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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Politiker mit zu viel Zeit


Lena
07.09.2008, 13:10
In den letzten ein paar Wochen stelle ich mir immer wieder die Frage: Haben die Politiker nichts besseres mit der Zeit anzufangen?

So wurde Anfang August über dem Verbot von Überraschungseiern und ähnlichen Lebensmitteln/Süßigkeiten öffentlich diskutiert. Obwohl keine Studie durchgeführt wurde (was noch mehr Steuergelder verschwendet hätte), die nachweisen würde, dass die Kinder durch die nicht strickte Trennung vom Spielzeug und Essen gefährdet werden.

Nur kurze Zeit später wurde in allen Nachrichten berichtet, dass man tatsächlich darüber nachdenkt die Ortkennzeichen auf den Autos abzuschaffen. Und warum? Weil die Fahrer mit bestimmen Ortkennzeichen im Verkehr mit Problemen zu kämpfen hätten und vor Vorurteilen geschützt werden müssen.

Der neueste Fall, der mich an den Politikern ernsthaft zweifeln lässt: Die typische Hausfrau soll aus der Werbung verband werden. Es würde die heutige Frau in eine diskriminierte Rolle drängen.


Ich meine, wenn wir sonst keine anderen, viel wichtigeren Probleme hätten, dann hätte ich mich nicht darüber aufgeregt, sondern wahrscheinlich die Diskussionen unterstützt. Aber es wird vermehrt über die Verarmung von Kindern berichtet, die können sich wahrscheinlich nicht mal ein Überraschungei leisten oder nur in wirklichen Ausnahmefällen. Diese Familien können über solche Verbote nur müde lächeln.

Bei den Verkehrkennzeichen verhält es sich noch absurder. Nicht das der Austausch der Kennzeichen unnötig viel Geld und Zeit verschlingen würde, was machen die Politiker, wenn ihnen irgendwann einfällt, dass die Fahrer bestimmter Automarken auch unter Vorurteilen leiden müssen? Werden diese dann auch abgeschafft?

Mit verschiedenen Verboten in der Werbung bin ich vollkommen einverstanden. So finde ich gut das die Zigaretten und Alkohol nicht mehr so in großem Stil beworben werden dürfen. Jugendlichen wird die heile Welt vorgespielt, wenn er doch nur diese Flasche kauft und mit fremden Menschen trinkt, die dann zu deren coolen Freunden werden, würde alles besser... So können noch nicht gefestigte Persönlichkeiten negativ beeinflusst werden. Aber Hausfrauen weg vom Herd? Es wird an einer Seite kritisiert, dass es zu viele karriereorientierte Frauen gibt, die nicht mehr an ein Familienleben denken und andererseits wird die „typische“ Hausfrau auch kritisiert. Kann eine Frau in den Augen von Politikern überhaupt was richtig machen?

Ich bin gespannt was als nächstes kommt.

Habt ihr auch solche Beispiele? Wo versuchen die Politiker sich ins Rampenlicht zu drängen mit unnötigen Diskussionen?

Viconia
07.09.2008, 16:38
Dazu fällt mir nur eins ein: Sommerloch ;) Man braucht einfach irgendetwas, über das man debattieren, berichten kann usw, auch wenns noch so sinnlos ist. Das mit den Überraschungseiern fand ich ja schon witzig, die sind was weiß ich wieviele Jahre auf dem Markt und plötzlich für Kinder schädlich ... ähja, genau. Hab die Dinger als Kind geliebt, bin ich jetzt nachhaltig unbewusst geschädigt??

Das mit der typischen Hausfrau in der Werbung ist mir bisher gar nicht so aufgefallen. Meistens finde ich diese superschlanken, aalglatten, dauergrinsenden Frauen, die alles so super mit den Kindern hinkriegen, einfach nur lächerlich, aber dass das jetzt diskriminierend sein soll ... na ja ... das verschwindet eh bald wieder in der Versenkung wie das mit den Überraschungseiern. Habe auch letztens einen Bericht im Fernsehen gesehen, der letztes Jahr um genau dieselbe Zeit lief. Man hat um die Zeit einfach nix besseres zu tun, aber dieses Phänomen wiederholt sich doch jedes Jahr.

Aber es stimmt wirklich, mal sehen, was sie sich noch so einfallen lassen ...

Lythande
07.09.2008, 19:26
Hallo zusammen,

ist ja witzig, das mit den Überraschungseiern! Wusste ich gar nicht und finde ich genauso lächerlich wie ihr. Oh weia, die hatte ich als Kind auch und noch heute finde ich sie hin und wieder gut. Ab zum Psychater!*schenkeklopf*.

Die dort oben wissen wirklich nicht, was sie mit ihrer Zeit machen sollen, sonst würden sie sich mal mit dem modernen Sklavenhandel ääh Zeitarbeit befassen, die viele in den Ruin treibt. Keine Festigung im Job oder eine sichere Basis! Mir fällt zwar kein weiteres Beispiel ein, aber die obigen reichen schon. Könnten die Politiker nicht auf dem Marktplatz stehen und sich als Hofnarren ausgeben? Dann würden sie wenigstens die Peitsche kriegen, wenn der Witz nicht lustig war.

Gruß
Lythande

Sanatii
07.09.2008, 22:10
Hihi ... jetzt weiß ich endlich wo ich meinen Schaden her hab - eindeutig zu viele Ü-Eier konsumiert.
Ja diese Diskussion fand ich sehr lächerlich ... dass man Nahrungsmittel nicht mit Spielzeug zusammenbringen darf ... von wegen Gesundheitsrisiko ... nee denen muss echt fad im Hirn sein.
Da gibts schlimmeres in Nahrungsmitteln, aber darüber macht sich keiner Gedanken ...

