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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Carlos Fuentes - Unheimliche Gesellschaft


Hathor
18.03.2009, 14:20
»Die Literatur ist eine Form des Exorzismus. Sie treibt die Dämonen aus, die wir in uns haben.« Carlos Fuentes Engel und Dämonen, Gespenster und Vampire treiben ihr Unwesen mit schönen Frauen und selbstbewussten Männern. Schmal ist der Grat, der Leben und Tod, Diesseits und Jenseits voneinander trennt. Das Unheimliche kommt mit leichtem Schritt, und das alltäglich Vertraute verliert den Boden unter den Füßen. Carlos Fuentes erzählt mit subtiler Grausamkeit und anspielungsreicher Ironie. Sechs phantastische Erzählungen, sechs Variationen des Bösen. Die Mythen Mexikos bilden den Hintergrund dieser geheimnisvollen Geschichten, die auf einen ganz und gar unvorhersehbaren surrealen Show down zulaufen.


Aus diesem Werk werde ich nicht schlau. Fuentes' Sprache ist sehr eindrucksvoll, ausgefeilt... aber ich verstehe vielfach einfach nicht, was er eigentlich sagen will. Die Geschichten sind ein bisschen gruselig, ein bisschen verstörend, aber vor allem bizarr. Jede der sechs Erzählungen beginnt spannend, die Atmosphäre passt, die Charaktere sind anschaulich beschrieben... und nach einiger Zeit gleitet die Handlung ab, wird nicht mehr nachvollziehbar. Der Autor spielt mit Personen und Mythen, lässt Dracula in Mexico auferstehen und agieren... Plötzlich sind Lebende tot und Tote leben. Aber nie gibt es eine plausible Erklärung für die sprunghaften Veränderungen.

Vielleicht bin ich einfach zu dumm, um den Autor zu verstehen X.X

AMBER schattensturm
19.03.2009, 11:46
Ich denke nicht, dass es unbedingt an Dir liegt. Zwar habe ich Fuentes nicht gelesen, kenne aber genug mexikanische Erzähler/ungen, um zu ahnen was Du meinst. Häufig scheint man da die Logik der Erzählung als eher nebensächlich zu erachten.

Bertvogel
23.03.2009, 20:56
Viele Autoren legen es darauf an, nicht verstanden zu werden, wie das Schopenhauer (sinngemäß) formulierte, "da ihre Wolkenschiffe an Land leicht Schiffbruch erleiden würden". Sie müssen schwafeln, da sie nichts zu sagen haben. Für viele Leser gilt, dass eben das was gut ist, nicht verständlich sein kann (ungefähr Feuchtwanger). Wobei ich von Fuentes nur etwas angelesen habe, den also nicht automatisch in diesen Topf werfen will. In "Deutsch für Kenner" von Wolf Schneider wird Karl Popper zitiert, der Adorno und Habermas übersetzt und als Geschwafel entlarvt.

Andere finden wieder die leicht verständlichen und platten Bücher von Cornelia Funke super. (Amazon Bewertung von Tintenherz: 75% geben fünf Sterne).

Ich mag werder unverständliche noch leicht verständliche Bücher und kommentiere solche Bücher auf Amazon dann entsprechend grimmig. Meines Erachtens sind situative Intelligenz (Schlagfertigkeit, Phantasie, Klugheit zur raschen Problemlösung) wie auch Erkenntnismäßigkeit der Haupt- wie auch Gegenfigur sehr attraktive Charaktereigenschaften, die ich leider selten finde.

In Geschichten möchte ich gerne genau wissen, um was es geht, aber es soll mir möglichst unklar sein, wie es ausgeht.