Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Psychologie
Also, ich studiere ja Psychologie, habe da dementsprechend auch ein großes Interesse dran, und weil ich hier jetzt auch schon von Dragonheart darauf angesprochen wurde, mache ich hier jetzt mal einen allgemeinen Thread dazu auf.
Hier können wir über alles diskutieren, das irgendwie mit Psychologie zu tun hat.
Egal ob Studium, Theorien über die Funktionsweise des menschlichen Geistes eure Meinung zum Thema Psychotherapie, oder was euch sonst noch so zum Thema Psychologie einfällt.
Ich kann ja einfach mal anfangen zu erzählen, was ich an Psychologie besonders spannend finde.
Denken, Lernen und das Enstehen von Kreativität und wie das alles mit der persönlichkeit zuusammenhängt, finde ich sehr spannend.
Ich möchte unbedingt mal eine Untersuchung darüber machen, ob überdurchschnittliche Intelligenz und Kreativität in irgend einer Form mit abweichendem Verhalten oder einer qualitativ anderen Art zu denken zusammenhängen. Kommt mir meiner eigenen, vielleicht absolut nicht repräsentativen Erfahrung nach manchmal so vor.
Natürlich ist das schwer herauszufinden. Intelligenz ist ja noch einigermaßen messbar(IQ-Test) aber wie operationalisiert man Kreativität? Ist ja eben nicht messbar.
Und was für Kriterien für irgendwie anders soll man nehmen? Bestimmte schon definierte teilleistungsstörungen (ADHS oder Legasthenie z.B.) wären eine Möglichkeit, oder Störungen, wie Asperger-Syndrom, Depressionen.
In Holland müssen wir schon im ersten Jahr ein eigenes Experiment entwerfen und durchführen, da werd eich aber wahrscheinlich erstmal was einfacheres machen .
Die Größere Praxisorientiertheit ist für mich auch ein Vorteil des Studiums in den Niederlanden. Im ersten Jahr in Statistik haben wir z.B. ein Fach, indem man lernt, wie man statitische Daten mit Hilfe von SPSS auswertet und darstellt. In Deutschland, wo ich vorher ein Jahr Psychologie studiert habe, hatten wir ein paar Stunden, wo uns erkllärt wurde, wie man mit SPSS arbeitet, dann sollten wir als Hausaufgabe Datensätze damit bearbeiten, was natürlich ewig gedauert hat.
Wenn einem theoretisch erklärt wird, was man machen müßte, wenn man denn jetzt einen Computer hätte, muss man sich dann zu Hause doch alles selbst zusammenreimen.
Und das gefällt mir in den Niederlanden eben besser, da lernt man so etwas wirklich in der Vorlesung bzw. Übung,dafür stehe ich dann auch gerne auf :-)
DisAster
25.07.2008, 22:33
Inteligenz sollte bzw. darf man nicht nur auf den IQ beschränken. Ich habe einmal einen netten Artikel - auf irgendeiner Internetseite - darüber gelesen, worin stand, dass sich Intelligenz aus dem IQ, der Kreativität und dem Lernvermögen zusammensetzt.
Es hieß auch, dass die Menschen im 18ten Jahrhundert durchschnittlich einen IQ von ungefähr 60 gehabt hätten. Heute ist das unterdurchnittlich, damals wäre es normal gewesen. Das läge daran, dass die Menschen einfach anders gedacht haben. Es wurde ein Beispiel angeführt. Ich weiß es nicht mehr genau, aber es ging ungefähr so:
Ein Kind ging mit seiner Familie spazieren. Auf der Weide begegnete ihnen eine Kuh. Das Kind rief: "Da ist eine Kuh!".
Heute würde man versuchen das Kind zum Lernen anzuregen und sagte: "Richtig! Und was macht die Kuh?"
Damals hieße es: "Rede nicht, wenn du nicht gefragt wirst!"
