Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lang oder kurz? Wie soll eure Geschichte sein?
ChibiShiina
24.09.2008, 08:17
Im allgemeinen Schreibforum wurde ja schon lange kein neuer Thread mehr eröffnet, was ich hiermit einmal ändern möchte.
Durch das Gespräch mit vielen verschiedenen Hobbyschreibern, Schreibern allgemein und auch Lesern, haben sich für mich viele verschiedene Textstrukturen und Längen erschlossen.
Dieser Thread soll einmal eure persönliche Meinung/Erfahrungen bezüglich der Länge eurer eigenen Geschichten sein oder der Länge der Geschichten/Texte etc. die ihr lest, enthalten.
Allgemein etwas zu Längen von Texten:
Es gibt solche Schreiber, die schreiben darauf los, sind voll in ihrem Element und achten vielleicht gar nicht mehr darauf wieviele Seiten sie schreiben und sehen es erst, wenn sie einmal eine kurze Verschnaufpause einlegen. Das sind die die sich erst am Ende der Geschichte darum kümmern wieviele Seiten sie geschrieben haben.
Dann habe ich noch solche Schreiber getroffen, die nicht die Seiten zählen, sondern die Wörter und anhand des "Word-Count" abschätzen wieviel noch kommt und wie sie den weiteren Verlauf der Geschichte planen. Natürlich mit Hinblick auf den Inhalt der Geschichte.
Auch habe ich Schreiber getroffen die der Meinung sind, dass sie mit weniger als sagen wir mal 5.000 Wörter gar nicht auskommen um eine Geschichte, oder auch nur eine Kurzgeschichte, One-Shot etc. zu schreiben. Je mehr Wörter sie zum Umschreiben verwenden umso besser. Sie fühlen sich anscheinend wohl wenn sie die Geschichte ausschmücken können.
Meine persönliche Meinung:
Literarische Texte, so empfinde ich es, sind nicht unbedingt von der Länge abhängig ob sie gut, mittelmäßig oder schlecht sind. Es gibt ja auch über 500seitige Romane die schlecht geschrieben sind. Auf der anderen Seite hab ich auch schon Geschichten gefunden, die nur mehr 100 Wörter lang, trotzdem einen aussagekräftigen Kern hatten und wunderbar zu lesen waren.
Für jemanden wie mich, der gerne Drabbels und Double Drabbels schreibt (Drabbel - exakt 100 Wörter, Double-Drabbel - 200 Wörter) ein wenig unverständlich wenn mir jemand sagt er könnte ohne mindestens 5.000 Wörter in einer Geschichte verwendet zu haben, sich nicht wohlfühlen mit dieser Geschichte.
Meiner Meinung nach kommt es nicht auf die Länge der Geschichte an, sondern auf den Inhalt, ob ich alles untergebracht habe was ich ausdrücken will und wenn ich dafür nur 100 Wörter brauche, ist das doch auch gut.
Die 100 Wörter-Grenze, die man sich ja im Drabbel selbst auferlegt, ist hierbei kein Hindernis, keine Hürde sondern sollte als Herausforderung gesehen werden mit möglichst wenigen Wörtern auf die Kernaussage der Geschichte zu kommen.
Jetzt seit ihr gefragt, was ist für euch Wichtig:
Länge oder Kürze der Geschichte, oder doch einfach nur der Inhalt?
Hallo,
ich gehöre eher zu denen, die nicht darauf achten, wieviel sie schreiben.
Es fließt einfach.
Hinterher schau ich dann meist, wieviel Anschläge es waren und bin überrascht (meistens positiv).
Habe früher sehr viel und gerne Kurzgeschichten geschrieben. Mittlerweile wird es bei mir aber eher episch, da ich es mag, wenn die Charaktere Stück für Stück an Profil gewinnen, weil immer mehr und mehr von ihrer Vergangenheit aufgedeckt wird.
Auch das Projekt, für das ich im Moment gerade recherchiere und das eigentlich nur als nette Novelle gedacht war, wächst sich jetzt schon wieder aus zum Episodenroman.
