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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kurzgeschichte Die Waldgötter


RickyLee
30.08.2008, 15:45
Der Himmel war grau und schwer wie Blei, als die Dorfleute auszogen um Holz zu sammeln. Kalt war es nicht, gerade kühl genug um die Nasenspitzen der Leute ein wenig rosa anlaufen zu lassen. Sie waren warm angezogen und praktisch: Sogar der Schamane des Dorfes, Alamarn, lief nicht wie sonst in seiner weiten, langen Kutte herum. Ein prachtvolles Kleidungsstück, Zirkel, Symbole und Runen rankten sich um die Ärmel und schimmerten nur sanft in einem bestimmten Lichteinfall. Wie ein Raubtier mit glühenden Augen, das in der Nacht blinzelte. Respekteinflößend, sicherlich. Aber zum Holzsammeln vollkommen ungeeignet. Ein wenig sehnsüchtig dachte Alamarn daran zurück, während er sich wie der Rest der Dorfbewohner einen Weg zwischen die Bäume, durch das Gestrüpp und die unwegsamen Farne bahnte, die den Boden so geschickt verschleierten, dass der nächste Schritt, nein, jeder Schritt, zur Stolperfalle werden konnte. Schnaufend ließ er den Blick schweifen, zog die kalten Fingerspitzen in die Ärmel seiner Jacke zurück und die Nase hoch. Monita, eine rundliche Frau mittleren Alters lief mit ihrer Tochter Sanah an der Hand links von ihm, tief in ein, die Stille des Waldes sehr banal durchbrechendes, Gespräch versunken. Davon einmal abgesehen herrschte angenehme Ruhe, nicht einmal die Zweige der Bäume raschelten und blendete man Monitas rechthaberisches Gejaule aus – und Alamarn war über die Jahre hinweg gut darin geworden, Dinge, die Monita sagte aus seiner Wahrnehmung zu entfernen – so war es eine wahre Pracht. Leise plitschende und platschende Tropfen fielen von Blattgrün zu Blattgrün, perlten die Rillen der Stämme herab und sammelten sich in Pfützen zu ihren Füßen, bevor das dürstende Erdreich sie aufsog. Pelziges Moos schmiegte sich an Felsen, Wurzeln und Bäume, wie grüne Hände streckten die Farne und Pflanzen ihre Blätter nach dem nebligen Licht aus. Vereinzelt entdeckte er seine Mitmenschen, die nur durch ihr vielstimmiges, leises Gemurmel und Stapfen auf sich aufmerksam machten.
Es war eher ein Murren, denn ein Gurren, dachte Alamarn. Jaja, wenn man es im Winter warm haben wollte, musste man eben Holz sammeln, da half kein Weg drum herum. Er selbst hatte zu dieser Tätigkeit ein recht liberales Verhältnis. Nicht, dass er es gerne tat, aber es musste eben gemacht werden. Als Schamane wusste er: Spirituelle Höhenflüge und eins zu sein mit der Natur wärmten im Winter leider nicht so gut, wie man es sich wünschen würde. Manche der jungen Damen und Herren des Dorfes verfielen hingegen in regelrechte seelische Tiefs, wenn sie hören mussten, dass es wieder Zeit zum Holzsammeln wurde.

Zwei Tage vorher hatte ein Sturm den Wald erschüttert, in vollkommener Dunkelheit hatte nur das lärmende Rauschen der Bäume von den Gewalten gezeugt, welche mit riesigen unsichtbaren Händen nach den Bäumem griffen. Die Kinder kuschelten sich tiefer in die Decken, die Erwachsenene sahen besorgt nach draußen, die Alten ließen sich wenig stören. Regenschauer klatschten gegen die Wände der Häuser und fegten durch alle Ritzen. Dann geschah es, diejenigen, die am nächsten am Waldrand wohnten, hörten es und Alamarn schreckte mitten in der Nacht aus dem tiefsten Schlaf auf: Der älteste und morscheste Baum aller Bäume schwankte, wie plötzlich lebendig geworden, im Sturm wie ein Metronom...
Das Schwanken wurde stärker, immer heftiger, bis es aufhörte und er begann zu Fallen...
Unaufhörlich kippte der lange Stamm, das Holzgerippe zerschellte unter seinem eigenen Gewicht am Boden.

