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RickyLee
28.09.2008, 13:08
Kurzes Vorwort: Ich weiß jetzt nicht, ob nur mir das so vorkommt, aber die nachfolgende Geschichte ist nicht wirklich jugendfrei...

Natürlich kann man keinen davon abhalten, sie zu lesen, aber ich setz hier einfach mal ein FSK 12 hin...


Die weinende Frau

Niemand kann so sehr hassen wie eine gekränkte Frau, so heißt ein Sprichwort.

Irgendwo in Land, sehr weit weg von hier, sitzt am Wegesrand eine weinende Frau, kauert dort und klagt. Die Ärmel ihre Kimonos saugen, schon lang ausgebleicht und grau, den nicht endenden Strom aus Tränen von dem verzerrten Gesicht und zwischen den Baumstämmen im Wald hallen sie wieder, die abgehackten, mitleiderregenden Laute, die ihrem, breiten, schmalen, roten Mund entspringen. Eingesunken ist der Kopf zwischen den Schultern, der Rücken rund wie ein Wagendrand und die Knie schützend angezogen an den Leib, als könne sie sich nie wieder aus dieser Haltung des Leides lösen.

Täglich ziehen einige Reisegruppen an ihr vorbei, ohne dass sich jemand jemals zu ihr herumdreht. Der weiße Kies wird ein ums andere Mal von Sandalen platt getreten, links und rechts lauernd dunkelgrün und stumm wie Wände die Bäume. Sie wird nicht beachtet, nicht bemitleidet, während ihr Oberkörper von Krämpfen geschüttelt vor und zurück wippt, im Gegenteil: Sie wird gemieden, die Reisegruppe, ein Dutzend bepackter menschlicher Schildkröten, weicht aus, geht einen kleinen Bogen um die Frau, fädelt sich dahinter wieder auf dem Weg ein und verschwindet nach einer Weile hinter den Stämmen. Die Frau hockt noch immer da und weint zum Herzerbarmen.

So geht es den ganzen Tag, die Sonne brennt schmale Streifen auf den Kiesweg, bis ein Mann des Weges kommt. Er verhält sich nicht wie die Leute vor ihm, er verlangsamt seinen Wanderschritt, als er sie sieht. Sein Schrittrythmus stolpert, bricht ab, er steht. Sein wacher Blick tastet sie ab, er beugt den Kopf, tritt näher.
„Hallo, geht es ihnen gut?“
Doch keine Antwort dringt unter dem gesengten, schluchzenden Kopf hervor. Er tritt näher an sie heran. Einfühlsam wie Seide, so klingen seine Wort, als er sich zu ihr herunterbückt.
„Was ist denn passiert? Kann ich ihnen helfen?“
Doch statt, dass ihr seine Fragen Erleichterung und Trost, scheinen sie ihr noch mehr Pein zu bringen, wie Wasser aus einem angeschlagenen Fass, in das man eine Axt gerammt hat, bricht stotternd die Trauer und die Tränen über sie herein. Wie eine Mutter das Kind beschwichtigen will, so breitet er die Arme aus, tasten seine Hände nach den Schultern der Frau.
„Bitte, so weinen sie nicht mehr!“
Die Frau hebt den Kopf, nur leicht und richtet den Blick auf ihn.
Sein Blick fällt auf ihren Mund, einen verzerrten Schlund, aus dem schreckliche Dünste ihm entgegenschlagen. Nur wenige Stumpen ragen über die Lippen heraus, rötliche Spucke vermischt sich unter dem Kinn mit den Tränen und dem Rotz. Die angewinkelten Arme schießen vor, packen seine Schultern wie die Gottesanbeterin ihre Opfer packt und der Schlund schießt vor, presst sich auf das Gesicht des unglücklichen Mannes.

Hätte der arme Mann aufgepasst, so wäre ihm aufgefallen, dass der weiße Kies sich nur rund um die Frau erstreckt. Und wäre der arme Mann klug gewesen, so hätte er sich über die Gegend erkundigt. Vielleicht wäre er dann auf die Legende von der weinenden Frau gestoßen, die Menschen frisst, die sich ihr nähern. Dass sie sie tötet und ihre Knochen fein säuberlich über einige Tage hinweg abnagt, während sie weint und danach sehr viel Zeit darauf verwendet, weinend die weißen Knochen fein säuberlich zu Kies zu zerbrechen...