Ich würde die Qualität einer Geschichte nicht an der Länge der Geschichte festmachen. Eine gute Kurzgeschichte, knackig und bissig, kann weitaus besser sein, als eine weitschweifende Geschichte, die obendrein auch noch langweilig geschrieben ist.
Genauso kann es umgekehrt auch sein
Antigone
24.09.2008, 10:02
Hallo!
Ich achte erst seit kurzem auf solche Dinge wie Zeichenanzahl. Einerseits bei Kurzgeschichten-Ausschreibungen, wo eine max. oder auch min. Zeichenanzahl vorgeschrieben ist. Aber auch da schreib ich einfach mal drauflos, zähle mal dazwischen und kann ca. ab der Hälfe abschätzen,ob sich das ausgeht oder nicht.
Bei Romanen kann ich das nicht einschätzen. Ich hatte einmal eine Vorgabe, beim Wolfang HOhlbein Preis. Da durfte das Ding nicht llänger als 600 000 Zeiten sein. Ich hab im Vorhinein aber überhaupt nicht einschätzen können, wie lange ich schreiben werde. Kurz vorm Schluss war es dann so weit: ich näherte mich mit Riesenschritten der Zeichengrenze. Also hab ich einiges rausgekürzt und mich sehr zurückhalten müssen.
Was ich aber mache, wenn ich an einem größeren Projekt - sprich: Roman - und einer gewissen Zeitvorgabe (zb. Abgabetermin, selbst gestecktes Ziel) arbeite: ich mach mir eine Excel-Tabelle, wo ich jeden Tag eintrage, wie viele Zeichen ich schon geschrieben habe. Das gibt einerseits Überblick, anderseits Motivation (oder auch nicht, je nachdem....;) )
Allgemein würd ich sagen, dass jede Geschichte genau so lang sein soll, bis alles Essentielles erzählt wurde.
Bei Romanen finde ich allerdings alles unter 600 000 Zeichen eher kurz, mehr ein Büchlein....
lg, A.
Schwierig. Ich bin der Meinung, dass sowohl lange als auch kurze Texte ihre Berechtigung haben. Kommt auf den Autor an, auf seinen Schreibstil, aber auch auf das, was der Text aussagen soll.
Ich denke, es kann nicht schaden, sich als (Hobby-)Autor mal an verschieden langen Textformen auszuprobieren, und wenn nur, um festzustellen, was einem nicht liegt. :D
Ich schreibe im Moment eigentlich nur Kurzgeschichten. Ein längeres Projekt habe ich gar nicht am Laufen, einfach, weil mir durch Uni etc. im Moment die Zeit fehlt.
Schade finde ich es, wenn man genau merkt, dass ein Autor seine Geschichte absichtlich aufgebläht hat, um auf eine bestimmte Länge zu kommen - oft ziehen sich die Füll-Passagen dann wie Kaugummi.
EinfachSo
24.09.2008, 11:48
ich schreib hier mal etwas aus der sicht eines laien - habe mir schon oft überlegt auch zu schreiben, aber dann kommt immer - mal dies, mal das und keine zeit... ausreden über ausreden - unterm strich - ich hab keine ahnung vom schreiben und trau mich auch nicht recht d`rüber......
wenn ich allerdings lese (und das sehr viel) ist für mich der inhalt und der schreibstil das non plus ultra.... es ist zwar schade wenn ein wirklich gutes buch/artikel/kurzgeschichte schnell gelesen ist und man gerne noch mehr davon hätte; aber bitte bloß keine aufgeblasenen, künstlich in die länge gezogenen schreibselein.... schade finde ich es allerdings schon - wenn ein wirklich guter lesestoff mit einschränkungen leben muss, weil eine wort/seitenanzahl vorgegeben ist - schafft man es trotzdem eine runde geschichte aufs papier zu bringen - meine hochachtung! ich würde sagen - der/die kann wirklich schreiben und hat talent! fazit für mich: schreibstil ist sehr wichtig - inhalt eigentlich doch zweitrangig.... zB kolumnen die eher flach sind aber witzig geschrieben lese ich trotz des seichten inhaltes sehr gerne..... *flöt*
Verräter
24.09.2008, 14:55
Hmm... also meine Kurzgeschichten im Fantasy-Genre haben meist eine Länge von 700-2,5k Wörtern, außerhalb (wobei ich schon lange keine Geschichte mehr außerhalb des Fantasy geschrieben habe) meist deutlich kürzer, was aber am Inhalt liegt. Da ich dort dann keine richtigen Geschichten schreibe sondern mich meist auf eine "Momentaufnahme" oder wenige Augenblicke beschränke, die einen tieferen sinn verfolgen. Sonst habe ich eindeutige Handlungen mit meist mehreren Minuten/Stunden/Tagen Handlung/Gesprächen/Gedanken etc. wodurch mit dem größeren Inhalt natürlich die Zeichenzahl nach oben steigt.
