Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fanatische / Übereifrige Fans
ChibiShiina
20.08.2008, 21:56
Warum dieser Thread?
Ich wurde inspiriert durch das Lesen des "Musikrichtungs- und Geschmacksthreads", wo mir der Begriff auch schon über den Weg lief. Da ich mir dachte, dass es einen eigenen Thread verdient, hab ich diesen hier mal kurzerhand eröffnet.
Okay, bevor wir zum eigentlichen Kern des Ganzen kommen, möchte ich kurz einen Umriss für den Begriff "Fanatisch" anführen, einfach um eine Basis zu schaffen.
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Fanatismus bezeichnet im engen Sinne als ...
- eine Besessenheit von einer Idee, Vorstellung und Überzeugung
und/oder
- im weiten Sinne eine besonders hohe emotionale Wertschätzung bestimmter Tätigkeiten, Interessengebiete oder Objekte (Sammelobjekte)
Wir wollen uns der definition des zweiten Punktes widmen.
Vom Begriff „Fanatiker“ leitet sich der Begriff „Fan“ ab, der aber ausschließlich im Sinne von „Enthusiast“ verwandt wird und eine überschwängliche Begeisterung für Sportler oder Popkünstler an den Tag legt.
Kurz und knapp:
- Fanatiker wollen häufig andere von ihren Absichten überzeugen
- lassen jedoch keinen Zweifel an Richtigkeit und/oder besonderen Wert seiner Überzeugung zu
- Verteidigung gegen jede Infragestellung
- ermöglicht keinen Zugang zu einer vernünftigen, rationellen Argumentation
Aus psychologischer Perspektive gehört Fanatismus zu den Phänomenen, bei denen - auf der Basis bestimmter Konstellationen von Persönlichkeitseigenschaften - Teilaspekte des Lebens idealisiert, d.h. emotional übermäßig hoch bewertet werden (siehe z.B. auch Idol, Fetischismus oder Verhaltenssucht), was meistens zu Lasten einer ausgewogenen, realistischen Selbstregulation geht. Daraus kann sich eine erhebliche Einseitigkeit der Lebensführung ergeben und es kann nicht zuletzt zu Spannungen mit Partnern oder Bezugspersonen kommen, die sich vernachlässigt fühlen.
Quelle: (teilw. in eigenen Worten wiedergegeben) Wikipedia.de (http://de.wikipedia.org/wiki/Fanatisch)
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Jetzt ist die große Frage, wo trennt man? Ab wann ist man tatsächlich ein "fanatischer Fan" und ab wann einfach nur ein Fan?
Jemand, der sich abends hinsetzt und Fangeschichten schreibt oder Zeichnet, sie online stellt und gerne darüber diskutiert?
Jemand, der sich die Freunde nach seinen eigenen Fanleidenschaften aussucht und sie fallen lässt, sobald diese sich nicht mehr so sehr dafür interessieren?
Jemand, der sich sofort persönlich angegriffen fühlt, wenn man seine Leidenschaft beleidigt?
Ohne viel vorweggreifen zu wollen, ich hab mit allen drei Aspekten bereits Erfahrungen gesammelt und hab dabei die Feststellung gemacht, dass mir Punkt 2 und 3 am ehesten haben sauer aufstoßen lassen.
Aktuelles Beispiel bei mir.
