Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lyrik Der traurige Tod eines Selbstbewusstseins
Nightfarer
16.02.2009, 18:43
Ich habe meine 100 Beiträge zusammen, und stell jetzt auch mal was rein. Ich bitte um Meinung. Rechtschreibfehler sind Stilmittel :D.
Edit: Tut mir Leid wenn Rechtschreibfehler drinnen sind, aber ich sehe die nie wirklich. Was mich manchmal etwas nervt. Also bitte darüber hinwegsehen.
Danke schonmal im Voraus.
Der traurige Tod eines Selbstbewusstseins
Tief am Boden liegend,
vor Schmerzen stöhnend,
ein Haufen Elend seiner selbst,
er sich dem Tode stellt.
Ein Junge vom zarten Alter,
an sich selbst gescheitert,
zerschellt an der Welt,
die ihn in seinen Armen hält.
Ich bin ganz allein,
schreit er und weint,
wollte doch sein wie jeder ander'
flüstert und kreischt er wandernd.
Innerlich noch so mutig,
früher so anmutig,
so Stolz und Elegant,
schritt er lächelnd voran.
Doch jetzt steht er da,
still, schweigend entlang,
entlang einer Mauer,
bestehend aus Trauer.
Zerschlagen die Seele,
am Boden liegend die Gene,
vor allem das Gen seiner selbst,
das langsam zerfällt.
Am Boden sein Körper,
über den die Menschen stolpern,
nun war es für immer fort,
und doch an einen schöneren Ort.
Schöner war der Ort,
schöner als er hier dort,
zerfressen von den Menschen,
die an Kannibalismus grenzen.
Gewalt und Einsamkeit,
ist das einzige wie es scheint,
das einzige in seinen leben,
dass ihn auf einmal gegeben.
Seine innere Stärke,
die voller schöner Werke,
war nun davon,
und ist nun zerronn'.
Wieder ein Tod,
die Gesichter aber nicht rot,
wieder ein totes Selbstbewusstsein,
wieder jemand der nicht darf so sein.
Jemand der anders war,
von der Muse geküsst sogar,
aber doch so verschieden,
von den ganz vielen.
Er dürfte nicht sein,
zum Sterben war er aber zu rein,
er ist jetzt leer und allein,
aber kann nicht mehr sein.
Nun war er für immer einsam,
und auch grausam schweigsam,
nun war er verloren,
und wird auch nie mehr so geboren.
Cullabay
18.02.2009, 18:14
Hm, ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll aber ich empfinde das Gedicht als sehr unausgegoren. Du selbst weißt was Du sagen willst. Aber es gelingt Dir nicht es mit gut sitzenden Worten ( die müssen nicht gereimt sein) es so auszudrücken, dass der Eindruck eines in sich geschlossenen Werks entsteht. Vieles ist zu vage, es wiederholt sich z.T. und einiges ist schlicht nicht verständlich weil es z.T. auch eine falsche Grammatik beinhaltet. Das ist leider mehr als Rechtschreibfehler.
Wenn Du willst, dass das was Du selbst empfindest auch bei Deinem Leser rüberkommen soll, solltest Du Dein Gedicht nochmal gründlich überarbeiten, es etwas kürzen und Dir genauer überlegen, welche Worte die Gefühle tatsächlich transportieren.
Ich würde mich über eine bearbeitete Form freuen.*ja*
Nightfarer
18.02.2009, 19:29
Hm, ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll aber ich empfinde das Gedicht als sehr unausgegoren. Du selbst weißt was Du sagen willst. Aber es gelingt Dir nicht es mit gut sitzenden Worten ( die müssen nicht gereimt sein) es so auszudrücken, dass der Eindruck eines in sich geschlossenen Werks entsteht. Vieles ist zu vage, es wiederholt sich z.T. und einiges ist schlicht nicht verständlich weil es z.T. auch eine falsche Grammatik beinhaltet. Das ist leider mehr als Rechtschreibfehler.
Wenn Du willst, dass das was Du selbst empfindest auch bei Deinem Leser rüberkommen soll, solltest Du Dein Gedicht nochmal gründlich überarbeiten, es etwas kürzen und Dir genauer überlegen, welche Worte die Gefühle tatsächlich transportieren.
