Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Soziale Kontakte: Internet und "RL"
Liathano
05.06.2009, 16:17
Vorneweg: Ich hoffe, ich habe ein Thema gleichen Inhalts nicht übersehen.
Vorneweg Nr. 2: Was mich zu diesem Thema anregt, sind eher persönliche Gründe. Ich selbst war eine Zeitlang im FF und so gut wie allen anderen Foren, in denen ich mich so herumtreibe, inaktiv. Das "echte" Leben hielt mich in eisernen Klauen. Als ich nun endlich wieder Zeit fand, hier herein zu schauen, vermisste ich einige Namen. Ein Blick in den "Ich bin dann mal weg"-Thread gab die Erklärung: Für manche User scheint die Zeit, die sie im Internet verbringen, zu viel geworden zu sein, sie suchen nun wieder die sozialen Kontakte dort draußen, in der richtigen Welt, weil sie ihnen eher gut tun.
Mich hat das zum Nachdenken bewogen. Ist das unvereinbar, ein erfülltes "RL" mit der Aktivität in virtuellen Gemeinschaften? Ist das eine so wesentlich befriedigender und gar gesünder als das andere?
Vermutlich kann diese Frage nur jeder für sich beantworten. Ich schätze meine "realen" Freunde, mit denen ich eine Bar oder ins Kino gehen kann. Ich rede gern mit ihnen, höre ihnen zu, umarme sie oder stehle Pferde. ;) Gleichermaßen möchte ich aber auch Menschen nicht missen, mit denen ich nur virtuell Kontakt pflege, weil das Internet zwar Entfernungen überbrücken, aber nicht ausmerzen kann. Hier, im virtuellen Raum, ist es nunmal wesentlich leichter Leute zu finden, die dieselben Interessen haben wie ich. Ich muss keine Kompromisse machen, sondern kann gezielt die Unterhaltung mit Menschen suchen, die mir ähnlich sind. Ich kann Diskussionen führen mit Leuten, deren Meinung ich teilweise wesentlich höher bewerte als meine eigene. Ohne Schüchternheit, völllig extroviert kann ich mich im virtuellen Raum ausprobieren, meine Kenntnisse erweitern und natürlich (und das ist mE nicht unwichtig) meine Ausdrucksfähigkeit schulen. Im "RL" halte ich mich da doch deutlich zurück - man sollte eben nicht den Leuten, mit denen man zwangsläufig täglich zu tun hat und deren Kontakt man nicht einfach durch einen Button "blocken" kann, so oft auf den Schlips treten. ;)
Hinzu kommt, dass ich durch Foren, Chats und Netzwerke viele Leute kennen gelernt hab, bei denen es nicht nur bei einer Online-Bekanntschaft blieb, sondern die nun zu engen Freunden geworden sind, die ich in meinem Leben - dem realen wie dem virtuellen - nicht missen möchte.
Wie sehen das andere User? Denkt ihr manchmal, ihr würdet auch zu viel Zeit in Foren und Chats verbringen, anstatt "raus" zu gehen? Räumt ihr sozialen Kontakten aus dem Internet generell weniger Bedeutung ein als Freunden und Bekannten des realen Umfelds? Zieht ihr einen Nutzen aus Online-Communities oder sind sie bloße Zerstreuungsmöglichkeit?
Nun, ich kann beides gut vereinbaren...
Einerseits mag ich dieses Forum, weil ich hier Gleichgesinnte treffe und die Themen, die mich interessieren (vor allem literarischer Art) diskutieren und Informationen austauschen kann. Ich schreibe gerne zu den Büchern und Filmen und freue mich jeden Tag darauf, etwas Neues im Forum zu entdecken. Im RL kenne ich eigentlich fast niemanden, der oder die meine Freude an Literatur so richtig teilt. Und die beiden Leute, die das tun, teilen alle beide meinen Film- und Literaturgeschmack. Was gibts da dann viel zu diskutieren? Außer, dass wir einander Tipps geben...
Andererseits habe ich mich aus allen anderen Foren, in denen ich mal aktiv war (und das waren einige) verabschiedet. Auch chatten mag ich nicht mehr. Warum? Weil ich bei Sozialkontakten, die vor allem den zwischenmenschlichen Bereich berühren, doch das RL bei weitem vorziehe. Meine Familie, meine Freunde... da kommt kein virtueller Kontakt auch nur annähernd ran ;)
Außerdem haben mich sehr viele Chat"freunde" hintergangen oder enttäuscht. Da ich von Natur ein vertrauensvoller und extrovertierter Mensch bin und gerne Freundschaften schließe, wurde das im Net einmal zu oft ausgenützt. Deshalb traue ich diesem Medium nicht mehr.
Es ist halt schon ein Unterschied, ob man jemanden in Leib und Seele vor sich hat, die Mimik und Gestik wahrnimmt und einander berühren kann. Das fehlt im virtuellen Leben total. Smilies sind ein kümmerlicher Ersatz für echte Freundschaft oder gar Liebe.
BTW: Ich freue mich sehr, dass du wieder aktiv am Forumsleben teilnimmst, Liathano :)
Verräter
05.06.2009, 17:38
Wie sagt man so schön? "RL ist nur was für Leute, die im Internet keine Freunde haben"
Nja,... Sackgasse...
Gegenüber einer "Internetbekanntschaft" bin ich grundsätzlich skeptisch, völlig Gleichgültig wie sympathisch mir eine Person ist. Ich bin jetzt ein Jahr hier im Forum angemeldet und würde trotzdem nicht einmal dem Administrator mein Geld leihen. ;) Ein solcher "Vertrauensaufbau" ist im RL wesentlich leichter herzustellen, da man durch die Mimik sehr schnell dem Irrglauben verfällt den anderen zu kennen und so vielleicht notwendige Distanzen frühzeitig abbaut. Jemand der gewillt ist das zu tun, kann mir auch vorgaukeln mein Freund zu sein, wenn er mir im Cafe gegenüber sitzt um mir danach einen Dolch in den Rücken rammen. (Als meine Lieblingsmetapher)
Im Internet bleiben die anderen Personen wesentlich abstrakter, wobei man da unterscheiden muss in welchem Bereich des Internets man sich da aufhält.
Chatrooms können bei exzessiver Nutzung schon mal sehr privat werden, gerade wenn sich eine bestimmte Personengruppe dort immer wieder unterhält. Das habe ich in meiner MMORPG Zeit erlebt, da der dort integrierte Chat ja im Prinzip fast das selbe ist (nur dass niemals ein Gesprächsthema fehlt) und in z.b. Clans/Allianzen/Gilden/(oder was auch immer) immer die selben Personen dabei sind. Nach spätestens einem Jahr (wenn man denn wirklich Täglich dabei ist) kennt man sein Gegenüber schon relativ gut.
Foren können da ähnlich sein, nur sind da solche übertriebenen Online-Zeiten eher selten, zumindest auf ein einziges Forum beschränkt. Also ich habe auch schon in mehreren verschiedenen Foren täglich so um die 50-100 Beiträge am Tag gelesen und zwischen 5 und 20 selbst geschrieben. (Von Einzeiler bis zum "Eine(bis 2) Stunde dran gebrütet - Text", wobei die dann mit der Zeit immer mehr wurden und die Zeit plötzlich knapp wurde). Aber auch wenn man das dann wirklich übertreibt, bleibt die Beziehung zwischen Personen in einem Forum immer eher abstrakt. Woran das liegt bin ich mir nicht sicher, vllt weil gerade dort ganz bewusst immer ein ganz bestimmtes Thema im Vordergrund steht und der normale "smalltalk" (von dem wir alle leider so viel halten) eher selten komplett zu tragen kommt und wenn dann meist im Hintergrund verschwindet.
Man erfährt von den einzelnen Schreibern vieles (Sehr vieles!), gerade wenn sie über Dinge sprechen die sie begeistert haben oder sie bedrückt hat. Und wenn es sich dabei nur um einen Text, Roman, Film, Lied, etc. handelt. Jede Rezension, jeden Diskussionsbeitrag und jede geschriebene Meinung gibt meiner Meinung nach mehr von einem Menschen preis, als es eine Biographie oder ein mehrstündiges Smalltalk Gespräch tun könnte, einfach weil hier die persönliche Sichtweise und (je nach Schreiber) auch seine Gefühlswelt sehr stark zum Ausdruck kommt.
Man selbst fixiert sich aber fast gar nicht auf eine Person, sondern liest immer gleich das, was mehrere geschrieben haben. Deswegen vermute ich, bleiben Foren ein wenig kühl. (Etwas ganz anderes mit Foren die nur 5-8 wirklich aktive Mitglieder haben, die sind meist wesentlich persönlicher und hitziger, selbst wenn sich die Personen genauso wenig kennen wie überall anders auch - auf lange Sicht wird die "Beziehung" einfach stärker)
Mir persönlich ist das ganz Recht eigentlich. Mittlerweile habe ich mich aus allen Foren und allen Spielen ausgeschlossen, mir ausnahme des Fantasy-Forums und selbst hier schreibe ich statistisch nur 0.7 Beiträge pro Tag (was daran liegt, dass ich ganz am Anfang noch 2,~ hatte, sonst wäre die Zahl jetzt kleiner).
Mein RL ist trotzdem nicht schöner, aber da bin ich selbst dran schuld :) Nur sind meine schulischen Leistungen heute wesentlich besser als noch vor einem oder zwei Jahren.
"Liebe übers Internet?"
Ich kenne eine Person (aus der Familie) die nun schon seit fast zwei Jahren erfolgreich eine Fernbeziehung führt übers Netz (und auch dort kennengelernt). Bis jetzt haben sie sich genau 4x im "RL" gesehen und doch kommt es zumindest mir so vor, als ob diese Beziehung wesentlich stärker wäre als bei den meisten anderen die ich so sehe.
Ich glaube aber für mich wäre das nichts, einfach weil das Internet für mich für absolute Anonymität steht. Wenn ich hier jemanden "richtig persönlich" kennen würde, glaube ich wäre mir das nur hinderlich hier zu schreiben. Denn was die "Internetcommunity" von mir denkt, kann mir noch wesentlich egaler sein, als was die Leute in meinem Umfeld von mir denken, denn von denen bin ich teilweise sehr stark angewiesen. Hier im Internet kann man mich auch gern hassen (und ich bin/war nicht überall so nett wie hier ^^) - es macht für mein Leben keinen Unterschied.
Ich halte das Reallife für wichtiger, denn wenn man im Internet auch mit so vielen Menschen Kontakt hat, sitzt man doch allein vor dem PC. Und die körperliche Nähe, das gesellige Beisammensein von Bekannten/Freunden und Verwandten kann das Internet einfach nicht ersetzen.
Dafür hat das Netz andere Vorzüge, wie zum Beispiel das Diskutieren. Das kann man nämlich (oder ich zumindest) übers NEtz wesentlich besser als über normaler Kommunikation, weil ich mir hier unendlich viel Zeit lassen kann über das was ich schreiben will nachzudenken, weil ich die Aussagen meiner Gegenüber mehrfach lesen kann (und auch noch Tage/Wochen/Monate/Jahre danach im exakten Wortlaut vorliegen habe) und während es Schreibens immer die Möglichkeit habe einfach abzubrechen oder einen neuen Weg einzuschlagen, also einen Satz verändern oder einfach einen geschriebenen Absatz streichen, wenn man glaubt es ist besser den ungesagt zu lassen. Im Gespräch musst du jeden einmal angefangenen Satz auch sofort beenden und quasi spontan den nächsten dahinter hängen.
Und weil mir das persönlich nicht besonders leicht fällt, mag ich die Diskussion und Kommunikation über das Medium Forum oder Email sehr gerne. Vno Chatrooms halte ich heute nicht mehr allzu viel.
Simon the Sorcerer
05.06.2009, 18:15
Hallo Liathano,,
schön das du wieder da bist !*ja*
Interssantes Thema...,ich denke schon das man VW (Virtual World) und RL verbinden kann. Klar, darf man die RL-Freunde nicht vernachlässigen. RL geht also immer vor.