Vor ihnen erstreckte sich die Lichtung, wo es geschehen war, und wie seltsame Pilze, die aus dem Boden gesprossen waren, standen die Dorfbewohner im Gras und betrachteten stumm das Ergebnis: Es war seltsam, sich vorzustellen, dass diese Äste, die sie bald vom Boden aufsammeln sollten, seit ihrer Entstehung mindestens 50 Meter und höher über dem Boden geschwebt hatten. Ein längst verlassenes Vogelnest fand sich in dem Gestrüpp. Rund um den gefallenen Stamm lag eine Aura aus größeren und kleineren Ästen. Alamarn ging in die Hocke und zog einen Ast aus dem Erdreich. Er hatte sich sehr, sehr fest in die weiche Erde gebohrt. Wäre dieser Baum näher an einem Haus gestanden und in die falsche Richtung gefallen...
Die kleinen Härchen an seinen Unterarmen stellten sich auf.
„Oh mann, das wird ja ewig dauern, all das aus der Wiese zu pulen!“, maulte eine Stimme hinter ihm.
Andere Leute, andere Gedanken.
Er stand auf und wandte sich herum.
„Achwas, wenn jeder mit anpackt, sind wir hier flugs fertig. Fangen wir schonmal an, die Äste aufzusammeln, während Krudo und seine Familie die Säge herbringen. Die müssten gleich da sein.“ Nichts rührte sich, kein Blatt, kein Bein. „Na, los, LOS! Je schneller wir anfangen, desto schneller sind wir fertig!“ Er ging mit gutem Beispiel voran und zog einen Ast vom Boden herauf. „Die Großen auf den einen Stapel, die Kleinen, ungefähr ab einer Armlänge lang, auf den zweiten...“

Bald war auch Krudo angekommen und machte sich daran mit seinen kräftigen Söhnen und der großen Säge den Stamm zu zerteilen. Die Restlichen organisierten sich. Alle halfen mit, nur die wirklich kleinen Kinder liefen oder saßen herum und rollten immer wieder den Hügel herunter. So auch Sanah, die kleine Tochter Monitas. Sie war nun bestimmt schon ein Dutzend Mal hinaufgestiegen und wieder herabgekullert und noch immer rief es in ihrem kleinen, weichen Gesichtchen kleine glucksende Lacher hervor. Zu spät bemerkte sie, bemerkten die Dorfbewohner das Krachen und Rauschen. Ein kleiner Tumult brach aus, Eltern packten ihre Kinder und rannten davon, die Holzfäller und Sammler ließen alles stehen und liegen und kauerten sich im Gras zusammen.
Sanah nicht.
Das Mädchen lief schwindelig im Kreis herum und versuchte nun ihre Mutter ausfindig zu machen. Monita, sie hatte ihre vier älteren Kinder erst wegtragen müssen, Sanah war ihr entgangen, saß hinter einem Baumstumpf, in Sicherheit. Sie winkte, rief leise nach ihrer Tochter, doch sie verstand wohl nicht oder wollte nicht horchen, wie kleine Kinder es eben manchmal taten. Und das ausgerechnet jetzt.
Ranken krochen unvermutet schnell dem Stamm links von Sanah hinauf, hatten in sekundenschnelle eine Baumwurzel überwuchert. Pflanzen schlängelten sich durchs Gras, dann – rumms – ein Arm, ein Pulk aus grünen Blättern ohne Gestalt, schlang sich um eine mit Efeu umwachsene Baumsäule, etwas zog daran heran, zog sich direkt auf Sanah zu.
Das Mädchen war starr vor Schreck, nur ein kleiner Stein, den jemand in die Wiese geworfen hatte, sie hob den Kopf. Eine große, moosbewachsene Schnauze schob sich ihr über das Gras entgegen, rutschte schwer über den Boden. Zwei schwarze Perlenaugen öffneten sich unter Farnen, die auf dem massiven Kopf wie Haarbüschel sprossen. Der andere Arm legte sich um die kleine Gestalt, den weichen, verletzlichen Kinderkörper und hob sie auf Augenhöhe. Monita stieß einen spitzen Schrei aus, doch statt zu ihr zu rennen und zu versuchen sie zu retten, presste sie sich auf den Boden, versank in einem kleinen Universum aus stummen Gebeten, dass der Waldgott ihre Tochter doch verschonen mögen, bitte, bitte, oh, bitte...

