Liathano
25.08.2008, 16:22
Noch kein Thread zum Hype des Sommers? Seid ihr alle resistenter als ich? ;)
Nun, "The Dark Knight" legte den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hin und steht kurz davor, in Sachen Besucherzahlen mit Titanic gleichzuziehen.
Hymnisch, nahezu orgiastisch sahen und sehen die Reviews aus - nicht nur in Fanblogs von selbsternannten Filmexperten, sondern auch in seriösen Magazinen, die gar nicht der Zielgruppe einer Comicverfilmung entsprechen.
Sicher spielte auch der Tod Heath Ledgers eine Rolle, um den Hype zu fördern, aber sicher ist nicht dieses tragische Ereignis allein Schuld an dem Erfolg von "The Dark Knight".
Ich lasse mich nicht von Hypes beeinflussen, aber ich fühle ihnen gern auf den Zahn. So also war ich letzte Woche mit einer Freundin im Kino. Halb gespannt, halb skeptisch bin ich hinein gegangen - und unglaublich begeistert rausgekommen.
Ein grandioser Film, mit grandiosen Schauspielern - und ganz gewiss kein hohler Actionstreifen ohne Tiefgang.
Ich fand es wirklich beeindruckend, welche Symbolik die Figuren entwickelt haben. Joker, das war kein simpler Mensch mehr (allein schon deshalb, weil er so allgegenwärtig war), er war für mich die Fleisch und Blut gewordene Anarchie, das Chaos, kein Verbrecher, der sich bereichern will, Rache üben, oder sonst etwas - sondern jemand, der den Menschen ihre Verdorbenheit aufzeigen will, jemand, dessen einziges Ziel das Chaos zu sein scheint. Ledgers Leistung -wenn auch mE manchmal overdone- war bemerkenswert. Das Spiel von Mimik, Haltung, Stimme - einzigartig! Schade, dass er sein Talent nie mehr unter Beweis stellen kann.
Nicht minder gut war natürlich White Knight Harvey, die Hoffnung, der strahlende Held, der das Verbrechen auf legale Weise bekämpft, der Held ohne die Maske.
Aber auch derjenige, der scheitert, der Opfer des Jokers wird und letztlich all seine Werte aufgibt. Beeindruckend, diese Metamorphose, die sich auch äußerlich zeigt. Und beeindruckend, wie aus TwoFace diesmal eine tragische, mitleiderregende Figur wurde, die man nicht einfach als "Bösewicht" einstufen kann, wie in früheren Batmangeschichten.
Nicht zuletzt ist da noch Bruce Wayne, der vollkommen zerrissene Held, der scheinbar nicht mehr gebraucht wird, wo doch die Kriminalität auf legale Weise bekämpft wird. Der sich für die Dinge, die geschehen, verantwortlich fühlt, der fürchten muss, dass er es war, der den Joker und seine Spießgesellen hervorgebracht hat. Der mit seinen Prinzipien hadert und der an seine Grenzen stößt.
Und auch die Nebenrollen haben ihre Sache nicht schlecht gemacht, im Gegenteil.
Zudem hatte dieser Film so viele überraschende Wendungen, dass er trotz Überlänge kontinuierlich spannend blieb und dass man sich immer fragte, wie es ausgehen würde, immer hoffte und bangte. Und auch Momenten, in denen der Joker das schlechteste an den Menschen hervorbrachte oder auch überrascht wurde, weil nicht alle so verdorben und egoistisch sind, wie er denkt, haben den Film für mich zu etwas Herausragendem gemacht. Und ich denke, ich werde ihn durchaus noch ein paar Mal anschauen.
Über die Logik sage ich nicht viel, nur so viel: Ich gehe mit niedrigen Logikansprüchen in einen Film, in dem ein als Fledermaus verkleiderter Typ Verbrecher jagt. Insofern wurde nicht enttäuscht, sicher gab es ein paar sehr realitätsferne Szenen, aber im Gegensatz zu so manch anderer Comicverfilmung waren diese mehr als tragbar.
Der Soundtrack ist toll, typisch Hans Zimmer, ein brillanter Kopf. Über die Synchro verliere ich nicht viele Worte. Sie war nicht schlecht, was ich aber im O-Ton gesehen habe, gefiel mir besser und ich warte sehnlichst auf die DVD, um den Film im Original schauen zu können. Gerade der Joker wirkt im Deutschen oft eher lächerlich als bedrohlich, so zumindest kam es mir vor.
Lediglich das Ende fand ich -stellenweise- etwas ... pathetisch, aber dennoch gelungen.
Trotz kleiner Mängel kann ich sagen, dass das eine der besten Comicverfilmungen war, die ich je gesehen habe. Und einer der besten Filme des Jahres ist "The Dark Knight" auch, komme da noch was wolle.