Doch in der Zwischenzeit, wenn ich mal wieder zu Hause auf der Couch sitze und nur Müll im Fernsehen kommt (oder meine bessere Hälfte irgendwelche Schnulzfilme schauen will ;)), dann gehe ich ON und unterhalte mich mit Menschen die ich sonst nicht kennenlernen würde.
Es macht mir Spaß mit neuen Menschen (absolut Vorurteilsfrei) zu lachen, diskutieren, philosophieren und auch zu streiten.
Ich finde es generell aufregend Leute kennen zu lernen, ob nun im RL oder in der VW. Das einzige was ich dadurch manchmal vernachlässige ist mein Schlaf ;)
Mein Freundeskreis im RL ist sehr groß, da ich ja sehr kontaktfreudig bin. Und weil es dann auch viele versch. Freundeskreise sind, sind es die meisten schon von mir gewöhnt, dass ich immer sehr unregelmäßig aufschlage (dann aber umso intensiver). Es gibt natürlich auch 2 die ich zu meinen engsten Freunden zähle und selbst die sehe/spreche ich sehr unregelmäßig. Doch eine "richtige" Freundschaft sollte dies aushalten.
Und zum Thema Forum..., dies hier ist mein erstes und bis jetzt einziges Forum. Ich mag fast alle User, alle Mods und Warin. Ich sehe es als kleinen Hafen meiner Fantasie oder eine Kneipe. In die ich immer gehen kann wenn es mir danach ist und dort immer nette Menschen sind mit denen man sich unterhalten kann.
Selbstverständlich habe ich hier Freundschaften geschlossen, diese VM-Freunde sind mir auch wichtig und gerade weil man sie nicht sieht oder hört sollte man sie gut behandeln, da Missverständnisse viel schneller auftreten und schwieriger wieder auszuräumen sind.
Durchs Foren-Treffen lerne ich ja jetzt auch viele persönlich kenne, da freu ich mich schon drauf wie Bolle *grins*.
Früher wäre es wohl schwieriger gewesen als heute, alles unter einen Hut zu bringen. Da war ich noch ziemlich oft auf Achse, doch damals brauchte ich auch weniger Schlaf.
Es wäre auch gegangen, zwar nicht so regelmäßig wie jetzt aber machbar. Desshalb verstehe ich den ganzen Wirble nicht, den manche darum machen *nein*.
Ich finde es immer nur Schade wenn sich so ne VM-Freundschaft im Sande verläuft, auch hier sind mir einige Personen sehr ans Herz gewachsen und ich würde sie vermissen, wenn sie irgendwann mal nicht mehr ON wären:(
So das wärs erstmal von mir...
Grüße
Mein Leben findet in der Wirklichkeit statt.
So wie das aller andern, ich habe Freunde, Familie usw. was man eben braucht oder was ich eben brauche.
Ich habe absolut kein problem damit das ich hier sehr viel Zeit verbringen da ich hier 1. Schon verdammt viele gute Bücher gefunden hab und 2. Ich die Leute hier mag.
Ich habe hier keine 2e Identität aufgebaut, für die die mich nicht kennen/ näher kennen lernen wollen, bin ich einfach Zyrozz und wen mehr Interessiert dem sag ich auch die Wahrheit, genau wie im RL.
Es gibt für mich keinen Grund das ich mich für eines Entscheiden muss, RL oder Internet.
Ich habe eig. nur einen Freundeskreis und auch gerade deshalb Unterhalt ich mich gern mit den Leuten hier da ich dadurch neue Witzige Geschichten usw. hören kann.
Ich mach mir keine Sorgen das wenn ich zu oft hier bin ich meine echten Freunde verliere.
ich könnt noch viel sagen, schreiben allerdings weniger.^^
Mein Problem war schon immer, dass man mich schnell als Außenseiter abstempelte: Vom Kindergarten bis heute.
Inzwischen habe ich mich damit notgedrungen abgefunden, was zu Folge hat, dass ich weder einen großen Freundeskreis habe (der zählt zwei Menschen ...), noch in irgendwelchen Sportvereinen bin oder am Wochenende mal einen Abstecher in eine Disco mache.
Warum: Im Laufe der Jahre habe ich einfach Angst vor Menschen bekommen. Für mich ist es einfach nur schrecklich, täglich aufzustehen und in die Schule zu gehen. Bei fremden Menschen azurufen die pure Hölle.
Schwänzen werde ich allerdings nie, da sich mein Augenmerk voll und ganz auf das Abitur konzentriert. Alles andere ist mir vollkommen egal.
Deshalb bin ich relativ viel im Internet. Hier sieht mich niemand, ich muss mit niemandem direkt reden. Für mich also perfekt. Dass das ein Teufelskreis ist, ist mir schon von Anfang an bekannt, psychologische Behandlungen schlugen bisher fehl.
Natürlich hänge ich nicht den ganzen Tag im Internet rum, denn das ist langweilig. Bevor ich hier mehrere Stunden verbringe, schnapp ich mir lieber mein Fahrrad und fahr in den Stall. Tiere geben schließlich keine dummen Kommentarre ab und es ist ihnen völlig egal, welche Musik ich höre, wie ich durch die Welt laufe und was ich mache. Kurz gesagt: Ich ziehe sie jedem Menschen vor.
Ich muss aber auch gestehen, dass ich durch das Internet einen sehr guten Freund gefunden habe, zu dem ich seit drei Jahren täglich Kontakt habe. So etwas möchte ich eben nie mehr missen und da ich nur zwei Freunde im RL habe, bekomme ich alles problemlos unter einen Hut.
Von Internetbeziehungen halte ich eher wenig. Denn das erfordert vollstes Vertrauen in einander und das kann ich keinem Menschen geben. Dafür habe ich schon zu viel schlechtes erlebt. Wenn es bei anderen Menschen klappt, dann ist das in Ordnung. Für mich wäre das nichts.
Solange man nicht nur noch im Internet lebt, ist es vollkommen in Ordnung, wenn man dort Gesprächspartner sucht. Für mich persönlich ist es wohl die Einzige Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu schließen. Egal, ob diese lange halten oder nur dazu da sind, um einen langweiligen Abend zu füllen.
Wenn ich für mich vergleiche:
1 Stunde Gartenarbeit
1 Stunde spazierengehen
1 Stunde mit den Kindern toben
oder
3 Stunden chatten und im Inet surfen...
Ich muss nicht lange überlegen, wann es mir besser geht. Und das ist auch mit der Grund, warum ich mich bemühe, meine Internetzeit nach Möglichkeit zu reduzieren und mehr Zeit in der freien Natur zu verbringen. Es bekommt mir einfach besser, denn am PC verbringe ich schon genug Zeit im Büro.
Was Freundschaften betrifft. Ich habe den Begriff Freundschaft schon immer sehr hoch gehängt und so gab es eigentlich selten Menschen in meinem RL, die ich als Freunde bezeichnet hätte. Das Internet macht es da natürlich wesentlich leichter. Es ist schon faszinierend, auf einmal Menschen kennen zu lernen, die genau so ticken, wie man selbst oder einen auf wundersame Weise ideal ergänzen, auch wenn sie kilometerweit entfernt sind. Allerdings kann ich bei diesen Freundschaften kaum noch von virtuell sprechen, da ich die meisten inzwischen schon zumindest einmal auch real getroffen habe.
Und ansonsten hat das Inet bei mir fast völlig das Fernsehen verdrängt. Da geht's mir ein bisschen so wie Simon. Meine Frau guckt zwar keine Schnulzfilme, aber dafür massenweise Krimis, die mich nicht interessieren:)
kleine_elfe
05.06.2009, 23:06
Also ich sehe solche Foren für mich als netten Zeitvertreib und einen Ort an dem ich Menschen kennen lerne, die sich für die selben Dinge interessieren wie ich.
Natürlich fällt die Entscheidung: Internet oder ne Runde Kuscheln auf dem Sofa mit meinem Mann immer für letzteres aus, aber ich möchte diese Unterhaltungen hier nicht missen, denn mit meinem Mann wären diese absolut undenkbar. Mein Mann hat bisher ein Buch gelesen, das interessiert ihn überhaupt nicht, genau so wenig wie die Gedichte und Texte, die ich schreibe, oder meine Musik. Wir können uns auch nur selten auf einen Film einigen, weil unser Geschmack da so weit auseinander geht. Wir sind da wirklich das beste Bespiel für: Gegensätze ziehen sich an.
Reale Kontakte hab ich allein durch meine Kundinnen auf meinen Partys schon sehr viele, manchmal sind sogar welche dazwischen mit denen ich auch später noch Emailkontakt halte, weil man sich gut versteht.
Mit dem Begriff Freunde gehe ich heute seeehr sparsam um, ich tendiere eher dazu zu sagen, dass ich so einige Bekannte hab, aber Freund würd ich so schnell niemanden mehr nennen und eine beste Freundin noch viel weniger. Dafür wurd ich einfach zu viel enttäuscht.
So gesehen hole ich mir in solchen Foren., das was mir bei meinen realen Kontakten manchmal fehlt und das lässt sich super miteinander vereinbaren.
Lg Jenny
ChibiShiina
05.06.2009, 23:26
Meiner Meinung nach ist das Medium "Internet" ein Mittel zum Zweck, dass bei unsachgemäß übertriebenen Konsum auch ins Negative schlagen kann. Wie sagte jemand so schön?
"Alles was zuviel ist ist ungesund" und das stimmt.
Des Weiteren sollte man sich so mit den Dingen/Medien/Umfeld/RL so auseinandersetzen, wie es für einen selbst in Ordnung geht. Also mit einer Regelung wo man sich selbst nicht überfordert oder zu stark gefordert fühlt. Und da das RL immer (!) vorgeht, stehen alle anderen Dinge dann an.
Nur...
Ich selbst habe in letzter Zeit für mich persönlich festgestellt, dass das Internet, und auch einige Chatbekanntschaften, fast wie Succubusse auf mich eingewirkt haben, sprich: Ein Großteil meiner spärlichen Freizeit ging für absolut hirnverbranntes Chatten (ICQ) und posten in einem Forum drauf, wo ich mich sowieso lange hatte abmelden wollen. Und ich kam mit nichts mehr zurande.
Erst in einem längeren Gespräch (in RL!) mit jemandem ist es mir aufgefallen, was ich da fürn Mist mache <-Manchmal braucht man tatsächlich eine zweite unabhängige Meinung um zu sehen was vor sich geht.
Und genau ab diesem Zeitpunkt habe ich angefangen meinen Tagesablauf durchzustrukturieren und komplett umzuwerfen. Internet stand ganz ganz unten, davor kamen die Hobbys, das Internet war nicht mehr Hobby, es war ein eigenes Subjekt, dass unter den Hobbys stand. Und auf einmal ging es. Ich schaffte es ausgeschlafen und voll fit bei der Arbeit zu erscheinen, ich war nicht mehr so angespannt, habe mich nicht immer am nächsten Morgen über die dämlichen Gespräche im ICQ vom vorabend geärgert und freute mich auf abends, weil ich jetzt auf einmal Zeit hatte mal eine DVD zu schauen/ein Buch zu lesen/Art zu kreeieren.
Das ist natürlich noch ganz frisch. In der Zeit von April/Mai war ich so eingespannt in meinem Job, dass ich kaum die Hausarbeiten schaffte wenn ich nach Hause kam. Ich bin einfach nur Todmüde ins Bett gefallen um dann am nächsten frühen Morgen gleich wieder auf der Matte zu stehen. Inzwischen ist es aber schon wieder ruhiger geworden.
Den Chatgesprächen trauere ich nicht hinterher, genausowenig wie dem Forum wo ich bis vor kurzem noch herumgegeistert bin. Ganz im Gegenteil, ich ärgere mich nicht schon viel früher einen Schlussstrich gezogen zu haben. Das Internet ist jetzt für mich Rechercheplattform, Mittel um damit einzukaufen/verkaufen oder mit jemandem in Kontakt treten, den man sonst im RL selten sieht - ansonsten ist alles andere gedrosselt.
Und ich habe auch das Gefühl, dass das Internet irgendwann wirklich nur noch Informationsbeschaffung für mich sein wird. Kontakte in RL sind mir einfach wichtiger. Im Forum/Chat muss man ständig anwesend sein um den Kontakt nicht abreissen zu lassen und genau das will ich vermeiden. Ich muss immerhin den ganzen Tag auf der Arbeit schon gegen einen Bildschirm starren, dann muss ich das nicht noch abends stundenlang haben.
