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10.05.2009, 14:07
Ein großes Übel ist zurückgekehrt um alles Leben den Schatten zu überantworten. Das Land braucht nun einen Helden, der die Willenskraft und den Mut aufbringt sich zu erheben, die große Klinge neu zu schmieden und sich dem Schatten höchstselbst entgegen zu stellen.
Plattform: Windows XP (läuft auch unter Vista Home [64bit])
USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: Computerspiel
Genre: Echtzeit RPG (Basiert auf AD&D 3.5)
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2006
Rollenspiele sind was wunderbares und Neverwinter Nights 2 ist ein wunderbares Rollenspiel, das auf dem AD&D 3.5 Regelwerk basiert. Wie schon der erste Teil der Reihe, setzt das Spiel auf Geschichte und eine lebendige Welt, in der die Entscheidungen des Spielers kleine oder ganz große Auswirkungen haben können. Neverwinter Nights 2 macht dabei vieles besser als der Vorgänger – aber auch vieles schlechter.
Man beginnt mit der Charaktererstellung, die sehr umfangreich ausfällt und kaum Wünsche offen lässt. Veteranen stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, sich ihren Wunschcharakter zu basteln. Neulinge nutzen die praktische empfohlen Funktion, die dem Charakter - je nach Klasse - automatisch die passenden Werte und Fähigkeiten verpasst. Eingefleischte Fans werden mir jetzt sicher widersprechen, doch das Spiel verteilt die Charakterwerte sehr klug, sodass man auch ohne Kenntnisse des Regelwerks locker durch das Spiel kommt. Allerdings macht der Durchgang dann nur halb so viel Spaß, denn die Charakterentwicklung und -Optimierung macht einen großen Teil des Spielreizes aus.
Neverwinter Nights 2 ist nichts zu klischeehaft, als das es nicht verwendet werden könnte. So beginnt der Held sein Abenteuer als Waise in einem abgelegenen Dorf, namens Westhafen. Sein Ziehvater Gorion … oh Verzeihung, natürlich meinte ich Duegun, scheint sehr knauserig mit Geschichten aus der Vergangenheit gewesen zu sein, sodass wir nicht viel mehr wissen als den Namen des Recken. Insgesamt ist Duegun kein Elf vieler Worte – oder Gefühle. Dafür sind unsere Freunde sehr nett. Diese und auch das Dorf Westhafen darf der Spieler während des charismatischen Tutorials kennen lernen.
Nach dem Tutorial wird das Dorf angegriffen, wir bekommen den ersten großen Auftrag und das Abenteuer beginnt.
Wenn ich sage, dass Neverwinter Nights 2 vieles besser macht als der Vorgänger, dann meine ich vor allem die Spielwelt und die Begleiter, die sich dem Spielcharakter im Laufe seiner Reise anschließen. Vor einer Taverne prügelt sich zum Beispiel der Zwerg Khelgar mit ein paar Trunkenbolden. Kommen wir ihm zu Hilfe, schließt er sich uns an und erzählt noch so ganz nebenbei, dass er Mönch werden möchte. Dabei dürfen wir dem sympathischen Kerl auch tatsächlich helfen, sodass wir gegen Ende des Spiels einen kräftigen Mönch in der Gruppe haben. Oder wir reden ihm die Sache aus und machen aus ihm einen mächtigen Krieger. Neeshka, ein Tieflingmädchen, hat Probleme mit der Miliz. Helfen wir der kecken Dame, schließt sie sich uns an und wir bekommen die Möglichkeit im laufe des Spiels ein paar reiche Händler in der Stadt Niewinter auszunehmen. Die Elfe Elanee findet so etwas natürlich nicht besonders gut. Sie ist eine Druidin, die Respekt vor der Natur und dem Gleichgewicht hat und sich ganz sicher nicht dafür interessiert, jemanden „auszunehmen“. Bishop, ein Waldläufer mit einer sehr spitzen Zunge, ist dafür sehr an Elanee interessiert, die jedoch von seinen derben Sprüchen eher abgeschreckt wird.
Man merkt: Die Charaktere in NWN2 haben tatsächlich Charakter und eine Geschichte. Kein Vergleich zu den platten Wegwerfsöldnern aus dem ersten Teil. Zudem dürfen wir viel mehr Gefolgsleute mit uns führen. Das freut das Rollenspielerherz.
