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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Erschaffen einer Welt


Das Forenpelztier
12.09.2008, 13:02
Huhu folkz,

handelsübliche Fantasy spielt ja für gewöhnlich in einer anderen Welt als der unseren. Mal ist es wie bei Kai Meyers "Die fließende Königin" eine Parallelwelt, mal flattert der/die Held/Heldin durch ein Portal aus unserer in eine andere Welt (*hust* Hohlbein *hust*) und mal hat man wie bei Tolkien eine vollkommen eigenständige Welt.

Nun richtet sich meine Frage an die Hobby- und Profiautoren unter euch:

Was beachtet ihr beim Erschaffen einer eigenen High-Fantasy-Welt?

Welche Bereiche sind für euch wichtig, welche eher weniger?

Erschafft ihr eine Welt, die zu der Idee eurer geschichte passt, oder schreibt ihr eine Geschichte, die in eure Welt passt?

Wie detailliert arbeitet ihr eure Welten aus?


Für meinen Teil bin ich ein ziemlich detailverliebter Erschaffer. Meine Welt hat bisher 4 Kontinente und 11 Rassen, welche diese bevölkern. Diese 11 Rassen sind widerrum in Nationen aufgeteilt, verfügen über eigene Mythologien und Religionen, Ideale und Herrschaftsformen, Währung, Wirtschaft, Architektur, Kulturgut, Essgewohnheiten, mathematisches System und Sprache. Davon ist natürlich längst nicht alles ausgearbeitet.

Die Welt selbst habe ich mit Meereströmungen und Winden versehen und versucht, die Klimazonen unserer Welt weitgehend zu berücksichtigen. Ebenso den Umfang der Welt passe ich dem der Erde an, um Probleme mit der Gravitation zu klären. Ich weiß nicht, wie sich zwei Monde auf die Gezeiten auswirken, deshalb bleibe ich vorerst bei einem. Gebirge und Flüsse (Wo ich an der Namensgebung verzweifle) gibt es, ebenso Steppen, Wüsten, großflächige Wälder, Hochland etc. Mit der Geologie tue ich mich recht schwer bisher, ebenso mit der Fauna und der Flora, da ich nicht alles aus unserer Welt importieren will, mich andererseits aber schwer daran tue, Pflanzen und Tiere zu entwickeln.

LG

Animalus Pelzus Internetis

koshka
12.09.2008, 17:08
Man kann von verschiedenen Seiten herangehen... Manchmal hat man eine Geschichte im Kopf und baut sich die passende Welt aussen rum, manchmal hat man das Bild einer Welt und sucht die passende Geschichte. (Wobei ich letzteres etwas schwieriger finde... meist fängt es wohl mit der Geschichte an, bei mir zumindest)
Aber wirklich schwer finde ich es, eine ganze Welt von jetzt auf gleich zu konstruieren. Welten sind komplex, und wenn sie nicht gut entwickelt sind merken das Spieler oder Leser meist sofort. Am besten ist es, sie sich entwickeln zu lassen.
Als ich einmal eine für ein RPG zusammengebaut hab hab ich ne Weile lang bei jeder Tätigkeit und in jeder Situation meiner Welt überlegt, wie sähe das wohl auf meiner ausgedachten aus... Sie ist bis heute nicht fertig.

Sowas wie Flora und Fauna, die Geologie, das Wetter, Ressourcen und ähnliches sind wichtig. Nicht unbedingt sofort am Anfang, aber man muss alles irgendwie im Hinterkopf haben um überzeugend davon schreiben zu können.
Das geht zum Teil soweit, daß du im Grunde wissen musst welche Vegetation sich bei welchem Klima ausbreitet, welche Pflanzen reine Kulturfolger sind, welche Tiere den gleichen Lebensraum einnehmen und welche nie zusammen vokommen, unterschiede zwischen Wald und Forst...
All das kann wichtig sein.

Wozu brauchst du denn die Welt?

Hathor
12.09.2008, 17:10
Nun richtet sich meine Frage an die Hobby- und Profiautoren unter euch:


Und genau darum gehört dieser Thread auch ins Unterforum für Autoren und solche, die es werden wollen ;)

Das Forenpelztier
12.09.2008, 17:16
Wozu brauchst du denn die Welt?

Ich hege die Absicht, einige Romane in dieser Welt spielen zu lassen und später möglicherweise auch ein RPG dazu zu entwerfen :)

Und danke an die Moderation, ich wusste nicht, dass ich hier schon Threads eröffnen darf, dachte da sei was von wegen 100 Beiträge.

Verräter
12.09.2008, 19:36
Eine Welt zu erschaffen ist ein Mammut Projekt, eine Lebensaufgabe, ein Ziel ohne die geringste Möglichkeit es jemals zu erreichen. Oder was nutzt schon eine völlig fertige, sich nicht bewegende Welt? Sie hätte kein Leben, und Leben bedeutet Veränderung... und wie soll man eine Welt erschaffen, die sich in einem ständigen Wandel befindet?
Und dennoch gehen immer wieder Menschen diesen Weg und versuchen sich an dieser Hürde. Einige, hier sei einmal als berühmtestes Beispiel Tolkien genannt, haben dabei fantastische Gebilde geschaffen - andere/viele wiederum sind daran gescheitert.

Meine persönliche Welt umfasst lediglich 2 Länder, die von einem Gebirge getrennt sind, sodass kein Handel möglich ist. Alle weiteren Teile der Welt gelten bislang als Unerkundet ;) Das südliche Land ist deutlich älter, die Ursprünge liegen knapp 4 Jahre zurück (für mein Alter eine lange Zeit :P), daher spielt hier in den Geschichtlichen Ereignissen der Rassenkonflikt zwischen den typischen Rollenspiel-Rassen, die an Tolkien angelehnt sind, die größte Rolle. (Elfen-Menschen-Ork) Da sich die einzelnen Kulturen und Geschichten mittlerweile jedoch so stark von meiner Vorlage entfernt haben, bin ich am Überlegen ob ich nicht mit neuem Namen/neuem Aussehen eigenständige "Rassen" kreieren soll. Ich bin mir sicher niemand würde es merken :) Eben weil diese fast keine Gemeinsamkeiten mehr zu anderen besitzen.
Dort kann ich die Geschichtlichen Ereignisse etwa 800 Jahre zurück verfolgen, als das "große Reich" im Krieg zusammenfiel. Dabei sind leider die meisten Lehrbücher zerstört, weshalb noch Heute (da ohnehin niemand mehr lebt der "dabei gewesen ist") nicht genau weiß, wie die Jahrhunderte davor aussahen.

Die Fauna und Flora ist ein sehr breites Feld, bei dem ich zugeben muss, dass meine bisherigen Vorstellungen unzureichend sind. Jedoch habe ich nicht vor dort in nächster Zeit mir irgendwelche tollen Tierchen und Blümchen aus den Fingern zu saugen, nur um sagen zu können was mir alles erdacht hab. Sobald ich etwas davon für meine Geschichten benötige (was bisher, da es simpel an Ärzten oder ähnlichem in meiner Charakterliste fehlt (obwohl ich DAS wirklich einmal ändern sollte - das ist so ein breites Feld *in Gedanken abschweift*)) mache ich mir darum noch einmal Gedanken.
Wesentlich wichtiger sind für mich die Religionen (da es bei mir keinen Einheitlichen Götterglauben gibt), die Geschichtlich basierte Gesellschaftsform der einzelnen Rassen in den einzelnen Teilen des Landes und das "Alltagsleben". Da ich diese schlicht und ergreifend für meine Charaktere und Geschichten immer mal wieder benötige - also brauche ich davon ein genaues Bild. (Und natürlich mein täglich wachsendes Magiesystem ^^ weil diese doch auch eine sehr große Rolle spielt und das für mich mit Abstand faszinierendste Mysterium darstellt :) )

Im 2. Land, welches erst seid etwa 2 Monaten existiert (jedoch, zumindest in sehr vielen Bereichen, was z.b. die Magie betrifft, identisch mit Land 1 ist) leben ausschließlich Menschen. Dort sind "vereinte Königreiche", wie sie im Lang 1 vertreten sind, jedoch eine Seltenheit. Die meisten Menschen leben in sog. Städteverbunden oder in einem der duzenden Clans, die über Ecken und Kanten praktisch das Land regieren.

Soviel zu meiner Welt, alles weitere würde jetzt zu sehr am Thema vorbei gehen denn es geht schließlich um die Erschaffung, nicht um das "Ergebnis". (Wobei, wie gesagt, dort ohnehin niemals eine Ende in Sicht kommt)

Wie man in meinem bisherigen Text sicher erkennen kann, entstehen meine Welten durch die Geschichten. (Und wie diese bei mir entstehen kann man jederzeit im dazugehörigen Thread im selben Unterforum nachlesen, auch wenn ich eher davon abraten würde ^^")

Das ganze Funktioniert auf der Basis Ursache und Wirkung. Die Wirkung bestimme ich, dass bedeutet - Ich beschließe z.b. (um mal ein sehr einfaches Beispiel zu wählen) Alle Elfen mögen keine Menschen. Und diese Erkenntnis habe ich jetzt beispielsweise von der Tatsache, dass ein Charakter (der Elf ist) von Kind auf gesagt bekommt, Menschen seien Böse. Daraufhin fange ich an zu überlegen, warum man diesem das erzählt hat. Ob es nur an der Umgebung (-> einzelner Personen und ihren speziellen Erfahrungen) oder um globale Ereignisse (meist auch beides vermischt). Jede einzelne, dadurch gewonnene Erkenntnis wird dann erneut auf die Frage gestellt, woran das liegen könnte. Zusätzlich wird mit jeder Erkenntnis auch die Wirkung überprüft, ob diese stimmig ist oder ob es nicht vielleicht besser ist diese leicht abzuändern (oder je nachdem auch stärker).
Tja... und irgendwann... wenn eine Reihe von Fragen zu den unterschiedlichsten Themen gestellt worden und die Antworten gefunden sind, entsteht keine direkte Welt aber ein Gespür für sie. Langsam lernt man mit den Eigenheiten, den Geschichtlichen Ereignissen, den Einflüssen bestimmter Regionen/Religionen/usw. zu verstehen und anzuwenden. Und dann ist sie da: Die eigene Welt.

Nejira
12.09.2008, 19:55
Im Prinzip ähnelt meine "Taktik" der von Verräter. Wobei Taktik hier das völlig falsche Wort ist, denn ich verfolge kein bestimmtes Ziel, außer dem Wunsch, irgendwann eine Welt zu haben, die in sich völlig stimmig ist. (Was im Grunde unmöglich ist.)

Alles hat mit einer Geschichte angefangen (Wie ich auf Geschichten komme, kann man ebenfalls im entsprechenden Thread nachlesen.) Aus den Handlungen der Charaktere gingen Grundlagen der Gesellschaft hervor, sowie eine Vorgeschichte. Und irgendwann auch eine wage Idee, was passieren könnte, nachdem die Geschichte vorüber ist.

Nach und nach entstanden andere Geschichten. Und dabei komme ich mir immer eher vor, als würde ich historische Nachforschungen anstellen, als dass ich wirklich aktiv etwas erfinde. Irgendwann bin ich bei einem Detail angelangt wo mir klar ist - so stimmt das. Und dieser Umstand hat auch oft genug dazu geführt, dass ich meine Geschichte ändern musste, weil die Welt irgendetwas nicht mehr zuließ.

Meine Welt ist ein weit ausgedehntes Inselreich mit mehreren Königreichen und Fürstentümer, die sich mal freundlich und mal in erbitterter Feindschaft entgegenstehen. Dadurch dass die Inseln auf einem sehr, sehr, sehr großen Gebiet verstreut sind, gibt es alles von Skandinavischem, bis zu mediterranischem Klima alles. Und während ein Land sich durch Revolution die Demokratie erkämpft hat, halten die Nachbarn noch an der Monarchie fest. Auch das Ausbildungssystem (nicht nur in Sachen Magie) spielt eine große Rolle. Nur bei der Religion (die berühmte Gretchenfrage) bin ich noch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

Und was die Zukunft bereithält... Eine Eisenbahnstrecke ist schon in Planung.

@Verräter
Stell doch dein Licht nicht immer so unter den Scheffel!

Haramis
12.09.2008, 20:46
Vielleicht kommt es ja auf deine Geschichte an.

In meinem Kopf geistert eine Fantasy-Geschichte herum, für die ich es einfach nicht als nötig erachten würde, eine komplette Welt auszuarbeiten. Ich denke, das wird diese Geschichte nicht brauchen. Das wichtige erschließt sich, denke ich (wenn ich irgendwann mal die Zeit haben sollte, diese Geschichte zu schreiben :D), von selbst.

Für andere Geschichten ist es wahrscheinlich nötig, eine komplette Welt auszuarbeiten. So wie Verräter das beschrieben hat.

:)

Enduni
12.09.2008, 22:09
Für mich ist die Welt hinter meiner Geschichte eigentlich das Wichtigste. Sie bindet meine Geschichten besser zusammen, als jedes Buch es könnte. Dass ich die Welt erschaffen möchte, war mir aber auch nicht bewusst, bis ich anfing, erste Geschichten darin zu schreiben und diese später immer wieder verwarf, weil mir gewisse Details nicht zusagten und die gesamte Welt von mir inzwischen wieder auf den Kopf gestellt wurde. Dort diente die Welt noch als Rahmen für die Handlung. Inzwischen ist es eher umgekehrt; die Handlung dient als Einblick in die Welt.

