Conan
20.10.2008, 21:21
Der Medicus
Autor: Noah Gordon
Erschinen: 1986
Originaltitel: The Physician
Umfang: 694 Seiten / 7 Kapitel
Kurzbeschreibung:
Rob Jeremy Cole ist gerade neun Jahre alt, als er im Jahre 1021 von einem fahrenden Bader als Gehilfe angenommen wird. Dieser ist nicht nur ein Genie, was den Verkauf seiner Elexiere und das Behandeln verschiedener Leiden anbetrifft, sonder auch ein großer Lebenskünstler. Der Bader lehrt Rob jedoch nicht nur die Grundlagen der Heilkunst, sondern auch die Furcht vor der katholischen Kirche, da Bader in jenen Tagen häufig als Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Eines Tages hört Rob von der berühmten medizinischen Akademie in Isfahan und beschließt, nach Persien zu pilgern und Arzt zu werden. Doch seine Reise dorthin dauert Jahre, und schließlich verbringt er eine lange Zeit als "Jude" unter den islamischen Einwohnern Isfahans, um sich endlich zum Medicus ausbilden zu lassen...
Der Medikus ist trotz einiger kleiner Schwächen alles in allem ein guter historischer Roman. Die Geschichte ist interessant und es hat mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Es entsteht ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit, da die Lebensweise von verschiedenen Kulturen im Jahre tausend n.Chr. detailliert beschrieben werden. Die Geschichte handelt in der Zeit des dunklen Mittelalters, in einer Zeit der Unwissenheit, des Aberglaubens und sie spielt auch in einer Welt der großen Konflikte, die von drei mächtigen Religionen ausgehen.
Viele Details und besonders die Umstände der Reise von Jeremy Cole sind präzise herausgearbeitet. Eine Menge historischer Recherche steckt sicher im ersten Drittel des Buches, was ein sehr anschauliches Bild des Lebens im mittelalterlichen England gibt. Und auch was die Informationen über die damalige Medizin angeht, über die Sitten und Gebräuche, vor allem der Juden und der persischen Bevölkerung, bis hin zu Kleidung und Ernährungsgewohnheiten - da hat der Autor m.E. seine Sache sehr gut gemacht. Die Geschichte wird somit lebhaft und glaubwürdig geschildert, so das keine Fragen offen bleiben und man kann sich die Handlung immer sehr gut vorstellen.
Nur in wenigen Fällen scheint das "Schicksal" in dieser Welt für mich nicht ganz nachvollziehbar zu sein. Denn zum einen kommt m.E. die Hauptperson gegenüber den anderen Charakteren immer etwas zu gut durch´s Leben und zum andern hat er vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle etwas Glück zuviel gehabt. Das mindert in meinen Augen etwas die Glaubwürdigkeit.
Auch gibt es ein paar kleinere historische Fehler, in Sachen Länder und Landesgrenzen in der damaligen Zeit - an dieser Stelle hätte etwas mehr Recherche sicher ganz gut getan. Und zum Schluss verliert die Handlung dann leider doch ein wenig an ihrer sonst sehr hohen Qualität. Besonders zum Ende hin hätte ich dann doch noch etwas mehr erwartet, oder mir zumindest gewünscht, das die Geschichte doch noch irgendwie einen anderen Verlauf nimmt.
Aber egal, darüber kann ich letzendlich hinwegblicken... Insgesamt sind das für mich alles nur kleine Kritikpunkte, die meinen Lesespass an diesem Roman im großen und ganzen nicht sonderlich unterbrochen haben.
Fazit: Es ist wirklich ein sehr gutes Buch, leicht verständlich geschrieben und dennoch sehr bildlich dargestellt. Und für einige Leser hier, die sich vielleicht etwas mehr mit historischen Romanen beschäftigen wollen, ist "Der Medicus" eine gute Einsteigerlektüre, die ich nur weiterempfehlen kann.
Es gibt außerdem noch zwei Fortsetzungen (Der Schamane & Die Erben des Medicus), die ich jedoch noch nicht gelesen habe. Die beiden sollen, soweit ich weiß, jedoch nicht ganz so erfolgreich gewesen sein wie der Vorgänger selbst.