Ich würde mich über eine bearbeitete Form freuen.*ja*
Ich wollte es mal mit dem Reimen probieren, aber so wie es scheint liegt es mir irgendwie überhaupt net. Ich glaub ich schreib wirklich mal eine reimlose Version.
kleine_elfe
25.02.2009, 03:46
Hm, ich weiß nicht genau wie ich es sagen soll aber ich empfinde das Gedicht als sehr unausgegoren. Du selbst weißt was Du sagen willst. Aber es gelingt Dir nicht es mit gut sitzenden Worten ( die müssen nicht gereimt sein) es so auszudrücken, dass der Eindruck eines in sich geschlossenen Werks entsteht. Vieles ist zu vage, es wiederholt sich z.T. und einiges ist schlicht nicht verständlich weil es z.T. auch eine falsche Grammatik beinhaltet. Das ist leider mehr als Rechtschreibfehler.
Wenn Du willst, dass das was Du selbst empfindest auch bei Deinem Leser rüberkommen soll, solltest Du Dein Gedicht nochmal gründlich überarbeiten, es etwas kürzen und Dir genauer überlegen, welche Worte die Gefühle tatsächlich transportieren.
Ich würde mich über eine bearbeitete Form freuen.*ja*
Ich bin ja noch neu hier, aber ich geb jetzt auch mal meinen Kommentar zu deinem Gedicht ab.
Hab den oberen Kommentar mal zitiert, weil ich genau das selbe denke. Also der Titel hat mich total Neugierig gemacht und als ich das Gedicht gelesen hab war ich hin und her gerissen zwischen aha und Stirnrunzeln.
Ich glaube verstanden zu haben, was du mit dem Gedicht sagen willst, aber es kommt nicht wirklich gut rüber. Vielleicht solltest du es nochmal ohne Reime versuchen, da du hier ja eh keinem festen Reimschema gefolgt bist. Ich glaube frei von der Leber geschrieben ohne Reime, eine Gedicht muss sich ja nicht Reimen, würde es viel besser rüber kommen.
Ich würde mich jedenfalls auch freuen eine überarbeitete Fassung zu lesen.
Lg Jenny
Airoswen
25.02.2009, 11:14
Hi Nightfarer,
mal abgesehen davon, ob sich das Gedicht reimen soll oder nicht, so möchte ich als kleine Hilfe anmerken, dass Gedichte eine Kurzform einer Geschichte sein sollen. In dem Wort Gedicht, steckt "Dichtung", also Verdichtung drin. Verdichte dein Gedicht (kürzen, auf den Punkt bringen, etc.)
Für mich macht die Faszination eines Gedichtes aus, wenn man es in Metaphern verpackt oder aber einen besonderen Schreibstil hat. Wörter und eine Aneinanderreihung findet, die andere Dichter noch nicht gefunden haben.
Zum Titel: Der traurige Tod eines Selbstbewusstseins.
Das ist, sorry, schwülstig. Ein trauriger Tod ist zuviel an "traurig", da Tod, also sterben schon traurig genug ist. Ich würde hier anraten, einen anderen Titel zu wählen, der nicht in Gänze verrät, worum es in dem Gedicht geht.
Das Gedicht ansich, wirft dem Leser die Befindlichkeiten nur so um die Ohren. Solche Befindlichkeiten (nicht negativ gemeint, aber es ist nun mal das passende Wort dafür) sind nichts Neues, hat man schon hundertmal in anderer Form gelesen.
Ein Junge vom zarten Alter,
an sich selbst gescheitert,
zerschellt an der Welt,
die ihn in seinen Armen hält.
Anhand dieser Strophe will ich dir aufzeigen, wo es - meiner Meinung nach - schwächelt: Ein "Junge" impliziert schon, dass er "jung" ist. Warum also das "zarte Alter" erwähnen? Welchen Sinn erfüllt dieser Zusatz?
