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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Richard Laymon - Der Keller


Hathor
08.01.2009, 21:47
Man nennt es das"Horrorhaus", denn vor Jahren hat es hier eine ungeklärte Mordserie gegeben. Inzwischen ist es eine Touristenattraktion, täglich besucht von zahllosen Neugierigen. Doch dann gibt es einen neuen Mord. Und noch einen. Und nach und nach stellt sich heraus, dass dies kein gewöhnlicher Killer ist - dass im Keller des Hauses eine Kreatur lebt, die alles andere als menschlich ist. Und sie fängt gerade erst an

Die Inhaltsangabe liest sich niedlich. Zumindest gemessen an dem, was Richard Laymon da auf mehr als 1200 Seiten präsentiert: Horror, Ekel, Blut, Perversitäten und vor allem Sex. Oder was manche dafür halten.

Für mich lasen sich die drei Romane eher wie alptraumhafte Männerphantasien.

Alle, ausnahmslos alle weiblichen Charaktere sind wunderschön und bevorzugt leicht oder gar nicht bekleidet.
Alle, ausnahmslos alle männlichen Charaktere sind sexbesessen.
Alle, ausnahmslos alle Charaktere sind unglaublich dämlich.

Bitte, liebe männlichen User hier: nicht hauen für das was ich gleich schreibe...
Dieses Buch konnte nur ein Mann in dieser Form schreiben. Nur ein Mann mit ziemlich eigenartiger Phantasie kann die Überzeugung haben, dass es alle Frauen ganz dolle genießen, vergewaltigt zu werden.

Es ist furchtbar schwierig, etwas Positives über dieses Werk zu sagen. Okay, die Grundidee ist zwar nicht neu, aber recht gut ausgearbeitet. Die zeitlichen Rückblicke sind stimmig. Irgendwas musste es ja sein, was mich dieses Buch beenden ließ. Und all die Plackerei wurd durch ein absolut krasses Ende belohnt. Sowas hatte ich wirklich zuvor noch nie gelesen...

Und zum Schluss eine ernste Warnung: nichts für Jugendliche oder zartbesaitete LeserInnen.

ExLibris
12.01.2009, 11:33
Alle, ausnahmslos alle weiblichen Charaktere sind wunderschön und bevorzugt leicht oder gar nicht bekleidet.
Alle, ausnahmslos alle männlichen Charaktere sind sexbesessen.
Alle, ausnahmslos alle Charaktere sind unglaublich dämlich.
Dann kann ich dir von "Die Insel" auch nur abraten, die Inhaltsangabe liest sich genauso. Mir wurde das Buch als guter Horror empfohlen, hat mich dann aber doch ein bisschen irritiert, was dabei raus kam.

Nur ein Mann mit ziemlich eigenartiger Phantasie kann die Überzeugung haben, dass es alle Frauen ganz dolle genießen, vergewaltigt zu werden.
Naja was der Autor schreibt, muss ja nicht seine Überzeugung sein, aber es verkauft sich anscheinend ganz gut. Ich würde davon ausgehen, dass er vorallem männliche Leser hat.

Lýkospir
29.06.2009, 20:35
Im Keller

Am Anfang, den ersten Teil des Buches "Im Keller" durchgehend, fand ich das Buch noch echt klasse. Genau der Horror, auf den ich sonst auch stehe. Es wird detailiert beschrieben, eine sehr gute Stimmung kommt rüber und es ist wirklich spannend. Die Biilder wurden meiner Meinung nach super rübergebracht und sicher, die Idee war bestimmt nicht neu, aber er brachte dennoch seine eigene Note mit hinein. Die Protagonisten hatten zwar etwas wenig Charakter, aber an Storie passierte viel. Mir gefiels.