Aramarn war neben Sanah der Einzige, der noch auf der Lichtung stand. Er durfte es, immerhin war er der Schamane, auch wenn er die Kutte im Moment nicht trug. Ein dumpfes Grollen entbrach dem Maul des Waldgottes, er betrachtete Sanah mit seinen tiefschwarzen Augen und allen, fast allen, Dorfbewohnern erschien gerade dieser Moment wie ein Moment, in dem sich das Schicksal des kleinen Dorfes ändern sollte. Eine Antwort erschallte aus dem Wald, ein zweiter Kopf, ohne Brustkorb, ohne Schultern, nur Pflanzen, welche die Arme bildeten und in das Gestrüpp, das as Haupt bedeckte, überging, kam heran. Er war größer als der erste, wirkte älter, beinahe verwelkt. Der erste Waldgott hingegen trug neben dem grünen Moos kleine Blumen zwischen den Pflänzchen, während er Sanah voller Wohlwollen betrachtete. Die beiden sprachen in ihrer eigenen, uralten Sprache miteinander, die tief und satt in den Brustkörben der Menschen widerhallte.
Alamarn verstand sie, er hatte ihre Sprache einst erlernt. Und sie sagten ungefähr folgendes:

„Groooowlamaranaaaa“, dies war wohl der Name des zweiten Waldgottes, der gerade auf die Lichtung gekommen war. „Komm schnell her, schau mal, was ich gefunden habe!“ Growlamarana schleppte sich näher heran und grummelte.
„Achjeeeeee... Was hast du denn jetzt schon wieder angeschleppt?“ Der jüngere Waldgott hob Sanah dem Älteren entgegen.
„Ich hab einen Babywaldmenschen gefunden! Ist er nicht süß?“
„Nein, Glomnu, lass sie wieder runter, die hat doch furchtbar Angst!“
„Es ist ein Mädchen? Aber sie ist so niedlich! Darf ich sie behalten?“
„Glomnu! Die hat schon eine Mama, siehst du? Da drüben kauert ihre Kolonie.“
„Och mann...“
„Jetzt lass sie wieder runter, wenn du sie zu lange auf dem Arm behälst, verliert sie ihren Geruch und die Mama nimmt sie nicht mehr an.“
„In Ordnung.“ Glomnu streichelte zum Abschied über Sanahs Kopf. „Machs gut, Kleine.“, bevor er sie herunterließ. Die Götter des Waldes krochen über den gefallenen Baum hinweg, schenkten der Kolonie nicht weiter Beachtung und waren trotz ihrer langsamen Fortbewegung schnell wieder im Wald verschwunden.
Den Dorfbewohnern, besonders Monita, kam es trotzdem vor wie eine halbe Ewigkeit.
Ein paar Pflänzchen kräuselten sich wie zum Abschied.
Die Stille kehrte in den Wald zurück.

Dann schnellte Monita hoch aus ihrer Kauerstellung, rannte mit offenen Armen auf ihre Tochter zu und nahm sie hoch. Und genau von diesem Augenblick an verzog Sanah das Gesicht zu einer verheulten Fratzen und stieß wehleidige Laute aus, vor lauter Angst. Immer und immer wieder strich Monitas Hand über den wuscheligen kleinen Kopf ihrer Tochter, das Gesicht mit Stolz erfüllt.
„Meine Tochter, ich wusste schon immer, dass sie etwas Besonderes ist! Sie eine kleine Auserwählte, meine kleine Tochter...“ Und noch an allen nachfolgenden Tagen würde sie erzählen, dass die Waldgötter ihre Tochter zu Größerem bestimmt hatten. Der Tumult war unglaublich, Leute wurden umarmt, Hände geschüttelt, das Holzsammeln wurde auf einen anderen Tag verschoben.
Alamarn seufzte schwer, aber seine Lippen waren versiegelt.

