Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Michael Ende - Momo
Ich muss zugeben, die Verfilmungen (ob real oder Zeichentrick) haben mich zu lange von diesem schönen Buch ferngehalten. Aber es lohnt sich wirklich, da reinzulesen.
Michael Ende war so ein Wortkünstler. Absolut Beneidenswert. Seine Sprache allein ist für mich ein Genuß.
Und dann erst der Inhalt. Das kleine Waisenmädchen Momo, dass sich in der Welt der grauen Herren, in denen nur noch Effizienz und Zeitsparen zählt, ihre kindliche Freiheit, ihre Phantasie bewahrt und die Menscheit aus diesem Joch befreit. Ist diese Geschichte nicht aktueller denn je?
Wenn ich die Berater (und Beraterinnen) von Boston Consulting, McKinsey und wie sie alle heißen in ihren grauen Hosenanzügen sehe, wie sie planen, präsentieren, wie man noch effizienter, noch billiger mit noch weniger Menschen und noch weniger menschlich arbeiten kann... dann bin ich geneigt, an Momo und die grauen Herren zu denken.
Eine Geschichte mit einer Aussage, einer Botschaft. So sollte ein gutes Fantasy-Buch sein.
Waterstorm
11.02.2008, 20:39
Ich kenne das Buch schon sehr lange. Als ich etwa 8-9 Jahre alt war bin ich mit meiner Patin Momo ins Theater gucken gegangen. Ich war sehr beeindruckt von der Geschichte. Zuhause hat mir meine Mutter am nächsten Tag das Buch gezeigt und ich habe da spontan beschlossen es zu lesen obwohl ich noch nicht wirklich gut lesen konnte. Ich habe das Buch dann auch durchgelesen.
Inzwischen ist die Erinnerung an das Buch schon ziemlich verblasst, ich sollte die wieder einmal auffrischen.
Gelesen habe ich das Buch nie, aber als Kind mal mit Begeisterung immer wieder ein 1:1 Hörbuch gehört :)
Irgendwie verwirrend teilweise, wobei das auch daran liegen kann, dass das jetzt shcon ne ganze Weile her ist... aber auf jeden Fall mit einer umfangreichen und sehr wichtigen Botschaft x) Zum Ende hin auch immer spannender und vor allem schön geschrieben... Michael Endes Stil ist finde ich ziemlich fesselnd (auch wenn hören immer etwas anderes ist^^) und seine Themen wirklich außergewöhnlich x) Ich hab mich mit... 9? 10? Jahren bis Kapitel Q durch die unendliche Geschichte gekriegt und bis dahin hatte ich sogar Spaß daran :D
Diese Zeichentrickserie ist der absolute Schrott ò.ó Genauso wie bei dieser lächerlichen Zeichentrickversion von "Silberflügel" dachte ich zuerst "Ey cool, ein tolles Buch als Zeichentrick" und wurde dann so bitter enttäuscht, dass ich schon fast an meiner Begeisterung für die Bücher zweifelte >.>
edit: sry für den Spam, aber den Farbverlauf der Smilies in diesem Post ist find ich grad ulkig xD Gelb, Orange, Rot xDD
Das buch ist toll! Es ist einfach wunderbar und schön zu lesen (wurde hier sogar mal als musical aufgeführt)
Meine Lieblingstelle ist die als Gigi Momo das Märchen erzählt, ich fand das so toll
und die schlimmste Stelle war alsGigi Geschichten erzählt hat, die nur für Momo gedacht waren:(
Kennengelernt hab ich das Buch wahrscheinlich so mit 8-9 Jahren, meine Mutter hat uns regelmässig Bücher erzählt, immer so 1 Kapitel pro Tag, und wenn ich mich recht entsinne, dann war das immer eines der Highlights des Tages.
Momo ist ein Buch, das ich immer wieder gerne lese. Der Stil, fesselnd, und der Inhalt einer, der einem auch als (junge) Erwachsene zu denken geben mag.
Mir gefällt es, auch mal ein Fantasybuch zu lesen, das so gar keine Orks, Elfen und Zwerge braucht.
