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20.04.2009, 14:27
Die Menschheit steht kurz davor sich als ein kompetentes Mitglied der Gemeinschaft der Welten zu behaupten und in den Rat der Citadel, dem Mittelpunkt des Universums, aufgenommen zu werden.
Um den Weg für die Menschen zu ebnen, wird ein vielversprechender junger Offizier der Allianz für den Sonderstatus eines Spectre vorgeschlagen.
Dieser Offizier sind Sie und die Folgen Ihrer Ernennung werden sehr viel weitreichender sein, als Sie es sich vorstellen können.
Sieht fantastisch aus, aber Aussehen allein ist nicht alles.
Mit vollen Details und höchster Auflösung bietet Mass Effect ein wahres Feuerwerk an Effekten, die - entsprechende Hardware vorausgesetzt - sehr flüssig laufen. Die Welt wirkt sehr authentisch, die Figuren verführen mit lebensechten Animationen, sowie überzeugender Gesicht- und Körpersprache.
Die Technik schwächelt an anderen Stellen.
So stürzt das Spiel gelegentlich ohne einen erkennbaren Grund einfach ab. So bleiben die Gefährten schon mal an einer Stelle kleben und weigern sich fortan dem Spieler zu folgen, es sei denn er lädt einen früheren Spielstand. So passiert es schon mal, dass ein Auftraggeber nach der Erledigung des Auftrags, der Gruppe flugs den gleichen Auftrag noch mal ins Auge drückt
Das kostet einige Atmosphärepunkte.
Ach ja, ich würde jedem raten das Spiel erst einmal ohne den Patch 1.1 zu spielen, da er mehr Fehler verursacht als behebt. So fehlten nach der Patchinstallation bei mir plötzlich alle Lavatexturen auf einer wichtigen Missionswelt.
Schön, aber zu wenig.
Sie beginnen das Spiel mit der Charaktererstellung, die allerdings nicht den gewohnten Umfang eines Bioware Rollenspiels bietet: lediglich das Geschlecht, ein paar Hintergrundmerkmale und die Klasse dürfen Sie wählen und einige Veränderungen an Ihrem Aussehen vornehmen, das war es schon.
Ähnlich knapp präsentiert sich auch die Klassenauswahl. Drei Kernklassen (Soldat, Techniker und Experte) stehen dem Spieler zur Auswahl, sowie drei Zusätze, die im Grunde nur eine Kombination aus den ersten drei Klassen darstellen. Die Einteilung wird dem gelernten Rollenspieler sofort klar: Der Soldat geht mit den ganz großen Kanonen ins Getümmel, der Techniker spielt lieber mit technischen Hilfsmitteln herum um die Gegner zu schwächen und der Experte schließlich fegt seine Feinde bevorzugt mit biotischen Kräften von den Beinen.
Jede Klasse verfügt über eine recht übersichtliche Fertigkeitenliste, die Sie nach sehr häufigen (die maximale Stufe ist 50) Stufenaufstiegen mit Punkten füllen. Tolle Idee: Hat man bestimmte Talente oder Waffen oft und erfolgreich benutzt, schaltet man eine Lizenz frei und kann sie dann beim zweiten Durchspielen als Bonustalent für eine fertigkeitsfremde Klasse wählen. So kann ich inzwischen zum Beispiel auch als Techniker mit einem Sturmgewehr herumrennen und meine Gegner mit Sperrfeuer belegen.
Die Fertigkeiten selbst orientieren sich an typische Spiele des Genres, wurden aber sehr überzeugend der Spielwelt angepasst. Sie bekommen sogar ein paar Sonderfertigkeiten verpasst, je nachdem wie Sie sich im Spiel verhalten.
Denn verhalten dürfen Sie sich in der Tat sehr unterschiedlich. Bei Gesprächen bietet Ihnen das Spiel an, eine rechtschaffene und vorbildliche, oder aber eine böse und abtrünnige Richtung einzuschlagen. Je nach Wahl sammeln Sie Vorbildlich- oder Abtrünnigpunkte, die einen direkten Einfluss auf bestimmte Fertigkeiten haben. Ein vorbildlicher Charakter kann zum Beispiel sein diplomatisches Geschick spielen lassen, während der abtrünnige seine Gesprächspartner einschüchtern kann um seine Ziele durchzusetzen.