Vor einigen Jahrzehnten geschah etwas mit ihr, etwas, das kein Legendenschreiber je aufgeschrieben hat:
Ob sie damals schön oder hässlich, gut oder schlecht war, spielt heute keine Rolle mehr. Wichtiger war, dass sie einst selbst auf diesem Weg unterwegs war, zu einer, Zeit, als noch kein weißer Kies zwischen den Bäumen glühte. In ihrer Begleitung war ein Mann.
Ihr Mann.
Die sanfte Röte der Feier, auf der sie gerade gewesen waren, schimmerte noch auf ihren Gesichtern, während sie sich an seinen Arm schmiegte.
An jenem Abend näherte sich jedoch eine Bande von angetrunkenen, ungezügelten Gestalten von hinten. Und unversehends entlud sich ihre scheinbare Ausgelassenheit in Anzüglichkeit, griffen plötzlich Hände von hinten an das Gesäß der jungen Frau, umkreisten schmaläugige, grinsende Gesichter die beiden wie Wölfe.
Der Mann drohte, sie beide in Ruhe zu lassen, doch das schürte die Gewalt der Gruppe noch mehr.
Sie versuchten aus dem Kreis auszubrechen, doch harte Hände stießen sie zurück, dann wieder, von der anderen Seite diesmal, von einer dritten. Die Frau schrie und bat, damit aufzuhören, wurde an den Haaren gepackt und daran herumgerissen, während sie mit den Armen um sich schlug. Man hielt sie fest, während er Mann sich gegen eine Übermacht schlug. Die Männer waren nicht viel größer als er, doch viel energischer, aggressiver.

Blut glänzte schwarz an seiner Stirn, während ihn die Fäuste immer härter und öfter trafen. Als seine Gegenwehr erstarb und er sich ergab, selbst dann hörten sie nicht auf. Als er auf dem Boden zusammenbrach traten sie nach ihm, voller Freude, bis er sich nicht mehr regte. Die Frau wimmerte nurnoch. Die schmähenden Worte, wie hässlich sie doch aussähe, wenn sie weine, hörte sie nicht mehr. In diesem Moment und keinen einzigen früher strahlte suchendes Licht zwischen den Bäumen hindurch, schallten fragende Stimmen.
Als der Wachtmeister ankam, hatten sich die Männer längst verflüchtigt.
Nur eine kauernde, weinende Frau saß am Wegesrand und beweinte ihren zu Tode geprügelten Mann, der auf ihrem Schoß starb.

Und noch am nächsten Morgen saß sie da. Und auch noch am Mittag. Die Leute kamen und standen um sie herum, redeten ihr gut zu, endlich aufzustehen und versuchten ihren Mann zu begraben. Weder das eine noch das andere ließ sie zu. Ihre Augen waren geschwollen, ihre Kehle trocken vor lauter Tränen und ihre Hand strich wieder, immer und immer wieder über die verquollene, rote Wange ihres Geliebten, als könnte er es noch spüren.
Am nächsten Morgen, so schien es, hatte sie sich leer geweint. Ihre Lippen waren bröselig und trocken, die Kraft hatte sie verlassen. Fast schien es, als wolle sie ihrem Mann unbedingt ins Grab folgen. Man trug sie weg und genauso ihren Mann.

Die nächsten Tage blieben ihre Wangen trocken, ihr Gesicht leer. Sie schlich herum wie ein Geist, tat die Arbeit, die sie immer getan hatte und arbeitete weiter, bis man ihr befahl aufzuhören. Die Familie versuchte ihr Halt zu geben. Genauso konnte man versuchen, ein Fass ohne Boden zu füllen.
Den Kimono zog sie nicht aus, der Geruch ihres Mannes haftete noch an ihm. Ihr Haar richtete sie nicht, er war es, der es frisiert hatte. Sie sprach kein Wort, solange sie damit nicht ihre Trauer bekunden durfte.
Tage vergingen. Wochen vergingen. Monate vergingen.
Dann, eines Tages, der Regen wusch gerade die ockerfarbenen Dächer ab und die Frauen wuschen die Wäsche, als es geschah.
Die Frau verschwand.