Aber dazu, wie ich sie erdachte vielleicht mehr. Es begann mit einer Geschichte, dann zweien, dann dreien, dann kam die Karte und mit der Karte kam die Leere. (Und ich sah, dass es gut war.) Diese Leere galt es zu füllen, und damit waren Namen da, aber Namen ohne Geschichte, so dachte ich mir eine Geschichte aus. Ich machte mir eine Menge Gedanken und nicht allein meine Geographie- und Geschichtslehrerinnen sind darin Schuld, dass ich mich letztlich sehr intensiv mit den Nationen, Staaten und Strukturen beschäftige. Es sollte vorwiegend eines sein; logisch. Nicht unbedingt realistisch, das macht sich in Fantasy schlecht, aber eben logisch und eine Einheit, und unserer Welt nicht unähnlich. Meinungen, Religionen, Propaganda, Kriege im Großen wie im Kleinen, Intrigen und Geheimkulte, große Propheten und alte Götter, dazu Gewohnheiten, Gepflogenheiten und Traditionen, Bauweise, eben einfach -alles-. Dazu kommt noch, dass die gesamte Welt eine Geschichte bekommen muss, die alles auf einen Status Quo bringt und auf die man sich in Geschichten, und ich darf sagen; das ist eine Herausforderung ohnegleichen, die wohl mehrere Monate in Anspruch nehmen dürfte, einen ganzen, wenn man sich nur darauf konzentrieren würde. Und dann, wenn alles auf dem Status Quo fest und beschrieben ist, kann man es dann verändern.
Wobei ich sagen muss, dass ein Großteil der Details es nie komplett in die Geschichten hineinschafft, das wäre ziemlich überfordernd für den Leser. Wichtig ist für mich eben; lebendig (detailliert), logisch und dynamisch.

Gruß,
Enduni

Daij-Djan
10.10.2008, 22:31
Beim erschaffen der Welt sollte man sich anch dem Gefühl leiten lassen,
stell dir einen Wald vor, oder eine wogende wiese,
die Welt sollte nicht um die Charakter herum aufgebaut sein, sondern Mit dem Charakter geschaffen werden, denn im endeffekt, reist die Figur durch die geschaffene Welt, und desto besser sie beschrieben, und desto schöner dargestellt, desto lebendiger wird die Welt, der Charakter und die Geschichte für den Leser.

Zuviele Einzelheiten verderben aber das Bild, so sollte man sich nicht damit abgeben die Farbe einzelner Blüten und Wesen aufzuzählen..

Wavebreaker
12.10.2008, 18:24
Hi alle zusammen!

Phu .. war ganz schön lange her, seit meinem letzten Besuch. :rolleyes:

Als dann ...

Also die Welt drumherum ist sehr wichtig. Das "fühlt" man richtig bei einem Roman, der in einer ausgeklügelten Welt spielt. Natürlich ist es irrsinnig schwer und man brauch viel Ausdaur, aber es ist machbar --> siehe J. R. R. Tolkien. Sowieso - Das wichtigste bei einem Autor ist Ausdauer, denn einen Roman zu verfassen ist unglaublich schwer.

Es wird aber durch die eigene Welt einfacher gemacht, den Roman eher fertig zu bekommen, da man "einfach nur noch" eine Geschichte in die bereits vorhandene einfädeln muss. Da muss man sich nicht während des Schreibens überlegen "Wieso jetzt und weshalb? Wo überhaupt?", sondern kann einfach schreiben (Vorrausgesetzt, man weiß was man schreiben will *grins* ).

MfG Wave

Verräter
12.10.2008, 18:37
Ich persönlich würde nicht sagen, dass eine Welt einem die Geschichten "einfacher" macht. Letztendlich könnte es sogar schwieriger werden, denn ohne ein striktes Konzept ist Platz für vollkommene Willkür. Alles was dir plötzlich in den Sinn kommt kannst du theoretisch aufschreiben, was sich schlagartig ändert wenn du in einem größeren Rahmen (also in eben dieser Welt) schreibst. Dann musst du nämlich auch darauf achten, dass deine Ideen auch passen oder anderen Dingen widersprechen. Und das nicht nur in einer Geschichte, sondern in allen, die dort spielen. Manchmal habe ich wunderbare Ideen für Charaktere oder Städte, muss dann aber feststellen, dass diese einer der Säulen widerspricht, auf der meine Welt aufgebaut ist.
Und eine einzige Geschichte in einer Welt kann ich mir persönlich einfach nicht vorstellen, selbst wenn man nur eine davon aufschreibt. Denn eine Welt ohne Geschichtenerzähler lebt einfach nicht....

Meiner Meinung nach macht eine gute Welt die Geschichte komplexer, aber nicht einfacher. Es fallen einige Grundsätzliche Überlegungen zu beginn der Geschichte weg, dafür erscheinen neue, wie ich finde wesentlich schwierigere Fragen. Und die Anfangsfragen muss man doch letztlich dennoch beim entwerfen der Welt stellen. ^^

Ts4EVER
12.10.2008, 18:44
Sich die Welt auszudenken ist fast ads lustigste am Schreiben, man muss aber aufpassen, sonst schreibt man am Ende nur über die Welt und nicht die Geschichte. Und für Leser ist die Geschichte in der Regel das interessante.

Angelius
28.10.2008, 17:50
Ich bin auch gerade dabei eine Welt zu erschaffen, komischerweise fallen mir immer zuerst die Namen ein. Diese Namen ordne ich dann entweder einer Stadt einem Ort einem Kontinent einem Land oder sogar der Welt selbst zu. Diese z.B Stadt, erhält dann ihre Geschichte, und so geht es weiter, bis ich schließlich etliche Städte Länder und Orte mit zugehöriger Geschichte habe.
Doch noch bevor ich mit diesem Prozess beginne, überlege ich mir eine oder mehrere Schöpfungsgeschichten, aus denen sich dann die Götter und Religionen bilden, die den Grundstein zu allem legen. Rassen,Kriegen,Ängsten,Freuden, das ist Praktisch der erste Schritt. Dann folgen kreuz und quer, Form der Welt und die ganzen Städte etc. Diese werden mit Hintergrundgeschichten die stets dem Roten Faden der Urgeschichte folgen versehen usw usw. Ich lege mir dabei für jedes Land/Stadt etc eine Wordatei mit Angaben zu Flora und Fauna, Besonderheiten, Regierungsform etc an. Nunja eine Welt entsteht bei mir sehr unliniear mal arbeite ich da weiter, mal da. Im Grunde gibt es bei mir kaum System, hauptsache das Ergebnis stimmt.

Jellybelly
31.12.2008, 01:23
Ich kann zwar nur sehr wenig dazu schreiben, aber zwei DInge gäbe es da doch, die ich nicht so mag beim erschaffen einer welt:

- wenn es zum beispiel so ist, dass es 10 rasse gibt, die wiederrum haben je 3 völker oder so und jedes seine eigene währung, ne eigene stadt - Ich meine, man muss mal mit der heutigen welt vergleichen: Alle sist bunt und gemischt und "ausländisch", zum beispiel die drei länder Schweiz, Deutschland und Österreich, in denen fast die gleiche sprache gesprochen wird, die aber völlig verschiedene währungen haben und deutschland gehört zu europe (schweiz und österreich doch nicht, oder?) Und ich meine ich finde es eben besser, wenn es eher gemischt als völlig abstrakt ist

- Wenn es (wie immer *mph*) bei der Erstellung von "Karten" so abläuft: Oben ist Norden und kalt und unten Süden und WÜste und heißt und in der Mitte vllt. hügel und es gibt EINE RIESIGE HAUPTSTADT IN DER MITTE *mph* usw. Ihr wisst sicher, was ich meine. Außerdem muss man beachten, auf welchem stand der technologie die menschen (oder elfen etc.) in der geschichte sind um zu sehen, wie weit ihre Kartographischen Erkenntnisse reichen, als das sie das komplette Land erforscht haben.

Aber es gibt da noch einen sehr wichtigen Part: Wie sieht die Welt überhaupt aus? Ich finde die Frage sehr schwer zu beantworten, schließlich passen zu einer fantasywelt einfach keine planeten oder eine Kugel, auf der sie wohnen. Man kann schlecht sagen, dass sie auf einer kugel leben, weil "wir" ja schon dort leben :D Ich mein, es ist zwar fantasy, aber wo kommt die plötzlich her und wie auf unseren planeten.

Witzig /gut fände ich es, wenn die Geschichte zum Beispiel auf nem anderen Planeten spielt, schließlich haben wir noch nicht alle gänzlich untersucht und somit bleibt noch sehr viel platz für einen autoren, so etwas in eine geschichte miteinzubauen.

gruß,kai/yellibelly

bisou
31.12.2008, 13:39
Find' ich interessant, was du da in den Raum wirfst ^_^

Es stimmt wirklich in den meisten Fällen, dass die große Hauptstadt in der Mitte ist. Bei mir ist sie im Süden, weil's da nicht so unerträglich heiß ist ^_^ Ich denke, man kann eine Fantasywelt nicht perfekt erschaffen, weil man da notgedrungen die Physik, Chemie, etc. etc. neu schreiben müsste. Und ich habe ehrlich gesagt keine große Lust, erst einen Führer durch meine Welt zu schreiben und den Leser dann reinzulassen. Aber grundsätzlich ist das eigentlich schon nötig, damit es auch wirklich der Realität, bzw. dem Realitätsfaktor nahe kommt.:rolleyes:
Aber ich persönlich habe keine Lust, in meiner Freizeit ein Physikbuch aus einer anderen Welt zu lesen. Grundsätzlich, so denke ich, kann man davon ausgehen, dass der Autor seine Welt schon von der Erde abschaut, da sie einfach ein perfektes Beispiel ist, in großen Teilen erforscht. Ich muss in einem Buch nicht erwähnen, dass auch da die Schwerkraft eine Rolle spielt. Außer, ich schreibe Science-Fiction und meine Profession ist es, relativ sinnfrei auf irgendeinem Planeten rumzuhüpfen.

Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.

Man kann (-> So glaube ich) keine perfekte Welt erschaffen. Es wird wahrscheinlich immer nur ein dunkles Spiegelbild dessen sein, was wirklich dahintersteckt.
Generell bin ich aber auch der Meinung, dass eine Welt nicht komplett korrekt sein muss. Auch große Autoren feilen (auch wieder nur mein Glaube) ihre Welt nicht ins letzte Detail aus, mit völlig neuen Gesetzen, die alles uns bisher bekannte aus den Angeln hebeln.
Fände ich persönlich viel zu kompliziert. Da würde ich an alles andere denken, nur nicht an den Plot der Story.

Auch Terry Pratchett hat sich an der Erde orientiert, jedenfalls liest es sich so. Nur ist sie bei ihm eben flach - und man fällt runter, wenn man am Rand ist. Das Mittelalter lässt grüßen.
Eine Aufbereitung des alten Glaubens finde ich bei ihm sehr interessant. Deswegen lese ich seine Bücher. Aber nur Physik in einem Buch, und dafür das aus-den-Augen-verlieren des Wichtigen finde ich schlicht und einfach langweilig!

Jellybelly
31.12.2008, 14:58
Aber nur Physik in einem Buch, und dafür das aus-den-Augen-verlieren des Wichtigen finde ich schlicht und einfach langweilig!

EIn paar abschließende Worte vom Anti-Physiker *grins* Spaß,

ich habe in meinem Beitrag nur gemeint, dass es sehr kompliziert ist, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie die "Große Welt/bzw. Universum" aussieht in einer Fantasywelt - ich würde ich meiner Geschichte so etwas auch nicht erwähnen - nur, damit das mal klar ist *ja*

Ansonsten: ehm, gruß,
jb

kaltric
22.01.2009, 01:51
Was beachtet ihr beim Erschaffen einer eigenen High-Fantasy-Welt?

Welche Bereiche sind für euch wichtig, welche eher weniger?

Erschafft ihr eine Welt, die zu der Idee eurer geschichte passt, oder schreibt ihr eine Geschichte, die in eure Welt passt?

Wie detailliert arbeitet ihr eure Welten aus?

Beachtet hatte ich ursprünglich nicht viel. Es fing mit Karten an. In 3 Versionen kam ich dann zu einer plausiblen Welt. Derzeit steht bei den meisten Ländern der Hintergrund (Historie). Bei den meisten auch Beschreibungen (je nach bisheriger Beschäftigung damit kurzer Lexikoneintrag bis ca. 20 S.). Zusätzliche Flora, Fauna. Eigene Sprachen und Kulturen.
Am Schwierigsten sind wohl alle gegenseitigen Beeinflussungen zu beachten.

Edit: die Welt kam lange vor jeglichen Geschichten. Die kamen erst ab ca. 3 Jahren später.
(Außer man zählt Abhandlungen über Länder etc. zu Geschichten)
Und mittlerweile ist es ein Mix. Mal passt sich die Welt der Geschichte an, mal die Geschichte der Welt.



Für meinen Teil bin ich ein ziemlich detailverliebter Erschaffer. Meine Welt hat bisher 4 Kontinente und 11 Rassen, welche diese bevölkern. Diese 11 Rassen sind widerrum in Nationen aufgeteilt, verfügen über eigene Mythologien und Religionen, Ideale und Herrschaftsformen, Währung, Wirtschaft, Architektur, Kulturgut, Essgewohnheiten, mathematisches System und Sprache. Davon ist natürlich längst nicht alles ausgearbeitet.

