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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Botschaft einer Geschichte


Elyon
29.09.2008, 21:29
Nun, wenn ich eine Geschichte beginne zu schreiben und die Handlung schon weiss, muss ich mich aber trotzdem immer noch fragen:
Was will ich mit dieser Geschichten sagen? Was will ich den Leuten übermitteln? Welche Auswirkung soll sie haben?
Daran kau ich dann immer noch lange herum und rätsle, welchen Sinn diese Geschichte machen soll, wenn sie fertig ist.
Was wollt ihr mit einer Geschichte ausdrücken?
Eure Gefühle?
Oder wollt ihr zu etwas aufrufen? Von etwas abraten?
Darf eure Geschichte negative Auswirkungen auf die Menschen haben?

Was ist wichtig für eure Geschichten?

Verräter
29.09.2008, 22:43
Meine Antwort auf diese Frage ist im Prinzip simpel: Mit nur sehr wenigen Ausnahmen ist die tiefere Aussage meiner Geschichten: 0.

Ich schreibe ohnehin für mich selbst, daher denke ich gar nicht daran in welchem Licht der Leser das sehen könnte. (Wenn überhaupt kommen da nur 2 Leserbezogene Fragen: 1. Rede ich gerade von irgendetwas, dass ich noch nie zuvor Erläutert habe? [Ist das als außenstehender Verständlich?] und 2. Wie verteile ich welche Information und welche Handlung, sodass es Leserlich, möglichst wenig belehrend und halbwegs spannend wird.)
Das liegt wohl einfach daran, dass meine Geschichten unter dem Motto "Wird so niemals in den Geschichtsbüchern stehen" geschrieben werden. Und dafür benötige ich keinen erhobenen Zeigefinger, (kein Ende,) keine Moral von der Geschicht und keine tiefgründig Philosophischen Ansätze. Wobei ich hier einmal erwähnen möchte, dass ich sehr gerne diese "Lernt was draus!" Geschichten lese, aber nur wenn sie nicht zu Eindeutig sind. Eine solche Geschichte zu interpretieren, die Aussage herauszufiltern mache ich persönlich mit Freuden. Und daher gibt es dann auch die ein oder andere Geschichte bei mir, die eine tiefer sitzende Aussage besitzen. Wobei ich dann keine Aussagen wie "Lügen ist böse", "Frauen sind böse" (*grins*), "Du darfst nicht stehlen", "Du darfst nicht töten", "Du sollst keine anderen Götter..." sondern mit der Handlung eine Frage... ein Problemthema anschneide, anspreche auf dass ich vielleicht (aber selten) auch einen Lösungsansatz (in diesem Fall lasse ich den Protagonisten gern einen "falschen Weg" gehen) setze, der Leser aber in der Regel damit alleine klar kommen muss. Da ist mein persönliches Lieblingsthema der Suizid (wobei dieser nie aus Gründen wie "Oh Gott, SCHMERZ... die Welt ist so Grausam... SCHMERZ... mein Herz ist so zerrissen ... SCHMEEEEERZ... Ich hüpf von der Klinge, damit ich den Anblick meines kaputten Stoffteddys nicht mehr ertragen muss *seufz*).

Also eine "übergreifende Moral/Aussage" gibt es bei mir in der Regel nicht! Höchstens, was öfter bei längeren Geschichten vorkommt, passiert es, dass einzelne Personen zu einer Erkenntnis gelangen die man in das reale Leben übertragen könnte, wenn man sich mühe gibt, da sie natürlich auf die Welt in der alles spielt zurecht geschustert sind. Personen die erkennen welche Fehler sie begannen haben oder anderen versuchen zu helfen Fehler zu vermeiden. Hier als Beispiel, "ältere Charaktere" mit entsprechender Lebenserfahrung die einem jungen, aufbrausenden Charakter seine Grenzen, oder die Gefahren hinter seinen tagen aufzeigen, einen anderen Weg geben, den es zu gehen lohnt usw.
Aber das ist nicht der Grund weswegen ich meine Geschichten schreibe, bzw. sie erdenke. Mein Schwerpunkt liegt auf anderen Dingen.

Hathor
30.09.2008, 08:09
Ein Beitrag aus der Sicht einer Leserin: nichts nervt mich so, wie eine offensichtliche "Botschaft". Ich hasse diese Moralhämmer und Erkenntniskeulen.

