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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sergej Lukianenko - Die Ritter der Vierzig Inseln


TheHutt
29.09.2008, 13:53
http://www.imzwielicht.de/pictures/bilder/Lukianenko_Ritter__small.jpg

Der allererste Roman von Sergej Lukianenko, "Die Ritter der Vierzig Inseln", kommt nun auch in Deutsch heraus. Das Buch, das Sergej Lukianenko in 1990 schrieb und das den Anfang seiner Schriftstellerkarriere markierte, erscheint im Februar 2009 vom Heyne-Verlag.

Die deutsche Übersetzung wird diesmal nicht von Christiane Pöhlmann sein, dafür zeichnet sich Matthias Dondl verantwortlich. Wie sie dem Vergleich gegen unsere eigene autorisierte inoffizielle Leseproben-Übersetzung (http://www.imzwielicht.de/phorum/viewtopic.php?f=5&t=160) standhalten wird, soll sich im Februar zeigen.

Zum Inhalt des Romans:
Als der vierzehnjährige Dima aus einer sowjetischen Kleinstadt im Park um ein Foto für die Zeitung gebeten wird, ahnt er noch nichts böses - bloß dass er augenblicklich in eine fremde Welt katapultiert wird, die wie ein paradiesischer Tropenarchipel aus vierzig Inseln im Ozean anmutet. Die Inseln werden von lauter Kindern bewohnt und durch Brücken verbunden. Doch alle Bewohner müssen sich einem grausamen Spiel unterordnen: jede Insel muss die anderen mit Schwertern bekriegen. Sollte eine Insel alle vierzig erobert haben, würden deren Bewohner nach Hause kehren dürfen...

( Mehr Infos... (http://www.imzwielicht.de/news.php?id=142) )

Rusch
09.03.2009, 09:34
Hier meine Meinung zu dem Buch:

Dimitri, von allen Dima genannt, ärgert sich gerade noch über die Sommerferien, in denen alle Freunde irgendwohin in den Urlaub gefahren sind während er alleine in der Stadt zurück blieb. Als ein Mann fragt, ob er von ihm ein Foto machen dürfe, wird ihr schwarz vor den Augen und er findet sich kurz darauf auf einer sonnigen Insel wieder. Um ihn herum stehen eine Reihe braungebrannter Kinder die nicht unbedingt den Eindruck machen, als ob sie auf einer Urlaubsreise sind. Tatsächlich erfährt Dima bald, dass er sich auf einer von 40 Inseln befindet. Brücken verbinden die Inseln, die allerdings nur tagsüber geschlossen sind. Des Nachts bewirkt die Kälte, dass sich der Stein zusammenzieht und ein mehre Meter breiter Spalt entsteht. Tagsüber jedoch sind die Brücken geschlossen und die Kinder der Nachbarinseln schicken sich an, eine Nachbarinsel zu erobern oder eben eine Eroberung durch eine Nachbarinsel zu vereiteln. Dass dies kein Spiel ist, wir Dima schnell klar. Sein Schwert ist zwar aus Holz, aber für die anderen Jungen ist seines aus feinstem Stahl - ebenso wie die Schwerter der feindlichen Jungen. Nicht lange und er erlebt wie ein feindlicher Junge im Gefecht stirbt. Der Grund für die Kämpfe erschließt sich schnell: Die Kinder der Insel, die alle anderen Inseln erobert erringt das Recht nach Hause zurückkehren zu dürfen. Doch Dima wird schnell klar, dass der Sieg unmöglich ist und die einzige Chance darin besteht, die Regeln zu brechen.

Ich muss sagen, dieses Jungendbuch lässt mich ein wenig ratlos zurück. Für ein Jugendbuch ist es wohl zu brutual und blutrünstig. Die Gewalt wird mit einer Selbstverständlichkeit gezeigt, das man wohl sagen muss: Das ist kein echtes Jugendbuch. Allerdings kann man das wohl von Ottfried Preußlers Krabat auch nicht sagen. Es geht auch hier um Kinder, die ihre Unschuld verlieren und Erwachsen werden müssen. In mehr als nur einer Hinsicht erinnert das Buch an Philip José Farmers Flusswelt der Zeit. In beiden Büchern müssen sich Menschen mit einer unerklärlichen Welt auseinandersetzen, die in den Menschen das schlechteste hervorholt und die Gewalt die Herrschaft übernehmen lässt. Der Unterschied zu Farmers Klassiker besteht in zwei Punkten: Die Kinder sterben wirklich und wachen nicht am nächsten Tag an einem anderen Ort der Inselwelt auf und die Kinde sind Kopien ihre Originale. Diesem Umstand wird mir zu wenig Rechnung getragen. Die Kinder ertragen dies stoisch und am Ende wird dem auch nicht mehr Rechnung getragen. Hier hätte ich mehr erwartet.

Mit ist schon klar, dass Autor Sergij Lukianenko sein Erstlingswerk aus dem Jahre 1992 als Metapher verstanden will. Dies erklärt sich schon aus dem Nachwort, in dem der Autor die Hinterhöfe der Städte als Inseln und die Straßen als Brücken zu anderen Inseln bezeichnete, allerdings hat sich die gesamte Botschaft für mich nicht erschlossen. Hierzu müsste man wohl mehr russische Jugendbücher gelesen haben und zu wissen, was an diesem Buch nun besonders aus der Reihe fällt. So würde ich mal sagen, das Buch richtet sich gegen die seelische Brutalität, die heranwachsende gelegentlich an den Tag legen. Ob diese Botschaft - wenn sie nun die Botschaft sei - bei jugendlichen Lesern ankommt, wage ich zu bezweifeln.
Interessant ist der Roman auf jeden Fall und auch wenn der Roman noch nicht die Qualität seiner späteren Werke hat, liest sich der Roman recht flüssig und unterhält durchaus. Das Buch hat keine Längen und enthält einige Wendungen, die das Lesen immer wieder spannend machen. Insgesamt also ein gelungenes Jugendbuch die Leser wieder fesseln wird.

Feuerfluegel
10.03.2009, 13:21
Ich habe die ersten 38 Seiten als Leseprobe gelesen und sie haben mir gefallen. Die Sprache ist viel einfacher gehalten (ich nehme an weil es ein Jugendbuch ist) als in seinen anderen Büchern.
Lukianenko hält sich nicht lange mit einer Einführung auf, wie man es von ihm kennt. Dimas Gedanken waren mir vertraut. Auch ich habe als Kind Sommerferien erlebt, in denen meine Freunde alle fort waren und ich allein zurück geblieben bin.

Zu dem Rest kann ich ja noch nicht viel sagen. Ich habe aber vor, es auf jeden Fall einmal zu lesen.
Vielleicht reihe ich mich dann ja ein, in die Reihe der Verwirrten ;)

DarkGod23
03.03.2010, 20:23
ICh hab das Buch auch gerade fertig gelesen und bin wieder mal begeistert. Lukianenko bleibt für mich einer der besten Autoren überhaupt und ich hoffe, dass er bei anhaltendem Erfolg Die Kriege der 40 Inseln doch noch zuende schreibt und veröffentlicht, da ich gerne wissen würde was mit den restlichen Figuren passiert.:)