Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mitteralterliche Speisen.
Wargomar
04.08.2008, 21:29
Seid Gegrüßt.
Mich würde mal interessieren, ob jemand von euch schon nach original mitteralterlichem Rezept gekocht hat.
Oder aber wie stellt ihr euch so den Geschmack vor? Z.B: ein Schweine oder Rinderbraten Besser jedoch von Getreidebrei oder Gemüsesuppen, da man sich ja damals kaum Fleisch leisten konnte.
Im Internet ist zwar einiges darüber zu lesen, jedoch kenne ich niemanden, der es mal probiert hat.
Die Sache dabei ist ja, daß man damals kaum Salz und Pfeffer benutzt hat. Geschweige dann, sonstige Gewürze.
Am W.E. ist meine Madamme außerhalb. Da währe wohl die beste Gelegenheit, das ein oder andere Rezept zusammen zu brauen.
Ich brauche solche Antworten, um möglichst nahe die Speisen, die man in meiner Geschichte zubereitet werden zu beschreiben.
Da die Hauptfigur ich selbst bin, kann ich mich da nicht auf Vermutungen verlassen.
Danke für eure Antworten
Pantalaimon
05.08.2008, 09:40
Huhu Wargomar,
ich hab mir mal dieses Buch gekauft:
Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält: Die vergessenen Küchengeheimnisse des Mittelalters
Schlemmen wie im Mittelalter. Herrlich nostalgisch! Über 120 erprobte Rezepte aus der Küche des Mittelalters, anregend illustriert mit über 116 Original-Abbildungen aus alter Zeit. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten stellt diese liebevoll gestaltete, mehrfach überarbeitete und enorm erfolgreiche Kochbuch längst vergessene Gaumenfr4euden vor. Eine schier unerschöpfliche Quelle immer neuer Genüsse!
und hab auch schon das ein oder andere Rezept ausprobiert.
Man muss allerdings tatsächlich daran denken, dass damals völlig andere Gewürze benutzt wurden.
Dafür gibt es in dem Buch auch eine Gewürzmischung, die man einmal ansetzen kann, und dann bei vielen Gerichten verwendet.
Ich such heut abend (oder morgen...) mal ein leckeres Rezept raus.
Wargomar
05.08.2008, 12:44
Sei mir Gegrüßt Pantalaimon
Du hast so eben mein Interesse geweckt.
Was Du jedoch nicht Preis gegeben hast, frage ich dich jetzt.
Wie hat es geschmeckt?
Also wenn ich um eins meinen Buchhändler anrufe, dann bestellt er es noch heut.
Dann könnte es am Freitag schon da sein, um am Samstag zu Experimenten zu Verfügung zu stehen.
Ich danke dir.
Pantalaimon
05.08.2008, 13:12
Nunja, wie hat es geschmeckt.
Wenn man sich auf die Gerichte einlässt, schmecken sie gut. Aber für unseren Gaumen etwas ungewöhnlich.
Die Gewürze sind eben anders, als in unseren Fertigprodukten oder den Speisen, wie wir sie hier gewohnt sind und zubereiten, und daher ein wenig ... exotisch.
Ich würde sagen, Geschmäcker sind verschieden, ich persönlich fand die Gerichte, die ich daraus probiert habe aber sehr lecker.
Vielleicht stöberst du erstmal in dem Buch ein wenig rum. Es sind nämlich nicht nur Rezepte angegeben, sondern auch kleine Unterhaltsamkeiten zu den einzelnen Gerichten.
Btw. Amazon liefert meist sogar innerhalb 24 Stunden ;) ich hab noch nie länger auf eine Bestellung warten müssen, auch ohne Expressversand.
Wargomar
05.08.2008, 14:01
So dann werde ich mir auch die kleinen Anekdoten zu Gemüte führen.
Scheint eine recht unterhaltsame Lektüre zu sein. Dieses Kochbuch.
Der Vorschlag mit Amazon in Ehren. Jedoch ist es mir ein Graus, meine Intimitäten in Sachen Wohn und Interessenbereich auf kommerziell eingerichtete Seiten des World wide web feil zu bieten.
Da warte ich doch lieber den Boten des Bibliothekars ab.*grins*
Es hebt das Gemüt, sich in der altertümlichen Redensart zu versuchen.
Meine Begeisterung schient grenzenlos.*vogel*
Gehab dich wohl und Dank deinem Rat.
RickyLee
05.08.2008, 17:36
Also mittelalterliche Speisen hatte ich meiner Meinung noch nicht probiert (es sei denn, da gilt auch einfach gebratenes Fleisch, das mit den Händen gegessen wird, eheeeem)
Aber römisches Essen hatte ich mal (nein, nicht Römertopf) und zwar: Fleischbällchen mit Mandel-Honig Zucchini, Linsensalat udn Pudding.