Das Wasser rauschte. Es weichte den dunklen Boden auf. Es floss die schwarzen Strähnen der Frau herab, die dort mitten im Weg stand, in ihrem prachtvoll gemusterten Kimono, den Kopf gesenkt. Tropfen perlten auf ihren Zehennägeln, der Stoff klebte an ihrem Körper. Ihr Mund stand leicht offen, Lippen, die das Lächeln verlernt hatten. Ihre schwarzen Augen starrten zu Boden, nur auf die Stelle, an der ihr Liebster einst lag.
Und sie füllten sich mit Tränen.
Eine Gestalt näherten sich durch den Bodennebel. Die Bäume und der Regen dämpften das Geräusch seiner Schritte.
Sie hob den Kopf, wie in Trance, als ihre inneren Dämme brachen. Wie eine Marionette an Fäden drehte sie den Kopf, erfasste ihr Augenlicht die Personen, die dort kam. Ihre Brust wölbte sich, als sie sich mit Luft füllte, breit war ihr Mund und ein Klagegeheul brach durch den Nebel:
„Duuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuh.“
Der junge Mann, der da kam, blickte irritiert, als er sie sah.
„Neeeeeeein, neeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!“, verebbte ihr Ruf zu abgehackten, kehligen Laute. Perlen aus Wasser hingen an ihren Wimpern und Wangen. Ihre Schultern schoben sich nach vorne, als wolle sie das Leben aus ihrem Körper herauspressen um dieses Leid nicht mehr ertragen zu müssen. Sie hatte den Mann erkannt.
Er sie nicht.
„Was? Was wollen sie?“, fragte er.
„Nein, neeein... du, du und die anderen... ihr habt ihn umgebracht, ihr habt meinen Mann umgebracht...“, schrie sie aus Leibeskräften.
„Sag mir nicht, sag mir nicht, DASS DU ES NICHT MEHR WEIßT, dass du es VERGESSEN HAST!“ Er wich zurück, seine Augen tasteten verwirrt die Frau ab.
„ES WAR HIER, GENAU HIER...voreinemJahrzweiMonateundundunddreiundzwanz igTagEEEEN... du Idiot, SAG MIR, DASS DU ES NOCH WEIßT!“ Sie griff in die Erde, welches das Blut ihres Mannes aufgesaugt hatte, grub die Fingernägel hinein und schleuderte sie ihm entgegen. Sie taumelte auf ihn zu, wahnsinnig vor Schmerz. Die Augen aufgerissen, den Mund verzerrt, den Finger ausgestreckt.
Ein Hauch der Erinnerung streifte den jungen Mann.
Die verschlingenden Augen der Frau nahmen es auf, ein grausames Lächeln zuckte in ihren Mundwinkeln.
„Jah... du weißt es noch, du weißt es....“, sank ihre Stimme. Ihr Finger sank, ihr Arm sank, ihre Schultern sanken, ihr Kopf sank. Ihr gesamter Körper schien von dem Regen herabgedrückt zu werden.
Plötzlich stürmte sie los, riss die Fäuste nach oben und ließ sie auf seine Brust prasseln, bis er ihre Handgelenke festhalten konnte. Hoch wie Grillenzirpern klang ihr Wimmern um sich ins bodenlose Tiefe zu stürzen.
„...Warum habt ihr das getan?“
Er schwieg.
„...Warum...“
Ihm fehlten die Worte.
„WARUM?!“
Seine Zunge zuckte wie ein Wurm in seiner Mundhöhle.
Er hatte keinen Grund, den er ihr nennen konnte.
Ihr Kopf schnellte vor, den Mund weit geöffnet.
Die Augen voller Tränen.
Als sie die Zähne in seinen weichen Hals grub und den Kehlkopf herausriss.

Und als sie dort in der dunkelroten, sämigen Pfütze saß und weinte, weinte und saß, so kauerte sie dort Tag um Tag... unfähig, sich von der Stelle zu bewegen, denn unfähig, ihre Weinkrämpfe auch nur für einen Moment zu unterbrechen. Lieber verharrte sie an dem Stückchen Erde, an dem sie saß und gab sich ihrer Verzweiflung hin. Und als der Hunger sie plagte, begann sie mit ihren Fingernägeln die Haut der Mannes abzukratzen, kaute sie auf ihm herum, dessen Blut sie sowieso schon geschmeckt hatte. Der für sie sowieso nicht mehr war, als ein Tier. Mehr noch, ein Monster.

