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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lyrik Am Frühstückstisch


RickyLee
03.11.2008, 21:05
Am Frühstückstisch

Es trafen sich am Frühstückstisch
Bei Cornflakes, Corned Beef und Fisch
Eine Runde aus Personen,
Genies und auch Professoren
Schwer verschlafen, sich zu stärken
Erst physisch, um dann psychisch zu werken

Die Astrologin las die Zukunft der Sterne,
(Wenn sich auch nur Zimtsterne fanden,)
Denen bestimmt war, in nicht allzu weiter Ferne,
Dass sie dann allesamt in ihrem Magen landen.
Für den Psychologen ein Rührei,
Für den Physikus Haferbrei,
Cornflakes für den Sarkasten,
Das Corned Beef ging zulasten
Des Literaten seines Gewichts.
„Man gönnt sich ja sonst nichts...!“
Der Herr Doktor (- als Obstesser) :
„Naja, ich weiß das ja eigentlich besser...“
Es frühstücken alle, im stehen, sitzen, liegen
Kurzum:
Es sind alle zufrieden.

Nur der Dichter stand dann auf,
Es wurd Zeit für seine Od´ an den Morgen!
Der Sarkast ließ sich gerade nieder
Ließ dem Augenroll´n freien Lauf
„Och nee, nich der schon wieder..
Wird mir so früh schon alles verdorben?“

„Oh Morgenrot, oh Morgenrot“
So sprach der blonde Knilch
Der Literat griff noch ein Brot
Die Astrologin griff zur Milch
„Sonnenhimmel, weite Wiese
der Schäfchenwolken, so heiter...“
Nicht, dass sich davon
Irgendjemand stören ließe...
Und der Dichter dichtete weiter.

So begann es jeden Tag.
Nur der Sarkast hatt´ was dagegen
Während er sein Müsli kaute
„Dichtkunst“, murmelt´ er: „Von wegen“
Und der Dichter griff zur Laute.
Denn nun ging es richtig ab...!
Schlag der Wimpern,
Kurzes Klimpern:

„mmmorgenrrrrRRRRROOOOOT!“
Verzerrtes Gesicht.
„mmmorgenrrrrRRRRROOOOOT!“
Gepeinigtes Zischen
„Du wunderbar entzückendes...“
Gefletschtes Gebiss
„Und mich ganz und gar beglückendes...“
Und der Löffel dazwischen
„MORGEN-“
„SO GEHT DAS DOCH NICHT!“

„Herr Sarkast, ihr stört mein Lied“
Meint der Dichter ganz pikiert.
„Oh Tschuldigung, war nur Absicht“
Doch der Poet hört es nicht.
„Ich fang nochmal an,
Dann verpasst es auch keiner“
Der Sarkast sagt: „Oh mann,
ertränkt mich mal einer?“
„Hör auf damit, kindisches Zeug!
Keinen Sinn für Gedichte,
die heutigen Leut !
Hört, was ich berichte...!“
„Du redest genug und singst mir zuviel
Du sei jetzt mal still oder entweder
Mach ich mit bei dem Spiel
Denn reimen kann jeder!“
„Blasphemie!
Dafür leg ich dich in Ketten!
Und Agonie...!“
„Wollen wir wetten?“
Unterbricht der Sarkast
„Fein, wenn das was bringen soll...
was ist dann der Einsatz?“
Meint der Dichter voll Groll.
„Schaff ich keine 5 Reime am Stück,
so hör ich dir zu, und zwar gut.
Jeden Tag beim Frühstück.
-Selbst wenn ich aus den Ohren blut...!
Du machst den Anfang, ich mach den Reim
Schaff ich´s, lässt du das Geklimper sein.“

Das Geklapper verstummt, es wird still in der Rund
Ein jeder nimmt Messer und Gabel aus dem Mund
Die beiden knacksen die Finger,
der Dichter denkt dabei:
Hah, in den metaphorischen Zwinger
Setz ich die Maulerei!
„Einst ging ich in den Laden hinein...“
Beginnt der Dichter.
Alle warten.
Die Zeit läuft weiter.
Die Astrologin legt Karten.
„Soll das alles gewesen sein?
Oder fällt dir nichts besseres ein?“ (1)
„Das war nur der Anfang, pass nur auf!“
So nimmt das Reimen seinen Lauf.

