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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : John Scalzi, Krieg der Klone


Hathor
31.01.2009, 10:03
In ferner Zukunft wird der interstellare Krieg gegen Alien-Invasionen mit scheinbar bizarren Mitteln geführt: Für die Verteidigung der Kolonien weit draußen im All werden nur alte Menschen rekrutiert. So wie John Perry, der mit 75 noch einmal einen neuen Anfang machen will. Doch bald erfährt er das wohlgehütete Geheimnis...

Dies ist de-fi-ni-tiv einer der besten Science-Fiction-Romane, den ich je in Händen hielt.
Obwohl die Übersetzung sicher nicht dazu beigetragen hat. Denn ich habe einige schlimme Patzer gefunden, die eigentlich nicht passieren dürften. Auch der Titel ist schon mehr als abgedroschen. Aus diesem Grund habe ich das Buch auch lange Zeit übersehen. Krieg der.... (hier kann für die Pünktchen fast jeder begriff eingesetzt werden) gibt es schon bis zum Erbrechen...

Aber dafür kann John Scalzi nichts. Er kann jedoch was für diesen äußerst gelungenen Roman. Ich liebe die Grundidee, die Handlung, Scalzis Schreibstil. Da finden sich liebenswerte Charaktere, atmosphärische Beschreibungen, die genau die Balance zwischen Zuviel und Zuwenig halten. Da gibt es Raumschlachten, Aliens, die so vielfältig sind, dass es fast zu schade ist, sie in einem halben Kapitel abzuhandeln. Da gibt es Witz und Humor, Sensibilität, Gewalt, Horror, Mut, Freundschaft und Liebe... Und das alles auf 400 Seiten.

Für mich war auch sehr erfreulich, dass das Techno-Babbel durchaus verständlich war. Was mir in all den Star-Trek-Jahren nie gelang, schaffte Scalzi in zwei Seiten: ich habe endlich das Prinzip der Tachyonen verstanden :D Und das auf unterhaltsame Art.

Der Protagonist John Perry, der seinen Brain-Pal (seinen eigenen Gehirncomputer) ironischerweise und durchaus selbstkritisch "Arschloch" nennt, ist ein Held ganz nach meinem Geschmack. Die Ansätze von supermanhaftem Gebaren werden durch sehr menschliche Schwächen ausgeglichen. Er hat eher was vom liebenswerten Indiana Jones, der weiß, dass eine Riesenportion Glück ihn immer wieder aus diversen Schlamasseln rettet.

Sehr schön dann auch das Bonusmaterial am Ende des Buches. Dieses fiktive Interview hat zusätzlich einige Hintergründe ausgeleuchtet.

Obwohl ich mir fürs neue Jahr Zurückhaltung beim Bücherkauf auferlegt habe - die Fortsetzungsromane müssen einfach her. Demnächst.

Rusch
31.01.2009, 12:35
Ach haben wir hierzu noch keinen Thread? Wahrscheinlich im alten Forum.

Ja, John Scalzis Trilogie gehört definitv zu den frischesten Werken der SF und ich kann Dir sagen, dass mir Band 2 und 3 noch besser gefallen haben als dieser (hier fand ich die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit manchmal recht anstrengend.

Hier meine Rezi dazu:
Titel: Krieg der Klone
Originaltitel: Old Man’s War (2005), Questions for a Soldier (2005)
Autor: John Scalzi
Übersetzung: Bernhard Kempen
Verlag / Buchdaten: Heyne Verlag, Taschenbuchausgabe (2007), 434 Seiten, ISBN: 978-3-453-52267-1

Eine Besprechung / Rezension von Rupert Schwarz
(weitere Rezensionen von Rupert Schwarz auf fictionfantasy findet man hier)



