Rotkätzchen
14.02.2009, 11:58
Kurzbeschreibung aus Amazon:
Ein Vater und sein Sohn wandern durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind. Es ist eiskalt, der Schnee grau. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Sie haben nichts als einen Revolver mit zwei Schuss Munition, ihre Kleider am Leib, eine Einkaufskarre mit der nötigsten Habe - und einander. "Die Straße" ist die bewegende Geschichte einer Reise, die keine Hoffnung lässt, nur die verzweifelte Liebe des Vaters zu seinem kränkelnden Sohn. Von der US-amerikanischen Kritik als "Meisterwerk" (Booklist) und als "das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte" (Publishers Weekly) apostrophiert, ist dies der Höhepunkt von McCarthys außergewöhnlichem literarischem Werk. Es ist ein Roman über die letzten Dinge, über das Schlimmste und Beste, zu dem die Menschheit fähig ist: ultimative Zerstörung, verzweifeltes Durchhaltevermögen und, nicht zuletzt, die Zärtlichkeit und Zuneigung, die Menschen im Angesicht der Vernichtung Kraft zum Überleben geben.
Eine Lektüre, die einen durchaus erschaudern lässt. Ein namenloser Vater zieht mit seinem namenlosen Sohn südwärts, in der vermeintlichen Hoffnung, dass es dort wärmer wäre. Soweit in groben Zügen der Plot. Recht viel mehr ist dem Plot letztendlich auch nicht hinzuzufügen. Die beiden gehen und gehen und gehen, mal halten sie an, mal schlafen sie unter Planen, mal besichtigen sie eine zerstörte Stadt, mal fürchten sie sich, mal drohen sie zu verzweifeln.
Die Sätze in dem Buch sind überraschend kurz gehalten. Es gibt kaum Nebensätze. Des Weiteren kommen viele Sätze ganz ohne Verben aus. Diese drastische "Abgehaktheit" intensiviert das postapokalyptische Bild, das der Autor zeichnet. Um dem ganzen noch mehr an Farbe und Facetten zu nehmen, verzichtet der Autor auch vollkommen auf Anführungszeichen bei wörtlichen Reden (oder macht sowas der Verlag??). Wörtliche Reden gibt es ohnehin nicht viele. Diejenigen, die es gibt, sind oftmals vom Erzähltext nicht hervorgehoben. Auch das unterstreicht die Monotonie, die endlose Leere und Gleichheit dieser zerstörten Welt.
Ein paar Mal musst ich mich über die Satzkonstruktionen wundern. Ich zitiere hier mal die ersten beiden Sätze eines Absatzes von Seite 17.
Die Schwärze, in der er in jenen Nächten erwachte, war blind und undurchdringlich. Eine Schwärze, dass einen vom Lauschen die Ohren schmerzten.
Ich weiß nicht recht, aber ich schätze, mein alter Deutschlehrer hätte sich darüber nicht gefreut. Eine Schwärze, dass einen die Ohren schmerzten? Ich finde da keinen Zusammenhang. Und Blind kann eine Schwärze auch nicht wirklich sein, sie macht allenfalls blind.