Tja... aber was ist mir lieber? Eigentlich keins von beidem. Wenn die Sprache angemessen und der Inhalt interessant ist, lese ich auch gerne einmal längere Geschichten. Und auch kurze Texte können ihren Reiz haben, wobei ich extrem kurze meist weniger gut finde, da es dort in aller Regel (also nach meiner persönlichen Erfahrung) am Inhalt fehlt - aber auch dort gibt es natürlich (genügend) Ausnahmen.
Als Schreiber achte ich nicht wirklich auf die Wörter/Zeichenzahl. Bin allerdings extrem selten unter 200 (eigentlich kann ich mich jetzt an keinen derart kurzen Text erinnern). Ich schreibe aber auch nicht "einfach mal so drauf los" sondern weiß schon (lange) bevor ich anfange exakt was und wie ich es schreiben möchte. Die Umsetzung sieht dann letztendlich leider dennoch immer ein wenig anders aus, aber mit dem groben Umriss komme ich Automatisch auf min. 500 Wörter in der Erstfassung, mit einer Überarbeitung dann meist auf etwa 25-30% mehr. (Da meine Rohfassungen fast überhaupt keine und wenn nur sehr kurze Beschreibungen enthalten, die ich dann ausschmücke)
Ganze "Romane" schreibe ich persönlich nicht, auch wenn die Grundsteine zu zweien bereits seit einiger Zeit gelegt sind. (-> Ich weiß exakt was und wie ich es schreiben will ^^") Nur kein einziger Versuch darin hat mich bislang auch nur im entferntesten Zufrieden gestellt, also bleibe ich weiter bei Kurzgeschichten und verbessere mein Können, bis ich meine großen Geschichten schreiben kann. :-) Dort finde ich kann man dann aber auch gerne einmal ausschweifend werden. (Was wie wir alle wissen dann meist sehr stark in der Seitenzahl niederschlägt.) Kurzgeschichten sollten im allgemeinen schneller voran gehen - da dort Grundsätzlich die Frage vorherrschen sollte: Wie viel Information muss ich mindestens geben um verständlich zu sein. Alles was da nicht dazu gehört, muss eigentlich nicht beschrieben werden.
KaoruUzu
24.09.2008, 16:58
Also ich bin neu hier und das hier ist mein erster Beitrag habt daher bitte ein wenig nachsehen.
Ich versuche mich nun schon seit mehr als 6 Jahren am Schreiben an sich. Dies führte dazu, dass ich nun eine Reihe von Geschichten zuhause liegen habe die auf einander aufbauen. Will sagen ich habe die eine Geschichte genommen, auseinander gebaut und nur das was gefiehl wiederverwendet. Aber JEDE dieser Geschichten umfasst einige Tausend Wörter. selbst die einzige wirklich fertige Geschichte die ich habe hat noch immer etwas mehr als 10 K Wörter...
In meinem Bekanntenkreis habe ich keine Personen die Kurzgeschichten schreibt, eher so wie ich: sie versuchen Romane zu verfassen...
Es ist wohl aber immer Ansichtsache. Ich kenne Leute die Mögen NUR Kurzgeschichten, Personen die NUR Romane lesen kenne ich auch und auch die Kombi aus Beidem.
Ich würde sagen es ist IMMER der Inhalt der wichtig nicht die Länge!