An seinem 75. Geburtstag tat John Perry zwei Dinge: Er besuchte das Grab seiner Frau und ging dann zur Armee. Dies mag seltsam scheinen, doch der Dienst in den Verteidigungskräften der Kolonien stellt für Greise ein wahrhaft verlockendes Angebot dar, denn man wird verjüngt. Wie dies nun genau vonstatten gehen soll, ist den Anwärtern unklar, denn es ist eine Reise ohne Wiederkehr. Noch nie ist ein alter Mensch zurückgekehrt, und es scheint, als ob sich alle nach ihren 10 Jahren Dienstzeit in den Kolonien niederlassen. Die Wahrheit ist freilich unschöner, denn die Menschheit befindet sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichsten Völkern fast permanent im Krieg. Es geht um die Verteidigung von Kolonien, aber auch um die Eroberung fremder Kolonien. In den unendlichen Weiten der Milchstraße herrscht ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb, und jede Rasse muss sich seiner Haut erwehren, will man nicht aussterben. So ist es kein Wunder, dass in Wahrheit sich nur sehr wenige Soldaten zur Ruhe setzen können und fast alle irgendwann bei einem der gefährlichen Einsätze, bei denen es auch hin und wieder gegen einen unbekannten Gegner geht, ihr Leben lassen. Doch John und seine Gefährten nehmen es gelassen: Dies ist ein Preis, den sie zu zahlen bereit sind für einen neuen, jungen Körper, der aus ihren Genen geklont wurde und der sich einfach nur wunderbar anfühlt.

Liest man den Roman, kommt einem zwangsläufig der Gedanke, dass dies ein Remake von Robert A. Heinleins Sternenkrieger ist. Tatsächlich weisen beide Geschichten viele Parallelen auf. Doch in zwei Punkten ist Scalzis Romans anders: Zum einen versucht er nicht, seine politischen Ansichten dem Leser unterzujubeln, sondern distanziert sich von jeder politischen Meinung. Zum anderen schreibt er sehr humorvoll, wenn nicht sarkastisch, und genau dann ist der Roman besonders gut. Auf der anderen Seite fehlt dem Roman die Tiefe. Scalzi lässt den Leser nur einen kurzen Blick auf sein Universum werfen, und es wäre besser gewesen, hier und da ein paar Seiten mehr zu schreiben, um die Motivation der Kolonisten (und vielleicht auch innere Konflikte) klar zu beschreiben. So aber wirkt der Roman zu linear und teilweise zu leer. Im dritten und letzten Abschnitt des Romans gelingt es dem Autoren dann, sich von Heinleins Pfad zu lösen, und der Roman beginnt eigenständiger zu werden. Allerdings lässt er das Ganze am Ende ein wenig zu offen enden.
Besonderer Dank gebührt dem Heyne Verlag, der quasi als Bonus die Erzählung „Fragen an einen Soldaten“ am Ende des Romans eingefügt hat. Dieses Stück Prosa, das eine fiktive Podiumsdiskussion zwischen John Perry und Kolonisten darstellt, gibt dem Leser einen tieferen Einblick in die politische Ordnung der Föderation. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Text keineswegs Bestandteil des Romans ist, sondern ein eigenständiger Text, der allerdings wunderbar den Roman abrundet.

Fazit: eine durchaus interessante Neuauflage von Sternenkrieger, die vor allen dann glänzte, wenn John Scalzi mit beißendem Humor die Vorgänge der Rekrutierung beschrieb. Seine Berichte der Kampfhandlungen waren jedoch weniger originell. So kann das Buch als interessanter Roman bezeichnet werden, der durchaus das Interesse an Fortsetzungen weckt. 7 von 10 Punkten.

Rusch
31.01.2009, 12:36
Hier meine Meinung zum herausragenden 2. Band.

Serie / Zyklus: Krieg der Klone, Band 2
Titel: Geisterbrigaden
Originaltitel: The Ghost Brigades (2006)
Autor: John Scalzi
Übersetzung: Bernhard Kempen
Verlag / Buchdaten: Heyne Verlag, Taschenbuchausgabe (2007), 428 Seiten, ISBN: 978-3-453-52268-8

Wie alt sind Sie?
77
Sind Sie nicht zu alt für einen Soldaten?
Nein, ich bin 77 Minuten alt.