Fleischbällchen waren mega lecker... die Zucchini eher nicht *krank*
Ich kenne allerdings einige mittelalterliche Tischmanieren:
1. Nicht gleichzeitig essen und trinken, das macht nur das Vieh (naja... eigentlich macht das das Vieh eben nicht, aber es stand halt da)
2. Schmatzen ist nicht verpöhnt, es zeigt, dass es schmeckt, je lauter, je besser.
3. Die Knöchelchen beim Fleischessen einfach hinter sich werfen. (Wofür hat man sonst Bedienstete?)
Oh, doch... ich hab mal gelesen, dass man früher einfach mit Milch eingeweichtes Brot gegessen hat, wenn man nichts anderes im Haus hatte.
Oh und was ich letztens gelesen habe:
Damals hatten die Leute das noch drauf - das wahre Zuprosten. Und zwar machten die das so, dass etwas vom Getränk des Gegenübers in den eigenen Becher fiel und umgekehrt, während die Trinkgefäße aneinander prallten. Dabei schaute man sich fest in die Augen.
Sinn und Zweck dieser Sache? Man versicherte sich, dass das Getränk nicht vergiftet war und der Gastgeber oder Kumpane ein ehrbarer Mann war. Quasi ein Vertrauensbeweis.
Hab ich zumindest so gelesen ;)
Es hebt das Gemüt, sich in der altertümlichen Redensart zu versuchen.
Auch wenn es leider einfach nicht klappen will.
Konfuzius sagt: Lieber simpel richtig schreiben, als geschwollen falsch.
Gilt übrigens auch für Autoren
Ich hab noch nicht viel Erfahrung mit mittelalterlichem Essen, die Vorstellung von einem warmen Bier ohne Kohlensäure schreckt mich zu sehr ab.
Aber im Ernst, Essen ohne Salz, da frag ich mich schon, wie das schmecken kann.
Aber interessant ist es bestimmt, dass mal auszuprobieren.
Pantalaimon
05.08.2008, 21:20
Ohne diesen Thread hätte ich wahrscheinlch so schnell nicht mein leckeres Mittelalter-Kochbuch aus dem Regal gefischt...
Ich würde gerne das ein oder andere Lieblingsrezept hier vorstellen, denke aber, dass das gegen sämtliches Copyright verstößt. Daher nur mal die Namen und eine kurze Beschreibung der Gerichte, die ich ausprobiert und für lecker befunden hab.
Rezeptwünsche erfülle ich dann gerne (bei genug Zeit) per pn ;)
Also:
Kaponenbastetten mit Phlumenmuos (Hühnerfleischpastete mit Pflaumenmus-Sauce)
Darin findet sich unter Anderem: Hühnerfleisch (oder Pute), Zwiebel, Eier, saure Sahne, Weißwein, Speck und div. Kräuter.
Gemues von Lauch unnd Mangoldt (Lauch- und Mangoldgemüse)
Hier werden einfach Lauch und Mangold mit Zwiebeln, Schmalz, Knoblauch, süße Sahne und diversen Kräutern verfeinert.
Küchelin von Honeesaim (Honigkuchen nach Nürnberger Art)
Hier war die Schwierigkeit, das "Honigkuchengewürz" zu erstehen. In Supermärkten ist das nicht einfach zu bekommen... Aber dank Wikipedia recht einfach zusammen zu mischen.
Ayr von Kriechen (Armer Ritter)
Wenn man den Zimt weglässt, sehr lecker.
Ein sehr einfaches aber sättigendes und leckeres Gericht. Heißt ja nicht umsonst "Armer Ritter".
Es besteht eigentlich nur aus altem Weißbrot (es geht auch Toastbrot), das in Milch kurz eingeweicht wird, und dann in Eiern und Paniermehl gewendet wird. Danach in Schmalz ausbacken und mit Zucker (und ggf. Zimt wenn mans mag) bestreuen.
Wer mag, kann auch noch Rübenkraut dazu reichen...
So, nun hab ich Hunger bekommen.
Die Sache dabei ist ja, daß man damals kaum Salz und Pfeffer benutzt hat. Geschweige dann, sonstige Gewürze.
Das stimmt jetzt aber nicht. Es gab sehr wohl Gewürze im Mittelalter. Vor allem exotische Gewürze wie Pfeffer, Nelken oder Zimt waren aber nur dn Reichen vorbehalten. Viele Kaufleute des Mittelalters verdienten durch Gewürzhandel im Mittelalter und später ein Vermögen und den Titel "Pfeffersäcke" ;)
Der Salzabbau in Mitteleuropa begann im 13. Jahrhundert, also im Mittelalter.
Aber auch, wer sich den Luxus teurer Gewürze nicht leisten konnte, der würzte die Speisen halt auf andere Weise. Und zwar mit Kräutern: Minze, Petersilie, Liebstöckl, Salbei, Fenchel, Pimpinelle und viele andere wurden überall gesammelt oder angebaut.
Wargomar
06.08.2008, 20:34
Das stimmt jetzt aber nicht. Es gab sehr wohl Gewürze im Mittelalter. Vor allem exotische Gewürze wie Pfeffer, Nelken oder Zimt waren aber nur dn Reichen vorbehalten. Viele Kaufleute des Mittelalters verdienten durch Gewürzhandel im Mittelalter und später ein Vermögen und den Titel "Pfeffersäcke"
Nun Hartor. Du hast recht. Es liegt wohl wieder mal an meine Art, mich nicht richtig klar auszudrücken. Mir geht es hier ja eher um das einfache Volk. Also die Kraut und Rübenfresser, wie die Wohlhabenden das einfache Volk gern verspotteten.