Eine Geschichte die 5 Seiten füllt kann genau so gut und auch besser sein, als eine die 5 K Seiten umfasst. (Wobei ich sagen muss, dass ich die großen mehr mag, solange sie gut sind... Hat man MEHR von*grins*)
Das selbe gilt aber auch umgekehrt. Nur wenn man einen Text ließt, kann man anschließend sagen, dass es sich gelohnt hat, ihn Kurz oder Lang zu halten.
Serafine
24.09.2008, 17:13
Ich seh mir beim schreiben nicht an wie viele Seiten, Wörter etc. ich schon zusammen habe. Einfach die Handlung runter schreiben und dann gegen Schluss mal nach schauen. Für mich ist das die beste Methode, weil ich mich sonnst immer ziemlich unterdruck setzte wenn ich während des schreibens darauf achte (hat schon zum scheitern von einigen Geschichten geführt).
Der Inhalt ist mir da wirklich wichtiger ob ich nun sehr ausfürhlich schreibe oder es ganz schnell auf den Punkt bringen möchte. Eine Geschichte egal ob fertig oder nicht hat für mich immer die richtige Länge, selbst wenn es nur 75 Seiten sind die man in fünf Monaten per Hand aufschreibt. Hauptsache es konnte alles Umgesetzt werden was ich mir vorgenommen habe.
Das Forenpelztier
25.09.2008, 16:14
Ich würde sagen, es hängt davon ab, was ich schreiben will. Will ich die Geschichte wie ein Tagebucheintrag oder Brief aufbauen, wird sie eher kurz. Persönlich habe ich allerdings lieber lange Geschichten mit Charakteren, die sich mit fortlaufendem Plot stark entwickeln und verändern. Kurzgeschichten reizen mich persönlich nicht sonderlich, sie sind mir zu... kurz. Ich hatte das Problem bereits beim Schreiben von Erlebnisaufsätzen in der 7. oder 8. Klasse... Die anderen waren froh, wenn sie ihre vier Seiten gefüllt hatten, ich hatte nach 3-4 Seiten mal die Einleitung fertig.
Ich würde mich persönlich zur ersten "Schreiberkategorie" zählen. Einfach darauf lostippen und die Charaktere handeln lassen. Die Geschichte verlässt eh meist den eingeplanten Pfad und verselbstständigt sich.
nazgul666-rr
25.09.2008, 16:24
naja da ich nicht wirklich Geschichten schreiben kann antworte ich mal aus der Sicht eures Kunden bzw Lesers :D
ich persönlich lese lieber lange Geschichten, also welche die etwas von der Länge eines Buches - da lässt sich, finde ich, viel mehr Story reinbringen
hab aber auch nichts gegen eine gute Kurzgeschichte oder ein One-Shot zu einer langen Geschichte - aber im großen und ganzen lange Storys - dann wartet man auch mal gerne auf ein neues Kapitel
Ollowain
25.09.2008, 17:38
Ich persönlich neige zu längeren Geschichten, egal ob Kurzgeschichte oder "Roman".
Wenn ich mich richtig in etwas festbeiße kann es mir auch mal passieren, dass ich, ohne es wirklich zu merken, mal 1 oder 2 Seiten am Stück schreibe - für mehr reichen dann meistens Zeit und Ideen nicht >_,>
Was das Lesen angeht ist mir der Stil am wichtigsten.
Wenn der schlecht ist, kann auch die interessanteste Handlung nichts mehr rausreißen.
Bei längeren Geschichten kann es leider schneller passieren, dass oben genannte "Füllungen" auftauchen, die sich schlimmer ziehen als alter Kaugummi - das finde ich echt schade, vor allem wenn sich der Rest gut ließt und spannend ist. Beispiel: Der Wächter der Nacht; einige Stellen verschlinge ich, an anderen knabbere ich tagelang.
Was die Länge konkret angeht, kommt es auf die Stimmung an. Mal lese/schreibe ich eher ins Epische, mal finde ich Kurzgeschichten reizvoller. :rolleyes:
Ich hatte mich ja schon im Zusammenhang mit Krabat dazu geäußert: Ich finde es schade, dass kurze Romane, gerade im Bereich Fantasy, kaum mehr auf Resonanz, insbesondere bei Verlagen stoßen.