Im Grunde genommen dito. Das mit den 4 Kontinenten passt auch. Rassen... naja... kommt drauf an, was man als Rasse zählt. Fast alle könnte man auch als Menschen oder seltsame Menschen bezeichnen.. Und Fremdkreationen wie Elfen o.ä. kommen mir nicht auf meine Welt. ;)
Religion hab ich bisher stark vernachlässigt. Ist halt nicht mein Gebiet. Wobei einer der Romane nun stark auf dieses Gebiet forciert.
Bei mir ist noch ein Schwerpunkt (wenn nicht gar der Schwerpunkt) die Sprachen. Eine kann man immerhin schon sprechen.


Die Welt selbst habe ich mit Meereströmungen und Winden versehen und versucht, die Klimazonen unserer Welt weitgehend zu berücksichtigen. Ebenso den Umfang der Welt passe ich dem der Erde an, um Probleme mit der Gravitation zu klären. Ich weiß nicht, wie sich zwei Monde auf die Gezeiten auswirken, deshalb bleibe ich vorerst bei einem.

Für mich ist auch Realismus wichtig..



Gebirge und Flüsse (Wo ich an der Namensgebung verzweifle)
Namen sind doch einfach. :)
Bes. wenn man erstmal die Sprachen und ihre Regeln hat.

Mit der Geologie tue ich mich recht schwer bisher, ebenso mit der Fauna und der Flora, da ich nicht alles aus unserer Welt importieren will, mich andererseits aber schwer daran tue, Pflanzen und Tiere zu entwickeln.
Da hatte mich ein schickes Buch inspiriert: Dixon's Geschöpfe der Zukunft. Zusammen mit Darwins Theorien kann man da leicht etwas bauen.

Artok
25.01.2009, 23:06
Nun, was mich betrifft, gehe ich sehr unterschiedlich an einen Roman und dessen Welt heran. Manchmal habe ich die Welt schon lange vorher im Kopf. Aber manchmal ist bei mir auch alles spontan. Ich denke manchmal ein bisschen, wie als ob ich der Leser wäre, was natürlich schwierig ist. ich mache mir grob Gedanken üebr die Handlung, wie sie verlaufen soll, welche Wendepunkte und Überraschungen ich einbauen könnte etc. Ansonsten schreibe ich einfach los und schreibe dann das, was mir gerade in den Sinn kommt. Natürlich gefährlich, aber nicht, wenn man es richtig anstellt.

Aber zu Welten mit richtig festen Ländern und so weiter mache ich mir schon vorher Gedanken. Zumindest deren Grenzen, Hauptstadt (Wenn überhaupt). Die Kreaturen, die darin vorkommen. Wie entstanden ist (Eigentlich meistens nicht). Welche Rolle die jeweiligen Gebiete spielen und so weiter.

Ich bin manchmal selbst überrascht dann ,wie die Geschichte bei mir verläuft, aber hier und da noch eine Editierung, und schon passt die Geschichte zu der Welt :)

Magierin
20.02.2009, 21:16
Hallo!


Zuerst mal ein paar Fragen an euch!:D

Wie sollte für euch eine Fantasywelt aufgebaut sein?
Welche Rassen und Völker müssen dort leben, welche Sprachen müssen sie spechen?
Wie muss ein Krieg ablaufen?
Wie vergibt man am besten Namen für Geschöpfe, Flüsse und Wälder?
Wie ist die Hauptperson?
Welchem Clan gehört sie z.B. an?

Wie würdet ihr eure Fantasywelt gestallten? Worauf würdet ihr achten?
Ich freue mich schon auf zahlreiche interessante Einträge!

Eure
Magierin

Verräter
20.02.2009, 21:35
Guten Morgen und willkommen Magierin.

Schau dir vielleicht mal Diesen Thread (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=1376) an, das ist im Prinzip das selbe Thema. :)

Wobei... jetzt habe ich Lust zu schreiben. Also wird dies für Heute mein Thema sein!

Beginnen wir einfach: Was du willst, wie du willst!

Ich selbst bastele schon seit einiger Zeit an meinem eigenen kleinen Weltchen, daher werde ich mich größtenteils (wie immer) darauf beziehen.
Völker kannst du eigentlich nehmen was du willst, solltest nur (falls du eigene Erfindest) darauf achten, dass sie zum einen nicht wie das exakte Ebenbild von beispielsweise den Standardelfen sind und nur einen anderen Namen haben. Auch rate ich davon ab dir das Elfenbild zu nehmen, zu sagen: "Meine Elfen haben alle Rote Haare und heißen deshalb Feuerelfen!". Damit ist nämlich nicht eine eigene Rasse kreiert, sondern nur eine bereits vorhandene auf (in meinen Beispielen ^^) auf massive Weise verunstaltet.
Aber auch das Erschaffen von eigenen Rassen kann zu Problemen führen. Im Internet liest man folgende (ähnliche) Beschreibungen (hier etwas überspitzt wie immer) immer mal wieder:
"Meine Rasse XY hat Kiemen und kann unterwasser Schwimmen! Und hat Flügel zum Fliegen. Die Hände sind Krallen mit denen sie alles zerfleischen können und geschuppte Haut, die härter als eine Eisenrüstung ist. Und jeder XY kann von Geburt an Magie, und sie sind sehr fortschrittlich. Und bei Vollmond..."
Ich denke es ist klar was ich versuche damit auszudrücken: Gehe sparsam mit Völkerspezifischen Eigenschaften um. Auch musst du dabei bedenken wo und wie das Volk lebt, woraus sich das meiste andere schon ableitet.
Zu diesem Bereich habe ich HIER (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=1746) vor einiger Zeit etwas geschrieben, wa sich nicht komplett wiederholen möchte, da ich ja noch auf die anderen Themen eingehen möchte ^^
Bei den Sprachen, nunja... dazu kann ich nicht viel sagen. Aber auch dort solltest du vorsichtig sein, zuviele Sprachen können verwirrend sein. Nicht nur für die potentiellen Leser und dich selbst, sondern auch für die Welt an sich. Wenn alle 20 Meter eine andere Sprache gesprochen wird, werden die Bewohner deiner Welt vor gewaltigen Problemen stehen ;D
Aber gerade was Rassen angeht, kann man dir da nichts vorschreiben. Es geht letztlich nur darum wie du es gern hättest und da gehen die Geschmäcker weit auseinander.
In meinen alten Geschichten spielt noch der Elf-Ork-Mensch Konflikt eine große Rolle (natürlich durch meine eigenen Vorstellungen Interpretiert, ich halte nämlich nicht viel von Gute Menschen,Elfen müssen die bösen Ork,Oger,Trolle,Magier besiegen weil die ... ... die Welt vernichten wollen, oder so, dass wissen sie selbst auch nicht genau *schnarch*) in meinen neueren gibt es nur noch Menschen. Einfach weil ich es persönlich so am schönsten finde.

Wie muss ein Krieg ablaufen?
Uff... das wird kompliziert! Also bei mir wurde der letzte Krieg 20 Jahre vor dem einsetzen der Geschichte beendet. Daher bin ich wahrscheinlich die Falsche Person für diese Frage, auch deswegen weil mein Krieg ein bisschen "seltsam" aufgebaut ist ^^"
Aber bleiben wir einmal beim Grundsätzlichen:
In einem Krieg verfolgt jede Partei ein Ziel. Genau dieses musst du immer vor Augen haben und bitte, tu mir und dem Rest der Welt einen gefallen und lass "Partei XY Wollen die Welt erobern/vernichten" aus dem Spiel. Nicht das es schlecht wäre, ganz im Gegenteil funktionieren sehr viele wirklich gute Geschichten mit diesem Prinzip - aber es nervt mich und kommt einfach viel zu oft vor.
Letztlich wird auch jeder Krieg geführt im für Frieden zu Sorgen ;)

Als Auslöser kann praktisch alles genutzt werden, solang die Parteien bereits in den Startlöchern stehen bzw. sich darauf vorbereitet haben. In meiner Geschichte war zum Beispiel dieser Auslöser ein Kampf um "neutrale Ländereien", zwischen 2 Reichen der dann eskalierte als sich noch eine dritte Macht kurzzeitig einschaltete.
Aber hier kommt es voll und ganz auf den Aufbau deiner Welt an. Zum einen wei er geografisch aussieht. (Kleines Land ganz im Norden wird zum Beispiel kaum die Möglichkeit haben ihre Armee ganz bis runter zum Süden zu verschiffen um dort Krieg zu führen, besonders nicht wenn dazwischen andere Nationen liegen) und wie die Technik, Kultur deiner einzelnen Völker aussieht. Und was du dir von dem Krieg eigentlich versprichst.
Wie vergibt man am besten Namen für Geschöpfe, Flüsse und Wälder?
Wie es dir gerade passt. Am besten so, dass man sie aussprechen kann.
Wie ist die Hauptperson?
Welchem Clan gehört sie z.B. an?
Diese Frage kann man nicht beantworten. Nicht einmal in ihren gröbsten Zügen, oder zumindest kann ich das nicht. Bei mir persönlich gibt es keine eindeutige Hauptperson, weshalb ich mich solche Dinge aber auch einfach nicht frage.
Hier kann ich dir eigentlich nur empfehlen, mal einige Threads aus dem "Rund ums Schreiben" und "Fantasy Allgemein" durchzulesen. Da gibt es einige in denen schöne Ansätze stehen, vielleicht findest du da etwas passendes ^^
Aber da kommt es voll und ganz auf das Setting deiner Welt an.

Nur eine Bitte wieder:
Lies dir auch den "Fantasy-Klischee" Thread durch und vermeide für deinen Protagonisten die gröbsten Fehltritte daraus. Er sollte NICHT Verwandt mit dem "Bösewicht" sein, am besten schlummern in ihm keine verborgenen Kräfte die ihn zum mächtigsten Magier der Welt machen und die Idee mit dem Schwert, über das die Hauptfigur ausersehen stolpert und deswegen der einzige, aber auch wirklich DER einzige, ist, der das Urböse vernichten kann, obwohl er noch nie in seinem Leben eine Kampfausbildung absolviert hat, ist auch schon etwas öfter genutzt worden in der Vergangenheit.

Das wirds für Heute von mir gewesen sein.

Der Verräter

Hathor
21.02.2009, 01:52
Guten Morgen und willkommen Magierin.

Schau dir vielleicht mal Diesen Thread (http://www.fantasy-forum.org/showthread.php?t=1376) an, das ist im Prinzip das selbe Thema. :)



Das stimmt, Verräter.

Darum schließe ich diesen Thread wegen Doppelgleisigkeit.

OwenJackson
21.02.2009, 14:38
Was beachtet ihr beim Erschaffen einer eigenen High-Fantasy-Welt?
Nunja, ich achte darauf dass die unterschiedlichen Elemente der Fantasywelt gut zusammenarbeiten.
Bevor ich eine Welt erschaffe überlege ich mir erst ein Grund-Story-Konzept, aus diesem Konzept heraus erschaffe ich dann die Welt.
Dabei beachte ich sehr dass die Story in der Welt richtig läuft. Das alles harmonisch abgeht.


Welche Bereiche sind für euch wichtig, welche eher weniger?

Im Grunde ist für mich jeder Bereich wichtig, denn eine Story besteht nicht aus 2 oder 3 Elementen, sondern aus einer Vielzahl Elemente.
Ich vergleiche es mal mit Magic The Gathering, ein Fantasy-Kartenspiel.
Man hat mind. 60 Karten.
Einem selbst ist die eine Karte vielleicht wichtiger als eine andere.
Aber das Deck besteht aus allen 60 Karten, jede Karte hat ihren Grund im Deck zu sein, jede Karte ist wichtig.
Somit gibt es keine wirklich wichtigen oder unwichtigen.
Aber ich würde mal sagen, mir persönlich sind oberflächlich betrachtet die Hauptcharaktere und Bösewichte am wichtigsten.


Erschafft ihr eine Welt, die zu der Idee eurer geschichte passt, oder schreibt ihr eine Geschichte, die in eure Welt passt?

Also im Normalfall kommt zuerst die Story, dann die Welt, aber erst wenn die Welt dort ist kann ich die Story fertig entwickeln.
Sprich, von der Story hab ich vielleicht 5 %, dann kommt die Welt zu 50 %, dann die Story auf 25 %, dann die Welt 100 und am Ende die Story auch auf 100.
Also bei mir vielleicht ein wenig kompliziert.


Wie detailliert arbeitet ihr eure Welten aus?

Ich bin ähnlich detailliert.
Ich habe zu meiner Welt eine richtige Weltkarte gezeichnet.
Ich rechne die genauen Entfernungen aus um am Ende dann auch in etwa die Reisezeit zu haben.
Viele Dinge werden bei mir detailliert durchdacht.
Wie entstanden meine Rassen? Welche Vergangenheit haben meine Protagonisten? Was geschah vor Hundert Jahren? Wie entstand das Hauptland? Wie entstanden die Dämonen? Wielang ist ein Jahr? Wielang ist ein Tag? Wie ist das Klima? Wie regelt der Staat seine Geschäfte? Was denkt die Bevölkerung? Gibt es Tageszeitungen? usw.
Ich erschaffe ganze Welten mit allen Dingen. Ich mache mir sogar Gedanken über den Toilettengang der Fantasyfiguren *grins*

Mhh. Vielleicht bin doch etwas detaillierter.
Möglicherweise ist gerade dies mein größtes Problem, aber ich bin so, ich muss es einfach so machen.

marxn
22.02.2009, 22:10
Ich bin auch grad mit dem erschaffen einer Welt für meine Fantasy-Romane beschäftigt und will das hier mal kurz erläutern.