Das erinnert mich an eine polnische Politikerin, die die Teletubbies verbieten lassen wollte, weil sie ihr zu schwul sind & dadurch schlechten Einfluss auf die Kinder haben ... nur weil Tinky Winky mit einer Tasche durch die Gegend rennt. (nicht das die Sendung im allgemeinen sinnvoll wäre bzw. pädagogischen Wert hätte, aber das is jetzt mal was anderes ...)

Aber wenns um Politik geht, haben wir im schönen Ösiland ja sowieso Chaos total, is echt wie im Kabarett.
Echt interessant was die alles vom Himmel regnen lassen wollen ... nur interessant wo das Geld herkommen soll.
Die ständigen Neuwahlen gehn mir auch schon auf die Eierstöcke ... also ob sie sich nach einer neuerlichen Neuwahl, die uns jetzt wiedermal bevorsteht, endlich mal einigen würden - is ja alles nur noch a Verarsche ...

ExLibris
08.09.2008, 12:02
Ortstafeln.
War das erste Wort, das mir dazu eingefallen ist. Zweisprachig oder nicht, aufstellen oder nicht, ... aber nachdem der Jörg doch wieder im Parlament mitmischen will, verfliegt vielleicht sein Interesse an dieser Debatte. :rolleyes:

Dann fällt mir noch die Diskussion über "Licht-am-Tag" für Autofahrer ein. Dabei kennt sich wohl bis heute niemand aus. Es ändert sich halt je nach Regierung. Momentan ist es nicht verpflichtend, aber es wird empfohlen. Aber die nächste Wahl steht ja schon an. Mal sehen was diesmal kommt.

Die "Ü-Eier" erinnern mich sehr an typische EU-Vorschriften. Ich will keine EU-Hetze anzetteln, aber viele der Vorschriften erinnern mich schon sehr an Schildbürger.
Bsp.:
- Marmelade darf nur mehr Konfitüre heißen.
- Bauarbeiter müssen auch im Sommer mit bedecktem Oberkörper arbeiten.
- wegen Lärmbelästigung und Gehörverlust der Musiker, darf ein Orchester eine Lautstärke von 85 Dezibel nicht überschreiten.
usw. usf.

Ich überlege mir, wer die Zeit, Lust und Muße dazu hat, sich soetwas während bezahlter Arbeitszeit auszudenken, auszuformulieren und allen ernstes auch durchzusetzen. Da fällt mir nichts mehr ein.

Rusch
08.09.2008, 12:14
Das erinnert mich an eine polnische Politikerin, die die Teletubbies verbieten lassen wollte, weil sie ihr zu schwul sind & dadurch schlechten Einfluss auf die Kinder haben ... nur weil Tinky Winky mit einer Tasche durch die Gegend rennt. (nicht das die Sendung im allgemeinen sinnvoll wäre bzw. pädagogischen Wert hätte, aber das is jetzt mal was anderes ...)

Ich würde sie auch verbieten lassen, aber nicht wegen homosexueller Tendenzen, sondern weil ich überzeugt bin, dass der Konsum dieser Sendung beim Kindern in der Zielgruppe eine schädliche Wirkung auf deren Entwicklung hat.

Conan
01.04.2009, 22:41
Im Moment frage ich mich (mal wieder) ernsthaft, ob die Leute "dort oben" entweder zu viel Langeweile oder zu viel Aktionismus haben.

Insbesondere sticht mir hierbei die mittlerweile berühmt (berüchtigte) "Abwrackprämie" ins Auge, über die ja bald jeden Tag in den Medien berichtet wird.
Das ganze Prinzip dieser Prämie scheint mir aber nicht sehr durchdacht zu sein und im Eifer des Gefechts sind iwie einige Folgen von so einem Eingriff in den Markt übersehen worden. Es geht schon wieder alles mehr oder weniger nach dem alten Motto:
~ "Wir bauen auf und reißen nieder, Arbeit gibt es immer wieder!" ~

Und was, wenn alle Leute ihr altes Auto gegen ein Neues eingetauscht haben... ?
Was dann? Wohl alles nach dem Prinzip - "Nach uns die Sintflut"?

Wenn alle mit ihren schicken neuen Autos durch die Gegend fahren und die weltweite Wirtschaftskrise weiter anhält (wonach es z.Zt. stark aussieht), dann wird wohl nicht nur allein bei Opel die große Hysterie ausbrechen. Mal abgesehen von den vielen Gebrauchtwagenhändlern, die schon jetzt wegen der Prämie auf ihren Wagen sitzenbleiben.
Für die Mitarbeiter der Autokonzerne mag es sicher enorm bitter klingen - aber wenn ihre Produkte zukünftig nicht mehr in ausreichender Menge gekauft werden, dann kann selbst der Staat auf Dauer eine Insolvenz nicht mehr verhindern.
Weltweit werden ca. hunderttausend Autos gebaut, jeden Tag -Stichwort: Überkapazität. Die Frage, wer die alle jemals kaufen soll, stellen sich in den einzelnen Konzernvorständen wohl nur die allerwenigsten - das kommt mir jedenfalls oft so vor.:rolleyes:

