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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kristin Falck, Die Hüter der Wolken (Kapitel 8 und 9)


Hathor
18.04.2009, 12:55
Der Fürstentochter Lärka steht eine arrangierte Hochzeit bevor. Als Vasall eines machtgierigen Umstürzlers, der den rechtmäßigen Thronfolger Jaduins vertrieben hat, muss ihr Vater die einzige Tochter umsichtig verheiraten. Doch seit dem rätselhaften Tod ihrer Mutter versucht Lärka, sich von seiner erdrückenden Obhut zu befreien. Als ihr der geheimnisvolle Arild begegnet, der mit den Wolken zu sprechen scheint, ahnt sie noch nicht, wie ihr Schicksal durch die Vergangenheit mit seinem verbunden ist und dass Jaduin vor einem Wendepunkt steht, an dem nur sie beide das Schlimmste abwenden können.

Und hier ist der 4.Teil unserer Leserunde:

Bitte in diesem Thread alles zu den Kapiteln 8 und 9.

Rusch
29.04.2009, 16:40
Es gibt doch noch eine Überraschung: Lärka wird ausgerechnet von Prinz Harald gerettet. Diese Figur macht nun alles interessanter, weil er trotz seines Vater ein ganz vernünftiger Mensch zu sein scheint. Allerdings musste ich bei einem Prinzen auf Brautschau unwillkürlich an Aschenputtel denken und an einen Prinzen, der allen Jungfern den Schuh anprobiert. ;)

Warin
30.04.2009, 19:15
Also dieser Abschnitt hat definitiv ein paar Passagen, dir mir nicht gefallen haben. Auch wenn ich hier bereits als "Flachländer" tituliert wurde (mennö, dabei komm' ich doch aus dem Bergischen Land:)), wie Arild in im doppelten Sinne wenigen Sätzen Pässe und Berghöhen erklimmt, um mit den Wolkenhütern zu sprechen, kam mir doch reichlich unrealistisch vor.

Das Gorunnendorf wurde mir ein wenig verschenkt. Die Idee mit den versteinerten Menschen fand ich genial, das hatte fast was philosophisches (Interessenlosigkeit, Immobilität im Alter). Aber statt einer poetischen Aufösung (vielleicht hätte Arild ja irgendwie die steinernen Herzen erweichen können) gibts Superheld pur - und das auf ziemlich unglaubwürdige Art und Weise. Nachdem der Wolkenfürst ihm noch bestätigt, dass er mit seinem Steinsplitterchen gegen Grimhorn nichts ausrichten kann, gelingt es Arild doch, ihn mit dem Gesang der anderen Berge (oder deren Hüter? So ganz klar war mir das nicht) in die Schranken zu weisen. Und schwupps ist der Himmel wieder blau, alle haben sich lieb und Arild hat in Lärkas verschollenem Onkel einen neuen Getreuen. Ähm, ja:rolleyes:

Überhaupt der Berg. Ich hätte wirklich gedacht, die Texte am Kapitelanfang würden nur sowas wie eine Legende erzählen, die zufällig der aktuellen Handlung ähnelt. Also eher etwas mythisches, sinnbildliches. Aber nein. Grimhorn höchstselbst spricht zu Arild. Und warum er nun böse ist und die anderen Berge nicht, will sich mir einfach nicht erschließen. O.K., die anderen haben ja noch ihre Wolkenhüter (hüten sie nicht eher Berge, als Wolken?). Anscheinend sind Berge ja launische Diven, die von übermächtigen Wesen im Zaum gehalten werden müssen.

Wesentlich besser hat mir diesmal der Lärka Erzählstrang gefallen. Auch wenn ich mich damit nicht auskenne, wirkt die Darstellung der Thing-Versammlung sowie der Sitten und Gebräuche der Geestleute sehr gut recherchiert, der Roman hat sich damit das Prädikat "historisches Flair" zu Recht verdient.

Langsam ergreift mich aber mehr und mehr die Befürchtung, dass auf nur noch 100 Seiten noch mancher Handlungsstrang offen bleiben wird. Denn gefühlt würde ich sagen, bislang höchstens ein Drittel der ganzen Geschichte erlebt zu haben, was meint ihr?

Interessant bleibts auf jeden Fall und das Weiterlesen macht mir Spaß, aufgrund der m.E. überflüssigen Superheldenszene gibts jedoch nur drei Sterne für diese Kapitel von mir.

Rusch
30.04.2009, 23:06
Na, abgerechnet wird zum Schluss. Das erst ein Drittel der Geschichte rum ist, kann schon sein. Das ganze ist glaube ich eine Trilogie. ;) Nein im ernst, ich mag es auch nicht - auch in einer Trilogie, wenn Romane ein Zwischenende finden. Hier aber glaube ich schon, dass die Autorin ein gutes Ende hinbekommt. Ich habe jetzt noch 60 Seiten zu lesen, dann bin ich fertig und langsam kommt alles zusammen. Ich bin zuversichtlich, dass das Ende passen wird.

Wegen des Bergs: Interessant, dass Dich dies so stört. Ich habe da überhaupt kein Problem damit (hatte ich schon mal geschrieben). Aber genau das macht Lesezirkel so interessant. Jeder hat seinen Geschmack und seine Meinung. Mir hatte Twilight nicht so recht gefallen, während Du gleich weitergelesen hattest. Hier könnte es umgekehrt sein. Wir haben schon eine sehr unterschiedlichen Geschmack, was den Lesestoff angeht und ich könnte bei keinem Buch vorhersagen, ob es Dir gefallen würde.

