PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : US Präsidentenwahl


Warin
11.02.2008, 18:24
Verfolgt ihr die Vorwahlen in den USA?

Ich muss sagen, ich blicke zunehmend unruhiger über den großen Teich. Die Vorfreude, George W. Bush endlich loszuwerden, weicht doch mehr und mehr der Sorge, dass die Demokraten sich selbst schlagen könnten.

Und wer ist Barack Obama? Ein gewiefter Redner, Charismatiker, zweifelsohne. Aber wofür steht er? Wer steht hinter ihm? Woher dieser plötzliche Erfolg? Es ist nur ein Gefühl, aber der Mann ist mir irgendwie nicht geheuer.

Dann schon lieber Hillary. Da weiß man, was man hat. Ich gehöre zu denen, die fest davon überzeugt sind, dass sie schon bei Bills Präsidentschaft die Zügel fest in der Hand hatte. Und das war weiß Gott nicht die schlechteste Präsidentschaft.

Ich hoffe nur, dass die beiden nun nicht beginnen, kübelweise Dreck übereinander auszuschütten und am Ende John McCain der lachende Dritte ist.

Doch was muss ich über den wackeren Republikaner und Vietnam-Veteran lesen? Er ist den Südstaatlern nicht konservativ genug. Ja hallo, gehts noch? Nein, es muss Mike Huckebee sein, der die Evolutionstheorie leugnet, Abtreibung mit dem Holocaust vergleicht und so ziemlich alles und jeden verdammt, der nicht so denkt und fühlt, wie er. Zu Huckebee fällt mir nur eins ein: Bush hat die Latte, was den grottigsten Präsidenten der USA betrifft, schon ziemlich hoch gelegt, aber es gibt immer noch eine Steigerung:(

Rusch
11.02.2008, 19:22
McCain würde wohl eine Fortführung der beschissenen Bush Politik bedeuten und wohl nach weitern 8 Jahren den endgültigen Konkurs der USA.

Dann noch lieber Obama oder Clinton. Ersterer hat wohl eine Vision, wie er Amerika verändern kann, doch ich bin mir nicht sicher, ob er die Macht hat, seine Ideen zu realisieren. Clinton hingegen kann auf Erfahrung aufbauen. Der macht keiner was vor und sie ist wohl in der Lage die USA zu sanieren. Aber am Staat selbst wird sie nicht viel ändern. Amerika bleibt das alte, kleingeistige Land, wie es zuvor bereits auch schon war. Am besten wäre ein bißchen Clinton und ein bißchen Obama. Geht leider nicht, aber beide sind besser als die Republikaner und das sieht wohl (derzeit) die Mehrheit der Amis auch so.

Ollowain
11.02.2008, 19:57
Oh Hilfe, bloß kein Huckebee. Amerika ist meiner Meinung nach schon konservativ und eingeschränkt genug. Da brauchen wir nicht auch noch so einen, v.a. nach Bush.

Doch was muss ich über den wackeren Republikaner und Vietnam-Veteran lesen? Er ist den Südstaatlern nicht konservativ genug. Ja hallo, gehts noch? Nein, es muss Mike Huckebee sein, der die Evolutionstheorie leugnet, Abtreibung mit dem Holocaust vergleicht und so ziemlich alles und jeden verdammt, der nicht so denkt und fühlt, wie er.

Ganz ehrlich, wenn Huckebee an die Macht kommt, dann hat das sicherlich keine guten Auswirkungen. In den USA geht es ja wirtschaftlich schon langfristig nur den Bach runter (da wäre es vielleicht gar nicht so schlecht wieder zu den Wurzeln der Agrarindustrie zurückzukommen; ich meine viele Farmen und nicht riesige Konzerne, die sowieso nur mehr produzieren, als man verbrauchen und verkaufen kann). Aber davon mal abgesehen, wenn sich eine der größten Nationen der Erde gegen die Wissenschaft ausspricht(wie doof kann man eigentlich sein*wunder*), wo kommen wir dann hin? Zurück ins Mittelalter? Und jeder, der sich der Kirche widersetzt landet auf dem Scheiterhaufen? Ja toll. Ich freu mich drauf.

Mein persönlicher Favourit ist Hillary. Sie hat wie gesagt die meiste Erfahrung und ich denke, sie ist sicherlich in der Lage, die USA zu verändern - ob sie's gegen den Senat schafft ist die andere Frage.
Obama? Ich weiß nicht. Über den weiß ich zu wenig, um wirklich was über ihn sagen zu können...

John Doe
12.02.2008, 00:51
Huckabee wird wohl kaum der republikanische Präsidentschaftsanwärter werden, er ist ziemlich weit abgeschlagen, und Romney, der als gefährlichster parteiinterne Rivale von McCain gehandelt wurde, fällt wohl auch weg. Bei den Demokraten sieht es da schon wesentlich spannender aus, einen Wettkampf zwischen einer Frau und einem Afroamerikaner sieht man auch nicht alle Tage. Und dazu noch so einen spannenden, ich bin mal gespannt, wer sich letztendlich durchsetzen wird. Wer von beiden die Vorwahlen gewinnt, ist mir eigentlich egal, Hauptsache, die Republikaner stellen nicht den nächsten Präsidenten.

Dornkirk
12.02.2008, 20:32
Bei den Demokraten sieht es da schon wesentlich spannender aus, einen Wettkampf zwischen einer Frau und einem Afroamerikaner sieht man auch nicht alle Tage.

Der Grund warum ich hoffe dass McCain gewinnt. Die anderen beiden sammeln doch nur Sympathiepunkte durch ihre Herkunft oder ihr Geschlecht. Sicher sind beide gute "Leute" in der Politik aber allein das so versuchen Wählerstimmen zu erkaufen gibt mir Anlass genug beide in die Wüste zu schicken.

Hathor
12.02.2008, 20:36
einen Wettkampf zwischen einer Frau und einem Afroamerikaner sieht man auch nicht alle Tage.

Daran sieht man, wie weit die vermeintliche Gleichstellung gediehen ist. Wären wir wirklich frei von allen rassistischen und sexistischen Vorurteilen, wäre es völlig irrelevant, welchen Geschlechts oder welcher Hautfarbe jemand ist. Ist es eigentlich nicht egal, wie gebräunt oder wie blass jemand ist, oder welche Hormone sein Leben bestimmen?

John Doe
12.02.2008, 20:54
Ich gebe gerne zu, dass diese Tatsache den amerikanischen Wahlkampf für mich sehr viel interessanter gestaltet - wie es wohl den meisten geht, auch wenn sie es vielleicht nicht zugeben. Jahrhundertelange "Traditionen" lassen sich nicht leugnen, und selbst den aufgeklärtesten Menschen sollten solche Veränderungen im allgemein als konservativ veranlagten Amerika überraschen.

Akissi
13.02.2008, 18:08
Ich habe nicht allzu viel Ahnung von sämtlichen Kandidaten, aber nach amerikanischen Gepflogenheiten wird diesmal wahrscheinlich ein Demokrat an der Reihe sein und ich bin ganz froh drum... wäre wirklich froh, wenn die Clinton das schaffen würde... die ist sicher auch nicht perfekt, aber nach Bush ist nicht mehr viel falsch zu machen... und die ist glaube ich auch um einige Längen sozialer veranlagt...

Dieser Barack Obama ist mir alles andere als symapthisch. Es gibt Punkte in seinen Überzeugungen, die ich durchaus sinnvoll und, äh, zum-Favoriten-machend finde, aber dann gibt es wieder Dinge, weshalb ich den ganz sicher nicht ganz oben sehen will...

http://www.youtube.com/watch?v=6UOqcsWJpfM

Jedesmal wenn ich da reinkucke, denke ich wieder "naja... gut... hat auch sehr gute Punkte drin..."
Aber jemanden, der für die Todesstrafe ist, will ich nicht haben... bloß wahrscheinlich kann man sich das für die meisten Amis an der Spitze abschminken...

Rotkätzchen
20.02.2008, 22:36
Mir ist Obama durchaus sympathisch - und nicht nur was seine Wahlparolen anbelangt (Schließung von Guantanamo). Er ist allerdings noch sehr jung und auch ich habe deshalb ein wenig Zweifel, ob er sich im Ernstfall gegen alteingesessene Generäle durchsetzen kann bzw. nicht von anderen Parteimitgliedern aus dem Background gesteuert wird. Ich drücke ihm dennoch die Daumen, weil ich ihn für einen Idealisten halte, der für das steht, was er sagt. Hillary wäre meine zweite Wahl. Hauptsache ist natürlich mal ein Demokrat.