Aber wieder zurück zu einer der direkten Folgen der Prämie:
Viele Schrottplätze wissen auf einmal gar nicht mehr wohin mit all den Autos. Die Schredder laufen da mittlerweile Tag & Nacht - soviel "Nachschub" ist da im Kommen. Von sowas konnten die letztes Jahr nur träumen.^^ Und echt... die Altautos stapeln sich dort teilweise sogar schon auf den Kundenparkplätzen.:eek:
Wenn das so weitergeht, müsste man evtl. ein "Stockcarrennen" mit mehreren tausend Teilnehmern veranstalten, um den Massen her zu werden.

mmh... Aber eine "Abwrackprämie für Fahrräder" wär´ ja eigl. auch mal nicht schlecht. Meins, was gerade noch seinen Winterschlaf im Keller macht, ist z.B. auch über neun Jahre alt und sogar schon mehr als ein Jahr auf mich "zugelassen"...:D
...
Und nein, ich bin jetzt nicht voreingenommen - bei mir in der engeren Verwandschaft hab´ ich auch aktiv & erfolgreich dazu beigetragen, das die Prämie in Anspruch genommen wurde. Trotzdem find´ ich diese ganze Aktion iwie nicht sehr zukunftsorientiert.

Und eins noch: Mein voll funktionsfähiges, mittlerweile 13 Jahre altes Auto, kommt mir aber so schnell sicher nicht in die Schrottpresse... Punkt.

AMBER schattensturm
02.04.2009, 03:18
Die Bundesregierung hätte meiner Ansicht nach besser daran getan auf die Umweltprämie, besser bekannt als Abwrackprämie und weite Teile des Konjunkturprogrammes II zu verzichten, um statt dessen vorübergehend die Sozialabgaben zu senken. Das steigert insbesondere die Kaufkraft von Geringverdienern, verbilligt Arbeitsplätze und sichert sie so. Zudem schafft dies keine Fehlanreize wie: Ich spare Geld, aber nur wenn ich ein Auto kaufe, also tue ich es mal. Es ist angesichts des Namens Umweltprämie schon zynisch, wenn man darüber nachdenkt, dass es nicht nur ökologischer Unfug ist, alte Autos gegen neue zu ersetzen, die im Schnitt nicht mal einen niedrigeren Verbrauch haben, dafür wahnsinnig viel Energie in der Produktion verbrauchen, während die alten Autos abgewrackt werden und so den Gebrauchtwagenmarkt ruinieren. Das führt letztinstanzlich dazu, dass die Eselpreise in Eritrea steigen, da dort kaum noch Gebrauchtwagen aus Europa zu haben sind.

Pantalaimon
02.04.2009, 09:49
Steigende Eselpreise find ich toll :)

Was mich an dieser Abwrackprämie so stört ist, dass sie gar nicht die deutsche Autoindustrie ankurbelt, sondern eher die Japaner, Franzosen oder sonstwas. Denn wer kauft sich bitte einen BMW oder Mercedes als Neuwagen? Okay, VW wäre die einzige deutsche Automarke, bei der es evtl. auch günstigere Neuwagen gäbe... aber alle die ich kenn, die sich jetzt wg. dieser Abwrackprämie ein neues Auto kaufen, kaufen sich Toyota oder Nissan... eben kleine Autos für weniger Geld.
Man hätte das vielleicht auf Firmenwagen begrenzen sollen, das sind dann doch öfter mal deutsche Hersteller.

Allanon
02.04.2009, 10:13
Steigende Eselpreise find ich toll :)

Was mich an dieser Abwrackprämie so stört ist, dass sie gar nicht die deutsche Autoindustrie ankurbelt, sondern eher die Japaner, Franzosen oder sonstwas. Denn wer kauft sich bitte einen BMW oder Mercedes als Neuwagen? Okay, VW wäre die einzige deutsche Automarke, bei der es evtl. auch günstigere Neuwagen gäbe... aber alle die ich kenn, die sich jetzt wg. dieser Abwrackprämie ein neues Auto kaufen, kaufen sich Toyota oder Nissan... eben kleine Autos für weniger Geld.
Man hätte das vielleicht auf Firmenwagen begrenzen sollen, das sind dann doch öfter mal deutsche Hersteller.

Vom Grundsatz her muss ich dir hier recht geben. Aber man darf nicht einfach nur die Mutterländer der jeweiligen Konzerne betrachten, sondern muss sehen was noch alles hintendran hängt. Von Zulieferern, Ersatzteilservice, Händler, Werkstätten und und und.
Und unsere sogenannten eigenen Marken produzieren mittlerweile ja auch kaum noch in Deutschland. Für mich ist die Abwrackprämie auch nichts anderes als ein künstliches beleben der Autoindustrie auf kosten der breiten Masse der Steuerzahler. Wobei ich gestehen muss, dass ich ebenfalls zu denen gehöre die sie in Anspruch genommen haben. Es stellt sich die Frage, was ist nächstes Jahr, wenn dann wieder weniger Autos gekauft werden, noch weniger Autos in die Werkstätten kommen weil ja ein Grossteil nun neu ist. Man darf gespannt sein was sich die Politik einfallen lässt um die dann drohende Katastrophe abzubügeln.

liebe Grüße

Allanon

AMBER schattensturm
02.04.2009, 13:35
Was mich an dieser Abwrackprämie so stört ist, dass sie gar nicht die deutsche Autoindustrie ankurbelt, sondern eher die Japaner, Franzosen oder sonstwas.