Ich habe zuerst damit begonnen mir eine Welt vorzustellen und dann eine Karte danach gestaltet. Danach gibt es drei Kontinente von den drei Hauptgöttern je einen. Diese konnten die Kontinente nach ihren Wünschen gestalten, wobei zunächst nur einer von Menschen bewohnt ist, die die erste intelligente Rasse auf dem Planeten sind. Dabei gibt es bereits die ersten Konflikte und die Menschen spalten sich in 4 verschiedene Gruppierungen und begründen später die wichtigsten Königreiche.
Der oberste Gott begibt sich vor der Schöpfung auf eine lange Reise der Selbstfindung und entdeckt andere Welten dabei. Eines der Völker dieser Welten sucht im Laufe der Zeit Unterschlupf auf meinem Planeten und bildet somit das 5. Königreich.
Desweiteren gibt es Alleingänge in der Schöpfung von einem verärgeten Gott, der sich jedoch dabei übernimmt und eine unkontrollierbare Rasse züchtet, die keine Zivilisation kennt.
So ergeben sich verschiedene Völker auf dieser Welt allein durch den Verlauf der Geschichte. Ich denke man sollte sich eine grundlegende Geschichte im Vorfeld ausmalen, sodass man zumindest grobe Zusammenhänge herstellen kann und nicht einfach bloß ein paar Rassen in den Raum geworfen werden.

Für die Namensgebung der Orte und Personen, habe ich mir eine kleine Sprache als Grundlage geschaffen. Klein ist sie, weil sie (bis jetzt) noch keine Grammatik besitzt sondern nur aus einigen Vokabeln besteht, die wiederum die grundlage für viele Begriffe ist. Gesprochen wird die Sprache in meiner Welt jedoch nur noch in auserwählten Kreisen (plausible erklärung: die Sprache ist alt und im Laufe der Jahre verwaschen bzw. verloren gegangen).

Damit ließ sich die Namensgebung etwas vereinfachen und ich musste mir keine totalen fantasiewörter mehr ausdenken.
kleines Beispiel : Laur=Leben/Geburt, Ta=Wasser, Tala=laufendes Wasser/Fluss
=>Talaur = Fluss des Lebens

Hab mich für einfache, kurze Wörter entschieden um schnelle Kombinationen zu ermöglichen.

Ich selbst betrachte mich ganz Tollk(ie)ühn als Erzähler der Gesamten Weltgeschichte und gleichzeitig als Forscher, nach bekanntem Vorbild.
Trotzdem habe ich eine Hauptgeschchte geplant, die in der Zeit spielt, wo der 1 Kontinent bereits verlassen und verflucht ist, der 2. seine Blüte gerade überschreitet und der 3. noch weitgehend unbekannt ist.

AMBER schattensturm
23.02.2009, 01:20
@Marxn
Das klingt mal nach einem wirklich interessanten Ansatz, der auch gut durchdacht zu sein scheint. Solltest Du mal Lust haben, irgendwas davon zu besprechen, melde Dich einfach.

Airoswen
24.02.2009, 18:20
Hallo zusammen,

hier bin ich ja genau richtig. Ich bin gerade bei der Ausarbeitung meiner Fantasy-Welt; Chroniken sind fertig, Charaktere-Datenbank, etc. Die Welt habe ich in Photoshop grob gezeichnet, aber habe ein großes Problem, welches mich seit einigen Wochen *schäm* beschäftigt.
Und zwar die Berechnung der Entferungen. Ihr würdet mir wirklich sehr helfen, wenn Ihr mir dazu etwas sagen könntet. Wie habt Ihr das gemacht? Gibt es eine einfache Formel? Mir ist klar, dass dafür erstmal der Maßstab in Kilometer oder Meilen feststehen muss, aber da hapert es schon bei mir. Ich weiß einfach nicht, wie ich vorgehen soll.

Ratlose Grüße
Airoswen

HMP
24.02.2009, 19:15
Aber das ist das Problem: Wenn Du keinen Masstab hast, kannst Du keine Entfernungen berechnen. Also musst Du irgendwie einen Massstab festlegen. Vielleicht hilft ein Vergleich mit der Erde (und entsprechenden Karten aus einem Atlas derselben). Eine Gesamtkarte der Erde oder eines Kontinents.

In dem Zusammenhang auch immer wichtig (weil ich mich ständig selbst daran erinnern und es überprüfen muss!): Wenn einer Deiner Charaktere von A nach B will, welches Transportmittel benutzt er? Welche Geschinwindigkeiten sind realistisch (auch wenn es eine Fantasywelt ist, so sind Pferde oder Fussgänger oder Schiffe nun einmal nicht unendlich schnell)? Wenn A von B 2000 km entfernt liegt, dann musst Du schon Wunderpferde haben, um das in einem Tag zu schaffen.

Also: Leg einfach mal einen Masstab fest. Sage 1 cm sind 100 Meilen. Kommt das hin? Gut. Kommt es nicht hin, dann ändere nach oben oder unten und prüfe erneut.

Ich habe (bei meiner letzten Welt) einfach gesagt: der Kontinent auf dem es spielt, ist 4000 km in Nord-Süd und 2000 km in Ost-West (natürlich nicht rechteckig ;)) Gezeichnet (Dank PC) waren es 40x20 cm. Dem habe ich dann den Rest angepasst. Dann die Städte festgelegt und schon konnte ich die Entfernungen der Städte messen/ errechnen. Aber das geht eben nur mit Masstab.

Ich hoffe, Dir konnte von mir ein bisschen geholfen werden :D!

Silberblut
24.02.2009, 19:32
Auch ich bin natürlich nur ein Hobbyautor und kein Profi. Nun folgen meine eigenen, amateurhaften Vorstellungen zum Aufbau einer Fantasywelt, wie sie mir gefällt! :D

Generell mache ich es mir einfach: Ich orientiere mich an realen Kulturen und der ungefähren Epoche, in der sie existierten. So werden zum Beispiel Kreuzrittertum und persisches Großreich nicht nebeneinander existieren.

Da es eine Mammutaufgabe ist, Völker und Kulturen neu zu erschaffen und zu definieren und da ich vor allem eine Schwäche für die Antike habe - von Babylon über Phoenizien bis nach Rom und Byzanz -, baue ich natürlich viele Elemente ein. Da ich natürlich kein Archäologie-Profi bin, bleiben mir nicht allzu viele Freiheiten; wenn ich zu großzügig mit realen Elementen spiele und Kulturen mixe, zum Beispiel die ägyptische mit der römischen, laufe ich Gefahr, grobe Fehler zu begehen. Deshalb halte ich mich etwas enger an die Vorbilder und ändere möglichst viele Details, um der Welt das gewisse Etwas zu verleihen. Was wäre zum Beispiel passiert, wenn Alexander das Perserreich nicht zerstört hätte? Wäre Israel dann zu neutestamentarischen Zeiten noch immer persisch gewesen, weil diesem Volk kein Einhalt geboten wurde? Hätte das Christentum dann je den Sprung nach Rom und von dort in den Rest des Abendlandes geschafft?

Ich versuche, die Kulturen im Kern zu erhalten und auf andere Weise aufeinander einzustimmen. Das setzt bestimmte geschichtliche Entwicklungen voraus, die ich konkret zu lenken versuche. Da ich jedoch kein Archäologe bin und es auch nie sein werde, ist das natürlich müßig, doch den Versuch ist es wert.

Letztlich funktionieren auch große und erfolgreiche Fantasywelten nach diesem Konzept; Beispiele wären die Gezeitenwelt, Aventurien oder die Welt der Menschen in Bernhard Hennens Elfenzyklus. All diese Welten sind gut durchdacht und greifen stark auf bekannte Elemente zurück, gleichzeitig erkennt man dennoch, dass sich die Autoren die Mühe gegeben haben, ihren Welten und Kulturen trotz aller realen Bezüge ein höchstmögliches Maß an Eigenständigkeit zu verleihen. Das Musterbeispiel ist die Gezeitenwelt, die in Zusammenarbeit mit Biologen, Anthropologen, Geophysikern und Archäologen geschaffen wurde und wohl eine der detailliertesten und vor allem realistischsten Fantasywelten überhaupt darstellt. Schade, dass die Reihe auf Eis gelegt wurde. Ich habe zwar noch lange nicht alle erschienenen Bücher gelesen, aber das Konzept gefällt mir wirklich gut.

Auch bei demn Völkern greife ich gerne auf Altbewährtes zurück - Elfen, Zwerge, Trolle, Kobolde, Orks und Feen teilen sich die Welt mit uns Menschen. Dabei will ich allerdings möglichst viele eingefahrene Klischees - grundloser Hass zwischen Zwergen und Elfen, dumme, brutale und schlichtweg bösartige Orks und Trolle oder dergleichen - überwinden.
Einfach ist das nicht. Noch schwerer ist es allerdings, diese Völker allesamt einzubauen und zu definieren. Deshalb habe ich mich letztlich entschlossen, das Hauptaugenmark auf die Menschen zu legen und ein paar Elfenvölker am Rande zu erwähnen, ein paar Einzelpersonen in die Handlung zu integrieren, zum Beispiel als Antagonisten, und fertig. Zwerge, Trolle und dergleichen werden erwähnt, so dass man weiß, dass es sie gibt, vielleicht überfallen die Orks auch mal ein Dörfchen in der Spielwelt, aber das war's dann auch, auch wenn ich die Orks gerne etwas genauer definiert hätte - zum Beispiel als skythengleiches Reitervolk, zwar eher barbarisch, aber keinesfalls stumpfsinnig und bösartig wie bei Tolkien, Heitz oder anderen, und mit einer eigenständigen Kultur.

Die Welt ist für mich von zentraler Bedeutung. Zwar versuche ich, geographische und geologische Gesichtspunkte zu beachten, vor allem die Lage im Gradnetz, Meeres- und Windströmungen, Tektonik und dergleichen, meiner Versuche sind allerdings amateurhaft und werden es auch bleiben.
Dabei richte ich mich natürlich nach konkreten Kulturräumen. Dass eine Zivilisation wie die römische wohl kaum in der innerkontinentalen Steppe entstehen wird, ist ja klar.
In der Regel fokussiere ich mich dann auf zwei bis maximal fünf konkrete Kulturräume (aktuell: vier), in die ich die Haupthandlung verlege. Die Tatsache, dass ich mich dabei generell an real existierenden Kulturen orientiere, macht es möglich, dass ich auf andere Regionen nicht genauer eingehen muss, man kann sich auch ohne konkrete Beschreibungen eine relativ klare Vorstellung machen.

Airoswen
24.02.2009, 21:24
Hallo HMP,

erstmal danke für deine Antwort.


Also: Leg einfach mal einen Masstab fest. Sage 1 cm sind 100 Meilen. Kommt das hin? Gut. Kommt es nicht hin, dann ändere nach oben oder unten und prüfe erneut.

Okay. :) Ich will es einfach nur richtig kapieren, nehmen wir mal als Beispiel
1 cm = 10 km.
Ich habe Berge in meinen Kontinent gezeichnet. Und um zu überprüfen, ob mein Maßstab realistisch ist, vergleiche ich nun die Höhe der Berge mit 1 cm = 10 km. Will ich einen 10 km hohen Berg, zeichne ich ihn 1 cm hoch.

Soweit richtig?


In dem Zusammenhang auch immer wichtig (weil ich mich ständig selbst daran erinnern und es überprüfen muss!): Wenn einer Deiner Charaktere von A nach B will, welches Transportmittel benutzt er? Welche Geschinwindigkeiten sind realistisch (auch wenn es eine Fantasywelt ist, so sind Pferde oder Fussgänger oder Schiffe nun einmal nicht unendlich schnell)? Wenn A von B 2000 km entfernt liegt, dann musst Du schon Wunderpferde haben, um das in einem Tag zu schaffen.

Ja, da hapert es dann. Muss ich im Internet nochmal suchen ...


Ich habe (bei meiner letzten Welt) einfach gesagt: der Kontinent auf dem es spielt, ist 4000 km in Nord-Süd und 2000 km in Ost-West (natürlich nicht rechteckig ;)) Gezeichnet (Dank PC) waren es 40x20 cm. Dem habe ich dann den Rest angepasst. Dann die Städte festgelegt und schon konnte ich die Entfernungen der Städte messen/ errechnen. Aber das geht eben nur mit Masstab. Ich hoffe, Dir konnte von mir ein bisschen geholfen werden :D!

Ich versuche mal, das mit meinen Angaben umzurechnen. Danke für dein Beispiel.

Hat jemand vielleicht zufälligerweise auch ein Beispiel? Dann würde es bei mir schneller gehen. :D

Verräter
24.02.2009, 21:36
Maßstäbe? Uff... mit sowas kann ich gar nichts anfangen. Zwischen den wichtigsten Orten auf meiner Karte habe ich ein ungefähres Bild wie viele Tagesmärsche eine relativ kleine Gruppe zu Fuß zurücklegen muss um von einem zum anderen zu kommen und der Rest ergibt sich dann irgendwie daraus.