Seit diesem Tag sitzt diese Frau dort und weint. Und frisst diejenigen, die versuchen, ihre Trauer zu stillen.
Sie weint, bis ihr jemand zu nahe kommt, packt ihn sich und tötet und frisst ihn... und weint dann weiter.

Was geschieht mit dem armen Reisenden? Die Zahnstumpen bohren sich in seine weichen Wangen, seine Augen sind weit aufgerissen, die gewölbten Brauen verschwinden unter seinen Haaren. Sein Atem streift die Wimpern der Frau, ihre Fingernägeln bohren sich schmerzhaft in seine tauben Schultern. Er kommt nicht mehr hoch, egal, wie sehr er sich wehrt, wie eine Fliege im Netz.
Sie lässt ihn wieder los.
Als er es den Leuten aus dem Dorf erzählt, kann es keiner erklären.
Vielleicht hat sie ihr eigenes abscheuliches Abbild in seinen Augen gesehen.
Vielleicht ist sie zu schwach geworden.
Niemand kann es erklären.
Die Wahrheit ist: Er hat Glück.
Seinen Gesichtszüge wohnt etwas inne, das genug die Erinnerung an ihren Mann weckt, um für einen winzigen Augenblick ihren wahnsinnigen Geist zu entnebeln.
Der Mann fällt hintenüber, die rötlichen Abdrücke der Zähne noch im Gesicht. Krabbelt weg, so schnell er kann. seine Hände schieben den prasselnden Kies weg und er entkommt.

Die Frau starrt stumm ins Leere, sie nimmt ihren Ärmel, stülpt ihn über ihre Faust und streicht sich über die Wangen um sie zu trocknen. Ein kurzer Moment der Ruhe, in dem sich in ihren Augen eine ferne Erinnerung spiegelt.
Irgendwo in einem Land, weit weg von hier, sitzt eine Frau am Wegesrand, auf einem Bett aus weißem Kies.
Und weint.

Ts4EVER
28.09.2008, 13:45
So ist also der Avater zustande gekommen.:D
Die Geschichte ist gut, professionell geschrieben und sehr gruselig. Hattest du eine Vorlage? Gibts die Legende irgendwo in ähnlicher Form?

Iron Nemesis
29.09.2008, 13:01
hmm eine wirklich gruselige aber dennoch schöne geschichte/legende :)
am anfang ( erste 2 abschnitte) finde ich die formulierungen allerdings etwas verquer und die geschichte schwer zu verstehen/lesen. ab dem dritten absatz aber löst sich das in wohlgefallen auf und man kommt richtig gut mit. wie du die vergleiche und metaphern genau an die richtigen stellen setzt wo man sie braucht gleicht einer kunst... großes lob von mir :D
du hast eine sehr schöne fantasie und beschreibst die geschichte äußerst gut, also man kann sich wirklich gut in die situation hineinversetzen (speziel als die betrunkenen männer die beiden angreifen)
ich finde die wörtliche rede zum ende hin zerstört so ein bisschen die drückende atmosphäre aber ich selbst wüsste auch nicht wie man den kontext ohne eben genannte, alternativ weiterführen könnte...
auch dieser zeitsprung, also dass du erst so die gegenwart erzählst und dann darauf eingehst wie es dazu gekommen ist, macht deine geschichte anschaulich und spannend. ich persönlich hätte nie gedacht, dass diese alte frau menschen frisst... und die idee mit dem knochenkies :D hmm wirklich sehr sehr schön (ich mag sowas...)
alles in allem eine wirklich gelungene geschichte (jaja ab und zu ein paar rechtschreib- und formulierungsfehler aber die stören ja wirklich niemanden, nicht wahr? ) kriegst zwei daumen hoch von mir *clap* ^^

lg Iron

Conan
30.09.2008, 19:42
Eine interessante (Horror)Geschichte, mir hat sie gut gefallen. :) Vorallendingen das manche Dinge doch nicht so harmlos sind, wie es Anfangs den Anschein hat, kommt ziemlich drastisch zur Geltung.