Ich muss Dir widersprechen. Ein einseitiger Zuschuss für deutsche Autos oder auch nur eine erhöhte Bezuschussung wäre katastrophal. Deutschland ist zuerst einmal eine Exportwirtschaft und ist daher weit mehr noch als andere darauf angewiesen, dass sich Märkte nicht abschotten. Wenn Deutschland selbst ein protektionistisches Signal abgegeben hätte und nur deutsche Autos bezuschussen würde, würde man eine Kettenreaktion auslösen und andere Länder würden auch anfangen ihren Markt - zumindest für deutsche Produkte - abzuschotten. Da reicht oft schon eine schlechte Pressekampagne in anderen Ländern um Absatzzahlen in den Keller zu treiben. Größter Verlierer wäre die gesamte deutsche Exportindustrie und natürlich alle Zulieferer, die dahinter stehen. Zudem würde die deutsche Stimme massiv an Gewicht verlieren in internationalen Gremien, die versuchen der Krise Herr zu werden. Jegliche Form von Protektionismus wird die Lage weiter verschärfen und die Krise verlängern. Letztlich sind wir aber insbesondere darauf angewiesen, dass sich die Lage global schnell wieder stabilisiert. Nur das kann wirkliche Besserung zur Folge haben. Nationaler Protektionismus ist eine eindeutig zu defensive Strategie.

sueño
02.04.2009, 14:04
Ich muss Dir widersprechen. Ein einseitiger Zuschuss für deutsche Autos oder auch nur eine erhöhte Bezuschussung wäre katastrophal.

Ist in der Aussage richtig, aber ein auf deutsche Autos (oder "in Deutschland produzierte Autos") beschränkter Zuschuss wäre auch von vornherein europarechtswidrig gewesen. Die EU hätte uns - zu Recht - dermaßen den Marsch geblasen, dass so ca. in Höhe der staatlichen Gelder fürs Abwracken nochmal eine Strafzahlung fällig geworden wäre. Unsere Politiker verstoßen zwar gerne mal gegen Europarecht, manchmal auch bewusst, aber so etwas wäre dann doch zu krass gewesen.

Mr. Hyde
02.04.2009, 14:53
Ach, das mit den Autokennzeichen stelle ich mir schon witzig vor, vor allem bei Unfällen mit Fahrerflucht... :D

Aber nur wer nicht Arbeitet macht keine Fehler. Und bei ein paar Tausend Themen die jährlich zur Diskussion stehen sind eben manchmal ein paar faule Eier dabei.

Ich finde die Abwrackpremie klasse. Ist in erster Linie für denjenigen super der sich ein neues Auto kaufen will. Von wegen die Deutschen profitiern zu wenig davon - ihr habt schlussendlich die neuen Autos...

Conan
02.04.2009, 20:31
Das Thema scheint ja auf reges Interesse zu stoßen.*cool* Einigen Meinungen kann ich mich jedenfalls nur anschließen.:) Hier noch ein paar Gedankengänge, die mir dazu noch durch den Kopf gehen...

Interessant finde ich, wieviel Geld alleine duch die Umwelt- oder besser Abwrackprämie jetzt schon ausgegeben wurde. Man... allein schon eine einzige Milliarde ist ja kaum vorstellbar. Die Zahl ist zwar sehr leicht auszusprechen, aber wenn z.B. das Geld in handelsüblichen Scheinen im Wohnzimmer liegt... oh, oh...
Geld wird wohl immer genug da sein - aber man kann nicht alles damit kaufen. Und erst recht keine Welt, wie sie in der ach so schönen Vergangenheit oft existiert hat. Was ich genau sagen will, ist: "Lasst den Quatsch doch Pleite gehen." Klingt jetzt böse - naja, und ist es auch iwie. ABER...
Sowas kann auch sehr selbstreinigend auf den Markt wirken. Wie in der freien Natur, es überleben halt immer nur die Besten... Und auch nach der größten Krise geht wieder die Sonne auf - bzw. die Absatzzahlen!

Und genau das ist es. Katastrophen & Krisen müssen einfach sehr lange im Gedächnis bleiben, damit sowas nicht wieder passiert - naja, jedenfalls nicht mehr ganz so schnell.;)

Das ist in etwa genauso, wie mit den sich immer wiederholenden Hochwassern an Rhein, Elbe, und Donau... mmh, da war doch mal was, oder? *flöt*
Wie siehts denn z.B. da vor Ort mit den Deichen bzw. konkret mit dem Verspechen des Hochwasserschutzes aus? Kann die nächste große "Jahrhundertflut" diesen Sommer schon wieder anrücken, oder versinkt alles wieder (wie immer) im Matsch...?

Die jetzigen finanziellen "Sandsackabwürfe" der Bundesregierung können m.M.n. vielleicht nur noch etwas Schaden begrenzen, aber alles was nicht Niet- & Nagelfest ist, wird gnadenlos weggerissen.
Tja, manchmal muss es erst so richtig(!) weh tun - sonst lernt keiner drau´s. Man sollte wohl nicht nur die Deiche in den Hochwasserregionen verstärken, sondern auch die in der Wirtschaft. Sonst heißt es immer wieder "Land unter"...

AMBER schattensturm
03.04.2009, 02:49
Das ist nicht falsch, Conan. Doch es ist nunmal ein natürlicher Vorgang, dass es in der Wirtschaft nicht nur nach oben gehen kann. Kurs- und Marktkorrekturen gehören dazu. So war es und so wird es auch in Zukunft sein. Die Globalisierung und Vernetzung der Finanzinstrumente führt jedoch dazu, dass Märkte und Anlageklassen immer stärker miteinander korrelieren. Ich fürchte daher, dass in Zukunft häufiger fundamentale Krisen auftreten werden. Diversifikation zum Zweck der Risikostreuung wird zunehmend schwieriger. Wenn auch nicht unmöglich. Einige Negativkorrelationen in Korrelationsmatrixen zwischen verschiedenen Assetklassen haben sich jedenfalls wieder einmal bestätigt.

