Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Lieblingsantagonisten
PaganPunk
04.06.2009, 21:06
Kennt ihr das auch, dass ihr schon oft egal ob in Büchern oder Filmen eher Sympathien mit dem Antagonisten hattet und viel mehr mit diesem mitgelitten und/oder auch still und heimlich gehofft habt, dass er mit seinen Plänen durchkommt?
Oder ward ihr schonmal von einem Antagonisten so richtig beeindruckt wieviel Skrupellosigkeit, Raffinesse und Tücke er aufzubieten hatte? Dann hier frei raus !*cool**cool**cool*
Oh, da hab ich einen!
Kallor aus dem "Spiel der Götter" von Erikson.
Er ist ein fieser Möp, egoistisch, grausam, gefürchtet.. Aber trotzdem fasziniert er mich. Ich mag seinen trockenen Humor und lese sehr gerne über ihn. Man weiß nie, was er als nächstes vor hat und das macht ihn zu einem für mich sehr interessanten Charakter. Bin gespannt, was noch alles so mit ihm passiert. Und ob er irgendwann mal Gefühle zeigt. Da gabs ja schon mal eine kleine Andeutung...
Sonst fällt mir gerade niemand mehr ein.. Aber müsste eigentlich noch ein paar Figuren geben
/me geht nachdenken :D
@PaganPunk
Und welche Antagonisten magst du?
PaganPunk
04.06.2009, 22:17
Ich glaube General Ashnak und Malus Darkblade sind meine Lieblingsbösewichter. Dreist, Intelligent und wissen auch die hedonistischen Seiten des Lebens zu schätzen, also ganz so wie ich ^^
Auf welcher Seite wuerdet ihr Gollum im Herrn der Ringe einordnen? Der ist ja streckenweise beides - und zusammen mit Sam und Denethor die wohl faszinierendste Figur in der Geschichte.
Mehr, wenn mir mehr einfaellt.
Auf welcher Seite wuerdet ihr Gollum im Herrn der Ringe einordnen? Der ist ja streckenweise beides - und zusammen mit Sam und Denethor die wohl faszinierendste Figur in der Geschichte.
Mehr, wenn mir mehr einfaellt.
Naja, genaugenommen ist ein Antagonist der Gegenspieler des Protagonisten und eigentlich DER Bösewicht eines Romans. Meist kann es nur einen geben ;)
Nicht jeder kleine Bösewicht ist ein Antagonist.
Gollum ist für mich nur ein Nebencharakter. Der passt nicht in diesen Thread...
AMBER schattensturm
05.06.2009, 11:50
Im Film: Joker in "The Dark Knight"
Im Theater: Iago in "Othello"
In der Literatur: Die Familie von Amber. Die meisten sind derart dysfunktional, dass fast jeder davon ein grandioser Antagonist ist: ob er/sie nun die Weltherrschaft, die Zerstörung der Welt oder die Bewahrung der Welt unter Inkaufnahme zahlloser unschuldiger Opfer zum Ziel hat. Dabei ist der Protagonist auch nicht besser als seine Gegenspieler.
Liathano
05.06.2009, 16:26
Im Film: Joker in "The Dark Knight"
Das wäre jetzt auch eine der wenigen Figuren gewesen, die mir eingefallen wäre, weil sie eine so nachhaltige Faszination auf mich ausgeübt hat.
Ansonsten muss ich allerdings sagen, dass ich generell Schwarz-Weiß-Malerei bzw. die strikte Trennung in Gut und Böse langweilig finde und zu meiden versuche. Ich hege durchaus oft Sympathien für Charaktere, die man nur schwerlich als gerecht und gut bezeichnen kann, aber auch diese sollten verständliche Motive für ihr Handeln haben und nicht einfach böse sein, weil es nunmal in jeder Geschichten einen Bösen braucht. (Hanish Mein aus Acacia fiele mir da spontan ein.) Und ob sie damit noch Kriterien eines Antagonisten erfüllen ... hm.
Ich denk mal darüber nach.
Bei Filmen fällt mir da der Bösewicht aus "Kap der Angst" ein, gespielt von Robert de Niro. Das ist zwar ein unsympathischer Mistkerl, aber mit einer unheimlichen Präsenz und Konsequenz, gegen den die lauwarmen guten glatt verblassen.