Vielleicht "wächst" man ja tatsächlich aus dem Chat-Status oder der Forengemeinschaft heraus? Es ändern sich ja alle 7 Jahre die Prioritäten... Im Rahmen der "Jahrsiebte" versteht sich. Da ich seit 2001 gechattet habe, ist es jetzt eigentlich allerhöchste Eisenbahn seine Prioritäten zu ändern.
Zum Thema Foren habe ich mich übrigends auch in meiner Kolumne bereits ausgelassen. Wer dort reinklicken will, braucht nur in meine Signatur zu schauen.
Ansonsten... bleibt nur noch zu sagen:
Wenn etwas weniger wird, dann wird etwas anderes mehr.
Deshalb bin ich relativ viel im Internet. Hier sieht mich niemand, ich muss mit niemandem direkt reden. Für mich also perfekt. Dass das ein Teufelskreis ist, ist mir schon von Anfang an bekannt, psychologische Behandlungen schlugen bisher fehl.
Also... wenn du dich im Internet wohl fühlst und darurch sogar einen guten Freund gefunden hast, wenn du dich momentan im RL eher als Außenseiter fühlst, wenn du nicht so gerne Auge in Auge mit den Leuten redest, dann ist das doch okay, wenn du lieber dorthin gehst, wo du dich wohl fühlst. Nämlich hierher :)
Seien wir doch froh darüber, dass wir die Wahl haben. Nicht immer ist das RL das einzig Wahre, auch die VW (geniale Abkürzung, Simon ;) ) ist allemal einen Besuch wert.
Seien wir doch froh darüber, dass wir die Wahl haben. Nicht immer ist das RL das einzig Wahre, auch die VW (geniale Abkürzung, Simon ;) ) ist allemal einen Besuch wert.
Ich muss sagen, dass ich solche Aussagen irgendwie etwas gefährlich finde. Natürlich ist es so, dass man im Internet ganz andere Möglichkeiten hat, Kontakte zu knüpfen, als in der Wirklichkeit, in der man den Menschen auch von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten muss, aber es birgt dabei immer die Gefahr, dass man die Wirklichkeit komplett hinter sich lässt.
Letztendlich sollte es nämlich so sein, dass das RL das einzig Wahre ist, jedenfalls wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Das Internet ist da für mich eher Mittel zum Zweck, damit man vielleicht anfängt, die Scheu vor Menschen zu verlieren und beginnt, auf sie zuzugehen, aber der Idealzustand ist nunmal, dass ein Mensch in der Lage ist, sich mit anderen Menschen zu sozialisieren und mit ihnen umgehen zu können. Alles andere ist, ohne jemanden angreifen zu wollen, einfach eine Störung der sozialen Fähigkeiten. Und da besteht für mich doch sehr die Gefahr, dass man das komplett vergisst und sich ewig hinter einem Bildschirm versteckt, wenn man beginnt, das als akzeptable Alternative anzusehen.
Ich selbst habe sowohl einige feste Freunde im realen Leben als auch einige im Internet geknüpfte Freundschaften, die aber doch auch schon mit Treffen verbunden waren - dennoch bleibt der Kontakt ja meistens virtuell, wenn einen nunmal viele Kilometer trennen. Und obwohl ich (mittlerweile, das war früher auch anders) relativ offen auf Menschen zugehen kann und gern viel Zeit mit anderen verbringe, laufe ich doch immer wieder Gefahr, zu viel sinnloses Zeug am PC zu machen und zu viel Zeit da rein zu investieren, obwohl ich so viel besseres zu tun hätte. Ganz ähnlich, wie ChibiShiina es geschildert hat.
Interessantes Thema, ja.
Mit 12 hat für mich das Medium Internet begonnen, glaube ich. Ich war von Anfang an begeistert, wollte mehr davon, klar, es war etwas Neues, viele waren plötzlich im Internet unterwegs. Da haben meine Eltern mir aber noch Einschränkungen gemacht. ;)
Irgendwann kam dann auch die Zeit, dass ich wohl zu oft online war. Das haben mir gelegentlich sogar Freunde gesagt. Ich bin mir sicher, sie nicht wegen dem Internet vernachlässigt zu haben (eigentlich habe ich sie gar nicht vernachlässigt) - ein Treffen im RL habe ich immer dem Gespräch mit einer VW Person vorgezogen. Aber für Leute, die selber nicht viel damit zu tun hatten, kann dies natürlich anders aussehen.
Jetzt, seit einem Jahr, sieht das alles wieder etwas anders aus, wobei ich zugeben muss, dass ich meistens nur am Wochenende etwas mit Freunden unternehme, nicht unter der Woche. Da sitze ich eher am PC. Das liegt aber ganz einfach daran, dass ich es im letzten und diesem Jahr geschafft habe, mich in der Schule zu übernehmen. Schulchor, Hausaufgabenbetreuung jüngerer Schüler, Musical, Zentrale Abschlussprüfungen, Theater... All so was. Super frisch nach Hause kommen, Dinge unternehmen? Fehlanzeige. Meistens geht's sofort eine Runde ins Bett. Ich bin ehrlich - ich kann mich oft einfach nicht mehr aufraffen, großartig etwas zu unternehmen. Genau das möchte ich aber im nächsten Schuljahr ändern. Zwar möchte ich mich um einen Nebenjob bemühen, sonst aber nur an meinem normal vorgegeben Unterricht teilnehmen. Dann wird auch mehr freie Zeit übrig bleiben, die ich hoffentlich im RL werde verbringen können.
Und ich habe gemerkt, dass sich mit der Zeit auch im realen Leben Menschen (& auch Freunde) finden lassen, die ähnliche oder gleiche Interessen haben, wie ich. Umso schöner, mit ihnen darüber reden zu können und mich nicht im Netz zurückziehen zu müssen.
Was ich jedoch immer sage, ist, dass es nicht nur hier in meiner Stadt und Umgebung großartige Menschen gibt. Die ganze Welt ist voll von ihnen, wir haben leider nur nicht das Glück, nah beieinander zu wohnen. Meiner Meinung nach ist es natürlich möglich, per Internet diese Menschen kennen zu lernen. Und ich bin auch wirklich froh darüber, Menschen kennen lernen zu können, die mir sehr ähnlich sind und mit denen ich mich super verstehe. Aber auch wenn ich ihnen bei Zeiten viel anvertraue und regelmäßig mit ihnen im Kontakt stehe, habe ich für mich selbst eine Grenze gezogen. Ja, denn es ist nunmal nur das Internet. Es sind Menschen, die ich nie im Leben wirklich von Angesicht zu Angesicht gesehen habe, und das macht sie mir immer noch zu Fremden. Ich schließe in der VW Bekanntschaften und erst wenn ich diese wirklich kennen lernen kann, können sie, wenn es sich ergibt, zu Freunden werden.
Momentan gibt es einen Menschen, den ich vor über einem Jahr über das Internet kennen gelernt habe und zu dem ich seit etwa 10 Monaten regelmäßigeren Kontakt pflege. Diese Person tut mir gut, ich spür und weiß das. Jene Person will sich mit mir treffen, mich kennen lernen, diese Bekanntschaft vertiefen, weil wir uns so perfekt ergänzen. Aber auch hier habe ich meine persönliche Grenze gezogen, denn durch einiges Privates “kommunizieren” (auch per Telefon übrigens) wir nur noch am Wochenende. Ich bin mir sicher, dass bei einem Treffen eine Freundschaft entstehen würde, auf der anderen Seite jedoch weiß ich, dass wir uns absolut nicht oft werden sehen können. Und das wiederum tut mir nicht gut. Bekanntschaften nicht zu sehen ist für mich verkraftbar. Freundschaften aber, die man nicht pflegen kann, zerbrechen mit der Zeit und darunter leide ich. Somit ganz einfach: nicht treffen, bei einer Bekanntschaft belassen, diese Person keinen Teil des RL werden lassen. Einfach damit die VW und das RL weiterhin “laufen” können.
Bis jetzt habe ich keinen Internetkontakt real gesehen. Ich bin offen dafür, mit jenen Leuten Freundschaften zu knüpfen, sofern es sich auch ergibt, dass man diese pflegen und auf Dauer beibehalten kann.
Denn letztlich ist die VW nur so lange ein Teil von meinem RL, wie sie mir auch auf gewisse Art und Weise gut tut.
[Dass das Internet sonst ein nützliches Medium ist, sei hier einmal außer Frage gestellt. Ebenso hat Liathano wunderbar erklärt, wozu es noch dienen und dem RL teilweise sogar “überlegen” sein kann. Dazu werde ich wohl irgendwann noch etwas schreiben, wenn es sich ergibt.]
Viele scheinen der Meinung zu sein, dass das RL dem VL überlegen ist, weil man sein Gegenüber auf diese Weise besser kennen lernen kann. Nun, ist es wirklich der Fall?
Wir alle tragen Masken. Einige von uns leben schon so lange hinter einer solchen, dass sie vergessen haben, wer sie wirklich sind. Hinter die Maske zu blicken, jemanden wirklich nahe zu kommen und jene Intimität kennen zu lernen, die über die bloße körperliche Berührung hinaus geht, kann Jahrzehnte dauern. Manchmal verbringt man ein ganzes Leben an der Seite eines Menschen, ohne ihn je gekannt zu haben.
Ja, ich rede vom sogenannten RL. Es ist unerheblich wie gut sich zwei Seelen bei einer Party verstehen. Wenn sie zusammen tanzen, bleiben sie Fremde. Und wenn sie nach der Party miteinander schlafen, bleiben sie Fremde. Und wenn sie später heiraten und Kinder bekommen, bleiben sie noch immer Fremde. Das Leben ist oft zu kurz und zu oberflächlich um sich wirklich kennen zu lernen.
Ich glaube daher nicht daran, dass das RL besondere Vorteile gegenüber dem VR bietet um seine Gesprächspartner kennen zu lernen. Viel eher wirkt hier die immer wieder zitierte Vorstellung vom sozial erfolgreichen Menschen. Es hat keinen Sinn einem Ideal hinterher zu jagen, das einem durch die Gesellschaft diktiert wird. Es gilt sein eigenes zu finden. Und wenn man seine Stärken im anonymen Netz besser ausspielen kann als in der Realität, sehe ich nichts verwerfliches daran. Es ist nur eine weitere Maske. ;)
Ich glaube daher nicht daran, dass das RL besondere Vorteile gegenüber dem VR bietet um seine Gesprächspartner kennen zu lernen.
Es geht garnicht unbedingt darum, wie oder wo man am besten andere Menschen kennenlernt. Dass das im Netz manchmal leichter oder besser funktioniert, das möchte ich garnicht abstreiten. Es ist allerdings so, dass rein virtuelle Kontakte niemals alle sozialen Bedürfnisse erfüllen können, die wir Menschen nunmal haben - denn dazu gehören nunmal Nähe zu anderen Menschen, Körperkontakt oder auch nur der Austausch von Blicken. Beispielsweise.
Viel eher wirkt hier die immer wieder zitierte Vorstellung vom sozial erfolgreichen Menschen. Es hat keinen Sinn einem Ideal hinterher zu jagen, das einem durch die Gesellschaft diktiert wird. Es gilt sein eigenes zu finden. Und wenn man seine Stärken im anonymen Netz besser ausspielen kann als in der Realität, sehe ich nichts verwerfliches daran. Es ist nur eine weitere Maske. ;)
Es geht auch nicht darum, einem Ideal nachzujagen, sondern um das, was ich oben schon ansprach. Kein Mensch wird glücklich, behaupte ich, wenn er seine sozialen Kontakte komplett auf virtueller Ebene auslebt, da dabei einfach so viele natürliche Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.
