Logos
17.12.2008, 16:14
Mit dem Erzählzyklus über die Erlebnisse des Weltraumfahrers Ijon Tichy, eines kosmischen Münchhausens der künftigen Jahrhunderte, ist Stanislaw Lem ein literarisch großer Wurf geglückt.
Paradox, einfallsreich, sprühend vor Ideen, hat Lem konventionelle Methoden von Satire und Allegorie übernommen und sie parodistisch gegen die Science-Fiction gekehrt. Lem schickt den Leser tief in die Zukunft, treibt dort ein höhnisch-launisches, scharfsinnig erfinderisches Spiel und holt ihn dann wieder belehrt auf die Erde zurück.
Tichy, nie verlegen, besucht die kuriosesten Staatswesen der Galaxis, geht auf Kulupenjagd, korrigiert die Vergangenheit, besteht den Kampf mit räuberischen Riesenkartoffeln und den noch schwereren mit sich selbst, erschafft zeitreisend durch verrückte Experimente Marskanäle und erzählt herzerfrischend wahnwitziges Zeug über die eigene Abkunft. Ins Spiel der freien Phantasie mischen sich jedoch ernste philosophische Spekulation und politische Anspielung.
Und hier folgt eine subjektive Kritik. Nicht jeder wird von diesem Buch begeistert sein, denn es gehört weniger in die Rubrik Science Fiction als zur Philosophie. Der Autor spiegelt unsere Gegenwart wieder und zwar so metaphernreich und nüchtern, dass man nach dem Lesen dieser Kurzgeschichten glaubt es gäbe kein Gesellschaftssystem, das nicht korrupt ist, was ja an sich nicht falsch ist. Beim Lesen werden einem nicht nur die Augen geöffnet, sondern das eigene Vorstellungsvermögen vermag es zugleich selbst absurde Vergleiche aus dem Alltag zu ziehen. Zumindest hat mich das Buch dazu verleitet auf eigene Faust kritisch zu denken und einen neutralen Standpunkt von den Systemen zu erhalten.
Im Eigentlichen wird in den Sterntagebüchern jede erdenkliche Rubrik aufgegriffen wie die komplexe Kausalitätskette von Zeitreisen, der freie Wille und Sarkasmus, viel Sarkasmus.
Es wär auch nicht übertrieben zu behaupten, dass berühmte Science Fiction Werke oder Filme im Verlauf der Zeit von Stanslaw Lem geprägt wurden und Lem praktisch die Sinnrichtung der gesamten Science Fiction Ära umgelenkt hat.
Somit sind in diesem Buch Matrix, Star Trek, Per Anhalter durch die Galaxis (muss ich nennen 2 & 40 und ein depressiver Roboter:D), Men in Black, Spaceballs........etc. enthalten.
So viel zu meiner Meinung...
ps: Wusste gar nicht auf wie viele Weisen sich die Evolution gegen den instellaren Tourismus wappnen kann...räuberische Riesenkartoffeln?
Paradox, einfallsreich, sprühend vor Ideen, hat Lem konventionelle Methoden von Satire und Allegorie übernommen und sie parodistisch gegen die Science-Fiction gekehrt. Lem schickt den Leser tief in die Zukunft, treibt dort ein höhnisch-launisches, scharfsinnig erfinderisches Spiel und holt ihn dann wieder belehrt auf die Erde zurück.
Tichy, nie verlegen, besucht die kuriosesten Staatswesen der Galaxis, geht auf Kulupenjagd, korrigiert die Vergangenheit, besteht den Kampf mit räuberischen Riesenkartoffeln und den noch schwereren mit sich selbst, erschafft zeitreisend durch verrückte Experimente Marskanäle und erzählt herzerfrischend wahnwitziges Zeug über die eigene Abkunft. Ins Spiel der freien Phantasie mischen sich jedoch ernste philosophische Spekulation und politische Anspielung.
Und hier folgt eine subjektive Kritik. Nicht jeder wird von diesem Buch begeistert sein, denn es gehört weniger in die Rubrik Science Fiction als zur Philosophie. Der Autor spiegelt unsere Gegenwart wieder und zwar so metaphernreich und nüchtern, dass man nach dem Lesen dieser Kurzgeschichten glaubt es gäbe kein Gesellschaftssystem, das nicht korrupt ist, was ja an sich nicht falsch ist. Beim Lesen werden einem nicht nur die Augen geöffnet, sondern das eigene Vorstellungsvermögen vermag es zugleich selbst absurde Vergleiche aus dem Alltag zu ziehen. Zumindest hat mich das Buch dazu verleitet auf eigene Faust kritisch zu denken und einen neutralen Standpunkt von den Systemen zu erhalten.
Im Eigentlichen wird in den Sterntagebüchern jede erdenkliche Rubrik aufgegriffen wie die komplexe Kausalitätskette von Zeitreisen, der freie Wille und Sarkasmus, viel Sarkasmus.
Es wär auch nicht übertrieben zu behaupten, dass berühmte Science Fiction Werke oder Filme im Verlauf der Zeit von Stanslaw Lem geprägt wurden und Lem praktisch die Sinnrichtung der gesamten Science Fiction Ära umgelenkt hat.
Somit sind in diesem Buch Matrix, Star Trek, Per Anhalter durch die Galaxis (muss ich nennen 2 & 40 und ein depressiver Roboter:D), Men in Black, Spaceballs........etc. enthalten.
So viel zu meiner Meinung...
ps: Wusste gar nicht auf wie viele Weisen sich die Evolution gegen den instellaren Tourismus wappnen kann...räuberische Riesenkartoffeln?