Abschließend sage ich, dass das Buch in seiner drastisch gezeichneten Monotonie wirklich beachtlich ist. Lesespaß war aber in dem Sinne nicht gegeben, was aber wohl auch vom Autor beabsichtigt war. Sonnenstein oder mal ein auflockerndes Wort sucht man hier vergebens. Es gibt nur Asche, Leere, Verzweiflung. In den USA wurde das Buch vor zwei Jahren mit dem Pulitzerpreis belohnt. Ob das gerechtfertigt ist, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Ein zweites Mal lesen werde ich das Buch definitiv nicht. In seiner eigenen Art und Form und der Intension, welche es vermitteln will, mag es wegweisend gewesen sein, meinen Geschmack traf es allerdings nicht. Nach dieser Lektüre brauche ich jedenfalls wieder etwas mit viel Sonnenschein. ;)
Ein Vater und sein Sohn wandern durch ein verbranntes Amerika. Nichts bewegt sich in der zerstörten Landschaft, nur die Asche im Wind. Es ist eiskalt, der Schnee grau. Ihr Ziel ist die Küste, obwohl sie nicht wissen, was sie dort erwartet. Sie haben nichts als einen Revolver mit zwei Schuss Munition, ihre Kleider am Leib, eine Einkaufskarre mit der nötigsten Habe - und einander. "Die Straße" ist die bewegende Geschichte einer Reise, die keine Hoffnung lässt, nur die verzweifelte Liebe des Vaters zu seinem kränkelnden Sohn. Von der US-amerikanischen Kritik als "Meisterwerk" (Booklist) und als "das dem Alten Testament am nächsten kommende Buch der Literaturgeschichte" (Publishers Weekly) apostrophiert, ist dies der Höhepunkt von McCarthys außergewöhnlichem literarischem Werk. Es ist ein Roman über die letzten Dinge, über das Schlimmste und Beste, zu dem die Menschheit fähig ist: ultimative Zerstörung, verzweifeltes Durchhaltevermögen und, nicht zuletzt, die Zärtlichkeit und Zuneigung, die Menschen im Angesicht der Vernichtung Kraft zum Überleben geben.
Eine Lektüre, die einen durchaus erschaudern lässt. Ein namenloser Vater zieht mit seinem namenlosen Sohn südwärts, in der vermeintlichen Hoffnung, dass es dort wärmer wäre. Soweit in groben Zügen der Plot. Recht viel mehr ist dem Plot letztendlich auch nicht hinzuzufügen. Die beiden gehen und gehen und gehen, mal halten sie an, mal schlafen sie unter Planen, mal besichtigen sie eine zerstörte Stadt, mal fürchten sie sich, mal drohen sie zu verzweifeln.
Die Sätze in dem Buch sind überraschend kurz gehalten. Es gibt kaum Nebensätze. Des Weiteren kommen viele Sätze ganz ohne Verben aus. Diese drastische "Abgehaktheit" intensiviert das postapokalyptische Bild, das der Autor zeichnet. Um dem ganzen noch mehr an Farbe und Facetten zu nehmen, verzichtet der Autor auch vollkommen auf Anführungszeichen bei wörtlichen Reden (oder macht sowas der Verlag??). Wörtliche Reden gibt es ohnehin nicht viele. Diejenigen, die es gibt, sind oftmals vom Erzähltext nicht hervorgehoben. Auch das unterstreicht die Monotonie, die endlose Leere und Gleichheit dieser zerstörten Welt.
Ein paar Mal musst ich mich über die Satzkonstruktionen wundern. Ich zitiere hier mal die ersten beiden Sätze eines Absatzes von Seite 17.
Die Schwärze, in der er in jenen Nächten erwachte, war blind und undurchdringlich. Eine Schwärze, dass einen vom Lauschen die Ohren schmerzten.
Ich weiß nicht recht, aber ich schätze, mein alter Deutschlehrer hätte sich darüber nicht gefreut. Eine Schwärze, dass einen die Ohren schmerzten? Ich finde da keinen Zusammenhang. Und Blind kann eine Schwärze auch nicht wirklich sein, sie macht allenfalls blind.
Abschließend sage ich, dass das Buch in seiner drastisch gezeichneten Monotonie wirklich beachtlich ist. Lesespaß war aber in dem Sinne nicht gegeben, was aber wohl auch vom Autor beabsichtigt war. Sonnenstein oder mal ein auflockerndes Wort sucht man hier vergebens. Es gibt nur Asche, Leere, Verzweiflung. In den USA wurde das Buch vor zwei Jahren mit dem Pulitzerpreis belohnt. Ob das gerechtfertigt ist, darüber kann ich mir kein Urteil erlauben. Ein zweites Mal lesen werde ich das Buch definitiv nicht. In seiner eigenen Art und Form und der Intension, welche es vermitteln will, mag es wegweisend gewesen sein, meinen Geschmack traf es allerdings nicht. Nach dieser Lektüre brauche ich jedenfalls wieder etwas mit viel Sonnenschein. ;)