Ein Kurzroman von 100 Seiten, mit liebevoll, sorgsam gepflegter Sprache und einer durchdachten Handlung ist für mich wesentlich reizvoller, als die üblichen Fantasy Schinken mit immer gleichen üppigen Beschreibungen vom grünen Tann, hässlichen Ork und holder Maid. Papier füllen kann fast jeder... sich auf das Wesentliche zu beschränken ist für mich die wahre Schreibkunst.
Was meinen eigenen Roman betrifft, hatte ich mir mal 600 Seiten DIN A5 vorgenommen, einfach weil ich dachte, die Geschichte wird diesen Umfang brauchen und 518 sind's dann schließlich geworden (auch weil mir zum Ende hin ein wenig Lust, Zeit und Geduld ausgegangen sind). Ich habe gerade mal nachgeschaut: 584.000 Zeichen, also damit im Limit für eine Hohlbein Preis Ausschreibung (falls es denn irgendwann mal wieder eine geben sollte). Von Büchlein würde ich da allerdings nicht reden wollen... Im Gegenteil, ich tendiere eher dazu, noch was rauszukürzen, denn was ich absolut nicht in Büchern mag, sind Längen oder "Füllsel".
Kurzgeschichten sind für mich eine ganz andere Schreibform. Auch wenn einiges dazu gehört, eine gut pointierte Kurzgeschichte zu schreiben - mir persönlich fällt's wesentlich leichter, als einen gelungenen Roman zu schreiben. Über Seiten hinweg Spannung aufzubauen, zu halten, nicht zu langweilen, nicht abzudriften, nicht mit Effekten und Action zu übertreiben... puh, harte Arbeit. Wieviel befriedigender ist da doch eine an einem Tag erdachte, am nächsten geschriebene und am dritten Korrektur gelesene Kurzgeschichte. Letztere ist auch die ideale Form für eine Internetveröffentlichung, da
Verlage so gut wie keine Kurzgeschichten veröffentlichen, da sich Anthologien im Bereich Fantasy nicht verkaufen und
niemand ganze Romane am Bildschirm lesen will
Aber ich denke, letzendlich sind wir uns alle einig: Was entscheidet ist nicht die Länge, sondern die Qualität*ja*
Was für mich wichtig ist, ist einfach der Inhalt und der Schreibstil. Ich lese auch ganz gerne mal eine Kurzgeschichte, aber doch sind mir Romane an sich lieber, oder solche Kurzgeschichten, die einen längeren Zeitraum wiedergeben. Weil mir ist besonders die Charakterentwicklung wichtig, und in einer Kurzgeschichte ist diese ziemlich eingeschränkt.
Aber wenn es darum geht, was ich persönlich schreiben möchte? Ich schreibe lieber Romane als Kurzgeschichten. Ich finde, eine Welt lebt in ihren Details und Geschichten auf und bin nicht müde, diese auch zu erzählen, ich habe gerne längere Geschichten mit größerer Tragweite, was nicht unbedingt ein Ende der Welt bedeuten muss, sondern sich aus der Sicht des Protagonisten so ergibt. Und da ich nur allzu gerne meine Charaktere aufeinander los lasse und sehe, was passiert, möchte ich nichts auslassen, was von Bedeutung sein könnte.
Aber es stimmt, was Warin sagt; Kurzgeschichten sind die bessere Variante zur Online-Veröffentlichung. Deshalb, um auch im Internet ein wenig zu unterhalten, versuche ich mich immer mal wieder an (längeren) Kurzgeschichten oder schreibe auch solche z.B. für meine Tante zum Geburtstag. Es ist eine Herausforderung für mich, die ganzen Ladungen an Handlungen, die ich meist habe, so zu kürzen und ablaufen zu lassen, dass es z.B. nicht den 20-Seiten-Rahmen sprengt. Auch fehlt mir in Kurzgeschichten immer so leicht die Möglichkeit, andere Perspektiven einzubringen und aus diesen Sichten zu schreiben. Denn ich liebe es, zwischen Personen und Perspektiven zu wechseln.