Das Problem ist einfach, dass es das Internet so viel einfacher macht. Man bekommt nicht all das, was man braucht, aber zumindest mehr als garnichts und neigt dazu, sich damit zufriedenzugeben, sich in dieses bisschen hineinzusteigern. Ich kenne niemanden, der glücklich damit ist, nur Kontakte in der virtuellen Welt zu haben, sondern eher viele, denen es dadurch umso schwerer fällt, in die reale Welt zurückzukehren und sich auch dort mit Menschen auseinanderzusetzen. Aber, ich weiß, dass ich mich wiederhole, genau das ist nunmal nötig, um das zu bekommen, was ein Mensch nunmal von anderen Menschen braucht.
Nur kurz, weil Poi mich auf diesen Thread hingewiesen hat und ich das Bedürfnis hatte, etwas zu schreiben, bzw. mich zu erklären (*Lia drück*).
Ich will mal wieder nur für mich sprechen, ich sage nicht, dass das, was ich dabei empfinde, auch auf andere zutreffen kann oder zutrifft.
Ich habe gemerkt, dass mich das Internet und auch dieses Forum verändert hat. Ich weiß nicht, ob das zum Besseren oder zum SChlechteren geschehen ist, ich glaube aber zweiteres. Ich bin kompromissloser geworden, eben weil man sich im realen Leben ausserhalb von Computer und Fernsehen viel mehr anpassen muss, man kann jemanden nicht einfach abstellen, indem man auf ignorieren klickt. Man muss sich mit Menschen auseinandersetzen und ich glaube, das passiert im internet eher wenig. Ich hatte in meiner ganzen Zeit, die ich in diesem Forum verbracht hatte, noch niemals, und wirklich niemals, einen richtigen Streit mit einer Person, auch wenn einige mich das ein oder andere Mal aufgeregt haben. Dann habe ich aber einfach den Thread geschlossen und Gott einen guten Mann sein lassen. Das wars dann. Man wird nicht konfrontiert, man kann sich seine Ansatzpunkte selbst aussuchen und Dinge, die im eigentlichen Leben unumgänglich wären, einfach ignorieren, bzw. nicht wahrnehmen.
Natürlich, auch im RL kann man Gesprächsthemen oder Menschen ausweichen, aber man wird im Endeffekt für seine Taten und Worte zur Rechenschaft gezogen. Das geschieht im Netz nur, wenn man eine Regel gebrochen hat. Interessiert es jemanden, ob sich eine bestimmte Person aus einer Diskussion heraushält und die Gründe dazu?
Im seltensten Fall, wage ich zu behaupten.
Und genau da liegt das, was mich stört. Es entstehen kaum Reibungspunkte, ausser man SUCHT sie aktiv. Man muss keine komprimisse schließen, im Endeffekt verlernt man aktive Kommunikation, wenn man sich zu lange im internet aufhält
Und genau das ist es, was ich gemacht habe. Ich habe langsam aber sicher gemerkt, dass ich mit den Menschen weniger kar komme und immer mehr alleine bin. DAs hat sich geändert, seit ich hier raus bin. Klar bin ich noch im Internet. Aber nicht mehr auf so einer Basis.
Ich hatte noch ein paar Gründe mehr, die hier allerdings nicht reinpassen. So...ich hoffe, dass mein Standpunkt ein wenig klarer geworden ist.
Lg
Ja, ich rede vom sogenannten RL. Es ist unerheblich wie gut sich zwei Seelen bei einer Party verstehen. Wenn sie zusammen tanzen, bleiben sie Fremde. Und wenn sie nach der Party miteinander schlafen, bleiben sie Fremde. Und wenn sie später heiraten und Kinder bekommen, bleiben sie noch immer Fremde. Das Leben ist oft zu kurz und zu oberflächlich um sich wirklich kennen zu lernen.
Ich denke das was du hier beschreibst trifft ehr auf einen kleinen Teil der Menschheit zu.
Natürlich ist es nicht wirklich möglich jemanden 100% zu kennen, aber nach Jahren der Freundschaft, Beziehung was auch immer, kann man denke ich schon davon reden jemanden zu kennen.
Wenn ich das Gefühl habe das ich jemanden im Alltag brauche der bei mir ist und diese Person erfüllt meine Erwartungen, beruht natürlich auf Gegenseitigkeit, dann sollte diese Person auch ein Recht auf ihre eigenen Geheimnisse haben.
Ich finde es eig. absolut unnötig das RL mit dem VL zu Vergleichen da sie, für mich, einfach ziemlich unterschiedlich sind.
Wenn jemand sein soziales Umwelt zwecks Internet vernachlässigt dann würde ich mich ehr mal fragen ob da nicht schon vorher Probleme waren.
Wenn ich z.b. keine Lust hab bei einem Thread was zu schreiben weil mich das Thema nicht interessiert dann tu ich es nicht und wenn meine Freunde über ein Thema diskutiern das mich nicht interessiert halt ich mich ja auch raus.
Das VL ist nicht das Problem sondern die Leute die es benutzen und ich glaube nicht das hier jemand einen Chatroom einem treffen mit Freunden vorzieht.
Ollowain
07.06.2009, 13:58
Danke für diesen Thread Liathano. Das wird wirklich das letzte werden, was ich hier schreibe.
So ganz werde ich das Forum wohl nie verlassen, vor allem die Art-Threads schaue ich mir immer wieder gerne an. Als Besucher. Sonst bekomme ich von diesen Künstlern leider (fast) nichts mit.
Ich kann im Folgenden auch nur von mir sprechen.
Seit ich mich hier im Forum angemeldet habe, habe ich eine ziemlich krasse Wandlung durchgemacht.
Ich habe im RL Dinge erlebt, die mich geprägt haben. Die mich immer mehr zu einem anderen Menschen werden ließen.
Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich mich ja beispielsweise mit Händen und Füßen dagegen gewehrt mich zu schminken. Jetzt ist es das Normalste der Welt morgens die Wimpern zu tuschen.
Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich das hier gebraucht. Menschen, die ich nicht kannte, auf die ich einfach zugehen kann - oder auch nicht - ohne, dass es weitere Konsequenzen hat.
Aber durch das, was ich im RL erlebt habe - nichts, was man je in der VW erleben könnte - habe ich gemerkt, dass ich das hier nicht brauche; und auch nicht mehr will. Ollowain gibt es in diesem Sinne nicht mehr.
Wenn ich es mir genau überlege, dann wundert es mich gar nicht mal, dass ich mich überall mit anderen Nicks angemeldet habe...
Für mich ist es, wie für Warin auch, erfüllender, wenn ich real was mit Leuten mache, mich bewege, den Leuten ins Gesicht sehe, sie in den Arm nehmen kann, auch wenn es manchmal weh tut. Ich habe mich nur nicht wie Warin an das hier gebunden.
Ollowain in diesem Sinne gibt es nicht mehr.
Tja, mit dem Thema setzt man sich wohl schon von selbst immer wieder auseinander...
Ich habe das Kontakte-Knüpfen übers Internet und das Internet selbst so ziemlich gleichzeitig entdeckt. Das war während einer Zeit, in der ich sehr viel allein war, es ging mir gesundheitlich nicht gut, die meisten meiner Klassenkameraden gingen mir auf den Senkel.
Ich ging immer seltener in die Schule, es ging mir körperlich immer schlechter, in der Schule wusste keiner so recht, was mit mir los war - u.a., weil ichs selbst nicht wusste - weshalb die meisten eher abwehrend reagierten, wenn ich mal wieder auftauchte. Dadurch staute sich weiterer Frust an und das ging immer so weiter, paarte sich mit Gegenwarts- und Zukunftsängsten.
Den Computer hatte ich bis dahin für nichts anderes als Schreiben und gelegentlich Spielen genutzt. Vllt hatte ich auch schonmal gegooglet, aber so selten, dass mir mein Vater jedes Mal erstmal nochmal erklären musste, was das eig ist und wie es geht.
Aber ich hatte auf einmal viele Stunden totzuschlagen und mich abzulenken, von Kopfschmerzen, Übelkeit, etc und deprimierenden Gedanken wie dem Bewusstsein darüber, dass ich immer weiter abgekapselt wurde.
Irgendwann entdeckte ich dann eine Internetplattform inform von Bildergalerien der einzelnen Nutzer, auf der ich durch Zufall innerhalb weniger Tage in einen kleinen Inet-Freundeskreis aufgenommen wurde. Das ganze war sehr herzlich, wir haben damals praktisch Chats geführt unter den Bildern der Zugehörigen des Freundeskreises und ich habe mehrere Male am Tag nachgesehen, ob jemand schon irgendwo was Neues geschrieben hatte (von Foren hatte ich zu dem Zeitpunkt btw noch nie was gehört).
Durch einen weiteren Zufall habe ich auf derselben Seite einige Zeit später meinen bis heute allerallerbesten Freund kennen gelernt :) *Phrosh knuddel*
Etwas später habe ich mich dann in einem nahezu ausgestorbenen Forum angemeldet und mich der dort noch vorhandenen Mini-Community praktisch aufgedrängt - der nächste Freundeskreis war gefunden^^
Noch etwas später tauchte in demselben Forum dann Warin auf... und schwupp, hatte ich den nächsten guten Freund durch das Inet gewonnen :D
Damals lag mein sozialer Schwerpunkt im Inet, auch wenn ich auch im RL zwei, drei Freunde hatte und ja auch noch meine Familie um mich hatte. Wenn ich zurückdenke, kam ich mir damals auch nicht... isoliert vor. Aber ich fühlte mich im Virtuellen wohler, ganz von selbst hatte ich überall das Image der kleinen, lieben, spritzigen Aki bekommen und ganz ehrlich, ich genoss es wirklich. Unter anderem deshalb, weil ich ziemlich groß bin, relativ breite Schultern habe, nicht im Besitz einer süßen Statur oder Stimme bin und mich im Alltag auch eher selten süß oder "bouncy" benehme oder sagen wir, so wahrgenommen werde. Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck. Ich bin im RL durch den Rest des Gesamtpacketes, der im Inet nicht recht zum Vorschein kommt, eher nicht das süße Mädchen von nebenan.
Irgendwann kam dann, was kommen musste: Sitzengeblieben. Noten waren noch vollkommen okay, aber es waren zu viele Fehlstunden.
Ich kam in meine jetzige Klasse und wurde unglaublich nett aufgenommen, auch wenn ich aufgrund der Erfahrungen mit meiner alten Klasse noch etwas misstrauisch war. Die Freundschaften, die ich seitdem in der Klasse geschlossen habe und die, die ich noch von früher habe, möchte ich auf gar keinen Fall missen.
Ich hing immer noch viel im Inet, aber es war jetzt wieder mehr los in meinem Leben.
Heute... tja, ich bin immer noch viel online und ich bin auch eindeutig immer noch zu viel am Computer. Aber ich empfinde mich nur ganz ganz ganz selten als abgekapselt. Und wenn das der Fall ist, unternehme ich was dagegen. Ich empfinde mich nicht als sozial unterversorgt und solange das so bleibt, werde ich auch beim Inet bleiben.
Auch - und gerade - in diesem Forum habe ich bisher viele tolle Leute getroffen, die ich selbstverständlich nicht kenne, aber in vielen Fällen wirklich gerne kennen lernen würde.
Ich glaube, es gibt 2 wichtige Dinge, die ich gelernt habe:
1) Natürlich gibt dir eine Inet-Community nicht dasselbe wie das RL. Aber sie gibt dir etwas anderes.
"Akissi" ist kein ausgedachter Charakter, niemand, der ich gern sein würde und für dessen Existenz ich mich um das Aufrechterhalten eines Verhaltenkodexes bemühen muss. Ich bin hier genauso ich selbst wie ich es im RL bin. Es sind nur zu Teilen andere Seiten von mir, die ganz einfach durch die Umstände des Internets scheinbar mehr hervorgehoben werden als andere, die im RL "dominieren", gerade, wenn man mich erst kennen lernt. Wenn man mich besser kennt, wird man mit Sicherheit auch mehr von Akissi ausgraben, wenn man sich auch auf die anderen Katja-Seiten einlässt, durch die ich manchmal vllt raubeiniger und nassforscher wirke, als ich mich fühle^^
Damit will ich nicht sagen, dass ich gespaltene Persönlichkeiten hätte =D
Ich denke... die meisten werden sich im Inet so verhalten, wie es ihnen gerade einfällt, weil sie sich keine oder nur wenige Gedanken darüber machen müssen, wie es ankommt. Im Inet wird dir nur selten jemand sagen "Boah nee, bist du ätzend" und man sieht es auch nicht, wenn das Gegenüber die Nase rümpft oder die Augen verdreht - das schöne am Inet ist: Man wird grundsätzlich bei irgendwem Anschluss finden, weil es viel mehr Leute gibt, die mitkriegen, was man von sich gibt.