AMEN. :D
Nun, "The Dark Knight" legte den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hin und steht kurz davor, in Sachen Besucherzahlen mit Titanic gleichzuziehen.
Hymnisch, nahezu orgiastisch sahen und sehen die Reviews aus - nicht nur in Fanblogs von selbsternannten Filmexperten, sondern auch in seriösen Magazinen, die gar nicht der Zielgruppe einer Comicverfilmung entsprechen.
Sicher spielte auch der Tod Heath Ledgers eine Rolle, um den Hype zu fördern, aber sicher ist nicht dieses tragische Ereignis allein Schuld an dem Erfolg von "The Dark Knight".
Ich lasse mich nicht von Hypes beeinflussen, aber ich fühle ihnen gern auf den Zahn. So also war ich letzte Woche mit einer Freundin im Kino. Halb gespannt, halb skeptisch bin ich hinein gegangen - und unglaublich begeistert rausgekommen.
Ein grandioser Film, mit grandiosen Schauspielern - und ganz gewiss kein hohler Actionstreifen ohne Tiefgang.
Ich fand es wirklich beeindruckend, welche Symbolik die Figuren entwickelt haben. Joker, das war kein simpler Mensch mehr (allein schon deshalb, weil er so allgegenwärtig war), er war für mich die Fleisch und Blut gewordene Anarchie, das Chaos, kein Verbrecher, der sich bereichern will, Rache üben, oder sonst etwas - sondern jemand, der den Menschen ihre Verdorbenheit aufzeigen will, jemand, dessen einziges Ziel das Chaos zu sein scheint. Ledgers Leistung -wenn auch mE manchmal overdone- war bemerkenswert. Das Spiel von Mimik, Haltung, Stimme - einzigartig! Schade, dass er sein Talent nie mehr unter Beweis stellen kann.
Nicht minder gut war natürlich White Knight Harvey, die Hoffnung, der strahlende Held, der das Verbrechen auf legale Weise bekämpft, der Held ohne die Maske.
Aber auch derjenige, der scheitert, der Opfer des Jokers wird und letztlich all seine Werte aufgibt. Beeindruckend, diese Metamorphose, die sich auch äußerlich zeigt. Und beeindruckend, wie aus TwoFace diesmal eine tragische, mitleiderregende Figur wurde, die man nicht einfach als "Bösewicht" einstufen kann, wie in früheren Batmangeschichten.
Nicht zuletzt ist da noch Bruce Wayne, der vollkommen zerrissene Held, der scheinbar nicht mehr gebraucht wird, wo doch die Kriminalität auf legale Weise bekämpft wird. Der sich für die Dinge, die geschehen, verantwortlich fühlt, der fürchten muss, dass er es war, der den Joker und seine Spießgesellen hervorgebracht hat. Der mit seinen Prinzipien hadert und der an seine Grenzen stößt.
Und auch die Nebenrollen haben ihre Sache nicht schlecht gemacht, im Gegenteil.
Zudem hatte dieser Film so viele überraschende Wendungen, dass er trotz Überlänge kontinuierlich spannend blieb und dass man sich immer fragte, wie es ausgehen würde, immer hoffte und bangte. Und auch Momenten, in denen der Joker das schlechteste an den Menschen hervorbrachte oder auch überrascht wurde, weil nicht alle so verdorben und egoistisch sind, wie er denkt, haben den Film für mich zu etwas Herausragendem gemacht. Und ich denke, ich werde ihn durchaus noch ein paar Mal anschauen.
Über die Logik sage ich nicht viel, nur so viel: Ich gehe mit niedrigen Logikansprüchen in einen Film, in dem ein als Fledermaus verkleiderter Typ Verbrecher jagt. Insofern wurde nicht enttäuscht, sicher gab es ein paar sehr realitätsferne Szenen, aber im Gegensatz zu so manch anderer Comicverfilmung waren diese mehr als tragbar.
Der Soundtrack ist toll, typisch Hans Zimmer, ein brillanter Kopf. Über die Synchro verliere ich nicht viele Worte. Sie war nicht schlecht, was ich aber im O-Ton gesehen habe, gefiel mir besser und ich warte sehnlichst auf die DVD, um den Film im Original schauen zu können. Gerade der Joker wirkt im Deutschen oft eher lächerlich als bedrohlich, so zumindest kam es mir vor.
Lediglich das Ende fand ich -stellenweise- etwas ... pathetisch, aber dennoch gelungen.
Trotz kleiner Mängel kann ich sagen, dass das eine der besten Comicverfilmungen war, die ich je gesehen habe. Und einer der besten Filme des Jahres ist "The Dark Knight" auch, komme da noch was wolle.
AMEN. :D