn Snape schon bei Anrufung seines Hänsel-Namens "Schniefelus" seinen Zauberstab zur Verteidigung zückt. Die Marauders und wohl auch andere Schüler, bevorzugt Gryffindors, haben Snape gehänselt und gemobbt. Eingehend beschrieben wurde von der Autorin die Szene am See, als sie ihn auf purer Langeweile mal wieder trietzten, ihn verbal wie körperlich verletzten und ihm (vielleicht) sogar noch die Unterhose geklaut haben.
Wie ging die Geschichte aus? Nun ja, sie ging tragisch aus. Dennoch hat Snape bis auf Remus Lupin all seine Peiniger überlebt. Und aus ihm wurde eine weitaus bedeutendere Person als sie.
Bis zu einem gewissen Grad hatte Snape auch noch seine Genugtuung - und wer möchte ihm die vorenthalten? :D
War es nicht herrlich, wie er im Orden des Phönix Sirius mit seinen kleinen Anspielungen zur Weißglut brachte? Während alles auf dem Spiel stand und viele Mitglieder (vor allem Snape) täglich ihr Leben riskieren mussten, konnte Sirius nur in Hauptquartier herum sitzen. Und Snape fragt ihn doch tatsächlich, wie der Hausputz vorankäme. *grins*
Grandios, oder?
Wer weiß noch weitere Titelhelden oder auch nur Nebenfiguren, die gemobbt wurden?
(Und wer hält dieses Thread-Thema für absoluten Schwachsinn?)
Spontan fällt mir dazu Andrew 'Ender' Wiggin aus "Ender's game" von Orson Scott Card ein.
Ender wird in seiner Schule in erster Linie deshalb von anderen gemobbt, weil er ein Dritt ist. Das dritte Kind einer Familie in einer Gesellschaft wo nur maximal zwei Kinder erlaubt sind. Er ist durch Genehmigung und Wunsch der Regierung entstanden, weil man hoffte, dass Ender ebenso intelligent wie seine Schwester Valentine und sein Bruder Peter ist. Nur etwas weniger aggressiv als er und weniger weich als sie. Der Grund für die Suche nach besonders intelligenten Kindern ist die Verteidigung (bzw. Gegenangriff) gegen ein außerirdisches Volk...
... später im Buch wird Ender noch mehrfach von anderen gemobbt und stellt an einem Punkt mit Erschrecken fest, dass er einen anderen Jungen anfangs ebenso behandelt wie er von anderen behandelt wurde.
Spoiler:
Erst später erfährt er, dass er bei zwei Konfrontationen mit seinen Peinigern jemanden getötet hat.
Am Ende ist Ender der Retter der Menschheit, aber zugleich auch der Vernichter einer Spezies. Nicht wenige Menschen sehen ihn später mehr als Monster.
Ich halte diesen Thread gar nicht für schwachsinnig, denn warum sollten Autoren diesen schlimmen Teil der menschlichen Psyche ausklammern, wenn sie alle anderen Bereiche ansprechen.
Ich glaube, die meisten gemobbten Figuren treten in Jungenbüchern auf. Konkret fällt mir jetzt zwar auch nur Harry Potter ein, allerdings würde ich da nochmal auf Luna Lovegood hinweisen, die schließlich auch sie ein beliebtes Mobbingopfer bei ihren Mitschülern war. Selbst die drei Hauptfiguren Harry, Hermione und Ron betrachten sie doch zunächst einmal als seltsame Spinnerin mit einem noch seltsameren Vater. Sie bei ihren Mitschülern als Loony Lovegood bekannt, was übersetzt nichts anderes als "Irre" heißt, weil sie Dinge anders wahrnimmt und von der Norm abweicht. Am Ende erweist sich diese andere Wahrnehmung allerdings als vorteilhaft, nicht nur für sie, sondern besonders auch für den Protagonisten. Schließlich trauen sie und ihr Vater sich als einzige Zeitung gegen die landläufige Meinung Harry sei ein armer Irrer Artikel über das Wiedererstarken Voldemorts zu Berichten.
Ich finde, J.K. Rowling hat das Thema Mobbing eigentlich sehr geschickt aufgegriffen und eingearbeitet. Nicht so mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern eher subtil, so dass die Mobbingopfer am Ende doch irgendwie besser da stehen, als ihre Mobber.
PoiSonPaiNter
18.07.2008, 18:52
Wo wir schon bei Harry Potter sind, was ist denn mit Neville Longbottom?!