Wie Rusch schon sagte, wenn Amerika so weiterwirtschaftet, geht das Land konkurs. Ich will nichts Schwarzmalen, aber was wird die einzige Weltmacht dieses Planeten wohl machen, wenn ihr Wohlstand, ihre Zukunft und überhaupt alles was das Land ausmacht in Gefahr ist. Sie werden sich wehren. Wir wissen doch im Grunde alle, welche Macht die Geheimdienst haben. Sie haben den Irakeinsatz legitimiert und werden weitere Ziele legitimieren, wenn die USA wieder einen Wirtschaftsschub benötigen - wie es leider im Moment der Fall ist. Was ich sagen will: Eine bankrott zu gehen drohende Weltmacht ist wahrscheinlich gefährlicher als alle Terrorstaaten zusammen. Deshalb hoffe ich auf einen Demokratensieg - auch um das ramponierte Image Amerikas in der Welt wieder zum Besseren herzustellen.

Ein Glück, dass dieser Romney abgeschlagen ist. Habt ihr mitbekommen, was der verlautet hat? Sinngemäß: "Wenn die Demokraten siegen, siegt der Terrorismus." Diese Hardliner von der Repiblikanern scheinen alles tun zu wollen, Amerika in einen streng kontrollierten und überall überwachten Polizeistaat zu verwandeln. Mich ängstigt das ehrlich gesagt zutiefst. Und wieder will ich nicht Schwarzmalen, aber: Sollten die Demokraten siegen und sollte sich dann etwas wie 11/09 wiederholen, tja, wer steckte dann dieses Mal dahinter? Die REPs? Der Mossad (Israel will natürlich auch, dass die USA ihre harte Linie beibehalten)? Oder doch die Talban?

Ich hasse Verschwörungstheorien. ;)
Und dennoch sehe ich sie als existent.

Livrion
21.02.2008, 00:04
Eine bankrott zu gehen drohende Weltmacht ist wahrscheinlich gefährlicher als alle Terrorstaaten zusammen.

Also, bis dahin ist wohl noch ein wenig hin...

Generell finde ich, es ist an der Zeit, dass ein Schwarzer Präsident der USA wird und wenn er zudem ein Demokrat ist, finde ich das schon in Ordnung.
So wie Rusch denke ich, dass es hauptsächlich wichtig ist, dass ein Demokrat Präsident/in wird.
Und es mag vielleicht einmal so weit sein, dass Amerika vielleicht einmal beginnt zu begreifen, dass sie nicht das von Gott auserwählte Volk sind, das auf der Welt schalten und walten kann, wie es will.
Aber das wird wohl weder unter Clinton noch Obama geschehen.
Dennoch: Besser als die Republikaner sind beide allemal.

Und wenn der "Gouvernator" Schwarzenegger in ein paar Jahren einmal Präsident wird, weil die Gesetze entsprechend geändert wurden, na dann ist alles in bester Ordnung...:rolleyes:
Zusatz: Wobei er erstaunliche und auch gute Dinge in Kalifornien thematisiert, die so gar nicht zu der Bush Administration passen....

Hathor
21.02.2008, 09:05
Obama hat schon was. Charisma nennt man sowas wohl. Allerdings ist er für mich fast zu gut, um wahr zu sein.

Was mich an dem Ganzen immer mehr stört, ist, dass das Ganze auf einen Kampf der Freaks hinauszulaufen scheint. Eine Frau gegen einen Farbigen, wow! Warum nur muss man Menschen auf solche Merkmale reduzieren? Es scheint, als müsste man als Überdrüberkandidatin eine farbige Frau suchen...

Ehrlich gesagt: ich wüsste nicht, wenn ich wählen sollte. Die Jesusfraktion natürlich auf keinen Fall.

Livrion
21.02.2008, 09:19
Was mich an dem Ganzen immer mehr stört, ist, dass das Ganze auf einen Kampf der Freaks hinauszulaufen scheint. Eine Frau gegen einen Farbigen, wow!

Ich finde das für amerikanische Verhältnisse schon bemerkenswert, wenn ein Schwarzer zum ersten Mal in der Geschichte US-Präsident wird.
Genauso wäre es beachtlich, wenn mal ein Aborigene Australien regieren würde.
Die alten Vorurteile und Benachteiligungen sind schließlich auch in Amerika nie ganz verschwunden.

Rusch
21.02.2008, 12:58
Was mich noch mehr überrascht ist, dass Obama in Texas die Nase vorne hat. Wenn er diese Vorwahl gewinnt, dann könnte das schon vorentscheidend sein.

Akissi
21.02.2008, 19:38
Ich finde das für amerikanische Verhältnisse schon bemerkenswert, wenn ein Schwarzer zum ersten Mal in der Geschichte US-Präsident wird.
Genauso wäre es beachtlich, wenn mal ein Aborigene Australien regieren würde.
Die alten Vorurteile und Benachteiligungen sind schließlich auch in Amerika nie ganz verschwunden.

Naja, aber ich finde, Hathor hat schon recht... wo kämen wir da hin, wenn es immer nur um die Rasse der Kandidaten ginge? Sicher ist sowohl die Regierung durch eine Frau als auch die durch einen Schwarzen mal etwas anderes und etwas, auf das schon viele lange warten - ich finde das auch wirklich nicht schlecht... nur kann ich doch meine Wahl (die ich ja aber glücklicherweise in keinster Weise wirklich treffen muss :D) nicht danach ausrichten, wer meiner Meinung nach jetzt mal "dranwäre", sondern danach, wessen Prinzipien ich besser finde oder sehe ich das falsch mit meinen wahlunberechtigten dummen 15 Jahren? X.X

Und ganz so wie mit einem Aborigene wäre das denke ich nun doch nicht - das wäre ja wohl eher bei einem amerkanischen Eingeborenen, sprich "Indianer" der Fall :D Das fände ich überhaupt mal das Beste, aber das wird es wahrscheinlich "neva eva" geben...

Warin
22.02.2008, 18:39
Obama hat schon was. Charisma nennt man sowas wohl. Allerdings ist er für mich fast zu gut, um wahr zu sein. Wohl wahr, wohl wahr. Gibt es eigentlich ein klares Statement von Obama zu Scientology?

Ich bleib dabei: Der Mann ist mir unheimlich... Keiner weiß oder ahnt, wie er handeln wird, wenn er erst Präsident ist. Clinton und McCain sind berechenbarere Größen. Auch wenn ich den Regierungswechsel herbeigesehnt habe: Obama werde ich gegen McCain nicht die Daumen drücken...

John Doe
23.02.2008, 11:16
Vergiss nicht, die amerikanische Gesellschaft ist sehr konservativ. Und auch in den Vereinigten Staaten ist der Präsident nicht Alleinherrscher, macht dieser irgendwelche wundersamen "Alleingänge", bekommt er vom Kongress wohl ein fettes Veto.

Rusch
23.02.2008, 14:39
Vergiss nicht, die amerikanische Gesellschaft ist sehr konservativ. Und auch in den Vereinigten Staaten ist der Präsident nicht Alleinherrscher, macht dieser irgendwelche wundersamen "Alleingänge", bekommt er vom Kongress wohl ein fettes Veto.

Das kommte darauf an, was er macht. Der Kongress kann den Präsidenten eigentlich nur in Haushaltsfragen eindämmen. Wenn ihm aber einfällt, Molwanien anzugreifen, dann macht er das einfach. Selbst seine Partei kann ich dann nicht aufhalten.

Conan
29.10.2008, 20:53
*threadrauskram*
So, aus aktuellem Anlass hol´ ich den Thread mal wieder etwas nach vorn. :)

Tja, in ein paar Tagen wird sich ja entscheiden, wer nun das Zepter übernehmen darf.
Aus dem Bauchgefühl heraus bin ich mehr für Obama, auch wenn mir seine eigl. Richtung noch nicht ganz klar ist. Viell. auch wegen seiner Ausstrahlung, aber in ihm sehe ich die kompetentere Führungsperson, der offen für Neues ist.
Das McCain-Lager hingegen ist mir viel zu konservativ und wenn ich da so an Sarah Palin und Co. denke - na ja, deren Ansichten kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich kann mich noch gut an das knappe Wahlergebnis im Jahr 2000 erinnern. Damals hieß es ja noch Al Gore vs. Bush. Beide kannte ich überhaupt nicht, hab´ mich auch damals iwie zu wenig für sie interessiert und es war mir letztlich auch egal, wer gewinnt.
Aber heute, acht Jahre später denke ich, das unter der Führung von Al Gore sicher einiges, ich sag mal ~ anders gelaufen wäre und ich behaupte jetzt auch mal "besser".

McCain würde wohl eine Fortführung der beschissenen Bush Politik bedeuten und wohl nach weitern 8 Jahren den endgültigen Konkurs der USA.