Ich persönlich glaube auch, dass beispielsweise Leonardo da Vinci kein so bedeutender Wissenschaftler gewesen wäre, wenn er denn nicht ein noch bedeutenderer Künstler gewesen ist.
Bisher dachte ich immer, es sei bereits erwiesen, dass Intelligenz mit Persönlichkeitsstörungen zusammenhängt. Einstein hatte auch Schizophrenie. Und was ist mit den Savants?
Wenn ich mich recht entsinne habe ich auch in "Spektrum", einer Wissenszeitschrift, einen Artikel über Savants gelesen. Es heißt, diese Begabungen hat jeder von uns und Savants haben oft - oder immer? ich weiß es nicht mehr genau - eine Behinderung bereits seit der Geburt oder durch einen Unfall verursacht. Deshalb meinen einige Wissenschaftler, dass wir bestimmte Bereiche in unserem Gehirn haben, die diese Begabungen unterdrücken. Der Grund dafür sei der, dass wir dann sozusagen in den Informationen "ersticken" würden. Da auch zuerst die Begabungen und dann die Bereiche, die diese Begabungen unterdrücken, entstanden sein müssen, meinen sie auch, dass unsere Vorfahren wesentlich intelligenter waren, als wir es heute sind.
Seit langem frage ich mich auch, warum im Menschen das Bedürfnis nach Kunst herrscht. Ich meine Kunst, Literatur, Musik ... All das brauchen wir nicht zum Überleben. Die Kultur ist ein Grundstein der Menschheit, aber warum hat ausgerechnet der Mensch das Bedürfnis dazu?
Bei "Unglaublich - Die Show der Merkwürdigkeiten" habe ich sogar einen malenden Elefanten gesehen. Scheinbar hat jedes Tier die Möglichkeit zur Kunst. Vögel zwitschern doch auch Melodien. Bloß scheint es beim Menschen wesentlich ausgeprägter zu sein.
Was wären wir schon ohne Kultur? Ich frage mich, wo im Gehirn wohl die Kreativität liegt. Und wo die Veranlagungen das eine besser zu können als das Andere.
Denken, Lernen und das Enstehen von Kreativität und wie das alles mit der persönlichkeit zuusammenhängt, finde ich sehr spannend.
Inwiefern hängt das alles denn mit der Persönlichkeit zusammen? Mich würde das nämlich auch interessieren. ^^
mfG
Ich finde auch nicht, dass man Intelligenz auschließlich am Ergebnis eines Intelligenz-Tests festmachen kann.
Allerdings sind Intelligenz-Tests bis jetzt die beste Methode Intelligenz zu messen.
Wobei sich da ja schon die Frage stellt, was Intelligenz ist, welche Fähigkeiten ein IQ-Test also messen sollte.
Ein großer Nachteil an herkömmlichen IQ-Tests ist auch, dass sie sehr stark kulturabhängig sind, deswegen hätten auch Mensche aus dem 18. Jahrhundert genauso wie auch Menschen aus anderen Kulturkreisen ihre Probleme mit unseren IQ-Tests, was aber nicht bedeutet, dass sie weniger intelligent sind.
Hätte man im 18. Jahrhundert einen IQ-Test entwickelt, dann hätte man den aber so konzipiert, dass man der Anzahl Aufgaben, die die Menschen durchschnittlich richtig gelöst hätten, den IQ-Wert 100 zugeordnet hätte.
Trotzdem ist es aber ein Problem, dass IQ-Tests nicht unbedingt das tatsächlich vorhandene Potential messen, sondern das Ergebnis eher davon abhängt, ob man mit der bei einem IQ-Test gefragten Art zu denken Erfahrung hat, was wiederum stark von der Ausbildung abhängt, die man bekommen hat oder eben auch nicht.
Hohe Intelligenz ist wirklich ein Risikofaktor für Persönlichkeitsstörungen, aber das würde mich eben genauer interessieren.
Warum dieser Zusammenhang besteht, oder wie Persönlichkeit mit Intelligenz und Kreativität zusammenhängt, würde mich aber noch genauer interessieren.