Wichtig ist daher, dass die Finanzmärkte international verbindlich stärker kontrolliert werden (Tobin-Steuer ist jedoch nur für Wirrköpfe eine gangbare Lösung). Grundsätzlich sind die Ergebnisse von G20 London in dieser Hinsicht begrüßenswert. Insbesondere die stärkere Kontrolle von Ratingagenturen. Zum Glück scheinen sich die Ordoliberalen gegenüber den Manchesterliberalen und Sozialisten in dieser Frage durchzusetzen.

Als jemand, der selbst im Finanzsektor arbeitet, sehe ich es so, dass die Immobilienkreditkrise in den USA absehbar war - wenn auch nicht in diesen globalen Konsequenzen. Wir waren jedenfalls in Erwartung einer Krise so gut wie gar nicht mehr in US-Wertpapieren - außer über Fonds mit geringem US-Anteil - engagiert und zum Glück hatten wir keine CDS/CDOs im Portfolio. In Anbetracht dessen, dass diese von Ratingagenturen jedoch mit AAA geratet wurden, also mit dem höchsten Bonitätsrating überhaupt, sollte man denen, die in diese Papiere investiert haben, keine zu großen Vorwürfe machen (jedoch durchaus denjenigen, die sicherheitsorientierten Anlegern Derivate angedreht haben, wobei zudem der Verdacht nahe liegt, dass dies getan wurde, um erkannte Risiken im eigenen Bestand an Kunden abzuwälzen). Schließlich sollte man von Ratingagenturen erwarten, dass sie sich ein Papier genau ansehen, bevor sie ihm ein Rating vergeben.

Vorwürfe haben vor allem diejenigen verdient, die unterbesicherte Kredite in großem Stil vergeben haben (die Privatimmobilienkredite in den USA wären nach Basel II Kriterien in Europa in der Form überhaupt nicht zulässig gewesen), in undurchsichtigen Baskets verpackt und denjenigen, die diesen Baskets höchste Bonität bescheinigt haben.

Auch die US-Regierung, die jetzt so vollmundig Bankern und Managern die Verantwortung zuschiebt, sollte sich zumindest auch mal an die eigene Nase fassen. Sie hat die FED mit Greenspan an der Spitze zum willfährigen Werkzeug ihrer Zinssenkungspolitik gemacht und so immer mehr Liquidität in einen bereits überhitzten Markt gepumpt.

Spannend ist das auch unter dem Gesichtspunkt der Lektüre von Greenspans Buch, in der er auf die Bedeutung der Zinspolitik für die Regulierung von Inflation und Marküberhitzung referiert, während er selbst das Gegenteil machte. Das ist ungefähr der gleiche Effekt, den man hat, wenn man Steinbrück im Interview hört. Das meiste, was er dann von sich gibt ist, richtig und sinnvoll - seltsam ist nur wie seine Worte und Amtshandlungen im Widerspruch zu einander stehen.

Als FDPler ärgere ich mich aber sehr über die Position der FDP-Bundestagsfraktion zum Thema "Enteignung" der HRE. Zumindest wirtschaftlich ist Enteignung hier der absolut falsche Begriff für die staatliche Übernahme eines Unternehmens mit einem negativen Unternehmenswert. Die Aktien sind ohnehin de facto wertlos. Natürlich ist es eine Enteignung von Aktionärsrechten, doch wozu wären diese noch gut, in einem Unternehmen, dass ohne Staatsintervention pleite wäre? Vorrangiges Ziel muss es doch sein, die Krise abzufedern und auch ein Liberaler muss begreifen, dass in Ausnahmesituationen unorthodoxe Praktiken genutzt werden müssen, alles andere wäre Realitätsverleugnung. Nur weil ich nichts von Spinnen und Würmern halte, würde ich sie in Krisenzeiten dennoch essen.

@sueno: Natürlich wäre das verbotene EU-Ausländerdiskriminierung gewesen. EU-rechtlich unbedenklich wäre jedoch eine Prämie nur auf europäische Fabrikate gewesen, doch auch dies wäre aus oben genannten Gründen nicht weniger falsch gewesen.

sueño
03.04.2009, 10:59
Da ist sie endlich, die Finanzkrise auch im Forum. Hoffentlich bewahrt sich Pratchett seine Gesundheit lange genug, um die Banken der Scheibenwelt nochmal crashen zu lassen.



Als jemand, der selbst im Finanzsektor arbeitet, sehe ich es so, dass die Immobilienkreditkrise in den USA absehbar war - wenn auch nicht in diesen globalen Konsequenzen. Wir waren jedenfalls in Erwartung einer Krise so gut wie gar nicht mehr in US-Wertpapieren - außer über Fonds mit geringem US-Anteil - engagiert und zum Glück hatten wir keine CDS/CDOs im Portfolio.

Glückwunsch. Tja, im Nachhinein war für viele einiges absehbar. Was mich wundert, ist die schiere Höhe der Zahlen, die aus der Überbewertung amerikanischer Immobilien entstanden sind. Diese zig Milliardenwerte, die in unabsehbar tiefen Löchern versenkt werden (und vor wenigen Monaten hiess es noch, die 2,5 Milliarden aus der Pendlerpauschale verkraftet der Bundeshaushalt nicht), sind ja völlig losgelöst von noch so vielen überbewerteten Immobilien. Die hätte man dafür doch alle 10 mal erstehen können.