Feuerfluegel
06.06.2009, 00:39
In "Die Höhlenweltsaga" Teil 1 von Harald Evers, da gefällt mir einer der Antagonisten sehr gut. Ich habe nur leider seinen Namen vergessen. Er war das Oberhaupt der Magier, die sich der rohen Magie verschrieben hatten.
Er war zwar ein Scheusal, aber er hatte einen gewissen Charme, er war kraftvoll und zielgerichtet. Der hat mir gefallen.
Und in "Die Glaszauberin" Die Macht der Pyramide Teil 1 von Sara Douglass, da gibt es auch einen der Magier, sein Name ist Boaz, der gefällt mir auch sehr gut. Er ist sehr spannend geschildert, weil er zwei Seiten zu haben scheint. Den Menschen und den Magier.
Aber ich habe das Buch noch nicht vollständig gelesen, daher kann ich noch nicht sagen, wie er sich entwickelt, es ist aber ein spannender Charakter. Gefällt mir wirklich gut.
Nebelkrähe
08.06.2009, 17:40
Ich glaube General Ashnak und Malus Darkblade sind meine Lieblingsbösewichter.
Naja Ashnak ist wohl eher ein Antiheld, als Antagonist.
Aber nichtsdestotrotz *ne "coole Sau". :D
Wenn ich überlege wären meine Lieblingsantagonisten wohl die Lannisters aus dem Lied von Eis und Feuer. Obwohl die ja mit fortschreitender Geschichte auch keine reinen Antagonisten mehr sind...
Koboldkind
09.06.2009, 00:47
Mir fallen als einzige Antagonisten gerade nur diese ein: Die Wächter des Tages Von Lukianenko
Am schönsten und intelligentesten finde ich Geschichten, wenn auch die Sicht der Antagonisten beleuchtet wird. und das wird ja schon in der ersten Geschichte des zweiten Bandes mit Alissas Geschichte gemacht. In Sebulons Hintergründe steigt man nur wenig ein, aber das ist bei Boris Illjanowitsch ja auch so.
Aber nicht nur die Sicht des Antagonisten, sondern auch zu beobachten, wie ein anfänglicher Freund zu einem Feind wird. Wie Kolya, der Vampir. Er stellt sich nicht gegen Anton direkt, er verfolgt nur sein Ziel, und im Grunde steht es Anton die ganze Zeit offen, ihn auch gewähren zu lassen. Aber dafür ist er ja der Held, um dem Antagonisten im Weg zu stehen ^^
Genauso gut war das Dreiergespann im letzten Band. Hier wurden dann alle vorherigen Einteilungen über den Haufen geworfen, aber nochmal gezeigt, wie so Leute zu Gegnern werden.
Ich meine, jeder dunkle Herrscher muss irgendwo damit angefangen haben. Darth Vader ist auch nicht mit Topghelm auf die Welt gekommen ^^
Für mich muss ein gelungener Antagonist ein paar Kriterien erfüllen.
Er sollte ein ernstzunehmender, soll heißen mächtiger Gegner sein. Das ist natürlich relativ, hängt es doch vom Szenario ab, wie mächtig ein Charakter nun wirklich ist. Ein Profikiller aus einem Thriller kann ein faszinierenderer Antagonist sein als ein übermächtiger Magier. Soll heißen: Er sollte im Rahmen des Möglichen überdurchschnittlich fähig und gefährlich sein. Mächtige Intriganten gefallen mir sehr gut.
Er sollte möglichst lange undurschaubar und geheimnisvoll bleiben. Mir gefällt zum Beispiel die Idee, dass er anfangs und über einen längeren Zeitraum hinweg gar nicht als (der wahre) Gegner wahrgenommen wird. Seine wahre Macht, seine Motive, seine Ziele und andere Geheimnisse sollten erst allmählich und möglichst spät aufgedeckt werden. Andererseits hätte es auch seinen Reiz, wenn der Antagonist seine Geheimnisse mit ins Grab nimmt, sofern er denn stirbt.
Seine Motive müssen nachvollziehbar sein. Reinheitswahn, Weltvernichtung und pure Boshaftigkeit fallen weg. Neid, Machtgier oder Egoismus erfüllen dieses Kriterium zwar, reizen mich aber nicht. Denn Nachvollziehbarkeit allein reicht mir nicht: Ich muss mich mit den Motiven des Gegners identifizieren können, selbst wenn ich sein Vorgehen verurteile. Das ist meistens dann der Fall, wenn der Gegner eine tragische, vielleicht sogar gebrochene Persönlichkeit ist:
- Er ist der letzte seiner Art.