Ich bin auf Fanfictionseiten herumgestreift und hab eine, in meinen Augen, gute gefunden, Kommentare dazu verfasst und bekam auch Antworten des Schreibers. Man kam ins Gespräch, in Kontakt und schließlich im ICQ zusammen. Man unterhielt sich gut, wenn auch die Themen meist nur auf das eine Fandom beschränkt war. Machte mir zu dem Zeitpunkt nichts aus, schließlich war das Fandom noch neu für mich und man ist ja für interessante Informationen immer zu haben, wenn man noch neu in der "Branche" ist. Darüber hinaus hab ich versucht mich mal über andere, allgemeine, alltägliche Themen zu unterhalten, was irgendwie gründlich fehl schlug. Nja, hab ich mir immer noch nichts bei gedacht, ist halt so... bis dann das Interesse bei mir nachließ und ich es meinem Gegenüber sagte (ich bin sehr sprunghaft, nicht immer eine positive Eigenschaft, aber wenn mich etwas anderes mehr reitzt ^^ Ich bin ja nicht gezwungen auf ewig nur einer einzigen Sache zu fröhnen) kam die promte Antwort dass wir dann keinen Grund mehr hätten uns zu Unterhalten und wir entweder erstmal abstand halten sollten, oder vollständig den Kontakt abbrechen. Das hat mich, ehrlich gesagt, vor den Kopf gestoßen und auch überrascht, weil ich mich sonst gut mit verstanden habe.
Nja das Fazit ist, seit dem ging unser Kontakt rapide bergab. Ich wollte mich auch nicht nur immer über diese eine Sache unterhalten, hab dann versucht mal was anderes anzuschneiden, aber da stieß ich auf taube Ohren und mittlerweile herrscht seit geraumer Zeit Funkstille.
Was mir dann noch auffiel war, dass sich die oben genannte Person sehr mit dem Fandom identifizierte und kaum ein harsches Gegenwort oder Argument zuließ und sich schon mal persönlich angegriffen fühlte, wenn man etwas negatives sagte. Alles lief über diese eine Sache, seien es die o.g. Fangeschichten, die Fanpage, die Diskussionen, die abendlichen ausschweifenden Suchaktionen und allen möglichen anderen Sachen. Wenn man neu auf dem Gebiet ist, ist das ja Hilfreich und man findet es auch nicht schlimm. Aber wenn man dann nach einer Zeit merkt dass es NUR das eine Thema gibt, dann wirds etwas einseitig und man fühlt sich eingeengt. (mir ging es jedenfalls so).
Mir kam das oben genannte Verhalten schon Fanatisch vor, ein vollkommen eingenommener Fan für den es kaum etwas anderes gibt.
So jetzt seit ihr dran.
Habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gesammelt?
Was haltet ihr Allgemein davon?
Ab wann wird das Fandasein tatsächlich zum Fanatismus (also wo ist die Grenze überschritten)?
Ich würde vermuten dass das Wort "Fan" aus dem Englischen importiert wurde, wo "fanatic" irgendwann mal zu "fan" abgekürzt wurde und dann eine etwas mildere Bedeutung als "fanatic" bekommen hat.
Jemand, der sich als "echter Fan" von irgendwem/irgendetwas bezeichnet, hat wohl sicher auch einen gewissen Grad an Fanatismus, was nicht unbedingt negativ sein muss.
Nach deinem Auszug aus der WP kann man es wohl auch als "starke Begeisterung" auffassen. In dem Sinne sind dann wohl die meisten hier im Forum ein Stück weit Fantasy-fanatisch. :D
ChibiShiina
20.08.2008, 22:39
Nach deinem Auszug aus der WP kann man es wohl auch als "starke Begeisterung" auffassen. In dem Sinne sind dann wohl die meisten hier im Forum ein Stück weit Fantasy-fanatisch. :D
Der kleine aber feine Unterschied ist aber, dass man sich mit euch noch über andere Themen unterhalten kann (Off Topic halt) Es geht nicht nur um Fantasy und alles drum herum. Ich meine, sonst gäbe es den Off Topic Bereich hier gar nicht, die Taverne oder die ganzen Ecken, wo man sich einfach mal zum "quatschen" treffen kann, die mal nichts mit Fantasy zu tun haben.
Bei meinem o. g. Beispiel wars ja schon so, dass ein Gespräch in eine andere Richtung über ein anderes Thema schon äußerst schwierig war bzw. gar nicht durchführbar war.