Die Milchstraße ist ein feindlicher Ort. Viele verschiedene Völker kämpfen verbissen um die Planeten, die sich als Kolonien eignen, und um dieses Ziel zu erreichen sind alle Mittel recht. Die Menschheit ist auch nicht gerade zimperlich und bekämpft ihre Feinde mit geklonten Körpern, in die der Geist von alten Menschen transferiert wird. Die Vorstellung, dass man als alter Mensch wieder einen jungen, viel leistungsfähigeren Körper bekommt, hat für die Greise eine fast magische Anziehungskraft, und der Verbund der menschlichen Kolonien – koloniale Union genannt - muss sich keine Sorgen um neue Rekruten machen, die in den erbitterten Gefechten nur eine kurze Lebenserwartung haben. Doch nicht selten kommt es vor, dass der zukünftige Rekrut stirbt, bevor sein Geist transferiert werden kann. Diesen Klonen wird dann über den Computer - Brain Pal genannt - der jedem Klon zu Eigen ist, eine künstliche Persönlichkeit gegeben. Vom Zeitpunkt des Erwachens ist der Soldat sofort voll handlungsfähig und auch viel besser in der Lage, mit dem Brain Pal zusammenzuarbeiten als die herkömmlichen Soldaten. Diese Rekruten sind den Menschen unheimlich und sie werden in eigenen Einheiten, Geisterbrigaden genannt, zusammengefasst. Für beide Seiten scheint dies die beste Lösung zu sein, denn Angehörige dieser Einheiten empfinden die Normalgeborenen als langsam und unfähig, sich in den Bewusstseinsverbund einzuklinken, in dem die Geisterbrigaden leben. So überrascht es nicht, dass diese Brigaden eine schnelle Eingreiftruppe darstellen, die immer dort auftaucht, wo es am gefährlichsten ist.

Von einem dieser Einsätze bringen die Geisterbrigaden beunruhigende Nachrichten: Drei feindliche Völker haben sich verbündet, um die Menschheit zu besiegen, und es besteht kein Zweifel daran, dass die koloniale Union gegen diesen Ansturm nicht bestehen wird. Ein Wissenschaftler hat die Menschheit verraten und macht nun mit den Feinden gemeinsame Sache, und sein Wissen wird den fremden Völkern den Schlüssel zum Sieg geben. In einem verzweifelten Plan wird der Klonkörper des Mannes, den dieser zurückgelassen hatte um seinen eigenen Tod vorzutäuschen, erneut geklont, denn man hofft in den Gedächtnisstrukturen der Kopie auf Antworten und Hinweise zu stoßen. Ein gefährliches Spiel, denn auch der Klon könnte zu einem Verräter an der Menschheit werden.

Die Inhaltszusammenfassung mutet jetzt recht ausführlich an, aber es war notwendig, ausführlich auf die Ereignisse vom Vorgängerband einzugehen, die die Basis für diesen Roman darstellen. Geschickt nutzte John Scalzi das Setting und ging nun auf die Geisterbrigaden ein. Der Roman ist gut strukturiert, sehr durchdacht und einfallsreich. Der Autor spielt mit seinen Ideen und baut darauf seinen Roman auf. Das Ergebnis ist einer der besten SF-Romane aus dem Jahre 2006. Der Vergleich, der oft zu Robert A. Heinlein gezogen wird, ist durchaus berechtigt. Sowohl die Themenauswahl als auch die Art und Weise, wie er die Geschichte erzählt, zeugt davon, dass er eindeutig in den Spuren des Altmeisters wandelt. Tatsächlich kann die „Krieg der Klone“-Reihe als Fortsetzung zu "Starship Troopers" verstanden werden. Allerdings ist Scazis Roman viel moderner, und der Autor verspürt auch nicht den Drang, seine politischen Ansichten zu manifestieren. Statt dessen zog es Scalzi vor, einen spritzigen Action-SF-Roman zu verfassen, der den Leser von der ersten bis zu letzten Seite fesselt und den Vorgängerroman in mehr als einer Weise in den Schatten stellt.

So kann man nur sagen: Herr Scalzi, auf solche Romane haben wir lange gewartet. Bitte mehr davon. An diesem Werk gibt es wirklich nichts zu kritisieren. Er sollte als Beispiel für alle modernen SF Schaffenden gelten. Und dies gilt nicht nur für den Handlungsaufbau und den Erzählstil, sondern auch für die Einführung und für die Entwicklung der Protagonisten.
9 von 10 Punkten

Rusch
31.01.2009, 12:38
Und hier noch meinen Meinung zum dritten Band, der wirklich fantastisch war.