Der - selbst im Film- pumlige Junge der so schusselig ist das er sogar seine Kröte verliert! Ist er nicht sogar das Lieblingsopfer - neben Ron - von Draco Malfoy?
Ich finde, J.K. Rowling hat das Thema Mobbing eigentlich sehr geschickt aufgegriffen und eingearbeitet. Nicht so mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern eher subtil, so dass die Mobbingopfer am Ende doch irgendwie besser da stehen, als ihre Mobber. Sie schafft es aber auch, die Gemobbten sympatisch wirken zu lassen, sodass zB Nevilles Vergesslichkeit ihn schon wieder liebenswert macht! :D
Bin grad am überlegen ob es in einer anderen Buchreihe auch Mobbing gibt...aber ich denke schon...die Anita-Blake Reihe von Laurell K. Hamilton: In den Büchern werden die Lykanthropen gemobbt. Es gibt in dem einen Buch ne Gegebenheit, da erzählt sie davon das ein Werwolf seinen Job verloren hat, nur weil rausgekommen ist, dass er ein eben solcher ist. Auch alle anderen Wertiere in diesen Romanen versuchen sich so menschlich wie mgl zu geben, um nicht ihre Arbeitsstelle (o.ä.) zu verlieren (u.a. eine Werratte und ein Werwolf als tätige Lehrer und ein Werwolf als Journalist, und und und). Nur weil sie einmal im Monat nen bissel haariger sind als andere Menschen...-.-...*mph*...*tsts*...
Liathano
18.07.2008, 19:04
Bin grad am überlegen ob es in einer anderen Buchreihe auch Mobbing gibt...aber ich denke schon...die Anita-Blake Reihe von Laurell K. Hamilton: In den Büchern werden die Lykanthropen gemobbt. Es gibt in dem einen Buch ne Gegebenheit, da erzählt sie davon das ein Werwolf seinen Job verloren hat, nur weil rausgekommen ist, dass er ein eben solcher ist. Auch alle anderen Wertiere in diesen Romanen versuchen sich so menschlich wie mgl zu geben, um nicht ihre Arbeitsstelle (o.ä.) zu verlieren (u.a. eine Werratte und ein Werwolf als tätige Lehrer und ein Werwolf als Journalist, und und und). Nur weil sie einmal im Monat nen bissel haariger sind als andere Menschen...-.-...*mph*...*tsts*...
MMn muss man hier aber zwischen Mobbing und Ausgrenzung/Diskriminierung wegen "rassistischen" Gründen differenzieren.
Momentan gibt es -in der Belletristik/Jugendliteratur- eigentlich recht viele Bücher mit gemobbten Protagonisten, aber die schwingen mMn zu sehr die Moralkeule, sodass es nicht mehr wirklich spannend ist oder Spaß macht, diese Bücher zu lesen.
In der Art, wir Frau Rowling das Thema angeschnitten hat, finde ich es auch besser. Ich überlege gerade auch, was mir da noch einfällt, aber meine Synapsen sind grad blockiert. ;)
Spontan muss ich da an Maus aus "Frostfeuer" denken, die von den anderen Hotelarbeitern des Aurora doch gemobbt wird -wenn man sie beachtet- oder Candy aus "Abarat", die wegen des Ärgers in der Schule überhaupt erst die Stadt verlässt.
dragonheart
18.07.2008, 19:30
Huhu!
Ist mir auch schon öfters aufgefallen. Besonders zur Zeit in "Naruto".
Gaara wurde gemobbt, weil ihn alle so unheimlich fanden (oder so ähnlich.) Niemand wollte mit ihm spielen und er wurde immer ausgeschlossen.
Lee wurde von allen "DickBraue" genannt und ausgelacht.
Mit dem etwas breiteren Jungen wollte nie jemand spielen, nur weil er etwas dicker war. Er hat dann zwar einen Freund gefunden...
Blöde Beispiele, ist aber wohl so.
Die jeweiligen "Mobber" wurden zwar nie wieder erwähnt, trotzdem liest es sich teilweise schon ziemlich erschreckend. Obwohl es manchmal schon ziemlich einfach aufgelöst wurde, wies oft nicht der Wirklichkeit entspricht.
Habs grad leider nur als Manga (Jaaah, Manga gehört nicht wirklich zur Literatur.. Oder?)
http://www.onemanga.com/Naruto/129/13/
http://www.onemanga.com/Naruto/190/10/
Das andere hab ich leider auch nicht mehr gefunden.