Savants finde ich auch faszinierend. Das Phänomen taucht aber nur sehr selten auf und muss auch nicht durch eine Schädigung des Gehirns verursacht sein, tritt aber wenn, am ehesten bei Autisten auf.
Ich glaube, die im Moment aktuellste Theorie ist, wie Du schon geschrieben hast, dass bei Savants eine Art Brems-/Kontrollmechanismus im Gehirn fehlt, der bei uns eben vorhanden ist und dafür sorgt, dass wir z.B. Reize selektieren können.
Dadurch können wir zwar währen eines Gesprächs Hintergrundreize ausblenden oder während wir z.B. am Computer sitzen, die Gedanken, die uns sonst noch so durch den Kopf gehen, bei Seite schieben, aber es gehen auch Informationen verloren.
Man vermutet wohl auch, dass das eine mögliche Ursache für Autismus sein könnte, also Rückzug als Selbstschutz bei Reizüberflutung.
Verräter
25.07.2008, 23:42
Der nc für ein Psychologiestudium mit abgeschlossenem Abitur liegt bei ca. 1,6 und wenn man nur eine Fachhochschulreife (sprich: Fachabi) gibt es Deutschlandweit nur eine einzige Universität bei der man gar nicht erst anfragen muss, wenn man nicht mindestens einen Schnitt von 1,4 besitzt. Ohne den Mindest Schnitt zu erreichen hat man je nach Uni eine Wartezeit von 6 bis 20 Semestern, in der man in keinem anderen Fach studieren "darf", da sonst die Wartezeit nicht abklingt.
Tja... und seit ich diese Informationen habe, suche ich etwas anderes was ich studieren könnte, wenn ich in zwei Jahren mein "Fachabi" in den Händen halte. (Obwohl das auch Daten von *nachdenk* 2005 sind, glaube ich...) Leider habe ich bislang nichts derart interessantes gefunden.
Wobei diese "Wundermenschen" zwar interessant sind, mich aber die "Grundlagen" momentan weit mehr fesseln.
Was unsere Rechenmaschine Hirn alles leistet ist fantastisch. Beginnend beim Lernprozess bei kleinen Kindern. (z.b. Laufen lernen, woran heutige Programmierer/Wissenschaftler bei Robotern noch immer scheitern) Dann die Frage "Wer ist der Mensch", die Persönlichkeit in Ursache und Wirkung bis zur zwischenmenschlichen Interaktion. (Da hat Warin vor kurzem einen sehr interessanten Link zu einem Wikipedia Artikel gepostet)
Und was wahrscheinlich nur begrenzt damit zu tun hat ist zum Beispiel die Hypnose.
Die menschliche Psyche ist, obwohl ich kaum etwas über sie weiß, schließlich bin ich weder Student noch habe mich jemals "wirklich" damit näher auseinander gesetzt habe und in diesen Themen höchstens Ausschnitte von Meinungen und Aussagen anderer Personen nennen kann, die ich mangels eigenes Wissens als "vermutlich wahr" oder "klingt irgendwie logisch" einstufen musste. (Jaja,... traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast)
Wall Hadrian
26.07.2008, 14:09
Abgesehen vom Abi Basiswissen kann auch ich nur mit dem aufwarten, was ich in Reportagen, Dokumentationen und Artikel zu diesem Thema lese.
Es gibt allg. wirklich nichts interessanteres, als die Psychologie des Menschen zu ergründen, wobei Abweichungen von der "Norm", wie bei Authisten, enorm zu unserem Selbstverständnis beigetragen haben.
Ich möchte unbedingt mal eine Untersuchung darüber machen, ob überdurchschnittliche Intelligenz und Kreativität in irgend einer Form mit abweichendem Verhalten oder einer qualitativ anderen Art zu denken zusammenhängen. Kommt mir meiner eigenen, vielleicht absolut nicht repräsentativen Erfahrung nach manchmal so vor.