- Aus Verzweiflung und Trauer entwickelt sich Rachsucht, die ihn zerfrisst.
- Er will einfach nur überleben oder sich befreien, was auch immer ihn fesselt.
Kurz: Er sollte ein normaler Mensch (je nach Fantasywelt auch ein Angehöriger eines anderen Volkes) sein, den die Umstände zu einen Gegenspieler gemacht haben. Ist das nicht der Fall, haben wir wieder ein Schwarz-Weiß-Szenario; auf der einen Seite der Bösewicht, der kein Mittel scheut, um sein Ziel zu erreichen, und auf der anderen Seite die Guten. So einfach will ich das nicht haben, denn unsere Welt ist viel komplizierter - warum sollte sich das nicht auch auf Fantasywelten übertragen lassen? Mir gefällt zum Beispiel die Idee, dass der Protagonist nicht weiß, auf welcher Seite er stehen soll, wenn er sich also mit den Motiven beider Seiten identifizieren kann - oder wenn er zwischen den Fronten steht.
Spontan fallen mir zwei Personen ein, die diese Kriterien am ehesten erfüllen:
Der Devanthar aus Bernhard Hennens Elfenromanen. Er ist der letzte seiner Art und darüber so verzweifelt, dass er Rachegelüste hegt. Da die Verantwortlichen für sein Schicksal allerdings nicht mehr leben, muss er sich an deren Kindern rächen, um seinen Schmerz zumindest ansatzweise zu lindern, zumindest interpretiere ich sein Handeln so.
Vermouth alias Chris bzw. Sharon Vineyard, eine Person aus der Manga-Reihe "Detektiv Conan" von Gosho Aoyama. Sie ist seit gut zwei Jahrzehnten in einer undurchsichtigen Verbrecherorganisation tätig und nimmt dort eine hohe Position ein. Sie weiß mehr als die meisten anderen Mitglieder, hat es aber im Gegensatz zu ihren Kollegen nicht geschafft, die Schuldgefühle für all die Morde, die sie begangen hat (begehen musste), zu verdrängen. Stattdessen hat sie sich eine Doppelmoral aufgebaut und agiert im Geheimen gegen diese Organisation, um ihr zu entkommen. Auch das ist wieder eine meiner Intrepretationen, denn noch gibt Vermouth - zum Glück - viele Rätsel auf.
Michelle
16.06.2009, 23:22
Yup, der Joker auf jeden fall.
Der Devanthar aus den Elfen nur bis kurz nachdem er mit noroelle schläft, danach eher weniger.
Und Opal Koboi aus Artemis Fowl.
Der Devanthar aus den Elfen nur bis kurz nachdem er mit noroelle schläft, danach eher weniger.
Bei mir ist es genau entgegen gesetzt. Erst als er als Bruder Jules Intrigen spinnt und sein Handeln und Denken genauer beleuchtet werden, hat er einen besonderen Reiz auf mich entwickelt. Mich würde interessieren, warum die Entwicklung der Faszination bei uns so gegensätzlich verläuft.
Ich finde Murthag von "Eragon" extrem faszinierend. Er will anerkannt werden, schafft es nicht, wird mächtig, ist aber im inneren noch gut... oder doch nicht? Ich freue mich schon so auf Band 4, da weiß ichs dann... :D
Ich bin mir jetzt nicht wirklich sicher ob man Murtagh als Antagonist bezeichnen kann, immerhin hat er ja nicht freiwillig die Seiten gewechselt, sondern steht unter einem Zauber.
Verräter
23.06.2009, 11:17
Ich mag Obould aus Salvatores "Rückkehr des Dunkelelf" sehr gern. Ich glaube seine Rolle hat mich, als ich die Bücher vor Jahren gelesen habe, ziemlich stark beeinflusst. Zu beginn versinkt er praktisch vor Problemen, ist nicht einmal seinen eigenen Verbündeten gewachsen und verändert sich dann nach und nach zu einem extrem selbstbewussten, großen Visionär, der sein Volk durch diesen Krieg ein besseres Leben ermöglichen will. Das gefiel mir sehr gut !
