Hathor
05.08.2008, 21:48
Als Nachgeborener hat Heinrich Raspe, Sohn des mächtigen Landgrafen von Thüringen, eigentlich keine Aussicht auf eine einflussreiche Stellung. Doch als sein älterer Bruder Ludwig auf einem Kreuzzug stirbt, wird er Landgraf und soll das Erbe der Familie führen, bis der kleine Hermann, Stammhalter Ludwigs und dessen Frau Elisabeth, herangewachsen ist. Von Kindesbeinen an hegt Heinrich tiefe Gefühle für seine verwitwete Schwägerin, die aber erfüllt ein Gelübde und weiht ihr Leben der Kirche. Erbittert und machtlos muss er zusehen, wie sie die Burg verlässt, um unter der Aufsicht des ihm verhassten Inquisitors Konrad von Marburg ein Leben in Armut zu führen. Und dennoch bestimmt die später als Heilige Elisabeth Verehrte weit über ihren Tod hinaus sein Schicksal ...
Dieser historische Roman erzählt das Leben von Heinrich Raspe, dem Letzten aus dem Geschlecht der Ludowinger, dem Gegenkönig zu Konrad IV.
Iris Kammerer kann vortrefflich erzählen und versteht es, bei der Sache zu bleiben. Ich fand es schön, dass sie Nebenhandlungen zwar erwähnte, aber sich nicht darin verlor und immer das eigentliche Thema vor Augen hatte. Dabei ist Heinrich Raspe nun wirklich kein Protagonist, dem die Herzen zufliegen. Sein reales Vorbild wurde als derjenige verurteilt oder verleumdet (?), die "heilige" Elisabeth von der Wartburg vertrieben zu haben.
Mir gefiel dieser Charakter mit all seinen Fehlern und Schwächen. Und ich hatte wenig Sympathie für die frömmelnde und fast widerwärtige Lebensweise eines Inquisitors Konrad von Marburg oder auch für die später als Heilige verehrte Elisabeth. Was heiligmäßig daran sein soll, sich selber pausenlos zu erniedrigen und zu quälen, zu geißeln und zu hungern - für sowas fehlt mir jedes Verständnis. Heutzutage wäre die Dame ein Fall für den Psychiater.
Schön an dem Roman fand ich auch den sehr anschaulichen Einblick in die mittelalterliche Lebensweise von Arm und Reich. Iris Kammerer besitzt fundiertes Wissen und baut dies sehr geschickt in ihre Romane ein.
Dieser historische Roman erzählt das Leben von Heinrich Raspe, dem Letzten aus dem Geschlecht der Ludowinger, dem Gegenkönig zu Konrad IV.
Iris Kammerer kann vortrefflich erzählen und versteht es, bei der Sache zu bleiben. Ich fand es schön, dass sie Nebenhandlungen zwar erwähnte, aber sich nicht darin verlor und immer das eigentliche Thema vor Augen hatte. Dabei ist Heinrich Raspe nun wirklich kein Protagonist, dem die Herzen zufliegen. Sein reales Vorbild wurde als derjenige verurteilt oder verleumdet (?), die "heilige" Elisabeth von der Wartburg vertrieben zu haben.
Mir gefiel dieser Charakter mit all seinen Fehlern und Schwächen. Und ich hatte wenig Sympathie für die frömmelnde und fast widerwärtige Lebensweise eines Inquisitors Konrad von Marburg oder auch für die später als Heilige verehrte Elisabeth. Was heiligmäßig daran sein soll, sich selber pausenlos zu erniedrigen und zu quälen, zu geißeln und zu hungern - für sowas fehlt mir jedes Verständnis. Heutzutage wäre die Dame ein Fall für den Psychiater.
Schön an dem Roman fand ich auch den sehr anschaulichen Einblick in die mittelalterliche Lebensweise von Arm und Reich. Iris Kammerer besitzt fundiertes Wissen und baut dies sehr geschickt in ihre Romane ein.