Doch zurück zum Buch: Die detailierten Beschreibungen der Welt, vor allem wie das Leben in den Städten und Dörfern abläuft, ist die Stärke des Werks. Und die Sprache ergänzt das ganze hervorragend. Man kann sich richtig den salzig, kalten Wind vorstellen, der vom Norder der Küste herunter weht.

Pantalaimon
05.05.2009, 13:12
Ich müsste diesen Abschnitt tatsächlich in zwei Bereiche unterteilen: Lärka - Arild.
Das erste Kapitel hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Ich fand es zwar etwas komisch, wie Lärka es sich in dem Turm fast gemütlich gemacht hat, aber Melva hat die ganze Situation ja ein wenig aufgelockert. Ich musste sehr schmunzeln, als Jörg einmal fragte, wie weit Lärka diesmal mit ihrer Geschichte gekommen sei... sehr amüsant.

Auch diese schnelle Verurteilung und Verteufelung als Hexe fand ich recht einleuchtend. Genauso wird es damals im Mittelalter gewesen sein, kann ich mir vorstellen. Das Thing hat mir auch gefallen. Ich kenn mich zu wenig in der Materie aus um sagen zu können, ob das alles historisch gut recherchiert ist, aber es kam zumindest überzeugend rüber.


Aber dann... Arilds Geschichte war, nunja, langweilig. Mich hat auch gewundert, dass er mal eben schwuppdiwupp zum Wolkenhüter hockklettert, um dann dort eigentlich nichts zu erfahren. Als die wilde Verfolgung in den Hügeln zur Ahnin losging, hab ich - das erste Mal in meinem Leben - die Seiten überschlagen. Ich hab dieses laaangatmige Erzählen, wie man, wenn man könnte, die Steinspitzen als Waffen einsetzen sollte, bla bla... nicht mehr ertragen.

Ich hoffe, es wird noch besser.
Bei Lärkas Rettung bin ich noch nicht angelangt, ich quäl mich gerade noch zur Ahnin, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich den zweiten oder dritten band lesen werde, schwindet mit jeder Seite. Zumindest "darben" sie nicht mehr...

Insgesamt finde ich die Geschichte sehr schön. Anders erzählt, hätte sie Potential zu meinem Lieblingsbüchern zu werden, aber so ist es mir leider echt zu langweilig.

Aber wie Rusch schon sagt, jeder hat zum Glück einen anderen Geschmack...

Hathor
06.05.2009, 14:37
Da sich die Geschichte dem Ende zuneigt, bin ich ganz sicher: beim zweitenmal Lesen gefällt mir die Geschichte nicht mehr ganz so gut wie beim erstenmal.

Die Längen scheinen noch länger geworden zu sein :rolleyes: Dafür werden die interessanten Passagen fast hastig erzählt. Wie das jetzt mit Arilds Aktion zur Rettung von den Leuten von Kovanby war... irgendwie hab ich das verpennt. Zuerst die elendslange Wanderung, die Vermutungen, die Dialoge *gähn*... und dann wusch! und alles ist erledigt.

Auch mir gefiel Lärkas Handlungsstrang viel besser. Obwohl die Tage im Tur sich wie Kaugummi zogen, glich der interessante Charakter von Melva vieles aus.
Der Prozess war dann für mich das Beste in diesem Abschnitt, der gleichzeitig für mich auch derjenige war, der dringendst einer Kürzung bedurft hätte. Mich deucht, das wäre angebracht gewesen ;)

Hat jemand eigentlich eine Erklärung gelesen oder eine eigene Deutung parat, warum in Lärkas Wahrträumen die Menschen als Tiere erscheinen? Als Tiere, die wohl ihren Charakter widerspiegeln...

Und nun muss ich mich noch bei Warin entschuldigen. "Flachländer" war weder abwertend noch beleidigend gemeint. Eher als Erklärung, warum du vielleicht mit vermenschlichten Bergen weniger anfangen kannst.
Darfst mich im Gegenzug "Bergbewohnerin" nennen :D

kleine_elfe
05.06.2009, 23:48
Also dieser Abschnitt hat definitiv ein paar Passagen, dir mir nicht gefallen haben. Auch wenn ich hier bereits als "Flachländer" tituliert wurde (mennö, dabei komm' ich doch aus dem Bergischen Land:)), wie Arild in im doppelten Sinne wenigen Sätzen Pässe und Berghöhen erklimmt, um mit den Wolkenhütern zu sprechen, kam mir doch reichlich unrealistisch vor.


Also ich hab das so verstanden, dann Arild immer nur ein Stück den Berg hoch ist, quasi um ungestört zu sein und dann in die Welt der Wolkenhüter (die wie ich finde auch eher die Berge hüten) über zutreten. Ich denke nicht, dass er dazu den kompletten Berg erklimmen muss.

Also ich nähere mich jetzt auch langsam dem Ende und muss sagen, dass ich das Buch mitlerweile interessanter als am Anfang finde. Da fiehl es mir recht schwer mich zum lesen aufzuraffen und da es für mich momentan nach einem offenen Ende aussieht denke ich sogar darüber nach das nächste Buch zu lesen.

Ich fand es übrigens sehr ineressant, dass sich Harold auch in Lärka verguckt und das obwohl er sie ja nicht kennt. Und doch sieht er sie in manchen Dingen wie Arild. Schon komisch wie ähnlich Brüder sich doch manchmal sind.