Ansonsten fällt mir als "guter Antagonist" nur noch Hanish Mein aus Durhams "Acacia" ein, wobei das an sich kein direkter Antagonist ist (und irgendwie aber wieder doch :/)
Durch seine tiefe Liebe zu Corinn hat mich sein Schicksal sehr bewegt, dass zwischen Teil 2 und 3 sehr deutliche Formen annimmt.
Weiter könnte man vielleicht sogar Kellhus nennen, der (ich kenne nur das erste Buch - Krieg der Propheten - Scott Bakker) im ersten Teil wie eine Mischung zwischen Protagonist und Antagonist wirkt. Natürlich, er ist eine wichtige Person und nimmt eine der Protastellen im Buch ein, aber er ist trotzdem so ... unglaublich niederträchtig, unwahrscheinlich Herzlos und wirkt an manchen Stellen einfach viel, viel bösartiger als alle "Bösewichte" die ich kenne.
Er ist einfach eine Person, die für sein persönliches Ziel problemlos über Leichen geht und dazu auch noch genug Macht besitzt. Keine Reue, kein Mitleid, pure Macht.
Als Protagonist fühlt sich Kellhus einfach viel mehr wie ein Antagonist an. (So empfand ich das zumindest.)
Lord Dralnu
28.06.2009, 12:42
Also im Film bei mir auch der "Joker", im Buch Stephen Kings "Randall Flagg", der immer mal wieder auftaucht. Von diesen seiner "Bühnen" fallen mir grad nur
"Die Augen des Drachen" und "Der Dunkle Turm" ein, aber in beiden hat er einen super Auftritt. Mächtig, ein Zauberer(!), BÖSE^^. Wobei er im Turm ja auch mal erklärt, dass er nur das ist, was der Dunkle Turm, der König und Ka aus ihm gemacht haben... Dass er in verschiedene Rollen schlüpft, gefällt mir auch.
Also im Film ganz klar: Der Joker, zu dem man eigentlich nichts mehr sagen muss.
Aber der Bösewicht, der mich zuletzt begeistern konnte, kam aus Doctor Who, der dritten Staffel der Neuauflage: Der Master
Der Kerl ist einfach so herrlich böse und irre und immer schön egoistisch (sogar als er stirbt). Das waren wirklich zwei klasse Folgen... (Dexters schwelgt in schönen Erinnerungen)
Auch ein toller Antagonist war L aus Death Note. Schon seine Einführung, bei der er den schon herausfindet, das Kira aus Tokio kommt, ist so genial und zeigt hervorragend, mit was für einem Charakter es Light danach zu tun hat. Ausserdem ist L auch der gute, was ihm natürlich einen fetten Symphatiebonus bringt.
Gibt vermutlich noch ne ganze menge anderer Antas, die ich grade vergesse, aber die drei erwähnten haben schon einen ziemlichen Ehrenplatz in meine Herz für Antas:D
Plusquamperfekt
17.07.2009, 12:08
Ich finde Murthagh aus Eragon extrem faszinierden. Aber ich frage mich immer wieder ist er als gut oder böse einzuordnen?
Mfg
Pqp
Seraphina
17.07.2009, 15:35
Hm. Antagonisten, die ich mag ( im Sinne von "sehr interessant" finde ) gibt es nicht wirklich viele, doch ein paar kann ich schon nennen:
- Prinz Zuko ( Avatar - Der Herr der Elemente )
- Dunkelelf Nephamael ( Elfentochter )
- Feenprinz Mac Dara ( Heir to Sevenwaters )
- Elfenprinz Nuada Silberlanze ( Hellboy - Die goldene Armee )
Prinz Zuko ist ein komplexer Charakter. Er ist der ( wenn auch verbannte ) Thronerbe der Feuernation und wird deswegen automatisch zum Gegner des Avatar - aufgrund der gegenwärtigen politischen Situation!
Ich mag es, wie er beharrlich versucht den Avatar zu fangen, um seine verlorene Ehre wiedeherzustellen ( eigentlich um die Achtung und Liebe seines Vaters zurückzuerhalten ... wie er insgeheim hofft ). Unerbittlich gegenüber sich selbst und seinen Begleitern, jedoch mit moralischem Anstand. Ein schwieriger Charakter, der sich im Laufe der Serie sehr verändert.
