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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Harper Lee - Wer die Nachtigall stört... (To Kill A Mockingbird)


nyx
09.01.2009, 15:15
Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den Zauber und die versponnene Poesie einer Kindheit im tiefen Süden der Vereinigen Staaten. Die Geschwister Scout und Jem wachsen in einer Welt von Konflikten zu tolerant denkenden Menschen und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen heran. Menschliche Güte und stiller Humor zeichnen diesen Roman aus, der sich, in 25 Sprachen übersetzt, im Sturm die Herzen von Millionen Lesern eroberte. Die Verfilmung mit Gregory Peck wurde mit drei Oscars ausgezeichnet.

Set in the small Southern town of Maycomb, Alabama, during the Depression, To Kill a Mockingbird follows three years in the life of 8-year-old Scout Finch, her brother, Jem, and their father, Atticus--three years punctuated by the arrest and eventual trial of a young black man accused of raping a white woman. Though her story explores big themes, Harper Lee chooses to tell it through the eyes of a child. The result is a tough and tender novel of race, class, justice, and the pain of growing up.


To Kill A Mockingbird ist, wie manche möglicherweise schon im Englischunterricht erfahren haben, ein Klassiker der amerikanischen Südstaatenliteratur. Das Buch behandelt das Thema der Rassendiskriminierung, ein düsteres Kapitel der amerikanischen Geschichte und der amerikanischen Justiz. Das Buch ist aus der Sicht eines Kindes geschrieben, dessen Vater der Starfverteidiger eines Schwarzen ist, der der Vergewaltigung einer Weißen beschuldigt wird.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da man oft zwischen den Zeilen lesen muss, so dass einem die Moralkeule nicht fürchterlich ins Gesicht geschmettert wird. Das erreicht Lee wohl dadurch, dass dieses Mädchen, Scout ihr Name, die Welt der Erwachsenen betrachtet, ohne all zu voreingenommen zu sein. Das Buch bekommt durch ihre Schilderung der Dinge eine gewisse Leichtigkeit, ohne zu verharmlosen.

To Kill A Mockingbird ist ein Plädoyer für Gleichtheit und Toleranz, und gleichzeitig zeigt es die Missstände in der amerikanischen Gesellschaft und Justiz auf.

Ich habe mich während des Lesens gefragt, ob es in der amerikanischen Gesellschaft heutzutage auch noch so aussieht (natürlich nicht mehr in dem Umfang), oder ob die Wahl Obamas nun ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass diese Zeiten der Vergangenheit angehören. Oder hat sich der Fokus von Diskriminierung möglicherweise nur verschoben, auf Muslime und den Islam?

Haramis
09.01.2009, 20:14
Ich habe am Anfang meines Studiums eine Proseminarhausarbeit über diesen Roman geschrieben und mag ihn sehr. Für mich zählt er zu den ganz großen literarischen Werken.

Ich mochte Scouts Art zu denken, aber ich mochte auch den Charakter ihres Vaters und seine Art, die Kinder zu erziehen.
Harper Lee benutzt auch sehr schöne sprachliche Bilder, um ihre Forderung nach mehr Toleranz zu vermitteln.
Sie hat auch sehr genau die Gesellschaft sowie menschliche Schwächen dargestellt.
Stellenweise ist der Roman auch sehr amüsant geschrieben, was ihm etwas die Schwere, die dieses Thema mit sich bringt, nimmt.

Aktuell wird dieser Roman wohl auch immer sein, jedenfalls solange es Rassismus und Intoleranz gibt.