Krudo, der Holzfäller, der ebenfalls die Sprache der Waldgötter verstand, damit, zugegebenermaßen, jedoch nicht so sehr angab wie Alamarn, machte einen Bogen um die glückliche Mutter und warf dem noch immer an der gleichen Stelle stehenden Schamanen schon während er auf ihn zuging einen schrägen Blick zu. Dann nickte er in Monitas Richtung und blickte fragend.
Alamarn hob die Schultern und wandte die Hände dem bedeckten Himmel zu. Damit wollte er ungefähr folgendes ausdrücken:
Es gab nunmal Leute, die dachten, sie würden das Gras wachsen hören. Und dabei war es nur das Stroh, das zwischen ihren Ohren raschelte.

Verräter
31.08.2008, 18:32
So... dann wollen wir einmal kommentieren!
Zur sprachlichen Ebene sage ich nichts - es liest sich flüssig und spannend, damit ist das Thema für mich erledigt.

Der Inhalt... hmm... ja! Die Dorfbewohner sammeln Holz nach einem schweren Sturm, bei dem ein heiliger Baum umgefallen ist. Der Priester wird ein wenig beschrieben, diese "Monita" und ihre Tochter werden beschrieben. Alles in allem wird eine recht friedliche Situation beschrieben, an einem kalten Wintertag in einem mittelalterlichen Dorf. Doch kaum nähern sich die Menschen dem heiligen Baum erscheint ein Waldgott. An diesem Moment herrscht Spannung pur! Auf der einen Seite diese (häßliche?) Gestalt eines Monsters/Gottes und auf der anderen Seite das kleine, vor Schreck erstarrte Mädchen.
Plötzlich erscheint noch ein zweites Ungetüm und dann...

... dann bricht die Ernsthaftigkeit des Textes abrupt ab.
Tja, da ich schätze dies war der Sinn der ganzen Geschichte, muss ich es als wirklich gelungen beschreiben. Die Lage spitzt sich dermaßen zu, dass einem die Nackenhaare zu Berge steigen. Man will wirklich dringend wissen wie es weitergeht.
Und dann scheinen die Götter nichts weiter zu sein als "Elternteil" und "Kind", die genau das selbe sagen, wie wenn ein Menschenkind einen kleinen Hasen oder ähnliches gefunden hat.
"Aber sie ist so niedlich! Darf ich sie behalten?“
Und der ältere Gott wimmelt die bitten mit exakt denselben hohlen Phrasen ab, die auch wir Menschen nutzen. Welch eine Ironie, dass die Götter in den Menschen nicht mehr sehen als die Menschen in Tieren. Und was tut die Mutter? Prompt ganz furchtbar stolz darauf sein, dass die Götter "so viel von ihrer Tochter halten".

Ein sehr schöner, ironischer aber auch ein wenig zum Nachdenken anregender Text. Gefällt mir!

Simon the Sorcerer
31.08.2008, 23:26
Hey Ricky !

Deine Geschichte... Hhm, wie soll ich sie beschreiben ? Sie war einfach :

HAMMA !!!!

Wie Verräter oben schon sagte, spannend am Anfang und herrlich lustig zum Schluß.

Ich hab wirklich herzhaft gelacht, besonders an dieser Stelle :

„Jetzt lass sie wieder runter, wenn du sie zu lange auf dem Arm behälst, verliert sie ihren Geruch und die Mama nimmt sie nicht mehr an.“
*grins*

Die Spannung zu Anfang hast du auch sehr gut aufgebaut. Du hast detailliert beschrieben ohne zu überladen, das mag ich. Die Geschichte hat sich sehr flüssig gelesen, bis auf zwei Stellen wo ich stocken mußte:

Zu spät bemerkte sie, bemerkten die Dorfbewohner das Krachen und Rauschen

Irgendwie stört mich da das zweite "bemerkt". Könnte man es nicht vereinfachen und schreiben : "Zu spät bemerkten Sie und die Dorfbewohner das Krachen und Rauschen" ?