Dann: Die Welt "hält" ihn in seinen Armen. Das assoziiert ein geborgenes Gefühl, weil "in Armen halten" etwas Positives ist. Ist diese Assoziation von dir tatsächlich gewünscht? Vermutlich nicht, weil im Vers darüber steht ja, dass er an der Welt zerschellt. Im Kontext mag das anders von dir gemeint sein, aber es steht in Worten da, die nicht das ausdrücken, was du meinst.
Zumal, wenn die Welt "ihn" in Armen hält, kann er schlecht daran zerschellen. Also von der Logik her funktioniert das so nicht.
Verstehe mich bitte nicht falsch, ich sage nicht, dass dein Gedicht schlecht oder gut ist. Ich mache dich nur auf etwaige handwerkliche Mängel aufmerksam und will dich zum Nachdenken anregen. Letztendlich darf, kann, soll jeder Gedichte so verfassen, wie er das will. Nur wenn jemand Feedback möchte und ich gerade Zeit und Lust für Kritik habe, dann schreibe ich sie auch.
Bei einem guten Gedicht, sitzt jedes Wort und ist genau so vom Dichter - an genau der Stelle wo es steht - gewollt. Jedes Wort, jedes Komma, jeder Punkt. Dichten ist schwer, ich weiß. Aber nur Mut, versuche es nochmal. :)
Die beste Stelle, ist meiner Meinung nach: nun war er verloren,
und wird auch nie mehr so geboren. Das ist wirklich eine berührende Stelle für mich gewesen.
Weil es mir nicht aus dem Kopf ging, will ich dir schnell hingeschluderte Beispiele geben. Wohl gemerkt, es sind Beispiele, kein fertiges oder überarbeites Gedicht.
Achte mal auf Rhythmus und wie die Wirkung sein könnte.
Wohin gehst du,
die,
die mich trägt,
aber nicht mehr gefällt.
Oder:
Aus raus,
rein,
raus, verloren,
werd nie mehr,
nie mehr so geboren.
In Metaphern, ein (Klischee-)Beispiel:
Der Mond heulte
den jungen Wolf
tot.
Nightfarer
25.02.2009, 19:18
Also danke erstmal für die Kritik, ich werde das Gedicht demnächst mal neu schreiben, ohne Reime und hier mal reinstellen, da es sich auch hier viele wünschen.
Dann: Die Welt "hält" ihn in seinen Armen. Das assoziiert ein geborgenes Gefühl, weil "in Armen halten" etwas Positives ist. Ist diese Assoziation von dir tatsächlich gewünscht? Vermutlich nicht, weil im Vers darüber steht ja, dass er an der Welt zerschellt. Im Kontext mag das anders von dir gemeint sein, aber es steht in Worten da, die nicht das ausdrücken, was du meinst.
Zumal, wenn die Welt "ihn" in Armen hält, kann er schlecht daran zerschellen. Also von der Logik her funktioniert das so nicht.
Das mit der Geborgenheit ist gewollt. Kurze Erklärung dafür. Zuerst fühlt er sich in der Welt wohl, dann wird er fortgestoßen und als er versucht wieder reinzukommen, zerschellt er daran. Aber jetzt wo ich sehe wo es habert, verstehe ich warum hier viele etwas missverstehen. Aber hingedichtet ist es eigentlich nicht, aber ich habe glaube ich mehr verpackt als ich wirklich wollte. :D
Ich wollte einfach mal ein Gedicht wieder schreiben, gut weiß ich, bin ich selber nicht. Aber Übung macht des Meister. Danke nochmals für die Kritik.
Nightfarer
27.02.2009, 17:57
Da hier ein paar eine reimlose Version wollten, habe ich mal eine geschrieben. Hab mir Mühe gegeben. Für Kritik bin ich dankbar.
Am Boden liegt er,
der Junge von nebenan,
ein Häufchen Elend seiner selbst,
er auf den Tod wartet.
Früher war er so anders,
selbstbewusst und lächelnd gelaufen,
hat viel geredet und gelacht,
viel unternommen und strotze vor Kraft.
Aber nun war er zerschlagen,
früher hielt ihn die Welt sanft,
jetzt stößt sie ihn ab,
will er zu ihr zurück, zerschellt er daran.
