Allgemeinplatz
02.06.2009, 16:57
Die Idee einer künstlich geschaffenen ringförmigen Welt von über 300 Millionen Kilometern Durchmesser, deren Oberfläche dreimillionenmal so groß ist wie die der Erde, ist alleine schon fesselnd. Wenn dann die Expeditionsgruppe, die dorthin aufbricht, aus den Angehörigen dreier Welten besteht, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dann wird die Story wirklich interessant. Wie sich die Mannschaft aus ultra-ängstlichem Puppentier, zwei Menschen und einem hyperaggressiven Kzinti-Krieger zusammenrauft, ist für sich schon ein Erlebnis. Und nun müssen sie noch die Geheimnisse der gigantischen Ringwelt erforschen!
Der amerikanische Autor Larry Niven hat diese Ansätze in seinem Roman Ringwelt zu einem Klassiker der "Hard SF", also der wissenschaftlich plausiblen Science-fiction, ausgebaut. Sein Buch -- 1970 verfaßt und inzwischen zu einem ganzen Zyklus erweitert -- ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein SF-Autor seine Leser in phantastische Umgebungen entführen kann -- nicht umsonst hat der Mann Mathematik und Physik studiert! Das Buch zeigt eine Zukunftsvision, bei der die Geschichte trotz aller Fantasie nie unglaubwürdig und so das Lesen zum puren Vergnügen wird. --Joachim Hohwieler
Handlung:
Irgendwann in der Zukunft: Der Außerirdische der Rasse der Puppetiers (Puppenspieler) Namens Nessus sucht auf der Erde Teilnehmer für eine von seiner Rasse geplante Expedition über die Grenzen des von Menschen besiedelten Alls hinaus. Er rekrutiert dafür Louis (einen Abenteurer, der sich auf der perfekten und sicheren Erde langweilt), Teela (die durch ein wahnwitziges Experiment der Puppetiers ein Glücksgen haben soll), Dolmetscher für Tiere (ein Krieger aus der Katzenartigen Rasse der Kzin, der sich erst einen richtigen Namen verdienen muss).
Mit dieser illustren Gruppe gilt es die Ringwelt zu erforschen, ein riesiges Artefakt einer anderen Rasse, welches wie ein Reifen oder Band eine ferne Sonne umgibt. Auf der Innenseite dieses Reifens befindet sich atembare Atmosphäre und unglaublich viel Lebensraum. Das Problem ist nämlich, das der Kern unserer Milchstraße explodiert ist und die sich die davon ausbreitende Strahlungsfront in 20,000 Jahren die gesamte Galaxis sterilisiert haben wird. Die paranoide und notorisch feige Rasse der Puppetiers sucht deswegen eine Möglichkeit, diesem drohenden Untergang zu entgegen und da bietet sich die Ringwelt wie eine Art Arche Noah förmlich an.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Charaktere und Lebensformen zusammen zu bringen, bricht die Gesellschaft schließlich zur Heimatwelt der Puppetiers auf, um ihr Raumschiff dort abzuholen. Es stellt sich heraus, das die geheime Welt der Außerirdischen ein künstliches Gefüge aus 5 Welten ist, die um einen gemeinsamen Schwerpunkt rotieren und sich dabei noch in Richtung der Kleinen Magellansche Wolke bewegen. Die Puppetiers haben also schon eine Überlebensstrategie in die Tat umgesetzt, würden jedoch lieber auf der Ringwelt die Katastrophe überstehen, um so in einer ungefährlichen, weil sterilen Galaxis weiter zu existieren.