Möchtest du nun erforschen, wie gewisse Schädigungen, oder wie die Erzieheung und das soziale Umfeld die gesteigerte Kreativität und die Intelligenz des Menschen verändern oder steigern ... X.X?
Bei Savants z.B. meint man ja nicht nur Meschen, die eine gewisse Störung haben.
Hätte auch nie gedacht, das die Art des Studierens in den Niederlanden besser ist, als in good old Germany ... o.O.
@ Verräter
Ja, dass Hirn ist sehr interessant. Ich frage mich immer wieder, wie Ideen im Gehirn entstehen, sei es für praktische Probleme, wie eine Reperatur, oder künstlerische, wie Ideen für meine Geschichten. Was macht das Hirn dabei? Man müsste meinen, dass das Hirn weit besseres zu tun hat, als sich über Geschichten Gedanken zu machen.
Außerdem ist das menschliche Gehirn das leistungsstärkste Rechenwerk der Welt. Und es läuft schon mit 60 Watt. (im TV gehört) Ein entsprechender Computer, ein Supercomputer muss es da schon sein, würde Millionen Euro Stromgeld Jahr für Jahr verschlingen.
Auch die Suche nach Kultur der Menschen ist nicht lebensnotwenig, aber jeder mag Musik. Warum? Man braucht keine Musik zum Leben, aber darauf verzichten? Nein, lieber nicht.
PoiSonPaiNter
27.07.2008, 17:05
Und was ist mit den Savants? Was sind Savants? X.X
Ok hab grad den Wiki-Beitrag überflogen,...*eyesroll*...Inselbegabte klingt weitaus einleuchtender...:(...
Die Psychologie des Menschen, ist zwar an sich ein interessantes Thema, doch denke ich, dass man bei manchen Dingen einfach nicht wissen WILL warum ein Mensch genau DAS jetzt SO getan hat!
Es ist zwar verständlich das Behörden zB versuchen hinter das Verhalten von Serienkillern zu steigen, aber muss man dabei ja auch bedenken, dass die Hdlngsweise die dieser zu Tage legt, seinen Moralvorstellungen entspricht.
In etwa wie die Diskussion über Gut und Böse. Jeder definiert sie und sich anders von daher ist die Psyche mancher/vieler Menschen eher undurchdringlich als durchschaubar, würde ich jetzt mal so behaupten..=/...
Dadurch das unser Gehirn heutzutage mehr leisten muss als damals, beschwert es sich aber auch öfter als früher. Nicht umsonst gibt es zich Arten von Migräne.
Und zu den Intelligenztesten, es hängt dabei wahrscheinlich nicht nur von der Bildung ab, sondern auch von der "Tagesform". Ist man gesundheitlich nicht auf der Höhe wird man in einem IQ-Test anders abschneiden, behaupte ich und entsinne mich an meine eigene Situation beim Lösen solcher Teste. Und bei manchen die man so von Freunden geschickt bekommt, gleichen sich die Fragen, dass da wiederum die Erfahrung bzw das Gedächtnis zu Hilfe gezogen wird! Also als objektiv würde ich solche Teste nicht bezeichnen...-.-...
SemSimkin
28.07.2008, 16:58
Es hieß auch, dass die Menschen im 18ten Jahrhundert durchschnittlich einen IQ von ungefähr 60 gehabt hätten. Heute ist das unterdurchnittlich, damals wäre es normal gewesen. Das läge daran, dass die Menschen einfach anders gedacht haben.
Oha ... na ich glaube, das wäre nahe am Schwachsinn !
Aber stimmt auf jeden Fall, dass dieser IQ sehr sehr wachsweich ist. In den amerikanischen Highschools gibt es Kurse, in denen man darauf büffelt einen IQ von 130 in den Tests zu erreichen. Die meisten schaffen das dann auch, da man lediglich diese "Spielchen" lange genug geübt haben muss.