Auch ein absoluter Fanatiker hat einen Job/geht zur Schule, isst, trinkt, trifft Leute. Er/Sie beschäftigt sich also auch nicht ausschließlich mit dem Lieblingsthema. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Es gibt natürlich Leute, die es recht weit treiben. Deswegen habe ich von "ein Stück weit Fantasy-fanatisch" geschrieben und nicht "Wir sind alle total Fantasy-bessessen und kennen nichts anderes". Das sind eben unterschiedlich starke Ausprägungen.
Hm, ich kannte auch schon Leute, die sich für eine bestimmte Sache extrem begeistert haben und teilweise ihr Leben danach ausgerichtet haben. Sie haben dafür auf sehr viele andere Dinge verzichtet und konnten es teilweise nicht nachvollziehen, wenn andere sich nicht in diesem Maße dafür begeistern können. Manchmal wurden diese Leute dann auch aggressiv, wenn man ihr Interessengebiet nicht teilte, oder haben versucht, einen mit allen Mitteln auch dafür zu interessieren. Allerdings fand ich es oft sehr langweilig und schwierig, immer nur über die selbe Sache zu reden, da ich der Meinung bin, dass das Leben sehr viele Facetten hat und man sich nicht auf eine Sache versteifen sollte.
:)
Fanatismus ist glaube ich eins der Dinge, mit denen ich überhaupt nicht kann... einige können es ausblenden, wenn jemand rein einseitig über Dinge redet, das ist mir fast unmöglich, weil ich eigentlich bei allem davon auszugehen versuche, dass es zwei Seiten hat. Mit einem Fanatiker würde ich wahrscheinlich nicht über sein umschwärmtes... Ding in einen Streit geraten, sondern über seinen Fanatismus :D
Jemand, der sich abends hinsetzt und Fangeschichten schreibt oder Zeichnet, sie online stellt und gerne darüber diskutiert?
Das würde ich zB noch nicht als fanatisch bezeichnen. Wenn man so überzeugt und begeistert von etwas ist, dass man sich von keinem Gegenargument überzeugen lässt, ist man ja praktisch gar nicht mehr in der Lage, mit anderen darüber zu diskutieren - für Fanatiker ist die Lage klar: Was ich mag, ist das Beste und ohne Fehl und wer was dagegen sagt, den kann ich nicht leiden.
Ich bringe Fanatismus auch immer bis zu einem gewissen Punkt mit Arroganz in Verbindung. Klar, normalerweise ist das nichts, was man selbst gemacht hat, aber rumzulaufen, immer mit dem Satz auf den Lippen: "Nein, das ist das beste, du kannst gar nichts anderes besser finden, achwas, lächerlich.", das ist sowas... bäh. Das "Schlimme" ist ja, dass man bei einer so starken Überzeugung eben grundsätzlich versuchen wird, sie anderen auch aufzudrängen, abhängig vom eigenen Charakter sogar vollkommen unabhängig davon, was sie dazu bzw dagegen sagen.
Wie eben in deinem Beispiel, Chibi... "Du magst das nicht (mehr)? Dann mag ich dich nicht (mehr)!" Andere aufgrund ihrer und in diesem Fall auch noch der eigenen Vorlieben zu verurteilen, ist genauso zum Kotzen wie das Verurteilen des anderen aufgrund seines Aussehens, seiner Herkunft, Religion, Sprache, blablabla.
Natürlich geht das Fan-sein in den Fanatismus über... siehe (man könnte jetzt fast jede Fangemeinde nehmen, aber hier wird's eben seeeeehr deutlich) Tokio Hotel, bzw seine Fans und Hater. ...Wtf?! Ich mein, klar, wenn ich für etwas schwärme, ja, wunderbar, aber ich muss doch dafür nicht in Ohnmacht fallen, genauso wenig wie ich es mit einem... Hundehaufen auf eine Ebene setzen wollen muss.