„Über den Wolken, die gute Frau Holle
Schüttelte Decken aus Feder und Wolle
Einst stand sie auf dem Sonnenhügel...“
„Wie bitte? Sonnenhügel?
Mir wird gleich übel!
Hast du nur Kitsch im Sinn
Und kriegst nichts besseres hin?“ (2)
„Gut, dann wieder anders!
In meinem Garten stehen
Rosensträucher und Limetten...“
„Disteln, Dornen und auch Kletten. (3)
Total vetrocknete Bäume,
blühen nur in deinen Träumen!
So einem unfähigen Wicht,
Liegt die Gartenarbeit sicher nicht.“
Der Dichter brummt nun ganz erbost,
(und sein Gesicht ist auch schon rot)
„Du bist nur fies und gemein!“
„Ohhh, was für ein verletzender Reim...“ (4)
„Gut, hör, was ich als letztes Sage,
denn das ist die entscheidende Frage...
Nenn mir einen Reim auf ORANGE!
Jetzt kannst du abdanken!“
„Achwas, ist doch leicht...“
Doch er verstummt in Gedanken
„Ha! Das hat sich nicht gereimt!“
„Hey! Bin als Dichter ICH gemeint (5!)
oder du?
Pardon... hab halt kein Talent dazu :D

Puh, für die fünf hat´s grad noch gereicht...“


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So, bevor ihr mit Feedback gebt, geb ich mir mal selbst Feedback...
Also ihr habt es überhaupt und sowieso nur Mim zu verdanken, dass ich das hier hochlade... *in Richtung Mim wink*

Denn meiner Meinung ist das Reimschema ziemlich... fürn Popo.
Zudem passt ein Sarkast nicht so recht an den Tisch... es sei denn, er ist vielleicht Kritiker, die kommen auch, wenn man sie nicht bittet :D

Außerdem endet das alles n bisschen abprubt. Muss nicht schlecht sein, aber das tut es halt...

So, jetzt kennt ihr meine Meinung, ich bin gespannt auf eure ^^

Nightfarer
04.11.2008, 11:06
Ich finde das Gedicht eigentlich gut. Aber du hast Recht, das Reimschema ist irgendwie komisch, auch wenn es zugleich genial.

Die Story allein ist lustig und gut. Da Reimen ist auch ok, auch wenn ich meine manches reimt sich nicht. Aber das muss ja nichts heißen, mir fallen sowieso immer die Reime manchmal nicht auf.

Insgesamt ist das Gedicht ganz gut. Daumen hoch!

Rincewind
05.11.2008, 10:46
Doch der Inhalt ist super und es ist auch sprachlich so umgesetzt, dass es sehr lustig wirkt.

Die einzige Kritik, die man anbringen kann, hast du ja schon selbst genannt. Häufiger im Text bleibt man im Lesefluss stecken, da das Reimschema oder die Metrik manchmal nicht ganz stimmen.

Insgesamt, aber auf jeden Fall lesenswert und die Idee an sich ist schon ziemlich genial.

Rincewind

Cullabay
05.11.2008, 13:06
Naja, ich hätte es wohl nicht hochgeladen. Die Idee ist gut, weil witzig, erinnert ein wenig an Wilhelm Busch aaaber...

Das Reimschema ist noch garnicht das Problem sondern die Metrik. Es hat keinen Rhythmus, immer wieder stolpert man über die Worte. Das ermüdet dermaßen, dass es bald keinen Spass mehr macht und man sich bis zum Ende quält.
Versuch es nochmal zu überarbeiten. Lies vorher ein bisschen Wilhelm Busch und Eugen Roth. Dir fallen zu vielen Zeilen bestimmt viel Bessere Worte ein, die in den Leserhythmus passen.

RickyLee
05.11.2008, 20:59
Hjaaa... Gedichte sind irgendwie nicht so ganz meins...
Ich bin schon froh, wenn sie sich reimen, wenn ich dann auch noch Metren beachten muss, verzweifle ich. Vermutlich fehlt mir zum Dichten die Geduld.
(ich esse schnell, ich schreibe schnell, ich zeichne schnell... ich bin ein Hochgeschwindigkeitszombie)

Aber gut, für Geburtstage und zur persönlichen Unterhaltung reichts es aus ^^

Cullabay
07.11.2008, 12:01
Gedichte müssen sich ja nicht unbedingt reimen. Dein anderes Gedicht hier im Forum ist viel besser. Da sitzen die Worte richtig und treffen.
Wenn man aber auch Reime schreiben will muss man denke ich mit kürzeren Sachen anfangen. Sonst wird es zu schwierig.