Aber ein bischen Kritik hab ich dann doch noch:

Die Ärmel ihre Kimonos saugen, schon lang ausgebleicht und grau, den nicht endenden Strom aus Tränen von dem verzerrten Gesicht und zwischen den Baumstämmen im Wald hallen sie wieder, die abgehackten, mitleiderregenden Laute, die ihrem, breiten, schmalen, roten Mund entspringen.

Sie wird gemieden, die Reisegruppe, ein Dutzend bepackter menschlicher Schildkröten, weicht aus, geht einen kleinen Bogen um die Frau, fädelt sich dahinter wieder auf dem Weg ein und verschwindet nach einer Weile hinter den Stämmen.

Solche Sätze lesen sich iwie ziemlich schwer, auch weil sie ziemlich lang sind. Für mich beeinhalten sie zu viele unwichtige Details und Aufzählungen.
Das ist mir aber nur am Anfang aufgefallen, zur Mitte und zum Ende liest sich die Geschichte dann deutlich flüssiger.

RickyLee
03.10.2008, 12:53
@Ts4EVER: Nnnein, so ist mein Avatar nicht zustande gekommen, der ist nämlich schon ne ganze Ecke älter (außerdem, ganz so nebenbei: *flüster* das ist gar kein Blut, das ist nur verwischter Lippenstift o.o)

Vorlage? Öhm... naja, im asiatischen Raum gibt es Gruselgeschichten mit schwarz- und langhaarigen bösen Frauen en masse (Ju-on, The Ring, The Call...). Auf die Idee gebracht hat mich eine Geschichte aus einem Japanisch-Lehrbuch gebracht, die wir mal in der AG übersetzt hatten: Da ging es auch um eine weinende Frau am Straßenrand, allerdings war die "Location" eine andere und die Geschichte ging auch ganz anders aus...

@ Iron Nemesis:

wie du die vergleiche und metaphern genau an die richtigen stellen setzt wo man sie braucht gleicht einer kunst... großes lob von mir

Ui, danke *grins* Dass die ersten zwei Absätze etwas verquer sind, ist nicht nur deine Meinung... ich hatte aber gedacht, dass es nicht so schlimm ist, muss ich wohl nochmal überarbeiten...

ich finde die wörtliche rede zum ende hin zerstört so ein bisschen die drückende atmosphäre aber ich selbst wüsste auch nicht wie man den kontext ohne eben genannte, alternativ weiterführen könnte...

Njoa, ich hätte die Frau den Kerl einfach verknurpseln lassen können, aber ich kann mich momentan noch nicht dazu hinreißen lassen, die Hauptpersonen sterben zu lassen... wenn ich versuche das zu schreiben, verkrampfen sich meine Finger und die Nägel rollen sich ein...
...Naja, fast ^^"

(ich mag sowas...)
*freudig in Hände klatsch* ich auuuch ^^

@ Conan:

Solche Sätze lesen sich iwie ziemlich schwer, auch weil sie ziemlich lang sind. Für mich beeinhalten sie zu viele unwichtige Details und Aufzählungen.
Das ist mir aber nur am Anfang aufgefallen, zur Mitte und zum Ende liest sich die Geschichte dann deutlich flüssiger.

Wie schon bei Iron Nemesis gesagt: Ich denke, ich werds nochmal überarbeiten. Ich neige halt zu Bandwurmsätzen ^^"

Lythande
03.10.2008, 14:10
Gruselig und absolut unheimlich. Ich habe mich nur am Ende gefragt, was genau passiert ist. Der Schluss war irgendwie seltsam, aber vielleicht komme ich einfach nicht mit.

Im Großen und Ganzen erinnerte mich die Geschichte an die klassischen Gruselgeschichten, die irgendwo im Moor oder bei Nebel spielen und bei denen das Gespenst - hier die weinende Frau - immer weiter herumgruselt und ihr Mittagessen von Menschenfleisch bestreitet, bis irgendwann jemand kommt, um sie entweder zu erlösen oder selbst zum Geist wird.
Eine Geschichte, von denen ich mir mehr wünschen würde, wenn dich die Muße mal wieder heimsucht.
Gruß
Lythande