2) Auch die Pseudonyme verbergen echte Menschen. Und eine echte Freundschaft mit jemandem, den ich per Inet kennen gelernt habe, kann mindestens genauso wertvoll sein, wie eine aus dem RL. Fraglos muss man sich allerdings bewusst sein, dass man im Internet niemals die Persönlichkeit eines Menschen so schnell erfassen können wird wie wenn man ihm beim Gespräch in die Augen sieht und seine Eigenschaften zwangsläufig besser und schneller mitbekommt als durch die Sätze im Chatfenster.
Ich lebe natürlich in meinem RL. Aber warum sollte mich das vom Inet fernhalten? Ich finde nicht, dass sich die beiden ausschließen. Man sollte nur denke ich aufpassen, dass das Virtuelle ein Teil des RLs bleibt und nicht umgekehrt.
Simon the Sorcerer
07.06.2009, 21:21
Für mich ist es, wie für Warin auch, erfüllender, wenn ich real was mit Leuten mache, mich bewege, den Leuten ins Gesicht sehe, sie in den Arm nehmen kann, auch wenn es manchmal weh tut. Ich habe mich nur nicht wie Warin an das hier gebunden.
Ja, aber das eine schließt das andere doch nicht aus !
Außerdem hat sich Warin nicht ans Forum "gebunden", er hat es neu "erschaffen".
Und ich denke wenn er keine Lust mehr hätte (Gott behühte !), würde es trotzdem weiterleben, da er ein hervorragendes Team hat.
Was deine Entscheidung angeht, hört sich das für mich doch eher nach einer Verschiebung des "Schwarzen Peters" an. (Nimm folgenden Satz jetzt bitte nicht persönlich Ollo ;), is nicht böse gemeint)
So auf die Art "es klappt im RL nicht, also geben wir mal der VW die Schuld".
Ich denke das Problem liegt woanders...
Doch es ist deine Entscheidung und die respektiere ich natürlich.
Auch wenn es mich etwas ärgert, traurig macht und enttäuscht.*nein*
Ollowain in diesem Sinne gibt es nicht mehr.
Schade, ich werde Ollowain vermissen... und Bisou übrigens auch...:(
Grüße,
Es geht garnicht unbedingt darum, wie oder wo man am besten andere Menschen kennenlernt. Dass das im Netz manchmal leichter oder besser funktioniert, das möchte ich garnicht abstreiten. Es ist allerdings so, dass rein virtuelle Kontakte niemals alle sozialen Bedürfnisse erfüllen können, die wir Menschen nunmal haben - denn dazu gehören nunmal Nähe zu anderen Menschen, Körperkontakt oder auch nur der Austausch von Blicken. Beispielsweise.
Das ist ohne Zweifel die Wahrheit. Doch kann eine virtuelle Bekanntschaft auch zu einem realen Treffen und zu einer dauerhaften Beziehung führen. Mir ging es darum eine These in den Raum zu werfen, nach der im Netz entstandene Freundschaften keinen wesentlichen Unterschied zu den Freundschaften aufweisen, die im RL entstanden sind.
Es geht auch nicht darum, einem Ideal nachzujagen, sondern um das, was ich oben schon ansprach. Kein Mensch wird glücklich, behaupte ich, wenn er seine sozialen Kontakte komplett auf virtueller Ebene auslebt, da dabei einfach so viele natürliche Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.
Womit ein Mensch glücklich wird, ist die Entscheidung des Menschen. Ich behaupte, die meisten Menschen sind mit ihrer virtuellen Beziehung nur deswegen nicht wirklich glücklich, weil ihnen eingetrichtert wurde, dass ihr Verhalten eine soziale Störung sei und unbedingt bereinigt werden muss.
Ich denke das was du hier beschreibst trifft ehr auf einen kleinen Teil der Menschheit zu.(...)
Natürlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen. :)
Jetzt gerade wünsche ich mir sehr, dass du recht hast und ich unrecht. Nur daran glauben kann ich nicht.
Liathano
07.06.2009, 23:04
Ich freue mich, dass hier viele so offen über ihre Erfahrungen reden. Einige Beiträge haben mich wirklich berührt, einige zum Nachdenken und Reflektieren angeregt.
Und ich freue mich, auch wenn es nicht meine Intention war, dass auch Bisou und Ollo, die ich natürlich im Eingangsposting meinte, sich noch mal gemeldet haben und so unverblümt erklärten.
An euch ganz speziell: Viel Glück. So schade es ist, dass wir hier nichts mehr von euch lesen werden, so sehr ich auch diejenigen Kontakte aus dem RL beneide, die das Glück haben, so nette Menschen kennen zu lernen - es ist eure Entscheidung und sicher die richtige. Möglicherweise kehrt ihr eines Tages zurück, dann aber hoffentlich nicht, weil das RL euch enttäuscht hat, sondern weil Zeit und Muße es zulassen. Wenn nicht, dann wünsch ich trotzdem alles erdenklich Gute.
Ich finde nicht, dass sich die beiden ausschließen. Man sollte nur denke ich aufpassen, dass das Virtuelle ein Teil des RLs bleibt und nicht umgekehrt.
Ja, das bringt es für mich auf den Punkt.
"Liath", das ist keine Fassade, keine Kreation, das bin ich - wenn auch in "reduzierter" Form, ohne Körper, ohne Stimme. Sicher, ich bin im Internet oft extrovertierter und sicherer, neige eher zur Polemik, kann mich kaum kurz fassen ... aber trotzdem habe ich nicht das Gefühl, mich irgendwie zu verstellen, genauso wenig wie ich glaube, dass sich mein virtuelles Gegenüber eine andere Identität aufgebaut hat, auf die ich mich nicht einlassen könne.
Kurz zum von einigen hier angesprochenen Thema der Liebe über das Internet: Das ist so ein Punkt, den ich als kritisch erachte. Fernbeziehungen sind nicht meine Sache, dafür genieße ich körperliche Nähe zu Personen, die mir viel bedeuten, zu sehr. Eine Zeitlang hab ich aber durchaus auch das mit der Partnersuche über's Internet probiert - und festgestellt, dass es mich nicht befriedigt. Man kann zwar gezielt Gemeinsamkeiten vergleichen, unpassende Kandidaten ausschließen, sich unkompliziert vorstellen, aber ... ganz ehrlich? Das macht keinen Spaß. Viel schöner ist eine zufällige Bekanntschaft, die ersten schüchternen Schritte, das bis zum Hals schlagende Herz, die Freude, wenn man entdeckt, dass man etwas gemeinsam hat - nicht, weil man es in einem Profil gelesen hat, sondern weil man sich unterhält, kennen lernt, ganz altmodisch.
Ansonsten ... tja, es bleibt ein schwieriges Thema, welches jeder mit und für sich selbst klären muss. Die VW ist für mich momentan so eine Art Ass im Ärmel - wenn es im RL nicht so läuft, weil ich krank bin, weil ich meine Eltern besuche (wo ich niemanden mehr kenne), weil ich etwas Ruhe vor den Menschen, auch vor denen, die ich liebe, brauche - dann weiß ich, hier kann ich verweilen, trotz allem. Doch in der Regel hat das RL ganz gute Karten, sodass ich selten auf die Alternative zurückgreifen muss.
Doch kann eine virtuelle Bekanntschaft auch zu einem realen Treffen und zu einer dauerhaften Beziehung führen. Mir ging es darum eine These in den Raum zu werfen, nach der im Netz entstandene Freundschaften keinen wesentlichen Unterschied zu den Freundschaften aufweisen, die im RL entstanden sind.
das ist richtig. zumindest empfinde ich das so. es ist sogar so ziemlich der erste gedanke, der mir beim lesen des eingangspostings gekommen ist: an und für sich, sind beide arten von bekanntschaften gleich. nur beide unterliegen auch den gleichen regeln, d.h. man muss sie pflegen!
dies kann teilweise aufwändig und mühselig sein - auch wenn es in den meisten fällen ein aufwand ist, den man freiwillig auf sich nimmt. diesem aufwand ist im internet leicht aus dem weg zu gehen - viel leichter, als es im RL ist. natürlich bleibt es eine oberflächliche freundschaft oder bekanntschaft, wenn man den anderen nur bruchstückweise kennt. aber genau so, ist es auch im RL.
woher ich das weiß? nun, ich durfte es am eigenen leib erfahren =). wie man menschen durch zufall im RL kennenlernt, so geht dies auch im VL (was ich, um ehrlich zu sein, wesentlich eindeutiger finde "virtual life" und "real life" - mal so nebenbei ^^). so habe ich durch einen wirklich sehr banalen zufall meine beste freundin kennengelernt *nach oben schiel*, die ich (man glaubt es kaum ;)) einfach nicht mehr hergeben möchte ;). diese freundschaft konnte natürlich nur richtig gedeien, in dem sie, wie eine RL-freundschaft gepflegt wurde. um eine internetfreundschaft zu pflegen muss man natürlich gewisse hürden überwinden - was sich auch als recht lustig rausgestellt hat (zB. wenn man eine eben geknipste, total verzogene grimasse im JPEG-format geschickt bekommt ;))
von partnerbörsen halte ich persönlich nicht sehr viel. immerhin gehe ich auch nicht im RL auf jemanden zu und frag ihn: "poppen?" :D :D :D
VL und RL in meinem leben... eine schwierige, nicht unbedingt ganz klare angelegenheit bei mir.
die beiden verlaufen irgendwie ohne klare trennlinie und verschmeltzen, addieren und ergänzen sich nahtlos. das hat natürlich vor allem damit zu tun, dass sich meine hobbys sehr stark auf computer sachen spezialisieren. so kann man beispielsweise etwas in photoshop machen und nebenher im internet surfen, oder programmieren und gleichzeitig chatten. ich sehe das medium internet nicht als mögliche alternative zum RL sondern als praktische ergänzung. abkapslung und isolation sind bei mir fehlanzeige; eher beugt das tägliche chatten genau diesem vor. so kommen bspw smalltalks mit freunden zustande, die ich sonst einfach niemals führen würde, weil ich sie ohne internet dafür anrufen müsste ^^. praktisch übrigens auch zum absprechen von treffen etc - dieses mal im RL ^^.
eine weitere verschmelzung von RL und VL kann man auch daran beobachten, dass mich etwa 95% der leute, mit denen ich zu tun habe "Phrosh" nennen. ein pseudonym, dass ursprünglich von mir erfunden wurde und nur auf's internet bezogen sein sollte... es ist nichts distanzielles - einfach nur ein spitzname (genau so, wie ein kumpel von mir konsequent von allen "Tanne" genannt wird ;)). eine der wenigen personen, die mich nicht "Phrosh" sondern beim richtigen namen nennen ist übrigens Akissi, die ich ursprünglich durch's internet kennengelernt habe :D.
mit dem fortschritt der technik wird auch immer mehr die möglichkeit ausgebaut, nähe zum anderen aufzubauen. wo es früher nur möglich war, text auszutauschen kann man heute schon videokonversationen und internettelefonien starten. ich scheue nicht davor, neue möglichkeiten und verbesserungen der medien auszuprobieren und zu benutzen - solange ich lust, zeit und das nötige kleingeld dafür habe ;).
eine "isolationsfalle" kann das internet sein, weil es viel zeit beansprucht und sehr facettenreich ist. genausogut könnte übermäßiger brotverzehr zur isolation führen, wenn dieser nur länger dauern würde ;). es ist, wie auch schon in vorpostings angesprochen, eine frage der richtigen balance - solang man noch unter leute geht und sich nicht vollends einer einzigen sache widmet, ist alles in ordnung ;)
Womit ein Mensch glücklich wird, ist die Entscheidung des Menschen. Ich behaupte, die meisten Menschen sind mit ihrer virtuellen Beziehung nur deswegen nicht wirklich glücklich, weil ihnen eingetrichtert wurde, dass ihr Verhalten eine soziale Störung sei und unbedingt bereinigt werden muss.
kann ich so unterzeichnen!