Die Welt in NWN2 sieht atemberaubend aus. Endlich sind die kantigen Levels des ersten Teils Geschichte und wir dürfen Landstriche bereisen, die sich organisch und echt anfühlen. Zwar ist das Spiel sehr linear und es gibt nur wenige Nebenquests, aber es passiert so viel und so kurz nacheinander, dass man keine Gelegenheit bekommt sich zu langweilen. Gegen Mitte der Handlung bekommen wir dann eine eigene Burg spendiert und dürfen diese nach Herzenslust ausbauen. Spätestens dann ist das Gefühl der Einschränkung verflogen.
Beschreiten dürfen wir das Spiel als guter, neutraler oder böser Charakter. Abhängig von unserer Spielweise verläuft die Handlung anders. Helfen wir der Miliz die Vorherrschaft der Diebesbanden in Niewinter zu beenden, oder schließen wir uns der skrupellosen (und verdammt heißen!) Gildenmeisterin Moire an und gehen gegen das Gesetz vor? Das Spiel bietet sogar alternative Enden und Gesinnungsabhängige Prestigeklassen. Diebe dürfen nach dem Aufstieg in der Gildenhierarchie zum Schattendieb umschulen. Vertreter des Gesetzes schließen sich den Neun an und verschreiben sich somit ganz dem Dienst an Niewinter.
All das macht Neverwinter Nights 2 zu einem großartigen Rollenspiel. Ich spiele es nun schon zum vierten Mal durch und entdecke noch immer was Neues. Doch bei all dem Lob, darf der Tadel nicht fehlen. Die Atmosphäre des Spiels wäre nahezu unschlagbar, wenn es da nicht das Bugproblem gäbe.
Denn Bugs hat NWN2 viele. So viele, dass ich meine Mühe haben werde, sie alle aufzuzählen.
Das Spiel stürzt ab. Oft und an unterschiedlichen Stellen.
Waffen, denen man ein Shortcut zugewisen hat, verschwinden oft aus dem Inventar. Erst nachdem man das Spiel neulädt, bekommt man den Gegenstand wieder.
Zauberaktionen werden oft weitergeführt nachdem der Zauber längst ausgesprochen wurde. Weist man dem Magier keinen neuen Befehl zu, hängt dieser in einer Endlosschleife. Das ist besonders ärgerlich, wenn man ihm eine Reihe von Zaubern aufgetragen hat.
Fertigkeiten, die man freigeschaltet hat, verschwinden aus der Fertigkeitenleiste. Da hilf nur neu landen.
Spielt man das Spiel mit den Gefährten und Vertrauten der Druiden und Magier, verschwinden nach einem Gebietsübergang oft die Charaktere, zu denen die Tierchen gehört haben. Neuladen.
Die Animationen in den Zwischensequenzen sind oft unfertig oder falsch. So hatte mein Krieger bei einem Gerichtsverfahren die ganze Zeit eine Laufanimation. Ein gewaltiger Minuspunkt für die Atmosphäre.
Da wir gerade bei Zwischensequenzen sind: Während diesen zoomt die Kamera näher an das Geschehen heran. Manchmal zeigt sie allerdings alles, nur nicht den Ort der Handlung, sodass man zwar hören kann was passiert, aber nicht sehen.
Auch im Spiel laufen die Scripts nicht immer rund. Für die Handlung wichtige Personen rennen schon mal gegen Wände, bleiben an Ecken hängen oder kippen aus den Latschen, was ein Weiterspielen unmöglich macht. Und wieder laden.
Für Neulinge bietet das Spiel das sogenannte Charakterscriptsystem an. Dieses legt fest wie sich die Gefolgsleute wann verhalten. Doch dieses System ist sehr unausgereift und sorgt oft für den Tod der ganzen Gruppe. Ich empfehle daher unbedingt im Marionettenmodus zu spielen und alle Gefolgsleute manuell zu steuern. Erfordert einiges an Mikromangement, erspart aber eine Menge Frust.
Und, und, und …
Interessant ist, dass all diese Bugs auch mit der aktuellsten Patchversion auftreten und das ist angesichts des Alters des Spiels (schon das zweite Adon ist draußen) eigentlich nicht so leicht zu verzeihen.
