Saniya
06.10.2008, 22:49
Ich traue mich jetzt auch mal ... Für ehrliche Kritik wäre ich Euch sehr dankbar :) Nun denn. *etwas nervös sei*
Warum?
Ich liege da. Hellwach und schweißgebadet. Meine Augen blicken ins Leere. In die Dunkelheit. Mein Brustkorb hebt und senkt sich unaufhaltsam - viel zu schnell. Ich spüre wie mein Herz einen Trommelwirbel ausübt, der das heftige Pochen bis in die Halsadern befördert. Die scheinbar undurchdringliche Dunkelheit um mich herum versucht mich zu erdrücken. Auch das schwache Licht der Sterne am Himmel vermag kaum, diese Dunkelheit zu besiegen. Ich sehe nichts. Fast nichts. Also schließe ich die Augen. Und da sind sie wieder. Die Bilder, die sich seit Tagen schon in mein Gehirn gefressen haben. Wie Zecken haben sie sich eingenistet und lassen mich nicht mehr los. Wann ist es endlich vorbei?
Die Zeit erscheint mir ewig, wie ich so da liege. Doch langsam – ganz langsam - kehren meine Gedanken in die Realität zurück. Und langsam – ganz langsam gewöhnen sich meine Augen an die beklemmende Dunkelheit, die mich die ganze Nacht umzingelt hat. Die Dämmerung beginnt und die ersten Sonnenstrahlen nehmen den Kampf auf. Den Kampf gegen die Dunkelheit, die mich nicht frei geben will. Warum auch? Doch die Sonnenstrahlen sind es, die letzten Endes als Sieger hervorgehen. Wie jeden Morgen. Wie nach jeder dunklen Nacht. Ich muss zur Arbeit.
Die Haustür quietscht seit der letzten Woche besonders laut. Zumindest kommt es mir so vor. Ich kneife die Augen zusammen. Die Bilder der Nacht fallen schon wieder über mich her. Wie grelle Blitze durchzucken sie mein Gehirn. Wann hört das endlich auf? Mein Kopf schmerzt. Doch ich muss zur Arbeit. Langsam tragen mich meine Füße die Treppe hinunter, durch den Vorgarten und vorbei an der Garage. Ich richte meinen Blick gezielt gerade aus. Wenn ich mich beeile, erwische ich den Bus noch.
Mein Arbeitstag zieht sich heute wieder lange hin. Wie ein Gummi, das man zieht und zieht und das einfach nicht zerreißen will. So ist das schon seit einer Woche. Die Kollegen meiden mich. Sie wissen genau, was passiert ist. Ich kann mich nicht konzentrieren. In den letzten Tagen schweigt das Radio in meinem Büro. Ich brauche es nicht. Ich weiß, wovon sie schon seit einer Woche berichten. Tag für Tag. Ein Skandal. Als ob sie keine anderen Themen hätten. Wann hört das endlich auf?
Es ist still in meinem Büro. Nur das Ticken der Uhr dringt unermüdlich an meine Ohren. TICK-TACK. Immer wieder. Den ganzen Tag. Doch endlich verkünden ihre Zeiger 17 Uhr. Feierabend. Langsam packe ich meine Sachen. Ich will nicht nach Hause. Bald wird es wieder dunkel. Doch ich muss gehen. Was bleibt mir anderes übrig?
Meine Füße tragen mich über die Strasse. Dieses Mal fahre ich nicht mit dem Bus. Der frische Wind tut mir gut. Eine Frau mit einem Kinderwagen kommt mir entgegen. Meine Augen sehen zu Boden. Ich kann ihr nicht in die Augen sehen. Weiter und weiter tragen mich meine Füße. Bald werde ich zu Hause sein. Doch ich weiß genau, was hinter der nächsten Ecke auf mich lauert. Die Sirene eines Polizeiwagens hallt in meinen Ohren. Quietschende Reifen. Ein dumpfer Knall. Wann lassen sie mich endlich in Ruhe? Die Bilder. Die Geräusche. Die Anderen sehen mich an. Sehen die Tränen, die sich unaufhaltsam über mein Gesicht ergießen. Wie erbärmlich ich wohl aussehe? Ich schlage die Hände vors Gesicht. Die Sirene des Polizeiwagens wird lauter und lauter. Ich kann es fast nicht mehr aushalten. So laut. Sie fahren an mir vorbei. Ich wage einen Blick zwischen meinen Fingern hindurch. Sie fahren um die Ecke. Um diese Ecke. Die Ecke, die mir gleich auch nicht erspart bleibt. Wo sie bestimmt auf mich lauert. Wie auch an den Tagen zuvor.