Auch finde ich den Rummel, der zB um einige Anime gemacht wird, hohl... oder um Harry Potter oder den Herrn der Ringe oder was weiß ich - Fanfictions sind schön und gut und ich lese auch gern immer mal wieder eine an, genauso wie ich mir gerne und manchmal stundenlang Fanarts ankucken kann - solang es in einem bestimmten Rahmen bleibt. Es interessiert mich beispielsweise nicht die Bohne, welche romantischen Fantasien eine Pubertierende über ein Date zwischen ihrem Mary-Sue-Chara und Sasuke Uchiha hat.
Für mich ist also ein Fanatiker jemand, der uneingeschränkt an das "glaubt", wofür er eben schwärmt, und es zwangshaft versucht weiterzuverbreiten. Damit wird das für mich zu etwas extrem Unangenehmen, wie alles, was auf andere wissentlich starken Einfluss nimmt - mal ganz abgesehen davon, dass die Kritik an der Sache und damit auch bis zum gewissen Punkt die Selbstkritik ausbleibt. Und ohne Selbstkritik läuft ja wohl gar nichts >_>
Ollowain
21.08.2008, 21:17
Jemand, der sich abends hinsetzt und Fangeschichten schreibt oder Zeichnet, sie online stellt und gerne darüber diskutiert?
Jemand, der sich die Freunde nach seinen eigenen Fanleidenschaften aussucht und sie fallen lässt, sobald diese sich nicht mehr so sehr dafür interessieren?
Jemand, der sich sofort persönlich angegriffen fühlt, wenn man seine Leidenschaft beleidigt?
Zu Punkt 1: Da ist jemand von etwas begeistert und/oder lebt seine Kreativität daran aus. Vollkommen in Ordnung.
Zu Punkt 2: Versteht mich jetzt nciht falsch, aber man wählt seine Freunde auch danach aus, ob man sich mit ihnen unterhalten kann. Wenn man sich mit jemandem gut versteht, ist das schonmal was, aber wenn man sich mit ihm nicht unterhalten kann, dann ist das selbst bei der größten Sympathie hinderlich.
Wenn man einen Freund aber fallen lässt, weil er nicht mehr die selben Interesses hat... Dann sollte man sich vielleciht mal Gedanken machen...
Zu Punkt 3: Kommt auf die Art der Kritik an. Wenn man sich von jemandem, der keine Ahnung vom Sachverhalt hat, anhören muss, dass das "Angebetete" totaler Schwachsinn ist, dann ist es irgendwo berechtigt, sich aufzuregen - über den Menschen, der sich anmaßt sowas ohne jegliches Wissen zu sagen...
Ich finde es nicht sooo schlimm, sich dann gekränkt zu fühlen, weil ja ein Teil der Persönlichkeit für Schwachsinn erklärt wird.
Hat die Kritik aber Hand und Fuß, muss man mit leben. Der Mensch hat sich dann Gedanken gemacht und/oder sich informiert und beschlossen, dass er es nicht mag. Solange er dann nicht versucht einem seine Meinung aufzudrängen, sollte man das auch tollerieren - man muss sich ja nicht ausschließlich über dieses Thema unterhalten :rolleyes:
Zum Fanatismus selbst:
Meinetwegen kann jemand so fanatisch sein, wie er will, solange er nicht krampfhaft versucht, mich zu bekehren, oder irgendwelche Menschen damit diskriminiert. Und solange man sich mit ihm noch gescheit über ein anderes Thema unterhalten kann...
Aber da das bei den wenigsten Fanatischen der Fall ist, geht mir Fanatismus gehörig auf den Senkel.
ChibiShiina
21.08.2008, 21:29
@Faern
Nein nein, das stelle ich auch gar nicht in Frage oder Bezweifel, dass ein Fanatiker nicht genauso zur Arbeit/Schule geht wie alle anderen auch und es dort vielleicht nicht so raushängen lässt. Aber eben weil er es dort nicht verbreiten darf/kann, kommt es dann in der Freizeit besonders zum Ausdruck. So war jedenfalls mein Gefühl gegenüber der o. geschilderten Person.