Ist mir grad nur so auf Anhieb eingefallen
LG Dragonheart
Mad Bull
18.07.2008, 20:03
Mobbing in eine Geschichte zu bringen ist immer eine gute Idee.
Moralkeulen, wie Laithano es erwähnt hat, ist nicht so der Hammer.
Mobbing werde ich auch in meiner Story erzählen.
Es ist schonmal deswegen gut, weil man zur Abwechslung mal auf eine Blutschwemme verzichten kann.
Ausserdem kann man noch geschickt erzählen, wie es der Protagonist es schafft das sich andere nach und nach immer mehr auf ihn einschiesen.
Die Dramatik hat dadurch die nötige Würze. Schön ist dann auch, wie es zu einer konstruktiven Lösung des Konflikts kommt.:)
Nicht als Moralkeule wurde das Thema, in einem ein bisschen älteren Jugendbuch Abigél von Magda Szabó behandelt.
Es geht um ein Mädchen, dessen alleinerziehender Vater Offizier ist und seine Tochter in einem sehr streng geführten Internat versteckt, weil er Angst hat, seine Gegner könnten sie entführen und gegen ihn benutzen.
Das Mädchen, das sehr modern erzogen wurde, kommt weder mit der Führung des Internates, noch mit den anderen Kindern richtig gut aus und als sie ausplappert, dass die übrigen Mädchen sich in ihrer Freizeit zum Spaß und zur Abwechslung mit Gegenständen "verheiraten", fangen die anderen an sie zu mobben.
Sie spielen nicht mit ihr, reden nicht mit ihr, schließen sie von den Übungsstunden aus, beim Sport wird sie "versehentlich" fallengelassen.
Als sie unbewusst was vom Kuchen essen, den ihr Vater spendiert hat, sammeln sie Geld und werfen es ihr hin, um ihr ja nichts schuldig zu sein.
Alles so, dass es der Lehrkörper nicht merkt -
Bis sie aus Verzweiflung zu ihrem Vater flieht - der sie wieder zurückschicken muss, um sie nicht zu gefährden.
Weil sie so gar keine Alternative hatte, hatte ich furchtbar zu kauen an dem Buch.
Es geht, wie die meisten Jugendbücher nicht böse aus, ABER..
Weitere außer HP wollen mir im Moment auch nicht so recht einfallen..:)
PoiSonPaiNter
18.07.2008, 21:59
MMn muss man hier aber zwischen Mobbing und Ausgrenzung/Diskriminierung wegen "rassistischen" Gründen differenzieren.
Naja - auch wenn das jetzt leicht off-topic ist- aber in gewisser Hinsicht ist auch das Mobbing, auch wenn es nicht als solches bezeichnet wird. Den die Vorurteile führen auch hier zu bissigen Kommentaren der nicht-Lycantrophen bzw Sticheleien durch Vampire. Wobei diese beiden Arten sich sowieso iwie in jeden 1 1/2 Buch gegenseitig an die Gurgel spring...-.-...[/off topic]
Mir is noch eins eingefallen: Der Mr. Hyde Effekt
Eine der vier Hauptpersonen, Nick Grundle, wird als Comicfreak dargestellt der egtl keine Freunde hat und relativ ausgegrenzt lebt. Wird dann aber in die Gruppe der Hauptpersonen aufgenommen und erlangt nen andere Status! Welchen wird nicht verraten! :D
Mir ist auch noch eins eingefallen.
(Ich will den Thread eigentlich nicht zum reinen Aufzählthread machen, da ich ihn eigentlich ziemlich interessant finde, gehe aber trotzdem mal mit schlechtem Beispiel voran, weil ich die oben genannten Bücher leider nicht kenne. =/ )
Jedenfalls, Sonea, die Protagonistin aus Trudi Canavans Black Magician Trilogie, wird auch von ihren Mitschülern gehänselt und ausgeschlossen, da sie aus der Gosse kommt und trotzdem bessere Leistungen erbringt als ihre Mitschüler. Sie findet kaum bzw. gar keine Freunde, da auch die Mitschüler, die eigentlich nicht zu den Mobbern gehören Angst haben, ebenfalls zum Opfer zu werden, sobald sie sich mit Sonea verbünden würden.