Wenn ich lese, erwarte ich Spannung und Entspannung, einen interessanten Inhalt, eine ansprechende Sprache. Wenn ich missioniert werden will, gehe ich in die Kirche ;)

Tiefschürfende Erkenntnisse und weltbewegende Rührseligkeiten können sich die Autoren getrost ersparen. Und wenn solche Dinge schon in eine Geschichte verpackt werden, dann muss das derart subtil erfolgen, dass die Leser glauben, von selber auf neue Erkenntnisse gestoßen zu sein. Alles andere ist mir zu plump.

Ich ziehe meine Schlüsse lieber selbst, ich lasse nicht denken. Ich kann das selber.

ChibiShiina
30.09.2008, 10:03
Ich halte es so wie Hathor, um Erkenntniskeulen und Missionarspriester in Geschichten und unter Schreibern mache ich einen riesen Bogen. (Unter dem Aspekt dass mich gerade jemand missionieren will und mich das allein schon nervt... aber das gehört hier nicht her)

Was meine Schreibweise angeht, ich schreibe so wie ich denke. Wenn dabei auf subtiler Unterschwelle was mitschwingt, warum nicht? Manchmal baue ich auch irgendeine Erkenntnis ein, die man herauslesen kann, wenn man will oder, wenn man nur die Story lesen will, es komplett überlesen kann.

Manchmal schreibe ich auch eine Geschichte, lass sie 2 bis 3 Tage liegen und wenn ich sie dann nochmal lese blinzel ich manchmal am Ende und denke: Oh, da ist ja doch was drin. Am besten finde ich es wenn man es nicht sieht, wie Hathor schon erwähnt hat. Man es sich selbst herausliest und durch eigene Schlussfolgerungen darauf kommt indem man die Geschichte nachvollzieht.

Mir fällt auch gerade die Floskel ein: "... und die Moral von der Geschicht, lies es oder eben nicht." (der zweite Teil ist von mir dazugedichtet ^^") Bei sowas muss ich immer mit den Augen rollen, vor allen wenn man aus der Geschichte schon selbst herauslesen kann was gemeint ist und der Schreiber dem Leser eindeutig nicht zutraut selbst nachzudenken.

Sowas find ich extrem daneben. Nur weil der Schreiber diese eine schwere und tiefgründige Erkenntnis hatte, heisst das noch lange nicht dass die anderen, die Leser halt, sie nicht nachvollziehen könnten.

Die einzige Spalte wo mich die moralische Keule nur am Rande stört ist bei "Fabeln", wo ja die ganze Geschichte praktisch gesehen auf eine Aussage hinzielen soll. Aber das ist dort ja auch gewollt und wen das stört, der sollte sie einfach nicht lesen.

Ts4EVER
30.09.2008, 16:50
In fast jeder Geschichte stecken mehrere Botschaften drin, und wenn es nur wenig ist, wie das man am Ende denkt: Das Böse wurde durch Teamwork übertrumpft, oder der Klassiker: Wer reinen Herzens ist kann alles erreichen. Immerhin spielen die Überzeugungen und ansichten des Autors immer in seine Geschichte mit rein und der leser wird auch immer was davon "abkriegen".

Ollowain
30.09.2008, 19:47
Ich kann Hathor auch zustimmen. Moralkeulen lese ich überaus ungern. Wenn man etwas vermitteln möchte, dann doch bitte diskret/subtil, sodass es dem Leser erst beim ausgiebigen Darübernachdenken auffällt, da ich auch eher zum Entspannen lese, als um mich mit irgendwelcher Leute Moralvorstellungen auseinanderzusetzen.

In einigen wenigen Fällen haben es Autoren auch schon geschafft das, was sie vermitteln wollen (oder auch nicht), in die Handlung einzuweben. In einem Fall, den ich gerade lese, ist es total in die Hose gegangen: Die Hauptfigur philosophiert seitenlang darüber, ohne auf das Wesentliche zu kommen, sodass ich das Buch dauernd weglegen muss, um zu überlegen, was der Autor da jetzt genau sagen will. Das stört definitiv.
Ein andermal ist es sehr gut gelungen und es hat richtig Spaß gemacht, das zu lesen und nebenbei ein wenig zum Nachdenken angeregt.