PS: GOTT, ist mein post lang! also wer ihn sich durchliest bekommt schon ne ganze keksdose :D
So, dann mag ich jetzt auch mal was sagen.
Ich hab das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten erst spät entdeckt. Da war ich 14-15, glaube ich. Vorher hatten wir halt noch kein Inet.
Und dann probiert man natürlich aus. Ich hab mich am Anfang oft in diversen Chats rumgetrieben. Aber übertrieben hab ich nie. Ich hab zwar auch sowas wie ICQ, oder MSN, aber das am Anfang nur, um mit meinen RL-Freunden zu plaudern.
Nach und nach sind dann auch einige Inet-Kontakte dazu gekommen, mit denen ich auch gut quatschen konnte. Zum Beispiel über Themen, die meine RL-Freunde nicht sehr interessieren.
Meine RL-Freunde waren und sind mir aber immer noch wichtiger.
Mittlerweile bin ich nur noch in diesem Forum hier und dem Chat unterwegs. Zu dem Forum bin ich gekommen, da ich unglaublich gerne Fantasy-Bücher lese und mich da mal austauschen wollte. Das aber nicht mit Freunden konnte, da niemand davon Fantasy liest.
Mittlerweile hab ich auch eine Freundin, mit der ich in RL über Fantasy-Bücher reden kann ;-)
Insgesamt gehört das Forum zu meinen Hobbies, wie lesen, mit Freunden was unternehmen usw.
Es hält mich auch nicht vom RL ab *g*
Obwohl ich natürlich auch schon ein paar Leute, die ich im Internet kennen gelernt habe, im RL getroffen habe. Dadurch hab ich einige neue Freunde gefunden. Deshalb sehe ich das ganze auch nicht negativ. Solange man im RL lebt, das Internet nicht überbewertet und sich nicht nur auf seine Inet-Existenz konzentriert, ist es doch völlig okay.
Ich versuche auch, mich im Inet nicht zu verstellen. Ich versuche mich so zu geben, wie ich auch wirklich bin. Natürlich klappt das nicht immer und viele Leute haben auch ein völlig falsches Bild von jemandem.
Koboldkind
08.06.2009, 13:07
@Mila: Spät entdeckt? Mein erstes Forum hatte ich letztes Jahr mit 21 betreten und dort auch meine liebste Form gefunden.
Thema Masken: Eben in einem Forum habe ich das entdeckt, was ich am liebsten bin, eben das Koboldkind, mit seiner ganzen Geschichte und seiner Umgebung. Wahrscheinlich hat es geholfen, dass vier meiner RL-Freunde auch in diesem Forum aktiv sind, das macht die Sache einfacher, sich ein bisschen auszulassen. Ich bin in diesem Jahr in zwei anderen Foren neu, unter anderem diesen hier, und mein Zugang zu den Usern ist schon distanzierter. Aber das mag vielleicht auch einfach an meiner normalen Form liegen. Ich brauche eben lange, bis ich mir alles angeguckt und einen Umgangston gefunden habe.
Ob ich über VL wirklich Freundschaften entwickel hängt auch von dem persönlichen Kontakt ab. Mit einem Menschen unbekannterweise zu chatten ist schon mal ein Schritt, aber wirklich als Bekannten oder gar Freund würde ich ihn erst nach eine realen Treffen bezeichnen, egal wie eng der VL-Kontakt ist. Ich hab letztens auch gemerkt, dass nichts über Körperkontakt geht und dieser sich eben nicht durch Foren austauschen lässt. Auch wenn die Diskussionsgrundlage im Internet einfach besser ist. Da es hier bestimmte Threads gibt ist es irgendwie einfacher, über etwas zu sprechen, wo man im VL erst lange darüber nachdenkt und dann doch nicht darüber redet.
Eine gutes Thema das bei uns in einem Haushalt bei dem wirklich jeder einen Blechtrottel hat schon oft heftig diskutiert wurde. Ein Computer ist einfach ein Zeiträuber, egal ob als reines Arbeitsgerät, zum spielen oder fürs Internet um Foren zu nutzen oder um zu chatten.
Solange aber der der davor sitzt, über den Computer und die Zeiten die an ihm verbringt bestimmt und nicht anderstherum, denke ich ist alles in bester Ordnung. Bei uns hat sich gezeigt das der PC es nicht schafft, das die Kids ihre sozialen Kontakte vernachlässigen, bei uns älteren sowieso nicht. Dafür gehen alle viel zu gerne raus treiben Sport usw. Für uns älteren sage ich immer scherzhaft am Computer grillt es sich so schlecht und Bier in der Tastatur ist auch nicht das wahre. Die bedeutet aber nicht das nicht die Gefahr gegeben ist sich in der virtuellen Welt zu verlieren, sich an Chatbekanntschaften die so schön anonym sind zu klammen und nächtelang vor der Kiste zu sitzen. Es gehört eine menge Selbstdisziplin dazu nicht der Verlockung zu verfallen doch noch die ein oder andere Stunde länger sitzen zu bleiben. Bei den Kindern denke ic sollten die Eltern ein Auge darauf haben das sich die Freunde nicht nur auf chatbekanntschaften und die Unternehmungen nicht nur auf die virtuelle Welt beschränken. In meinen Augen kann kein Computer den spaziergang durch einen schönen Wald, einen sportlichen Wettkampf oder ein Schwimmbad ersetzen. Solange das so bleibt, auch in den Köpfer derer die davor sitzen, werden auch die sozialen Kontakte nicht vernachlässigt. Richtig eingesetzt, kann das Internet aber ein wunderbares Kommunikationsmittel sein um all seine Kontakte noch zu vertiefen, um Termine und gemeinsame Unternehmungen zu planen.
Trotzdem und das gebe ich auch gerne zu, ist es mir selbst phasenweise schon so gegangen das mich das Medium Computer und Internet mehr Zeit gekostet hat als ich selbst, und eigentlich schwerwiegender meine Familie um mich herum bereit waren zu opfern. Trotz allem Spass an der Sache, sollte jeder für sich selbst ein hohes Mass an selbstkontolle mitbringen. Die Zeit vor dem Computer ist kostbar, in jeder hinsicht. Man sollte sie nicht einfach so verplämpern, sondern mit bedacht verbringen.
liebe Grüße
Allanon
Waterstorm
10.06.2009, 22:06
Ein sehr interessanter Thread an dem ich nun so lange gelesen habe, dass es mich tatsächlich wieder aus dem Forum abgemeldet hat.
Für mich ist das Internet eine sehr wichtige Kommunikationsplattform. Übers Internet plane ich treffen mit meinen RL Freunden, halte den Kontakt zu RL und VL Bekanntschaften und informiere mich über alles mögliche.
RL kommt immer an erster Stelle. Es geht nichts über persönliche Treffen. Da ich ziemlich entfernt von meinem Freundeskreis wohne (Umzug vor 2 Jahren) verbringe ich einen grossteil der Abende unter der Woche am Computer. Dafür bin ich am Wochenende nicht viel online, es sei denn ich muss hier bleiben weil ich Bereitschaft habe.
Ich habe schon einige Leute die ich im Internet kennenlernte im RL getroffen. Die Leute sind meistens sehr nett und ich komme gut mit Ihnen klar.
Ich bin der Ansicht dass man dem RL den Vortritt geben sollte. Es ist einfach wichtiger. Eine Internetbekanntschaft kann sehr interessant sein, aber für mich fehlt einfach ein wichtiger Teil, wenn ich die Person nicht persönlich getroffen habe.
Bei mir entstanden richtige Freundschaften jedoch bisher nur im richtigen Leben. Vielleicht bin ich bei den Leuten im Internet einfach eine Spur zu skeptisch. Ausserdem braucht es viel damit ich eine Bekanntschaft auch Freundschaft nenne. Trotzdem habe ich nette Leute im Internet kennengelernt die ich RL und VL nicht mehr missen möchte. RL ist manchmal etwas schwierig wegen den Distanzen, dafür freut man sich aber um so mehr wenn man sich wieder einmal sieht und nicht nur schreibt.
Ich nutze eine breite Palette der Möglichkeiten, ich bin in zwei Foren aktiv, nutze MSN und ICQ und manchmal IRC. Mobiles Internet kommt für mich nicht infrage. Wenn ich unterwegs bin habe ich anderes zu tun. Lesen zum Beispiel :D
Die Onlinezeit geht bei mir auf Kosten des TV Konsums. Der ist nämlich praktisch bei 0. Ich sage immer dass mir Internet mehr bringt als passives TV schauen. Ich schaue TV nur sehr gezielt. Gute Filme sehe ich mir am liebsten im Kino an. Da ich nicht alleine ins Kino gehe, hat das auch den guten Nebeneffekt die RL Freundschaften zu pflegen.
Der Computer mit Internet Anschluss ist schon ein sehr zeitraubendes Medium. Ich habe jedoch keine Mühe mich davon zu trennen wenns ums ins zu Bett gehen geht. Denn mir geht nichts über eine genug lange Nacht. Am Freitag darfs aber auch mal etwas länger sein wenn ich am Samstag ausschlafen kann.
Magitorius
15.09.2009, 12:48
Also ich sehe solche Foren für mich als netten Zeitvertreib und einen Ort an dem ich Menschen kennen lerne, die sich für die selben Dinge interessieren wie ich. ...
Nun dem kann ich schon mal zustimmen. Allerdings gehe ich noch ein bisschen weiter und würde sagen, dass das Kundtun meiner eigenen Meinung zu den Themen, auch etwas ist, was mich an einem Forum reißt.
Meiner Meinung nach ist das Medium "Internet" ein Mittel zum Zweck, dass bei unsachgemäß übertriebenen Konsum auch ins Negative schlagen kann. Wie sagte jemand so schön?
"Alles was zuviel ist ist ungesund" und das stimmt. ...
Ich verwende das Internet, mal abgesehen vom Fantasy-Forum (http://www.fantasy-forum.net) und einem Weiteren, eigentlich ausschließlich zur Informationsbeschaffung. Gerade in der Schule, oder auch demnächst im Studium kann das Internet eine große Hilfe sein. Auch wenn ich das meiste Wissen trotzdem immernoch aus den guten alten Büchern beziehe.
Ich muss sagen, dass ich solche Aussagen irgendwie etwas gefährlich finde. Natürlich ist es so, dass man im Internet ganz andere Möglichkeiten hat, Kontakte zu knüpfen, als in der Wirklichkeit, in der man den Menschen auch von Angesicht zu Angesicht gegenübertreten muss, aber es birgt dabei immer die Gefahr, dass man die Wirklichkeit komplett hinter sich lässt.
Letztendlich sollte es nämlich so sein, dass das RL das einzig Wahre ist, jedenfalls wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Das Internet ist da für mich eher Mittel zum Zweck, damit man vielleicht anfängt, die Scheu vor Menschen zu verlieren und beginnt, auf sie zuzugehen, aber der Idealzustand ist nunmal, dass ein Mensch in der Lage ist, sich mit anderen Menschen zu sozialisieren und mit ihnen umgehen zu können. Alles andere ist, ohne jemanden angreifen zu wollen, einfach eine Störung der sozialen Fähigkeiten. Und da besteht für mich doch sehr die Gefahr, dass man das komplett vergisst und sich ewig hinter einem Bildschirm versteckt, wenn man beginnt, das als akzeptable Alternative anzusehen. ...
In letzter Zeit sehe ich im Fernsehen oder auch im Internet immer mehr Berichte über Kinder, Jugendliche und manchmal auch Erwachsen, die sich nur noch mit Internet (dann meistens irgentwelchen Onlinespielen) beschäftigen. Eigentlich ist das sehr traurig. Storm hat schon recht, man kann nicht mit Menschen im RL zurechtkommen, wenn man immer nur vor dem PC oder dem Fernseher sitzt. In nächster Zeit werden wir die Wirklichkeit auch noch brauchen, und können uns nicht im PC verstecken. :D
Ich hatte schon Probleme mit meinen Mitmenschen. Aber ich habe mich dann auch dazu überwunden, meine Probleme mit ihnen zu lösen. Einige von ihnen sind heute sogar meine Freunde. Dieser Schritt ist mich auch nicht leicht gefallen. Am liebsten hätte ich mich auch verkrochen. Aber Gott sei Dank hab ich es nicht gemacht.