@Haramis
Ja, genau das war auch meine Schwierigkeit, die auch letztendlich zum "stillstand" führte. Ich versuche jetzt eine Aussprache, einfach um einen Schlussstrich zu ziehen. Aber es kommt da ja gar nichts. Da fühlt man sich doch ein Stück weit "benutzt", weil, naja, ich hab immer wieder hilfreich zur Seite gestanden, hab die Fanfictions durchgeschaut und dachte dabei immer, dass es eben nicht nur um diese eine Sache ging sondern auch um die Person, die dahinter stand, halt mich. Weil ich es umgekehrt so gesehen habe. Man unterhält sich schließlich im ICQ doch mit Leuten, die man symphatisch findet. Aber da befand ich mich irgendwie auf dem Holzweg.
Ich kann das auch nicht, mich lange auf eine Sache stürzen. Wenn ich jetzt mal die Serie "Dr. House" nehme, daran hänge ich fast ein Jahr, das ist schon viel für mich. Aber ich merk auch dass das Interesse daran langsam abnimmt. Hab ja schon im Eingangspost erwähnt, dass ich sprunghaft bin und das kann man noch doppelt unterstreichen.
Eine Freundin meinte letztens noch zu mir "Du bist immer noch begeistert davon? Das ist ja mal richt ne Seltenheit."
@Akissi
Normalerweise bin ich auch ein "Zweiseitendenker" aber wenn man neu im Fandom ist und sich nicht richtig auskennt ist man dankbar für jede Info die man kriegen kann... nja, bis man dann die Infoquelle nicht mehr abstellen kann und irgendwann läuft das Fass über, oder man kriegt Informationen die man eigentlich gar nicht haben will. (um ein Beispiel zu benennen: Die Familie, sowie Familienplanung, welche Haustiere, welche Schulen und was für einen Modegeschmack ein bestimmter Schauspieler hat, interessieren mich nicht die Bohne und ich möchte auch nicht mit solchen Informationen eingedeckt werden). Das war dann der Zeitpunkt wo ich die Notbremse ziehen musste.
Zitat von ChibiShiina
Jemand, der sich abends hinsetzt und Fangeschichten schreibt oder Zeichnet, sie online stellt und gerne darüber diskutiert?
Ja, das Beispiel war auch eher als "Ausgangspunkt" also der "Normalfall" (was auch immer man als Normal definiert. Manche schauen sich eine Serie auch nur an ohne sich kreativ in irgendeiner Weise dazu zu produzieren und sind trotzdem Fans) Ich würde es jetzt auch nicht zum Fanatismus dazuzählen, es ist eher ein Ausgangspunkt. ^^
Das ist ja gerade die Schwierigkeit. Man versucht dieses "Überzeugt werden" ja zu anfang noch zu ignorieren, hab ich zumindest gut geschafft. Aber irgendwann ist dann das Maß einfach voll und man kommt nicht mehr dagegen an.
Aber du sprichst über Tokio Hotel einen interessanten Gegenpart an. Die TH-Hater. Da gibt es sogar welche die sich hinsetzten und ein, ich nenne es mal harmlos "Parodievideo" von "Durch den Monsun" anfertigen. Ich meine das kostet auch Kraft und Zeit und braucht eine Idee. Könnte man das als Gegenpart definieren? So als "Anti-Fan".
Ja, diese Rummel um bestimmte Fandoms gehen mir auch gehörig auf den Zeiger. Ab dem Zeitpunkt wo Herr der Ringe zu hoch gepuscht wurde, war es bei mir abgemeldet und als der vierte Harry Potter band rauskam und sie ein riesen Trara veranstalteten, war ich aus dem Fandom verschwunden. Ich mag es überhaupt nicht von allen Seiten (Medien, Freunde, etc.) von irgendeiner gaaaanz tollen und gaaaanz supi Sache auf Krampf komm raus überzeugt zu werden. Entweder ich komm von selbst auf eine Serie oder sie zieht an mir vorüber und ich krieg sie später nochmal zu sehen.