Ja, so ähnlich sehe ich das auch. Wobei ich stark bezweifle, dass er überhaupt noch nach vier Jahren wiedergewählt wird, sollte er die jetzige Politik beibehalten. Ich denke auch, das wer auch immer an die Macht kommt, es einen Richtungswechsel in der US-(Außen)Politik geben wird.
Bush kann (will?) viell. seine eigenen Entscheidungen nicht mehr ändern, da er ja sonst seine Politik für gescheitert erklären müsste.

Für Obama sieht´s jedenfalls (im Moment) sehr gut aus. Aber noch ist nichts entschieden... Denn wie heißt es doch beim Fußball so schön: "Das Spiel hat 90´zig Minuten"!

PoiSonPaiNter
29.10.2008, 21:37
Ein wichtiger Aspekt der diesjährigen Wahl ist denke ich auch noch, dass Obama bereits als Kandidat Anschlägen ausgeliefert ist!
Erst vor kurzem konnte ein Attentat den zwei Neonazis auszuführen versucht haben verhindert werden!

Es wird also noch interessant, denn mittlerweile wird Obama schon in einer Reihe mit John F. Kennedy und Abraham Lincoln genannt, die beide Attentaten zum Opfer fielen.

Als "schwarzer" Präsidentschaftskanditat hat sich der Senator aus Illinois (unbeabsichtigt) Feinde in extremistischen Reihen gemacht - den Ku-Klux-Klan um nur ein Bespiel zu nennen, dessen Anführer sich öffentlich gegen Obama gewettert hat und sogar mit dem Tod drohte.

Wir werden sehen was das letztendliche Ergebnis bringt (und wie lange er, sollte er gewinnen, "im Geschäft" bleibt)!

(Wusste gar net das es diesen Thread gibt! XD)

Verräter
29.10.2008, 21:48
Ja... die große Frage wie lange Obama als Präsident überleben wird, stellt sich leider. Die Frage was seine Gegner damit tatsächlich erreichen wollen sollte man wohl lieber nicht stellen, dort fehlt es einfach an jedem Sinn. Die rechte Szene, sowohl hier in Europa als auch in Amerika, zeichnet sich eben doch nur durch ihre Grenzenlose Dummheit aber leider auch durch ihren großen Einfluss aus.

Dass Obama allerdings der bessere Präsident wäre, dessen bin ich mir persönlich fast sicher. Ich habe mir das dritte TV-Duell angesehen (übrigens alle in guter Qualität auf Youtube zu sehen) und musste über einige Reaktionen McCains nur lachen oder lange, lange mit dem Kopf schütteln.
Aber sagen wir es mal so:
Obama versucht mit klaren Argumenten, eindeutigen Statements und einem festen Programm gewinnen.
McCain versucht mit einfachen Floskeln (Wir schaffen das schon!), Provokation gegenüber Obama, und sehr ungenauen Aussagen zu gewinnen.

Und wenn ich nicht wüsste, wie verdammt Blöd und vor allem konservativ viele Amerikaner sind, würde ich sofort darauf setzen, dass Obama mit mindestens 90% siegen müsste, gerade nachdem jetzt ja alle Bush hassen.

Wir werden sehen was am Election Day auf Amerika (und von denen auf uns) zukommt, und wer weiß, vielleicht verliert ja wieder einmal derjenige mit den meisten Stimmen :-) Man kann sich also nie sicher um das Ergebnis sein!

Warin
29.10.2008, 22:08
Meine Meinung gegenüber Obama hat sich nicht gebessert. Ich bin diesem Charismatiker gegenüber extrem mißtrauischo.O Welche Kreise stehen hinter ihm, wer wird ihn letztendlich steuern, wenn seine inhaltslosen Reden den Hintermännern erst einmal die Macht verschafft haben? Denn eins konnte er mir bislang in keinster Weise vermitteln: Ein eigenes Profil. Meine Kanditatin wäre Hillary Clinton gewesen. Aber vor die Wahl gestellt, Obama oder McCain? Ich würd' zu Hause bleiben:)

Aber ich muss zugeben, klammheimlich würde es mich freuen, wenn Obama scheitern würde. Aber dazu müsste wohl ein Wunder geschehen. Oder weitere "Joe, the Plumber" auftauchen:D

nyx
29.10.2008, 22:53
Wieso findest du Obamas Reden denn inhaltslos? Ich mein, klar, da ist ne Menge Show bei, vor allem, was diese ganzen Werbesolgans wie "yes, we can" und "change" bzw. "hope" anbelangt. Aber in den Debatten hatte ich nicht den Eindruck, dass er um den heißen Brei herumgeredet hätte, wie McCain das imho recht oft tat.

Ich befürworte zumindest Obamas außenpolitische Ansichten und Ziele. Er sagt, er würde auf den Dialog setzen. Ein Vorhaben, was ich nur unterstützen kann. Mir läuft es kalt den Rücken hinunter, wenn ich mir so anhöre, wie McCain bspw. mit Russland umspringen will (Russland aus den G8 schmeißen und dann eine Koalition der Demokratien vs. Russland und alle, die gegen Amerika sind, gründen?! What the heck - hat der Mann denn nichts aus den Jahren des Kalten Kriegs gelernt? oO)

Obamas innenpolitischen Ziele finde ich ebenfalls recht interessant, wobei ich da weniger gut informiert bin. Mir ist allerdings schon bewusst, dass das Gesundheitssystem in den USA ziemlich mies ist und nur für Reiche funktioniert. Den eher sozialen Ansatz Obamas finde ich da eigentlich sehr gut. Auch will er die Steuerbegünstigungen, die Bush der reichen Oberschicht geschenkt hat, ausgleichen bzw. rückgängig machen. Einen Schritt, den ich ebenfalls begrüßen würde, wenn ich in den USA leben würde.

Überhaupt gefällt mir Obamas liberale, aufgeschlossene Art und seine eher soziale Einstellung. Wenn ich könnte, würde ich Obama wählen, aber ich darf ja leider nicht. Also bleibt mir nur das Hoffen. Das Hoffen darauf, dass Obama sich zumindest an die meisten seiner Wahlversprechen hält (dass er sich an alle halten wird, glaube ich nicht, das wäre doch arg naiv). Desweiteren hoffe ich darauf, dass Obama als Präsident endlich die Kurswende im Weißen Haus und nicht nur dort bringt, die schon längst überfällig ist.

Aber ehrlich gesagt, ich glaube erst daran, dass die Amerikaner einen Schwarzen und dazu noch relativ Liberalen zum Präsidenten wählen, wenn Obama vereidigt worden ist. Auch wenn es noch so viele Prognosen und Wahlbeobachter gibt, die meinen, Obama läge vorn - ich bin da skeptisch. Amerika ist nach wie vor ein ziemlich rassistisch geprägtes Land...

Hathor
30.10.2008, 08:08
Ich teile Warins Meinung. Obama ist mir einfach zu aalglatt, zu charismatisch, zu unecht... Immer, wenn ich ihn sehe, verspüre ich Unbehagen. Er ist einfach zu gut, um wahr zu sein.

McCain wäre für mich auch keine Alternative.

Auch ich wäre für Hillary Clinton gewesen, aber mich hat ja keiner gefragt ;)

Gestern sah ich (leider nur einen Teil) einer recht interessanten Sendung über die beiden Kandidaten. Es ging vor allem um die Meinung der Öffentlichkeit. Es ist unglaublich, welche Hinterwäldler und Rassisten manche Amerikaner sind.
Mal sehen, ob der sogenannte "Bradley-Effekt" einsetzt. Zutrauen würde ich es den Leuten, dass sie zwar offen für Obama sind, dann aber doch nicht über ihren Schatten springen können und den Weißen wählen.

Lena
30.10.2008, 14:21
Ich wäre auch für Hillary Clinton gewesen. Sie hatte ihre Ziele noch am klarsten vorgetragen. Eine gesetzliche Krankenversicherung für alle wird es wohl ohne sie nicht geben oder nicht so schnell. Außerdem ist sie eine Frau, was für mich zwar nicht ausschlaggebend wäre, aber doch ein Pluspunkt ist. Bei Obama habe ich fast keine Ahnung für was er steht. Das Einzige was er mit Nachdruck und immer wieder sagt: Ich bin nicht Bush und unter mir wird alles anders! Aber was er genau ändern will ist für mich nicht wirklich ersichtlich. Zeitlang habe ich gehofft, dass Obama Clinton als Vize benennt, aber für seine eigenen Ziele ist es nicht von Vorteil. Außerdem gefällt mir auch nicht das er eher wie ein Popstar vermarktet wird. Der Auftritt in Berlin war für mich reine Show.

McCain ist mir einfach zu viel Bush. Wenn man sieht das es die momentane Politik nicht funktioniert würde ich nicht wieder Stillstand/Verschlechterung wählen.