Die unkontrollierte Derivatenausgabe, der das zuzuschreiben ist, dürfte wohl erstmal der Vergangenheit angehören. Angelsächsische Vorstellungen von der Freiheit der Finanzmärkte gleichfalls. Ich glaube, erst so in 5 bis 10 Jahren werden wir annähernd absehen können, was der ganze Vorgang für Folgen hatte.

Warin
04.04.2009, 09:40
Also ich wrack mein Auto nicht ab, auch wenn ich's vom Alter des Wagens her könnte. Da warte ich lieber bis nächstes Jahr, bis der ganze Hype vorbei ist und mir beim Neuwagenkauf wieder der rote Teppich ausgerollt wird:D Außerdem interessiere ich mich für den nächsten Toyota Prius. Nur gibt's bei dem leider kaum Rabatte, da die Amerikaner(!) den Prius momentan wie bekloppt kaufen. Tja, schade, dass die deutschen Hersteller die Hybrid-Technik völlig verschlafen haben.:(

Die sogenannten "Konjunkturpakete" kann ich nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Wenn ich höre, dass da Straßenbauprojekte wieder aus der Schublade geholt werden, die 25 Jahre und länger keiner vermisst hat und die obendrein hochgradig umweltzerstörend sind, wird mir Angst und Bange.*hide* Dass ist gleich eine doppelte Hypothek für die nachfolgenden Generationen, denen wir eine zersiedelte Landschaft und einen Berg von Schulden hinterlassen.*nein* Der Begriff Nachhaltigkeit scheint in der Politik genau so wenig bekannt zu sein, wie in der Wirtschaft. Nun in die Renovierung von Schulen zu investieren, ist sicher ein guter Ansatz, allerdings bleibt er ein Strohfeuer, solange in den öffentlichen Haushalten kein Abschreibungsprinzip eingeführt wird, um ausreichende Rücklagen für Renovierung und Sanierung zu bilden. (Das erinnert mich an die Graffiti Reinigungsaktionen der Bahn, da keine Überwachung stattfindet ist ein paar Tage später eh alles wieder beschmiert).

Grandios fand ich, wie Jürgen Rüttgers seine Inkompetenz in der Krise unter Beweis gestellt hat. Er und der schwedische Ministerprädsident haben ungefähr zeitgleich mit GM Gespräche über die Rettung von Saab/Opel geführt. Während der schwedische Ministerpräsident (m.E. zu Recht) aufgrund der unklaren Verhältnisse bei GM die Reißleine gezogen hat, glaubte Rüttgers noch "ein gutes Gespräch" geführt zu haben. Und ich glaube kaum, dass GM ihm anderes erzählt hat, als den Schweden.:rolleyes:

Zum Thema HRE ist noch anzumerken: Die HRE ist eine bad bank, war eine bad bank und wird immer eine bad bank bleiben. Die Unicredit hat bei Übernahme der Hypovereinsbank alle ihre Risiken dorthin ausgelagert. Um trotzdem zumindest kurzfristig wirtschaftlich Erfolg zu haben, hat sich der Vorstand auf riskante Spekulationen, nämlich auf lauftzeitinkongruente Refinanzierungen eingelassen, eine Wette, die nicht auf Dauer gut gehen konnte. Es gäbe eigentlich nur eine vernünftige Lösung: Den Laden endlich pleite gehen zu lassen. Aber... Aber dann würde ja die Durchgriffshaftung der Pfandbriefe auf die Hypotheken greifen, dieses liebste Kind der deutschen Bankenrefinanzierung. Wir könnten also mal sehen, was der angeblich ach so sichere Pfandbrief (die HRE ist inkl. ihrer Töchter einer der größten Pfandbriefemittent weltweit) wirklich wert ist. Und da scheint wohl niemand davon überzeugt zu sein, dass der Wert der Hypotheken ihrer Bewertung auch nur annähernd entspricht. Also versucht man, das eigentlich längst gesunkene Schiff weiter über Wasser zu halten, indem man Milliarden über Milliarden in den Laden pumpt.*mph* Wer da Anteilseigner ist, spielt eigentlich überhaupt keine Rolle mehr, dass sind politische Nebenkriegsschauplätze. Denn wie Amber so richtig ausführt, ist der Laden sowieso nichts wert und wird auf absehbare Zeit auch nichts mehr wert werden.

sueño
04.04.2009, 12:49
Der Begriff Nachhaltigkeit scheint in der Politik genau so wenig bekannt zu sein, wie in der Wirtschaft.

Er ist durchaus bekannt. Er wird aber nur so lange ernst genommen, wie man glaubt, dass das in der Öffentlichkeit ankommt. Wenn der Eindruck aufkommt, dass Wahl- und Werbewirkung nicht mehr da sind, will keine Sau mehr etwas davon wissen. Ähnlich wie mit dem Begriff "Shareholder Value" , mit dem vor einigen Jahren auch Politiker um sich geworfen haben, ohne im geringsten zu wissen, wovon sie eigentlich reden. Jetzt interessiert das auch keinen mehr.

Nun in die Renovierung von Schulen zu investieren, ist sicher ein guter Ansatz, allerdings bleibt er ein Strohfeuer, solange in den öffentlichen Haushalten kein Abschreibungsprinzip eingeführt wird, um ausreichende Rücklagen für Renovierung und Sanierung zu bilden.

Ich bin beim öffentlichen Rechnungswesen nicht ganz im Thema, aber ich meine gelesen zu haben, dass die kameralistische Buchführung auf
"allgemeine Rechnungslegung" umgestellt werden soll. Darunter würde ich auch so Abschreibungsprinzipien verstehen.

Die HRE ist eine bad bank, war eine bad bank und wird immer eine bad bank bleiben.