Seine Fantasie ist herrlich. Schon nur am Anfang, als sie spielen, sie seien auf einem Schiff und müssten den Ewigen Taifun mit dem Schumschumgummilastikum erforschen/bezwingen. Bereits der Name Schumschumgummilastikum weckt bei mir Kindheitserinnerungen.. wie wir die Dinge jeweils benannt haben beim Spielen :D Allein das find ich wahnsinnig toll an ihm.
Gehört für mich definitiv zu den besten Schriftstellern aller Zeiten.
Evanesca
25.03.2008, 18:56
Ich war eigentlich viel zu alt für diese Art Literratur, ganze 11 Lenze, als ich das Buch neben weiteren von Michael Ende geschenkt bekam. Sofort fiel auch mir die Ähnlichkeit zu unserer heutigen Zeit auf, zu ihrer Hektik und auch zu der Tendenz, Spielzeug immer mechanischer zu machen. Bibigirl ist ja gar nicht mehr so fern... Auch, dass Kinder immer früher gezwungen werden, sich an die Gesellschaft anzupassen, stand bereits in diesem Buch, lange, bevor einige User auch nur geboren waren... Einerseits ein Kinderbuch, andererseits aber auch eine Anti-Utopie: Denn das, was die grauen Herren aus den Menschen machen, dürfen wir heute nicht mit uns machen lassen.
RickyLee
25.03.2008, 19:10
Momo ist mir als Film in Erinnerung geblieben
Als Film, den ich als Kind immer sehr oft angeguckt habe
... aber nie zuende. Dementsprechend war Momos Geschichte für mich nie richtig zuende, ich hab allerdings auch nie richtig den Sinn verstanden, ich war ja noch zu klein (nur Bibi ist mir sehr in Erinnerung geblieben und auch, dass sich der graue Mann, der nett war, aufgelöst hat, was ich ganz schrecklich fand)
Und natürlich Kassiopeia, deren Namen ich später aber wieder vergessen habe - aber irgendwie doch nicht, sonst hätte ich meine erste Schildkröte nicht so genannt :D
"Schild"kröte, zum draufschreiben. Ich fand das ja so toll... auch diese Stelle, an der sie rückwärts laufen musste um gegen den Wind anzukommen... weshalb nochmal?
Ich hatte ebenfalls das zweifelhafte Vergnügen, die Zeichentrickserie anzugucken... herrgott... wäre Momos Stimme noch piepsiger gewesen, sie hätte sich mit Fledermäusen unterhalten können.
Irgendwann werd ich den Film zuende gucken - aber dazu werde ich viel, vieeel seelische Überwindung brauchen, denn eigentlich will ich mir diese Kindheitserinnerung nicht... zerstören, bzw. sie "aktualisieren", "modern machen".
Das wäre sonst ganz im Begriff der grauen Männer, diese Geschichte mit den neuen Action-Horror-Sex-Hollywood-Movies zu vergleichen, oder? XD
Immer schneller, immer besser, immer weniger vom Leben...
Ich weiß noch, dass unsere Grundschullehrerin mal mit uns in eine Theatervorstellung von "Momo" wollte. Da haben sich aber einige Eltern dermaßen dagegen aufgelehnt, dass wir dann doch nicht durften. Momo wär ja nix für so kleine Kinder. Die Grauen Herren sind viiiiieeeel zu gruselig.
Ach ja? Die kommen in der Zeichentrickserie auch vor. Und das geht dann aber in Ordnung?!? Das Theaterstück war ja schließlich auch für Grundschüler gedacht. Diesen Terz konnte ich als Kind nicht verstehen und kann es heute immer noch nicht *nein*
Den Film hab ich glaub ich auch nie ganz angesehen. Ich kann mich auch nur teilweise an Momos Freunde erinnern. Meister Hora zum Beispiel, oder Gigi und Beppo und natürlich Kasiopeia (wenn man das so schreibt)
Aber mal ehrlich: Ich habe irgendwie immer mehr das Gefühl, dass uns jemand die Zeit stiehlt. Und die Woche ist mir doch glatt ein zigarren rauchender Herr im Grauen Anzug begegnet........*grins*
ExLibris
26.03.2008, 09:07
Also ich habe mich vor den grauen Herren schon ziemlich gegruselt! Vor allem im Film vor Armin Müller Stahl, mit seiner tiefen kratzigen Stimme.
