Rotkätzchen
05.09.2008, 11:39
Entnommen Amazon:
Dieser spirituelle Sci-Fi-Thriller, erster Band einer Trilogie, handelt von dem „Raster“ (engl. „grid“), einem weltumspannenden Überwachungssystem auf der Grundlage bereits existierender Technologien. Die „Tabula“, ein verbrecherischer Geheimbund, nutzt die Technologien des „Rasters“ dazu, die Welt in ein globales, von ihr kontrolliertes Gefängnis zu verwandeln. Mit Hilfe des „Rasters“ kann die „Tabula“ ihre Gegner auf der ganzen Welt orten und ausschalten. Das sind vor allem die „Traveler“, die über seelisch-geistige Fähigkeiten verfügen, mit denen sie die herkömmliche Realität verlassen und in andere Dimensionen der Wirklichkeit „reisen“ können. Es gelingt nur wenigen „Travelern“, mit Hilfe der geheimnisvollen Bruderschaft der „Harlequins“ zu überleben. Die „Harlequins“ bilden eine kleine, kriegerische Gemeinschaft von Menschen, die sich zum Schutz der „Traveler“ und zum Kampf gegen die „Tabula“ verschworen haben. In Hawks Roman macht sich der „Traveler“ Gabriel auf eine Reise quer durch die USA, um seinen Bruder aus den Händen der „Tabula“ zu befreien. Dabei wird er von dem schwertkämpfenden „Harlequin“ Maya begleitet, deren Name, wie zahlreiche Elemente in diesem Roman, mit Bedacht der Mythologie und alter Weisheit entlehnt ist.
Auch wenn es als ein "Sci-Fi-Thriller" beschrieben wird, glaube ich es in der Mystery-Abteilung besser aufgehoben.
Nun ja, der Handlungsablauf ist ziemlich schlicht gestrickt. Hier eine Konfrontation, dort eine Flucht, hier ein sicherer Unterschlupf, dort ein Verrat. Dabei kommen und gehen Verbündete ebenso wie Gegenspieler. Aber "schlicht gestrickt" muss ja auch nicht zwangsweise bedeuten, dass es ein "schlichtes Buch" ist.
Negative und positive Eindrücke halten sich hier ziemlich die Waagschale.
Positiv ist jedenfalls mal die Grundidee einzuordnen, jedenfalls nach meiner Ansicht: Es gibt da also ein paar Leute, die außerhalb des Systems leben. Außerhalb der Konsumgesellschaft, außerhalb Sozialversicherungsnummern, außerhalb angemeldeter Autos, außerhalb des Gesetzes. Ihre Gegenspieler sind die Söldner der "Bruderschaft", auch Tabula genannt. Ihr geheimer Krieg dreht sich um sogenannte Traveler: Menschen, die ihren Geist in andere Sphären zu versetzen vermögen. Ich fand die Grundidee ziemlich ansprechend.
Negativ zu bewerten ist die Charakterisierung aller Beteiligten. Mayas Motive werden zu Beginn kurz erklärt, danach ist sie nur noch Kampfmaschine. Der Leser erhält keinen Einblick mehr in ihre Gedanken. Umso erstaunter war ich, als sie plötzlich Gefühle für den Traveler Gabriel hegte.
Positiv wiederum ist die tiefere Aussage des Buches, wonach wir Menschen immer mehr Freiheiten verlieren, indem das System unser Leben vermeintlich vereinfacht. Stichwort Überwachungskameras, Fingerabdruckspeicherungen, Steueridentnummern... etc. Stellenweise wartet das Buch mit richtig philosophischen Einwürfen auf, was sehr zum denken anregt.
Negativ ist dann wieder die Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Es war völlig klar, welcher der beiden (Traveler-)Brüder sich für welche Seite entscheiden würde. Der Draufgänger wählte natürlich die Harlequins, der steife Büromensch die Tabula, was auch sonst. :rolleyes:
Entgegen gesetzt hätte das richtig eindrucksvoll wirken können. Ist leider nicht geschehen.
Positiv werte ich die Dosierung von Realität und Fiction. Die Tabula bedient sich sämtlicher technologischer Errungenschaften und hat Einfluss bis ins Weiße Haus. Im Grunde IST die Tabula sogar das System.
Negativ dann allerdings wieder die Überzeichnung der "anderen Sphären". Da treffen die Brüder dann auf Geister und der eine Bruder holt den anderen mit einem Geistertaxi ab. :eek:
Positiv die aufgezeigten Kämpfe. Harlequins benutzen vor allem Samuraischwerter und Messer, nur gelegentlich vollautomatische Handwaffen. Die Tabula-Söldner benutzen natürlich keine eleganten Schwerter, sondern das Übliche. ;)
Negativ bewerte ich den (vorläufigen) Storyabschluss. Die Guten haben einen kleinen Sieg davon getragen, aber entschieden ist überhaupt nichts. Klar, es soll ja eine Trilogie werden. Dennoch hat man hier unweigerlich das Gefühl, nur den Mittelteil eines Spielfilms gesehen zu haben.
