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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinn und Unsinn von Rezensionen


Rusch
02.02.2008, 19:42
Ja, der Preis des Buchs... Der ist echt heftig, auch wenn die Ausgabe wirklich schön ist. Da habe selbst ich in den sauren Apfel beißen müssen, denn der Überreuter Verlag hält nichts von der Internet Szene und sieht jeden dort investierten Euro als rausgeschmissenes Geld an. Ich hatte die angeschreiben und die Antwort war arrogant und abweisend. Aber sie war in sich auch sehr komisch:

Sie lautete ungefähr so:

"Sie werden sicherlich verstehen, dass wir keine Exemplare dieses Klassikers der Fantasy Literatur für Rezensionszwecke mehr hergeben werden. Wir sehen nicht viel Sinn in Rezensionen im Internet."

So weit und so ungefähr. Interessant ist, dass der Verlag Tintenblut bereits 6 Monate nach erscheinen schon als Klassiker bezeichnet. Ich haben diesen Verlag nie wieder angeschrieben und ich habe mich beim Lesen auf die Verlage konzentriert, die die Arbeit eines Rezensenten noch würdigen (und das sind die meisten anderen Verlage).

Táralóm
03.02.2008, 16:39
Das ist schon sehr seltsam, ja. Mittlerweile legen ja eigentlich alle darauf wert, dass ihre Produkte im Internet gut vertreten sind. Ich seh es ja auch an mir, bevor ich ein Buch kauf, schau ich mich erst im Internet um, was dazu gesagt wurde.
Aber gut, sie schaden sich damit eh nur selbst!

Für welche Seite schreibst du noch einmal? Muss gestehen, dass ich es vergessen hab! ; )

Rusch
03.02.2008, 19:49
Ich schreibe für Fictionfantasy.de. Dort bin ich auch Co-Admin so lange es die Seite gibt.
Insgesamt gibt es dort inzwischen weit über 400 Buchrezensionen von mir. Es ist schon gewaltigt, was sich so über die Jahre ansammelt.

Livrion
04.02.2008, 00:18
Ich vermute mal, dass Überreuter das ganz gut überleben kann.
So schlecht geht es denen glaub ich nicht, allein wegen Hohlbein.
Und Rezensionen im Internet...
So viel geb ich auch nicht darauf. Was soll mir das sagen, wenn Peter B. aus Buxtehude und Admin des Forums www. lesenfürarme.de ein Buch nicht so toll findet....
Klappentexte und Rezensionen im Internet gehen für mich in die gleiche Richtung, nämlich relativ nichtssagend und ziemlich unbedeutend....

Anders sieht es bei Diskussionen und dem Austausch über Bücher aus, wie es hier im Forum der Fall ist.

Táralóm
04.02.2008, 09:38
Na.. ich glaub, da ist ein neuer Beitrag fällig, mmh? @ Rusch

Bei mir ist es genau das Gegenteil. Ich vertrau lieber jemanden, der schon seit 10 Jahren Fantasy/Sci Fi liest und wirklich Ahnung davon hat, anstatt jemandem, der sein erstes Buch aus dieser Gattung gelesen hat und danach alle Foren zujammert wie toll es nicht ist!
Natürlich glaub ich nicht jedem, der irgend ein Buch bewertet, aber Rusch, zB, hat schon eine Menge Leseerfahrung und ich würde mich sofort von ihm beraten lassen! Die Juwelen tummeln sich nämlich nicht mehr in der Bestseller-Liste und auch nicht bei den Neuerscheinungen.

Rusch
04.02.2008, 11:24
Natürlich sind die sog. Rezensionen, die nur Cover und Umschlagtext enthalten nicht die Bytes wert. Wir alle wissen um den Mist, der auf Bücherrückseiten steht. Allerdings muss ich auch sagen, dass Fictionfantasy.de eben nicht irgend ein Popelseite ist. Wir haben inzwischen über 3000 Buchrezensionen und das sind echte Rezensionen. Insgesamt gibt es fast 6500 Seiten mit Rezensionen zu Büchern, Filmen und Hörspielen und es gibt sehr viele Autorenseiten. Ich kann, ohne zu übertreiben, sagen, dass die Seite zu den großen gehört und ca. 500 Besucher pro Tag belegen dies. Mit Heyne und Random House habe ich zum Beispiel allerbeste Kontakte. Ich bekomme jedes Buch, das ich haben will und da gab es nie ein rumgezicke.

Ich persönlich besorge mir ein Buch immer erst nach einer Rechereche im Internet. Der Erfolg gibt mir recht, denn nur sehr selten liege ich daneben und meist sind das dann Bücher, die ich im Zuge meiner Komitee Mitgliedschaft für den Deutschen Science Fiction Preis lese. Das ist derzeit - das könnt ihr mir glauben - ziemlich aufwendig. Ich muss bis Ostern noch zwei Romane und eine Anthologie liesen, um dann aus einem ausreichenden Fundus nominieren zu können und dann geht es erst richtig Los, denn ich gut drei Monaten muss dann jedes Komintee Mitglied die noch nicht gelesen Werke nachholen. 2007 war ein ziemlich produktives Jahr, was SF betrifft. Aber ich schweife ab.