Ich habe das Spiel mit dem Soldaten durchgespielt und hatte auch ohne technischen und biotischen Spielereien eine Menge Spaß. Zumal man sein Team (je zwei Gefährten dürfen Sie auf ihre Missionen begleiten) entsprechend seiner eigenen Klasse zusammenstellen kann. So schleppt der Soldat halt einen Techniker und Experten mit sich herum um möglichst alle Aufgabenbereiche abzudecken.
Apropos Teammitglieder. Diese, sechs an der Zahl, finden Sie schon recht früh im Spiel. Lange Durststrecken, bis man die gewünschte Truppe zusammen hat (wie etwa in Baldurs Gate 2 oder Neverwinter Nights 2 [ich sage nur Bishop oder Amon :rolleyes:] ;) ), entfallen also.
Sehr enttäuschend ist die Ausrüstung der Helden ausgefallen. Nur eine Handvoll Waffen, Werkzeuge und Rüstungen warten auf den Spieler, lassen sich aber immerhin mit verschiedenen Upgrades aufwerten. Ihre Waffen laden Sie, je nach Gegner, mit unterschiedlicher Munition. Positiv ist auch, dass man zu jeder Veränderung an der Ausrüstung des Helden, ein optisches Feedback erhält.
Erzähl mir doch etwas mehr, ja?
Die wahre Stärke von Mass Effect ist die Handlung. Da hat Bioware echt ganze Arbeitet geleistet. Und ich meine beides, die eigentliche Geschichte, wie auch die Interaktion zwischen den Gefährten. Wie in Biowarespielen inzwischen üblich, dürfen weibliche wie männliche Spieler einigen Gefährten auch näher kommen. Sogar eine lesbische Beziehung ist möglich. Und wenn der Spieleheld zu seinem Herzblatt auch immer schön nett ist, winkt vor dem Endkampf eine nette Belohnung. :D
Aber auch neben dem Beziehungsstress hat der Held immer viel zu tun. Nach dem sehr stimmigen Einstieg dürfen sie mit ihrem Schiff die Galaxie mehr oder weniger frei erkunden und dabei feststellen, dass einfach jeder etwas von Ihnen zu wollen scheint. Immer wieder mal meldet sich eine hilfesuchende Seele über Funk und betraut Sie mit allen möglichen Nebenaufträgen. Zumindest haben die Entwickler darauf verzichtet einen Deppen mit Ratten im Keller zu implementieren. Ich habe solche Ratten bereits in diversen Rollenspielen gesehen und mit allen möglichen Sachen getötet, aber noch nie mit einem Sturmgewehr. *hust*
Ich empfehle zwischen den Hauptmissionen dennoch so viele Nebenmissionen zu machen, wie möglich. Denn einerseits sammelt die Gruppe so die bitter nötige Erfahrung (Die Kämpfe sind auf hohen Schwierigkeitsgraden sehr fordernd) und andererseits spielt man das Spiel nur all zuschnell durch, wenn man sich nur auf die Hauptquests konzentriert.
Hier kommt auch schon mein Hauptkritikpunkt: Das Spiel ist für ein Rollenspiel unverschämt kurz! Auch wenn man alle Nebenquests mitnimmt, dauert ein Durchgang nicht länger als 20 Stunden. Da ist es auch kein Trost, dass Mass Effect als Dreiteiler geplant ist. *mph*
Fazit
In Sachen Story und Atmosphäre schlägt Mass Effect so ziemlich alles, was ich bisher gespielt habe (außer natürlich Baldurs Gate 2 *cool* ). Aber egal wie gut der Inhalt vom Spiel auch ist: es gibt zu wenig davon. Zu wenig Möglichkeiten, zu wenig Klassen, zu wenig Optionen, zu wenig Spielzeit. Und die Fehler nerven ebenfalls ab und zu.