Obwohl das ja eine ziemlich typische Konstellation der Opfer/Täter-Beziehung ist, kamen die seelischen Strapazen und die Auflösung leider nicht so gut rüber, da die Charaktere vergleichsweise flach waren. Zwar hat der Obermobber am Ende auch sein Fett weg gekriegt, allerdings wurde das mehr in einer Nebenbemerkung abgehandelt, wo das Mobbing zuvor doch ein integraler Bestandteil des Buches gewesen war. =/
Aber gut, mir hat die Reihe generell nicht so gut gefallen, vielleicht kann ich mich auch deswegen nicht mehr so genau an die Lösung des Mobbingproblems erinnern. ^^
Ein Buch, da unter die Haut geht und zeigt, wie Mobbing eskalieren kann ist Ich knall euch ab! von Morton Rhue. Und es lässt an die schrecklichen Ereignisse in Erfurt und anderswo denken...
Gary und Brendan werden in der Schule terrorisiert. Ihre Helden sind die Amokläufer von Littleton und sie entwickeln einen Plan, es ihren Mitschülern und Lehrern ebenso heimzuzahlen. Der Tag des Abschlussballs wird zum Tag der Abrechnung.
Ich habe die englische Fassung Give a Boy a Gun gelesen, und sie hat mich schwer beeindruckt und erschreckt.
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Und wer es ein bisschen literarischer mag, dem sei Der Schüler Gerber von Friedrich Torberg empfohlen. Eine völlig andere Zeit, und hier ist es ein Lehrer, der Schüler solange mobbt, bis nur mehr ein Ausweg möglich scheint...
Kurt Gerber ist ein begabter Schüler und steht kurz vor der Reifeprüfung. Einziges Problem: Der herrschsüchtige und sadistische Professor Kupfer quält ihn ständig mit seinem schwachen Fach Mathematik. Kupfer unterrichtet aber nicht nur Mathematik, sondern ist auch noch der Klassenlehrer und nutzt jede Gelegenheit, die Schüler zu demütigen.
Aber nicht nur die Schule belastet Gerber: Seine erste Liebe ist eben gescheitert und sein Vater ist todkrank. Und natürlich will Gerber seinem Vater eine Enttäuschung ersparen. So bleibt ihm nur, den ungleichen Kampf mit dem übermächtigen Professor Kupfer aufzunehmen ...
Ein Buch, da unter die Haut geht und zeigt, wie Mobbing eskalieren kann ist Ich knall euch ab! von Morton Rhue. Und es lässt an die schrecklichen Ereignisse in Erfurt und anderswo denken...
Gary und Brendan werden in der Schule terrorisiert. Ihre Helden sind die Amokläufer von Littleton und sie entwickeln einen Plan, es ihren Mitschülern und Lehrern ebenso heimzuzahlen. Der Tag des Abschlussballs wird zum Tag der Abrechnung.
Gutes Beispiel! Bist mir leider zuvor gekommen, denn genau das selbe wollte ich auch gerade nennen. Kenn das Buch, da wir es ich mien in der 8. Klasse oder so in der Schule gelesen haben. Es geht unter die Haut und zeit zum einen mal wie schnell Mobbing zu solch einer Tat führen kann; wodurch es ausgelöst wird und das man es kaum oder nur schwer verhindern kann. Außerdem bekommt man einen Einblick in die Psyche eines Amokläufers. Sehr interessant.
Ich habe noch etwas gefunden. Hier wird zwar nicht der Protagonist gemobbt, aber passt doch auch zum Thema, finde ich ;)
Habe ich mal gelesen, muss schon ein paar Jahre her sein... Sehr gut geschrieben und trifft haargenau die Situation, in der sich viele Schüler befinden. Ein Außenseiter wird zum Mobber. Weil er auch einmal "jemand" sein will.
Bis jetzt war Sammy ein ganz normaler, unauffälliger, eher schüchterner Junge. Er versteht sich in der Klasse mit allen, steckt dauernd mit seinem besten Freund Leander zusammen, kommt gut mit seiner verwitweten Mutter aus. Doch allmählich verändert sich alles. Es beginnt damit, dass Leander und er sich in dasselbe Mädchen verlieben. Und Karlotta sich für Leander entscheidet. Das ist das Ende ihrer Freundschaft. Dann heiratet seine Mutter ihren Freund, sie ziehen in ein neues Haus und Sammy bekommt über Nacht zwei Stiefschwestern vorgesetzt. Er fühlt sich isoliert - nicht nur daheim, sondern auch in der Klasse. Also schließt er sich Raphael und seinen beiden Freunden an. Raphael - Außenseiter wie Sammy - hat ein ganz besonderes Hobby: Er erpresst Taschengeld von jüngeren Schülern, macht sich ein Vergnügen daraus, Schwächere zu quälen, vergreift sich an denen, die nicht wagen, sich zu wehren. Bald findet auch Sammy eine tiefe Befriedigung in der Demütigung ihm Unterlegener. Es ist der Kitzel der Macht. Unbeschreiblich. Mit nichts zu vergleichen. Süchtig machend. Bis Sammy eines Tages einen Schritt zu weit geht.