Nephamael gehört eigentlich zum Unseligen Hof des Feenreiches. Doch aufgrund einer Austauschaktion hat er den Platz mit dem Elfenritter des Seligen Hofes getauscht. Der Kerl ist ein echt bösartig-schräger Charakter. Obwohl Eisen Elfenhaut verbrennt trägt er ein Metall-Stirnband. Passend dazu noch einen Mantel mit Dornen besetzt. Mit dem Menschenjungen Corny verbindet ihn eine sado-masochistische Beziehung. Er quält sein "Spielzeug" wirklich gern ( auf eine schmerzhaft erotische Art nicht durch klassische Folter ) und dieser lässt sich gerne foltern.
Zu schade, daß er am Ende draufgeht.
Der Feenprinz Mac Dara ist moralisch verwerflich und arrogant ( genau wie die griechischen Götter, hier als bestes Vergleichs-Beispiel wäre Zeus zu nennen ), doch gleichzeitig auch so charmant ( v.a. zu Frauen ) und verdammt gutaussehend. Ein perfekter Verführer ( nur Luzifer in seiner Engelsgestalt ist wohl besser ).
Amüsant ist auch zu lesen, daß er sich zwar für oberschlau hält, aber dennoch von einem Mädchen reingelegt wird.
Nuada Silberlanze ist ein verbitterter Charakter. Er liebt sein Volk und ist entsetzt über den Bund mit den Menschen, welche er - nicht ganz zu Unrecht - für masslose Egoisten hält.
Deshalb kann man seinen Standpunkt absolut nachvollziehen, gleichzeitig verachtet man jedoch seine Methoden. Er lebt nämlich nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel! Er stirbt im Dienste seiner Sache, nicht ohne eine Warnung über die Vernichtungssucht alles andersartigen der Menschen loszulassen.
Erschreckenderweise muß man ihm letzten Endes wohl recht geben.
Ja, ich weiß. Ich habe es mit den dunklen Elfen/Feen/Menschen-Prinzen! :D
Spontan sag ich mal:
Rasnor - aus der Höhlenwelt-Saga : Einfach eine arme verkümmerte Persönlichkeit, die es aber trotzdem schafft, sich irgendwie an die Spitze des "Bösen" empor zu arbeiten.
Stjersang
18.08.2009, 20:04
Hmm... eindeutig der Schrecksenmeister aus dem gleichnamigen Buch von Walter Moers. Ich hab die arme Sau während des Lesens richtig ins Herz geschlossen und fand es an und für sich schade, dass und wie er gestorben ist.
Desweiteren wäre da noch der Nekromant aus "Die Goblins". Ist eigentlich auch eher eine Nebenfigur, aber dafür, dass ich vor Lachen das Buch weglegen musste gehört er auf jeden Fall in diese kleine Liste.
Mr. Hand im Film "Dark City" von Proyas; Außerirdischer, implantiert sich die gefälschten Erinnerungen eines Menschen, um dessen Spur aufzunehmen. Bleiche Haut, heimtückisches Lächeln- wer kann da widerstehen? :D
Leland Gaunt in "Needful Things" (nicht ganz der harmlose Antiquitätenhändler, als der er auftritt; schafft es, typische Streitigkeiten der Nachbarschaft in einen quasi-Bürgerkrieg eskalieren zu lassen, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen).
Richard III. im gleichnamigen Stück von Shakespeare (Morde quer durch die Besetzungsliste, leider kann er den Thron trotzdem nur kurze Zeit behaupten; gibt auch eine sehr schöne Verfilmung mit Ian McKellen in der Hauptrolle).
Kaiserin Theophano im Roman "Griechisches Feuer" von Luigi Malerba (eine intrigante Nymphomanin, die abgelegte Liebhaber im Goldenen Horn vor Konstantinopel entsorgt; sollte unbedingt mal verfilmt werden).
ExLibris
19.08.2009, 07:43
Leland Gaunt in "Needful Things"
Leland Gaunt finde ich auch herrlich, in der Verfilmung mit Max von Sydow auch sehenswert.
Und wenn wir schon bei Stephen King sind, darf Pennywise der Clown nicht fehlen.
Bei Tyrion Lannister muss ich immer an Richard III. denken, die Verfilmung von/mit Al Pacino kann ich empfehlen.