Rezensionen - richtige Rezensionen - können einem sehr viel helfen. Vor allem, wenn der Verfasse die Stärken und Schwären einen Romans gut darliegt. Ich weiß inzwischen ganz genau, was mir gefällt und kann das dann bewerten.

Warin
04.02.2008, 16:14
Für mich ist das entscheidenden, von wem eine Rezension stammt. Kenne ich denjenigen und weiß ich, dass unser Geschmack irgendwo ähnlich ist, werde ich mich von der Rezension viel mehr beeinflussen lassen, als wenn sie von einem Unbekannten verfasst wurde, auch wenn sie noch so gut ist.

Deswegen hat eine Rezension innerhalb einer Community sicher einen höheren Stellenwert für mich, als eine auf Amazon. Wenn dem Verlag es das nicht wert ist, kann ich nur sagen, schön blöd.

Rusch
04.02.2008, 19:15
Stimmt schon: Es ist wichtig zu wissen wer schreibt. Bei Amazon schaue ich mir eigentlich nur die schlechten Wertungen an. Anhand dessen, warum jemand ein Buch schlecht wertet, kann man viele Scklüsse auf das Werk ziehen. Und man merkt recht schnell, ob der schreiber Ahnung hat, oder ob es einer der Hohlbein-ist-wirklich-der-beste-Autor Leser ist. ;)

Ansonsten haber ich auch so meine Lieblingsrezensenten, bei denen ich inzwischen auch recht gut zwischen den Zeilen lesen kann.

Táralóm
07.02.2008, 11:25
Die Rezessionen bei Amazon sind ja stellenweise auch furchtbar! ; ) Da tummeln sich viel zu viele Menschen, die keine Ahnung von Literatur haben und dennoch glauben, sie müssten jetzt ein Essey darüber schreiben.

In Wien gibt es einen "Fantasy-Store" und da gibt es einen Verkäufer, der glaub ich auch alles gelesen hat, was es auf dem Markt gibt und den segier ich immer mit Fragen bzw. Wünschen! ; )

Rusch
07.02.2008, 12:18
Am liebsten mag ich die "Rezis", in denen der Inhalt haarklein nacherzählt wird, dann aber nur noch steht: "Das Buch war gut."

Ollowain
08.02.2008, 16:10
Am allerschlimmsten finde ich die Rezensionen, bei denen sich von der Rechtschreibung her sogar ein Erstklässler eine 6 holen würde, die einem die wichtigsten Stellen des Buches spoilern, das Buch trotzdem un-/ oder kaum begründet als totale Enttäuschung abstempeln und - warum auch immer - zuerst zu lesen sind.
Was soll das? X.X Den Leser von diesem Buch abschrecken?

Eine vernünftige Rezension sollte nicht von Fehlern wimmeln, wie ne Tastatur von Bakterien und möglichst nicht die interessantesten Stellen spoilern.
Wenn man ein Buch nicht gut findet und der Meinung ist, man müsse unbedingt andere Leser davor warnen, dann sollte man in der Rezension ausführlich begründen, warum das Buch nicht gefallen hat.
Das ist meine Meinung.

Was sagt ihr dazu?

Teylen
11.02.2008, 21:06
Allgemein sollten Texte nicht von Fehlern wimmeln. Ein paar Tippfehler oder ähnliches machen mir zwar nicht so viel aus, aber wenn spätestens jedes zweite Worte falsch ist, verliert so ziemlich jeder Text an Glaubwürdigkeit.

Ansonsten stimme ich Ollowain zu, dass ein Rezensent bei einer schlechten Bewertung möglichst genau begründen können sollte was denn nicht so gut ist.


Mir gefallen Rezensionen (zu Fantasy- und SciFi-Büchern) am besten, wenn ich einen ungefähren Eindruck bekomme in was für einer Welt das Buch spielt, wer die wichtigsten handelnden Personen sind und um was es geht. Damit bekomme ich einen Eindruck, ob es mir gefallen könnte. Die eigentliche Meinung des Rezensenten sollte für mich eher zweitrangig in der Rezension sein. Einfach weil jeder einen anderen Geschmack hat.

Ich muss aber zugeben, dass ich Rezensionen zu Romanen auch eher selten lese.

Ich orientiere mich meist an Empfehlungen von Freunden, anderen Bekannten oder von meinem Lieblings-Fantasy/SciFi-Laden, um was neues zum Lesen zu finden. Wobei ich diesen Empfehlungen um so mehr traue, je mehr der Geschmack des Empfehlenden dem meinigen ähnelt.

