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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verlagsexposee


RickyLee
02.02.2008, 14:25
Hallo!

Ich eröffne diesen Thread leider nicht, weil ich so nett bin, sondern auch, weil ich mal eure hilfe bräuchte... ^^"
Aber dazu später mehr...

Generell wollen Verläge ja nicht das gesamte Manuskript zugeschickt bekommen, sondern eine Art "Bewerbung für das Buch" (Zitat Warin), das sogenannte Exposee / Exposé

Diese setzt sich allgemein aus folgenden Bestandteilen zusammen:

Anschreiben (Begründung weshalb und warum man ausgerechnet DIESEN Verlag mit seinem Manuskript "beehren" möchte)

Kurzer Lebenslauf (bzw. Auflistung bisheriger Veröffentlichungen)

Zusammenfassung des Werkes/ Klappentext in der Ausarbeitung/ Charakterbeschreibung/ Auszug des Manuskripts...

Und hier haben wir schon des Pudels Kern: Was gehört eigentlich in den Hauptteil? Am Besten ist es tatsächlich, man ruft bei dem gewollten Verlag einmal selbst an und fragt nach.

1. Hat man da schonmal die erste Hemmschwelle überwunden und merkt, dass da eigentlich auch nur Menschen arbeiten und keine bitterbösen Über-Personen- Korrektoren.

2. Erfährt man evtl, wer denn genau das Manuskript zugeschickt bekommt und kann sich "Sehr geehrte Damen und Herren" sparen und die Person gleich ansprechen.

3. Weiß man hinterher meist ganz genau, was und wie alles ins Exposee muss.

Ich hoffe, das hilft euch weiter ^^

Akissi
02.02.2008, 15:43
Da fiel mir gleich das Buch ein, dass ich immer wieder verlege...
...und wiederfinde (hahaha)

Ist schon einige Jahre alt und auch so geschrieben, dass Kinder da auch shcon was mit anfangen können, aber ich fand es immer sehr hilfreich - auch wenn ich mich immer noch nich überwunden hab, iwas wegzuschicken >.>

[Links wieder entfernt aufgrund von eventuellen Copyright-probs]

Oha, mir fällt grad auf, dass auf der 3ten Seite unten ein kleines Stück fehlt... >.<
Hoffe mal, du kannst (trotzdem) was damit anfangen^^

Rusch
02.02.2008, 18:06
Die Frage bleibt jedoch, wie man an den Ansprechpartner kommt, denn die haben kein Interesse daran, dass jeder x-beliebige Autor sie anrufen und zuschwallen kann. Und dies passiert halt leider bis hin zu beschimpfungen, warum der hervorragende Romane (der Verlagsmitarbeiter sieht das natürlich anders) nicht genommen wurde.

Nein, ich arbeite bei keinen Verlag, aber ich kenne genug Stories aus zweiter Hand und wenn man überlegt, dann ist das auch vollkommen logisch.

Mein Tipp also: Fragt Autoren, die ihr vielleicht kennt um Rat. Der eine oder andere, der schon was veröffentlicht hat, kann Euch vielleicht einen Namen nennen.

Akissi
02.02.2008, 18:22
Wo man vllt was hinschicken könnte, wäre dieser Verlag, bei dem die Hohlbeins veröffentlichen (les nich viel von denen, deswegen fällt mir grad nich der name ein^^"), die unterstützen doch glaube ich Jungautoren, oder? Sonst kann es einem eben leider als (mindestens) Minderjähriger schnell passieren, dass die das gar nicht ernst nehmen und ungelesen abweisen...

Ich hab mal mit einer Autorin, Andrea Liebers, reden können und sie meinte, ich solle vllt so die besten 5 Seiten oder sowas schicken und zwar hat sie mir da diesen Verlag empfohlen, den kennt man ja auch...


