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Conan
18.03.2009, 20:52
Das Boot

Regisseur: Wolfgang Petersen
Produktionsjahr: 1981
Genre: Kriegsdrama
FSK: ab 12
Länge: ~ 208 Min. (Director´s Cut)

Handlung:
Nach einer zünftigen Feier im französischen La Rochelle läuft im Kriegsjahr 1941 das deutsche U-Boot U96 von einem französischen Hafen aus, um im Atlantik gegen feindliche Geleitzüge und Handelsschiffe zu operieren. Viele Tage nach dem Auslaufen gibt es immer noch keine Feindberührung und an Bord herrscht quälende Langeweile.
Dann aber ändert sich plötzlich die Situation als ein versuchter Torpedoangriff auf einen einzelnen Zerstörer misslingt. Nachdem das feindliche Schiff das U-Boot entdeckt hat, wird dieses stundenlang mit Wasserbomben gejagt und kann dem Angriff nur kanpp entkommen.
Schließlich stellt sich doch noch ein Erfolg ein als das U-Boot einen feindlichen Konvoi angreift und mehrere Schiffe versenkt. Doch kurz danach wird U96 wiederholt massiv mit Wasserbomben aus einem Zerstörer attackiert, kann aber auch diesmal schwer beschädigt dem feindlichen Schiff entkommen.
Als man sich nach langen zermürbenden Wochen endlich mit dem Gedanken an den Heimweg vertraut macht und der Kommandant entschieden hat nach La Rochelle zurückzukehren, bekommt U 96 einen neuen Einsatzbefehl. Das Boot soll im spanischen Vigo seine Vorräte auffüllen und anschließend Kurs auf La Spezia im Mittelmeer nehmen.
Das U-Boot wird jedoch beim Durchqueren der Meerenge von Gibraltar vom Feind entdeckt und beschossen. Die U96 sinkt, läuft dort auf Grund und hat erhebliche Schäden erlitten. Die Mannschaft muß das U-Boot wieder flott kriegen, bevor die Luft knapp wird. Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
Für mich ist dies´ bis heute der beste und erschütterndste Film in dieser Kategorie. Der Film zeigt das Leben der Besatzung auf engstem Raum, die in den Tiefen der See mit dem Tod des Ertrinkens konfrontiert werden - Spannung pur - besser als viele andere Filme, die, überladen mit Spezialeffekten, zum Thema U-Bootkrieg gedreht wurden.
Man erlebt zudem alle Emotionen der Besatzung hautnah, die Langeweile, die langsam in Aggression umschlägt und in blankem Entsetzen, panischer Todesangst und schließlich in tiefer Verzweiflung gipfelt. Denn mit jeder Wasserbombe, die explodiert, zittert man förmlich mit und beim Tauchen des U-Boots kann man beklemmend mitanhören, was der enorme Wasserdruck mit der Außenwand des Boots so anstellt.:eek:
Als Darsteller werden "normale" Soldaten gezeigt, einfache Menschen in aussichtslosen Situationen, stets dem Tode nah. Bis heute hat es kaum ein Film geschafft, den Schrecken des Krieges so schonungslos zu zeigen, wie dieser.

Die Schauspieler sind ihren Rollen dermaßen gerecht geworden, wie es in solchen Filmen sonst eigentlich so gut wie nie gelungen ist. Übrigens: Herbert Grönemeyer spielte in dem Film den Kriegsberichterstatter Leutnant Werner.
Wolfang Petersen schuf mit einem für heutige Verhältnisse kleinen Budget (32 Mio. DM) m.M.n. ein richtiges Meisterwerk.
Und ich denke gerade nur an die Szenen über Wasser, wo das U-Boot und seine Crew, angeführt von Jürgen Prochnow als Kapitän-Leutnant (KaLeu bzw. "der Alte"), in einem Sturm die Wellen durchpflügt - solche Szenen sind für mich auch heute noch, selbst nach über einem Vierteljahrhundert, allerbestes Kino.*ja*