Kurz und knapp; der Inhalt zählt beim Lesen, aber ich lese und schreibe lieber längere Geschichten, außer im Internet, wo's ein wenig kürzer sein darf. :)
Gruß,
Naja, also ich verstehe die, die exakt 200 Wörter oderso gebrauchen wollen, nicht ganz....
Eine Geschichte ist nicht abhängig von den Wörter und Buchstaben, sondern vom Leser selbst. Von der Vorstellungskraft und Begreifens des Textes. Ein wenig hat es dann auch noch mit Geschmack zu tun.
Klar ist es eine Herausforderung genau auf den Punkt 200 Wörter zu verwenden, doch ich persönlich will mit einer Geschichte etwas sagen, vielleicht meine Gefühle ausdrücken, die ich nicht aussprechen kann und sie darum in eine Geschichte verpacke.
Ich will meinen Mitmenschen also etwas übermitteln oder zu etwas aufrufen, und da kommt es nicht darauf an, wie viele Wörter ich benutze.
Also ist es egal, ob der Text nun kurz oder lang ist, es kommt auf einem selbst, das Interesse und den Schreiber an.
Ich kann für einen Menschen in einer Kurzgeschichte manchmal fast mehr Symphatie entwickelt, als für jemanden in einem Roman, denn man kann in einer Kurzgeschichte von etwa einer Seite, dir den Menschen so vertraut machen, als ob du von ihm schon 300 Seiten gelesen hast...
Lang oder kurz, dass ist, so denke ich, nicht wichtig. Das Wichtigste ist, dass die Geschichte gut ist.
Mir persönlich ist der Inhalt der Geschichte wichtig. Also was passiert, wer kämpft gegen wen etc.
Schreibstil, keine Ahnung, da achte ich nicht sonderlich drauf, aber sie sollte verständlich sein, ist ja klar.
Wenn ich hier aber lese, dass Warin zum Beispiel 518 Seiten füllt, und nennt es einen Roman, ups, ich glaube, da bin ich schon etwas drüber weg :o
Also bei mir ist der erste Teil fast 390 Seiten lang Din A4 Schriftgröße 10. Ist das viel? :o
DisAster
03.10.2008, 14:34
Also ehrlich gesagt lese ich lieber Bücher als Kurzgeschichten, da man letzteres zum einen hauptsächlich im Internet antrifft und ich es hasse bei meiner lahmen Lesegeschwindigkeit so lange auf den Bildschirm zu starren (vorher surfe ich ja schließlich auch schon 'ne ganze Weile) und zum anderen irgendwie ... ich weiß nicht, bisher ist mir keine Kurzgeschichte so ausdrucksstark und in meinen Erinnerungen haftend begegnet wie ein Buch.
Für dieses Forum wollte ich mir allerdings trotzdem noch einige Geschichten hier durchlesen.
Fantasy lese ich in letzter Zeit immer weniger, dort wird wie in keinem anderen Genre viel Zeit für das Beschreiben unnötiger Einzelheiten gebraucht. Ausserdem ist es mir nicht nachdenklich genug. Vielleicht irre ich mich auch, dann könnt ihr's mir sagen.
Nun zu mir selbst. Beim Schreiben achte ich auch wie die meisten hier nicht auf Wort- und Zeichenanzahl. Das liegt aber eher daran, dass ich viel mehr handschriftlich schreibe als auf dem PC. Wieso kann ich auch nicht direkt sagen. Ich versuche mich auch darauf umzustellen, jedoch fällt es mir so einfach schwerer.
Meine Geschichten werden auch ziemlich oft überarbeitet. Ich schreibe, ich halte es für gut, später sehe ich nochmal darauf und denke mir bloß "Was `n Scheiß!". Wahrscheinlich stelle ich hier deshalb nichts herein.
Eine Frage noch dazu: Wenn man hier eine Geschichte eingestellt hat, und anschließend auf Kritik von anderen und einem selbst hin viel überarbeitet hat, also wirklich soviel, dass es beinahe ein andere Geschichte ist, muss man dann auf den Knopf "Ändern" klicken und alles einfach ändern oder kann man auch durch ein neues Kommentar die Geschichte nocheinmal einstellen? Es ist schließlich beinahe eine andere.