Habe vor ner halben Ewigkeit mal einen Test (in Deutschland) gemacht und bin etwas da drunter gelandet. War auch merkwürdig, dass mein EQ (Emotionsquotient) höher als mein IQ war. Das soll bei Männern recht selten vorkommen. :rolleyes:
Psychologie ist ein Bereich der wahrscheinlich nie vollkommen ergründet werden kann. Ich bin auch der Meinung, dass sich der IQ des Menschen nicht ausschließlich mittels eins IQ-Tests ermitteln lässt.
Der IQ wurde immerhin inzwischen in 2 Teile gegliedert: Emotionale und fachliche Intelligenz, obwohl man noch mutmaßt ob es nicht weit mehr Aspekte gibt, die zu berücksichtigen wären. Vor allem interessant ist für mich, welchen bedeutenden Einfluss das unbwusste Denken einnimmt und wie es sich äußert,
vor allem wenn es wirklich so sein sollte, dass 90% von dem was wir tun unbewusst abläuft.
Psychologie, Statistik und IQ-Tests? Da stellt sich mir die Frage, warum man Psychologie studiert.
Will man Menschen testen und prüfen, um sie als fähig bzw. unfähig für eine Aufgabe zu erklären, und ihre Wahl- und Einkaufsgewohnheiten zu studieren oder will man Psychologie lernen um Mensch zu helfen ihr Leben zu meistern...
Das ist für mich ein sehr großer Unterschied. Mich würde interssieren ob im Studium dieser Unterschie auch gesehen wird. Bitte klärt mich auf.
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Vor allem interessant ist für mich, welchen bedeutenden Einfluss das unbwusste Denken einnimmt und wie es sich äußert,
vor allem wenn es wirklich so sein sollte, dass 90% von dem was wir tun unbewusst abläuft.
Ich habe nicht Psychologie studiert, nur ein paar populärwissenschaftliche Werke gelesen, und ein bisschen was auf der Sozialbetreuungsschule aufgeschnappt. Ich bin auch ein schlechter Schüler. Ich büffle für ne Prüfung, merk mir das schnell und vergess es auch genauso schnell wieder ;) Aber ne persönlich unergründbare Meinung kommt dadurch dennoch zustande.
Das Ubenwusste (schon mal besser als Unterbewusst, denn es ist ja vom Rang her nicht "unter" das Bewusstsein zu stellen, sondern einfach ein anderer Teil unseres seins):
Alleine unsere nächtlichen Träume bilden doch schon einen großen Anteil unbewußten denkens. Dazu kommen noch all die Reize, die wir unbwusst filtern, wie das Gehör, dass aus dem Lärm einer großstädtischen Straße nur das in unser Bewußtsein dringen läßt, was es als Wichtig erachtet. Das kann ja auch in einer Diskussion so sein, dass wir nur das hören was wir hören wollen...
Dann sind da die Gerüche, die ja auch auf sehr unbewußter Basis eine starken Einfluss auf die Wahrnehmung unseres Gegenübers bilden und nicht unverantwortlich für sympathie und antipathie sind.
Wir deuten auch die Körpersprache und die Mimik eines Menschen zum Großteil unbewußt.
Alleine deswegen glaube ich, dass du mit den 90 % nicht zu falsch ligen kannst.
Laut Freud gehören besonders die Triebe und verdrängte Innhalte zum Unbewussten. Die Hypnose arbeitet mit dem Unbewussten des Menschen und zu guter Letzt hat C.G. Jung sogar ein kollektives Unbewusstes der Menschheit angenommen - da würde mich interessieren, wie die heutige Meinung dazu aussieht. Ist es noch haltbar, dass die Menschheit einen gewissen archetypischen Schatz an essentiellen Erfahrungen teilt, der eine psychologische Bedeutung hat?
Intelligenz messen ... oh je - wie ist denn da die Messlatte und wozu dient das? Etwa um den ersten und letzten zu finden und dann was?
Natürlich gibt es fähigere und unfähigere Menschen. Aber wenn man mal die Durchschnittsmenschen (gleiche Kultur, Lebensalter und keine Psycho/Physio-störungen) voraussetzt ist das doch alles Mist.