Verlagsgruppe Beltz
Lektorat Jugendbuch
Werdestraße 10
69469 Weinheim


Das "Jugendbuch" muss natürlich je nachdem geändert werden...^^

Rusch
02.02.2008, 19:35
Vielleicht noch ein Tipp, der hoffentlich brauchbar ist:

Es ist bekannt, dass jeder Verlag, ob groß oder klein, ziemlich viel bekommt. Ihr müsst den Lektor oder Herausgeber gleich mit den ersten Seiten überzeugen. Schreibt keine Geschichte, die sich langsam aufbaut. Die könnte ihr schreiben, wenn ihr bekannt und berühmt seid. Jetzt müsst ihr erst mal so schreiben, dass der Mann beim Verlag Euer Buch nicht gleich wieder weglegt, sondern sich denkt: Hey, das nehme ich mir mit nach Hause und lese heute Nacht weiter. Gelingt Euch dies, dann habt ihre eine reelle Chance.

RickyLee
03.02.2008, 00:43
Also... tut mir leid, euch das jetzt aufs Auge drücken zu müssen, ich wüsste nur gerne, ob das folgende Exposee für jemanden, der es nicht kennt, auch nur halb so wahnsinnig klingt, wie es für mich tut XD

Das ist natürlich nun nur die Zusammenfassung des Inhalts und ist... noch nicht ganz fertig, ein oder zwei Sätze fehlen noch.


Der Titel meiner Geschichte lautet „Rotkäppchen“, dieser kann jedoch bei ausdrücklichem Wunsch auch geändert werden. Es handelt sich dabei um eine Adaption, jedoch keinesfalls um eine Parodie des gleichnamigen Märchens. Zudem ist diese Version des Märchens nicht als eine Art Kinderbuch zu sehen.

Rotkäppchen lebt zusammen mit ihren Eltern unter sehr ärmlichen Verhältnissen in einer Hütte in einem Dorf, das im Wald liegt. So putzt sie jeden Tag das Haus, während ihre Eltern beschäftigt sind. Sie wird von mehrern Seiten unterdrückt, einerseits von ihrer verwirrten Großmutter, der sie jeden Sonntag Zuckerbrot und Wein in ihre Hütte im Wald bringen muss und von der sie jeden Sonntag verprügelt wird. Ausserdem von Angus, dem älteren Sohn des Herrn Jäger. Der Jäger lebt als einziger in einem Herrenhaus im Dorf und in verhältnismäßig großem Wohlstand, da er gute Beziehungen zum Landvogt hat.
Angus bedrängt sie sexuell, wann immer sich ihm die Gelegenheit bietet, scheint aber auch auf jedes andere Mädchen im Dorf aus zu sein. Zudem macht Rotkäppchen auch die Armut ihres Elternhauses zu schaffen. Aber sie versteckt brav ihre Rippen, die aus der Haut lugen und die blauen Flecken und die Prellungen, die die Großmutter ihr zufügt, unter ihrem roten Mäntelchen, das für sie eine Art Versteck vor der Welt und ihrer eigenen Persönlichkeit darstellt. Zudem wird sie schon so lange von jedem Rotkäppchen genannt, dass sie daran zweifelt, ob jemand noch ihren richtigen Namen kennt.
Rotkäppchen unterdrückt und versteckt ihre eigene Identität unter dem Druck der anderen.

Bald jedoch überschlagen sich die Ereignisse in ihrem Leben: Leopold, der jüngere Sohn des Jägers, der sich immer vermummt, fast nie das Haus verlässt und fast mit keiner Menschenseele spricht, scheint sich auf einmal für sie zu interessieren.
Eines Sonntags, als ihre Großmutter sie wieder einmal verprügelt hat, verlässt sie, zum Selbstmord bereit, den rechten Weg um im Wald zu sterben und trifft den Dämonenwolf, den Werwolf, der sie durch den Wald hetzt, sodass sie wieder daran erinnert wird, dass sie eigentlich leben will.
Nach einem Sturz, der mit einer Kopfverletzung und ihrer Ohnmacht endet, findet sie der Herr Jäger, in Begleitung von Angus.

Und einige Tage später findet sie den Herrn Jäger tot im Wald auf und weiß, dass nur einer der beiden Söhne ihn getötet haben kann.