Von dort aus geht die Reise denn Richtung Ringwelt. Dort angekommen havariert das Expeditionsschiff Lying Bastard weil die Expedition aus Unwissenheit eine Mechanismus der Ringwelt beschädigt und dafür von deren Meteoritenabwehr abgeschossen wird. Die Mannschaft beginnt die Ringwelt zu erkunden und findet heraus, das die Kultur der Einwohner zusammengebrochen ist, da ein Bakterium von Außerhalb alle Supraleiter zerstört und so die Energieversorgung stillgelegt hat. Nach einiger Zeit finden sie eine Überlebende der Architekten, die sich zu aller Überraschung als Mensch oder zumindest sehr menschenähnlich herausstellt. Da das Antriebssystem der Lying Bastard zerstört wurde, müssen sich die Teilnehmer der Expedition einer sehr unkonventionellen Starthilfe bedienen und schaffen es tatsächlich, mit ihrem Schiff wieder die Heimreise anzutreten. Teela hat allerdings einen Partner gefunden und beschließt auf der Ringwelt zu bleiben, um diese zu erkunden. Dafür fliegt die überlebende Architektin Prill mit zurück zur Erde.
Ringwelt von Niven ist sicherlich einer der Klassiker der SF. Er galt Jahrelang als Synonym für ein fantastisches Setting und Ideenreichtum und schlägt eher in die Sparte Hard Science. Auch die Schilderung der Außerirdischen mit ihren doch sehr speziellen Eigenarten bietet einiges an Kurzweil.
In meinem Bücherregal gehört dieser Romen daher zu den Favoriten und den Werken, die jeder mal gelesen haben muss!
Kritik:
- Wie vom Thema Hard Science zu erwarten, spielt die Technik und die gewaltigen Dimensionen der Ringwelt die Hauptrolle in dem Roman. Die Charaktere sind diesem Artefakt ausgeliefert und müssen sich diesen Gefahren stellen, wobei das angezüchtete Glück von Teela immer eine ausschlaggebende Rolle spielt. Dabei kommt dann leider weniger Spannung auf, die Faszination entsteht eigentlich nur durch die bereits angesprochenen Dimensionen und das Rätsel um die Erschaffer der Ringwelt. Wirklich langweilig wird der Roman jedoch nie.
- Die Ringwelt an sich und ihre Erbauer weisen erhebliche, logische und wissenschaftliche Schwächen auf. So weit ich weiß war der Roman ursprünglich nicht als Serie gedacht, Niven schrieb Folgeromane erst, als der Erfolg des Buches ihn dazu animiert. Den nächsten Roman um die Ringwelt schrieb Niven ca. 10 Jahre später, er konnte damit jedoch diese Lücken nicht füllen. Dies ist zumindest ein Punkt, den die Kritiker Niven immer wieder vorwarfen...
Der Allgemeinplatz
Der amerikanische Autor Larry Niven hat diese Ansätze in seinem Roman Ringwelt zu einem Klassiker der "Hard SF", also der wissenschaftlich plausiblen Science-fiction, ausgebaut. Sein Buch -- 1970 verfaßt und inzwischen zu einem ganzen Zyklus erweitert -- ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein SF-Autor seine Leser in phantastische Umgebungen entführen kann -- nicht umsonst hat der Mann Mathematik und Physik studiert! Das Buch zeigt eine Zukunftsvision, bei der die Geschichte trotz aller Fantasie nie unglaubwürdig und so das Lesen zum puren Vergnügen wird. --Joachim Hohwieler
Handlung:
Irgendwann in der Zukunft: Der Außerirdische der Rasse der Puppetiers (Puppenspieler) Namens Nessus sucht auf der Erde Teilnehmer für eine von seiner Rasse geplante Expedition über die Grenzen des von Menschen besiedelten Alls hinaus. Er rekrutiert dafür Louis (einen Abenteurer, der sich auf der perfekten und sicheren Erde langweilt), Teela (die durch ein wahnwitziges Experiment der Puppetiers ein Glücksgen haben soll), Dolmetscher für Tiere (ein Krieger aus der Katzenartigen Rasse der Kzin, der sich erst einen richtigen Namen verdienen muss).