Autor: Noah Gordon
Erschinen: 1986
Originaltitel: The Physician
Umfang: 694 Seiten / 7 Kapitel
Kurzbeschreibung:
Rob Jeremy Cole ist gerade neun Jahre alt, als er im Jahre 1021 von einem fahrenden Bader als Gehilfe angenommen wird. Dieser ist nicht nur ein Genie, was den Verkauf seiner Elexiere und das Behandeln verschiedener Leiden anbetrifft, sonder auch ein großer Lebenskünstler. Der Bader lehrt Rob jedoch nicht nur die Grundlagen der Heilkunst, sondern auch die Furcht vor der katholischen Kirche, da Bader in jenen Tagen häufig als Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
Eines Tages hört Rob von der berühmten medizinischen Akademie in Isfahan und beschließt, nach Persien zu pilgern und Arzt zu werden. Doch seine Reise dorthin dauert Jahre, und schließlich verbringt er eine lange Zeit als "Jude" unter den islamischen Einwohnern Isfahans, um sich endlich zum Medicus ausbilden zu lassen...
Der Medikus ist trotz einiger kleiner Schwächen alles in allem ein guter historischer Roman. Die Geschichte ist interessant und es hat mir Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Es entsteht ein sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit, da die Lebensweise von verschiedenen Kulturen im Jahre tausend n.Chr. detailliert beschrieben werden. Die Geschichte handelt in der Zeit des dunklen Mittelalters, in einer Zeit der Unwissenheit, des Aberglaubens und sie spielt auch in einer Welt der großen Konflikte, die von drei mächtigen Religionen ausgehen.
Viele Details und besonders die Umstände der Reise von Jeremy Cole sind präzise herausgearbeitet. Eine Menge historischer Recherche steckt sicher im ersten Drittel des Buches, was ein sehr anschauliches Bild des Lebens im mittelalterlichen England gibt. Und auch was die Informationen über die damalige Medizin angeht, über die Sitten und Gebräuche, vor allem der Juden und der persischen Bevölkerung, bis hin zu Kleidung und Ernährungsgewohnheiten - da hat der Autor m.E. seine Sache sehr gut gemacht. Die Geschichte wird somit lebhaft und glaubwürdig geschildert, so das keine Fragen offen bleiben und man kann sich die Handlung immer sehr gut vorstellen.
Nur in wenigen Fällen scheint das "Schicksal" in dieser Welt für mich nicht ganz nachvollziehbar zu sein. Denn zum einen kommt m.E. die Hauptperson gegenüber den anderen Charakteren immer etwas zu gut durch´s Leben und zum andern hat er vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle etwas Glück zuviel gehabt. Das mindert in meinen Augen etwas die Glaubwürdigkeit.
Auch gibt es ein paar kleinere historische Fehler, in Sachen Länder und Landesgrenzen in der damaligen Zeit - an dieser Stelle hätte etwas mehr Recherche sicher ganz gut getan. Und zum Schluss verliert die Handlung dann leider doch ein wenig an ihrer sonst sehr hohen Qualität. Besonders zum Ende hin hätte ich dann doch noch etwas mehr erwartet, oder mir zumindest gewünscht, das die Geschichte doch noch irgendwie einen anderen Verlauf nimmt.
Aber egal, darüber kann ich letzendlich hinwegblicken... Insgesamt sind das für mich alles nur kleine Kritikpunkte, die meinen Lesespass an diesem Roman im großen und ganzen nicht sonderlich unterbrochen haben.
Fazit: Es ist wirklich ein sehr gutes Buch, leicht verständlich geschrieben und dennoch sehr bildlich dargestellt. Und für einige Leser hier, die sich vielleicht etwas mehr mit historischen Romanen beschäftigen wollen, ist "Der Medicus" eine gute Einsteigerlektüre, die ich nur weiterempfehlen kann.
Es gibt außerdem noch zwei Fortsetzungen (Der Schamane & Die Erben des Medicus), die ich jedoch noch nicht gelesen habe. Die beiden sollen, soweit ich weiß, jedoch nicht ganz so erfolgreich gewesen sein wie der Vorgänger selbst.