Kann man auch verschiedene Stadien der Überarbeitung gleich zu Themenanfang hineinstellen? Vielleicht kämen dann auch gute Tipps was man beim Überarbeiten übersieht, worauf man eher seinen Schwerpunkt setzen sollte, welche Fehler man übersieht oder welche geeigneten und guten Stellen man einfach achtlos ausschneidet?
mfG
Eine Frage noch dazu: Wenn man hier eine Geschichte eingestellt hat, und anschließend auf Kritik von anderen und einem selbst hin viel überarbeitet hat, also wirklich soviel, dass es beinahe ein andere Geschichte ist, muss man dann auf den Knopf "Ändern" klicken und alles einfach ändern oder kann man auch durch ein neues Kommentar die Geschichte nocheinmal einstellen? Es ist schließlich beinahe eine andere.Du kannst deine Geschichte (wie alle Beiträge im Forum) 10 Tage lang ändern, danach verschwindet der Button und Änderungen können nur noch vom Team vorgenommen werden.
Oder du lädst mit dem "antworten" button eine neue Version hoch - dann würde ich aber die alte aus dem Forum nehmen. Sieh mal, es ist schon so schwer genug, andere Mitglieder dazu zu bewegen, die Geschichten zu lesen. Noch weniger kommentieren oder bewerten, aber dass jemand so engagiert ist, sich auch noch verschiedenen Versionen durchlesen zu wollen - sry, daran glaube ich nicht.
Kann man auch verschiedene Stadien der Überarbeitung gleich zu Themenanfang hineinstellen? Vielleicht kämen dann auch gute Tipps was man beim Überarbeiten übersieht, worauf man eher seinen Schwerpunkt setzen sollte, welche Fehler man übersieht oder welche geeigneten und guten Stellen man einfach achtlos ausschneidet?Siehe oben. Theroretisch kann man das sicher. Ob's dann aber noch jemand liest, wage ich zu bezweifeln*nein*
engelchen
11.04.2009, 18:40
Dieser Thread soll einmal eure persönliche Meinung/Erfahrungen bezüglich der Länge eurer eigenen Geschichten sein
Also, ich weiß auf jeden fall, dass meine Geschichte ziemlich lang werden soll, weil ich viele Ideen habe, von denen ich auch welche einbringen will. Außerdem will ich eine abgeschlossene Geschichte schreiben, und Kurzgeschichten gefallen mir in der Hinsichtnicht, da sie meistens ein offenes Ende haben. Außerdm kann man Personen im Laufe einer Geschichte immer mehr ins Herz schließen, bei einer Kurzgeschichte geht das meiner meinung nach nicht so gut
Das, was ich bis jetzt geschrieben hab, erschreckt sich über ca. 200 Seiten und ist eigentlich nur die Einleitung. ich kann also damit rechnen, das die geschichte reltiv lang wird. Allerdings mache ich mir darum noch keine Gedanken, ich habe zwar das Grundmuster, aber ansonsten schaue ich nie länger als ein kapitel vorraus. Was im Detail noch passiert, wird sich ergeben. Das einzige, worauf ich achte ist, dass die Kapitel etwa gleich lang sind und sich in der beziehung nicht zu sehr voneinander unterschieden.
Das, was ich bis jetzt geschrieben hab, erschreckt sich über ca. 200 Seiten und ist eigentlich nur die Einleitung.
Eine Einleitung von 200 Seiten für eine Geschichte ist zu lange, viel zu lange, sehr viel zu lange! Was meinst Du, wer nach 200 Seiten Einleitung noch beim Lesen dabei ist?
Das, was ich bis jetzt geschrieben hab, erschreckt sich über ca. 200 Seiten und ist eigentlich nur die Einleitung.
Das erschreckt nicht nur sich, sondern auch mich. 200 Seiten Einleitung? :eek:
Dann musst du aber schon sehr fesselnd und interessant schreiben, sonst schlafen dir die Leser einfach weg.
Autoren haben ziemlich viel Freiheit, man verzeiht ihnen vieles, aber eines sehr selten: wenn sie die Leserschaft langweilen.