Und schreibe ich eine Botschaft in eine Geschichte?
Puuh, mal ja, mal nein.
Bei meiner derzeitgen Geschichte wollte ich es zuerst recht direkt tun, aber mittlerweile bin ich der Ansicht, dass ich es lieber etwas nebenbei einbringe. >.>
In meine Kurzgeschichten kann man sicher auch eine Aussage hineininterpretieren, aber bisher habe ich noch keine mit der festen Absicht geschrieben, dem Leser eine Moral zu vermitteln... Die Botschaft ist eher unterbewusst mit hineingerutscht. *flöt*

Enduni
30.09.2008, 20:21
Alle meine Geschichten haben eine "Botschaft", die sich schon allein durch die Auswahl des oder der Ereignisse (und Personen) ergibt. Eine Geschichte namens "Neugier, des Menschen Leidenschaft" spinnt sich darum, dass ein Junge auszieht, einige geheimnisvolle Wälder zu erforschen, seine Geliebte ihm folgt und getötet wird, er daraufhin sich selbst das Leben nimmt. - Neugier bringt den Tod, das ist in diesem Fall die Botschaft der Geschichte. - Oder aber "Sie kommen", in dem sich eine Stadt gegen fremde Invasoren verteidigt, aber ohne größere Mühen ausgelöscht wird. Botschaft hier; Widerstand führt zum Untergang.
Die Botschaft einer (geschlossenen) Geschichte entsteht dadurch, dass eine Person in gewisser Weise handelt und alles, was sich um diese Handlungsweise spinnt, letztendlich ergibt "Handlungsweise führt zum Ergebnis." Simpel gesagt. Eine Geschichte kann mehrere Botschaften haben, oder auch zum Beispiel die Auswirkungen eines Ereignis auf eine Person als Botschaft haben. Aber das ist alles nur ein kurzer Anriss. (Ach ja, selbst Verräters Geschichte zum goldenen Stier (mit Part 2) enthält eine Botschaft; Milde führt zum Tod/zur Gefangenschaft, Skrupellosigkeit zum Erfolg. :P)

Für mich stehen moralische Botschaften abseits der Botschaft der Geschichte an hinterer Stelle, weit hinter Unterhaltung und Einführen in die Welt. Das einzige, was man bei mir als "moralisch" festmachen könnte, sind bestimmte Zitate, Sprichwörter und Metaphern, die ich immer wieder zwischen den Personenwechseln einfüge, um die nächsten Abschnitte zu charakterisieren, aber verfolgen sie keine bestimmte Linie.

Gruß,

baka
30.09.2008, 23:40
Mein erster Gedanke, als ich meinen Roman anfing zu schreiben war: Intoleranz. Mein ganzes Buch fußt auf diesem Wort, ich spiele damit und setzte es ein wo immer es geht. Ich denke kein andere Faktor in dieser Welt beeinflußt die breite Masse wie Intoleranz. Ich möchte dem Leser keine lösungen aufzeigen oder Moralisch kommen, ich erzähle einfach nur die Geschichte aus der Sicht meiner Charaktere, schlussfolgern muss der leser selber.

Lythande
01.10.2008, 17:11
Hallo,
um es mit Marion Zimmer Bradleys Worten wiederzugeben: Geschichten handeln nicht von Ideen, sondern von Leuten.
Diesen Leitsatz habe ich mir zu Rate gezogen, als ich meinen Roman begann zu schreiben. Eine Moral in die Geschicht' zu packen, kann vielleicht bei Fabeln gut sein, bei Fantasy will ich Spiel, Spannung und... Nein nicht Kinderüberraschung, aber auf jeden Fall gute Unterhaltung und den Drang, immer weiter zu lesen, sich für die Story zu interessieren.