Ist schon länger her, dass ich den Film gesehen habe. Als Erwachsener sieht man die Geschichte irgendwie ganz anders. Frei-Zeit ist kostbar, und man kann sie manchmal garnicht genießen, weil man immer schon den nächsten Tag/ die nächste Woche planen muss.
Wozu macht man sich also den Stress, wenn man die eingesparte Zeit nicht nützt und genießt?
Ich glaube ich sollte mir den Film wieder einmal ansehen! :)
Ich fand das Buch auch ganz in Ordnung
Die Idee, dass den Leuten Zeit gestohlen wird finde ich gut und ich mochte auch die Schildkröte^^
So viel weiß ich aber von dem Buch nicht mehr...ich habs auch im Theater gesehen aber da weiß ich gar nichts mehr von.:D
Das ist eines der Bücher, die ich in der Grundschule gelesen habe und heute immer noch wieder rauskrame. Ich hätte es schon fast in den Kinderbuch-Thread reingeschrieben - aber ich finde, das ist eher ein Buch für alle Altersstufen als ein Kinderbuch. (Was nicht heißt, dass Kinder es nicht lesen können, ganz im Gegenteil!)
Allein schon die Grundidee fand ich faszinierend. Ein Waisenkind, das weder lesen noch schreiben kann, dafür aber um so besser zuhören, und das in einem alten Amphietheater lebt.
Und all die unglaublichen Charaktere: Geschichtenerzähler Gigi, der täglich seinen Job wechselt, Beppo (Schritt - Atemzug - Besenstrich), der weise Meister Hora und natürlich Kassjopeia.
Und nicht zu vergessen die grauen Herren.
Am faszinierenden fand ich und finde ich noch immer, die Darstellung des Spielens. Wie Michael Ende ganz eindeutig erzählt, dass man mit Spielzeugen, die zu viel selbst machen, nicht richtig spielen kann - aber dass die einfachsten Dinge zu allem werden können, was man nur will, wenn man seine Phantasie einsetzt.
Die schönste Stelle des Buches ist, als die Kinder spielen, das Amphietheater sei ein Schiff - und als diese gespielte Schiffahrt so real wird, dass sie darüber ganz vergessen, sich vor dem Gewitter zu fürchten.
Thienemann bringt im September zwei sündhaft teure Luxusausgaben von Momo heraus:
Am 12. November feiern wir unseren großen Autor Michael Ende – er wäre dieses Jahr 80 Jahre alt geworden. Freuen Sie sich auf die Neuausgabe von „Momo“, die ein richtiges Schmuckstück ist – denn neben der hochwertigen Ausstattung hat der renommierte Künstler Friedrich Hechelmann Endes Märchenroman neu interpretiert und beeindruckende Illustrationen geschaffen.
Wie liest ein international anerkannter Künstler wie Friedrich Hechelmann Michael Endes „Momo“? Was sind für ihn die Kernszenen des Klassikers? Welche Bilder entstehen vor seinem geistigen Auge? 31 großformatige Bilder und 21 Vignetten – das Ergebnis intensiver Auseinandersetzung und monatelanger Arbeit wird in dieser wertvollen Geschenkausgabe präsentiert. Nehmen Sie sich Zeit und tauchen Sie ein in Friedrich Hechelmanns „Momo“!
Sonderausgabe
Gebunden, mit Folienprägung
handsignierte, nummerierte Druckgrafik
Feuerfluegel
30.07.2009, 14:34
Hm, faszinierendes Paradoxon.
Ich habe Momo damals gelesen, als ich neun war, später noch einmal mit 19. Es war damals, wie heute noch fürchterlich beklemmend. Als Kind habe ich wohl noch nicht ganz verstanden, was eigentlich die Moral der Geschichte gewesen sein sollte, aber zehn Jahre später hat es mich erschreckt zu sehen, wie nah auch ich persönlich dieser Geschichte gekommen bin.
Individuen werden zu Nummern um effektiver zu werden.
Fantasie und Kreativität gehen unter im Zeitalter von Nintendo DS oder Playstation Portable.
Wenn ich vergleiche, wie meine Cousine, mein Cousin und ich noch damals im Biotop um die Ecke Abenteuer erlebt habe, auf einem Hügel am Wasser, alles selbst erfunden, und für uns war das ganz real und dann sehe ich heute meine Schützlinge und meine kleine Schwester draußen auf der Wiese vor dem Haus sitzen, jeder eine Spielekonsole in der Hand und ohne Eigeninitiative.