Zum Thema allgemein: es ist doch fast unmöglich, definitiv zu sagen, ob eine lange oder kurze Geschichte besser ist. Das hängt doch von mehreren Faktoren ab. Meiner Ansicht nach muss alles drin sein, was nötig ist. Auf die Länge oder Kürze achte ich da weniger.
Man darf allerdings nicht in die Falle tappen und denken, dass Kurzgeschichten nicht gut sein können oder dass Romane umso besser werden, je länger sie sind. Manchmal ist weniger mehr und mancher Roman wird durch umständliches Geschwafel nicht besser.
Man darf allerdings nicht in die Falle tappen und denken, dass Kurzgeschichten nicht gut sein können oder dass Romane umso besser werden, je länger sie sind. Manchmal ist weniger mehr und mancher Roman wird durch umständliches Geschwafel nicht besser.
Richtig *ja*! Jeder Geschichte gehört ihre Länge, die eben einfach dazu passt und alles beeinhaltet, was rein gehört. Dazu gehört auch, dass Kurzgeschichten und Romane zwei völlig unterschiedliche Gattungen der Literatur sind.
Es ist die Idee, die dahinter steckt, die die Länge einer Geschichte beeinflusst. In einer KG kann man die Charaktere der Hauptpersonen, aber auch der wichtigen Nebenpersonen, einfach nicht so ausarbeiten wie in einem Roman oder einer Erzählung.
Die Frage ist daher nicht: schreibe ich eine lange oder eine kurze Geschichte? Die Frage für mich ist: was will ich erzählen? Danach richtet sich dann die Länge der Geschichte und entsprechend baue ich sie auf. Das kann dann eine kurze Geschichte werden oder eine lange Geschichte.
Eine Einleitung von 200 Seiten ist aber einfach zu viel. Selbst für einen langen Roman. Da sind ganz sicher Dinge dabei, die im Roman (in der Geschichte) besser aufgehoben wären und dort dann auch einfach für mehr Verständnis sorgen.
Hallo
Das, was ich bis jetzt geschrieben hab, erschreckt sich über ca. 200 Seiten und ist eigentlich nur die Einleitung.
:D ja, das ist wirklich erschreckend ;)
naja, ich würde mal sagen, wenn du den Roman irgendwann mal an den Mann (sprich Verlag) bringen willst, mußt du entweder mit sehr spitzer Feder streichen oder deine Einleitung muß von der ersten Zeile weg so extrems packend und so absolut wichtig für die Geschichte sein, dass sich kein Lektor ranwagt, es zu streichen.
Will mich eigentlich auch nicht in deine Art zu schreiben einmischen, da ich weder deinen Stil, noch deine Geschichte kenne, noch weiß, wieviel Einleitung deine "Einleitung" wirklich ist.
Aber vielleicht wäre es besser, wenn du ein Konzept hast und mehr weißt, als nur das nächste Kapitel. Dann passiert es nämlich auch nicht, dass du dich in der Einleitung verläufst, ohne überhaupt zur Handlung zu kommen.
Zumindest, wenn du für ein Publikum schreiben willst, solltest du dran denken, dass es auch bei den Romanlängen für die unterschiedlichen Genres mittlerweile Quasistandards gibt.
LG
Treogen
Darkcall
24.04.2009, 20:31
Nun ja - ich für meinen Teil schreibe eh nur "Kurzgeschichten". Meine Kürzeste hat 4 Seiten, grins! Die längeren Geschichten haben dann schon mal 60 Seiten oder auch mehr, aber ich glaube, einen Roman mit 1000 Seiten oder so, kann ich an einem Stück nicht schreiben, weil mir die Geduld dazu fehlt. Allerdings finde ich, es hängt auch immer davon ab, wie sich die Geschichte entwickelt. Ich mein, meistens tun die Viecher (also die Geschichten) doch eh was sie wollen, oder geht das etwa nur mir so? Wie viele Personen tauchen plötzlich mitten in der Geschichte auf, obwohl sie gar nicht eingeplant waren? Falls jemand weiß, wie man sowas kontrolliert, bitte mal Bescheid sagen!;)
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