Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Saisonabhängiger Lesegenuss?
Rotkätzchen
04.09.2008, 11:03
Geht es euch auch so - oder vielleicht auch nur in vereinzelten bestimmten Fällen - dass die Jahreszeit bzw. das Wetter die Wahl eurer Lektüren beeinflusst?
Bei mir ist das ziemlich ausgeprägt, wie ich immer mehr feststelle. Ich glaube, das reale Umfeld beim Lesen ist bei mir ziemlich entscheident, für welche Lektüre ich mich aktuell entscheide bzw. in welchem Ausmaß mir die gewählte Lektüre dann überhaupt zusagt. Freilich ist die Beeinflussung nicht so groß, dass aus einem schlechten Buch zur rechten Jahreszeit ein gutes werden könnte oder anders herum. Aber das äußere Ambiente spielt durchaus eine Rolle bei mir.
Ein Buch wie Die Au-Pairs hätte ich zum Beispiel niemals im Winter angefasst. Es ist ein Strand- und Freibad-Lektüre, die ich zur kalten Jahreszeit wahrscheinlich nach 50 Seiten wieder weg gelegt hätte. Indridasons Island-Krimis wiederum sind für mich eine klare Winterlektüre, weil unsere Winter oder der stürmische Spätherbst noch am ehesten den zumeist in den Büchern dargestellten Wetterverhältnissen Islands entsprechen. Donna Leons Venedig funktioniert dagegen wieder eher im Frühling oder Sommer. *cool*
Eine solche Einteilung gilt aber auch für Fantasy- und Sci-Fi-Lektüren. Zumindest versuche ich die Bücher vor dem Lesen entsprechend eine Jahreszeit einzuordnen, an der sie mir am besten gefallen könnte. Eines meiner nächsten Bücher wird der Wälzer Die Hyperion-Gesänge sein. Einfach weil mir für eine Geschichte um Raumschiffe und fremde Welten im kalten Weltall der frühe oder vorgerückte Herbst sehr passend erscheint.
Elfenwinter habe ich seinerzeit dem Titel entsprechend im Winter gelesen. Nun ja, da wiederum hatte ich das Gefühl, dass das Frühjahr besser gepasst hätte. Der Winter als Jahreszeit spielt schließlich auch keine wirkliche Rolle im Buch. Naja bis auf die Kämpfe auf dem Eis um den steinernen Garten vielleicht.
Für Harry Potter wiederum, wo jedes Buch einen ganzen Jahreszyklus umfasste, fand ich stets Frühjahr oder Herbst am passendsten. Unbeständiges Wetter, mal Regen, mal Sonnenschein, ganz wie in den Büchern.
Bin ich die einzige mit so einem Tick? :D
Also ich finde es gar nicht mal schlecht, im Sommer am Strand von Winter und Kälte zu lesen. So habe ich z. B. in Griechenland "Song of Ice and Fire" von Martin gelesen. Das geht. :)
Aber bei mir gibt es auch sowas wie ein Saisonauswahl. Dicke Bücher oder schwere Bücher lese ich nur dann, wenn ich auch ausreichend Zeit haben. D. h. im Urlaub oder im Winter, wenn ich tendenziell eher mehr lese.
Melyanna
04.09.2008, 16:08
Also ich finde es gar nicht mal schlecht, im Sommer am Strand von Winter und Kälte zu lesen. So habe ich z. B. in Griechenland "Song of Ice and Fire" von Martin gelesen. Das geht. :)
Dito - da ich es (auch) auf englisch gelesen hab, mußte das schon in den Sommer und an den griechischen Strand gelegt werden. Im Winter, abends, vorm Schlafen gehen? Da fehlt mir doch ein wenig die Konzentration für.
Ansonsten finde ich die Einteilung spannend. Ich hab keine Ahnung, ob ich mich von Jahreszeiten beeinflussen lasse - wenn dann wohl unterbewußt. Im Endeffekt lese ich halt das, worauf ich gerade Lust habe und was mir in die Finger kommt. Ich glaub Horror lese ich tatsächlich vermehrt im Herbst, weil es dann einfach gruseliger ist.. aber konnte ich noch keine Muster bei mir selbst erkennen.