Das Horrorhaus

Doch dann war ich am Ende des ersten Teiles vom Buch und dachte "hä? Ist doch eigentlich schon zu ende? Oder nicht?" Nun ja, weitergelesen und mich erst einmal gewundert, was denn nun los ist, denn die beiden Protagonisten kamen anfangs nun überhaupt nicht mehr vor und der Schreibstil selbst hatte sich nun noch mal um einiges gesteigert. Außerdem hatten die neuen Protagonisten auf einmal mehr Charakter, was mir anfür sich schon einmal gut gefiel. Das war doch schon einmal eine Steigerung. Was mir außerdem sehr gut gefiel war, dass nun auch einige Fragen geklärt wurden, die noch im ersten Abschnitt des Buches offen geblieben waren. Auch ging es im zweiten Abschnitt um einiges härter zu, die Sexszenen wurden nun ziemlich detailiert beschrieben und das traf auch auf die Gewaltakte zu. Ich fand diese Steigerung super und las mit voller Elan weiter. Doch als ich die letzte Seite des zweiten Abschnitts gelesen hatte, stand für mich fest "nun reichts, dass ist doch eigentlich nen super Ende!"



Mitternachtstour

Aber nein, es ging ja noch weiter. Und wieder waren da neue Protagonisten. Nur eine war nicht neu. Jemand aus dem ersten Abschnitt. Aber das wars schon. Hier wurde ich stutzig. "Was sollte der Mist? Für mcih war das Buch bereits abgeschlossen und nun sollte es mit fast ganz neuen Protagonisten weitergehen? Na ob das was wird."
Ich setzte mich ran und las un stellte fest: Hatten die Protagonisten noch im ersten Abschnit sehr wenig Charakter, so wurde nun Wert darauf gelegt, dass nun das Gegenteil herrschte. Das ist aber auch schon das Einzige, was ich am letzten Abschnitt gut fand. Denn irgendwie hatte für mich dieser Teil, bis auf die letzten paar Seiten, recht wenig mit dem "Horrorhaus" zu tun, um das es schließlich ging. An einigen Stellen wurde zwar eine ziemlich gute, unheimliche Stimmung rübergebracht, aber dass wars auch schon. Und das Ende sagte mir überhaupt nicht zu. Ich war der Meinung, dass der letzte Abschnitt, die ganze, bis dato tolle Geschichte, kaputt machte. Außerdem wirkte das Ende wie eine verzweifelte Aktion einer schlechten Horrofilmfortsetzung!



Da ich mich aber zunehmends gewundert hatte, wieso denn ständig neue Protagonisten ins spiel gebracht wurden und wieso sich der Stil in jedem Abschnitt verbessert hatte, schaute ich mal im Netz nach. Und siehe da, man findet auf Amazon folgenden Text dazu, wozu es absolut keinen Hinweis im Buch gibt:

Mit "Der Keller" liegt die gesamte BeastHouse-Reihe, bestehend aus The Cellar, Beast House und The Midnight Tour (Beast House Series),die innerhalb von 18 Jahren geschrieben wurden endlich im Deutschen vor. (...)
http://www.amazon.de/Keller-Romane-einem-Band/dp/3453433513

Wie soll man dass denn bitte wissen, wenn man sein Buch im Laden kauft und sowas nirgendwo steht und schließlich das Buch als gesamtes liest? Ich fands nen bisschen schade und fühlte mich dadurch auch ein klein wenig verarscht. Nun gut ...

Im Gesamten würde ich sagen, dass die ersten beide Teile wirklich lesenswert sind, aber nichts für das schwache Gemüt. Den dritten Teil hät Laymon sich meiner Meinung nach sparen können. Der macht für mich irgendwie alles kaputt. Nun ja, gibt bestimmt auch andere Meinungen dazu. Außerdem fand ich es etwas schade, dass die Geschichte in allen drei Teilen nach etwa dem gleichen Schema abläuft.

"Ein paar Touristen kommen in die Stadt, machen dort Urlaub oder sonst irgendwas, rein zufällig verlieben sie sich während ihres Aufenhalts (...)"

Müsste ich das Buch als Gesamtes bewerten, so wie ich es gelesen habe, würd ich wegen dem Ende und dem Schema sagen, 6/10. Einzeln würde "Im Keller" 8/10, "Das Horrorhaus" 8/10 und "Mitternachtstour" 3/10 bekommen. Nun gut ....