...etwas zog daran heran, zog sich direkt auf Sanah zu.


"zog daran heran" hört sich iwi seltsam an. Vorschlag: "etwas zog sich daran hervor, direkt auf Sanahra zu".

Ah, was mir auch noch unpassend vorkam, war eine Formulierung im ernsteren Teil der Geschichte:

„Oh mann, das wird ja ewig dauern, all das aus der Wiese zu pulen!“,

Hier finde ich dei Ausdrucksweise zu "modern", es will nicht richtig in die Stimmung vom im Wald lebenden Schamanendorf passen. Später verwendest du es zwar auch bei den Waldgöttern, aber da passt es wieder in die lustige Wendung der Geschichte und heizt der Satire noch mehr ein. ;)

Bis auf die paar Kleinigkeiten jedoch, war ich sehr gut unterhalten. Eine richtig gute Kurzgeschichte.

Deshalb von mir: 4 Sterne

Grüße und mach weiter so ! :D

Iron Nemesis
01.09.2008, 15:52
uuuiii du hast echt einen wunderbaren schreibstil :) besonders aufgefallen sind mir dabei die vielen passenden vergleiche mit denen du die umgebung wunderbar schön beschrieben hast...
das einzige was mir negativ aufgefallen ist, (was aber wohl eher geschmackssache ist) ist die sprache der götter... wenn götter sprechen stelle ich mir alles andere also so einen dialog vor... aber wie ich später gemerkt habe, ist das wohl gerade der witz an der geschichte ;)
ich bin wohl auch nur einer der das rascheln des strohl zwischen meinen ohren hört :D (die letzten zwei sätze sind wirklich äußerst ... na ich weiß kein wort dafür... ich find sie einfach köstlich) *grins*

lg Iron

Elyon
01.09.2008, 19:24
Wieder so eine typische Ricky- Geschichte^^: Supermega spannend und doch irgendwie lustig, das man nicht weiss, ob man jetzt lachen oder den Atem anhalten soll
Mir ist schon etwas aufgefallen, aber das haben alle vor mir schon geschrieben, also halte ich es nicht für erwähnenswert.
Und das mit diesen Waldgöttern...
Du hast diese Götter fast so hingestellt, dass sie albern wirkten, aber eben doch nicht richtig, ich habe sie mir immer noch fürchterlich hässlich vorgestellt...
Also diese Geschichte ist dir (wieder mal^^) gelungen! *thumbsup*

Ollowain
01.09.2008, 21:23
Was das Positive angeht, kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen :)
Ganz toll gemacht, Ricky *thumbsup*

Das einzige, was mich etwas gestört hat, war der Anfang. Den ersten Teil fand ich einfach etwas zu lang. Klar, er ist für die Stimmung ünerlässlich, aber für meinen Geschmack ein kleinwenig zu lang.

Aber alles in allem sehr schön. Vor allem, weil man mal wieder ganz sanft zum Nachdenken angestubst wird :D Einfach genial^^

RickyLee
01.09.2008, 22:21
Ohhhh, danke danke dankeeeeee! ^^

@ Verräter: Danke für den ersten Post! Und dann gleich so ein netter ^^

@ Simon the Sorcerer: 0.o lila megaschrift, coool...
Der Satz mit den Dorfbewohnern soll ein wiederholender Relativsatz sein. Zum spannungsaufbaaaauuuuuu... 0.o scheinbar stolpert man eher beim Lesen drüber...

Und ich finde "sich zu etwas heranziehen" passt perfekt. Der Kopf schleift bei der Formlulierung richtig über den Waldboden. o.o wüsste zumindest keinen besseren... "Daran hervor ziehen" finde ich ehrlich gesagt noch irritierender.