Mass Effect ist ein ausgezeichnetes Spiel. Aber leider nur ein befriedigendes Rollenspiel.
Um den Weg für die Menschen zu ebnen, wird ein vielversprechender junger Offizier der Allianz für den Sonderstatus eines Spectre vorgeschlagen.
Dieser Offizier sind Sie und die Folgen Ihrer Ernennung werden sehr viel weitreichender sein, als Sie es sich vorstellen können.
Sieht fantastisch aus, aber Aussehen allein ist nicht alles.
Mit vollen Details und höchster Auflösung bietet Mass Effect ein wahres Feuerwerk an Effekten, die - entsprechende Hardware vorausgesetzt - sehr flüssig laufen. Die Welt wirkt sehr authentisch, die Figuren verführen mit lebensechten Animationen, sowie überzeugender Gesicht- und Körpersprache.
Die Technik schwächelt an anderen Stellen.
So stürzt das Spiel gelegentlich ohne einen erkennbaren Grund einfach ab. So bleiben die Gefährten schon mal an einer Stelle kleben und weigern sich fortan dem Spieler zu folgen, es sei denn er lädt einen früheren Spielstand. So passiert es schon mal, dass ein Auftraggeber nach der Erledigung des Auftrags, der Gruppe flugs den gleichen Auftrag noch mal ins Auge drückt
Das kostet einige Atmosphärepunkte.
Ach ja, ich würde jedem raten das Spiel erst einmal ohne den Patch 1.1 zu spielen, da er mehr Fehler verursacht als behebt. So fehlten nach der Patchinstallation bei mir plötzlich alle Lavatexturen auf einer wichtigen Missionswelt.
Schön, aber zu wenig.
Sie beginnen das Spiel mit der Charaktererstellung, die allerdings nicht den gewohnten Umfang eines Bioware Rollenspiels bietet: lediglich das Geschlecht, ein paar Hintergrundmerkmale und die Klasse dürfen Sie wählen und einige Veränderungen an Ihrem Aussehen vornehmen, das war es schon.
Ähnlich knapp präsentiert sich auch die Klassenauswahl. Drei Kernklassen (Soldat, Techniker und Experte) stehen dem Spieler zur Auswahl, sowie drei Zusätze, die im Grunde nur eine Kombination aus den ersten drei Klassen darstellen. Die Einteilung wird dem gelernten Rollenspieler sofort klar: Der Soldat geht mit den ganz großen Kanonen ins Getümmel, der Techniker spielt lieber mit technischen Hilfsmitteln herum um die Gegner zu schwächen und der Experte schließlich fegt seine Feinde bevorzugt mit biotischen Kräften von den Beinen.
Jede Klasse verfügt über eine recht übersichtliche Fertigkeitenliste, die Sie nach sehr häufigen (die maximale Stufe ist 50) Stufenaufstiegen mit Punkten füllen. Tolle Idee: Hat man bestimmte Talente oder Waffen oft und erfolgreich benutzt, schaltet man eine Lizenz frei und kann sie dann beim zweiten Durchspielen als Bonustalent für eine fertigkeitsfremde Klasse wählen. So kann ich inzwischen zum Beispiel auch als Techniker mit einem Sturmgewehr herumrennen und meine Gegner mit Sperrfeuer belegen.
Die Fertigkeiten selbst orientieren sich an typische Spiele des Genres, wurden aber sehr überzeugend der Spielwelt angepasst. Sie bekommen sogar ein paar Sonderfertigkeiten verpasst, je nachdem wie Sie sich im Spiel verhalten.
Denn verhalten dürfen Sie sich in der Tat sehr unterschiedlich. Bei Gesprächen bietet Ihnen das Spiel an, eine rechtschaffene und vorbildliche, oder aber eine böse und abtrünnige Richtung einzuschlagen. Je nach Wahl sammeln Sie Vorbildlich- oder Abtrünnigpunkte, die einen direkten Einfluss auf bestimmte Fertigkeiten haben. Ein vorbildlicher Charakter kann zum Beispiel sein diplomatisches Geschick spielen lassen, während der abtrünnige seine Gesprächspartner einschüchtern kann um seine Ziele durchzusetzen.