Aber nun … wenn man sich an die Bugs gewöhnt hat, bekommt man ein großartiges Rollenspiel.
Neverwinter (bug) Nights 2 eben. ;)
Plattform: Windows XP (läuft auch unter Vista Home [64bit])
USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren
Medium: Computerspiel
Genre: Echtzeit RPG (Basiert auf AD&D 3.5)
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2006
Rollenspiele sind was wunderbares und Neverwinter Nights 2 ist ein wunderbares Rollenspiel, das auf dem AD&D 3.5 Regelwerk basiert. Wie schon der erste Teil der Reihe, setzt das Spiel auf Geschichte und eine lebendige Welt, in der die Entscheidungen des Spielers kleine oder ganz große Auswirkungen haben können. Neverwinter Nights 2 macht dabei vieles besser als der Vorgänger – aber auch vieles schlechter.
Man beginnt mit der Charaktererstellung, die sehr umfangreich ausfällt und kaum Wünsche offen lässt. Veteranen stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, sich ihren Wunschcharakter zu basteln. Neulinge nutzen die praktische empfohlen Funktion, die dem Charakter - je nach Klasse - automatisch die passenden Werte und Fähigkeiten verpasst. Eingefleischte Fans werden mir jetzt sicher widersprechen, doch das Spiel verteilt die Charakterwerte sehr klug, sodass man auch ohne Kenntnisse des Regelwerks locker durch das Spiel kommt. Allerdings macht der Durchgang dann nur halb so viel Spaß, denn die Charakterentwicklung und -Optimierung macht einen großen Teil des Spielreizes aus.
Neverwinter Nights 2 ist nichts zu klischeehaft, als das es nicht verwendet werden könnte. So beginnt der Held sein Abenteuer als Waise in einem abgelegenen Dorf, namens Westhafen. Sein Ziehvater Gorion … oh Verzeihung, natürlich meinte ich Duegun, scheint sehr knauserig mit Geschichten aus der Vergangenheit gewesen zu sein, sodass wir nicht viel mehr wissen als den Namen des Recken. Insgesamt ist Duegun kein Elf vieler Worte – oder Gefühle. Dafür sind unsere Freunde sehr nett. Diese und auch das Dorf Westhafen darf der Spieler während des charismatischen Tutorials kennen lernen.
Nach dem Tutorial wird das Dorf angegriffen, wir bekommen den ersten großen Auftrag und das Abenteuer beginnt.
Wenn ich sage, dass Neverwinter Nights 2 vieles besser macht als der Vorgänger, dann meine ich vor allem die Spielwelt und die Begleiter, die sich dem Spielcharakter im Laufe seiner Reise anschließen. Vor einer Taverne prügelt sich zum Beispiel der Zwerg Khelgar mit ein paar Trunkenbolden. Kommen wir ihm zu Hilfe, schließt er sich uns an und erzählt noch so ganz nebenbei, dass er Mönch werden möchte. Dabei dürfen wir dem sympathischen Kerl auch tatsächlich helfen, sodass wir gegen Ende des Spiels einen kräftigen Mönch in der Gruppe haben. Oder wir reden ihm die Sache aus und machen aus ihm einen mächtigen Krieger. Neeshka, ein Tieflingmädchen, hat Probleme mit der Miliz. Helfen wir der kecken Dame, schließt sie sich uns an und wir bekommen die Möglichkeit im laufe des Spiels ein paar reiche Händler in der Stadt Niewinter auszunehmen. Die Elfe Elanee findet so etwas natürlich nicht besonders gut. Sie ist eine Druidin, die Respekt vor der Natur und dem Gleichgewicht hat und sich ganz sicher nicht dafür interessiert, jemanden „auszunehmen“. Bishop, ein Waldläufer mit einer sehr spitzen Zunge, ist dafür sehr an Elanee interessiert, die jedoch von seinen derben Sprüchen eher abgeschreckt wird.
Man merkt: Die Charaktere in NWN2 haben tatsächlich Charakter und eine Geschichte. Kein Vergleich zu den platten Wegwerfsöldnern aus dem ersten Teil. Zudem dürfen wir viel mehr Gefolgsleute mit uns führen. Das freut das Rollenspielerherz.