Wie viele Kilometer schafft man denn so am Tag? ^^" (Bei ebener Gras/waldlandschaft)

Nur eine Sache zu den Höhen: Die haben damit nämlich im ersten Moment nichts zu tun. In einem Atlas z.b. ist der Mt. Everest ja auch nicht größer gemalt als andere Berge, stattdessen verändert sich je nach Höhenlage des Gebiets nur die Farbe.
Ein Berg ist also ersteinmal ein Berg und nichts anderes. Die Abmessungen würden erst dann Sinn ergeben, wenn es um die Breite der Dinger geht, weil letzlich eher selten ein 1x1m Felsen 10 Kilometer in die Lüfte ragt ^^"

Airoswen
24.02.2009, 21:42
Ächz, Verräter,

nun mach mich nicht wuseliger, als ich schon bin. :D
Ich bin leicht perfektionistisch veranlagt und mich wurmt das, wenn ich Unsinn zeichne. Na ja, wurmen ist gut, mir lässt das solange keine Ruhe, bis ich zufrieden bin. Und es ärgert mich andererseits, dass ich mich schon viel zu lange mit der Karte aufhalte, anstatt am Roman zu schreiben.

Hm, du meinst also, ich soll die Berge zeichnen ohne großartig auf die Abmessungen zu achten? Also dass ich mich nur auf Strecken beziehe?

Grüblerisch
Airoswen

Lis-indo
24.02.2009, 22:17
Hi,
würde es ebenso machen wie Verräter, also was die Höhe der Berge betrifft.
Allerdings, wo die Frage hier gerade aufkam... Mich würde ebenfalls interessieren, wie viele Kilometer man am Tag zurück legen kann, einmal zu Fuß und natürlich auch wie weit man mit dem Pferd kommen kann. Ich selbst habe dazu nämlich noch nichts im Internet gefunden, vielleicht aber einer von euch oder jemand weiß es einfach:D

Airoswen
24.02.2009, 22:24
Hi Lis-Indo,

im Internet findet man schon Angaben, aber die sind unterschiedlich und abhängig von gewissen Faktoren.
Mensch:
http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20081105102804AA823uf

Pferd: http://equivetinfo.de/html/eckdaten_pferd.html

Ich dachte ja, es gäbe eine Formel und ich frage mich immer, wie andere Fantasy-Autoren das handhaben.

HMP
25.02.2009, 17:37
Okay. :) Ich will es einfach nur richtig kapieren, nehmen wir mal als Beispiel
1 cm = 10 km.
Ich habe Berge in meinen Kontinent gezeichnet. Und um zu überprüfen, ob mein Maßstab realistisch ist, vergleiche ich nun die Höhe der Berge mit 1 cm = 10 km. Will ich einen 10 km hohen Berg, zeichne ich ihn 1 cm hoch.

Soweit richtig? Nicht ganz. Auf einer zweidimensionalen Karte die Höhe (eines Berges zum Beispiel) korrekt darzustellen, bedarf es guter perspektivischer Zeichenfähigkeiten. Vielleicht hast Du sie, ich weiß es nicht. Aber es ist verflixt schwer etwas an und für sich dreidimensionales auf etwas zweidimensionales abzubilden.

Daher: ich meinte das mit 1 cm = 100 Meilen für die Entfernung zwischen zwei Punkten. Jede Landkarte im Atlas arbeitet mit Maßstäben: 1:100 bedeutet etwa, jeder cm auf der Karte entspricht in der Wirklichkeit 100 cm. 1:300.000 (wie in meinem ADAC-Atlas) sind dann 1 cm entspricht 300.000 cm (oder 3 km).


Ja, da hapert es dann. Muss ich im Internet nochmal suchen ... Es gibt da verschiedene Seiten und Du musst auch nicht hundertprozent danach arbeiten. Es ist ja Deine Welt. Es sollte sich einfach nur in einem sinnvollen Rahmen halten. Beispiel ein Segelschiff: stell Dir vor, was für ein Wind herrschen müsste, wenn dieses Segelschiff 300 km/h erreichen soll. Den Sturm möchte ich nicht erleben *nein*.

Natürlich ist es Fantasy, aber auch dort ist nicht alles einfach so ohne weiteres möglich - wenn man nicht permanent alles mit Magie oder ähnlichem erklären will.

Ich versuche mal, das mit meinen Angaben umzurechnen. Danke für dein Beispiel.

Keine Ursache :D!

Airoswen
26.02.2009, 07:55
Danke nochmal. :) Ich wurschtel mich gerade durch Maßstäbe und erkenne: ich habe mal wieder viel zu kompliziert gedacht (Höhe Berge).

Aber ENDLICH! Ich habe etwas zu Reisegeschwindigkeiten gefunden. Ist vielleicht auch für andere interessant zu wissen:
Von "normaler Wanderer" bis "Segelschiff hart am Wind":
http://www.mittelerde-portal.de/index.php?action=reisezeiten

Beniz
28.02.2009, 23:15
So, dann klinke ich mich auch mal in die Diskussion ein. Erst einmal finde ich es echt spannend, wie viel Mühe sich die meisten von euch beim erfinden einer Welt geben.
Ich muss sagen, dass es auch mir persönlich sehr viel Spaß macht an eigenen Welten zu arbeiten und zu feilen. Ich vergliche das immer ein bisschen mit "Siedler spielen", ich erschaffe in meiner Phantasie Welten und kann später in diese eintauchen und dem bunten treiben in gewisser weise zuschauen und mich so inspirieren lassen. Für mich ist also die Erschaffung einer Welt hauptsächlich Inspiration. Wichtig dabei finde ich, dass das ganze nicht zur lästigen Quälerei verkommt.

Außerdem finde ich es wichtig, dass die Phantasie bei all den möglichst realistischen Details nicht komplett zur Nebensache verkommt. Oft sind Welten die stark von der Realität abweichen viel interessante, als die 1000 langweilige Kopie unserer Erde. Ich verweise hier auf Geschichten wie z.B. Scheibenwelt, die von auch von ihrer unglaublich tollen, aber „phantastischen“ Idee lebt. Zumal Realität einfach auch im Auge des Betrachters liegt! Jeder nimmt die Welt anders war und diese Wahrnehmung ist wieder von Gesellschaft und Erziehung geprägt. Vieles was uns heute realistisch erscheint, war vor hundert Jahren undenkbar. Also lasst euch nicht zu stark von Realismus einschränken. Das wichtigste ist, dass man es schafft dem Leser klar zu machen, warum ein Sachverhalt genau so abläuft und nicht anders. Hat man den Leser überzeugt, ist es egal wie unrealistisch und undenkbar die Idee auf den ersten Blick scheint.
lg Beniz

Ach ja, was mir gerade noch einfällt, kennt jemand Programme mit denen man Karten zeichnen kann?

HMP
01.03.2009, 09:29
Natürlich hast Du Recht, was die Phantasie angeht, die in keinem Fall vernachlässigt werden darf, denn immerhin ist es eine Fantasy-Welt.

Aber es ist nun einmal auch so, dass 99% aller Fantasy-Welten durchaus eine "langweilige Kopie" unserer Welt sind. Du kannst bei Howards "Conan" anfangen, weiterwandern durch Tolkiens "Mittelerde", Dich in Donaldsons "Das Land" umschauen und am Ende nach Rowlings "Hogwart" gehen. Die wenigstens, die allerwenigsten Welten haben Pratchetts "Scheibenwelt"-Charakter.

Realismus muss daher nicht unbedingt bedeuten, dass die Dinge so laufen, wie sie bei uns laufen. Diese Welten sind phantastisch. Aber ein gewisser Realismus gehört dazu. Natürlich kann man eine Welt erschaffen, in der Pferde mit 200 km/h durch die Gegend rasen; eine Welt, in der irgendwelche Entfernungen keinerlei Rolle spielen. Doch das sind Ausnahmen. In aller Regel steht alles in der erschaffenen Welt in einer (für diese Welt) logischen Beziehung zueinander. Beziehungen kann man aber nur schaffen, wenn es gewissen Regeln und Maßstäbe gibt.

Innerhalb der von Dir erschaffenen Welt müssen die Dinge logisch sein. Du musst sie mit den für Deine Welt geltenden Regeln (und mögen die noch so verrückt sein) erklären können. Wenn alles möglich ist und alles durch irgendwelche "wundersamen" Ereignisse erklärt werden kann, dann wird das schnell langweilig. Weil eben alles möglich ist und zum Beispiel die Frage aufkommt: "Warum wird das Problem nicht einfach wie durch ein Wunder gelöst?"

Meine Welten (ob nun die SF-Welt, in der 99% meiner SF-Geschichten spielen oder meine beiden großen Fantasy-Welten) sind durch meine Phantasie erschaffen und gestaltet. Doch sie haben Regeln, an die auch ich mich beim schreiben halten muss. Du sagst richtig, dass ich dem Leser das auch "rüberbringen" muss. Alles andere wäre unlogisch ... und dem Leser fällt schnell auf, wenn ein Schreiber sich nicht an seine eigenen Regeln hält.

Natürlich hat man bei einer Fantasy-Welt mehr Freiheiten als bei einer SF-Welt. Doch bei beiden ist es so, dass man sich an einen gewissen Realismus hält (um nicht alles erklären zu müssen, weil der Leser die "realistischen" Dinge schon kennt), darüber hinaus aber für die Geschichte als solche der Phantasie freien Lauf lässt.

Airoswen
01.03.2009, 12:17
Hallo und willkommen hier,

(wenn ich das als Neuling mal so sagen darf)


Ach ja, was mir gerade noch einfällt, kennt jemand Programme mit denen man Karten zeichnen kann?

Ich fahre parallel: ich zeichne meine Karte mit Bleistift auf Papier vor, probiere dann sie nach dem Einscannen mit Photoshop™ zu colorieren. Falls mir das nicht gefällt, bleibe ich bei der Bleistiftzeichnung und pause sie mir ab, mit schwarzem Filzstift. Bin mir noch nicht sicher, wofür ich mich entscheide.

Hier wurde mit Corel Photopaint™ gearbeitet, das Tutorial kann man bei weltenbastler anschauen:
http://www.weltenbastler.net/Landkarten_erstellen_3.31.0.html

Grüße
Airoswen

Lis-indo
01.03.2009, 12:50
Hey,
mit paint.Net kann man auch gut Karten am PC zeichnen, wenn man sich damit
auskennt. Das Programm gibt es kostenlos zum runterladen im I-net.
Ist zwar sicher nicht so gut wie andere Programm, aber die Karten werden auch ganz gut.

Nuriel
12.03.2009, 13:16
Da hab ich doch glatt meinen Thread gefunden. Ich schreibe - oh Wunder - auch an einer Geschichte - naja eigentlich zwei. Und da bin ich auch gerade an der Stelle mich zu fragen, wie lange meine Charaktere bis zur Stadt unterwegs waren. Wie weit das Dorf weggewesen sein sollte, das man nicht einfach mal so in die große Stadt reist usw.

Deswegen -> Danke :-)

Tzulanor
01.07.2009, 15:18
Hallo liebe Leser,

es geht mir um Folgendes:

Ich schreibe seit einiger Zeit an etwas, dass mir sehr am Herzen liegt.
Es ist eine Welt, die ich erschaffen habe - bzw. die noch nicht fertig
ist (wenn man eine Welt vollständig erschaffen kann!)

Falls jemand einmal das Silmarillion von J.R.R. Tolkien gelesen hat,
müsste man das momentane Format meiner Arbeiten kennen.
Für jemanden, der das Silmarillion nicht kennt, lässt sich das ungefähr
so beschreiben:

Alles beginnt mit dem Anfang von Allem - der Erschaffung des Seins
und spinnt sich immer weiter, wird konkreter - verzweigter.
Im Prinzip ist es der ewig währende Kampf zwischen Licht und Schatten.
Auf der einen Seite steht Imdellir, als oberster Richter, Wächter des Lichtes und des Glaubens. Im gegenüber steht seine dunkle Schwester Impatrona, die einst an den Weltenkern gekettet wurde.

Die Völker dieser Welt stehen zwischen dem Konflikt dieser Entitäten. Darunter fallen Menschen, Zwerge, Orks, Zauberer (sehr selten anzutreffen), Wilde, Phingen, Schattenwesen, Weltengeister etc.

Um jenes, dass ich bereits verfasst habe, perfektionieren zu können benötige ich jedoch Hilfe. Vielleicht sogar deine!
Denn ich glaube, dass der Verfasser nicht immer die nötige Distanz hat, um seine Arbeit kritisch und analytisch zu bewerten.

Bevor ich dies jedoch mache, würde ich gerne eure Meinung dazu hören.
Vielleicht habt ihr auch schon einmal so etwas aufgeschrieben und habt Erfahrung. Aber ich will hier nichts einfach "zuposten", was mit Sicherheit
auch nicht in eurem Interesse läge.

Vielen Dank, euer Tzulanor! :)

Tzulanor
02.07.2009, 14:47
Ich finde man sollte nicht vergessen, dass man dem Leser deutlich macht,
dass das Niedergeschriebene nicht das allgemein Gültige ist. Jetzt sagt ihr
sicher - wieso dann überhaupt etwas verfassen? Man sollte die Hintergründe im Dunklen lassen und nur offen zeigen, wenn es wirklich wichtig ist. Es gibt immer noch andere Geschichten in einer Welt - und niemand kann sie alle erzählen.