Heute, als Erwachsene habe ich auch das Gefühl, dass einem die Zeit zwischen den Fingern gerinnt. Nur sind es keine grauen Herren, die die Zeit stehlen, sondern, Arbeitgeber, die Uni, der Garten und der Haushalt (es gibt immer wichtigere Dinge als sich zu entspannen) und wenn man sich dann endlich einmal entspannt, dann ist man nervös oder mit dem Kopf ganz woanders, weil man weiß, in einer Stunde muss man wieder los, eine wichtige Aufgabe steht an etc.
Es gibt keine freie Zeit mehr, unsere Zeit heutzutage ist immer angefüllt, mit wichtigen Aufgaben die erledigt werden müssen, oder zumindest mit den Gedanken daran.
Wenn wir eine Aufgabe erledigen, dann immer in Hast, mit den Gedanken an die nächste und die übernächste und die überübernächste Aufgabe. Kein Moment wird wirklich ausgekostet. Vielleicht sollten wir es auch einmal so halten wie der Straßenkehrer in Momo.
Als Kind fühlte sich ein Jahr wie eine Ewigkeit an, als Erwachsene scheint ein Jahr fast nichts zu sein.
Und nun zu dem Paradoxon.
Jetzt werden super teure Sammlerausgaben heraus gebracht, okay als Hommage an Michael Ende aber andererseits weiß ich nicht was ich davon halten soll.
Ist nicht ein Teil der Moral aus Momo, dass man seiner Fantasie freien Lauf lassen soll, dass man sich nicht alles vorgefertigt vorsetzen lassen soll. Dass scheinbar einfache Dinge in Gedanken zu etwas Wundervollem werden können. Und dann bekommen wir Illustrationen vorgesetzt.
Natürlich sind Zeichnungen etwas schönes, aber gerade in einem Werk wie Momo, empfinde ich das als paradox.
Wäre es nicht eher in Momos Sinne gewesen, dass wir uns selber die Bilder zur Geschichte im Kopf erschaffen?
Obwohl ich von klein auf eine Vielleserin und fast-alles-Leserin bin, habe ich dieses wundervolle Buch erst mit über 20 gelesen... (Na, besser spät als gar nicht... :schneck: )
Ich habe damals in einer "Momo"-Theaterfassung mitgespielt und während der Probenzeit habe ich das Buch dann ENDLICH gelesen. Erst hab ich es von jemandem ausgeliehen, hab's mir dann aber sehr bald darauf selbst gekauft. Auf dem Flohmarkt habe ich dann auch ein Hörspiel entdeckt (drei Teile), das ich persönlich sehr, sehr schön finde.
Ein schönes Buch (und dabei (leider) so wahr... Nicht alle Grauen Herren tragen graue Anzüge und rauchen Stundenblumenzigarren...)
Hey!
Ich habe Momo gelesen, als ich 14 war, glaube ich. - Also viel später als die meisten anderen hier.
Trotzdem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Was mich damals irgendwie am meisten faszinierend fand, war der Reim, das Rätsel, dass es zu Lösen galt!
Ich habe überlegt, meine Gedanken im Kopf überschlagen, konnte gar nicht richtig schlafen. - Ich habs einfach nicht herausgefunden!
Als ich das Buch dann zu Ende gelesen hatte und das Rätsel aufgelöst worden ist, habe ich über mich selbst gelacht und gedacht "Ja, das hätte dir aber auch von Anfang an einfallen können". :p
Aber das sagen sich sowieso die meisten dann selbst, denke ich. ;p
Nunja, wie ich zu dem Buch gekommen bin? Habe es geschenkt bekommen.
Nun, es ist ja jetzt 3 Jahre her, dass ich es gelesen habe.
Aber was mir immernoch im Kopf rumfährt, wenn ich das Cover betrachte, ist diese Blume da, die Momo bekommen hat! Und ein schlechtes Cover vom "Scream"-Bild für diese Wesen (wie hießen die doch gleich? xD), die den Menschen die Zeit stehlen können!
Ansonsten fand ich, dass es ein ganz schöner Leseeinstieg war, denn davor hatte ich mir noch nicht viel aus Büchern gemacht.^^:D
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