Beim Dorffest schließlich spitzen sich die Dinge weiter zu: Rotkäppchen, die wegen ihrer Großmutter schon so weit resigniert hat und von der Entdeckung des Herrn Jäger seelisch am Ende ist, wird beinahe von Angus vergewaltigt, bis Leopold zuletzt eingreift. Und als dieser sie später zu ihrem Haus bringt, enthüllt sich dessen dunkles Geheimnis: Leopold ist in Wirklichkeit der Dämonenwolf.

Sie erfährt, dass Angus vor sieben Jahren den letzten Werwolf auf Leopold gehetzt und dann getötet hat, dass Leopolds Gesicht deshalb verstümmelt ist und er sich niemandem zeigt. Sie erfährt, dass er den Mädchen des Dorfes nachgestellt hat, damit ihm eines davon ein Kind gebiert, damit er das Herrenhaus des Jägers rechtmäßig erwerben kann. Da er jedoch unfruchtbar ist, hat er seinen Vater umgebracht hat und hat nun auch vor, Rotkäppchen als Mitwisserin und Leopold als einzigen anderen Erbberechtigten zu töten. Mithilfe erhält er durch die Großmutter von Rotkäppchen, die in Wirklichkeit gar nicht verwirrt ist, sondern die ganze Zeit nur so getan und eine Affäre mit Angus hat.

Rotkäppchen, die sich in Leopold verliebt hat, tötet in einem unbeobachteten Moment die Großmutter und flieht mit Leopold aus dem Wald. Als die beiden von einer Postkutsche mitgenommen werden, erzählt Rotkäppchen Leopold im Vertrauen ihren richtigen Namen. Später bekommen sie ein Kind. Angus hingegen verfällt, allein im Herrenhaus zurückgeblieben, dem Wahnsinn.

Akissi
03.02.2008, 00:57
Wow, das hört sich sehr heftig an, aber auch sehr interessant oO

Ich finde allerdings, dass man das nicht mehr als Exposee bezeichnen kann^^" Das ist mehr eine sehr ausführliche Inhaltsangabe, keine auskunftsreiche Zusammenfassung^^"

Aber: Ich habe den Inhalt vermittelt bekommen und konnte die durchaus komplizierten Verläufe nachvollziehen; wahnsinnig bzw leicht übertrieben fand ich nur, dass die Großmutter und Angus dann auch noch eine Beziehung haben xD"
Ich finde allerdings, dass das eine tolle, eig schon fast geniale Idee ist. Nicht, dass ich in jedes Märchen oder jede Friede-freude-Eierkuchen-mit-nur-einem-wirklich-Bösen-Geschichte gerne eine verzwickte, traurige und düstere Variation hineingeschrieben hätte. Aber wenn ich das so lese, klingt das so... mh, also ich war überrascht, vor allem, weil deine Art zu erzählen immer sehr ulkig und teils albern wirkt^^

Hathor
03.02.2008, 08:30
@RickyLee: deine Geschichte klingt ohne Zweifel abgedreht und interessant. Versteh ich es richtig, dass du diese Zusammenfassung an den Verlag schicken willst?
Aber du gibtst dann schon noch einen Auszug bzw den Anfang der Geschichte dazu, sozusagen eine Schreibprobe, sodass man deinen Schreibstil kennenlernen kann?

RickyLee
03.02.2008, 16:07
@ Akissi: Nun... es ist kaum zu glauben, aber Rotkäppchen kommt komplett ohne Humor aus 0.0, ich hab es durchweg ernst geschrieben... (kann ich auch 0.0)

Was müsste deiner Meinung denn noch rein, damit es eine Zusammenfassung ist? Naja, ist eigentlich recht fies, das zu fragen, du kennst die Geschichte ja nicht...

Dass Angus und die Großmutter ein Verhältnis haben? ehem... ich weiß...
Aber das musste rein, damit sich einige Fäden in der Geschichte verknüpfen...

@ Hathor

Jaaa, natürlich leg ich dann noch nen Auszug bei (man darf maximal 30 Seiten... so lange ist mein Werk d.h. ich könnte mir theoretisch die Zusammenfassung schenken... -.-), das ist auch von dem Verlag vorgeschrieben...