Ganz zu Beginn ein kurzer Wunsch: Ich suche jemanden, der ebenso gerne an einer selbst erfundenen Welt schreibt wie ich. Wenn du Interesse daran hast, dass wir uns gegenseitig das Verfasste zuschicken, lesen und kritisieren/korrigieren wäre das sehr schön. Wenn möglich mit nicht so vielen Rechtschreibfehlern ^^
--- wenn ihr Interesse habt könnt ihr mir gerne eine kurze Message mit einem KURZEN Einblick in eure Welt --- DANKE! :D


Doch das Verborgene darf man natürlich gerne für sich weiterentwickeln oder Ideen auf andere Momente übertragen.

Aber ich meine damit
das Verdeutlichen des Progesses einer Welt, gegenüber dem Leser. D.h. man braucht sich nicht alle Details bis ins Kleinste überlegen - außer vielleicht bei der Hauptrasse, die man verwenden möchte - denn wenn ich schreibe, dann nicht mit meinem Wissen als Autor, sondern mit dem Verständnis der Figur. Und einen Hauptakteur, der alles weiß hat man doch relativ selten. Außerdem interessiert es den Leser (meiner Meinung nach relativ wenig) nicht, ob die Orks jetzt diese oder jene Feldwirtschaft betreiben. Der Leser will schließlich unterhalten und nicht unterrichtet werden. Oder weiß einer von euch, wie die Orks heiraten?

Ich muss feststellen, dass viele von euch die Erschaffung an wie ich sie dachte nicht durchführen, sondern meiner Meinung nach zu geplant und analytisch. Eine Welt ist immer chaotisch, weil so viel in ihr passiert. Man weiß nie was passiert, alles ist möglich und machbar.

Prinzipiell halte ich das Erschaffen von Welten in einer erzählerischen Weise für effektiver und angenehmer.

Silberblut
02.07.2009, 17:51
Aus deinen bisherigen Beiträgen konnte ich herauslesen, dass die Grundstruktur deiner Welt monotheistische und dualistische Eigenheiten aufweist. Der Gegensatz zwischen Imdellir und Impatrona als göttliches Geschwisterpaar weist darauf hin, dass die beiden Kontrahenten ebenbürtig sind, ähnlich Ahriman und Ahura Mazda im frühen Zoroastrismus. Die Verbannung der bösen schwester ähnelt dagegen dem Höllensturz des Teufels, was du sicher auch bezweckt hast. Das sehe ich nicht als unkreativ an, da auch ich gerne mit alten Mythen arbeite.

Allerdings versuche ich stets, ein Problem zu umgehen: den Absolutheitsanspruch einer Religion. So wie es in unserer Welt seit jeher eine ungeheure Vielzahl an Religionen gab, die häufig ineinander greifen wie etwa Islam und Christentum, so versuche ich auch bei mir, keine Religion von Anfang an als die einzig wahre herauszustellen. Ich sehe in Religionen durchaus dynamische Vorstellungen, die verschiedene Elemente aus verschiedenen Kulturkreisen in sich aufnehmen, weiterentwickeln und in Konkurrenz zueinander treten, im Grunde allerdings auf reale Ereignisse wie etwa Naturkatastrophen (wie etwa die Sintflut) zurückgehen. In Fantasywelten ist der Begriff "real" natürlich dehnbar und es spricht nichts dagegen, ihn um phantastische Elemente zu erweitern. Primär geht es mir aber darum, der Welt durch eine Vielzahl von Glaubensvorstellungen Vitalität, Dynamik und Konflikpotenzial zu verleihen, weshalb ich nie eine Religion als der anderen übergeordnet darstellen werde.

Das hat auch einen weiteren Grund: Ist die Religion in einer beliebigen Welt einheitlich, ist es allzu leicht, diese Welt zu erklären und zu kategorisieren. Das verleitet zu Schubladendenken und zu einer Unterteilung der Welt in abstrakte Begriffe wie "gut" und "böse", die mMn nicht mehr zeitgemäß sind. Ein Beispiel findet sich bei Markus Heitz: Die Götterwelt des Geborgenen Landes ist zwar differenziert und relativ gut ausgearbeitet, aber auch wenn die Zwerge an Vraccas und die Orks an Tion glauben, gehören beide Götter demselben Pantheon an, in dem letzterer die Rolle des personifizierten Bösen übernimmt. Da das nicht angezweifelt wird, ist die Rollenverteilung klar. Doch erst religiöse Konflikte (Inquisition, Ketzer- und Heidenverfolgung, Glaubenskriege, ...) und die Frage nach der Definition des Bösen verleihen einer Fantasywelt die Würze, die ich so sehr schätze.

Deine Welt mag durchdacht sein, aber ich kann sie anhand der wenigen Informationen noch nicht richtig beurteilen. Aus oben genannten Gründen wirkt sie auf mich noch zu einseitig - der ewige Kampf zwischen Gut und Böse.

Religiöse Konflikte spielen - o Wunder - in meiner Welt eine herausragende Rolle. Es gibt eine absolute Wahrheit, doch keine Religion hat sie für sich gepachtet, da sie sich stets weiterentwickelt hat. Verantwortlich dafür ist der Glaube, der tstsächlich Berge versetzen kann. Die Probleme der Welt sind damit zu einem großen Teil hausgemacht:

Wichtig ist vor allem Folgendes: Es gibt eine Vielzahl an Religionen und Legenden, die die Welt erklären wollen, denn eine absolute Wahrheit kennt niemand. Jede Religion, jeder Mythos geht auf reale Ereignisse wie Naturkatastrophen zurück, die später religiös gedeutet wurden. Glaubenskonflikte sind vorprogrammiert, zumal der Glaube eine weitere bedeutende Rolle einnimt. Ist er stark genug verankert, kann er eine eigene Realität erschaffen. Sehen die Menschen in einer gewissen Person einen Engel oder gar einen Gott und hält sich dieser Glaube lange und stark genug in den Köpfen vieler denkenkender Wesen, kann er wahr werden. So kann ein Märtyrer tatsächlich als das wiedergeboren werden, was Menschen in ihm sehen. Flüche können sich bewahrheiten, wenn der Volksglaube stark genug ist.

Ähnlich sieht es auch mit den Antagonisten aus. Es gibt ein Volk, das so genannte "Nebelgeister" anbetet, uralte Geisterwesen, die in ihrer Funktion mit Engeln, aber auch mit zoroastrischen Daeva vergleichbar sind. Sie waren aktiv am Geschehen in der Welt beteiligt, doch ihre Rolle wurde im Lauf der Jahrtausende uminterpretiert. Viele mythische Gestalten gingen aus ihnen hervor und verblassten wiedern, manche (falsche) Vorstellungen haben sich dagegen lange gehalten. Das Hauptproblem besteht nun darin, dass die Menschen in ihrem Glauben viele verschiedene Elemente (auch Eigenschaften und Funktionen anderer Urgeister) auf eine einzige mythische Person projiziert und dabei ein neues Wesen bzw. einen neuen Mythos erschaffen haben, (vgl. christliche Teufelsvorstellung). So ist das vermeintlich Böse ein Wesen, das der Phantasie der Menschen entsprungen und dabei aus vielen einzelnen Personen entstanden ist. Doch der Glaube hat es zum Leben erweckt. Auf diese Weise lässt sich fast jedes Problem, das sich aus einer Schwarz-Weiß-Sicht der Welt ergibt, zufriedenstellend lösen.

Mein Konzept habe ich schon in diesem Thema (http://www.fantasy-forum.net/showthread.php?t=1746) (ab Beitrag 22) ungefähr vorgestellt, allerdings arbeite ich gerade an einer ausformulierten Hintergrundgeschichte und an den wesentlichen Details des Plots. Beides greift unmittelbar ineinander, was in meinen Augen das Wichtigste ist. Deshalb lege ich so großen Wert auf eine detaillierte Ausarbeitung der Welt nach wesentlichen geographischen Prinzipien und natürlich auch mit Rücksicht auf sprachliche, kulturelle und religiöse Entwicklungen. Eine römisch geprägte Zivilisation wird kaum allzu weit von einer grieschich anmutenden Kultur ansässig sein, wenn denn beide vorkommen sollten.

Das ist meine subjektive Meinung zu diesem Thema. Ich behaupte nicht, dass sie allgemein gelten muss, aber vielleicht hilft dir meine Vorstellung ja weiter.

Yussuf der Esel
13.07.2009, 11:44
Normalerweise gehe ich nach dem folgenden Prinzip alles durch:
Erstmal schreibe ich eine kurze Zusammenfassung der Welt auf, also drei oder vier Sätze zu jedem Gebiet und eine grobe Weltkarte. Das ist alles erstmal rein geographisch. Dann überlege ich mir, welche Völker dort logischerweise wohnen könnten und notiere die mit diesen Punkten: Aussehen; Fortpflanzung&Allterung, Verbreitung und Besonderheiten.
Dann nehme ich mir die einzelnen Länder vor. Hier habe ich mal eine ganz gute Übersicht zusammengestellt:
- Übersicht (also alles was danachkommt kurz gefasst)
- Reisen im Land (Straßenqualität; ein bisschen Wetter; Zölle)
- Völkerschaften des Landes (Welche Völker hier leben oder auch nicht)
- Flora (die Bepfanzung des Landes)
- Fauna (die Nutztiere, Jagdtiere und Wildtiere des Landes)
- Zahlungsmittel (die Währung oder auch die Preise für Grundsätzliches)
- Kochkunst (Trink- und Essgewohnheiten des Landes)
- Bräuche (einfach ein paar Feste beschreiben)
- Kulturelle Errungenschaften (Malerei, Bildhauerei, Lieder, Gedichte;
diese auch gerne aufschreiben)
- Typische Namen (Namensbildung und lange Liste mit Vor- und Nachnamen)
- Spiele (ein paar typische Spiele beschreiben; gerne auch mit Anleitung)
- Kleidung/Mode (wer was trägt)
- Magie (wie weit ist sie verbreitet; wer übt sie aus)
- Geschichte (große Übersicht; am Besten mit Zeitleiste)
- Religion (welche Religion vorherrscht und wie die ist)
- Staatsgefüge/Regierung (Welche Ämter es gibt, welche Staatsform)
- Flaggen und Wappen (Beschreibung der Flaggen und Wappen)
- Beziehungen (wie der Staat und die Leute zu den anderen Ländern stehen)
- Kolonien (wo eventuelle Kolonien außerhalb des Landes liegen)
- Handelsgüter (mit was gehandelt wirrd; was Geld bringt, was nicht)
- Gesetze (was es für Strafen gibt; welche Gesetze sind wichtig)
- Heer (die größe, Art und Stärke des Heers; wem es unterstellt ist)
- Flotte (staatliche Schiffe und Angaben zur Schiffbaukunst)
- Unterteilungen in drei bis vier Landesteile (jeweils):
- Beschreibung des Gebiets (Beschreibung geographisch)
- Besondere natürliche Orte (Berge, Seen, Sümpfe, Flüsse...)
- Stadtbeschreibungen (jeweils):
- Fakten (Einwohner, Garnison, Stadtherr/Stadtvorsitzender, Wappen)
- Beschreibung (Beschreibung der Stadt)
- Wichtige Gebäude (Beschreibung von Burgen, Tempeln, Tavernen...)
- Persönlichkeiten (wichtige Einwohner des Landes beschreiben)

Ich hoffe das hilft euch weiter. ;)

Koboldkind
14.07.2009, 11:22
O.o
Das sieht aus, als ob du locker mal eine Welt aus dem Ärmel schüttelst (was es nicht ist - Oder?) ich würde fast vermuten, dass du bei Weltenbastler.de bist, oder zumindest dort gut aufgehoben ^^
*sorry, wenn ich für die Seite ständig Werbung mache, ich kann es auch lassen, aber ich bin so begeistert von denen ^^"*

Im Vordergrund einer eigenen Welt steht erstmal die Geschichte. Ich bin Autor, daher kann ich keine Welt einfach so erbasteln. Jedoch, wenn ich eine Plotidee habe muss ich auch wissen, in welcher Welt diese spielt, und da ich es mit unserer Welt nur in Anlehnung habe (also Reisende von der Erde oder feste Tore hier hin) muss da was entwickelt werden. Derzeit habe ich quasi zwei Welten, in der die eine jedoch eine moderne Anderswelt ist und die andere zwei Zeitalter hat mit gänzlich unterschiedlicher Auffassung.
Am wichtigsten ist die Geografie, ohne Landkarte geht bei mir gornüscht. Da bilden dann banale Malflecken ganze Koninente, welche einfach noch mit Bergen, Wäldern und flexiblen Städten versehen werden(bis ich mal herausgefunden habe, wo die wichtigsten Städte liegen, damit sie auch in den Geschichtsverlauf passen, meimeimei). Gleichzeitig ist die Religion am wichtigsten, denn wie sagt Hagen Rether so schön: "Der Kampf der Kulturen ist immer nur der Kampf der Religionen." Und wenn es keinen übergreifenden flexiblen Glauben gibt, dann sind es eben mehrere Monotheisten.

Das Techlevel und die Magie...
Bräuche, Kulturstand, Politik...
Kulturgeschichte mache ich auch immer wieder gerne(daher freut es mich so, das ich zwei Welten zum ersten und zweiten Zeitalter zusammenfügen konnte, das ermöglicht 2000 Jahre, die gefüllt werden müssen)
Und leider ist die Flora und Faune ins Hintertreppchen geraten. Im ersten Zeitalter hatte ich noch so viele Tiere gebastelt und auch eine Eigene Sprache(ansatzweise), aber diese Fähigkeit ist irgendwie verkümmert _-_

Silberblut
14.07.2009, 12:03
@Yussuf: Wenn du all diese Ideen tatsächlich verwirklichen kannst, hast du meinen Respekt. Ich schätze, dass sich selbst erfolgreiche Fantasyautoren wie Markus Heitz oft nicht solche Gedanken machen!