Ich habe das Spiel mit dem Soldaten durchgespielt und hatte auch ohne technischen und biotischen Spielereien eine Menge Spaß. Zumal man sein Team (je zwei Gefährten dürfen Sie auf ihre Missionen begleiten) entsprechend seiner eigenen Klasse zusammenstellen kann. So schleppt der Soldat halt einen Techniker und Experten mit sich herum um möglichst alle Aufgabenbereiche abzudecken.
Apropos Teammitglieder. Diese, sechs an der Zahl, finden Sie schon recht früh im Spiel. Lange Durststrecken, bis man die gewünschte Truppe zusammen hat (wie etwa in Baldurs Gate 2 oder Neverwinter Nights 2 [ich sage nur Bishop oder Amon :rolleyes:] ;) ), entfallen also.
Sehr enttäuschend ist die Ausrüstung der Helden ausgefallen. Nur eine Handvoll Waffen, Werkzeuge und Rüstungen warten auf den Spieler, lassen sich aber immerhin mit verschiedenen Upgrades aufwerten. Ihre Waffen laden Sie, je nach Gegner, mit unterschiedlicher Munition. Positiv ist auch, dass man zu jeder Veränderung an der Ausrüstung des Helden, ein optisches Feedback erhält.
Erzähl mir doch etwas mehr, ja?
Die wahre Stärke von Mass Effect ist die Handlung. Da hat Bioware echt ganze Arbeitet geleistet. Und ich meine beides, die eigentliche Geschichte, wie auch die Interaktion zwischen den Gefährten. Wie in Biowarespielen inzwischen üblich, dürfen weibliche wie männliche Spieler einigen Gefährten auch näher kommen. Sogar eine lesbische Beziehung ist möglich. Und wenn der Spieleheld zu seinem Herzblatt auch immer schön nett ist, winkt vor dem Endkampf eine nette Belohnung. :D
Aber auch neben dem Beziehungsstress hat der Held immer viel zu tun. Nach dem sehr stimmigen Einstieg dürfen sie mit ihrem Schiff die Galaxie mehr oder weniger frei erkunden und dabei feststellen, dass einfach jeder etwas von Ihnen zu wollen scheint. Immer wieder mal meldet sich eine hilfesuchende Seele über Funk und betraut Sie mit allen möglichen Nebenaufträgen. Zumindest haben die Entwickler darauf verzichtet einen Deppen mit Ratten im Keller zu implementieren. Ich habe solche Ratten bereits in diversen Rollenspielen gesehen und mit allen möglichen Sachen getötet, aber noch nie mit einem Sturmgewehr. *hust*
Ich empfehle zwischen den Hauptmissionen dennoch so viele Nebenmissionen zu machen, wie möglich. Denn einerseits sammelt die Gruppe so die bitter nötige Erfahrung (Die Kämpfe sind auf hohen Schwierigkeitsgraden sehr fordernd) und andererseits spielt man das Spiel nur all zuschnell durch, wenn man sich nur auf die Hauptquests konzentriert.
Hier kommt auch schon mein Hauptkritikpunkt: Das Spiel ist für ein Rollenspiel unverschämt kurz! Auch wenn man alle Nebenquests mitnimmt, dauert ein Durchgang nicht länger als 20 Stunden. Da ist es auch kein Trost, dass Mass Effect als Dreiteiler geplant ist. *mph*
Fazit
In Sachen Story und Atmosphäre schlägt Mass Effect so ziemlich alles, was ich bisher gespielt habe (außer natürlich Baldurs Gate 2 *cool* ). Aber egal wie gut der Inhalt vom Spiel auch ist: es gibt zu wenig davon. Zu wenig Möglichkeiten, zu wenig Klassen, zu wenig Optionen, zu wenig Spielzeit. Und die Fehler nerven ebenfalls ab und zu.
Mass Effect ist ein ausgezeichnetes Spiel. Aber leider nur ein befriedigendes Rollenspiel.