PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wächter des Tages


Warin
25.12.2008, 18:47
Dieses Hochgefühl hat sich mit dem zweiten Teil dann jedoch größtenteils aufgelöst. Die Story hatte überhaupt nichts mehr mit dem Buch zu tun (außer der Kreide, die jedoch schon im ersten Buch auftaucht) und war meines Erachtens auch nicht sonderlich originell - "bescheuert" wäre dagegen, denke ich, ein passender Begriff. Die Effekte waren vollkommen überzogen, man denke nur an den Sportwagen, der die Wand eines Gebäudes entlang fährt. Sinnloser Humbug, den man sich auch hätte sparen können. Das Ende ... eieieiei. Blödsinn im höchsten Grade. Einzig die düstere und vor allem surreale Atmosphäre funktioniert noch besser als in Teil 1. Ansonsten hoffe ich doch, dass es im dritten Teil wieder aufwärts geht.Ich muss sagen, ich bin mit sehr niedrigen Erwartungen an den Film rangegangen und absolut positiv überrascht worden.

Klar, von dem was Dr. Borstel schreibt stimmt jedes Wort. Die Actionszenen sind völlig überzogen, allerdings schon derart, dass ich sie für mich als Parodie interpretiert habe. Gerade die Szene als das Riesenrad durch die Straßen rollt und ein Reporter davor berichtet ist m.E. ein schöner Abgesang auf Filme à la Ronald Emmerich.

Aber der Begriff surreal trifft es absolut: Ich liiiiiiiiebe surreale Filme. Und auch die netten kleinen Einfälle am Rande: Wie sich der Fußballer auf dem Kalenderbildchen die Wange abputzt, nachdem die Wache ihm vor Freude über ein Tor abknutscht, der Rucksack von Alissa (ein kleiner Sarg, herrlich), wie sich das Zwielicht im Internet ausbreitet, wenn man die Mücke anklickt.

Überzeugt haben mich auch die schauspielerischen Leistungen. Zum einen wäre da der Mut zur Hässlichkeit. Keine Falte wird verdeckt, jedes Gesicht wird hässlicher gemacht, als es ist. Erst bei der Szene im Restaurant habe ich gemerkt, wie hübsch Olga und Swetlana eigentlich sind. Dann der Körpertausch zwischen Anton und Olga, wirklich genial, wie die Schauspieler die Körperhaltungen des jeweils anderen Geschlecht hinbekommen.

Mit dem Buch hat der Film in der Tat nur ganz wenige Szenen gemein, die obendrein in einen ganz anderen Zusammenhang gestellt wurden. Dennoch erschien mir die Handlung überraschend logisch. (O.K., mein Maßstab sind David Lynch Filme und verwirrende Anime-Serien, verglichen dazu ist fast jeder andere Film logischXD)

Also ich habe mich gut unterhalten gefühlt und gebe vier Sterne.

Nightfarer
25.12.2008, 19:27
Wächter des Tages habe ich erst letztens gesehen und ich war begeistert, eine Bekannte von mir hat gemeint, sie fand ihn nicht so gut, weil er sich gar nicht mehr ans Buch hält. Ich lese das Buch erst demnächst, deswegen kann ich dazu nichts sagen.

Aber ich finde es eigentlich gut, wenn die Filme von den Büchern abweichen, außerdem wollte das Sergej Lukianenko doch auch, oder?

Zurück zum Film. Warin hat schon Recht mit der Übertreibung, aber genau diese möchte ich, allgemein der Film ist sehr gut, auch wenn viele das Gegenteil behaupten. Vor allem macht die Kulisse und die Schauspieler der Film aus, es heißt der Dritte Film wird mit anderen besetzt, aber ich finde diese russischen Schauspieler machen das Bild perfekt.

Ich gebe mal fünf Sterne, weil ich den Film genial finde, vor allem liebe ich aus irgendeinen komischen Grund komplizierte Filme.

Dr. Borstel
26.12.2008, 20:26
Aber ich finde es eigentlich gut, wenn die Filme von den Büchern abweichen, außerdem wollte das Sergej Lukianenko doch auch, oder?

Abweichen ist ja auch vollkommen okay und bei Buchverfilmungen sogar fast unumgänglich. Nur das Grundgerüst der Geschichte sollte zumindest beibehalten werden. Und der Film erzählt nun mal eine vollkommen andere Geschichte als das Buch. Und ja, Lukianenko wollte das selber so; er hat die Filme wohl als eine Möglichkeit gesehen, einen alternativen Handlungsverlauf zu der Originaltrilogie zu erzählen. Was ja durchaus okay ist, nur sollte man das Ganze dann nicht als Romanverfilmung vermarkten.

Nightfarer
27.12.2008, 13:23
Abweichen ist ja auch vollkommen okay und bei Buchverfilmungen sogar fast unumgänglich. Nur das Grundgerüst der Geschichte sollte zumindest beibehalten werden. Und der Film erzählt nun mal eine vollkommen andere Geschichte als das Buch. Und ja, Lukianenko wollte das selber so; er hat die Filme wohl als eine Möglichkeit gesehen, einen alternativen Handlungsverlauf zu der Originaltrilogie zu erzählen. Was ja durchaus okay ist, nur sollte man das Ganze dann nicht als Romanverfilmung vermarkten.

Von der Seite betrachtet hast du Recht. Man sollte es nicht als Romanverfilmung vermarkten, aber indirekt es ja trotzdem eine, auch wenn die Handlung sich geändert hat. Es sind die gleichen Personen und viele Eigenschaften gleichen ja den der Darsteller des Buches. Ich weiß auch nicht man das dann nennen soll, aber eine Romanverfilmung ist es ja indirekt trotzdem.