Akissi
03.02.2008, 17:13
Oh, da hast du scheinbar was falsch verstanden, sry^^" ich meinte, dass du es eher kürzen solltest *ja*

Warin
03.02.2008, 19:30
@ricky: you've got mail;)

Als Alternative zum Direktversand an Verlage bieten sich noch Literaturagenturen an.

Eine gute Übersicht gibts unter Uschtrin.de (http://www.uschtrin.de/litag.html)

Dornkirk
03.02.2008, 19:43
Rotkäppchen - die Geschichte hast du doch im alten Forum gepostet. Mir hat sie gut gefallen auch wenn ich finde das Rotkäppchen schwer einen an der Waffel hatte aber das macht es nur interessanter. Damit hast du sicher gute Chancen. Aber sind 30 Seiten nicht zu wenig? Wird so was überhaupt angenommen?

Rotkätzchen
31.03.2008, 20:06
Jetzt muss ich mal ganz blöd fragen, vielleicht sehe ich das auch zu naiv, aber:
Ihr schickt einen kompletten Inhaltsüberriss eurer Geschichten an einen Verlag in der Hoffnung, dass der sich dafür interessiert. Soweit so gut. Ich finde die hier gepostete Inhaltsangabe von RickyLee auch sehr interessant und könnte mir dahinter eine sehr unterhaltsame Gruselgeschichte vorstellen.
Aber: Was denn wenn sich der Verlag wirklich dafür interessiert, dann aber nicht euch anschreibt, sondern die Idee dieser Geschichte einem seiner eigenen Autoren überlässt, der gerade an Ideenlosigkeit leidet?

Ich meine, jede Geschichte beginnt mit einer Idee, somit sind Ideen doch im Grunde kostbarer als das Schriftstück an sich. Denn ist erst die Idee begriffen, könnte auch ein anderer Schreiberling eine Geschichte drauß schreiben. Sehe ich das zu naiv oder gibts da einen Haken?

Warin
31.03.2008, 21:42
Aber: Was denn wenn sich der Verlag wirklich dafür interessiert, dann aber nicht euch anschreibt, sondern die Idee dieser Geschichte einem seiner eigenen Autoren überlässt, der gerade an Ideenlosigkeit leidet?Also ohne eine Inhaltsübersicht dürfte wohl kein Verlag überhaupt einen Blick auf das Werk werfen.

Dass sich renommierte Verlage so verhalten, wie du das befürchtest, kann ich mir ehrlichgesagt nicht vorstellen. Und im übrigen kannst du dem wie hier (http://www.fantasy-forum.org/showpost.php?p=6816&postcount=16) von Treogen beschrieben vorbeugen.

treogen
02.04.2008, 08:56
Ich empfehle gerne mal wieder die Seiten vom guten alten Andreas Eschbach:
http://www.andreaseschbach.de/

Die Rubrik "Übers Schreiben" ist besonders interessant, vor allem auch die Artikelserie, die in der phantasisch lief (nein, ich hab keinen Vertrag mit Achim Havemann, aber die Zeitung stellt bestimmt auch meinen 3. Roman wieder vor :D). Aber nun Schluß mit der Schleichwerbung.
Früher gabs mal den Teil "Fragen und Antworten" (hoffentlich gibts die Rubrik bald wieder), da wurde auch diese Frage von Rotkätzchen beantwortet.
Sinngemäß ungefähr so.
Wenns gut geschrieben ist, wieso sollte der Verlag Zeit investieren, um den Roman noch mal von jemand andern schreiben zu lassen. Währenddessen könnte ja ein anderer Verlag zugreifen und das Original viel früher veröffentlichen.
Und wenns schlecht geschrieben ist, dann greifen die Verlage auf eines der anderen Manuskripte zurück, die ihnen zugeschickt werden.
Die Gefahr, dass ein Verlag eine Idee aus einem Expose aufgreift, sich einen Auftragsautor schnappt und dann unter Umgehung des Autors ein Buch auf den Markt wirft, ist laut A.E. anscheinend nicht gegeben.
Allerdings gilt dieser Ratschlag wohl wirklich nur für die Buchbranche. In der Filmbranche scheint dies wohl mehr als alltäglich zu sein.