Es bleibt mir nichts anderes übrig. Ich muss weiter gehen. Schritt für Schritt nähere ich mich dieser Ecke. Dieser Stelle. Immer näher und näher. Mein Blick wieder nach unten gerichtet. So sehe ich sie nicht. Ich nehme die Autos wahr, die vorbei rasen. Viel zu schnell. Doch dann höre ich sie. Warum? Sonst sagt sie nichts. Immer nur Warum? Sie steht direkt vor mir. Ich komme nicht umhin, sie anzusehen. Sie war einmal hübsch. So Jung. Und schwanger. Ihr Gesicht, tränendurchnässt wie meines. Und blutig. Blutig. Wie der Rest ihres Körpers. Mit glasigem Blick sieht sie mich fragend an. Warum? Es ist nur ein Wort. Nur eine kleine Frage. Doch ich kann sie ihr nicht beantworten, obwohl allein diese Antwort sie endlich ruhen lassen könnte. Ich sehe sie an und schüttele den Kopf. Mein Blick fällt auf das Holzkreuz am Straßenrand. Warum?
Meine Beine setzen sich in Bewegung. Erst langsam dann immer schneller. Immer schneller laufe ich. Ihr Schluchzen im Nacken. Und ihre ewige Frage. Warum? WARUM? Ich laufe und laufe. Ergreife die Flucht. Die Flucht vor ihr. Die Flucht vor mir selbst. Mein Herz rast. Es pocht in meinen Halsschlagadern. Ich laufe und laufe. Bis ich nicht mehr kann. Und immer noch verfolgen sie mich.
Der blaue Corsa rast um die Ecke. Viel zu schnell. Zu schnell, um auf das reagieren zu können, was hinter der Kurve geschieht. Und dann … Ein dumpfer Aufprall. Ein Schrei. Ihr Schrei. Blut. Überall auf der Windschutzscheibe. Auf der Motorhaube. Passanten am Straßenrand, die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen ...
Und ich stehe da. Den Blick ins Leere gerichtet. Nur ein Wort tritt über meine Lippen: Warum?
Warum?
Ich liege da. Hellwach und schweißgebadet. Meine Augen blicken ins Leere. In die Dunkelheit. Mein Brustkorb hebt und senkt sich unaufhaltsam - viel zu schnell. Ich spüre wie mein Herz einen Trommelwirbel ausübt, der das heftige Pochen bis in die Halsadern befördert. Die scheinbar undurchdringliche Dunkelheit um mich herum versucht mich zu erdrücken. Auch das schwache Licht der Sterne am Himmel vermag kaum, diese Dunkelheit zu besiegen. Ich sehe nichts. Fast nichts. Also schließe ich die Augen. Und da sind sie wieder. Die Bilder, die sich seit Tagen schon in mein Gehirn gefressen haben. Wie Zecken haben sie sich eingenistet und lassen mich nicht mehr los. Wann ist es endlich vorbei?
Die Zeit erscheint mir ewig, wie ich so da liege. Doch langsam – ganz langsam - kehren meine Gedanken in die Realität zurück. Und langsam – ganz langsam gewöhnen sich meine Augen an die beklemmende Dunkelheit, die mich die ganze Nacht umzingelt hat. Die Dämmerung beginnt und die ersten Sonnenstrahlen nehmen den Kampf auf. Den Kampf gegen die Dunkelheit, die mich nicht frei geben will. Warum auch? Doch die Sonnenstrahlen sind es, die letzten Endes als Sieger hervorgehen. Wie jeden Morgen. Wie nach jeder dunklen Nacht. Ich muss zur Arbeit.
Die Haustür quietscht seit der letzten Woche besonders laut. Zumindest kommt es mir so vor. Ich kneife die Augen zusammen. Die Bilder der Nacht fallen schon wieder über mich her. Wie grelle Blitze durchzucken sie mein Gehirn. Wann hört das endlich auf? Mein Kopf schmerzt. Doch ich muss zur Arbeit. Langsam tragen mich meine Füße die Treppe hinunter, durch den Vorgarten und vorbei an der Garage. Ich richte meinen Blick gezielt gerade aus. Wenn ich mich beeile, erwische ich den Bus noch.