So spontan fällt mir aus meiner Welt der hassgeliebte ARES ein :p
Kriegsgott, Förderer von Xena's dunkler Seite, unwiderstehlich sexy, ...
http://i185.photobucket.com/albums/x162/XenaLive/Ares/Ares_xenaknielo.jpg
"I find your lack of faith disturbing"
Seite 2 schon erreicht und noch niemand hat Darth Vader erwähnt :-(
Zugegeben, Episode 1-3 haben seinen Nimbus ein wenig beschädigt (Eine Leistung die selbst "Star Wars op Kölsch" vorher nicht bewältigt hat), aber als ich damals die Filme als kleiner Stöpsel geschaut habe, war das einfach die coolste Sau, die jemals einen Bösewicht verkörpert hat. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Davon abgesehen, hat die Maske Mark Hamill ziemlich an die Wand gespielt :-D
Dread aus Otherland führt meine Rangliste bei den Büchern an. Unter anderem deswegen, weil Williams erschreckend überzeugend auch aus seinem Blickwinkel schreibt und man an seinem Hass, Zorn und seiner Bösartigkeit zum Teil viel intensiver teilhaben kann, als man das manchmal möchte.
Hallo, Xena,
ehrlich gesagt, finde ich die ganze Serie ziemlich schwach, auch wenn ich damit sicherlich alle Fans tief ins Herz treffe. Ares bildet darin keine Ausnahme. ò.ó Aus meiner Sicht ist er ziemlich unglaubwürdig.
Die Heldin, Deine Namensgeberin, reist durch die Welt, vom antiken China, über das antike Griechenland und das alte Rom bis ins frühmittelalterliche Mitteleuropa und interagiert mit Göttern, antiken Helden und historischen Persönlichkeiten. Dabei umfasst der Zeitraum, in dem diese Begegnungen stattgefunden haben müssen, mehrere tausend Jahre. Ich finde es ungeschickt, eine erfundene Figur mit den überlieferten Göttern und Helden realer Kulturen interagieren zu lassen, wenn das räumlich und zeitlich unmöglich ist. Es wird nicht einmal eine Erklärung für angeboten (z.B. Zeitreise), die man sich bei einer so engen Freundschaft mit zahlreichen Göttern und Zauberern leicht hätte ausdenken können.
Entweder haben die Drehbuchautoren für ein echt dämliches Publikum geschrieben, bei dem sie keine Kenntnisse über antike Kulturen und deren Heimatländer erwarteten, oder sie haben selber schlecht recherchiert. Von US-Amerikanern, aber leider auch von Europäern gibt es ja die herrlichsten Aussagen: Über die geografische Lage von (Welt-)Städten und Ländern, ja sogar Kontinenten, über historische und mythische Persönlichkeiten, ...
da macht es denn auch nichts aus, daß jemand zu Pferd innerhalb weniger Wochen zu Pferd gemütlich aus dem antiken Griechenland in ein spätmittelalterliches China reist und sich ohne Sprachprobleme in philosophische und staatspolitische Diskussionen einbringt! *mph* Die reine Reisezeit über die Seidenstraße hin und zurück betrug für Marco Polo mehrere Jahre, und dabei hatte ER ortskundige Führer und Dolmetscher.
Tut mir leid, bei aller Abenteuerlust und Toleranz erwarte ich von einer guten Fantasy auch eine gewisse Logik.
LG
Bajarin
"I find your lack of faith disturbing"
Seite 2 schon erreicht und noch niemand hat Darth Vader erwähnt :-(
Zugegeben, Episode 1-3 haben seinen Nimbus ein wenig beschädigt (Eine Leistung die selbst "Star Wars op Kölsch" vorher nicht bewältigt hat), aber als ich damals die Filme als kleiner Stöpsel geschaut habe, war das einfach die coolste Sau, die jemals einen Bösewicht verkörpert hat. Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Davon abgesehen, hat die Maske Mark Hamill ziemlich an die Wand gespielt :-D
Ich denke, Vader wurde nicht erwähnt, weil Star Wars nur im weitesten Sinne mit Fantasy zu tun hat, auch wenn es für eine SF-Serie relativ fiele phantastische Elemente beinhaltet.
