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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : happy-go-lucky


nyx
21.07.2008, 20:44
Bei uns im Kino gibt es jeden Dienstag die Sneak Preview, in der Filme gezeigt werden, die erst am nächsten Donnerstag anlaufen. Das Witzige an der Sache, man weiß nicht, welcher Film gezeigt wird. Das erfährt man erst, wenn man denn drin sitzt.

Ich hab mir die Sneak vor ein paar Wochen mal angeschaut und dabei wurde happy-go-lucky (http://www.happy-go-lucky-movie.co.uk/) gezeigt, ein britischer Film vom Regisseur Mike Leigh.

Inhalt:
Poppy (Sally Hawkins) ist Grundschullehrerin im Norden Londons. Sie teilt seit über zehn Jahren mit einer Freundin die Wohnung, trinkt gerne ein Gläschen zu viel und liebt grelle Klamotten. Poppy nimmt das Leben wie es kommt und lässt sich durch nichts, aber auch wirklich gar nichts die Laune verderben. Nur ihr stest schlecht gelaunter, pessimistischer und leicht paranoider Fahrlehrer (Eddie Marsan) lässt sich partout nicht von ihrem Optimismus anstecken.

Meine Meinung:
Der Film ruft bei mir gespaltene Gefühle hervor. Einerseits finde ich ihn furchtbar, weil mir das ständige Rumgehüpfe der Protagonistin schrecklich auf die Nerven ging (wie dem Fahrlehrer ;)) und weil der Film eigentlich keine richtige Geschichte erzählt, sondern immer nur Episoden aus Poppys Leben - andererseits hat er einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, was wohl auch schon daran ersichtlich ist, dass ich mir überhaupt die Mühe mache, ihn hier vorzustellen.^^

Manches ist dem Zuschauer nicht sofort klar, bsp. welchem Beruf Poppy nachgeht. Ich hatte z.B. den Eindruck, dass so ein verrücktes Huhn wohl kaum einem "ordentlichen" Beruf nachgeht, dann stellt sich aber heraus, dass sie Grundschullehrerin ist, und das ganze Bild von ihr hat sich gleich ein Stück weit verschoben. Außerdem ist da noch der Fahrlehrer, der das absolute Gegenstück von Poppy ist. Der hat für so einige sehr lustige Szenen gesorgt und erst hatte man den Eindruck, dass er eben der verbohrte Spießer von nebenan ist, aber irgendwie hat man am Ende, als die Situation fast eskaliert, trotzdem Mitleid mit ihm.

Ich kam letzten Endes nicht umhin, die Protagonistin zu bewundern, da sie stets versucht, das Gute im Menschen zu sehen und hervor zu heben und zu helfen, wo sie nur kann, auch wenn es ihr selbst nicht so ganz geheuer ist. Irgendwie hatte jede Szene, die Anfangs nur lustig war, im Nachhinein doch eine tiefere Bedeutung, wie z.B. die Szene mit dem Jungen, der andere Schüler mobbt, hinterher aber rauskommt, dass er von dem Freund der Mutter geschlagen wird.

Ich würde dem Film fast die volle Punktzahl geben, aber einige Stellen haben sich schon sehr gezogen (z.B. die Anfangsszene, die Disco und danach, oder auch der Verwandtenbesuch). Und wie gesagt, die Lache der Protagonistin hat mich wirklich genervt. Außerdem hatte der Film keine richtige Handlung, da bei keiner Episode wirklich ein Abschluss gefunden wurde.

Deswegen meine Wertung: 3 von 5 Sternen.
Das soll nicht heißen, dass der Film Durchschnittskost gewesen wäre, sondern einfach, dass mir bestimmte Aspekte nicht so zugesagt haben.

Pantalaimon
23.07.2008, 09:55
Ja, Happy-Go-Lucky...
Ein Film, den man entweder liebt oder hasst.

Ich war gestern mit einigen Kollegen in diesem Film und war wohl die Einzige, die ihn wirklich gut fand.
Eigentlich hat nyx schon das Meiste dazu geschrieben, und da kann ich fast jedem Punkt vollkommen zustimmen.
Allerdings fand ich nicht, dass der Film keine Handlung hat. Ganz im Gegenteil. Es ist nur halt kein Actionfilm. Eher ein bisschen vergleichbar mit Amelie, nur mit dem feinen Unterschied, dass Poppy weit nerviger ist. Aber trotzdem genauso süß.

Sehr lachen musste ich bei der Flamenco-Stunde.

Die Charaktere in dem Film finde ich sehr authentisch und ich kann mir gut vorstellen, dass z.B. so ein abgefahrener Fahrlehrer bei mir um die Ecke wohnt...

Die Schauspielerin Sally Hawkins hat m.E. völlig verdient den silbernen Bären gewonnen.

Also, von mir die volle Punktzahl.