Alles in allem gleicht sich Negatives und Positives aus, wenngleich irgendwie trotzdem der positive Eindruck in mir überwiegen will. Dennoch verlangt es mich nicht nach der Fortsetzung. Was aber nicht ausschließt, dass ich sie irgendwann doch in der Hand halten werde. ;)
Dieser spirituelle Sci-Fi-Thriller, erster Band einer Trilogie, handelt von dem „Raster“ (engl. „grid“), einem weltumspannenden Überwachungssystem auf der Grundlage bereits existierender Technologien. Die „Tabula“, ein verbrecherischer Geheimbund, nutzt die Technologien des „Rasters“ dazu, die Welt in ein globales, von ihr kontrolliertes Gefängnis zu verwandeln. Mit Hilfe des „Rasters“ kann die „Tabula“ ihre Gegner auf der ganzen Welt orten und ausschalten. Das sind vor allem die „Traveler“, die über seelisch-geistige Fähigkeiten verfügen, mit denen sie die herkömmliche Realität verlassen und in andere Dimensionen der Wirklichkeit „reisen“ können. Es gelingt nur wenigen „Travelern“, mit Hilfe der geheimnisvollen Bruderschaft der „Harlequins“ zu überleben. Die „Harlequins“ bilden eine kleine, kriegerische Gemeinschaft von Menschen, die sich zum Schutz der „Traveler“ und zum Kampf gegen die „Tabula“ verschworen haben. In Hawks Roman macht sich der „Traveler“ Gabriel auf eine Reise quer durch die USA, um seinen Bruder aus den Händen der „Tabula“ zu befreien. Dabei wird er von dem schwertkämpfenden „Harlequin“ Maya begleitet, deren Name, wie zahlreiche Elemente in diesem Roman, mit Bedacht der Mythologie und alter Weisheit entlehnt ist.
Auch wenn es als ein "Sci-Fi-Thriller" beschrieben wird, glaube ich es in der Mystery-Abteilung besser aufgehoben.
Nun ja, der Handlungsablauf ist ziemlich schlicht gestrickt. Hier eine Konfrontation, dort eine Flucht, hier ein sicherer Unterschlupf, dort ein Verrat. Dabei kommen und gehen Verbündete ebenso wie Gegenspieler. Aber "schlicht gestrickt" muss ja auch nicht zwangsweise bedeuten, dass es ein "schlichtes Buch" ist.
Negative und positive Eindrücke halten sich hier ziemlich die Waagschale.
Positiv ist jedenfalls mal die Grundidee einzuordnen, jedenfalls nach meiner Ansicht: Es gibt da also ein paar Leute, die außerhalb des Systems leben. Außerhalb der Konsumgesellschaft, außerhalb Sozialversicherungsnummern, außerhalb angemeldeter Autos, außerhalb des Gesetzes. Ihre Gegenspieler sind die Söldner der "Bruderschaft", auch Tabula genannt. Ihr geheimer Krieg dreht sich um sogenannte Traveler: Menschen, die ihren Geist in andere Sphären zu versetzen vermögen. Ich fand die Grundidee ziemlich ansprechend.
Negativ zu bewerten ist die Charakterisierung aller Beteiligten. Mayas Motive werden zu Beginn kurz erklärt, danach ist sie nur noch Kampfmaschine. Der Leser erhält keinen Einblick mehr in ihre Gedanken. Umso erstaunter war ich, als sie plötzlich Gefühle für den Traveler Gabriel hegte.
Positiv wiederum ist die tiefere Aussage des Buches, wonach wir Menschen immer mehr Freiheiten verlieren, indem das System unser Leben vermeintlich vereinfacht. Stichwort Überwachungskameras, Fingerabdruckspeicherungen, Steueridentnummern... etc. Stellenweise wartet das Buch mit richtig philosophischen Einwürfen auf, was sehr zum denken anregt.
Negativ ist dann wieder die Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Es war völlig klar, welcher der beiden (Traveler-)Brüder sich für welche Seite entscheiden würde. Der Draufgänger wählte natürlich die Harlequins, der steife Büromensch die Tabula, was auch sonst. :rolleyes:
Entgegen gesetzt hätte das richtig eindrucksvoll wirken können. Ist leider nicht geschehen.
Positiv werte ich die Dosierung von Realität und Fiction. Die Tabula bedient sich sämtlicher technologischer Errungenschaften und hat Einfluss bis ins Weiße Haus. Im Grunde IST die Tabula sogar das System.
Negativ dann allerdings wieder die Überzeichnung der "anderen Sphären". Da treffen die Brüder dann auf Geister und der eine Bruder holt den anderen mit einem Geistertaxi ab. :eek:
Positiv die aufgezeigten Kämpfe. Harlequins benutzen vor allem Samuraischwerter und Messer, nur gelegentlich vollautomatische Handwaffen. Die Tabula-Söldner benutzen natürlich keine eleganten Schwerter, sondern das Übliche. ;)
Negativ bewerte ich den (vorläufigen) Storyabschluss. Die Guten haben einen kleinen Sieg davon getragen, aber entschieden ist überhaupt nichts. Klar, es soll ja eine Trilogie werden. Dennoch hat man hier unweigerlich das Gefühl, nur den Mittelteil eines Spielfilms gesehen zu haben.
Alles in allem gleicht sich Negatives und Positives aus, wenngleich irgendwie trotzdem der positive Eindruck in mir überwiegen will. Dennoch verlangt es mich nicht nach der Fortsetzung. Was aber nicht ausschließt, dass ich sie irgendwann doch in der Hand halten werde. ;)