Bin gespannt, ob es hier einige gibt, die diesen Buch kennen. Würde mich interessieren, was sie zu diesem Buch sagen.

Gruß
Lýkospir

crazy otaku
02.01.2010, 18:19
Das war eins meiner letzten Bücher die ich im Jahr 2009 gelesen hatte und leider hat es mir nicht mal annähernd das geboten was ich erwartet hatte. Der Keller besteht aus drei Büchern die zwar die gleiche Grundhandlung verfolgen aber bei mir sehr unterschiedliche Gefühle hervorgerufen haben.

Meine Meinungen zu den einzelnen Büchern.

Im Keller:

Das Buch fängt schon gleich von Anfang an ziemlich gut an.
Bereits auf den ersten paar Seiten gibt es die ersten Morde die die Leser direkt betreffen und ohne große Umschweife in die Geschichte einführen. Erzält wird die Geschichte von Donna und ihrer Tochter Sandy die vor ihrer eigenen Vergangenheit fliehen und in Melcasa Point landen und damit auch in direkten Kontakt mit dem sogenannten Horrohaus kommen. So weit so gut und damit haben wir schon die Grundstory der ganzen Reihe. Der erste Teil konnte halt mit vielen Dingen punkten die zum ersten mal erwähnt werden. Die Erzählweise hat mir gut gefallen, es war einfach spannend zu lesen und diesen Teil habe ich innerhalb von einem Tag gelesen gehabt.

Das Horrorhaus

Das zweite Buch ist ziemlich ähnlich aufgebaut wie der erste Teil und das ist der Schwachpunkt des ganzen. Im zweiten Teil findet man kaum etwas neues.

Dieselbe Geschichte von Lily Thorne gleich nochmal zu lesen ohne irgendeine Abwechslung war einfach nur noch anstrengend.

Anscheinend ist Laymon der Meinung gewesen immer wieder den gleichen Handlungsträngen folgen zu müssen.
Zwei Frauen, zwei freundliche Männer, sehr viele böse Männer usw.
Das langweilt selbst mich als großen Laymonfan:rolleyes:
Nach dieser Geschichte hatte ich erst mal genug von Laymon und so brauchte ich erst mal zwei Wochen Pause bis zum nächsten Teil.

Mitternachtstour

Als ich bei diesem Teil angekommen war musste ich erst mal laut seufzen. Ich war kurz davor das Buch abzubrechen weil ich nicht nochmal die ganze Geschichte lesen wollte die dem Leser bereits im ersten Teil geboten wurde aber ich gab mir große Mühe. Das Buch fing sehr langsam an, war weder besonders langweilig noch spannend. Mit der Zeit wurde es dann aber glücklicherweise besser und das Ende war dann ziemlich gelungen.

Auch das Sandy in dieser Geschichte richtig aktiv dabei war hat mich aufgemuntert, mein Lieblingschara:)
Das am Ende noch Dana vom Biest erwischt wurde und Owen von seiner Freundin Monica "überrascht" wurde fand ich sehr gelungen:D

Mein Fazit

Richard Laymon hätte es beim ersten Buch belassen sollen denn durch die zweite Geschichte hat er seinem Debütwerk mehr geschadet als geholfen.
Der dritte war ganz ok aber auch der musste nicht unbedingt sein*nein*

Meine Bewertung sieht folgendermaßen aus:

Im Keller: 10 Punkte
Das Horrorhaus: 5 Punkte
Mitternachtstour: 7 Punkte

Macht etwa 7 Punkte aber nur wegen dem ersten Teil.

Das Buch kann man lesen muss man aber nicht unbedingt, da gibt es echt besseres*ja*

Gwyneth
02.01.2010, 19:10
Und zum Schluss eine ernste Warnung: nichts für Jugendliche oder zartbesaitete LeserInnen.