Wobei - bei Gablé-Büchern ist das anders. Die liebe ich so abgöttisch, dass sie zuerst immer ein 3/4-Jahr im Regal stehen, bevor ich sie anfangen. Einfach um die Vorfreude zu steigern. Egal welche Jahreszeit ist. *schäm*
Ich weiß noch nicht mal, ob ich "Song of Ice and Fire" im Winter lesen wollen würde. Ich meine, dann ist es draußen kalt und hat Minusgrade und dann kuschelt man sich in Bett und liest dann von den Szenen mit John Snow an der Mauer. Da friert mich jetzt schon. ;)
Ja, ein wenig achte ich schon darauf. Wenn ich beispielsweise im Klappentext lese, dass eine Handlung zu Weihnachten oder im dichten Schneetreiben passiert, dann hole ich es erst im Winter hervor. Es hat zwar einen besonderen Reiz, am Badesee bei glühender Hitze von klirrender Kälte zu lesen. Aber mehr Atmosphäre kommt bei mir auf, wenn ich das in eine warme Decke gekuschelt und mit dampfender Teetasse neben mir tue.
Allerdings: wenn ich neue Bücher meines Lieblings-Isländers bekomme, dann lese ich die sofort. Egal, zu welcher Jahreszeit ;)
Für mich sind zB die Harry-Potter-Romane eher Herbstlektüre. Vielleicht, weil das Hogwartsjahr im September beginnt und ich dann besser "mitleben" kann.
Also mir geht das bei den Büchern und Filmen von Jane Austen so. Darauf habe ich immer im Winter Lust. Allerdings ist mir das vor diesem Thread gar nicht aufgefallen, weil ich nie drüber nachgedacht habe... :D
Der Goldene Kompass lässt sich in der Hitze überhaupt nicht lesen! Aber da kommt es mir gar nicht so auf die Jahreszeit an, sondern nur auf die Temperatur. Abends und nachts kann ich dieses Buch auch im Sommer lesen...
Also ich könnte von mir nicht behaupten, dass es bei mir von der Saison abhängt, was ich gerade zu lesen gedenke ... Wobei ich im Winter weitaus mehr lese, als im Sommer, da ich im Sommer einfach mehr unterwegs bin und weniger Zeit für Bücher habe, also ist es schon so, dass dicke Bücher schon eher bis zum Winter liegen, bis ich sie dann wieder anrühre - es sei denn, sie sind so spannend, dass sie mich sogleich fesseln.
@Rotkätzchen: Ich fände es schön, wenn du vielleicht genauer beschreiben würdest, wie es sich bei dir äußert, dass es so saisonabhängig ist.
Rotkätzchen
05.09.2008, 11:11
@Rotkätzchen: Ich fände es schön, wenn du vielleicht genauer beschreiben würdest, wie es sich bei dir äußert, dass es so saisonabhängig ist.
Nun, es beeinflusst schon mal die Reihenfolge bzw. die Auswahl künftiger Lektüren. Im Normalfall habe ich immer 5-6 Bücher zu Hause stehen, die auf eine Lesung warten. Ich freue mich zum Beispiel sehr auf den neuen Indridason, allerdings werde ich damit warten, bis schlechteres Wetter angesagt ist. Wenn ich in etwa weiß, welche Wetterverhältnisse im Buch eine Rolle spielen, versuche ich auf einen entsprechenden Augenblick bzw. einen passenden Monat im echten Leben zu warten, bevor ich mich darauf stürze. Ich empfinde die Lektüren dann bedeutend intensiver. Wobei das im Buch beschriebene "Wetter" eigentlich gar nicht das Entscheidende ist. Manche Bücher sind trotz Sommerverhältnisse kalt wie Eis - oder anders herum.
Meistens ist es einfach ein Gefühl, wann und wie ich zum nächsten Buch greife. Ob meine Einschätzung dann richtig war, erschließt sich mir nicht zwangsweise. Auch das ist dann lediglich ein Gefühl, ob es sich "richtig" anfühlte, dieses Buch im Winter (oder wann auch immer) gelesen zu haben. Ich tippe ehrlich gesagt ebenso oft daneben wie ich das Gefühl habe, den richtigen Zeitpunkt getroffen zu haben. Bei mindestens 50 % aller konsumierten Bücher verhält es sich jedoch so, dass der äußere Einfluss, also die realen Wetterverhältnisse, keine beachtbare Rolle spielen.
Ich finde das interessant, die Lektüre von der Jahreszeit abhängig zu machen. :)
Weihnachtsgeschichten lese ich natürlich am liebsten an Weihnachten. ;)
Sommerlektüren (die wirklich im Sommer spielen und speziell Sommerferien etc als Thema haben) versuche ich schon, im Sommer zu lesen - es stimmt, dass die Atmosphäre dann mehr wirkt.