DisAster
20.07.2008, 13:47
@ Dragonheart: Mir sind auch sofort Naruto und Inu Yasha in den Sinn gekommen. :D Inu Yasha wird auch deshalb ausgeschlossen, weil er anders ist, ein Halbdämon. (die neueren Folgen sind aber echt doof und ich sehe mir an sich Animes auch gar nicht mehr an, aber ich hab halt auch Geschwister ^^)
ExLibris
23.07.2008, 12:46
Das Mädchen Carrie, im gleichnamigen Roman von Stephen King.
Trotz ihrer übersinnlichen Fähigkeiten, eigentlich ein realer Umgang mit dem Thema. Im Grunde ist Carrie zu Beginn kein schlechter Mensch, sie möchte dazugehören, und kann den Hass mit dem man ihr begegnet, nicht verstehen. Sie ist unsicher und hätte ihren Mitschülern alles verziehen. Die jedoch lassen keine Gelegenheit aus, sie zu demütigen. Rache kommt ihr zu dem Zeitpunkt noch nicht in den Sinn.
Als sie schon glaubt endlich akzeptiert zu sein, als ihr Traum wahr zu werden scheint, endet alles im großen Show-Down, wo sie vor der ganzen Schule bloßgestellt wird. Das bringt das Fass zum Überlaufen, und ihre Angst verwandelt sich in Hass. Sie wird vom Opfer zum Täter, und zum Amokläufer.
Da hast du Recht, ist eigentlich ein absoluter (Horror-) Mobbing-Klassiker.
In seinem Buch über das Schreiben an sich hat King erzählt, dass er an seiner eigenen Schule ein paar reale Vorbilder für Carrie hatte.
Eines der Mädchen wurde fürchterlich gehänselt, weil es immer die gleichen Sachen trug (wirklich immer) und keine schönen Haare hatte.
Er hat beschrieben, dass sie eines Tages (bei den Eltern erbettelt, zusammengespaart?) in einer brandneuen Garnitur und mit frischer Dauerwelle in die Schule kam.
Daraufhin wurden die Kinder aber noch agressiver, als müssten sie sie unbedingt auf den Boden zurückpressen. Als sie die Hoffnung aufgab, und die neuen Sachen (auch täglich getragen) alt und zerschlissen wurden, ging das Hänseln auf den "normalen" Pegel zurück.
Aus dieser und ein paar anderer Ideen ist dann Carrie entstanden.
Sehr ernsthafter und bedrückender Hintergrund, für eine "triviale" Horrorgeschichte.
Hallo, ExLibris,
Carrie ist auch am Ende kein schlechter, sondern ein verzweifelter Mensch.
Aber ansonsten hast Du Recht!
Bajarin
Feuerfluegel
17.11.2009, 22:07
Auch in einem anderen Stephen King gibt es ein Mobbing Opfer: In "Es".
Ben, einer der Hauptcharakter, ist dick und hat in der Schule zu leidern, aber auch Bob (hieß er so??? Ist schon solange her), ich meine den Jungen der stottert, wird auch von den Stärkeren bedrängt.
Die Gruppe aus Kinder findet sich ja gerade auf Grund des geteilten Leides zusammen.
Ganz zu Beginn des Buche habe ich schin einige Tränen vergossen, weil ich Bens Hilflosigkeit und seine Traurigkeit nur zu gut nachvollziehen konnte.
Stephen King hat es gut geschafft, das Thema Mobbing glaubhaft darzustellen, durchaus so, dass man sich darin wiederfinden konnte.
Auch in einem anderen Stephen King gibt es ein Mobbing Opfer: In "Es".
Ben, einer der Hauptcharakter, ist dick und hat in der Schule zu leidern, aber auch Bob (hieß er so??? Ist schon solange her), ich meine den Jungen der stottert, wird auch von den Stärkeren bedrängt.
Genau, ein gutes Beispiel :)
Die sieben Kinder finden sich ja im "Klub der Verlierer" zusammen: Bill (der Stotterer), Ben, Richie, Beverly, Stan, Mike und Eddie. Alle werden in irgendeiner Weise gemobbt: wegen ihres Aussehens, wegen des Stotterns, weil sie dick sind, wegen ihrer Abstammung. Und weil ihnen sonst niemand hilft, helfen sie einander.
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