Wäre ich wahlberechtigt, würde ich Obama wählen. Aus einfachem Grund: Er ist nicht Bush und hoffen wir es das unter ihm alles anders wird ( besser wird)

Ollowain
30.10.2008, 16:25
Hm, ja... Obama oder McCain >_>
Übertrieben ausgedrückt, die Wahl zwischen Cholera und Pest. :o

Ich persönlich würde eher noch Obama wählen. Er ist zwar nicht das Ideal, aber nicht so erzkonservativ wie McCain und Palin es sind. (Wobei mir gerade auffällt, dass ich Obama noch nie im Fernsehn gesehen habe... auch keine Videos und nichts... *hide*)


Am liebsten würde ich nach wie vor Hillary als Präsidentin sehen. Ich bin einfach davon überzeugt, dass sie die USA umkrempeln könnte.

... Naja, ich will nicht sagen: "Letztendlich ist es mir egal, wer gewählt wird und wenn die USA den Bach runter gehen. Ich werde nie dahin auswandern, ich habe auch so nichts mit denen am Hut." ...Dafür sind sie einfach zu groß und zu einflussreich, die Vereinigten Staaten...

Enduni
30.10.2008, 16:59
Ich bin für Obama, doch stehe ihm auch kritisch gegenüber. Der Hype um ihn ist mir beinahe zu viel, was aber auch an der sehr einseitigen Berichterstattung in Europa liegt. Hier wird fast nur Obama ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die meisten wissen sicher nicht einmal den Vornamen McCains.
Was mir McCain unsympathisch macht, ist seine militärisch geprägte Vorstellungsweise. Er ist eben der Vietnamveteran und stellt sich so auch ins Licht der Öffentlichkeit; weiter Truppen im Irak, weil ein Abzug als Niederlage erscheinen würde, möglicherweise ein Angriff auf den Iran. Auch ist er mir zu alt, zu republikanisch, selbst, wenn er sich zu Anfang noch so liberal und beinahe unkonservativ gab. Er ist für mich durch und durch ein Machtpolitiker.
Obamas Versprechen halte ich für besser, selbst wenn nicht sicher ist, inwieweit er fähig oder willens ist, sie umzusetzen. Allein seine Korrekturen an seinem Image, in dem er zahlreichen früheren Reden und Forderungen widersprach, sind etwas bedenklich, dennoch wenig überraschend für einen Politker.

Letztlich ist es aber gut möglich, dass Obamas oder McCains Amtszeit nicht allzu glücklich verläuft und ihnen das angelastet wird, was die Bush-Ära und die vom Staat unabhängige Wirtschaft auf lange Sicht produzierten; Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Inflation. Die Frage ist nur, wie sie mit diesen Krisen umgehen. An Nicolas Sarcozys Verhalten als EU-Ratspräsident erkennt man doch recht gut, dass auch oder gerade die Charismatiker unter den Politikern in einer Krise gute Führung bieten können. Sarkozys Vorschläge und sein Verhalten wird von vielen Stellen innerhalb und außerhalb des Finanzsektors gelobt, obgleich die von ihm gedachten Maßnahmen diesen eher einschränken würden.

Gruß,

PS: Ich finde, die USA haben es mit ihren Staatsoberhäuptern gut getroffen. Erstens; sie können dieses noch selbst wählen, aber vor allem zweitens; haben wir bei unserer Bundeskanzlerwahl im Endeffekt die Wahl; Steinmeier oder Merkel. Und das ist eigentlich die Wahl zwischen Strick und Pistole.

Kain
30.10.2008, 19:20
Bei einer Wahl zwischen Obama und McCain, sehe ich Obama noch als das geringere Übel. McCain wäre genau wie Busch die parlamentarische Vertretung der Militär- und Waffenlobby. Außerdem schleimt er sich im Moment ziemlich bei den erzkonservativen Christen ein, um sich deren Stimmen zu sichern. McCain scheint auch überhaupt kein Konzept zu haben wie man mit der aktuellen Finanzkrise umgehen muss und wie man einer drohenden Wirtschaftsrezession entgegenwirken will.
Noch schlimmer finde ich seine Kandidatin für das Vize-Präsidentenamt Sarah Palin, der aktuell Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, weil sie den Beauftragten für die öffentliche Sicherheit in Alaska entlassen hat, angeblich weil der sich wiederum weigerte, einen Polizisten zu feuern, der sich von Palins Schwester scheiden ließ. Außerdem soll sie sehr viele Spendengelder für eigene Garderobe und Make-up verschwendet haben, von ihren bornierten konservativen Ansichten ganz zu schweigen.*nein*

Obama ist zwar ein sehr charismatischer Politiker, sein auftreten ist souveräner und er ist rhetorisch eloquenter als McCain. Man, oder mir geht es jedenfalls so, nimmt ihm dieses Aalglatte auftreten aber nicht ganz ab. Erste Zweifel kamen mir als ich seine Berlin-Rede verfolgt habe, bei der er nur weltwerbesserische Allgemeinplätze von sich gegeben hat. Das hatte was von Schönheitsköniginnenwahl: Frage: Warum wollen sie Miss-USA werden - Antwort: Weil ich mich für den Weltfrieden einsetzen will.
Selbst wenn seine Absichten gut sein Mögen, die USA sind keine Diktatur, wo ein Mann bestimmt was gemacht wird. Er muss sich an bestimmte Spielregeln halten und auch er kann sich dem Einfluss gewisser Lobbys nicht entziehen.

Egal, ob Obama oder McCain, beide werden den Irak-Krieg fortführen, da die USA die Kontrolle über die Ölfelder brauchen, das Kontingent an Soldaten in Afghanistan wird aufgestockt werden. Nur, falls Obama gewinnt, wird er mit einem freundlichen Lächeln kommen und von der Bundesregierung mehr Soldaten fordern, bei McCain bleibt das Lächeln halt aus.

Hathor
30.10.2008, 19:21
McCain ist mir einfach zu viel Bush. Wenn man sieht das es die momentane Politik nicht funktioniert würde ich nicht wieder Stillstand/Verschlechterung wählen.



Fairerweise muss man aber ergänzen, dass McCain immer ein scharfer Kritiker von Bushs Irak-Politik war und ist. Auch im Bereich Umweltschutz will McCain ganz andere Wege gehen als Bush (Stichwort Kyoto-Protokoll). Ebenso verurteilt er scharf den fast schon paranoiden Umgang mit Terrorverdächtigen und er will Guantanamo schließen.

McCain hat den Fehler begangen, Bushs Rückenstärkung anzunehmen und nun denkt jeder, er sei Bush II. Dabei hat hier einfach ein Republikaner seinen Parteigenossen unterstützt.

Warin
30.10.2008, 20:48
Nur, falls Obama gewinnt, wird er mit einem freundlichen Lächeln kommen und von der Bundesregierung mehr Soldaten fordern, bei McCain bleibt das Lächeln halt aus.*ja*Klasse, das bringt's wirklich auf den Punkt. Wobei sich mir die Frage stellt, was ehrlicher istX.X

dass auch oder gerade die Charismatiker unter den Politikern in einer Krise gute Führung bieten können. In der Tat richtig, für Unternehmen ist es empirisch sogar belegbar, dass es Charismatikern am ehesten gelingt, einen Weg aus der Krise zu finden. Mein Management-Prof stand sehr auf diese These.

ExLibris
31.10.2008, 08:08
Ich bin sehr für Obama! Natürlich ist vieles Show und Imagepflege, und ich bin überhaupt skeptisch, wie Amerikaner zu ihrem Präsidenten stehen. Aber auch wenn sich nicht alles schlagartig durch Obama ändern wird, sollten sie doch wenigstens endlich mal die Richtung ändern. Der Präsident hat in den USA vielleicht nicht die Macht die man ihm nachsagt, aber die Welt hätte sich definitiv anders entwickelt, wenn ihr George W. Bush erspart geblieben wäre ( zweimal).

Würde jetzt Hillary Clinton zur Wahl stehen, würde man an ihr genauso zweifeln. Ob sie denn etwas anders machen würde, ob sie nicht zu sehr von ihrem Mann beeinflusst ist, usw.
Zweifel und Kritik finde ich vernünftig, bei jedem Kandidaten, aber wenn ich mir McCain ansehe und seine fanatisch christlichen Anhänger, kann man nur hoffen, dass Obama gewählt wird.

Melyanna
31.10.2008, 13:11
Durch meinen Urlaub habe ich ja ein wenig amerikanischen Wahlkampf Live erlebt - und der hat mich doch an diversen Stellen sehr überrascht.

Zum einen wird Wahlkampf nicht auf den Straßen ausgetragen, was irgendwie immer mein Bild von amerikanischem Wahlkampf war. Nein, Wahlkampf ist Medienkampf - was Obama mit seiner halbstündigen Sendung auf 7 Kanälen gleichzeitig ja mehr als bewiesen hätte.