Ich habe schon viele, meiner Meinung nach zweifelhafte IQ Tests ausprobiert - man hat ja auch mal Langeweile ...
Das Resultat ist dann wie ein PS vergleich beim eigen Auto mit dem Kollegen-Auto: Der tollste fühlt sich noch toller - aber mal ist man der King und mal versagt man auf ganzer Linie: Kann mir nicht vorstellen das das mit der Intelligenz so flüchtig kommt und geht.
Kreativität - finde ich ist ja gleichzusetzen wie das mit der Intelligenz und dem Geschmacksempfinden: Äußerst streitbares Thema mit offenem Ende es sei denn man Zwing seine Meinung auf ;-)
Kürzlich habe ich mal einen Guten Artikel zum Thema Kreativität gelesen:
http://www.43folders.com/2009/01/02/feeling-creative
Am besten fand ich diesen Abschnitt, denn er drückt es für mich am Verständlichsten aus, wie es mir im Umgang mit den "kreativen" manchmal geht:
"... My sense, though, is that for most people who repeatedly do (and sell) creative work, this all seems a bit like wanting to feel like a world-class athlete. Because “feeling creative” produces great work in approximately the same way that “feeling like a doctor” makes you a gifted thoracic surgeon. ..."
Echt mal auf den Punkt gebracht.
Koboldkind
26.07.2009, 16:04
Ich denke, ja, aber unter aller Wahrscheinlichkeit unterscheiden sich diese Archetypen auch wieder von Kultur zu Kultur. Doch das nun zu untersuchen, das ist ja auch Aufgabe der Psychologen.
Ach ja, Siggi und Jung... Danke für die Psychoanalyse. "Die Psychoanalyse ist die Krankheit, für deren Therapie sie sich hält."
Wahrscheinlich müsste ich mir die PA einfach mal richtig zu Gemüte führen, damit sich meine Meinung von ihr etwas bessert. Die Psycchologie an sich finde ich extrem Spannend, wobei ich sie auch etwas für eine Art Religion halte, schließlich sind ihre Behauptungen auch nur schwer zu wiederlegen oder zu beweisen. Oder es ist eher ein Mix aus Religion und Wissenschaft, wird doch viel geforscht. Und Freud ist ihr Prophet.
@IQ:
Der IQ-Test ist ein netter Zeitvertreib, der das EGo des Westlichen/zivilisierten Menschen aufputscht und wieder zu Überlegenheitsgefühlen treibt. Ein Ureinwohner Borneos wird damit nichts anfangen können. Doch ist er nicht weniger Intelligent, nur... anders. Oder kann ich im Regenwald überleben? Nur, wenn ich mich der mir zur verfügung stehenden Mittel bediene, wenn ich mich im Outdoor-Geschäft und mit ausreichend Lektüre darauf vorbereite, aber sonst...
Es gab mal einen Artikel, ausgerechnet in der Wirtschaftswoche Nr.52, über den Abschied vom bisherigen IQ-Test, denn es sollen schon bis zu zehn verschiedene Bereiche selektiert worden sein. Diese wären:
die mathematische,
die räumliche,
die sprachliche,
die naturalistische,
die musikalische,
die kinästethische, also körperliche,
die existenzielle, also auch spirituelle,
die interpersonale, also das Wissen über andere,
die intrapersonale, also selbsterkennede
und die emotionale Intelligenz.
Zu jedem dieser Bereiche wurde eine Persönlichkeit angeführt, (in dieser Reihenfolge)
Albert Einstein,
Michelangelo Buonaroti,
Goethe
Alexander von Humboldt,
Mozart,
Charlie Chaplin,
Imanuell Kant,
Coco Chanel,
Sigmund Freud (ausgerechnet die Selbsterkenntnis)
und Mahatma Gandhi.