Und das mit "aus der Wiese pulen". Naja, es ist wie bei den Waldgöttern. Der Ernst der Lage (der umgekippte Baum) gegen das banale Geschwätz der Dorfbewohner. Daher finde ich, passt das ganz gut.

@ Iron Nemesis: "ich bin wohl auch nur einer der das rascheln des strohl zwischen meinen ohren hört"
Iwo, sind wir dafür net auch alle etwas anfällig?
Es ist ja nur eine saloppe Übersetzung, in Wirklichkeit ist die Sprache ja auch total ehrwürdig und uralt und so... :D

@ Elyon "Wieder so eine typische Ricky- Geschichte^^: Supermega spannend und doch irgendwie lustig, das man nicht weiss, ob man jetzt lachen oder den Atem anhalten soll"
Wah, das hört sich fast an, als hätte ich jetzt nen Qualitätsstempe, coool!
...
...
...
...
O.O AAAARGH, ich halt den Druck nicht auuuuuus!!! XDDD

@ Ollowain
"Das einzige, was mich etwas gestört hat, war der Anfang. Den ersten Teil fand ich einfach etwas zu lang. Klar, er ist für die Stimmung ünerlässlich, aber für meinen Geschmack ein kleinwenig zu lang."
Bin wohl grad zu sehr von meinem eigenen Privatleben belastet...
Hast DU ne Ahnung, wie viel man über Holz schreiben kann, wenn man Stunden damit zubringt, dem Baum übers Fällen, Zersägen, Spalten und Einlagern und Werdegang zum zur Asche werden zu helfen?

Viel.

Sehr viel.

Und versuch dir hinterher mal mit den ganzen Holzkrümelchen und dem Staub in der Nase dieselbige zu putzen das ist...
... naja, auch egal.

@ All: ^^ Vielen Dank fürs Lesen und Danke fürs Bewerten, natürlich!

Ollowain
02.09.2008, 21:27
@ Ollowain
"Das einzige, was mich etwas gestört hat, war der Anfang. Den ersten Teil fand ich einfach etwas zu lang. Klar, er ist für die Stimmung ünerlässlich, aber für meinen Geschmack ein kleinwenig zu lang."
Bin wohl grad zu sehr von meinem eigenen Privatleben belastet...
Hast DU ne Ahnung, wie viel man über Holz schreiben kann, wenn man Stunden damit zubringt, dem Baum übers Fällen, Zersägen, Spalten und Einlagern und Werdegang zum zur Asche werden zu helfen?

Ich kann dir sogar sagen, wie sehr man den Muskelkater hinterher verfluchen kann ;)

Simon the Sorcerer
02.09.2008, 23:06
@Ricky und Ollo:
Oder wie man sich die Spreißel abends mit der Pinzette aus den Händen friemelt, wenn man so dämlich war keine Handschuhe zu tragen !;)

*Sorry fürs Off Topic*

Grüße

An'wén
04.09.2008, 15:20
Hallo
Ich finde die Geschichte wie meine Vorgänger auch gelungen, sonst hätte ich sie auch gar nicht bis zum Ende aufmerksam gelesen.

Mir sind jedoch ein paar Fehler im ersten Abschnitt aufgefallen. Ich will nicht allzu kleinlich wirken, aber ich schreibe sie dir mal hier herein:

"...während er sich wie der Rest der Dorfbewohner einen Weg zwischen die Bäume, durch das Gestrüpp und die unwegsamen Farne bahnte..."
-> da würde ich "sich einen Weg zwischen den Bäumen, dem Gestrüpp...." schreiben

und
"...da half kein Weg drum herum"
Wenn dann "Kein Weg half daran vorbei"


Des Weiteren sticht für mich die Sprache der Waldgötter auch ein wenig unangenehm hervor, insbesondere das "Och mann", aber insgesamt gesehen besitzt die Geschichte wirklich einen charmant ironischen Unterton, der mich wahrhaft zum Schmunzeln bringt.