Gruß
Magitorius
Ich finde das Thema interessant..
Ersteinmal sei zu sagen:
Ich halte nichts von wahrer Freundschaft. Weder im RL noch online. Ich wurde im RL und auch im Internet zu oft enttäuscht und bin es leid. Erwartungen, Enttäuschungen, hintergangen werden, Eifersucht...
Sicher, ich habe "Freunde".. Menschen mit denen ich mich gut verstehe, mit denen ich Spaß haben kann und die ich auch mal mit Problemen nerve. Aber wirkliche Erwartungen in sowas wie WAHRE Freundschaft setzen? Nein.
Das bedeutet im Zusammenhang mit dem Thread 2 Dinge:
1. ich zocke. Besagte "Freunde" gibts hier mehr als im RL, weil sie mit mir mein Hobby teilen.. Onlinegames. Siehe "Spaß haben"
2. ich unternehme nicht oft was im RL. Discos? Ich hasse Discos. Shoppen? Ich hasse shoppen.. es ist nervtötend.. ausserdem teuer, da kauf ich lieber Bücher.
Ich habe exakt eine "gute Freundin", die ich nach meinem Umzug nicht verloren habe. Sie wohnt zwar nun eine halbe Stunde entfernt von mir, aber wir unternehmen öfters mal etwas.. das sieht bei uns aber eher so aus: Europa-park, DvDs, komische Masken ins Gesicht klatschen, nicht aufhören zu reden. :D Selten mal Kino.
Brauche ich mehr "Freunde"? Nein.
Ehrlich gesagt bin ich sogar relativ genervt von dem kompletten Haufen Menschen vor meiner Tür.. diese Unehrlichkeit, dieses Geschleime.. ich finds... einfach abartig *mph* Ich ertrags manchmal einfach nicht.
Gutes Beispiel hierfür sind auch immer Schulklassen.
- Sagen wir einfach ich gehe mit dem Wort "Freundschaft" ebenfalls sehr vorsichtig um -
Ich finde es gibt keinen wirklichen Unterschied zwischen "Freundschaften" im RL oder Online. Jedenfalls nicht wenn man zockt und nebenbei noch im Teamspeak miteinander spricht.
Evtl habe ich auch schon einfach einen zu verwirrten Realitätssinn? Evtl liegt es aber auch nur daran, dass ich damit so zu sagen aufgewachsen bin. ;)
Man weis es nicht.
Meine "RL"-Beziehung..meine erste überhaupt..ging 2 Jahre.
Jetzt habe ich meinen Freund aus dem Internet. Genauer gesagt aus einem Forum zu einem Game bzw aus dem Game selbst.
Er war 2 Jahre lang einer der wenigen Menschen, bei dem ich nicht an seiner Freundschaft zweifelte. Der mich glaube lies, Freundschaft gibt es doch noch. Er war immer für mich da, hat mich in höhen und auch extremen Tiefen gern gehabt, mich aufgeheitert, abgelenkt, zum lachen gebracht.
(Und ja, wir haben uns auch getroffen)
Nun..mittlerweile sind wir auch seit einem halben Jahr zusammen, treffen uns so oft es geht (er wohnt auch nur 1 1/2 Stds entfernt von mir mit dem ICE..aber das liebe Geld) und.. ehrlich gesagt.. sicher vermiss ich ihn öfter als meinen Ex damals.. aber sonst sehe ich da keinen Unterschied. ;)
Ausserdem zieht er nächstes Jahr hier her.. und dann wird daraus eine RL-Beziehung.. wenn mans so nennen mag.
(Insofern ich nicht aus beruflichen Gründen umziehen muss)
Naja, nur meine bescheidene Meinung dazu :p
Zum Thema Foren speziell: ich finde es ist gut dafür, nette Bekanntschaften zu machen, sich auszutauschen etc.. und in manchen Fällen führt das dann eben auch zu RL Treffen.
Dann schreibe ich auch mal was zu diesem doch recht spannenden Thema.
Ich selber nutze das Internet eigentlich ziemlich viel. Da ein Hobby von mir (ich glaub ich habs schonmal woanders hier geschrieben) die Koordination und Organisation einer auf MMO's basierenden erfolgssorientierten Multigaming-Gilde ist und ich somit viel Zeit damit verbringe.
Selber spiele ich mittlerweile keine MMO's mehr, aber der Zeitaufwand im Internet ist immer noch ziemlich hoch. Ich verbinde aber mit diesem Hobby keinesfalls, die dauerende Verstumpfung vor der Glotze oder "ich muss dringend VL-Freunde finden, weil ich im RL keine habe", sondern für mich ist es ein spannendes und interessantes Hobby, wo man mit einer Vielzahl von verschiedener Menschen zusammenkommt, die alle ein Hobby haben und des doch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit verfolgen.
Man kann auch sehen, in unserem Fall ist es mittlerweile so, das durch diese Ernsthaftigkeit und natürlich darf man den Spaß daran nicht vergessen, auch der Erfolg nun da ist. Wir haben einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Szene, verschiedene RL-Treffen, TV-Auftritte, Guides in den Szene-Magazinen und bekommen auch Geld für die Arbeit, die wir leisten.
Ich sehe somit mittlerweile eine Vermischung von RL und VR. Es ist nimmer so, wie seinerzeit zu Ultima Online, Everquest oder Meridian 59 - Zeiten, wo ein solches Hobby nur das einer Randgruppe war.
Mittlerweile sind ja solche Projekte ja zu 99 % über Voicetools vernetzt, somit hat man ja schon mehr Kontakt, als über Chatprogramme (die ich mittlerweile verabscheue, weil man leider so viel falsch über das geschriebene Wort rüber bringen.)
Es ist natürlich nicht dasselbe wie jetzt von Angesicht zu Angesicht, aber dennoch hat es dem schon etwas anderes Flair, wie das Chatten.
Warum soll man nicht, wenn man MMO's, Chatten oder halt das Nutzen von Foren als normal betrachten?
Für Leute, denen das RL vielleicht kleinere Probleme bereitet, finde ich es als einen schönen Ausgleich. Wenn das Mittelmaß gewahrt wird, ist es doch OK :).
Ich sehe es an mir selber immer bissl und auch realen Freunden, die dieses Hobby nachgehen. Wir treiben viel Sport, gehen jedes WE auf Partys und haben so auch an mehr Interesse als am Internet... . Sogesehen kann man das intensivere Nutzen des Internet auch als Akzeptabel einstufen.
MMO's/ der Esport sind ja mittlerweile aktzeptierte Hobby's. WoW hat 12-14 Millionen Kunden und so sieht man schon irgendwie den Trend. :)
Zu dem Thema ob man im Netz wirkliche Freunde finden kann...
Ich glaube, 90 % meiner Kontakte im Internet sind rein dem Zweck dienlich.
Einen Freund kann ich erst als das bezeichnen, wenn ich ihn auch im RL kennen gelernt habe. Das ist meine Theorie. :) Muss aber nicht die Richtige sein ^^.
Alcarinque
16.09.2009, 08:39
Was ich im Zusammenhang immer wieder erlebe und man auch hier bei vielen Beiträgen ganz gut erkennt, ist diese Wertigkeit zwischen RL und VL.
Viele erwähnen wenn sie über VL Kontakte reden immer gleich auch, das sie auch ein RL haben (wäre ja seltsam wenn nicht). Das scheint mir oft eine gewisse Verteidigungshaltung zu sein, da man besonders von Leuten die nichts mit dem Internet zu tun haben (oder solchen die zwar dauernd online sind aber überall mit ihrem sooo viel tolleren RL angeben, was auch immer das soll) sehr oft kritisiert wird, das man wohl keine "realen" Freunde hat und ähnliches, werden die meisten die öfters im Netz sind ja kennen.
Ich sehe eigentlich keinen Grund weshalb das immer noch so klar getrennt wird, für eine Freundschaft muss ich den anderen nicht zwingend im RL getroffen haben und andersrum ist eine RL Freundschaft nicht automatisch besser als eine im Netz.
Zumal heute die Grenzen immer fließender werden, auch mit realen Freunde kann man über Facebook und ähnlichem kommunizieren, und wenn man jemanden im Netz gut kennt wird man sich vermutlich auch irgendwann treffen.
Beides hat natürlich seine Vor- und Nachteile und jeder muss für sich selbst abwägen was ihm wichtig ist.
Melyanna
16.09.2009, 17:19
1. Ich denke, das Internet ist aus dem heutigen gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.
2. Das Internet ist aus meinem Leben nur sehr schwer wegzudenken.
3. Ich denke jeder Mensch erfährt in seinem Leben unterschiedliche Phasen (das hatten wir in diesem Thread schon, oder?), in dem auch RL oder VW (sehr hübsch) unterschiedliche Wertigkeiten einnehmen können.
Ich selbst habe mich lange Zeit in einer Phase der Entdeckung befunden. Kaum war ich mit dem Netz verbunden, war es schwer mich nicht dafür zu begeistern. Meinen PC hatte ich zuvor schon geliebt, danach noch viel mehr.
Diese Begeisterung hatte zur Folge, dass ich im Netz sehr viele Kontakte knüpfen konnte und nur wenige blieben auf das Netz beschränkt.
Ergo - ich hab über das Internet vor 9 Jahren nicht nur meinen Mann, sondern auch einen sehr guten Freund kennengelernt, mit denen ich heute definitiv sehr selten Kontakt über das Netz pflege, sowie eine handvoll weiterer Leute, deren Bekanntschaft ich zumindest nicht missen möchte.
Aber diese Phase war auch irgendwann vorbei. Das Netz ist zwar noch da, aber "früher war eh alles besser" und wirklich Neues hat man auch nicht mehr gefunden. Es gehört zum Alltag, ist aber nicht mehr aufregend und verdient deswegen auch nicht mehr soviel Aufmerksamkeit.
Zugegeben - heute wüßte ich nicht einmal mehr, wie ich wirklich mit Fremden aus dem Netz derart in Kontakt treten sollte, wie ich es früher tat. Geschweige denn den Sprung ins RL mit jenen wagen sollte.
4. Das Internet durchläuft verschiedene Phasen. Ich finde das spannend. Wo ich früher auftauchte, hab ich grundsätzlich und schnell einige Leute getroffen, mit denen ich auf einer Wellenlänge lag. Computerbegeisterte Nerds.. :D Mit der Zeit hat sich das Internet verändert - selbst meine Mutter surft täglich und Schüler frequentieren das Netz sowieso ungemein. Ich denke, diese Verschiebung wird sich auch noch stärker ausbreiten. Als ich meine Oma neulich besuchte, hab ich mich ernsthaft gefragt ob in 30 Jahren auch Seniorenheime standardmäßig einen Internetanschluß in jedem Zimmer haben.
Zudem gibt es immer verschiedene Seiten, Trends etc. die eine größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als andere und damit dem Internet einen gewissen Stempel für diese Zeit aufdrücken. Derzeit ist es für mich die Twitter/Facebook-Zeit... Ich bin weder beim einen noch beim anderen - aber ständig begegnet es einem und gibt mir zumindest so ein gewisses Gefühl von dem, was derzeit einfach "In" ist. Schnell und unkompliziert kommunizieren - meist sogar mit den Daten des RL. "Früher gab's sowas net." :D
5. Ja, man hat Vorurteile der VW gegenüber. Ich selbst merke es, wie schwer es mir fällt zu sagen "ja, ich habe meinen Mann übers Internet kennengelernt". Denn.. irgendwie schwirrt ja doch der Gedanke mit, dass übers Internet sich nur die finden, die sonst keinen finden.. Komisch - ich habe mehrere in meinem Bekanntenkreis, die sich übers Netz gefunden haben, alles keine Vollpfosten - und trotzdem bleibt selbst bei mir dieses Vorurteil.