Allerdings lese ich das auch manchmal im Winter, vor allem Februar/März, wenn ich vom schlechten Wetter die Nase voll habe. :D
Andere Bücher mache ich nicht bewusst von den Jahreszeiten anhängig. Vielleicht unterbewusst, aber das weiß ich eben nicht. :D
Waterstorm
05.09.2008, 12:19
Ich lese die Bücher dann wenn ich Lust darauf habe, auf die Jahreszeiten achte ich überhaupt nicht. Dem Wetter schenke ich in Büchern allgemein eher weniger Beachtung. Der Plot ist mir da viel wichtiger. Allerdings kann es mich auch im heissesten Sommer frieren wenn ich ein sehr "kaltes" Buch lese.
Im Winter lese ich aber eher mehr da ich dann auch mehr Zeit habe. Im Sommer bin ich lieber draussen und geniesse das schöne Wetter. Somit bleibt dann nicht mehr so viel Zeit zum lesen.
Ollowain
05.09.2008, 21:48
Ich lese eigentlich auch, wie es mir passt.
Zumindest achte ich nicht bewusst auf die Jahreszeit, wenn ich ein Buch kaufe. Unterbewusst vielleicht... :p
Die einzige Ausnahme davon bilden für mich Weihnachtsgeschichten:
Sie haben in der Adventszeit einen netteren Flair... (Direkt nach Weihnachten kann ich es gar nicht mehr lesen und im Sommer so lala...)
Aber es kann auch ganz schnell passieren, dass die Weihnacht im Buch mir zu harmonisch oder zu schnulzig wird und mich zu nerven beginnt. Oder auch Sätze wie "Nimm Rücksicht auf deinen Mutter, bald ist Weihnachten!" zaubern jedesmal diesen Gesichtsausdruck auf mein Gesicht: *mph*
Ich gebe zu, ich mag dieses hysterische Getue um Weihnachten auch nicht besonders...
Nun gut, wegen dieser Abneigung mache ich um reine Weihnachtsgeschichten auch einen relativ großen Bogen - aber hin und wieder erwische ich halt doch eine Geschichte, die in diesem Zeitraum spielt...
ChibiShiina
05.09.2008, 22:07
Ich mach die Wahl meines Lesestoffs nicht vom Wetter abhängig.
Nur ein einziges Buch lese ich immer zur Winterzeit, und das ist die Herr der Ringe Trilogie. Das hab ich mir mal vor ein paar Jahren so angewöhnt. Für mich gehört Herr der Ringe irgendwie in die Winterzeit. Auch wenn ichs in den letzten Wintern nicht mehr dazu gekommen bin das zu lesen.
Aber sonst... meine Interessengebiete springen so sprunghaft hin und her, wenn ich das noch vom Wetter abhängig machen würde, puh, dann hätte ich viel zu tun ^^"
EinfachSo
14.11.2008, 13:51
also ich lese die bücher nicht saisonbedingt.... lese bei "schlechtem", kalten wetter mehr - aber ich könnte nicht sagen das es für mich sowas wie sommer-, herbst-, winter- oder frühlingsbücher gibt...
was mich gerade interessiert wird wetter unabhängig gelesen
das einzige worauf ich achte ist, dass wenn ich ein "schweres" buch lese (zB camus) ich genug zeit habe - also eher richtung winter
im sommer bin ich mehr unterwegs und komme nicht so intensiv zum lesen...
soviel dazu ;)
Für mich ist Winter die Zeit der dicken Bücher. Wenn's draußen bereits kalt ist und man nicht mehr so gerne vor die Haustüre geht, finde ich es einfach schön mit heißem Tee und dickem Buch bestückt auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen. Am liebsten noch eine warme Fleecedecke dazu. =)
Irgendwie kommt dann auch immer -ob beabscithigt oder nicht- ein 'Winterbuch' in meine Hände ... also ein Buch, in dem die Charaktere schon einmal durch den Tiefschnee stapfen. Da hat man dann doch ein bisschen Mirtleid ... sie müssen durch die Kälte laufen und man selbst liegt Tee schlürfend und warm eingepackt auf dem Sofa oder im Bett.
Im Sommer lese ich aber keine 'Sommerbücher', da wir für 5 Wochen im Norden unterwegs sind und da will ich keine Geschichte lesen, die nur von weißen Sandtstränden handelt. Nicht, dass der Norden kalt wäre (35°C über'm nördlichen Polarkreis ist toll!), aber ich will dann einfach die raue Landschaft genießen -die ich übrigens sehr liebe- und nicht ständig dieses langweilige Sandstrand-Palmen-Blaues-Meer- Bild vor Augen haben.
Lange Rede kurzer Sinn: Im Winter gerne sainsonabhängig, aber eigentlich gibt's bei mir im Jahr keine bestimmten 'Einteilungen', was Bücher angeht.
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