Liebe Grüße
An'wén

Lythande
04.09.2008, 18:06
Hallo,

da ich selbst eine fleißige Schreiberin von Geschichten bin, muss ich hier auch mal Kommentieren.

Die Geschichte ist dir wirklich gelungen und hat mich vom Anfang bis zum Schluss bei der Stange gehalten. Die Waldgötter verwenden eine fast kindliche Sprache: finde ich trotz allem passend, da Waldgötter uralt und dem Leben zugewandt sind. Sie sehen vielleicht etwas größeres in der Kleinen, als nur einen einfachen Dorfbewohner und da könnte ich mir vorstellen, dass es hier nicht nur um den alten Schamanen geht, sondern weiter um das Kind. Sanah könnte die Nachfolge des Schamanen antreten oder sonstige Abenteuer erleben. Ich kenne mich mit Naturreligionen und Schamanismus aus und das könnte durchaus von einer Kurzgeschichte in einen Roman münden.

bastele da doch noch weiter. *Nur meine Meinung*

Die beste Stelle fand ich, als der Waldgott Sanah hochhob und sie behalten wollte. Es wirkte authentisch und das ist die Maxime (finde ich) einer guten Geschichte - authentische Handlung, Personen, Gefühle usw. usw.

Gruß
Lythande

OwenJackson
26.02.2009, 00:09
Mmmhh.
Wie beginne ich?
Da ich noch sehr unerfahren bin, ist es für mich schwer gut zu kommentieren.
Also, das Grundschema gefällt mir sehr gut.
Holzvorrat muss geholt werden - Die Menschen haben Angst, tun es aber trotzdem - Waldgott erscheint und versetzt alle in Angst und Schrecken.
Im Nachhinein fand ich die Geschichte etwas zu unernst.
Als ich anfing, stellte sich alles auf eine sehr große Dramatik ein, aber die Dramatik blieb irgendwie aus.
Mir war es ein wenig zu friedlich und zu glücklich ausgegangen.

Zum Schreibstil.
Hier habe ich viel gelernt was ich tun möchte und nicht tun möchte.
Die paar Rechtschreibfehler spreche ich nicht an, aber mir kamen manche Sätze unschlüssig vor.
Halt so auf die Art, du denkst Dir einen Satz, Du fängst an zu schreiben und während dem Schreiben änderst du den Satz.
Öfter hatte ich das Gefühl dass manche Sätze viel zu lang waren, auch der erste Absatz schien mir etwas zu lang.
Wenn ich schreibe werde ich sehr lange Sätze seltener nutzen, eher auch kurze und bündige Sätze bedacht sein.

Mein abschliessendes Fazit:
Eine gute, interessante Geschichte die zwar nicht ganz meinen Geschmack trifft aber dennoch ein Lob verdient.
Nur weiter so.

RickyLee
04.03.2009, 00:12
@ An´wen: Sorry, dass ich erst so spät zurückkommentiere *seufz*
Vielen Dank, ich werd deine Vorschläge in den Originaltext übernehmen ^^!

@ Lythande: Also ich hab... mir sogar überlegt, da weiter zu machen, ernsthaft ^^ du hast mich da wirklich auf ne Idee gebracht. Mal schaun, was daraus noch wird ^^

@ OwenJackson

Danke für das Kommentieren meiner Geschichte! Freut mich, dass du daran für dich persönlich etwas lernen konntest.

Nun zu dem, was du kritisierst:

Als ich anfing, stellte sich alles auf eine sehr große Dramatik ein, aber die Dramatik blieb irgendwie aus.
Mir war es ein wenig zu friedlich und zu glücklich ausgegangen.


Joa... das war auch Sinn und Zweck der Geschichte.
Naja, es ist ja auch Geschmackssache. Entweder man amüsiert sich über das Ende oder man ist enttäuscht. Dass die Story nicht leicht zu schlucken ist, ist mir klar...
Natürlich hätte ich die Geschichte mit einem gewaltigen Blutband enden lassen können mit einer großen Prophezeiung oder einem anderen epischen Ende, das wäre für mich eine Leichtigkeit gewesen. Aber das wäre ja vorhersehbar gewesen... und eben genau das, was man erwartet hätte, bzw. was die Dorfbewohner erwarten würden und was sie blind für die Realität macht: Die Waldgötter sind (irgendwo) auch nur "Menschen".

