Rusch
20.01.2008, 17:17
Titel: Ich bin Legende
Originaltitel: I am Legend (1954)
Autor: Richard Matheson
Übersetzung: Lore Strassl
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag, München, 1982
ISBN: 3-453-30803-4
Robert Neville sitzt im Garten und fertigt methodisch Holzpflöcke an. Obwohl er nicht recht versteht, was vorgefallen ist, weiß er doch eines: Die Legenden über Vampire sind wahr und fast die ganze Menschheit ist ihnen zum Opfer gefallen. Nach einem Siechtum starben alle Menschen, die ihm teuer waren und kamen als Wiedergänger zurück und versammeln sich des Nachts vor seinem Haus und rufen seinen Namen. Am Tag jedoch macht Neville sich auf und erledigt alle unliebsamen Nachbarn, die er finden kann. Irgendwie gewöhnt sich Neville an dieses Leben, denn die Methodik und der Tagesablauf ist alles, was ihm am Leben hält. Eines Tages jedoch trifft er bei Tage auf Ruth, einer Frau und alles ändert sich für ihn.
Richard Mathesons Erstlingsroman aus dem Jahre 1954 wirkt nach über 50 Jahren immer noch frisch und zeitgemäß. Die Geschichte von der ultimativen Apokalypse wird sehr eindringlich erzählt und der Leser ist von Beginn an verbunden mit Robert Neville und seinem aussichtslosen Bestreben. Von den ersten Szenen an, als Neville im Garten sitzt und Pfähle zuspitzt bis hin zur letzten Zeile des Buchs, die Ich bin Legende lautet, ist der Leser von dem Buch gebannt. Der Autor hält das Spannungsniveau von Beginn an bis zu Ende aufrecht und man begleitet Neville durch einen drei Jahre währenden Wahnsinn hindurch. Die sehr persönliche Schreibweise mit der Richard Matheson die Erlebnisse seines Protagonisten beschreibt, wecken im Leser ein ganz eigenes Gefühl der Leere, des Wahnsinns und einer erzwungenen Gleichgültigkeit.
Obwohl der Roman kurz ist, schreibt Matheson eine sehr dichte Erzählung und pack sehr viel hinein ohne dem Fehler zu verfallen, den Trott bis zum Ende hin durchzuziehen. Er ändert die Perspektiven und lässt seinen Protagonisten hinter die Wahrheit der Seuche schauen und konfrontiert ihn letztendlich mit Ursache dessen, warum er von der Vampirseuche verschont blieb. Ich bin Legende ist ganz ohne Zweifel ein Klassiker der SF und auch der Horror Literatur. Dieses Genre Crossover ist einer der ersten modernen Vampir Romane und entdeckt das Potential des Themas.
Das Werk wurde Anfang der 70er Jahre mit Charlton Heston verflimt, aber in der Verfilmung wurde zu keiner Zeit das Flair der Buchvorlage beschworen. Statt mit Vampiren bekam es Robert Neville mit den Opfern eine biologischen Waffe zu tun. Der Film kann als misslungen erachtet werden, was wohl auch daran lag, dass die Gewaltszenen des Romans überbetont und in den Vordergrund geschoben wurden. Ich rate jedem vom Film ab und empfehle das Buch zu lesen, das allerdings derzeit nur gebraucht zu bekommen ist. Alternativ kann man auch auf die englische Ausgabe aus der Reihe "SF Masterworks" zurückgreifen. Es lohnt sich auf jeden Fall: Ich bin Legende ist ein Roman, den mal gelesen haben sollte.
9 von 10 Punkten.
Originaltitel: I am Legend (1954)
Autor: Richard Matheson
Übersetzung: Lore Strassl
Verlag/Buchdaten: Heyne Verlag, München, 1982
ISBN: 3-453-30803-4
Robert Neville sitzt im Garten und fertigt methodisch Holzpflöcke an. Obwohl er nicht recht versteht, was vorgefallen ist, weiß er doch eines: Die Legenden über Vampire sind wahr und fast die ganze Menschheit ist ihnen zum Opfer gefallen. Nach einem Siechtum starben alle Menschen, die ihm teuer waren und kamen als Wiedergänger zurück und versammeln sich des Nachts vor seinem Haus und rufen seinen Namen. Am Tag jedoch macht Neville sich auf und erledigt alle unliebsamen Nachbarn, die er finden kann. Irgendwie gewöhnt sich Neville an dieses Leben, denn die Methodik und der Tagesablauf ist alles, was ihm am Leben hält. Eines Tages jedoch trifft er bei Tage auf Ruth, einer Frau und alles ändert sich für ihn.
Richard Mathesons Erstlingsroman aus dem Jahre 1954 wirkt nach über 50 Jahren immer noch frisch und zeitgemäß. Die Geschichte von der ultimativen Apokalypse wird sehr eindringlich erzählt und der Leser ist von Beginn an verbunden mit Robert Neville und seinem aussichtslosen Bestreben. Von den ersten Szenen an, als Neville im Garten sitzt und Pfähle zuspitzt bis hin zur letzten Zeile des Buchs, die Ich bin Legende lautet, ist der Leser von dem Buch gebannt. Der Autor hält das Spannungsniveau von Beginn an bis zu Ende aufrecht und man begleitet Neville durch einen drei Jahre währenden Wahnsinn hindurch. Die sehr persönliche Schreibweise mit der Richard Matheson die Erlebnisse seines Protagonisten beschreibt, wecken im Leser ein ganz eigenes Gefühl der Leere, des Wahnsinns und einer erzwungenen Gleichgültigkeit.
Obwohl der Roman kurz ist, schreibt Matheson eine sehr dichte Erzählung und pack sehr viel hinein ohne dem Fehler zu verfallen, den Trott bis zum Ende hin durchzuziehen. Er ändert die Perspektiven und lässt seinen Protagonisten hinter die Wahrheit der Seuche schauen und konfrontiert ihn letztendlich mit Ursache dessen, warum er von der Vampirseuche verschont blieb. Ich bin Legende ist ganz ohne Zweifel ein Klassiker der SF und auch der Horror Literatur. Dieses Genre Crossover ist einer der ersten modernen Vampir Romane und entdeckt das Potential des Themas.
Das Werk wurde Anfang der 70er Jahre mit Charlton Heston verflimt, aber in der Verfilmung wurde zu keiner Zeit das Flair der Buchvorlage beschworen. Statt mit Vampiren bekam es Robert Neville mit den Opfern eine biologischen Waffe zu tun. Der Film kann als misslungen erachtet werden, was wohl auch daran lag, dass die Gewaltszenen des Romans überbetont und in den Vordergrund geschoben wurden. Ich rate jedem vom Film ab und empfehle das Buch zu lesen, das allerdings derzeit nur gebraucht zu bekommen ist. Alternativ kann man auch auf die englische Ausgabe aus der Reihe "SF Masterworks" zurückgreifen. Es lohnt sich auf jeden Fall: Ich bin Legende ist ein Roman, den mal gelesen haben sollte.
9 von 10 Punkten.