Und Wahlkampf ist dreckig. Okay - wenn man Hollywood glaubt, wußte man das schon, aber tatsächlich hat es mich als Deutsche doch schon "erschrocken", wie man dort über die Gegenkandidaten redet. Hier steht meistens die eigene Partei im Vordergrund. Man will sich besonders toll hinstellen oder die Ziele der anderen Partei zumindest ins negative Licht rücken.

In den USA ist das viel Personen bezogener.
Zumindest von Republikaner Seite her. Oder sagen wir es so - so habe ich es empfunden (wohl auch, weil meine Verwandtschaft, die ich dort besucht habe, auch eher demokratisch veranlagt ist).

Wie dort in Radiospots über den Gegenkandidaten hergezogen wird, ist schon erstaunlich und würde in Deutschland mit Sicherheit für Empörung und Fremdschämen sorgen. Da wird einem Obama auch gerne schonmal untergeschoben, er sei Moslem und damit automatisch in terroristische Machenschaften verstrickt (Obama hat ein Jahr lang eine muslimische Schule besucht - als er 10 war wohlgemerkt).

Wie die Wahl im Endeffekt ausgehen wird - da bin ich auch sehr gespannt. Hört man doch auch sehr viel, dass Obama in den Umfragewerten zwar vorliegt, man sich aber nicht sicher sein kann, wieviele dann letztendlich ihre Stimme doch nicht ihm geben. Immerhin kostet es offensichtlich viele Amerikaner doch noch eine gewisse Überwindung einem Schwarzen ihre Stimme zu geben und was hinter dem Vorhang geschieht sieht ja keiner.

Weiterhin sorgt das Wahlsystem zusätzlich für Spannung, wie ich finde. Wäre ja nicht das erste Mal, dass mehr Personen die eine Partei wählen, aufgrund der Wahlmänner-Regelung aber dann doch die andere Partei gewinnt. Lassen wir uns überraschen. Ich bin auf jeden Fall froh, wenn ich zwei Sachen nicht mehr hören muß. "Change!" und "Yes, we can!"

Conan
31.10.2008, 20:55
Wie dort in Radiospots über den Gegenkandidaten hergezogen wird, ist schon erstaunlich und würde in Deutschland mit Sicherheit für Empörung und Fremdschämen sorgen... In den USA ist das viel Personen bezogener...

Ja, die "Wahlschlachten" erreichen dort ein sehr viel größeres Ausmaß als hierzulande, besonders wenn den Leuten dort die Argumente ausgehen. Wie da teilweise mit Dreck um sich geschmissen wird, ist schon nicht mehr feierlich... Ich würde auch schon sagen peinlich bzw. lächerlich, da viele dieser sogenannten "Argumente" iwie nichts mehr mit der eigentlichen Politik zu tun haben.
Auch hab´ ich ebenfalls den Eindruck, dass die Herkunft oder die privaten Dinge der Kandidaten für die US-Wähler wichtiger sind, als deren eigentliche politische Forderungen. Die Gründe dafür liegen einerseits viell. auch daran, das die USA insgesamt ein immer noch sehr konservatives Land sind, in dem auch die Kirche und der Glaube an sich ein nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Politik haben.
Und wie du schon sagtest, Wahlkampf ist Medienkampf. In den USA sicher noch weit mehr als z.B. hier in Europa. Viele Amerikaner leben ja in weit entfernten ländlichen Gebieten und sind deswegen einfach nur auf diese Art zu erreichen. Außerdem lässt sich das Volk m.E. auch insgesamt viel stärker von den Medien beeinflussen.

Na ja, aber ich muss ebenfalls sagen, wer auch immer das Rennen macht, derjenige steht vor einem ziemlich großen Trümmerhaufen, oder zumindestens vor gewaltigen Herausforderungen.
Was jedoch den Willen zur Bewältigung von großen Problemen anbelangt, da bin ich eigentlich ganz zuversichtlich. Denn die jetzige (Finanz)situation zeigt es doch eigentlich ganz deutlich. Was da mit einem Male so an Gelder freigegeben wird, das ist schon beachtlich, noch beachtlicher hingegen finde ich, wie schnell das auf einmal alles gehen kann und wie gut doch alle (Staaten) zusammenarbeiten können, wenn´s mal hart auf hart kommt. So schnelle Reaktionen hätte ich mir so manches Mal auch bei anderen politischen Entscheidungen gewünscht.
Aber egal - Dinge schnell in Angriff zu nehmen und evtl. auch gemeinsam zu lösen, ist sicher nicht das größte Problem auf dieser Welt, aber daran hat´s m.M.n. bei der jetzigen US-Regierung iwie immer gehapert.
Viell. bin ich in der Richtung etwas naiv, aber ich hoffe, das es, wenn es mal wieder (global gesehen) direkt um menschliche Schicksale geht, die Entscheidungen in einem ähnlichen Tempo vorrangehen werden.

Lena
05.11.2008, 19:29
Die Amerikaner haben gewählt und haben sich unerwartet deutlich für Obama entschieden. Ich hätte mit einem viel knapperen Ergebnis gerechnet. Meine Tochter ist zum meinem Leidwesen ein Nachtmensch und deshalb habe ich die Wahlen live verfolgen können.

McCain hat mich positiv überrascht nach der Schmutzkampagne gegen Obama. Er hat in seiner Rede seine Niederlage und Obama als seinen Präsidenten anerkannt. Obama war auch positiv bodenständig.

Da drücke ich Obama die Daumen das er seine Wahlversprechen umsetzen kann. Aber nach dem er fast das Unmögliche geschafft hat, würde ich ihm auch dies fast schon zutrauen.

Akissi
05.11.2008, 19:32
War ja irgendwie klar, dass die Amis jetzt dringend auf Abwechslung drängen... :D

Mir wäre nach wie vor irgendwie Hilary lieber gewesen, aber Obama ist auch okay, I guess. Solang der Welt nur McCain und seine Palin-Pute erspart bleiben...

Interessant fand ich ja auch die Umfrage, zu deren Teilnahme man innerhalb der letzten Wochen als User des SchülerVZs aufgefordert wurde - wer soll's werden?
Ergebnis: 91,6% für Obama =D

Hathor
05.11.2008, 19:35
Gut so :)

Nun kann Obama zeigen, dass/ob er mehr kann als Sprüche klopfen. Jedenfalls waren die Bilder schon berührend. Und McCain ist ein fairer Verlierer.

Alles eitel Wonne.

Nun hoffe ich nur, dass alle Amerikaner bald sagen können Yes, he can....

Conan
05.11.2008, 20:20
McCain hat mich positiv überrascht nach der Schmutzkampagne gegen Obama. Er hat in seiner Rede seine Niederlage und Obama als seinen Präsidenten anerkannt.

Ja diese Schmutzkampangne hat ihn bestimmt viele Wählerstimmen gekosten, besonders von denen die viell. noch unentschlossen waren. Abgesehen von seiner politischen Richtung hat er oft gesagt, was Obama in seinen Augen schlecht macht - aber nicht was er besser machen will.
Auf jedenfall Fall hat er gezeigt, das auch er ein guter Verlierer sein kann. Ich fand seine "Glückwunschrede" an Obama war einer seiner Besten die er in dem Wahlkampf gehalten hat. Wenn er von Anfang an diese Art gezeigt hätte, dann wäre das Ergebnis sicher etwas knapper ausgefallen.

Solang der Welt nur McCain und seine Palin-Pute erspart bleiben...

Ähm... ja - so ähnlich wollt ich´s erst auch ausdrücken... :D Von den beiden dürfte zumindest in nächster Zeit (die nächsten 4 Jahre) nich´ mehr viel zu hören/sehen sein.

Obama´s Präsidentschaft wurde ja auch bereits weltweit positiv aufgenommen. Das ist viell. schon ein gutes Zeichen für bessere internationale Zusammenarbeit. Wie auch immer, ich find´s ebenfalls auch gut das er Präsident geworden ist. *fan*

Enduni
05.11.2008, 20:41
Yay, keine Palin und auch kein McCain! - Ich glaube ja, dass McCain sich mit Palin ins Aus manövrierte. Was sie alles fabrizierte; mehrere Anklagen wegen Amtsmissbrauchs, das starke Stück mit dem "Sarkozyanruf" und letztlich noch ihre grausige Humorlosigkeit machte sie den Menschen unsympathisch und lassen sie auch als politisch falsche Wahl erscheinen. Bei einem älteren Kaliber wie McCain, der ja durchaus schon einmal den Löffel abgeben könnte, sollte man sich doch wegen des Vizes Gedanken machen. - Zugegeben, Obama hat auch keine reine Weste in Hinsicht auf Fauxpas, allein Bittergate war so ein Fall, aber konnte er sein Image immer wieder erfolgreich retten und wohl mit seinen politischen Zielen vielerlei Gruppen hinter sich ballen, die großen Einfluss und auch großes Geld haben.