Mein Arbeitstag zieht sich heute wieder lange hin. Wie ein Gummi, das man zieht und zieht und das einfach nicht zerreißen will. So ist das schon seit einer Woche. Die Kollegen meiden mich. Sie wissen genau, was passiert ist. Ich kann mich nicht konzentrieren. In den letzten Tagen schweigt das Radio in meinem Büro. Ich brauche es nicht. Ich weiß, wovon sie schon seit einer Woche berichten. Tag für Tag. Ein Skandal. Als ob sie keine anderen Themen hätten. Wann hört das endlich auf?
Es ist still in meinem Büro. Nur das Ticken der Uhr dringt unermüdlich an meine Ohren. TICK-TACK. Immer wieder. Den ganzen Tag. Doch endlich verkünden ihre Zeiger 17 Uhr. Feierabend. Langsam packe ich meine Sachen. Ich will nicht nach Hause. Bald wird es wieder dunkel. Doch ich muss gehen. Was bleibt mir anderes übrig?
Meine Füße tragen mich über die Strasse. Dieses Mal fahre ich nicht mit dem Bus. Der frische Wind tut mir gut. Eine Frau mit einem Kinderwagen kommt mir entgegen. Meine Augen sehen zu Boden. Ich kann ihr nicht in die Augen sehen. Weiter und weiter tragen mich meine Füße. Bald werde ich zu Hause sein. Doch ich weiß genau, was hinter der nächsten Ecke auf mich lauert. Die Sirene eines Polizeiwagens hallt in meinen Ohren. Quietschende Reifen. Ein dumpfer Knall. Wann lassen sie mich endlich in Ruhe? Die Bilder. Die Geräusche. Die Anderen sehen mich an. Sehen die Tränen, die sich unaufhaltsam über mein Gesicht ergießen. Wie erbärmlich ich wohl aussehe? Ich schlage die Hände vors Gesicht. Die Sirene des Polizeiwagens wird lauter und lauter. Ich kann es fast nicht mehr aushalten. So laut. Sie fahren an mir vorbei. Ich wage einen Blick zwischen meinen Fingern hindurch. Sie fahren um die Ecke. Um diese Ecke. Die Ecke, die mir gleich auch nicht erspart bleibt. Wo sie bestimmt auf mich lauert. Wie auch an den Tagen zuvor.
Es bleibt mir nichts anderes übrig. Ich muss weiter gehen. Schritt für Schritt nähere ich mich dieser Ecke. Dieser Stelle. Immer näher und näher. Mein Blick wieder nach unten gerichtet. So sehe ich sie nicht. Ich nehme die Autos wahr, die vorbei rasen. Viel zu schnell. Doch dann höre ich sie. Warum? Sonst sagt sie nichts. Immer nur Warum? Sie steht direkt vor mir. Ich komme nicht umhin, sie anzusehen. Sie war einmal hübsch. So Jung. Und schwanger. Ihr Gesicht, tränendurchnässt wie meines. Und blutig. Blutig. Wie der Rest ihres Körpers. Mit glasigem Blick sieht sie mich fragend an. Warum? Es ist nur ein Wort. Nur eine kleine Frage. Doch ich kann sie ihr nicht beantworten, obwohl allein diese Antwort sie endlich ruhen lassen könnte. Ich sehe sie an und schüttele den Kopf. Mein Blick fällt auf das Holzkreuz am Straßenrand. Warum?
Meine Beine setzen sich in Bewegung. Erst langsam dann immer schneller. Immer schneller laufe ich. Ihr Schluchzen im Nacken. Und ihre ewige Frage. Warum? WARUM? Ich laufe und laufe. Ergreife die Flucht. Die Flucht vor ihr. Die Flucht vor mir selbst. Mein Herz rast. Es pocht in meinen Halsschlagadern. Ich laufe und laufe. Bis ich nicht mehr kann. Und immer noch verfolgen sie mich.
Der blaue Corsa rast um die Ecke. Viel zu schnell. Zu schnell, um auf das reagieren zu können, was hinter der Kurve geschieht. Und dann … Ein dumpfer Aufprall. Ein Schrei. Ihr Schrei. Blut. Überall auf der Windschutzscheibe. Auf der Motorhaube. Passanten am Straßenrand, die Augen vor Entsetzen weit aufgerissen ...
Und ich stehe da. Den Blick ins Leere gerichtet. Nur ein Wort tritt über meine Lippen: Warum?