PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Feedback Feedback zu "Aschkantul"


Lythande
18.11.2008, 18:50
Hallo an alle fleißigen Leserinnen und Leser,

hier könnt ihr jede positive und verbessernde Kritik reinstellen.

Ich freue mich, wenn ihr die Muße und viel Spaß habt, meinen Roman zu lesen, dessen erste Kapitel ich nun veröffentliche.

Eines kann ich euch versichern: Der Anfang ist NICHT das Ende! Es gibt viele Wenden in dieser so mystisch-magisch anmutenden Geschichte, die den Leser zum Träumen einlädt und ihn in die geheimnisvolle Welt der Sphären entführt, in denen das Dunkel oft nicht das Negative und das Negative nicht das Ende bedeutet.

Warin
21.11.2008, 18:55
Liebe Lythande,

lange Texte haben es oft schwer in diesem Forum, deshalb sei bitte nicht traurig, wenn nicht so schnell und zahlreich Feedback kommt, wie du dir das vielleicht erhofft hast. Da du selbst gut und oft Feedback gibst, habe ich mich gerne mal intensiv mit dem Beginn deines Romans auseinandergesetzt.

Direkt aufgefallen ist mir, dass er mit viel Liebe und Sorgfalt entstanden zu sein scheint, was ich insbesondere an der sorgfältigen Sprache und der umfangreich und bis ins kleinste Detail entwickelten Welt festmache.

Was mich sprachlich ein wenig gestört hat, ist der Adjektivgebrauch. Unbeschreiblich, gewaltig, nochmal gewaltig, urgewaltig, riesig, ich weiß, was du damit sagen willst, doch diese Häufung wirkt auf mich ein wenig störend. Genauso wie der wiederholte Gebrauch von Farbadjektiven, davon hätte ich mir weniger gewünscht.
Mehr gewünscht hätte ich mir von "show don't tell". Als Beispiel mal folgende Szene: Der Saal, in den Galadir den dunkelgekleideten Mann führte war düster. Er war in gotischer Bauweise errichtet, die Fenster waren hoch und spitz und die Decke gewölbt mit mythischen Szenen bemalt. Im rechten Schiff des Kathedralenraumes befand sich ein massiver Tisch mit Stühlen darum. An den Wänden entlang waren Bänke aufgestellt, auf denen eine Menge sehr edel und wohlhabend gekleideter Leute saßen.Mir ist das zu beschreibend, was empfindet Galadir beim Betreten des Saals, wie nimmt er, der sicher schon hunderte mal in diesem Saal war, die Decken und die Fenster wahr, was bedeuten sie für ihn? Das würde die Szene m.E. lebendiger machen.

In langen Abschnitten lieferst du sehr viel Hintergrundinformationen zu deiner Welt. Doch diese unterbrechen die Handlung und wirken auf mich... nun ja, teilweise etwas dozierend. Beispiel: Der Abschnitt, der hinter Hier zum Verständnis: kommt. Das ist zu viel für mich an dieser frühen Stelle. Lieber würde ich diese Welt nach und nach entdecken, z.B. auf Ilah und El's Reise(n).

Was mir bislang noch schwer fällt, ist einen roten Handlungsfaden zu entdecken, das Ganze erinnerte mich mehr an einen schnellen Zusammenschnitt von Szenen, die ineinanderfließen, ohne wirklich dramaturgisch verbunden zu sein. Wahrscheinlich hilft dir dieser Vergleich wenig, aber die Geschichte erinnerte mich an ein Musikvideo von Gigi D'Agostino "La Passion", in dem viele zusammenhanglose Szenen in einer Folge von Kameraschwenks aneinandergereiht werden (ziemlich beeindruckend übrigens). Dass El in seinem Reich bei einem Spaziergang einen Lustgarten findet, von deren Existenz er bislang nichts wußte, hat mich vor ein kleines Logikproblem gestellt, vielleicht liegt's aber auch daran, dass ich nicht sorgfältig genug gelesen habe. Raffiniert finde ich dagegen, wie du bislang mit der unterschwelligen Erotik gespielt hast. Ich werde auf jeden Fall ein Auge darauf behalten, ob es im Sinne der Forenregeln jugendfrei bleibt*lol*

Kleinigkeiten:


"kamen aus der Ursuppe der Materie Lebewesen hervor, die fingen an, die Sterne zu bevölkern und begannen, sich dort zu entwickeln." -> besser: "die anfingen, die Sterne zu bevölkern und sich dort zu entwickeln."
"Sie waren die Urbrüder der Kraft, die in den Mythen oft als die Brüder erschienen" -> Wiederholung von "Brüder" vermeiden
"Also ich freue mich tierisch, du nicht auch?“ (...) Ilah, die Magierkönigin freute sich tierisch auf das Ritual -> also das umgangssprachliche "tierisch" kam mir jetzt sehr fremd in dem sonst so sorgfältigen deutsch des Romanes vor, oder wolltest du damit einen besonderen Akzent auf Ilahs Lockerheit setzen?