Mit dieser illustren Gruppe gilt es die Ringwelt zu erforschen, ein riesiges Artefakt einer anderen Rasse, welches wie ein Reifen oder Band eine ferne Sonne umgibt. Auf der Innenseite dieses Reifens befindet sich atembare Atmosphäre und unglaublich viel Lebensraum. Das Problem ist nämlich, das der Kern unserer Milchstraße explodiert ist und die sich die davon ausbreitende Strahlungsfront in 20,000 Jahren die gesamte Galaxis sterilisiert haben wird. Die paranoide und notorisch feige Rasse der Puppetiers sucht deswegen eine Möglichkeit, diesem drohenden Untergang zu entgegen und da bietet sich die Ringwelt wie eine Art Arche Noah förmlich an.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Charaktere und Lebensformen zusammen zu bringen, bricht die Gesellschaft schließlich zur Heimatwelt der Puppetiers auf, um ihr Raumschiff dort abzuholen. Es stellt sich heraus, das die geheime Welt der Außerirdischen ein künstliches Gefüge aus 5 Welten ist, die um einen gemeinsamen Schwerpunkt rotieren und sich dabei noch in Richtung der Kleinen Magellansche Wolke bewegen. Die Puppetiers haben also schon eine Überlebensstrategie in die Tat umgesetzt, würden jedoch lieber auf der Ringwelt die Katastrophe überstehen, um so in einer ungefährlichen, weil sterilen Galaxis weiter zu existieren.
Von dort aus geht die Reise denn Richtung Ringwelt. Dort angekommen havariert das Expeditionsschiff Lying Bastard weil die Expedition aus Unwissenheit eine Mechanismus der Ringwelt beschädigt und dafür von deren Meteoritenabwehr abgeschossen wird. Die Mannschaft beginnt die Ringwelt zu erkunden und findet heraus, das die Kultur der Einwohner zusammengebrochen ist, da ein Bakterium von Außerhalb alle Supraleiter zerstört und so die Energieversorgung stillgelegt hat. Nach einiger Zeit finden sie eine Überlebende der Architekten, die sich zu aller Überraschung als Mensch oder zumindest sehr menschenähnlich herausstellt. Da das Antriebssystem der Lying Bastard zerstört wurde, müssen sich die Teilnehmer der Expedition einer sehr unkonventionellen Starthilfe bedienen und schaffen es tatsächlich, mit ihrem Schiff wieder die Heimreise anzutreten. Teela hat allerdings einen Partner gefunden und beschließt auf der Ringwelt zu bleiben, um diese zu erkunden. Dafür fliegt die überlebende Architektin Prill mit zurück zur Erde.
Ringwelt von Niven ist sicherlich einer der Klassiker der SF. Er galt Jahrelang als Synonym für ein fantastisches Setting und Ideenreichtum und schlägt eher in die Sparte Hard Science. Auch die Schilderung der Außerirdischen mit ihren doch sehr speziellen Eigenarten bietet einiges an Kurzweil.
In meinem Bücherregal gehört dieser Romen daher zu den Favoriten und den Werken, die jeder mal gelesen haben muss!
Kritik:
- Wie vom Thema Hard Science zu erwarten, spielt die Technik und die gewaltigen Dimensionen der Ringwelt die Hauptrolle in dem Roman. Die Charaktere sind diesem Artefakt ausgeliefert und müssen sich diesen Gefahren stellen, wobei das angezüchtete Glück von Teela immer eine ausschlaggebende Rolle spielt. Dabei kommt dann leider weniger Spannung auf, die Faszination entsteht eigentlich nur durch die bereits angesprochenen Dimensionen und das Rätsel um die Erschaffer der Ringwelt. Wirklich langweilig wird der Roman jedoch nie.
- Die Ringwelt an sich und ihre Erbauer weisen erhebliche, logische und wissenschaftliche Schwächen auf. So weit ich weiß war der Roman ursprünglich nicht als Serie gedacht, Niven schrieb Folgeromane erst, als der Erfolg des Buches ihn dazu animiert. Den nächsten Roman um die Ringwelt schrieb Niven ca. 10 Jahre später, er konnte damit jedoch diese Lücken nicht füllen. Dies ist zumindest ein Punkt, den die Kritiker Niven immer wieder vorwarfen...
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