Interessanterweise wächst Proportional zu der Meidenpräsens, und dem damit verbundenen "run" auf die Fandoms, auch der vermeindliche "Schrott" in den Fandoms, insbesondere bei den Fanfiction und man muss schon sehr selektieren um noch etwas anständiges zu finden. Um Mary-sues und Gary-stues mach ich auch nen Bogen, genauso wie um mangelnde Rechtschreibung, bescheuerte, dem Fandom nicht zugewandte Ideen und irgendwelche Szenarien die schon unter den Begriff "abstoßend" fallen.
Aber das nur am Rande erwähnt. ^^
Jetzt nur die Frage ob die Leute, die schon keine Kritik von außen zulassen, Selbstkritik überhaupt betreiben?
Edit: (Das kommt davon, wenn man ne halbe Stunde an einem Beitrag sitzt ^^"(
@Ollowain
Zu Punkt 1: Da ist jemand von etwas begeistert und/oder lebt seine Kreativität daran aus. Vollkommen in Ordnung.
Wie gesagt, siehe oben, eher ein Ausgangspunkt ^^ Jemand der ein Fan ist, der sich nicht nur etwas ansieht, sondern sich auch noch kreativ Produziert.
Zu Punkt 2: Versteht mich jetzt nciht falsch, aber man wählt seine Freunde auch danach aus, ob man sich mit ihnen unterhalten kann. Wenn man sich mit jemandem gut versteht, ist das schonmal was, aber wenn man sich mit ihm nicht unterhalten kann, dann ist das selbst bei der größten Sympathie hinderlich.
Wenn man einen Freund aber fallen lässt, weil er nicht mehr die selben Interesses hat... Dann sollte man sich vielleciht mal Gedanken machen...
Der Witz ist ja, man weiss das ja immer erst hinterher, ob man sowas sagen kann, dass man nicht mehr so interessiert ist in einer Sache und sich etwas davon zurückzieht. Um ehrlich zu sein, ich war noch zu dem Zeitpunkt guten Willens und der Hoffnung, dass mein Gegenüber das verstehen würde... was eine komplette Fehleinschätzung meinerseits war O_o
Zu Punkt 3: Kommt auf die Art der Kritik an. Wenn man sich von jemandem, der keine Ahnung vom Sachverhalt hat, anhören muss, dass das "Angebetete" totaler Schwachsinn ist, dann ist es irgendwo berechtigt, sich aufzuregen - über den Menschen, der sich anmaßt sowas ohne jegliches Wissen zu sagen...
Ich finde es nicht sooo schlimm, sich dann gekränkt zu fühlen, weil ja ein Teil der Persönlichkeit für Schwachsinn erklärt wird.
Hat die Kritik aber Hand und Fuß, muss man mit leben. Der Mensch hat sich dann Gedanken gemacht und/oder sich informiert und beschlossen, dass er es nicht mag. Solange er dann nicht versucht einem seine Meinung aufzudrängen, sollte man das auch tollerieren - man muss sich ja nicht ausschließlich über dieses Thema unterhalten
Klar, so eine Kritik ist ungerechtfertigt und plump, möchte ich fast sagen.
Aber was ist dann mit der Art von Kritik die Berechtigt ist, die nachvollziehbar und dann in den Diskussionsraum geworfen wird und dann von dem vermeindlichen Fanatiker einfach dementiert wird mit halbgaren Antworten und diese Person dann noch andere Fanatiker um sich schart um diesen einen, der es wagt zu kritisieren, fertig zu machen (Rudelfanatiker!?) und solange auf ihm herum zu hacken, bis er verschwindet oder für immer schweigt - was so ungefähr auf dasselbe hinausläuft. (Ist jetzt ein Extrembeispiel)
Das würde ich schon fast als "alle Kritiker aus dem Wege räumen" nennen.
Was nicht da ist, kann nicht kritisiert werden.