Haramis
01.10.2008, 17:35
Meine Geschichten haben meistens eine Botschaft. Es ist mir aber ganz wichtig, diese Botschaft durch Stimmung und Atmosphäre oder die Charaktere zu vermitteln.
Oft mache ich das nicht mal bewusst. Genauso oft biete ich dem Leser keine Lösung an. Ich rege gerne zum Nachdenken an, weil ich manchmal über Dinge schreibe, für die ich selbst keine Lösung habe, an denen ich selbst kaue. Meine Geschichten sind selten reine Unterhaltung, das liegt mir irgendwie nicht. ;)
Oft schreibe ich über traurige, melancholische Dinge, obwohl ich eigentlich kein trauriger Mensch bin. Vielleicht nachdenklich. ;)
Moralische Holzhammer-Texte mag ich auch nicht. Da fühle ich mich wie ein kleines Kind, dem Mami mit erhobenem Zeigefinger etwas erzählt. *mph*
Für mich gehört das auch zum "Handwerkszeug" eines guten Autors, dass er die Leser selbst denken lässt. Sie selbst ihre Schlüsse ziehen lässt.
Dazu muss man manchmal den Text auch offen lassen, damit man ihn noch interpretieren kann.

Ich bemühe mich jedenfalls, den Leser denken zu lassen - ob es mir immer gelingt, weiß ich nicht. :D

Luzifer
01.10.2008, 21:02
Meine Geschichten haben keine geplante Botschaft.
Ich schreibe je nach Gefühl, und bringe auf diese Art eben meine Gefühle in die Geschichte ein, aber ich glaube kaum, dass das jemand erkennt. Ich bringe sie eher dezent zum Audruck, z. B. durch einen Kommentar eines Protagonisten oder Ähnliches. ;)
Gefühle sind eigentlich das Wichtigste in meiner Geschichte; durch sie entstehen Charaktere, Aussprüche und die Geschichte selbst.

Vielleicht erkennt man - wenn man ganz philosophisch denkt - einen Sinn, oder eine Botschaft in meiner Geschichte, aber dazu braucht man eine Menge Fantasie. Ich habe aber eigentlich keine Botschaft geplant.

Phöbe
01.10.2008, 21:50
Hallo an alle!
Ich bin neu hier und das ist mein erster Post.
In meinen Geschichten verpacke ich liebend gern eine Botschaft, aber ich bin auch der Meinung, dass der Leser auf keinen Fall dauernd belehrt werden soll -das nimmt einem doch die ganze Freude, sich selbst Gedanken zu machen.

Das ist für mich ein besonders wichtiges Ziel beim Schreiben einer Geschichte: den Leser dazu zu bringen, sich Gedanken zu einem Thema zu machen und sich mit einem Thema auseinander zu setzen.
Aber ich finde es nicht gut, jemandem Moralvorstellungen eintrichtern zu wollen. Vielleicht erkennt der Leser durch die Geschichte ja auch, dass er ganz anderer Meinung ist als der Autor - mir ist es jedenfalls schon öfters so ergangen :)

Heryst
02.10.2008, 16:54
Also eine richtige Botschaft, mir Absicht in die Geschichte rein geschrieben habe ich noch nie.
Ich schreibe auch drauf los und achte nicht so sehr darauf, was ich da schreibe, oder was der Leser daraus interpretieren könnte. Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
Allerdings fällt mir hin und wieder auf, dass kleine Botschaften da sind. Viele davon sind so Sachen, wie zum Beispiel: Immer das Richtige tun, Lügen ist doof, oder wenn man wütend ist, erst mal sein Gemüt abkühlen lassen.
Zur Zeit macht bei mir der Oberbösewicht ne Umkehrung von 180°, was in der Realität auch passieren könnte, muss sich natürlich jetzt allen Zweifeln stellen, so nach den Motto: Der ist böse und der ändert sich nie.
Wirklich?
So eine Botschaft finde ich ganz nett, macht die Geschichte, meine zumindest auch auffrischend, sonst wäre es doch ein weng langweilig geworden.
Ach, ich muss noch viel lernen... und schreiben. :)

DisAster
04.10.2008, 12:23
Also, diejenigen Geschichten oder Bücher, an die man sich noch in 300 Jahren erinnert, sind doch meist welche, die einen gewissen Sinn tragen oder ein Gefühl vermitteln oder einfach etwas vollkommen neues bieten.