Rusch
11.02.2008, 21:26
Eine vernünftige Rezension sollte nicht von Fehlern wimmeln, wie ne Tastatur von Bakterien und möglichst nicht die interessantesten Stellen spoilern.
Wenn man ein Buch nicht gut findet und der Meinung ist, man müsse unbedingt andere Leser davor warnen, dann sollte man in der Rezension ausführlich begründen, warum das Buch nicht gefallen hat.
Das ist meine Meinung.

Was sagt ihr dazu?

Du hast vollkommen recht, auch wenn mir das nicht immer gelingt. Ich werde mich mein ganzes Leben mit meiner Legasthenie herumschlagen. Aber seit ich viel schreibe ist es deutlich besser geworden.

Ich habe es mir zur Regel gemacht, bis maximal zum Ende vom ersten Dritte den Inhalt zu berschreiben und dann mit einem Satz einen Ausblick auf den Rest des Buches zu geben. Und ich versuche (es gelingt mir nicht immer) den Rezensionstext doppelt so lange ausfallen zu lassen wie die Inhaltsbeschreibung. Im Prinzip ist das auch genau der Ansatz, den ich von Rezensionen erwarte, die ich lese. Oft sind sie mir zu lange, manche Rezensenten schreiben über zwei oder noch mehr Seiten. Mir gehen da immer schnell die Worte aus. Ich bewundere das, wenn sich jemand so intensiv mit einem Buch auseinander setzen kann, aber gerne lese ich so etwas nicht. Das ist aber mein Geschmack und viele mögen eine Gegenteilige Meinung haben. Ist halt auch eine Geschmackssache.

nyx
12.02.2008, 15:26
Also mir gefallen kurze, auf den Punkt gebrachte Rezensionen wesentlich besser als ellenlange Kritiken. Ich erwarte von einer Rezension, dass sie mir mitteilt, ob es sich lohnt das Buch zu lesen und nicht haarklein jedes Detail schon im Vorraus erläutert. Ich will schließlich auch noch Raum haben, um mir eine eigene Meinung bilden zu können. Und was für mich bei einem Buch am meisten zählt ist der Gesamteindruck, den es bei mir auslöst, nicht ob der Autor hier eine kleine Ungenauigkeit übersehen hat, oder da eine nicht ganz nachzuvollziehende Handlung existiert.

Ollowain
15.02.2008, 19:43
Du hast vollkommen recht, auch wenn mir das nicht immer gelingt. Ich werde mich mein ganzes Leben mit meiner Legasthenie herumschlagen. Aber seit ich viel schreibe ist es deutlich besser geworden.


Du hast Legasthenie? *eek* Hätte ich nicht gedacht. In deinen Posts sind mir bisher keine Fehler aufgefallen. Und dabei dürftest du der User mit den meisten Posts sein X.X

Ich habe es mir zur Regel gemacht, bis maximal zum Ende vom ersten Dritte den Inhalt zu berschreiben und dann mit einem Satz einen Ausblick auf den Rest des Buches zu geben. Und ich versuche (es gelingt mir nicht immer) den Rezensionstext doppelt so lange ausfallen zu lassen wie die Inhaltsbeschreibung. Im Prinzip ist das auch genau der Ansatz, den ich von Rezensionen erwarte, die ich lese. Oft sind sie mir zu lange, manche Rezensenten schreiben über zwei oder noch mehr Seiten. Mir gehen da immer schnell die Worte aus. Ich bewundere das, wenn sich jemand so intensiv mit einem Buch auseinander setzen kann, aber gerne lese ich so etwas nicht. Das ist aber mein Geschmack und viele mögen eine Gegenteilige Meinung haben. Ist halt auch eine Geschmackssache.

Mir sind kurze Rezensionen eigentlich am liebsten.
Rezis, die länger als eineinhalb Seiten lang sind lese ich sehr selten, weil ich oft denke, dass weitgreifende Spoiler darinstecken - stimmte auch leider manchmal.

Rusch
15.02.2008, 20:40
Du hast Legasthenie? *eek* Hätte ich nicht gedacht. In deinen Posts sind mir bisher keine Fehler aufgefallen. Und dabei dürftest du der User mit den meisten Posts sein X.X


Naja, lies mal genauer darüber und Du wirst schon hier und da einen typischen Legastheniker Fehler finden. Heute stehe ich einfach drüber und bei Fictionfantasy.de habe ich liebe Leute, die auch mal einen Fehler ausmerzen. Die heutigen Hilfsmittel helfen sehr. Inzwischen habe ich selbst bei Outlook die Rechtschreibkontrolle eingeschaltet und nach dem 50sten Mal oder so merkt sich auch mein Gehirn, wie man was schreibt. Es ist wahnsinnige Übungssache und da ich viel schreibe habe ich es gut im Griff.