Ich muss zugeben, dass mich Vader nie vom Hocker gehauen hat, obwohl ich zeitweise (wie z.B. momentan) ein großer SW-Fan bin. Mit Cyborgs konnte ich mich noch nie anfreunden, und ich bin wohl auch so oberflächlich, dass ich verstümmelten Antagonisten nichts abgewinnen kann, obwohl die Verstümmelungen - wie im Falle Vaders - klären, warum um ein Gegner so verbittert ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich vor einem Gegner Respekt empfinden will, und bei einem "Krüppel" wie Vader fällt mir das schwer - ich hätte wohl zu viel Mitleid mit ihm.
Ich muss dazu sagen, dass mich die Filme nicht mehr sonderlich interessieren, seit ich mit mit dem Expanded Universe, schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Sith, befasse. Und an dieser Stelle sei erwähnt, dass meine liebsten Sith-Lords - neben den bereits genannten Personen, Vermouth und dem Devanthar, meine Lieblingsantagonisten generell - Charaktere aus der Vorzeit sind, allen voran Darth Revan.
Bei ihm handelt es sich um einen mächtigen Jedi-Ritter, der nicht tatenlos zusehen wollte, wie Teile der Galaxis in Kriegen verwüstet wurden. Doch um dieses Ziel zu erreichen, musste er viele Opfer bringen. Er griff auf grausame Strategien zurück und veränderte sich dadurch innerlich. Gleichzeitig erlangte er durch seine Neugier an großes Wissen und setzte es für seine eigenen Pläne ein. Als er erkannte, dass die Republik einer weiteren Bedrohung nicht standhalten würde, griff er selbst nach der Macht, teils aus egoistischen, teils aus vernünftigen Gründen und teils aus Sendungsbewusstsein, d. h. zur Umstrukturierung und zur Vorbereitung auf einen Verteidigungskrieg, dessen Gefahr von den Jedi und den Senatoren unterschätzt wurde. Das stürzte die Republik in einen Bürgerkrieg, in dessen Folge Revan von seinem Schüler Malak verraten und gestürzt wurde. Man hielt Revan für tot, doch tatsächlich hatt er "nur" sein Gedächtnis verloren, was die Jedi für sich nutzen wollten, denn nun überzog Malak die Republik mit Krieg, weil er selbst die Macht übernehmen wollte. Schließlich wurde er von seinem alten Meister, der sein Gedächtnis wiedererlangt hatte, gestellt und besiegt. Revan verschwand daraufhin.
Das war's im Wesentlichen. Revan ist insofern eine interessante Person, als dass er nicht einfach nur der destruktive, bösartige Antagonist ist, wie es bei den Sith in Star Wars oft der Fall ist. Er ist differenzierter zu betrachten, nicht nur einseitig schwarz bzw. böse. Bei ihm kommen Egoismus, Vernunft, Rachsucht und einem höheren Zweck dienendes Handeln ("der Zweck heiligt die Mittel") zusammen, denn wie sich herausstellt, hatte Revan mit seinen Prognosen Recht und kann nicht einfach nur als der egoistische Eroberer betrachtwt werden. Zudem ist er äußerst mächtig, intelligent und undurchschaubar, dreei weitere Kriterien, die mMn wichtig sind für einen guten Antagonisten, wobei die Motivation an erster Stelle stehen sollte.
Außerdem haben es mir Naga Sadow, Exar Kun und Ulic Qel-Droma (SW-Vorgeschichte, vor Revan) angetan, die beien letzten v. a. deshalb, weil sie nicht die typischen ausschließlich bösen Sith-Lords sind.
Dragonologist
03.02.2010, 15:35
Er kommt nicht aus der Fantasy, eher aus der Mythologie, aber der einzige Antagonist, der mir einfällt, mit dem ich gelitten habe, ist Hagen von Tronje.
Er ist nicht unbedingt ein Böser, er ist ein düsterer Held, der gemeinsam mit Brunhild, mit der er ja auch packelt, die für mich faszinierendste Figur in der Nibelungensage ist. Er ist stolz und unabhängig, was ihn mal zum Bösen, mal zum Guten macht, bis er endgültig zum Widerpart für den Strahlemann Siegfried wird.
Hagen rules!:D
Lieblingsantagonisten. Ich bin öfter mal auf der Seite der 'Bösen', weil ich sie oftmals einfach faszinierender finde, aber komischerweise kann ich auf Anhieb nicht alle aufzählen.