Serie: Krieg der Klone, Band 3
Titel: Die letzte Kolonie
Originaltitel: The Last Colony & The Sagan Diaries (2007)
Autor: John Scalzi
Buch/Verlagsdaten: Heyne Verlag, ISBN 978-3-453-52442-2, 482 Seiten

Noch immer tobt ein unerbittlicher Konflikt um die bewohnbaren Welten und viel Hundert Völker stehen in starker Konkurrenz um die begrenzte Zahl bewohnbarer Planeten. Die Menschheit mischt entschieden mit und konnte bislang ihren Einflussbereich ausbauen. Doch dann wird eine Allianz gegründet, das Konklave, das sich zum Ziel gesetzt hat, diese ständigen Kriege und die nicht enden wollende Gewalt zu beenden. Die Führer der Kolonialen Union der Menschen sehen darin eine Bedrohung ihrer Expansionsbestrebungen, und von Beginn an versuchen sie die Gründung dieser Organisation zu verhindert – ohne Erfolg. Das Konklave entsteht und sofort fordert es den Stopp aller Koloniegründungen. Jede ungenehmigte Kolonie soll vernichtet werden.
Nachdem John Perry seinen aktiven Dienst bei den Streitkräften der Kolonialen Union beendet hatte, ließ er sich mit seiner Frau auf einer abgelegenen Welt nieder. Von der Verschärfung der Situation weiß er noch nichts, als man ihn bittet, die Führung über eine neue Kolonie zu übernehmen. So sagt er zu, nicht wissend, dass die Gründung dieser Kolonie der erste strategische Schachzug der Kolonialen Union in einem Spiel ist, bei dem es um weit mehr geht als eine neue Kolonie, sondern um das Überleben der Menschen im Kosmos schlechthin.

Nach „Krieg der Klone“ und „Geisterbrigaden“ ist dies nun der dritte Band um John Perry und Jane Sagan. Ein Szenario, das sich sehr stark an Heinleins „Starship Tropper“ anlehnt, ist Grundlage für einen vielschichtigen Zyklus. Während der Altmeister sich auf einen Roman beschränkte, entwickelt John Scalzi die Geschichte weiter und bringt neue Idee hinein. Er bietet keineswegs Wiederholungen, sondern besticht durch eine konsequente Weiterführung der Geschichte. Mehr und mehr erfährt der Leser, was auf der galaktischen politischen Bühne gespielt wird. Es zeigt sich, dass die anderen Völker nicht unbedingt die Aggressoren sind, sondern dass die Menschheit selbst einer der größten Aggressoren ist und sie deswegen nur wenige Verbündete hat.

Vor diesem Szenario also erzählt der Autor eine vielschichtige, sehr durchdachte Geschichte, die mit einer enormen Spannung und nicht selten mit ironischen Anmerkungen den Leser bei der Stange hält und kaum zu Atem kommen lässt. Schon lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, der so gut konstruiert war und so viel Spass beim Lesen gemacht hat. Und so hat man das Buch schneller durch, als es einem lieb ist: ein sehr gutes Zeichen für einen Roman, und zu kritisieren gibt es nur sehr wenig. Die Figuren sind toll, die Handlung ist reich an Überraschungen und Autor John Scalzi lässt sich lange nicht in die Karten blicken. Abgesehen von einem kleinen Durchhänger nach der Romanmitte gibt es wirklich nichts, aber auch gar nichts zu bemängeln.
Deshalb 10 von 10 Punkten.

Eine Anmerkung noch: Wie schon beim ersten Band wurde auch hier wieder eine Novelle beigefügt. War es beim ersten Band eine Art Interview zwischen John Perry und Kolonialreportern stellt dieser Anhang nun das Tagebuch von Jane Sagan dar. Dies gibt dem Leser weiteres Hintergrundwissen zum Universum wie auch zu der Figur. Schön, dass sich Heyne zu diesem Schritt entschlossen hat.


Es gibt noch ein viertes Buch, aber das beleuchtet eine Nebenhandlung aus diesem Buch. Es wird demnächst bei Heyne erscheinen.

AMBER schattensturm
31.01.2009, 13:59
Wirklich tolle Rezensionen, damit hast Du es mit allen drei Bänden auf meine "Noch zu lesen"-Liste geschafft. Deine Texte machen richtig Lust auf mehr! *fan*

Ich schreibe dann hier, wie sie mir gefallen haben - was aber noch eine Weile dauern kann, weil ich davor mindestens noch vier andere Bücher lesen muss.*les*

Super wäre es allerdings, wenn Du Deinen Beiträgen auch noch die passenden Amazon-Links beifügen würdest, Rusch.