Moralbotschaften nerven, das ist klar. Aber eine absolut sinnlose Geschichte, die mich nicht bewegt und nichts auszusagen hat will ich auch (meistens) nicht lesen. Mein Lieblingsautor ist Chuck Palahniuk. - Nein, kein Fantasy, aber dennoch lesenswert! - Dieser Autor hat immer einen gewissen Sinn in seinen Geschichten. Dieser Sinn ist nicht moralisch, aber er regt einen zum Denken an. Bestes Beispiel: Fight Club - Ja, wenn man das Buch nicht kennt, wirkt der Titel ziemlich abschreckend, aber es lohnt sich wirklich das zu lesen. - Dieses Buch bzw. der Film hätte niemals soviele Menschen begeistert, wenn es eine oberflächliche Erzählung wäre. In diesem Buch wird unsere Konsumgesellschaft kritisiert und eine neue Lebensweise aufgezeigt.
Oder die Leiden des jungen Werther. Ja, es gibt genug Leute, die dieses Buch seit ihrem Abitur hassen. Aber das Gefühl der Liebe wird unglaublich eindringlich geschildert und man muss überlegen, was für einen Einfluss es auf die Menschen dieser Zeit ausübte. Sogar noch heute wird es unglaublich oft gelesen und gekauft.

Es sind Gefühle und Denkanstöße, die die Menschen am meisten beigeistern! Ich möchte in meinen Geschichte auch einen gewissen Sinn wiedergeben. Ansonsten halte ich es für zwecklos etwas zu schreiben. Wenn man etwas mit seinen Geschichten wiedergeben will, braucht es keine Moral zu sein bzw. sollte es auch nicht. (Wobei ich Fabeln allerdings sehr gerne mag.)

Warin
15.10.2008, 19:54
Oh je, also der Werther wäre mir nun auch nicht gerade als Positivbeispiel eingefallen*nein*

Das wichtigste an einer Geschichte ist erst einmal, gut zu unterhalten. Für mich ist das ein Mehrkampf und nur welcher Autor alle Disziplinen beherrscht, schafft es zur wahren Meisterschaft:


ansprechende Sprache
spannender/interessanter/logischer Handlungsaufbau und erst
als absolute Krönung des Ganzen: Die Botschaft

Und ja: Die Botschaft ist mir wichtig. Gute Geschichten ohne Botschaften sind nett, nur mit Aussagewert können sie m.E. aber unsterblich werden. Alle drei Disziplinen vorzüglich beherrschte für mich Michael Ende.

Was mein eigenes Schreiben betrifft: Nun denn, bei den längeren Geschichten habe ich ausschließlich auf Unterhaltung abgestellt. Bei kürzeren oder Teilkapiteln, wie bei ThirTeen, habe ich immer wieder das Bestreben, eine Aussage zu treffen. Leider fällt diese, nach meinem Eindruck, bei mir noch ein wenig zu plump und deutlich aus. Aber ich arbeite dran;)

Stardust
14.05.2009, 21:38
Wenn diese Botschaften versteckt sind und nicht zu sehr an die Oberfläche treten, stört es mich nicht und ja, ich nehme sie dann nur unbewusst auf.
Aber wenn dann einer mit dem Holzmoralhammer daherkommt und sie offensichtlich darlegt, wird es schlicht und ergreifend langweilig.

...und zu guterletzt fände ich es wenig kindlich.
Erinnert mich an diese Kinderserien dann immer, in denen man dann die Moral offen auf den Tisch legt und solange wiederholt bis es selbst die Kleinsten nicht mehr hören wollen und können.

Ich weiß nicht ob ich meine Moral und Wertvorstellung mit in die Geschichte bringen. Wahrscheinlich schon.
So etwas läuft vermutlich unterbewusst ab.

starkhand
20.05.2009, 15:02
Die einzige Botschaft, die ich in einer Geschichte sehen will, ist jemandes Schicksal. Miterleben ist wichtig, Moral nicht. Wenn mir der Puls hochgeht, weil hinter der nächsten Ecke Gefahr lauert für jemanden, den ich schon nach ein paar Seiten sympathisch finde, dann ist es gut. Alles andere ist uninteressant.

sulaya
04.08.2009, 10:45
Hallo,
ich stimme dir zwar zu, starkhand, jedoch finde ich, dass eine Geschichte auf jeden Fall moralische Aspekte beinhalten muss, die einen zum Nachdenken bringen.
Lg

wortmann
08.08.2009, 20:58
Interessante Diskussion.