Trotzdem, alles in Allem ist es auch ein Zeichen dafür; Change has come. Das Unvorstellbare ist vollbracht; die Amerikaner haben einen schwarzen Präsidenten. (Hoffentlich wird das nicht wie mit den Katholiken. O.o)

Gruß,

marxn
05.11.2008, 23:17
zuerst: von McCain hätte ich außer leckeren Pommes kaum etwas erwartet, er war bloß ein Showgegner, ähnlich wie Samuel Peters beim Klitschko-kampf, neulich...

ich glaube nicht an einen großen "Change", da der mächtigste Mann der Welt letztlich auch nur ein Spielball wirtschaftlicher Interessen ist, gleich ob DEmokrat oder Rep. Wer ernsthaft an Demokratie glaubt, sollte doch mal die rosarote Brille abnehmen und einsehen, dass die ganze Welt immer mehr im Würgegriff des schlimmsten Diktators überhaupt, dem kapitalistischen System, zu ersticken droht. Ich weiß, es klingt wie Schwarzmalerei, aber schaut euch die Fakten an. DIe Lage ist viel zu verzwickt, als dass ein Mann allein die Wende bringen kann. Ich hab sogar das Gefühl, dass Obama von mächtigen Wirtschaftsbossen "erwünscht" ist, um die aufgebrachte Bevölkerung zu beruhigen, sodass sie weiterhin im Hintergrund die Fäden ihres gigantischen Netzwerks ziehen können.

Hathor
06.11.2008, 07:59
Bei einem älteren Kaliber wie McCain, der ja durchaus schon einmal den Löffel abgeben könnte, sollte man sich doch wegen des Vizes Gedanken machen.

Naja, das Alter muss nicht unbedingt was sagen.

Zum Vergleich:

John F.Kennedy war bei seiner Wahl 43 Jahre alt und war gerade mal 3 Jahre Präsident.

Ronald Reagan war bei seiner Wahl 70 Jahre alt und war 8 Jahre Präsident.

Faern
06.11.2008, 16:38
Nun kann Obama zeigen, dass/ob er mehr kann als Sprüche klopfen. Jedenfalls waren die Bilder schon berührend. Und McCain ist ein fairer Verlierer.

Er hat jedenfalls klare Visionen, die für mich ehrlich klingen und nicht nur dem Gewinnen der Wahl dienten. Wie es aber immer so ist mit dem Soll-Zustand in der Fantasie und dem Ist-Zustand der Realität, wird vieles anders kommen, als sich ein Idealist wie Obama die Dinge vorstellt. Die Finanzkrise und die beginnende Rezession machen seinen Job alleine schon alles andere als leicht. Man sollte sich also nicht zu viel erwarten, was Obama ja selbst in seiner Rede auch schon gesagt hat.
Allerdings habe ich gewisse Zweifel, ob er überhaupt eine Amtsperiode übersteht, angesichts dessen, dass er jetzt wahrscheinlich die Nazi- und Rassistenecke als Feinde hat.

Viel wichtiger ist aber: Die Ära Bush ist ab Mitte Januar endlich Geschichte.

Ollowain
06.11.2008, 18:43
Ich fand es gut, dass McCain sich letztlich als guter Verlierer gezeigt hat.

Dass es Obama geworden ist find ich ebenfalls gut, auch wenn ich ihm nicht so ganz über den Weg traue >_> Hoffen wir mal, dass er seine Versprechen hält. Dann dürfte er das vielleicht auch ähnlich gut hinbekommen, wie Hilly es hinbekommen würde ^^,

MDHS08
06.11.2008, 20:30
Ich bin auch sehr froh, dass Obama das Rennen gemacht hat und nicht McCain - immerhin hat er sich als guter Verlierer gezeigt!

ABER. Ob Obama viel im Bezug auf internationale Probleme veraendern wird ist meiner Meinung nach fraglich. Probleme wie Irak und Afghanistan sind nicht in einer 4 Jahres - Amtsperiode zu loesen. Ebenso die Wirtschaft. Er wird die Rezession vielleicht besser in den Griff kriegen als Bush; auf die Schnelle wird er aber keine Torten sonder eher Plaetzchen backen (....jaja der Vergleich hinkt ;)).

Trotzdem bin ich gespannt wie er die anderen Punkte sein Plattform umsetzt (z.B. Gesundheitswesen) und auch wie er an Internationale Beziehungen rangeht - es wurde ihm ja schon mit Wohlwollen von diversen Staatsoberhaeuptern gratuliert.

Hier in Kanada ist die Stimmung auf jedenfall auch aeusserst positiv :),

Regards,
MDHS

Verräter
06.11.2008, 20:53
Dass es Obama geworden ist find ich ebenfalls gut, auch wenn ich ihm nicht so ganz über den Weg traue
Welchem Politiker kann man schon "trauen" ? Und gerade in einem Land wie Amerika ?!?

Wer ganz oben mitspielen will, muss lernen sich so zu verstellen wie die Massen es gern hätten, muss lernen zu Manipulieren, zu lügen und Halbwahrheiten aussprechen, muss gegen seine Gegner immer etwas in der Rückhand halten und gleichzeitig versuchen sich gegenseitig gegen alle Seiten zu schützen.

Alles, und besonders das, was noch bis nach Deutschland durchdringt, ist reine Show der Kandidaten gewesen. Sowohl bei Obama, als auch bei McCain.
Und Obama war der bessere Spieler - Ich persönlich hätte ihm auch meine Stimme gegeben!
Denn dieser sprach in seinen Reden tatsächliche Probleme an, sagte ganz offen "Diese Probleme können wir in 4 Jahren nicht lösen!" (Das nur sinngemäß im Bezug auf Ölimporte), er bleibt bei Fragen objektiv und Themen gerichtet, vertritt die Interessen seiner Partei und sagt klipp und klar, was er will.
In meinen Augen spricht er damit diejenigen an, die tatsächlich daran interessiert sind Amerika zu verbessern und aufgeschlossen für neue politische Wege sind.

McCain hat das Gegenteil gemacht, er hat eben andere Personen angesprochen. Er redete an Themen vorbei, schweifte ins unermessliche ab, deutet Vorschläge nur zaghaft an, greift seinen kontrahenten offen persönlich an und benutzt nichts weiter als plakative Aussagen, die er immer und immer und immer wieder herunter trällert.
Er spricht all diejenigen an, die ihr kleines Häuschen, ihre kleine Familie, ihren kleinen Beruf haben, jeden Sonntag in die Kirche gehen und Abends darum beten, Gott möge doch Amerika vor den bösen, bösen Terroristen schützen und dafür sorgen, dass alles so bleibt wie es ist. Oder anders ausgedrückt: McCain spricht zu den Durchschnittsidioten aus Amerika.

Und wie wir gesehen haben, wollen immer mehr Menschen in Amerika den Wandel. Wahrscheinlich hätte McCain auch gegen jeden anderen Kandidaten verloren. Und Obama ist eben ein guter Redner. Er hat den Sieg verdient!

Livrion
07.11.2008, 04:29
Wahrscheinlich hätte McCain auch gegen jeden anderen Kandidaten verloren.

So stimmt das aber nicht
Obama hat vor Allem die Finanzmrise in die Hände gespielt , davor lag McCain in den Umfragen teillweise vor ihm und Umfragen sind auch nicht ganz wertlos.
Mc Cain hatte bis zur Finanzkrise, wo er keine besonders gute Figur machte - keine schlechte Position und man bedenke erst, wie knapp Clinton gegen Obama verloren hat.

Ganz davon abgesehen freue ich mich, dass Obama gewinnen hat, auch wenn ich die USA als solche eigentlich.........nicht mag

Lythande
07.11.2008, 09:07
Hallo,
auch ich bin dann doch eher für Obama, da er einfach ein schwarzer Präsident ist und sich hoffentlich für sozial schwache und Minderheiten einsetzt. Vielleicht gibt es dann auch endlich ein gescheites Krankenkassensystem für ALLE. Ich hoffe, dass er weder die Amerikaner noch andere Nationen enttäuscht, in dem er nur eine Marionette darstellt, wie es bei Bush der Fall war. Amerika sollte auch endlich den Umweltprogrammen des Tokioprotokolls zustimmen, die sie ja abgelehnt hatten.

Irgendwas liegt, so merke ich es jedenfalls, in der Luft. Ob eine entscheidende Wendung in naher oder ferner Zukunft passiert, weiß ich nicht, aber die Macht, die Amerika in den letzten Jahrzehnten gewonnen hat, sollte auf keinen Fall zu Kriegszwecken oder Menschenausbeutung oder ähnlichen Schandtaten missbraucht werden.