Ollowain
22.08.2008, 20:57
Aber was ist dann mit der Art von Kritik die Berechtigt ist, die nachvollziehbar und dann in den Diskussionsraum geworfen wird und dann von dem vermeindlichen Fanatiker einfach dementiert wird mit halbgaren Antworten und diese Person dann noch andere Fanatiker um sich schart um diesen einen, der es wagt zu kritisieren, fertig zu machen (Rudelfanatiker!?) und solange auf ihm herum zu hacken, bis er verschwindet oder für immer schweigt - was so ungefähr auf dasselbe hinausläuft. (Ist jetzt ein Extrembeispiel)
Das ist natürlich blöd...
Aber das kann einem mit jedem Menschen passieren, ob Fanatiker oder nicht, der auf seiner Meinung beharrt >.>
Dragonologist
05.03.2010, 21:42
Das ist lange her, dass hier ein Beitrag geschrieben wurde, aber ich finde das Thema interessant und wichtig.
Ich kenne eine junge Dame, die absolut begeistert von Satanismus und Cyberpunk ist. Irgendwie bin ich ihre Freundin, jedenfalls war ich für sie da als sie mich gebraucht hat, jetzt braucht sie mich nicht mehr so dringend aber wir habe uns gern, auch wenn ich manchmal nicht verstehe, warum.
Sie hat immense Persönlichkeitsprobleme und ist psychisch gestört, gottseidank wurde sie jetzt in Therapie genommen.
Bei ihr dreht sich der Fanatismus einerseits um ihr eigenes Leben, allerdings stufe ich das nicht als Fanatismus ein, sondern als immensen Leidensdruck, der intensiv nach außen zur Schau gestellt wird und das eigene Leben zum absoluten Gedankenmittelpunkt macht. Wenn man sie fragt wie es ihr geht bekommt man die letzten drei Jahre zu hören.
Dann gibt es aber noch den Fanatismus für Spanien, das Land ihrer Vorfahren - zwar kann sie nicht richtig Spanisch schreiben und weiß auch nicht allzu viel über Spanien soweit ich das beurteilen kann, aber hauptsache man schreit immer laut auf wenn es um Spanien geht und ist die Expertin.
Ihr Hang zum Satanismus ist so stark, dass sie mal grundlos herumgerufen hat wie toll die "9 Regeln des Satanismus" sind und ob ich sie nicht hören will. Als ich verneinte wurden meine Ohren einfach vergewaltigt, ich musste mir sie trotzdem anhören.
Genauso mit Cyberpunk.
Aber das alles führe ich nur aus, um zu bemerken, dass es erträglich wird, wenn es ihr besser geht. Wenn sie selbstbewusster ist, muss sie nicht mehr ständig ihren Standpunkt in die Welt hinausposaunen als wollte sie sich überzeugen dass sie eine Zugehörigkeit hat. Also sehe ich Fanatismus auch als eine Art Bewältigungsstrategie - eine Möglichkeit, sich auch als Außenseiter zu etwas zugehörig zu fühlen.
Ist wie alles eine Frage der Dosis. Prinzipiell mag ich es, wenn Leute sich über das "normale" Mass hinaus für etwas begeistern können und das auch nach aussen tragen. Leidenschaft ist erstmal immer eine positive Eigenschaft.
Und neben der Intensität ist auch die Zeitdauer des "Fanatismus" ausschlaggebend. Als ich damals in den Hype um die Herr der Ringe-Filme eingesteigen bin, gabs damals auch (fast) nichts anderes für mich. Ausser Metal vielleicht. Und Bier. Aber sonst nur Herr der Ringe! Solange so eine Phase auch wieder abebbt, find ich das völlig okay.
Klar, wenn man andere danach beurteilt, ob sie den Fanatismus teilen und Freundschaften zerbrechen, gehts natürlich zu weit. Aber ich denke, man kann sich fanatisch für etwas begeistern und trotzdem mit Nicht-Fanatikern auskommen.
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