Fazit des Artikels: Schöne neue Theorie, und wenn ich ihn ernsthaft betrachte, glaube ich es auch sehr gerne(wieder Glauben, ist halt alles nur Religion ^^)
@ Atain
Träume sind Produkt unrationalen Denkens und sicherlich zum größten Teil eine Form des Umbewussten, das jedoch nicht ausschließt, dass wir trotzdem durch etwaige bewusste Gedankengänge einen Traum auch lenken können.
Doch das kommt seltener vor, denn meist fällt das unter die Kategorie "Tagtraum", denn oftmals können wir uns morgens nach dem Aufstehen an die Träume nicht erinnern, obwohl jeder Mensch jede Nacht mindestens 1-2 Mal träumt.
Aber wesentlich ist für mich, dass dieses unbewusste Denken dann aktiv ist wenn wir dem Alltäglichen nachgehen, wenn wir Menschen begegnen oder arbeiten und wie maßgeblich das Unbewusste an der Aufnahme von Reizen und diversen Entscheidungen beteiligt ist. Aber du sagtest bereits, dass uns die Mimik und Gestik anderer Menschen bereits den ersten Aufschluss gibt, der wahrscheinlich auch einen wichtigen Faktor darstellt, und dass uns das Unbewusste damit mehr vermittelt als (mMn) wir in dem Moment in Worte fassen könnten. Nehme man einmal an, dass das Gehirn nahezu alles speichert was wir erleben, dann müsste das uns bereitstehende Repertoire an "Wissen"/Erfahrungen so groß sein, dass es schier unnachweisbar wird.
@ Atain
Nehme man einmal an, dass das Gehirn nahezu alles speichert was wir erleben, dann müsste das uns bereitstehende Repertoire an "Wissen"/Erfahrungen so groß sein, dass es schier unnachweisbar wird.
Total Recall - Die Frau die nichts vergisst - Englisch (http://www.wired.com/medtech/health/magazine/17-04/ff_perfectmemory?currentPage=all)
Die Frau die nichts vergisst ... - Lustiger Artikel und youtuben gibts da auch.
@ dugie
Dabei geht es aber fast ausschließlich um zeitliche Daten.
Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere ein besonderes Talent hat, sich vor allem Zahlen zu merken (was bestimmt nicht auf mich zutrifft ;) ).
Aber das meine ich nicht einmal, ich meinte eher Erfahrungen, die kleinsten Details die man sich merkt und unbewusst wie auch bewusst wieder in Erinnerung rufen kann.
Ischtar66
29.07.2009, 14:36
Ich weiss nicht ob es Euch schon Aufgefallen ist.In den Medien kommen Berichte von einer Mutter die ihr Säugling zerstückelt hat und meint Satan hätte es ihr befolen.
Oder ein Mann der seiner schwangeren Frau das ungeborene Kind aus dem Leib schneidet und mit dem Verschwindet.
Diese Horrormeldungen an einem Tag!
Ich dacht ich schreibe es mal rein,den ich bin der Meinung das immer mehr Menschen auf den ganzen Globus irgendwie Aussrasten.
Entweder häuften sich diese total abgedrehten Psychofälle oder kommt mir das nur so vor.
Wie seht ihr das?
Verräter
29.07.2009, 17:52
"Kranke Gestalten" gibt es glaube ich heute genauso viele wie vor 20, 50, 100 oder 200 Jahren. Ich persönlich sehe da nur 2 unterschiedliche Dinge:
1. Man erfährt schneller davon, bzw. kriegt man es überhaupt mit. Wenn "früher" jemand einen anderen Umgebracht hat, sprach man noch 2 Dörfer weiter davon, heute erfährt es praktisch sofort die ganze Welt.
2. Wir Menschen "sehen" heute wesentlich mehr als die Menschen früher, durch die globale Vernetzung. Gewaltdarstellungen, oder einfach nur bilder von Verbrechen/Tatorten/whatsoever sind heute durch die Medien praktisch allgegenwärtig. Auch ohne einmal in seinem Leben das Haus verlassen zu haben, hat jeder Jugendliche/junge Erwachsene schon z.b. hunderte von Schlägereien über das Fernsehen gesehen (sei es nun eine kurze Szene in einem Film, in einem Bericht, einer Serie, in den Nachrichten usw.).