Er war von der Muse geküsst,
talentiert und wahnsinnig begabt,
aber was ist er nun?
Nicht mehr das, was er mal war.
Zusammengerollt und weinend,
sitzt er in seinem dunklen Haus,
nie lässt er sich blicken,
und er will auch keinen mehr sehen.
Nun, er ist gestorben,
sein inneres ich war fort,
einsam ist er jetzt,
und grausam schweigsam noch dazu.
Zerfressen von den kannibalischen Menschen,
die an ihn Gebissen haben als wäre er Fleisch,
Gewalt war sein lästiger Alltag,
und er bekam ein neues Ich.
Niemand fühlt sich Schuld dafür,
dabei hat ein jeder einen Teil beigetragen,
Niemand will darüber etwas sagen,
den niemand traut sich der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
Nun war der Junge eh schon verloren,
helfen kann man ihn nicht mehr,
gestorben ist er innerlich,
und wird auch nie wieder so geboren.
Hi Nightfarer,
ich habe jetzt beide Gedichte ziemlich schnell nach einander gelesen. Beim ersten Versuch haben mich vor allem die Reime stutzig gemacht, weil es sich für mich aufgedrungen anfühlte. Die neue Version ist meinen Empfinden nach sehr 'voll'. Ich glaube auch verstanden zu haben, worum es dir geht, aber ich bin der Meinung manchmal ist weniger mehr. Ich glaube, dass man es mit weniger Worten mehr auf den Punkt kriegen könnte.
Manche Zeilen lesen sich für mich wirklich flüssig, andere nicht. Ich will das Gedicht nicht schlecht reden, aber ich glaube, nachdem ich jetzt beide Versuche gelesen habe, dass du es noch besser kannst. WEIL den Inhalt finde ich interessant und vor allem den Ansatz, wie du an das Thema heran gehst. Deswegen möchte ich jetzt auch nicht mit Beispielen arbeiten, weil ich da nicht gut einschätzen kann, was dir erhaltenswert ist und wo du meinst, gut da kann ich vielleicht weniger draus machen, um mehr zu sagen.
Hoffe meine Gedanken können dich inspirieren.
LG
Vilba
Cullabay
01.03.2009, 14:38
Die zweite Version gefällt mir schon viel besser. Aber ich habe trotzdem immer noch Kritik für dich übrig.
Jetzt, da das Gedicht nicht mehr in Reimform steht solltest von der Erzählform wegkommen. In einem Gedicht muß man nicht in jeder Zeile Subjekt und Partizip (heißt das so?) wiederholen. Vielmehr um es von einer Erzählung abzugrenzen sollte man Worte einsparen wo möglich.
Beispiele:
Am Boden liegt er,
der Junge von nebenan,
ein Häufchen Elend seiner selbst,
wartet auf den Tod
früher war er anders,
lief selbstbewußt und lächelnd,
hat viel geredet und gelacht,
viel unternommen, strotzte voller Kraft.
Nun ist er zerschlagen,
früher hielt die Welt ihn sanft.
Jetzt stößt sie ihn ab,
will er zu ihr zurück, zerschellt er dran.
usw.
zumindest in einem Gedicht, das v. a. Gefühle transportieren soll ist Sparsamkeit wichtig. Ausnahme ist die Ballade, die tatsächlich eine Erzählung in Gedichtform ist.
HIS DARK MATERIALS
27.04.2009, 16:37
Seine innere Stärke,
die voller schöner Werke,
war nun davon,
und ist nun zerronn'.
Also ic finde das ganze Gedicht ganz gut nur diese Stelle solltest du etwas verbessern.*grins*
Die 2.te Variante gefällt mir auch besser als der erste Teil.
Dennoch möchte ich nicht unbedingt negativ kritisieren.
Aber den Sinn drin und wie du es umgesetzt hat ist schon sehr interessant.
Vielleicht fehlt dort nur eine Kleinigkeit, obwohl ich nicht mit Gewissheit sagen kann was es ist. Irgendwas fehlt jedenfalls. Ein herausstechendes Merkmal vielleicht, an der Wortwahl an sich.
lg
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