An der Stelle muss ich jetzt aber mal einwerfen, dass die Jugendlichen die ich kenne weniger Probleme mit solchem offenschtlich krankhaften Texten (oder auch Filmen) haben. Jetzt könnte man wieder mit dem Verfall der Gesellschaft weitermachen oder der Verharmlosung schlimmer Straftaten durch Medien etc.. aber ne lassen wir das :p Ich zähl zu den Menschen die sich bei jedem Saw Teil einen Ast ablachen. Ich weis nicht wieso, ich finds einfach nur lustig das mit anzusehen. Dazu gehört mit Sicherheit auch ein Tick gestörtes Verhalten aber in erster Linie find ichs lustig weil ich weis: es ist nicht echt. Es ist Schauspiel. Und es ist verdammt nochmal ziemlich genial gemacht.
Mit Büchern sieht es da wieder etwas anders aus und ich muss auch sagen, dass ich kaum solche Bücher gelesen habe. Und deswegen reizt mich dieses Buch nun sehr, auch wenn ich mit noch nicht mal ganz 18 Jahren noch gut zu den Jugendlichen gehöre.
Ich habe auch eigentlich nur mit bestimmten Dingen ein Problem: kleine Mädchen, Clowns, Puppen. Davon krieg ich panische Angst und Alpträume. Vergewaltigungen (auch wenn das unbestreitbar schlimm ist), Zombies, Abschlachterei/Zerstückelung von Menschen, Kannibalismus, Geistern etc machen mir allerdings garkeine Probleme, rückblickend. Keine Alpträume oder so etwas in der Art. Einfach nur spannend beim lesen.

Also ich glaube ich werd mir das mal holen.

Dana
06.01.2010, 18:34
Also, ich bin selber erst 15 und weiblich und ich finde dieses Buch großartig. Und viele meiner Freunde und Freundinnen, die es lesen, finden es selber sehr gut. Ich bin richtig beeindruckt von seinem Werk, er hat es geschafft, dass ich, selbst als ich fertig war mit dem Buch, noch schlaflose Nächte hatte, weil ich mir alles wieder und wieder durch den Kopf gehen haben lass. Ich finde nur das ende vom 3. Band beschissen. Aber das liegt daran dass ich sehr auf Happy Ends, vorallem mit Liebe, stehe. Mich hat das Buch jedenfalls gefesselt und berührt. *ja*

achja und nochwas:
ich lese viel negative kritik für den letzten Teil. Ich selber muss sagen, mir sleber hat der sehr gut gefallen. Es war nicht dieses spannende horrorzeugs dirn wie bei den ersten beiden teilen. Aber ich fande es am besten. Nur das Ende war blöd, wie schon gesagt.
ICh finde es hätte ein Happy End sein sollen, damit das alles angeschlossen is. Ich frage mich jetzt, wie es wohl weitergeht..natürlich ganicht, es sind nur Buchcharakter, aber trotzdem...und ich habe das gefühl, Richard hatte dabei die Überlegung noch einen Band zu schreiben, den wirklich letzten, die Fortsetzung von Dana und Warren. Aber er ist ja leider 2001 gestorben. So bleibt es uns ein offenes Rätsel..

Case
10.03.2010, 19:00
Ich persönlich habe Laymon aus meinem Leben und meinem Bücherregal verbannt...insgesamt habe ich mich durch drei Bücher von ihm gequält, und alle paar Seiten hatte ich das Bedürfnis, das jeweilige Buch in die nächste Ecke zu pfeffern...bei "Der Keller" ist dies dann tatsächlich passiert...*ja*

Die Dialoge sind an den Haaren herbeigezogen, die Protagonisten sind unglaubwürdig und die Story ist ständig vorhersehbar- dieses Muster zieht sich durch alle Romane von Laymon...hier steckt der wahre Horror tatsächlich in den Romanen...

Frauen werden als willige Sexobjekte betrachtet und Laymons männliche Darsteller erfüllen so ziemlich jedes Macho- Klischee...*mph*

Für einen Neuling im Genre mögen die Bücher noch halbwegs amüsant und/oder unterhaltend sein...wer sich aber auf diesem Gebiet etwas weiter vorgelesen hat, und Autoren wir S. King oder vor allem Clive Barker mit seinen "Blutbüchern" gelesen hat, wird sehr schnell feststellen, daß Laymon in dieser Liga ganz weit unten spielt...sorry, aber ich kann diesem Autor nichts abgewinnen...