Anm zu Hathor & Verräter: Bin nach Lesen der ersten Rezension mit meiner Freundin erstmal einkaufen gegangen und habe dann gleich bei der Dritten weitergemacht, nachdem ich dachte ich hätte die zweite wohl auch schon gelesen. o.O

Verräter
31.01.2009, 14:36
Die Rezension vom 2. Buch ist exakt dieselbe wie vom ersten. Ist das gewollt, oder ein Versehen Rusch?

Hathor
31.01.2009, 16:18
Die Rezension vom 2. Buch ist exakt dieselbe wie vom ersten. Ist das gewollt, oder ein Versehen Rusch?

Genau, Verräter. Ich habs auch bemerkt, aber erst gedacht, ich hätte was an den Augen.

Amber scheint aber die Rezensionen zu allen drei Büchern problemlos zu sehen :D

Rusch
31.01.2009, 18:30
Die Rezension vom 2. Buch ist exakt dieselbe wie vom ersten. Ist das gewollt, oder ein Versehen Rusch?

Das war natürlich eine Versehen. Nun ist die Rezension zu "Die Geisterbrigaden" auch gepostet.

@Amber: Bei Amazon poste ich nur sehr wenige Meinungen und wenn dann nur in Auszügen. Der Grund ist, dass ich nicht gewillt bin, meine Rechte an meinen Rezensionen an Amazon abzutreten. Allerdings sind meine Rezension auch jederzeit über das Internet zu finden. D. h. wer eine Rezension zu einem Buch sucht, der findet meinen Text auch bei fictionfantasy.de.

Asfalasarion
24.07.2009, 22:41
Ich habe heute die ersten beiden Bände gelesen (den dritten hebe ich mir fürs Wochenende auf) und kann mich der positiven Kritik nur anschließen.
Zwar sind viele Ideen nicht neu und auch der Universumsaufbau ist nicht hundertprozentig plausibel, aber es ist einfach verdammt packend mit ausgezeichnetem Humor und sympathischen Charakteren.
Ich finde Scalzi besser als Heinlein (von dem ich zwar nur zwei Bücher gelesen habe, aber dessen politische Haltung mich so dermaßen ankotzt, dass ich wohl keine objektive Bewertung seiner Bücher geben kann).

Hathor
20.08.2009, 20:37
Endlich hatte es die Fortsetzung von Krieg der Klone ganz oben auf meinen SUB geschafft :)

Nach Ruschs enthusiastischer Rezi habe ich mich auf eine Steigerung gegenüber dem ersten Band gefasst gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht, nein, das kann man nicht sagen. Aber... besser als den Vorgänger bewerte ich die Geisterbrigaden nicht. Ich fand es schade, dass John Perry nur so am Rande erwähnt wurde, und dass nun Jane Sagan, der Klon seiner Ex-Frau eine große Rolle spielte, fand ich eher irritierend. An sie musste ich mich erst gewöhnen. Aber bis zum Schluss war sie mir dann sogar sympathisch.

Allerdings hat Jared die Lücke, die John Perry als Protagonist hinterlassen hat, sehr gut gefüllt. Mir gefiel sein Bemühen um soziale Entwicklung, um Humor und war fasziniert von seiner finalen Entscheidung...

John Scalzi ist für mich eine Entdeckung. Sein Schreibstil gefällt mir ausgezeichnet, seine Fachkenntnis ist hervorragend, aber zum Glück nicht belehrend, seine Charaktere haben Tiefgang. Und er scheut sich nicht, Fehler und Schwächen seiner Personen schonungslos aufzuzeigen und auch immer wieder überraschende Wendungen einzubauen. Oder auch mal einen wichtigen Charakter sterben zu lassen. So ist das Leben. Und der Krieg.

Ein sehr schönes Stück SciFi, das ich da lesen durfte :)

Zur Abrundung hier noch der Amazon-Link:

In ferner Zukunft wird der interstellare Krieg mit scheinbar bizarren Mitteln geführt: Für die Verteidigung der Kolonien im All werden nur alte, betagte Menschen rekrutiert. Menschen wie John Perry, der mit fünfundsiebzig noch einmal einen neuen Anfang machen will - und nicht ahnt, dass das größte Abenteuer seines Lebens auf ihn wartet.