Aber Mephisto aus Goethes Faus ist mir aus irgendeinem Grund ziemlich sympathisch. Ich bin eigentlich kein begeisteter Leser klassischer Werke, aber Faust fand ich durchaus interessant. Warum ich Mephisto aber mag, kann ich nicht genau sagen, aber vielleicht liegt es einfach daran, dass er auf eine simple Art und Weise ironisch und hinterlistig ist.
Und Tolkiens Smaug ist einfach toll. Auch, wenn er eigentlich kein Antagonist ist. Aber ich mag es nicht, wenn Drachen immer einen Grund haben müssen, um böse zu sein. Noch weniger mag ich Drachen, die mit Menschen/Elfen/Zwergen/... sympathisieren. Smaug darf einfach böse sein, ohne tiefgründige Begründungen vorweisen zu müssen. Davon kann's ruhig mehr geben.
Warum ich Mephisto aber mag, kann ich nicht genau sagen, aber vielleicht liegt es einfach daran, dass er auf eine simple Art und Weise ironisch und hinterlistig ist.
Ich mag Mephisto auch :D
Und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich Heinrich Faust nicht ausstehen kann, Der ist ein furchtbarer Egoist und Angeber, nützt jeden und jede aus, und wenn es darauf ankommt, ist er unverlässlich und ein Jammerlappen. Vor dem graut's nicht nur dem Gretchen, mir auch ;)
Meine Theorie ist, dass man als LeserIn in jedem Werk einen Charakter braucht, der einem sympathisch oder der eine Identifikationsfigur ist. Und wenn das der Protagonist nicht leisten kann, dann bietet sich halt der Antagonist an.
ExLibris
05.02.2010, 08:05
Aber Mephisto aus Goethes Faus ist mir aus irgendeinem Grund ziemlich sympathisch.
Mephisto mochte ich auch immer sehr gerne, als richtigen Bösewicht hab ich ihn nie gesehen. Das zeigt sich schon beim Prolog im Himmel, "Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern." (oder so ähnlich) Frech und ironisch, aber trotzdem irgendwie sympathisch. Überhaupt ist der Dialog nicht wie man ihn zwischen Gott und Teufel erwarten würde. Mephisto ist eher gelangweilt, als böse. Und sieht die Wette als Herausforderung.
edit @ Hathor
Stimmt, Faust ist zwar ein gebildeter Mann, aber besonder viel Charakter hat er nicht. :rolleyes:
Mein Lieblings- Antagonist ist Flagg, der böse Hofzauberer aus Stephen Kings Roman die Augen des Drachen.
Flagg hat manchmal durchaus sehr menschliche Züge (ich habe gerade vor Augen, wie er vor Wut brüllend und rasend, mit der Axt in der Hand, die Treppe zum Turmverlies hinauf stürmt, aus dem gerade Prinz Peter zu entfliehen droht) und auch äußerlich gleicht er einem Menschen. Aber er ist wohl keiner.
Besonders faszinierend finde ich es, dass Flagg nicht nur in die Augen des Drachen sondern auch in anderen King Romanen die Rolle des Bösewichts übernimmt.
Er taucht also in ganz unterschiedlichen Welten und Zeitebenen auf.
Dadurch verstärkt sich bei mir noch der Eindruck, dass Flagg ein unsteter Wanderer ist, uralt, immer bereit zu einer neuen Schandtat, in wechselnder Verkleidung und nicht wirklich menschlich.
Ein Wesen, das es liebt Böses zu tun.
Bis heute habe ich nicht herausgefunden, was Flagg eigentlich wirklich ist und ich glaube Stephen King weis es selber nicht genau.
Flagg ist schon der/das Erzböse an sich. Daß er auch menschliche Züge, bzw. Launen hat, macht ihn nur noch unberechenbarer und schrecklicher.
Vielleicht ist er ja Kings "Dark Half", die Summe all dessen, was der Autor an bösen Ideen in seinem Kopf finden kann. Ich kann mir gut vorstellen, daß ein Autor nach Jahrzehnten des Produzierens von Horrorgeschichten sich irgendwann die Frage stellt, ob er noch ganz normal ist, wenn er "so etwas" am Laufenden Meter ausbrütet. Einen Antagonisten zu schaffen, der all das Böse in sich vereint, ist ein eine schöne Nutzung dessen.
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