Gruß
Lythande

Livrion
07.11.2008, 23:08
Hallo,
auch ich bin dann doch eher für Obama, da er einfach ein schwarzer Präsident ist und sich hoffentlich für sozial schwache und Minderheiten einsetzt.

Umgekehrter Rassismus wird das wohl genannt, oder? Heißt es im Umkehrschluss, Mc Cain hätte sich nicht um die Minderheiten gekümmert, weil er ein Weißer ist? ;)
Aber ich weiß, was du meinst.

Inwiefern Obama diesen Messias-Erwartungen der Welt entspricht, wird man abwarten müssen.

Im Übrigen ist es das Kyoto-Protokoll.

P.S.:
Der Vergleich von Mc Cain und Bush ist teilweise nur schwer aufrechtzuerhalten, er ist zum Beispiel ein starker Befürworter von erneuerbaren Energien gewesen.

Lythande
08.11.2008, 12:54
Hallo,

Ups... klar, das mit dem Kyotoprotokoll war ein Schnelligkeitsfehler...

Man kann das im Allgemeinen sowieso nicht sagen, was die Präsidenten dann letztendlich von ihren gegebenen Wahlversprechen halten. Ich glaube, dass Politiker auf der ganzen Welt gleich sind. Erst macht man große Versprechen, um sie dann zu brechen. Aber die USA waren da immer ein Bisschen konsequenter als die Deutschen z.B.

Melyanna
08.11.2008, 13:51
Die Amerikaner haben gewählt und haben sich unerwartet deutlich für Obama entschieden. Ich hätte mit einem viel knapperen Ergebnis gerechnet.


Wobei es nach Prozenten an Wählerstimmen ja 53% für Obama und 46 % für McCain stand. Also doch um einiges knapper als nach Wahlmännern.

Lena
08.11.2008, 14:18
Bin ich die Einzige, die dieses Prinzip mit den Wahlmännern als schwachsinnig ansieht? Kann ja sein, dass man sich irgendwann was Bestimmtes dabei gedacht hat, aber ich sehe den Sinn nicht wirklich. Wieso kann man nicht einfach die nackten Zahlen nehmen und sagen: Obama hat mit 53% aller Stimmen gewonnen?!

Verräter
08.11.2008, 14:36
Das Prinzip mit den Wahlmännern ist nicht schwachsinnig, dafür aber völlig veraltet. Vor ~200 Jahren gab es keine andere Möglichkeit als diese mit den Wahlmännern.
Dass das System an allen Ecken und Enden hinkt ist klar, aber es wird wohl oder übel noch einige Zeit in Amerika beibehalten werden.

MDHS08
08.11.2008, 18:44
Das Prinzip mit den Wahlmännern ist nicht schwachsinnig, dafür aber völlig veraltet. Vor ~200 Jahren gab es keine andere Möglichkeit als diese mit den Wahlmännern.
Dass das System an allen Ecken und Enden hinkt ist klar, aber es wird wohl oder übel noch einige Zeit in Amerika beibehalten werden.

Tja dem will ich nur mal hinzufuegen, dass es vereinzelt sogar Faelle gibt in denen Wahlmaenner (die ja eig. ihre stimme fuer einen Bestimmten Kandidaten abgeben muessen) den anderen (und nicht den, fuer den sie haetten Waehlen muessen) Kandidat gewaehlt haben. Hat hier letztens ein Prof in ner Vorlesung preisgegeben =D.

Da kommt man sich als Waehler ja schon in nem gewissen Masse verarscht vor. Aber so ist es.

LG MDHS

ExLibris
10.11.2008, 11:27
Es überrascht mich weniger, dass ein schwarzer Präsident gewählt wurde, als dass ein schwarzer Kandidat aufgestellt wurde. Wurden Hillary Clinton und Obama von der Partei zur Wahl gestellt, oder wie funktioniert das?
Hätten sie schon früher einen schwarzen Kandidaten gehabt, hätten die Wähler vielleicht schon früher für ihn gestimmt. Für mich also kein so großes Wunder. Für viele Amerikaner aber sicher ein wichtiger politischer Schritt.

Faern
11.11.2008, 19:12
Sie hatten bereits 1984 den ersten schwarzen Präsidentschaftskandidaten Jesse Jackson (http://de.wikipedia.org/wiki/Jesse_Jackson), der sich aber durch antijüdische Außerungen selbst ein Bein gestellt hat.

Wie die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten ablief, kannst du z.B. in diesem Artikel (http://www.stern.de/politik/ausland/:US-Wahlsystem-Der-Weg-Wei%DFe-Haus/607568.html) nachlesen.

Artok
22.01.2009, 10:46
And Obama is our new president of the world...uh...USA, I mean :D

Der scheint ja sehr energisch voranzugehen. Nicht nur, dass seine Reden für mich viel entschlossener und lauter wirken als die von unserem Bush

http://de.youtube.com/watch?v=otA7tjinFX4

Er beginnt ja sogar jetzt schon mit dem Schließen des Guantanamo-Gefangenen-Lagers, was für mich schon ein ziemliches Tempo ist ;) Und die ersten Terror-Prozesse werden vorerst aufgehoben, und man merkt, er ist zu mindest entschlossen seine Ziele durchzusetzen mit ( Für einen Präsidenten) jugendlicher Energie.

Mal abwarten, ob er das so lange durchhalten kann.

Was ist eure Meinung dazu? ;)

ExLibris
22.01.2009, 11:52
Ich muss gestehen, dass ich mich von der Obamania anstecken habe lassen. Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass mir ein US-Präsident sympathisch ist. Diese Jubelbilder haben mich nicht kalt gelassen, und Obama, der in allem so ziemlich das Gegenteil von W. Bush ist, kann so falsch nicht sein. Die USA hat mit dieser Wahl sicher schlagartig an Anerkennung gewonnen.
Die Schließung von Guantanamo war ein schnelles erstes Statement, alles andere wird vermutlich Jahre dauern, bis man ihn beurteilen kann. Trotzdem ein wichtiger erster Schritt, den er nicht künstlich hinausgezögert hat.

Hathor
22.01.2009, 11:55
Mit tut Obama eigentlich ein bisschen leid. Nicht nur, weil er den Amtseid wegen seines Versprechers vorsichtshalber wiederholen musste.

Aber diese Startpanne zeigt doch, wie angreifbar und wie sehr der Kritik ausgesetzt dieser Job ist.
Außerdem setzen die Menschen derart hohe Erwartungen in den Mann, dass er sie einfach nicht erfüllen kann. Er kann nicht die Armut abschaffen oder allen zu einem Job verhelfen. Auch er wird erkennen müssen, dass es nicht reicht zu sagen Yes, we can!

Ich hoffe, nach der kollektiven Euphorie kommt nicht das große Erwachen aus dem süßen Traum von der besseren Welt.

ExLibris
22.01.2009, 12:32
Das stimmt, in seiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken. Andererseits nehme ich an, dass er schon gewusst hat, dass er in diesem Amt mächtig unter Druck stehen wird. Mit Kritik an seinen Fehlern, die er bestimmt machen wird, muss er umgehen können.
Mit Yes we can! meint er zumindest nicht, alle arabischen Länder zu bombardieren, was für Bush der Weg zur Arbeitsplatzbeschaffung war.

Was mir aber richtig seltsam vorgekommen ist, waren die Fürbitten und das Gebet bei der Angelobung. Trennung von Kirche und Staat haben sie noch nicht geschafft. *cool*

Artok
22.01.2009, 17:58
Niemand möchte in seiner Haut stecken. Aber um so ein wichtiges Amt bekleiden zu können, muss man halt auch viel Druck aushalten können und überhaupt keine Scheu haben. Und er schien sich halt bereit erklärt zu haben, all das auf sich zu nehmen.