Lythande
21.11.2008, 20:49
Hallo Warin,

danke dir für dein Feedback.
Mir ist klar, dass nicht jeder sofort einen so langen Text durchliest, aber das war mir bewusst.

Ich werde deine Anmerkungen berücksichtigen und die Story zum hunderttausendsten Mal überarbeiten. Da kaut man schon lange dran, aber beim ersten Mal schreiben fließen die Worte so schnell, dass man schon mal das Eine oder Andere vergisst.

zu deinem Problem mit dem handlungsfaden: Es wird später noch eine Wendung geben, die den Handlungsverlauf gründlich beeinflussen wird. Es liegt vielleicht daran, dass mein Roman schon sehr lange ist und daher ich erst einmal die Welt beschreiben muss und einen kleinen Einblick in die magischen Kulte geben werde. magie spielt in meinem roman eine wichtige Rolle und soll den Leser in diese Atmosphäre führen, ihn auch mit den für dich störenden Beschreibungen bildlich beeinflussen und eine innere Vision dieser Welt geben. Vielleicht gebe ich der Szene im Saal noch ein paar würzende Sätze hinzu, die Galadirs Gedanken beschreiben und eben seine Eindrücke, wie du es mir empfohlen hast.

Zu "tierisch": Ja, das sollte ein Hinweis sein, dass Ilah das ganze mit äußerster Gelassenheit und größter Aufregung sah.

...der Lustgarten... der ist noch ein Ort, an dem jemand in Erscheinung tritt, der die Steine gewaltig ins Rollen bringt...
Mehr verrate ich aber nicht.

Ich danke dir auch für die kleine Auflistung der Sätze, die du anders schreiben würdest, aber hoffe, dass meine Story nicht in Kleinstteile zerpflückt wird, denn damit tu ich mich meist sehr schwer. Ich kopier mir das ganze Feedback raus und werde es als Stichpunktzettel für die Überarbeitung verwenden. Das hilft schon gewaltig!

Bin auf weitere Gedanken und Reaktionen sehr gespannt.

Gruß
Lythande

Hallo nochmal Warin,

so, jetzt hab ich sogar - ganz im Gegensatz zu sonst - fast alles brav befolgt, was du kritisiert hast. *absolute Ausnahme*
Wenn du Lust hast, lese dir nochmals den Anfang des ersten kapitels durch und sage, ob jetzt die Stimmung, in der Galadir sich befindet, besser rüberkommt.

Gruß
Lythande

Rincewind
23.11.2008, 14:42
Hey, ich hatte gerade leider nicht die Zeit, den gesamten Text zu lesen, was ich aber auf jeden Fall noch tun werde.

Bisher gefällt mir der Schreibstil sehr gut und einfach nur genial finde ich das Springen zwischen den Handlungssträngen, die immer wieder aufs neue neugierig machen und der Fantasie viele Anreize bieten.

Damit solltest du es jedoch nicht übertreiben ;). Das Maß, das du hier verwendest ist angemessen.
Ich bin generell ein großer Fan Geschichten, die erst zwischen Handlungen hin und herspringen bevor sie dann nach und nach geschickt zusammengeführt werden.

Ich hoffe diese Zusammenführen wird dir im Laufe der Geschichte gelingen.

Also bisher:
Daumen hoch :D

Rincewind

PoiSonPaiNter
04.10.2009, 14:00
Soooo....ich habs jetzt endlich geschafft die Notizen, die ich schon mal vor Monaten angefangen hatte weiter zu machen und in Text zu fassen. XD
Aber: Genauso wie Rincewind bin ich noch nicht durch und werde mir Abschnitt für Abschnitt in Ruhe vornehmen, wenn du nichts dagegen hast.

Hier meine Meinung zum Prolog:

Wie Warin schon sagte ist die Wiederholung von einigen Dingen recht störend und für mich an den meisten Stellen auch verwirrend. Vielleicht bin ich aber einfach nur zu dumm sie zu verstehen...:)
Ein paar Sätze dir mir zum Beispiel aufgefallen sind:

Aus der Hitze wurde Materie, aus der Materie flogen gewaltige Explosionen. Es bildeten sich heiß glühende Massen, die durch den nun hellen Raum schossen. Zum einen kann ich mir die Explosionen nicht vorstellen, zum anderen hört es sich so an als wenn du den gleichen Vorgang doppelt beschreibst - nur mit anderen Worten.