Gleichzeitig ist die Religion am wichtigsten, denn wie sagt Hagen Rether so schön: "Der Kampf der Kulturen ist immer nur der Kampf der Religionen."
O ja, der ist genial und hat damit mal wieder recht! :D

Und wenn es keinen übergreifenden flexiblen Glauben gibt, dann sind es eben mehrere Monotheisten.
Wie darf ich das mit dem "flexiblen Glauben" verstehen? Ein gemeinsamer Glaube, der je nach Volk und Ort etwas anders interpretiert wird wie etwa bei den Römern bzw. Griechen?

So wie ich das sehe, setzt du etwa dieselben Prioritäten wie ich.

Religion nimmt auch in meiner Welt eine bedeutende Rolle ein, aber eine einheitliche Glaubensauffassung ist tabu. Es darf keine allgemeingültige Wahrheit geben, denn Schubladen- und Schwarz-Weiß-Denken muss vermieden werden. Glaubensvielfalt ist Pflicht, denn Religionskonflikte eignen sich hervorragend für den Aufbau des Plots.

Beim Erschaffen einer Welt orientiere ich mich zunächst an realen Kulturen, die natürlich in einen realen Rahmen passen müssen. die ägyptische Zivilisation kann sich zum Beispiel nicht in einem Dschungel oder in einer eisigen Bergwelt entwickelt haben. Wenn doch, dann muss sie sich maßgeblich weiterentwickelt haben.

Meine Grundprinzipien habe ich in diesem Thema (http://fantasy-forum.net/showpost.php?p=47684&postcount=35) bereits zusammengefasst. Neben einer möglichst realistischen Landkarte beginnen meine Überlegungen mit den Kulturen und der Epoche, in der sie leben sollen.

Koboldkind
14.07.2009, 12:32
Nun, im ersten zeitalter herrscht im ganzen Kontinent eine gemeinsame Religion, die nur je nach Region ihre Schwerpunkte hat, genau. Da müssen die Leute eben damit klar kommen, streitereien gibt es durch Religion eigentlich nicht.
Im Zweiten Zeitalter hat sie der Polytheismus aufgelöst und ist durch zwei Monotheisten, von denen einer eher ein Dualismus ist, ersetzt worden, dementsprechende Reibereien gibt es.

An Realen Kulturen orientieren... nicht direkt. Ich orientiere mich nach der Umgebung, kann man immer wieder sehr schön beobachten. Im ersten Zeitalter gibt es Insel-, berg-, Wüsten-, Acker-, Feld- und Waldvölker, aber da sie recht barrierefrei auf dem Kontinent leben sind die Grenzen wohl nicht so klar. Im zweiten Zeitalter schon eher: Das bergvolk hat sich extrem angepasst, ein Waldvolk ist dem Wald immer ähnlicher geworden und so weiter. Die Anpassung ist ja eben nicht nur auf Tierarten beschränkt - schließlich sind wir auch nur Tiere und Teil unserer Umwelt.

Silberblut
14.07.2009, 15:10
Nun, im ersten zeitalter herrscht im ganzen Kontinent eine gemeinsame Religion, die nur je nach Region ihre Schwerpunkte hat, genau. Da müssen die Leute eben damit klar kommen, streitereien gibt es durch Religion eigentlich nicht.
Im Zweiten Zeitalter hat sie der Polytheismus aufgelöst und ist durch zwei Monotheisten, von denen einer eher ein Dualismus ist, ersetzt worden, dementsprechende Reibereien gibt es.
Der Ansatz klingt gut, aber mir wäre das noch zu wenig. Selbst ein "relativ" kleines Gebiet wie zum Beispiel der östliche Mittelmeerraum bzw. der vordere Orient der Antike weist eine ungeheure Vielzahl von Religionen und Kulten auf. Oft gibt es natürlich Überscheidungen. So stammen viele Vorstellungen des Christentums aus anderen Kulturkreisen, sei es aus dem mesopotamischen, dem ägyptischen, dem indoarischen und auch aus dem griechisch-römischen wie etwa Luzifer. Eine derartige Koplexität lässt sich zwar nicht einfach ersinnen, aber ich versuche es zumindest - und sei es nur aus Spaß! *grins*

An Realen Kulturen orientieren... nicht direkt. Ich orientiere mich nach der Umgebung, kann man immer wieder sehr schön beobachten. Im ersten Zeitalter gibt es Insel-, berg-, Wüsten-, Acker-, Feld- und Waldvölker, aber da sie recht barrierefrei auf dem Kontinent leben sind die Grenzen wohl nicht so klar. Im zweiten Zeitalter schon eher: Das bergvolk hat sich extrem angepasst, ein Waldvolk ist dem Wald immer ähnlicher geworden und so weiter. Die Anpassung ist ja eben nicht nur auf Tierarten beschränkt - schließlich sind wir auch nur Tiere und Teil unserer Umwelt.
Beschränken sich diese Anpassungen auf die kulturelle Ebene oder sind sie tiefgreifender? Ich denke dabei an Veränderungen übernatürlicher Art wie bei meinen Askandrern, nicht nur an Wachstum oder eine andere Pigmentierung der Haut wie zum Beispiel bei Nordgermanen bzw. Orientalen.
Vielleicht kannst du ja ein konkretes Beispiel geben, sofern du deine Ideen preisgeben möchtest! *cool*

Biologische Anpassungen und die Rolle der Natur bei der Entwicklung von Kulturen berücksichtige ich natürlich auch, wobei das ja einfach dazugehört, wenn man sich an realen Kulturen orientiert.

Yussuf der Esel
14.07.2009, 16:56
Nocheinmal wegen meiner Liste: Nein ich war nicht bei Weltenbastler (Jetzt schon unter dem gleichen Namen). Aber ich finde man sollte schon soviel schreiben. Bin halt RPG geschädigt. ;) Aber ihr müsst ja nicht direkt jedes Land so genau beschreiben. Nur die Hauptperson unter den Ländern muss so genau sein, der Rest nicht. Und auch da reicht pro Punkt eine halbe Seite. Mehr solls ja gar nicht werden. Außerdem soll das ja keine Welt für eine Kurzgeschichte, sondern für Romanreihen sein.

finriel
08.08.2009, 00:01
Meine Welt (Vanya) basiert auf eine Geschichte, die ich schon seit Jahren in mir herumtrage. Bei mir kam also zuerst die Geschichte, dann der Wunsch, die Welt zu erschaffen, um die Geschichte tiefgründiger erscheinen zu lassen.
Bei mir ist es schon so, dass unten der heisse Süden und oben der kalte Norden ist, allerdings sind beide Gegenden unerforscht und bleiben auch so. Das Zentrum (grünes Land, wie üblich ^^) grenzt zur Linken an ein grosses Meer, zur Rechten an die WIldlande.
Viel Wert lege ich auf die Unterschiede der verschiedenen Rassen. Mir ist es wichtig, dass die Elfen weise und mächtig erscheinen, die Zwerge stur und eigenbrötlerisch, die Menschen jung und voll von Fehlern, aber stark im WIllen.
Religionen werden bei mir kaum angesprochen. Der Glaube an das Schicksal ist sehr weit verbreitet, vor allem, da die Drachen als Kinder des Schicksals gelten. Ihre einzige Aufgabe ist es, dass sich das Schicksal auf dieser Welt erfüllt.
Es gibt drei Menschenreiche, die allesamt die gleiche Währung und die gleiche Sprache sprechen, wenn auch in verschiedenen Dialekten.
Flora und Fauna sind eigentlich genau aus der Realität übernommen worden, wenn auch das ein oder andere Tier oder Blümchen dazu erfunden wurde.
Wichtig ist mir auch, dass die Völker und das Klima wie in den meisten anderen Geschichten auch erscheinen, da es für den Leser einfacher ist, der sich schon ein Bild von den Elfen, Zwergen, dem Norden und dem Süden, etc gemacht hat. Aber die Handlung, die sollte etwas spezielles sein. Ich bin ein grosser Fan von abrupten Seitenwechseln zum Schluss :), einem offenen oder bösen Ende, alles, was sich hervorhebt im Vergleich zu anderen Geschichten. Ansonsten weiss der Leser schon ziemlich schnell, wie die Story enden wird (der Held besiegt den Bösewicht und alles wird gut...*gähn*)
Toll finde ich auch eine tiefe Philosophie, die sich auf die Realität bezieht. So kann der Autor gleichzeitig seine Kritik oder seine Meinung zur Gesellschaft kundtun und sogar etwas bewirken auf dieser Welt.

Das sind meine Ansichten und meine Welt. Ich hoffe, das hilft dir etwas.

Finriel

Vermithrax
08.08.2009, 01:11
Meistens habe ich zuerst bestimmte Charaktere im Kopf, die je nach "Beschaffenheit" in verschiedene Welten passen. Das kann mal neuzeitlich, mal mittelalterlich fantasievoll sein.
Nur habe ich ein relativ großes Problem mit wechselnden Fandoms. Was mich heute noch begeistert, kann morgen bereits über Wochen oder Monate auf Eis liegen. Deswegen habe ich mich bisher mit dem Erschaffen von eigenen Welten zurückgehalten, aus Angst, die Faszination daran zu verlieren.

Dexter
08.08.2009, 12:53
Meine Welt (Vanya) basiert auf eine Geschichte, die ich schon seit Jahren in mir herumtrage. Bei mir kam also zuerst die Geschichte, dann der Wunsch, die Welt zu erschaffen, um die Geschichte tiefgründiger erscheinen zu lassen.

So ist das bei mir auch passiert. Bei mir war es sogar etwas extremer, dass ich nur ein paar Charaktere und eine grobe Idee für die Geschichte im Kopf hatte, für die ich dann dringend eine Welt brauchte.

Bei mir ist es schon so, dass unten der heisse Süden und oben der kalte Norden ist, allerdings sind beide Gegenden unerforscht und bleiben auch so. Das Zentrum (grünes Land, wie üblich ^^) grenzt zur Linken an ein grosses Meer, zur Rechten an die WIldlande.
Viel Wert lege ich auf die Unterschiede der verschiedenen Rassen. Mir ist es wichtig, dass die Elfen weise und mächtig erscheinen, die Zwerge stur und eigenbrötlerisch, die Menschen jung und voll von Fehlern, aber stark im WIllen.

Du gehst also auf Nummer sicher und erfüllst jedes verfügbare Klischee:D. Das finde ich nicht schlimm, aber ich persönlich habe es lieber, wenn die Rassen ein wenig gegen den Strich gebürstet werden. Bei mir sind die Zwerge ein eigentlich offenes, immer zum Handel bereites Volk und viele von ihnen leben auch unter den Menschen, wo sie allerdings auch mal ganz gerne unter sich sind. Die Kaiser in meiner Welt haben den nutzen der Zwerge erkannt und sie stehen unter seinem persönlichen Schutz und zahlen auch direkt Steuern an ihn, aber die Kirche in meiner Welt ist ihnen eher feindlich gesinnt.

Elfen gibt es bei mir auch und sie halten sich auch noch für Weise und Mächtig, sind aber schon lange nur noch ein unwichtiger Teil der Welt und die Menschen sind sich einig, dass die Elfen nur noch ihrer glorreichen Vergangenheit, in der sie über ein riesiges Reich herrschten und die Menschen versklavt hatten, nachhängen. Das verhältnis der Elfen zu den anderen Rassen kann man bestenfalls als frostig beschreiben.

Aber die Handlung, die sollte etwas spezielles sein. Ich bin ein grosser Fan von abrupten Seitenwechseln zum Schluss :), einem offenen oder bösen Ende, alles, was sich hervorhebt im Vergleich zu anderen Geschichten. Ansonsten weiss der Leser schon ziemlich schnell, wie die Story enden wird (der Held besiegt den Bösewicht und alles wird gut...*gähn*)

Da hast du natürlich recht, man muss nur auch darauf achten, dass das Buch nicht die ganze Zeit berechenbar ist, und nur am Ende eine abrupte Wende kommt, ich zum Beispiel verliere bei Geschichten, die zu gewöhnlich wirken schnell die Geduld und lege es weg, bevor ich es fertig habe;)

Toll finde ich auch eine tiefe Philosophie, die sich auf die Realität bezieht. So kann der Autor gleichzeitig seine Kritik oder seine Meinung zur Gesellschaft kundtun und sogar etwas bewirken auf dieser Welt.

Tut mir leid, aber sowas kann ich gar nicht ab. Wenn ich ein Buch lese, will ich unterhalten werden und keine Philosophie oder Meinung eines Autors aufgedrückt bekommen. Wenn es eher diskret ist und er Probleme darstellt, die es auch in unserer Welt gibt, ohne eine Position einzunehmen, dann kann ich damit leben, aber sobald der Zeigefinger auch nur ganz leicht erhoben wirkt, landet das Buch krachend an der Wand *teufel*

Heryst
09.08.2009, 10:17
Derzeit bin ich dabei, eine neue Welt zu erschaffen.
Aber es ist im Prinzip erst nur die Weltkarte fertig. Ländergrenzen werden derzeit eingezeichnet und natürlich die Länder mit Namen versehen. Die Kontinente erinnern an große Inseln, haben aber Ausmaße die die Größe von Europa bei weitem übersteigen.
Die Welt wird von Anfang an für den Leser komplett bekannt sein. Ob die Bewohner eines entsprechenden Landes ein anderes auf der anderen Seite der Welt kennt, bleibt eine andere Sache.

