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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paul Watzlawik (Hrsg.) - Einführung in den Konstruktivismus


AMBER schattensturm
30.01.2009, 21:33
Eine philosophische Textsammlung zum Thema Konstruktivismus. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen zeigen anhand ihrer Fachdisziplinen, wie die Subjektivität von Wahrnehmungsprozessen unsere Beobachterrolle beeinflussen. Wieso ist objektive Wahrnehmung nicht möglich? Welche Konsequenz hat dies für unsere Aussagen über die Realität? Was bedeutet dies im Leben untereinander? Diese Fragen und auch mehr beantwortet dieses Buch.

Konstruktivisten vertreten die Ansicht, dass es dem Menschen nicht möglich ist, die Realität wahrzunehmen wie sie ist, da jeder Wahrnehmungsprozess zugleich eine Interpretation des Wahrgenommenen darstellt. Obwohl alle Menschen in der gleichen Realität leben, nehmen sie alle ihre eigene realität (kleines r) wahr. Diese basiert zwar auf der Realität, ist jedoch mit ihr nicht deckungsgleich.

Beim Konstruktivismus handelt es sich nicht nur um eine der interessantesten philosophischen Wahrnehmungstheorien, sie hat auch Einfluss auf verschiedenste Wissenschaftsdisziplinen und zieht aus ihnen neue Erkenntnisse. So wundert es nicht, dass in dieser Sammlung von Aufsätzen, herausgegeben von einem Sprachwissenschaftler, sich auch Beiträge von einem Kybernetiker, einem Biologen und anderen Wissenschaftlern finden. So gelingt es dem Buch zu zeigen, dass Konstruktivismus mehr ist als nur ein interessantes Gedankenexperiment, wie noch Platos Höhlengleichnis, er liefert wissenschaftliche Ergebnisse, die auch wir jeden Tag in unseres Lebens beobachten können, ohne das wir uns dessen vorher zwangsläufig bewusst waren.

Diese Buch wird die Wahrnehmung der Realität von jedem der es liest für immer verändern.

grey
30.01.2009, 22:47
Das hört sehr interessant an und ich habe mir das Buch jetzt bestellt.

Vielen Dank für diesen Tipp. Ich editiere meine Meinung hier rein, wenn ich das Buch gelesen habe. :)

Öhm ... da ich meinen Post irgendwie nicht editieren kann, muss ich leider eine zweite Antwort erstellen. Vielleicht könnte einer der Moderatoren die beiden Posts zusammenfügen. Danke im Voraus. ^^

***

Endlich habe ich das Buch durch und muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht bin. Die Hälfte der Theorien im Buch habe ich bereits anderswo (und vor allem verständlicher) gehört oder gelesen und die andere Hälfte habe ich schlicht nicht verstanden.

Mal ehrlich, muss man, will man als Wissenschaftler ernst genommen werden, seine Thesen in Fremdwörter kleiden? Warum reden diese Leute nicht verständlich mit mir? Ihre Aussagen würden sich dadurch kaum verändern, aber vielleicht mehr Anklang bei Normalsterblichen finden, die nicht die Zeit haben nach jedem Satz ein Wörterbuch zu bemühen um zu ermitteln, wovon der kluge Herr da gesprochen hat.

Das Buch setzt außerdem sehr umfangreiche Kenntnisse weiterer Fachliteratur voraus und ist dadurch noch weniger für den „Normalleser“ geeignet.

Weiterhin hatte ich beim Lesen des Buches immer wieder das Gefühl, dass die Beiträge unnütz in die Länge gezogen wurden, da sie irgendwie immer das Gleiche aussagten aber immer in einer anderen Form. Ich könnte, hätte ich den nötigen Wortschatz, ebenfalls eine seitenlange Abhandlung darüber schreiben, ob ein fallender Baum, den niemand fallen hört, nun ein Geräusch verursacht oder nicht und es würde sehr wissenschaftlich und klug klingen. Nur weiter bringen würde es niemanden.

Fazit: Ein zähes Buch, das an sich einfache Fragen in komplizierte Wörter kleidet um sie wichtiger erscheinen zu lassen. Gebildete Koryphaen mit viel Vorwissen greifen bedenkenlos zu, Hobbyphilosophen des einfachen Gemüts lassen es besser bleiben.

Zwei Sterne von mir.

Ich habe mir, wie immer, eine Stelle rausgesucht, die ich kommentieren möchte:


Auszug aus:

Paul Watzlawicks

Wirklichkeitsanpassung oder
angepasste „Wirklichkeit“?

Konstruktivismus und Psychotherapie

(…)So wie ich die Lage sah, war es ein Problem; nun sehe ich sie anders, und es ist kein Problem mehr.(...)

Eine einfache Aussage, die sich auf eine einfache These stützt: Alles wird über das WIE und nicht über das WAS bestimmt. So entsteht die Wirklichkeit aus der Summe unserer Ansichten und Eindrücke und nicht umgekehrt. Klingt einfach? Tja, für diese Zusammenfassung hat Herr Watzlawick gefühlte zehn Seiten gebraucht.

;)