Aus der sich ausbreitenden Materie wurden Sterne, Monde, heiße Sonnen und eiskalte Planeten. Manche kühlten in einer gewaltigen Entfernung bereits ab, Hier stellt sich mir die Frage "Wie können sich eiskalte Planeten abkühlen?"

Viele Sterne und Planeten waren entstanden, geworden aus dem füllereichen Willen der Urkraft des Seins. Würde hinter entstanden nen Punkt machen...

Die Sterne bestanden zunächst nur aus Gestein und Magma, aus Eis oder Wüsten, doch mit der unendlichen Zeit, die es im Raum gab, kamen aus der Ursuppe der Materie Lebewesen hervor, die fingen an, die Sterne zu bevölkern und begannen, sich dort zu entwickeln. Ein nahezu unverständlicher Monstersatz und irgendwie wieder der gleiche Inhalt den du oben auch schon angesprochen hast...
Achja und "Wüste" würde ich durch Sand ersetzen, so passt sie nicht so ganz in die Reihe ;)

Die verschiedenen Sphären waren geschaffen und alle waren unterschiedlich: die einen voller heißer Wüsten und mehreren Sonnen und Monden, die anderen wurden von Dschungel und Sümpfen bedeckt, wieder andere waren bergig und kühl und wieder andere Sphären bestanden aus merkwürdigem Gestein und allerlei Pflanzen, die es sonst nirgendwo gab. Was ist für dich eine Sphäre? Kann es sein, dass du Sphäre mit Planet gleichsetzt? So hört sich das irgendwie an...
Wenn ich mich richtig an meinen Geografieunterricht erinnere, dann sind Sphären die Schichten der Erdatmosphäre. Deswegen stell ich mir gerade eine "Luftschicht" vor in der eine Wüste schwebt...oder ein Dschungel...wenn du verstehst was ich meine...
Würde auch vorschlagen den Satz ein bisschen zu kürzen, also ein paar Punkte einzufügen und wenn ich mich nicht irre wird "Die" nach dem Doppelpunkt groß geschrieben, weil da ein ganzer Satz kommt.

Doch in dem Raum kühlte es ab und es wurde außerhalb der sphärischen Bereiche und der heißen Sonnen dunkel und leer. Was ist "es"? Hab ich das nicht mitbekommen oder meintest du "kühlte es sich ab"?

Es war ein Urgefühl von Polarität in den Wesenheiten, die dort standen, lauernd, bedrohend, den anderen bei der geringsten Bewegung auslöschend. Auch hier würde ich einen Punkt setzen und zwar hinter "standen"

Der eine absorbierte Licht, der andere reflektierte es, doch beide wussten, dass sie eine Einheit bildeten. Irgendwie verstehe ich das gerade nicht...Die Ebene ist Dunkel, aber dennoch beschreibst du ihre Eigenschaften mit Licht? Und wie kommen sie von diesen beiden Dingen darauf, dass sie eine Einheit bilden?

Der Weiße hob seinerseits seinen Stab, aus dem Blitze flammten, den Gegner nicht trafen. Fehlt da nen "die"? XD

Da glühte mit einem Mal das violette Firmament auf, wurde rot und eine sonnenähnliche Kraft traf die Kämpfer. Es strahlte und glühte, die kosmischen Brüder stürzten sich mit wildem Glanz in den Augen auf einander, einer versuchte den anderen im letzten Sein zu überwinden – eine Explosion erschütterte die Ebene und die beiden Brüder wurden in glühendes Rot gehüllt. Wieder eine Stelle, die ich nicht verstehe...ich glaub langsam, ich bin zu dumm für deinen Roman...:(...
Was ist eine "sonnenähnliche Kraft"? Und warum umhüllte sie die beiden erst lange nachdem sie sie schon getroffen hatte? Und was hat der Kampf mit dem Lebenskreislauf zu tun? Sie vergehen ja nicht, sie werden ja nur immer weiter kämpfen oder hab ich das falsch verstanden?

Hoffe das war dir nicht zu sehr zerstückelt...aber das ist mir so aufgefallen und vieles liegt vielleicht einfach nur daran, dass ich nicht das nötige Wissen habe um zu verstehen was du da schreibst. So wie ich das im Moment sehe beruht vieles auf deinen Kenntnissen über die verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen, etc. und da wird es für einen Laien wie mich recht schwer mitzukommen...

Wenn ich es heute noch schaffe, editier ich das zu "Das Ritual im Norden" noch rein. Ansonsten kommt es irgendwann demnächst mal als neuer Beitrag hinzu, aber ich werde definitiv weiter lesen, immerhin gibst du mir ja auch immer Feedback und ich hatte ja versprochen zu lesen....

Also bis dann :)
LG
PoiSon