Und siehe da, schon wieder verwirklicht er eine straffe Maßnahme

CIA-Geheimgefängnisse werden geschlossen (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,602917,00.html)

Wenn da mal der Geheimdienst CIA nicht zu pampig wird O.O

Conan
24.01.2009, 17:33
Tja wie schon gesagt wurde, er wird um seine Ziele in Sachen "ein besseres Amerika" zu erreichen, bestimmt so manch´ unpopuläre Entscheidung treffen müssen und sicher nicht immer mit allen Dingen Erfolg haben.
Die Abschaffung der Guantanamo-Terroristen-Folter-Sache ist aber da schon mal ein sehr guter Anfang, das ihm wie ich finde sicher auch in der restlichen Welt eine gewisse Glaubwürdigkeit verschaffen wird.
Na ja, jetzt beginnt wohl erst mal eine Phase des "großen Ausmistens", auch was die ganzen Hinterlassenschaften dieser chaotischen Vorgängerregierung anbelangt. Das dürfte wie schon gesagt dem weltweiten Ansehen der USA mal ganz guttun. Es gab schon viele Präsidenten, die wesentlich bessere wirtschaftliche Vorrausetzungen hatten als er. Aber andererseits ist es viell. auch eine gute Grundlage, um etwas völlig "neues" zu schaffen und eine andere Richtung einzuschlagen. Aber was auch immer er tun oder auch nicht tun wird - Langeweile wird er im Weißen Haus in den nächsten Jahren wohl nicht haben.
Und das mit dem seinem Amtseid, na ja, wie sagt man doch gleich - doppelt hält besser.;)
Ich muss gestehen, dass ich mich von der Obamania anstecken habe lassen. Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass mir ein US-Präsident sympathisch ist.
Ja, das geht mir ähnlich. Denn es ist schön, endlich mal einen realitätsnahen, bodenständigen und vor allen Dingen auch einen tatkräftigen Politiker am Start zu haben.:)
Was mir aber richtig seltsam vorgekommen ist, waren die Fürbitten und das Gebet bei der Angelobung. Trennung von Kirche und Staat haben sie noch nicht geschafft. *cool*
Daran wird sich höchstwahrscheinlich auch nichts ändern oder zumindest wird es noch lange lange so bleiben. Denn ein Großteil der US-Bevölkerung ist in vielen Breichen doch sehr konservativ und stark vom Glauben geprägt. Selbst in der Politik im Kongress werden ja auch noch von vielen hochrangigen Leuten verschiedene Ereignisse bzw. Entscheidungen als "von Gott gewollt" angesehen.

Glaube hin oder her, im Bereich Konsum wird sich vermutlich selbst in den konservativen USA vieles ändern müssen. Denn viell. setzt sich auch dort nach den Ereignissen der letzten Monate die Erkenntnis durch, das es besser ist, den Lebensstil möglichst nicht mit (faulen) Krediten zu finanzieren.
Denn genau dieser grenzenlose Wachstumsgedanke in der US-Wirtschaftspolitik ist einer der Hauptgründe für die (kommende) weltweite desolate Energiesituation - denn es gibt m.M.n. kein endloses Wachstum in begrenzten Systemen.
Eine Erkenntniss, die besonders die engstürnigen Amerikaner in den nächsten Jahren und Jahrzehnten m.E. bitter erleben werden. Denn die gesamten US-Ballungsräume sind in Sachen Infratruktur fast ausschließlich auf Individualverkehr ausgelegt, mit den ganzen entsprechenen (alltäglichen) Folgen. Da wird früher oder später ein großes "Ummuddeln" beginnen müssen, wenn sie ihre SUV´s nicht über die endlosen Highways schieben wollen. Aber gerade dieser notwendige "große Umbau" wird bestimmt nicht nur allein dem dortigen Arbeitsmarkt ganz gut tun...

Trotz der derzeitigen allgemeinen schwierigen Lage denke ich, das sich in den Staaten vieles verändern wird. Die hohen Erwartungen wird der Präsident m.E. sicher alle zu einem gewissen Teil erfüllen können, denn viele sind ja im Grunde nichts anderes als die Rücknahme der Entscheidungen der inkompetenten Bush-Regierung. Und wenn ein "Yes-we-can-Obama" es nicht iwie schaffen sollte - ja, wer denn sonst?

AMBER schattensturm
24.01.2009, 18:44
Die Gefahr einer Oba-mania so wie jeder andere Manie, ist der tiefe emotionale Sturz, wenn es dann doch nicht klappt. An seiner Inaugurationsrede ist mir aufgefallen, wie viele neue, teure Maßnahmen er angekündigt hat und wie er kein Wort über die Gegenfinanzierung verloren hat.
Natürlich finanzieren sich mittel- bis langfristig einige der Maßnahmen gegen. Erhalt von Arbeitsplätzen > Steuereinnahmen, weniger Sozialausgaben. Dennoch ist es erst einmal eine Menge Geld das in die Hand genommen werden muss und die Möglichkeiten der USA dies zu erreichen sind mittlerweile arg beschränkt. Das Zinsniveau ist schon auf praktisch 0 Prozent, da gibt es keine Möglichkeit noch einmal herunter zu gehen um mehr Geld in die Volkswirtschaft zu bekommen. Was bleibt ist Kosten senken und Geld drucken. Von Kostensenkung scheint Obama nicht viel zu halten. Also die Pressen anwerfen und die Inflation gleich mit anheizen.
Mir scheint das Ganze wie ein Balanceakt auf dem Drahtseil. Zu wenig = die Konjunktur schmiert vollends ab; zu viel = die Kaufkraft schmiert ab und in Folge auch die Konjunktur. In so einer Situation ist der psychologische Effekt tatsächlich nicht zu unterschätzen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Impuls der Obamania ausreichend ist, um schnell aus dem Tal herauszuführen. Die bisherige Geldmarktpolitik in Reaktion auf die Krise hat die USA nämlich in eine Situation hineinbuchsiert, in der sie keine Asse mehr im Ärmel hat, um der nächsten Krise zu begegnen und die ist ja schon absehbar: Ob in Gestalt der Kreditkartengesellschaften oder auch der großen Pensionsfonds. Tatsächlich haben die USA aus der Krise nämlich nur in vollmundigen Ankündigungen gelernt, die Realpolitik hingegen hat die Situation noch verschärft.

Hathor
25.01.2009, 14:34
Change? Nicht wirklich.
Zumindest im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet setzt Gutmensch Obama die Linie seines Vorgängers fort. Auch Zivilisten wurden getötet. Zumindest deren Angehörige werden das Antrittsgesäusel von wegen Freundschaft und Wir-haben-uns-alle-ja-so-lieb nicht mehr so recht glauben können...

Und was sagt Obama dazu? Dasselbe wie W. Nämlich nichts.
Change? Nicht wirklich.

AMBER schattensturm
25.01.2009, 18:54
Change? Nicht wirklich.
Zumindest im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet setzt Gutmensch Obama die Linie seines Vorgängers fort. Auch Zivilisten wurden getötet. Zumindest deren Angehörige werden das Antrittsgesäusel von wegen Freundschaft und Wir-haben-uns-alle-ja-so-lieb nicht mehr so recht glauben können...

Und was sagt Obama dazu? Dasselbe wie W. Nämlich nichts.
Change? Nicht wirklich.

Obama hat im Wahlkampf ganz genau seine Meinung zu Afghanistan/Pakistan gesagt. Wer anderes erwartet hat, hat nicht hingehört oder in Obama Hoffnungen hinein interpretiert, die nichts mit Obamas politischen Ansichten zu tun hatten.

In Bezug auf Afghanistan hatte Obama sogar einer stärkere Hardliner-Position vertreten als bspw. McCain. So hat er mehrfach geäußert, dass, wenn Terroristen/Taliban/Al Quaida die Bergregionen von Pakistan als Rückzugsgebiete nutzen, der Militäreinsatz auf Nordpakistan ausgeweitet werden müsse; verkennend, dass dies zu Spannungen in Pakistan führen wird, wenn plötzlich US-Truppen anfangen pakistanische Dörfer auf den Kopf zu stellen. Wie lange dies die pakistanische, bisher USA-freundliche Regierung bereit sein wird mitzutragen und ob überhaupt wird sich noch zeigen müssen.

Prinzipiell gebe ich aber Obama in einem wesentlichen Punkt Recht: Wenn man schon in Afghanistan und den Irak einmarschiert ist, dann kann man auch nicht ungeachtet der Folgen wieder raus und die Leute mit dem Scherbenhaufen alleine lassen, den man angerichtet hat. Das nämlich würde die Region noch weiter destabilisieren. Wer "Der Krieg des Charlie Wilson" gesehen hat, kann sich sehr gut vorstellen, was die Folge wäre.

Darüber hinaus ist er gerade mal ein paar Tage im Amt und man kann nicht alle Politikfelder der USA innerhalb von wenigen Wochen umkrempeln. Obama wäre auch schön blöd, wenn er jetzt öffentlich seine eigenen Truppen kritisiert, die vor Ort mit dem Chaos fertig werden müssen, was die Bush'sche Afghanistan-Strategie der letzten Jahre dort angerichtet hat.

Afghanistan ist ein (Bürger)kriegsgebiet und in einer solchen Situation sterben IMMER Zivilisten, weil es auch unter anderem Zivilisten sind, die Waffen in die Hand nehmen. Hier wird der Kampf nicht gegen Menschen in Uniform geführt. Gutmensch ist, wer glaubt, man könne saubere Kriege führen. Kriege sind dreckig. Sorry.