Ich lese gerade, dass beim Siegener Theaterfestival die Gewinner mit HRE-Aktien belohnt werden. Das dürfte das beste sein, was man damit machen kann : )

AMBER schattensturm
05.04.2009, 04:22
Es gäbe eigentlich nur eine vernünftige Lösung: Den Laden endlich pleite gehen zu lassen. Aber... Aber dann würde ja die Durchgriffshaftung der Pfandbriefe auf die Hypotheken greifen, dieses liebste Kind der deutschen Bankenrefinanzierung. Wir könnten also mal sehen, was der angeblich ach so sichere Pfandbrief (die HRE ist inkl. ihrer Töchter einer der größten Pfandbriefemittent weltweit) wirklich wert ist.

Ich würde Dir gerne Recht geben, da ich normalerweise auch nichts davon halte, Unternehmen, die abgewirtschaftet haben, staatlicherseits am Leben zu halten, aber Dir wird auch klar sein, was das für den Bereich der klassischen Kapitallebens- und Rentenversicherungen bedeuten würde: Den Kollaps.

Dabei kann man aber den Versicherungsgesellschaften nur vorwerfen, dass sie einen solchen Mist wie eine KLV überhaupt auflegen, was die Anlageklassen innerhalb der KLV angeht, waren jedoch die gesetzlichen Anforderungen bis Ende 2008 so gestaltet, dass die Gesellschaften gar keine andere Wahl hatten, als große Teile des Kapitals in Anleihen anzulegen. Ein Pleite gehen lassen der HRE würde also einem staatlich verordneten Massensterben der Lebensversicherer gleichkommen und das, nachdem mit dem 3-Schichten-Altersvorsorgemodell der Bundesregierung die private Vorsorge geradezu zur Notwendigkeit erhoben wurde. Ganz abgesehen davon, dass man sich international verpflichtet hat, keine systemimmanenten Institute mehr Pleite gehen zu lassen. Mithin kann es für die HRE nur die Lösung geben, sie zu retten. Der Schaden, täte man es nicht, wäre ungleich größer als bei Lehmann Bros.

Wo Du aber das Thema bad banks angesprochen hast: Ich frage mich ernsthaft, wann die Banken endlich so weit sind ihre Subprime und Collateral Debt Obligations aus den Bilanzen in bad banks zu verbuchen. Je länger das nicht geschieht, umso tiefer wird die Kreditklemme werden. Bleibt zu hoffen, dass der Druck dort endlich entsprechend erhöht wird.

Insgesamt glaube ich, dass wir besser gefahren wären, bei der Bilanzierung nach dem HGB zu bleiben, als auf IAS und IFRS umzustellen. Mich hat schon lange geärgert, dass Unternehmen Kapitalerhöhungen dadurch vornehmen können, dass sie einfach den Wert ihrer Marken höher bilanzieren, nachdem sie einfach für ein entsprechendes Gutachten bezahlt haben. Dabei sollte jedem klar sein, eine Marke ist nur so viel wert, wie ein konkreter Käufer bereit ist dafür zu bezahlen - und zwar dann, wenn es dem Unternehmen schlecht geht und der Käufer im Zweifelsfall weiß, wie dringend die Liquidität benötigt wird. Wir haben auch gerade eine Firma, die von uns Kapital beschafft haben will und ihren Markennamen mit 3,5 Mio. bilanziert hat, denen haben wir gleich als erstes gesagt, dass wir ihn mit 0 € ansetzen, solange uns nicht ein konkreter Kaufinteressent gezeigt wird.

Durch ähnliche Bilanzierungstricks ist damals die Japankrise entstanden. Die Grundstücke der Unternehmen wurden einfach von Jahr zu Jahr mit höheren Werten bilanziert und darauf neue Darlehen aufgenommen, bis eine Firma mal pleite ging und die Immobilien verkauft werden sollten...

Conan
08.06.2009, 18:24
Man, einige "da oben" dreh´n schon wieder am Sender. Denn...
"...Der Zoll soll nach Medieninformationen alle Pakete mit herkömmlichen Glühbirnen abfangen - und notfalls vernichten." (Quelle (http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,625267,00.html))
*/Ironie ein
Kann man denn eigl. nicht auch solche Politiker abfangen und "vernichten"...? Feinstaubplakette, Biokraftstoffquote, Umweltprämie (Abwrackprämie), Glühbirnenverbot... Also ich weiß nicht, ich hab´ iwie so eine leise Vorahnung, dass als nächstes das Toilettenpapier an der Reihe ist... ^^

In Zukunft sitzen viell. viele Zollbeamte am Flughafen zusammen mit ihren Schnüffelkötern auf einem Haufen Koks, Hasch, Waffen, ausgestopften Schildkröten und... einem Berg aus Glühbirnen.:D Aber ob man Hunde auf Glühbirnen abrichten kann, ist eine weitere Frage, die derzeit noch ungeklärt ist.^^
Ich freu´ mich jedenfalls schon auf die Frage am Zoll: "Haben sie über 10.000€, Rauchwaren, Drogen, Waffen oder Glühbirnen im Gepäck?"
*/Ironie aus