Da vielen Werken wahrscheinlich falscherweise Interpretationen beigemessen werden (ich stellte mir schon immer im Deutsch-Unterricht vor, wie stark ein Autor grinsen würde, zu dessen Buch oder Text wir eine ganze Latte von Interpretationen aufgestellt hatten, wobei er nichts davon beabsichtete - und womöglich war seine eigentlich beabsichtigte Moral o.ä. erst garnicht gefunden worden :D -- okay, das ist ebenso Interpretation...), stelle ich die wagemutige These auf, dass nahezu jeder Satz, den man schreibt, willkürlich interpretierbar ist. ;)

So oder so wird eine Geschichte, die ohne jegliche Intentionen verfasst wurde, interpretierbar sein. Probleme könnten auftreten, wenn das interpretierte Gesamtkonstrukt nicht wirklich zusammenpasst - aber das bietet wieder mehr Raum zum Deuten... :D

Interpretieren macht wirklich Spaß. Aber so viel Erfahrung habe ich damit, im Vergleich zu anderen, nicht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man ein ganzes Leben damit verbringen könnte, ein Buch zu deuten und doch würde man vermutlich einiges übersehen haben... oder auch nicht und es dauert nur solange, wie man es liest. :D

Ich lese auch wirklich gern einfach nur leichte Lektüre, die einfach nur Dialoge und Handlungen beinhaltet, die dem Gesetz der Spannung folgt. Spannung ist spannend! :D
von mir aus kann es auch eine Geschichte sein, die einfach nur Begebenheiten in Echtzeit beschreibt, Dialoge sollten meines Erwünschens aber nicht fehlen. ;)

Dicke Wälzer, die schwer zu lesen und noch schwerer zu interpretieren sind, und denen nur sehr schwer zu folgen ist, sind (noch) nichts für mich. Ich lese um zu entspannen (und wenn's dann noch spannend ist, entspannt wenigstens meine Seele dabei, denn man kann ja mal aus der Welt hier entfliehen^^). Es gibt doch kaum schöneres. Gut, Ansichtssache.

Wenn eine Geschichte eine Botschaft hat, ist das natürlich nicht schlimm. Im Gegenteil. Aber nicht unbedingt besser (für mich) als eine ohne. Hat se eine, isset jut. Wenn nicht, dann isset auch jut! ;)

Koboldkind
09.08.2009, 15:10
(Wenn überhaupt kommen da nur 2 Leserbezogene Fragen: 1. Rede ich gerade von irgendetwas, dass ich noch nie zuvor Erläutert habe? [Ist das als außenstehender Verständlich?] und 2. Wie verteile ich welche Information und welche Handlung, sodass es Leserlich, möglichst wenig belehrend und halbwegs spannend wird.)
Stimmt, das ist auch das, woran ich beim Schreiben selbst denke. Ob meine Geschichte eine Botschaft hat, ergründe ich dann zwischendurch selbst, denn bewusst baue ich keine Botschaft ein. Wichtig sind die Charas und ihre Handlung, das ist schon Botschaft genug.

Mein erster Gedanke, als ich meinen Roman anfing zu schreiben war: Intoleranz. Mein ganzes Buch fußt auf diesem Wort, ich spiele damit und setzte es ein wo immer es geht. Ich denke kein andere Faktor in dieser Welt beeinflußt die breite Masse wie Intoleranz. Ich möchte dem Leser keine lösungen aufzeigen oder Moralisch kommen, ich erzähle einfach nur die Geschichte aus der Sicht meiner Charaktere, schlussfolgern muss der leser selber.
So könnte ich es auch eher beschreiben. Es gibt Themen, die ich in der Geschichte einbauen will, wie Umgang der Rassen miteinander, wie verändert der Krieg die Menschen und Kultur, wie kann man in einer Notsituation an seinen Zielen festhalten?
In einer anderen Geschichte ist das Hauptthema "Familie, in die man geboren wird, die man hat und die man gründet". Aber das ist keine Botschaft, das ist nur der Schwerpunkt.

Ich lese die Geschichten nicht nach Botschaften, dei Botschaften vermitteln sich über die Erkenntnisse der Charaktere, und das muss nicht heißen, dass ich diese Erkenntnis teile. Auf Fabeln stehe ich sowieso nicht.