Die Idee entstand eigentlich mehr daraus, dass ich mich mehr auf Kurzgeschichten konzentrieren wollte. Darum erschaffe ich nun eine Welt, in der alles passieren kann und die Geschichten erzählt werden.
Und damit alle davon etwas habe, werde ich alle Informationen auf eine Webseite packen, mit der Beschreibung der jeweiligen Länder, eventuellen Kriegen in der Vergangenheit etc.

In Sachen Völker vertraue ich noch immer den Klassikern, wie Drachen, Elfen, Zwerge vielleicht und sicher vielen Menschnvölkern.
Auch werde ich neue, andere Geschöpfe entwerfen, wobei ich aber noch nicht weiß, wie ich die umsetze.

Natürlich werde ich hier alle noch darüber informieren, sobald die erste Geschichte online ist. Ich hoffe, dass es nicht mehr so lange dauert. :)

Koboldkind
09.08.2009, 14:24
Der Ansatz klingt gut, aber mir wäre das noch zu wenig. Selbst ein "relativ" kleines Gebiet wie zum Beispiel der östliche Mittelmeerraum bzw. der vordere Orient der Antike weist eine ungeheure Vielzahl von Religionen und Kulten auf. Oft gibt es natürlich Überscheidungen. So stammen viele Vorstellungen des Christentums aus anderen Kulturkreisen, sei es aus dem mesopotamischen, dem ägyptischen, dem indoarischen und auch aus dem griechisch-römischen wie etwa Luzifer. Eine derartige Koplexität lässt sich zwar nicht einfach ersinnen, aber ich versuche es zumindest - und sei es nur aus Spaß! *grins*
Tja... da mein Kontinent mittlerweile auf eine Größe zwischen Australien und Afrika aufgepummt wurde, wird es wohl einige Gefälle in den Glaubensvorstellungen der Regionen geben. Aber da überlege ich mir etwas, wenn ich da mal wieder Spazieren gehe. Vielleicht gab es ja doch noch Glaubenskriege und die Einwohner verheimlichen sie nur vor mir ;)

Beschränken sich diese Anpassungen auf die kulturelle Ebene oder sind sie tiefgreifender? Ich denke dabei an Veränderungen übernatürlicher Art wie bei meinen Askandrern, nicht nur an Wachstum oder eine andere Pigmentierung der Haut wie zum Beispiel bei Nordgermanen bzw. Orientalen.
Vielleicht kannst du ja ein konkretes Beispiel geben, sofern du deine Ideen preisgeben möchtest! *cool*
Erstens: Körperlich.
Ich bleibe mal bei meinem liebsten Volk, dem Bergvolk, genannt Euskadi. In der ersten Zeit lebten sie auf den Bergen, weshalb sie lange Glieder entwickelten. Die Bezeichnung "Bergkrebs" ist noch die netteste. Dann gelangten sie auch endlich in den Berg, wodurch ihre Nachtsicht extrem gut wurde, was jedoch mit einer gemäßigten Farbenblindheit einherging. Außerdem wurden sie blass, wie auch hier bekannte Höhlentiere, blass und rothaarig. Ihre Hörfähigkeit ist auch bekannt.
Zweitens: Charakterlich.
Es gibt die Redensart "Den Berg in sich haben". Und das bezeichnet einen geborenen Euskadi, der auch innerlich ein Euskadi ist. Ein Eus kann den Berg verlieren. Und ein anderer Mensch kann zwar den Berg in sich finden, wird aber niemals ein Eus werden. Der Berg ist vor allem Wahrheit, Aufrichtigkeit und Pflichtbewusstsein (dem Stamm/Volk gegenüber). Also auch wenn ein Euskadi sehr fröhlich und klepromanisch ist, kann er immer noch ein Euskadi sein.
Drittens: Kulturell.
Dazu gehören dann Kleider, die auf oder im Berg unterschiedlich sind, auch je nach Stamm, dann Frisur, die Melodie der Stammesspieluhr. Überhaupt ist die Musik sehr wichtig geworden. Ein Euskadi, der seine Stimme verloren hat, ist verkrüppelt und eigentlich geächtet. Dafür erkennt man einen Euskadi als Stimme auch daran, dass er immer(zumindest ist dies das Vorurteil) ruhig ist. Tatsächlich ist schreien bei den Euskadi verpönt.
Viertens: Tiefgründig.
Und ja, der Berg lässt sich nicht so einfach verändern. Die Euskadi werden berühmt dafür, dass sie keinerlei Magische Fähigkeiten entwickeln. Sie haben noch nicht mal Schamanen. Jeder ist sich selbst ein Schamane, wenn er der Stimme des Berges lauscht. Ich denke, der Spruch "Wenn ein Euskadi mit Magie geboren wird, dann geht die Welt unter) (Ähnlich "Wenn der Kölner Dom mal fertig sein sollte, dassn geht die Welt unter" ^^) wird mal sehr beliebt.

Ehm ja, soweit eine kulturelle Anpassung.^^

Nocheinmal wegen meiner Liste: Nein ich war nicht bei Weltenbastler (Jetzt schon unter dem gleichen Namen). Aber ich finde man sollte schon soviel schreiben. Bin halt RPG geschädigt. ;) Aber ihr müsst ja nicht direkt jedes Land so genau beschreiben. Nur die Hauptperson unter den Ländern muss so genau sein, der Rest nicht. Und auch da reicht pro Punkt eine halbe Seite. Mehr solls ja gar nicht werden. Außerdem soll das ja keine Welt für eine Kurzgeschichte, sondern für Romanreihen sein.
Man muss nicht alles genauso ausdenken, ich glaube beim Film ist das wichtiger, da solche Details wie Fahnen und Architektur ja ins Bild gehören. Aber es ist für den Autor selbst gutes Hintergrundwissen, und deshalb werde ich deine Liste mal rauskopieren, ja? *frag*

Serafine
09.08.2009, 15:34
Früher habe ich immer gleich los gepowert und versucht eine komplexe Welt zu erschaffen, was dann aber meistens zum Untergang der Geschichte gefürht hatte.
Mittlerweile mache ich es mir leichter. Ich erschaffe nur noch das Reich in dem die Story spielt. So muss ich mir nicht den Kopf über alles zerbrechen. Sollte sich die Geschichte verlagern und nicht in dem Reich spielen, so wird dann ein neues erfunden. Und eine Welt lässt sich so auch erstellen, nur sehr langsam und nach und nach.
Ich verzichte auch darauf die einzelnen Reiche zu groß zu machen, das finde ich bringt nur Schwierigeiten mit sich, wenn man dann nichts unangetastet lassen will. Das heißt ein einzelnes Reich ist vielleicht so groß wie zwei oder drei Bundesländer in Deutschland und hat dann nicht gleich die Ausmasse von einem Kontinent.

Denn am schwierigsten finde ich es immer noch, die richtige größe für eine Welt zu finden. Zu klein darf sie nicht sein, sonst wirkt sie zu überladen. Aber auch nicht zu groß, sonst wirkt es manchmal so als wäre das Land gerade erst besiedelt worden, obwohl die Kultur vielleicht schon ein paar Jahrhunderte existiert. Hier das Mass zu finden, das können nicht viele und ich glaube ich gehöre auch nicht dazu, aber es ist gut so wie es im Moment ist.

Yussuf der Esel
10.08.2009, 11:00
Man muss nicht alles genauso ausdenken, ich glaube beim Film ist das wichtiger, da solche Details wie Fahnen und Architektur ja ins Bild gehören. Aber es ist für den Autor selbst gutes Hintergrundwissen, und deshalb werde ich deine Liste mal rauskopieren, ja? *frag*

Ähm, klar. Dafür wars da. Schön dass sie wenigstens einem gefällt. :'-(

Der Seelenvampir
13.08.2009, 23:22
Es hört sich vielleicht absurd an (naja, diese gesamte Geschichte ist verrückt) aber in einer meiner Geschichten, die ich in anderen Foren schon veröffentlicht habe, und die auch sehr gut bei den Lesern aufgenommen wurde, beschreibe ich fast gar nichts von der Welt. Sie ist quasi nicht existent. Der Turm der Seele spielt zum Einen in der Seele der Opfer des Seelenvampirs, zum Anderen in unserer normalen Welt, wobei dort nur die Taten umschrieben werden, und nur im groben Umriss, wo sich der Erzähler befindet. Das liegt v.a. daran, dass er seine Umwelt nicht mehr wahrnehmen kann, aber das auszuführen wäre hier fehl platziert. Jedenfalls ist die Welt, die da erschaffen, beschrieben wird hauptsächlich der Vorstellung des Lesers überlassen.

Faraiel
20.09.2009, 14:11
Hey alle zusammen
also ich mach das so:
Ich hole mir erst mal Anregungen aus der echten Welt, Filmen( Dokus...) aus Pcgames oder anderen Büchern. Natürlich erfinde ich auch selber Sachen, aber natürlich ist z.B. ein Dschungel nicht von mir erfunden^^
Ich passe eher meine Story an die Welt an, da ich die Karte sehr viel schneller fertig hatte als meine Geschichte, an der ich noch sehr lange arbeiten werde.
Also meine Welt soll ebenfalls sehr Detailliert sein, vom sonnigen Süden in eisigen Norden, von geisterhaften Lecihenfeldern bis zu " honigsüßen" Feenwelten ist alles dabei, inklusive mit jeweils eigenem Baustiel, Gewohnheiten... etc.
Es wird viele verschiedene Völker geben, viele die es schon gibt aber auch selbsterfundene. Und ich finde es eben sehr wichtig, das in meiner Welt wirklich fast ALLES vorhanden ist, eben wie in der Realität.
LG, Faraiel

Niemand
14.11.2009, 12:53
Seid mir gegrüßt
Ich habe das Problem, dass ich zwar schon Ahnungen habe wie ich meine Welt gestalte, jedoch gibt es das Namensproblem.
Ich wollte meine Welt eigentlich Mania nennen, jedoch ist mir vor kurzem aufgefallen, dass es sich wie Narnia anhört und somit könnte man meinen es gäbe Paralellen. Zudem habe ich neulich Oblivion, Shivering Isles, gespielt und ratet was es dort gibt - richtig eine "Welt" oder "Landteil" namens - Mania.
Mein Problem ist eben, das manche Leute denken werden ich hätte den Namen geklaut, dabei bin ich nach sehr langem Überlegen selber drauf gekommen.
Der Name gefällt mir sehr gut, da ich es mit Wahnsinn also "Mani" verbinde und tatsächlich sind einige Bürger Verrückt.
Aber vielleicht könntet ihr mir helfen und einen ähnlichen Namen finden.

Gruß Niemand

sueño
14.11.2009, 13:16
Unzurechnungsfähgia? Naja, wohl nicht ganz.

Bei "Mani" ist es ja so, dass man es mit "manisch" und "maniac" verbindet und man es daher leicht zu "verrückt" überleitet. Schauen wir mal, was man noch so an Worten dafür findet. Z.B. findet man bei http://www.woxikon.de/wort/verr%C3%BCckt.php eine nette Auswahl, die zu Varianten taugen. Z.B. "Virja" von schwedisch virrig, aber vielleicht ist da die Nähe zu "wirr" zu klar. Oder impazz, loufok... viel spaß beim suchen.

Niemand
14.11.2009, 13:26
Vielleicht ein etwas kruzer Beitrag, aber ich finde ihn notwendig.
Danke für die Antwort, ich werde sofort suchen...


Ich denke ich habe schon etwas gefunden, zwar war ich von dementia begeistert, aber nein Oblivion war Erster.
Das schwedische galen -> schwachsinnig, wahnsinnig, blödsinnig finde ich aber auch nicht schlecht - Galentia.
Ich frage mich nur warum meine Welt immer ein -ia angehängt haben muss... naja vielen dank nochmal

Gruß Niemand

Astarov
17.11.2009, 19:17
Ich finde es eigendlich sogar noch schöner, eine Welt zu erschaffen, als eine Geschichte in dieser Welt zu schreiben. Ich würde auch mit der Erschaffung der Welt anfangen, denn wenn man dann die Geschichte schreibt kann man die Charaktere auf eine fertige Welt setzen. So wäre es möglich, zum Beispiel, wenn die Charaktere an einer alten Burgruine vorbeikommen, zu schreiben: "Die Ruine dort war in der ...zeit das Schloss des Grafen ..., der von dort aus dieses Land hier, ... , residierte, welches damals noch ... hieß. Er hat selbst in der ...schlacht gegen ... mitgekämpft, welche auf den ...feldern stattfand. Dort fiel er durch ... , der auf ...sprache ... heißt usw." Ich würde mir einige "Urgeschichten" zurechtlegen, wie "Die Erschaffung der Welt" und noch ein paar andere. Anhand von denen kann man dann die ersten Landkarten malen. Danach erfindet man am Besten erstmal die Grundrisse einiger Sprachen, in denen die Namen der Leute und Gegenden festgehalten werden. Vielleicht entwirft man auch noch einige Kleinigkeiten wie Kalender oder so, damit es echter wirkt. Hoffentlich konnte ich helfen

lG Astarov