Es existieren bis heute mehrere Versionen dieses Films. Zum einen die Kinofassung, diese kommt mit ihren ~140 min Laufzeit aber iwie nicht so richtig in Fahrt und viele wichtige Aspekte des Films gehen verloren - denn es wird gekürzt, wo es eigentlich nichts zu kürzen gibt. Dann gibt es die sogenannte TV-Fassung mit einer Laufzeit von 300Min, die auch wegen ihrer Länge für mich immer noch die Idealfassung dieses Streifens darstellt. Und dann gibt es noch auf DVD den "Director´s Cut" mit ~ 208Min, den ich aber ebenfalls für gut gelungen und sehr empfehlenswert halte.
Und zudem, wie ich finde, sehr guten Soundtrack mit dem hohen Wiedererkennungwert brauch´ ich wohl nichts mehr zu sagen, denn den dürfte ja eigl. selbst der größte Filmmuffel kennen.;)

Fazit: Für mich ist er mit Abstand der beste U-Boot-Film aller Zeiten. Denn selten war Angst in einem Kriegsfilm so spürbar wie in diesem hier. Und zudem stellt er eine überaus gelungene und packende Verfilmung der Romanvorlage von L.G. Buchheim dar. Unbestritten ist sicherlich, daß dies einer der besten deutschen Filme überhaupt ist und ein Klassiker der 80´ziger Jahre schlechthin.

Hier mal noch ein paar Info´s zur U96 - der damaligen U-Boot Klasse VII vom Typ C.

Geschwindigkeit: über Wasser 18 Knoten, unter Wasser 7,5 Knoten
(Etwa ab 1940 gab es Motoren mit höherer Leistung, was die Geschwindigkeit über Wasser auf ungefähr 21 Knoten erhöhte.)
Besatzung: je nach Einsatz zwischen 44–52 Mann
Länge: über alles 67,1 m, Druckkörper 50,5 m
Breite: über alles 6,2 m, Druckkörper 4,7 m
Antrieb: ü.Wasser 2400 kW (3200 PS), u.Wasser 560 kW (750 PS)
Reichweite: ü.Wasser ~12000km / u.Wasser ~150km (Batteriebetrieb)
Tauchtiefe: regulär bis 150m / max. ~ 230m (Die max. Tauchtiefe ging in der Praxis aber teilweise deutlich über die der Werftgarantie hinaus. In diesem Sinne frei nach dem Satz des II. Wachoffiziers (Semmelrogge) "...aber irgendwann ist natürlich Schluss")
Bewaffnung: 14 Torpedos - Gewicht je Einh. ~ 1600 kg. / Geschw. ca. 30 Knoten / Gefechtsladung ~ 280kg
1 × 88-mm-Geschütz (Schiffsbekämpfung)
1 × 20-mm Maschinenkanone (Flugzeugbekämpfung)
Der U-Boot Bunker (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Baselapallice08.jpg&filetimestamp=20070121182643) in der westfranzösischen Hafenstadt "La Rochelle" steht übrigens heute noch. Eine Besichtigung ist seit 2007 jedoch nicht mehr möglich, da das umliegende Hafengelände nicht mehr betreten werden darf.
(Quelle: Wikipedia)

Und nun zu eurer Meinung - wie fandet ihr diesen Film?

Antigone
18.03.2009, 22:42
Ich war mal vor ewigen Zeiten in den Filmstudios in München. Dort war das Original-Boot ausgestellt. Man konnte auch durchgehen und sich alles anschauen.

Allein bei dem GEdanken, in so etwas eingeschlossen zu sein, mit nichts rundherum als Wasser.... Und genau diese Enge, diese Beklemmung, kommt in dem Film ganz hervorragend rüber.

Naja, und die Filmmusik ist sowieso unübertroffen!

lg, A.