Das "Glühlampenverbot" ist ja schon beschlossen und wird auch in absehbarer Zeit in Kraft treten - aber Glühbirnen jetzt sogar schon beim Zoll unschädlich zu machen... Wieder eine Vorschrift mehr, die die endlosen Regale bei den entspr. Ämtern füllen wird...:rolleyes: Komisch ist auch, dass das Gesetz nicht gleich mit einschließt, dass es ähnlich wie bei (Auto)Batterien Pfand gibt, so dass die Verbraucher sowie Industrie zu einem korrekten Recycling gezwungen werden.
Richtig ist, dass die Energieeffizienz von Glühbirnen bei der Lichterzeugung sehr gering ist. Deshalb wird jeder vernünftig denkende Käufer sicherlich - dort wo es sinnvoll und möglich ist(!) - energiesparende Alternativen einsetzen. Was mich an dieser Aktion so richtig stört, ist die Tatsache, dass die EU-Bürokraten schon wieder der Meinung sind, dass die Bürger nicht selbst in der Lage sind, sinnvoll zu handeln und dass man sie deshalb bevormunden muss.*mph*

Die Energiekosten werden so oder so (ob nun mit oder ohne erneuerbare Energien) in den nächsten Jahren immer weiter steigen und das ist die auch beste und die einfachste Art, um bei der Bevölkerung für Einsparungen zu sorgen. Man muss m.M.n. nicht für jeden einzelnen "Stromfresser" eine bzw. mehrere neue Verordnungen schaffen.

Heryst
11.06.2009, 21:24
Bei den Glühbirnen erinnere mich auch noch an eine andere Debatte, dass es bei elektrischen Geräten keinen Stand-by Schalter mehr geben sollte.
Was daraus geworden ist, aber angesichts der Tatsache, was heutzutage Geräte im Stand-by verbrauchen ist das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die günstige Energiequelle ist sowieso ein Loch zu bohren. Denn es gibt in knapp 4 Kilometern Tiefe riesige Wasserbecken, die durch die Erdwärme kochen. Hochpumpen braucht man das Wasser nicht, dafür steht es zu sehr unter Druck.

Die Politiker sollten mal debattieren, wie man damit am schnellsten ein breites Netz aufbauen kann, weil es wirklich kostenlose Energie ist, ähnlich wie Solar, oder Windkraft.

Allanon
12.06.2009, 10:22
Was daraus geworden ist, aber angesichts der Tatsache, was heutzutage Geräte im Stand-by verbrauchen ist das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.



Huhu du,

wie rum darf ich deine Aussage interpretieren, Standby ~ viel Verbrauch
oder weil die Geräte entwicklungstechnisch neu sind Standby ~ nicht so viel Verbrauch.

Beim zuerst genannten stimme ich dir vollkommen zu. Letzteres könnte ich so nicht stehen lassen. Sie stimmt nämlich nicht wirklich, gerade in unserer heutigen Zeit in der immer mehr solcher Geräte über eine Standby-Funktion verfügen, gehören sie zu immensen Stromfressern. Die Einzelgeräte sind dabei nicht mehr so dramatisch Ausschlaggebend wie noch vor ein paar Jahren, aber die Summe der Geräte kann ganz schön zuschlagen.


HiFi Anlage liegt bei ungefähr : 21 W = 29,40 Euro
Scanner liegt bei ungefähr: 15 W = 21,00 Euro
DVD-Spieler liegt bei ungefähr : 10 W = 14,19 Euro
PC - Lautsprecher liegt bei ungefähr : 7 W = 9,80 Euro
Tintenstrahldrucker liegt bei ungefähr: 12 W = 16,80 Euro
Farblaserdruckerliegt bei ungefähr: 92 W = 128,80 Euro
Lautsprecherliegt bei ungefähr: 61 W = 85,00 Euro
Festplattenrekorderliegt bei ungefähr: 24 W = 33,64 Euro
Videorecorder liegt bei ungefähr : 18 W = 25,20 Euro


Hier sind die größten Verbraucher wie Durchlauferhitzer, Kaffeevollautomaten und Fernseher noch gar nicht dabei. Es gab mal so eine Faustformel das einen Bürger jedes Standby-Watt seinen geldbeutel mit ungefähr 1,50 Euro im Jahr belastet! Bei den heutigen Energiekosten dürfte dsas schon wieder etwas mehr sein.
Hier sollten wir nicht vom Tropfen auf den heissen Stein sprechen, ganz im Gegenteil, hier sollte angesetzt werden es wäre vernünftiger weniger Geräte mit solch einer Funktion auszustatten. Aber das ginge dann wohl wieder auf Kosten der Bequemlichkeit, und wer möchte die schon missen. Ein schönes Beispiel habe ich noch vergessen, die Waschmasschine, man glaubt gar nicht was die schon Strom verbraucht wenn sie eingesteckt und noch gar nicht eingeschaltet ist, auch so eine Sache, Geräte sollten durchweg komplett ausschaltbar sein. Sind sie aber leider oft nicht.
So und habe ich deine Aussage falsch verstanden, so darf das Ganze für die anderen Leser wenigsten als kleine Auflistung ihrer versteckten Stromverbräuche gesehen werden.

liebe Grüße

Allanon

AMBER schattensturm
12.06.2009, 11:10
Schöne Ausführung, Allanon. Die Glühbirnenregel ist dennoch Schwachsinn.

Glühbirnen zu verbieten ist erfolgreiche Lobbyarbeit der Energiesparlampenhersteller. Hier liegen die Gewinnspannen nämlich deutlich höher als bei Glühbirnen. Statt eines Verbotes sollte man fragen, warum es keine verbrauchsorientierte Ökosteuer gibt. Das wäre nämlich ein Kostenfaktor, der Glühbirnen stärker belasten würde als Energiesparlampen, ohne den Menschen gleich vorzuschreiben, was sie in ihre Fassungen drehen dürfen. Das hätte, behaupte ich jetzt einfach mal, auch so gut wie jeder nachvollziehen können.