Es gibt Forscher die der Meinung sind, dass diese "Allgegenwärtigkeit von Gewalt" bei vielen Menschen bestimmte Hemmungen nimmt und ähnliches. (Einer Aussage, der ich nicht vollkommen zustimmen möchte - da ich mich tiefer gehend noch nicht allzuviel in die Thematik eingelesen habe, die ich aber im großen und ganzen schon für durchaus möglich bis wahrscheinlich einschätze.)
Letztlich bin ich also der Meinung, dass man nicht davon sprechen kann, dass die verrückten immer zahlreicher und immer blöder werden. :)
Entweder häuften sich diese total abgedrehten Psychofälle oder kommt mir das nur so vor.
Wie seht ihr das?
Das liegt m.E. zu 99% an der modernen, digitalen und vernetzten Welt - da kann ich Verräter nur zustimmen. Denn wenn iwo ein Sack Reis umfällt - dann weiß es noch am selben Tag (oder spätestens Morgen) die ganze Welt.;)
Einen dritten Punkt würde ich aber dann noch hinzufügen:
Denn ja, irgendwo häufen sich solche Fälle dann doch - jedoch m.M.n. nur, weil die Bevölkerung auf der Welt immer mehr zunimmt - um ca. 250.000 pro Tag.
Da dürften jedesmal genug Verrückte, Geistengranke, Psychopaten oder ähnl. dabei sein, die dann in der Zukunft für entsprechende Schlagzeilen sorgen werden.
Und je mehr Menschen auf einer begrenzten Fläche leben, desto mehr Spannungen und Konflikte gibt es - ganz besonders dann, wenn (viele) verschiedene Bevölkerungsschichten etischer oder sozialer Herkunft dicht beeinanderleben.
Ähnlich sieht es auch mit den (Natur)Katastrophen aus, denn immer mehr Menschen leben in sog. "Risikogebieten". Als der Krakatau 1883 ausbrach, starben ~ 36.000 Menschen im damals sehr dünnbesiedelten Südostasien - heutzutage hätte ein ähnliches Ereignis natürlich weitaus mehr Opfer zur Folge. Es ist wohl nur (noch) eine Frage der Zeit, bis Städte wie L.A., Istanbul, Mexico-Stadt, Tokio u.a. von einem Erdbeben nahezu ausradiert werden.
Ich denke aber nicht, das solche Fälle prozentual zunehmen - nur errreichen uns wie gesagt die Nachrichten zu diesen Themen immer schneller & umfangreicher. Und immer mehr Menschen sind von diesen Ereignissen (welche auch immer) betroffen.
Ich kann Verräter und Conan nur zustimmen.
Durch die Medien haben wir nun einmal mehr Einblick über das was auf der Welt geschieht, und ich denke auch, dadurch werden vielleicht auch gewisse Hemmschwellen herabgesetzt oder aufgrund dessen vielleicht auch umgekehrt. Sicher ist, die Gewalt, der wir heute begegnen war vor Hunderten von Jahren keine andere.
Wir haben heutzutage lediglich die Möglichkeit durch die Medien schneller und vor allem überhaupt davon zu erfahren, was es zur damaligen Zeit nicht gab.
Ein weiterer Grund ist sicherlich auch die enorme Bevölkerungsdichte im Gegensatz zu früher.
Klar, haben die Menschen sich in dieser Zeitspanne verändert, aber ich bezweifle dass die Menschheit ein anderes bzw stärkeres Gefühl von Gewalt entwickelt haben. Für jeden dieser Fälle gibt es Ursachen und jeder einzelne hat einen anderen Ursprung. Deshalb wird es wahrscheinlich schwierig sein, ein endgültiges Ergebnis vorzulegen, wenn es überhaupt möglich ist.
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