Die Welt in NWN2 sieht atemberaubend aus. Endlich sind die kantigen Levels des ersten Teils Geschichte und wir dürfen Landstriche bereisen, die sich organisch und echt anfühlen. Zwar ist das Spiel sehr linear und es gibt nur wenige Nebenquests, aber es passiert so viel und so kurz nacheinander, dass man keine Gelegenheit bekommt sich zu langweilen. Gegen Mitte der Handlung bekommen wir dann eine eigene Burg spendiert und dürfen diese nach Herzenslust ausbauen. Spätestens dann ist das Gefühl der Einschränkung verflogen.
Beschreiten dürfen wir das Spiel als guter, neutraler oder böser Charakter. Abhängig von unserer Spielweise verläuft die Handlung anders. Helfen wir der Miliz die Vorherrschaft der Diebesbanden in Niewinter zu beenden, oder schließen wir uns der skrupellosen (und verdammt heißen!) Gildenmeisterin Moire an und gehen gegen das Gesetz vor? Das Spiel bietet sogar alternative Enden und Gesinnungsabhängige Prestigeklassen. Diebe dürfen nach dem Aufstieg in der Gildenhierarchie zum Schattendieb umschulen. Vertreter des Gesetzes schließen sich den Neun an und verschreiben sich somit ganz dem Dienst an Niewinter.
All das macht Neverwinter Nights 2 zu einem großartigen Rollenspiel. Ich spiele es nun schon zum vierten Mal durch und entdecke noch immer was Neues. Doch bei all dem Lob, darf der Tadel nicht fehlen. Die Atmosphäre des Spiels wäre nahezu unschlagbar, wenn es da nicht das Bugproblem gäbe.
Denn Bugs hat NWN2 viele. So viele, dass ich meine Mühe haben werde, sie alle aufzuzählen.
Das Spiel stürzt ab. Oft und an unterschiedlichen Stellen.
Waffen, denen man ein Shortcut zugewisen hat, verschwinden oft aus dem Inventar. Erst nachdem man das Spiel neulädt, bekommt man den Gegenstand wieder.
Zauberaktionen werden oft weitergeführt nachdem der Zauber längst ausgesprochen wurde. Weist man dem Magier keinen neuen Befehl zu, hängt dieser in einer Endlosschleife. Das ist besonders ärgerlich, wenn man ihm eine Reihe von Zaubern aufgetragen hat.
Fertigkeiten, die man freigeschaltet hat, verschwinden aus der Fertigkeitenleiste. Da hilf nur neu landen.
Spielt man das Spiel mit den Gefährten und Vertrauten der Druiden und Magier, verschwinden nach einem Gebietsübergang oft die Charaktere, zu denen die Tierchen gehört haben. Neuladen.
Die Animationen in den Zwischensequenzen sind oft unfertig oder falsch. So hatte mein Krieger bei einem Gerichtsverfahren die ganze Zeit eine Laufanimation. Ein gewaltiger Minuspunkt für die Atmosphäre.
Da wir gerade bei Zwischensequenzen sind: Während diesen zoomt die Kamera näher an das Geschehen heran. Manchmal zeigt sie allerdings alles, nur nicht den Ort der Handlung, sodass man zwar hören kann was passiert, aber nicht sehen.
Auch im Spiel laufen die Scripts nicht immer rund. Für die Handlung wichtige Personen rennen schon mal gegen Wände, bleiben an Ecken hängen oder kippen aus den Latschen, was ein Weiterspielen unmöglich macht. Und wieder laden.
Für Neulinge bietet das Spiel das sogenannte Charakterscriptsystem an. Dieses legt fest wie sich die Gefolgsleute wann verhalten. Doch dieses System ist sehr unausgereift und sorgt oft für den Tod der ganzen Gruppe. Ich empfehle daher unbedingt im Marionettenmodus zu spielen und alle Gefolgsleute manuell zu steuern. Erfordert einiges an Mikromangement, erspart aber eine Menge Frust.
Und, und, und …
Interessant ist, dass all diese Bugs auch mit der aktuellsten Patchversion auftreten und das ist angesichts des Alters des Spiels (schon das zweite Adon ist draußen) eigentlich nicht so leicht zu verzeihen.
Aber nun … wenn man sich an die Bugs gewöhnt hat, bekommt man ein großartiges Rollenspiel.
Neverwinter (bug) Nights 2 eben. ;)