Oder was wäre ein Alternativende deines Geschmacks gewesen? ^^

Halt so auf die Art, du denkst Dir einen Satz, Du fängst an zu schreiben und während dem Schreiben änderst du den Satz.
Könntest du mir ein Beispiel dafür geben? Würde mir weiterhelfen, im Moment kann ich mit dem Kritikpunkt noch nichts anfangen.

Und ja: Ich mache Bandwurmsätze, ich weiiiß... und ich arbeite daran öfters mal nen Punkt zu machen, das tut meinen Geschichten schon ganz gut ^^
Genauso muss ich meine Flut von Adjektiven mal eindämmen *sfz* aber jeder (Hobby-)Autor hat ja so seine persönlichen Baustellen...

Rano Syllien
05.03.2009, 11:20
Ich muss sagen, wirklich einer herrliche Geschichte. Die Idee das Götter uns als eine Primitive Rasse ansehe find ich grandios.

Was die Passagen

...etwas zog daran heran, zog sich direkt auf Sanah zu.

Zu spät bemerkte sie, bemerkten die Dorfbewohner das Krachen und Rauschen

betrifft, fand ich überhaupt nicht störend, ist sowieso dem Schreiber frei gestellt wie er es Schreibt. Und nicht wenige Meisterautoren schreiben auf die Art.

Ansonsten kann ich Lythande nur beipflichten, schreib weiter daran aber vergiss nicht das Sympathische Wessen der Götter bei zu behalten.

MfG Rano Syllien

Werwolf95
14.03.2009, 21:34
Hey echt klasse geschichte ;)

Wie Rano ja schon sagte finde ich es ebenfalls genial eine art Gottheit als primitive Rasse darzustellen.:D
ich finde die Geschichte hat ein sehr erfrischendes Ende.
und da ist auch was wahres dran finde ich
a) an dem Spruch zum schluss xD
und b) daran, dass sich menschen so leicht etwas einbilden, wenn es irgendwie anders ist
wenn man bedenkt was die zei wesen gesagt hat und die reaktion der Mutter :D
echt lustig
dein Schreibsitl gefällt mir ebenfalls sehr gut, vorallem die vielen Bildlichen darstellungen, nur manche Textpassagen waren auf den ersaten Blick unverstänlich aber das stört nicht :)
*thumbsup*
eine würdige 100:)

Yena
15.03.2009, 19:14
Also erstmal: Ich fand die Geschichte toll. Wie die Spannung aufgebaut war mochte ich sehr, auch der Humor ist nicht zu kurz gekommen, finde ich. Siehe: "...wenn du sie zu lange auf dem Arm behälst, verliert sie ihren Geruch und die Mama nimmt sie nicht mehr an.“ Hab ich wirklich drüber lachen müssen. Und auch den Gegensatz zwischen dem tatsächlichen Gespräch der Waldgötter und dem, was diese Monita daraus macht fand ich köstlich.

Ein bisschen Kritik habe ich aber auch. Wie vorher schon gesagt würde, hat mich dieser Satz: „Oh Mann, das wird ja ewig dauern, all das aus der Wiese zu pulen!“ etwas gestört, da die Sprache, meines Gefühls nach zu modern ist. Aber das wurde ja schonmal gesagt und auch, dass diese lockere Sprache später nichtmehr stört, sondern einen Teil der Pointe ausmacht. Kann ich auch nur zustimmen.

Ich will jetzt auch nicht alles wiederholen, aber zu lange Sätze haben mich kaum gestört, aber vielleicht bin ich das auch gewöhnt, weil ich laut einer Freundin selbst so schreibe.
Besonders toll aber finde ich, wie du die Stimmung eingefangen hast. Ich glaube, deshalb kann ich der Story auch alle kleinen Mängel, die angesprochen wurden verzeihen, weil sie auf mich wirkt.