Da war es schon etwas schwieriger, Gewürze in den Topf zu streuen. Und ich denke nicht, das die Kräuter, die du aufgezählt hast, ohne Salz, die Suppe gut gewürzt haben.X.X
Der Wargomar
Und ich denke nicht, das die Kräuter, die du aufgezählt hast, ohne Salz, die Suppe gut gewürzt haben.X.X
*micheinmisch* & ich denke sehr wohl das Kräuter viel ausgemacht haben, denke zB mal an Bärlauch ...
Ich halte ja grundsätzlich nicht viel von Salz in Speisen, bin zwar auch keine Kräuter Kennerin, aber man kann viel damit anstellen um Speisen also auch Suppen gut zu würzen. Was sich da allein mit Fisch & Kräutern alles machen lässt...
Kennt wer die Ackerbone? Die soll beliebt gewesen sein. Ich muss zugeben die hab ich in Österreich noch nie bekommen geschweige denn gesehen (kenn auch seit heut den deutschen Namen *hihi*), bekomme ich die immer aus Polen - *lecker*
Aber zu den einfachsten mittelalterlichen Speisen gehören mMn noch immer Brot, Käse ... Saisongemüse, div. eingelegte Früchte & Gemüsearten, mehr oder weniger konserviertes Fleisch, Fisch & dergleichen ach ja die verschiedensten Breiarten nicht zu vergessen.
Die Zubereitung find ich in der Tat aber interessant, Würzmethoden bestimmt ganz unterschiedlich. Denn die einfache Bevölkerung begnügte sich mit dem was die Umgebung hergab. Stell ich mir sehr einseitig vor, andererseits, wenn man sein eigenes Gemüse anbauen konnte & sich eben auf Kräutersuche begab ...
Wer hatte es da eigentlich besser? MMn müssten es doch die ländliche Bevölkerung gewesen sein, was aber die Landflucht nicht erklärt. Die waren ja noch ärmer dran in der Stadt ... Hmm - *grübel*
Na wie auch immer, die regionalen & kulturellen Unterschiede kann mann heute noch sehr gut erkennen.
Aber würdet ihr wirklich erkennen, ob ihr jetzt ein Typisches Mittelalterliches Gericht esst oder nicht, wenn ihr es vorgesetzt bekommt?
Ich denke nicht ...
Wir haben schon öfters probiert, mittelalterlich zu kochen und bisher hat alles gut geschmeckt.
Um mich mal der Diskussion anzuschliessen muss ich darauf hinweisen, daß Adelige ihre Speisen zu überwürzen pflegten, da man ja auf diese Art und Weise seinen Reichtum zur Schau stellen konnte. Desweiteren wurde fast jegliches Fleisch kleingeschnitten, weichgekocht und meist in Pastetenform (dann teilweise als Imitation des eigentlichen Tieres) gereicht, weil es ganz einfach öfters Menschen mit schlechten Zähnen im Mittelalter gab. Und da sich nur Adelige viel Fleisch leisten konnte und dies auch exzessiv nutzen, hatten diese auch eine Mangelernährung und deswegen meist einen noch schlechteren Gesundheitszustand als die Armen, die sich meist mit Getreide und Gemüse / Obst zufrieden stellen mussten.
Das letzte, was wir versucht haben, waren Krumme Krapfen und diese waren herrlich. :D Geschmacklich eine Mischung aus Pfannkuchen und gebackenem Camenbert. Falls du das Rezept haben möchtest, kannst du mir gerne eine PN schreiben und ich schicks dir dann Wargomar (da ich es auch aus einem Mittelalterkochbuch habe).
Ich war mal in so ner alten Burg zum Räuberessen...im Prinzip fand ich es fast so wie die Speisen heutzutage, nur mit viel mehr fleisch und alles so pur..
Wargomar
20.08.2008, 17:38
Hallo
Bei uns gab es am Samstag Dinkelsuppe,
Dinkel-Eintopf
schmeckt sicher auch mit Hackfleisch- oder Wursteinlage sehr gut
pro Person braucht man:
60 g Dinkel
375 ml Wasser
40 g Knollensellerie
1 Karotte
50 g Pilze
1/2 Zwiebel
1/2 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 TL Gemüsebrühe
Pfeffer, Rosmarin
25 g Sahne
Den Dinkel weicht man am besten über Nacht ein, damit er ausreichend quellen kann. Anschließend Dinkel und Sud 25 Minuten kochen. Den Sellerie und die Karotten schälen und raspeln; Pilze putzen und in Stücke schneiden; Zwiebel und Knoblauch hacken. Diese zusammen in Butter braten und kurz bevor der Dinkel fertig ist unterheben. Mit Brühe, Pfeffer, Rosmarin würzen und Sahne einrühren.
War sehr lecker
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