Warin
16.10.2008, 22:21
Ich finde die wörtliche rede zum ende hin zerstört so ein bisschen die drückende atmosphäre aber ich selbst wüsste auch nicht wie man den kontext ohne eben genannte, alternativ weiterführen könnte...Die wörtliche Rede ist schon o.k. nur... äh... Das Schreien (Großschreibung) und dehnen "neeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiin" passt für mich nicht zu dieser ernsten Geschichte und zieht sie für mich ein wenig ins ironisch/lächerlicher, was ich sehr schade fand. Komisch, dass ich das jetzt schreibe, bin ich vor einiger Zeit doch im Vorgängerforum mal selbst dafür kritisiert worden und wollte es eigentlich nicht einsehen, aber... Das passt zu vielen Teilen von ThirTeen sehr gut, hier finde ich, passt es irgendwie nicht.
auch dieser zeitsprung, also dass du erst so die gegenwart erzählst und dann darauf eingehst wie es dazu gekommen ist, macht deine geschichte anschaulich und spannend. ich persönlich hätte nie gedacht, dass diese alte frau menschen frisst... und die idee mit dem knochenkies :DSigned. Wobei die Wendung für mich schon ein wenig vorher mit dem "Sein Blick fällt auf ihren Mund, einen verzerrten Schlund, aus dem schreckliche Dünste ihm entgegenschlagen" kommt. Bis dahin habe ich sie noch für eine arme, wehrlose Frau gehalten, aber dann... *wumm* so richtig schön gegen jedes Klischee, dieser turn around gibt der Geschichte den drive (ha, kann ich nicht schön denglisch*lol*), also auf deutsch: Dieser Wendepunkt macht den Reiz der Geschichte aus.

(jaja ab und zu ein paar rechtschreib- und formulierungsfehler aber die stören ja wirklich niemanden, nicht wahr? )Aufzeig. Doch, mich:) Ricky, büdde*fleh*Wozu gibt es die Word-Rechtschreibprüfung? Soviele Rechtschreibfehler werten deine tolle Geschichte doch ab:


"Irgendwo in Land" -> in einem Land
"ihre Kimonos" -> ihres Kimonos
"Wagendrand" -> Wagenrad
"Schrittrythmus" -> Schrittrhythmus
"dem gesengten, schluchzenden Kopf" -> ich nehme an, du meintest gesenkten;)
"Und unversehends entlud sich" -> unversehens
"während er Mann sich gegen eine Übermacht schlug." -> der Mann
"erfasste ihr Augenlicht die Personen, die dort kam" -> die dort kamen
"die Haut der Mannes abzukratzen" -> die Haut des Mannes

Sonstige Anmerkungen:


"breiten, schmalen... Mund" -> breit und schmal gleichzeitig? *wunder*
"Doch statt, dass ihr seine Fragen Erleichterung und Trost, scheinen sie ihr noch mehr Pein zu bringen, wie Wasser aus einem angeschlagenen Fass, in das man eine Axt gerammt hat, bricht stotternd die Trauer und die Tränen über sie herein." Puh, was für ein Monstersatz! Außerdem fehlt m.E. ein Verb. Mein Vorschlag: "Doch statt dass ihr seine Fragen Erleichterung und Trost bringen, scheinen sie ihr noch mehr Pein zu bereiten. Wie Wasser aus einem angeschlagenen Fass, ins das man (...), bricht (...)"
"Der Mann drohte, sie beide in Ruhe zu lassen" -> Womit kann er denn drohen? Besser m.E.: Forderte
"Ihre Lippen waren bröselig und trocken" -> brüchig würde für mich passender und weniger umgangssprachlich klingen
sehr schön fand ich den Vergleich mit dem Dutzend bepackter menschlicher Schildkröten:)

Was mich noch interessieren würde: Gibts einen Zusammenhang mit deinem Yokai (http://www.fantasy-forum.org/showpost.php?p=9119&postcount=2)? Iwie musste ich direkt daran denken, wegen des Kimonos und weil sich die Frau ja wie ein Yokai verhält.

Zweifelsohne eine spannende und gruselige Geschichte. Aber für das, was du kannst, hat sie mich nicht vollends überzeugt. Ich konnte nicht so mit der Zunge schnalzen, wie ich das sonst schon mal bei deiner Sprache kann. Ich bin bestimmt viel zu streng mit dir, aber für mich sind's diesmal "nur" drei Sterne, sry.