Ich persönlich glaube, diese Vorurteile werden auch noch ein wenig bestehen bleiben. Sie sind wahrscheinlich entstanden in einer Zeit, wo es einfach noch nicht "normal" war, im Internet zu surfen. Und alles was nicht "normal" ist, wird nunmal mit Vorurteilen belegt. Mittlerweile ist Surfen so normal wie einkaufen und auf irgendwelchen Plattformen wie meinvz, facebook, etc. rumzuspringen gesellschaftsfähig. Also werde diese Vorurteile mit Sicherheit auch über die Jahre abgebaut.
6. Manchmal glaube ich, ich bin süchtig. Nein, manchmal glaubte ich, dass ich nahe an der Internetsucht vorbeigeschrabbt bin. Es ist verlockend, sich in dieser Welt fallen zu lassen - man bekommt Aufmerksamkeit geschenkt, man erlebt Neues, man ist nicht jemand, der in der Masse untergeht.
Hätte ich in meiner Jugendzeit etwas wie WoW gespielt - ich hätte für nichts garantiert.
Aber, trotz der ganzen Reize, ist es doch etwas anderes, mit Freunden im Eiscafé zu sitzen und über vorbeigehende Leute zu tratschen, durch den Wald zu spazieren oder körperliche Wärme zu erfahren.
Körper UND Geist kann das Internet nicht in Einklang bringen, was mich bisher auch von jeglichen Süchten verschont hat. Gesunder Umgang mit dem Medium ist das A und O - wie mit allen Medien, denn wer ist schon gesellschaftsfähig, wenn er sich vor der Aussenwelt versteckt, in dem er die Nase 24 Stunden lang in ein Buch steckt?
7. Ich glaube, das waren jetzt alle Punkte, die mir zu diesem Thema eingefallen sind. Aber keine Sorge.. das ist so ein feines Thema, mit dem ich mich schon so lange beschäftige.. mir könnte da auch ein Gedanken durch die Lappen gegangen sein. ;)
Es fällt auf, dass hier immer wieder von der Wertigkeit verschiedener Kommunikationsformen geredet wird. Dabei fällt weiterhin auf, dass die Kommunikation über das Netz dabei immer recht weit unten angesiedelt wird.
Ich denke, dass hängt auch damit zusammen, dass Internet und PCs allgemein immer nur dann in die öffentliche Diskussion geraten, wenn gerade wieder jemand an einer Schule Amok gelaufen ist und das natürlich nur deswegen, weil er ein Computerspiel gespielt hat. Dadurch ensteht pauschal ein negativer Eindruck, der dann gerne auf alle Kommunikationsformen, die mit dem PC zusammen hängen ausgeweitet wird. Dummerweise diskutieren in der Öffentlichkeit die Ahnungslosen am lautesten. Es wird Zeit dass wir uns da organisieren, um dagegen halten zu können (Piratenpartei ^^).
Ich selbst betrachte die Möglichkeit über das Netz zu kommunizieren einfach als Erweiterung meiner Möglichkeiten. Die Kommunikationsformen, auch die eines Computerspieles existieren per se erst einmal gleichwertig nebeneinander. Sie konkurrieren nur insoweit, dass, wie auch schon erwähnt, andere Medien wie z.B. das TV, einfach aus Zeitgründen weniger werden. (Mein Fernsehkonsum liegt auch bei nahezu 0)
Es hängt für mich nur davon ab, was ich erreichen will. Und ich selbst mache gerade die sehr schöne persönliche Erfahrung, dass ein RL Kontakt hierüber (ursprünglich über dieses Forum...) zu Stande gekommen ist, den ich ohne diese Möglichkeiten niemals gehabt hätte.
Das liegt aber auch daran, dass es mir lange Zeit sehr schlecht ging und ich im RL definitiv nicht dazu in der Lage war, überhaupt mit irgendjemand in Kontakt zu kommen. Eine schrittweise, vorsichtige Annäherung über diese Möglichkeiten kann da schon sehr hilfreich sein ...
Und trotz aller Möglichkeiten: RL hat immer noch die beste Auflösung, die tollste Grafik, es riecht, es fühlt...gegen den Sound ist Dolby Surround ein lahmes Wimmern...etc. und es ermöglicht die direkteste und verlustfreiste Kommunikation überhaupt, eben weil alle Sinneseindrücke verarbeitet werden.
Interessant wäre, wenn es in Zukunft eine Totalsimulation geben wird, die auch alle Sinne bedient.
Was passiert dann mit dem RL?
Vermutlich wird es genauso weiter existieren wie bisher. Einen Effekt wie beim Sport, bei dem durch Bewegung auch körperliche Veränderungen entstehen, halte ich jedenfalls nicht für simulierbar.
Wenn doch, muss man sich die Frage stellen, welchen Sinn das macht...
Dadurch ensteht pauschal ein negativer Eindruck, der dann gerne auf alle Kommunikationsformen, die mit dem PC zusammen hängen ausgeweitet wird.
Das ist nicht das Hauptproblem. Das viel größere Problem ist die Ignoranz und absolute Unbelehrbarkeit, die bei der großen Mehrheit der Personen in, aus gesellschaftlicher Sicht, Führungspositionen sind gegenüber technischen und mit Technik verknüpften Themen. Es geht mehr und mehr polemisch und ohne jeglichen Sachverstand zu. Werden doch einmal technische Fachleute angehört, dann haben diese alle keine Ahnung und werden ignoriert.
Nicht nur Politiker scheinen an der Wirklichkeit vorbeizuleben. Auch unsere Massenmedien drohen den Zug im Internet zu verpassen, wenn sie sich tatsächlich der Musikindustrie anschließen und statt Innovationen zu schaffen lieber ihre alten Geschäftsmodelle wahren wollen, indem erstmal alles Kostenlose gesperrt und dann nur nach Zahlung und der Akzeptanz verbraucherunfreundlicher Regeln wieder verfügbar gemacht wird.
Es hängt für mich nur davon ab, was ich erreichen will. Und ich selbst mache gerade die sehr schöne persönliche Erfahrung, dass ein RL Kontakt hierüber (ursprünglich über dieses Forum...) zu Stande gekommen ist, den ich ohne diese Möglichkeiten niemals gehabt hätte.
Auch so ein schöner Punkt beim Thema Technikignoranz oder -intoleranz, der ein gutes Beispiel abgibt: Man darf sich von der "Generation Offline" immer wieder anhören, dass die Kommunikationspartner übers Internet doch nur virtuell, anonym, nicht real und nicht greifbar wären. Es wird immer so getan, als kommuniziere man mit dem Computer und nicht mit einem Menschen aus Fleisch und Blut, der irgendwo an einem anderen Rechner sitzt, ganz getreu dem Motto "Was ich nicht sehen kann, ist nicht da". Diese Kommunikationsform wird also bereits vorverurteilt, bevor sie überhaupt einmal genutzt wurde. Und genauso läuft es bei vielen technischen Themen und gesellschaftlichen Themen ab, die über das Internet Auftrieb bekommen. Je älter diese Menschen sind, desto schwieriger wird es, ihre Meinung argumentativ zu ändern.
Sowas wie eine komplette Lebenssimulation wird es wohl nur dann geben, wenn auf der Welt ein ähnlicher Zustand wie in Matrix eintritt und ein (angenehmes) Leben fast nicht mehr möglich ist, da es ansonsten keinen Sinn ergibt sein eines Leben durch ein anderes digitalisiertes auszutauschen (außer vielleicht für körperlich behinderte Menschen). Bis dahin wird es wohl weiter um die Optimierung des Alltags durch Technik gehen. Die Smartphone/Minicomputer wie das iPhone sind ein erster Schritt. Sowas ist für einige Leute bereits ein Allroundgadget, um ihre Kommuniation abzuwickeln, Informationen einzuholen oder Dinge im Haushalt zu steuern. Dieses Thema dürfte in den nächsten Jahren an Relevanz gewinnen und damit auch die Relevanz des Internets für bisherige "Offliner". Es wird wahrscheinlich schon bald in einigen Bereichen so sein, dass das Internet gar nicht mehr als solches wahrzunehmen ist. Die Unterhaltungsbranche setzt ja beispielsweise immer stärker auf Internet im Wohnzimmer, was vor ein paaren Jahren mangels Bandbreite und sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten noch gescheitert ist. Möglicherweise lässt sich schon bald der Supermarkteinkauf neben dem Anschauen eines 3D Films vom Sofa aus erledigen ohne das Konzept einer URL, von verschlüsselten Webseiten oder E-Mails zu kennen. Wir werden sehen...
Ich trenne Internet und RL nicht. Kommunikation per Chat und E-Mail ist genauso Teil meines normalen Alltags wie das Telefon oder das gemeinsame Biertrinken im Pub.
Mit Menschen, die ich RL kennengelernt habe, halte ich per Internet Kontakt. Interessante Personen, die im Netz kennenlerne, treffe ich mit Sicherheit auch mal im RL. Nicht das Kommunikationsmittel ist von Belang, sondern die Qualität.
Im Netz ist es unheimlich einfach, sich in völligen Belanglosigkeiten zu verlieren und seine Zeit in oberflächliche Bekanntschaften zu vergeuden. Solang man sich darüber im Klaren ist und seine Kontakte auch bewußt auswählt, finde ich eine künstliche Trennung zwischen Internet und RL sinnlos.
DarkFairy
28.09.2009, 21:09
Hmm also ich hatte noch nie Probleme damit Leute kennen zu lernen. Weder im RL und noch viel weniger im Inet. Und auch wenn ich viel am PC bin, würde ich aber den "echten" Kontakt mit Menschen nicht missen wollen.
Ich habe viele Freunde und bekannte im RL. Und ein paar davon habe ich durchs Internet erst kennen gelernt. Oder zu mindest indirekt, da mir Inet Bekanntschaften ihre Clique vorgestellt haben.
Auf der anderen Seite ist das Internet natürlich eine wunderbare Art in Kontakt zu bleiben, so chatte ich jetz oft mit meinen Freunden aus der Schule, da wir uns jetzt nach dem Abi über halb Deutschland verteilt haben.
Auf der anderen Seite ist das Internet natürlich eine wunderbare Art in Kontakt zu bleiben, so chatte ich jetz oft mit meinen Freunden aus der Schule, da wir uns jetzt nach dem Abi über halb Deutschland verteilt haben.
Da kann ich nur zustimmen, das I-Net hat es erst möglich gemacht, das ich viele gute Schulkameraden wiedergefunden habe. Obwohl die quer durch Deutschland verstreut sind, teilweise sogar quer durch Europa, ist es uns so möglich über alte Zeiten zu plaudern, treffen zu verienbaren überhaupt ohne Probleme in Kkontakt zu bleiben. Eine der schönen Seiten der virtuellen Welt.
liebe Grüße
Allanon
Vermithrax
01.10.2009, 17:01
Internet- und RL-Bekanntschaften sind bei mir nicht strikt getrennt, es gibt eher einen fließenden Übergang. In einigen Fällen habe ich sehr innige Beziehungen mit Personen, die in kilometerweiter Entfernung hinter ihrem PC glucken und ihre Zeit einer gehaltvollen Konversation mit mir widmen. Ich weiß, wem ich aus dieser Gruppe Probleme anvertrauen kann und wem eher nicht, da es jenen eh am A**** vorbeigeht. Aus manchen dieser Beziehungen sind persönliche Treffen hervorgegangen, die nie zu meinem Nachteil verlaufen sind. Eine einstmals Internet-only-Freundin treffe ich regelmäßig für gemeinsame Konzertunternehmungen.
Was das gesellschaftliche Anerkennungsproblem der modernen Kommunikationstechnik betrifft...nun ja, entweder ist man selber Anwender/Nutznießer von Chat, Mail & Co. oder einem erschließt sich einfach nicht die Notwendigkeit dahinter, die viele darin sehen.
So geschehen während eines Praktikums, das ich im Westen Deutschlands durchführte. Von den Bereitstellern meiner Unterkunft bekam ich keinen Internetzugang, obwohl ich nach einer angemessenen Frist darum gebeten hatte und keineswegs von meiner Seite geplant war, diesen Zugang zu missbrauchen (das wurde mir unterschwellig vorgeworfen, schließlich sind alle Menschen von Natur aus schlecht :rolleyes: ). Es hieß nur: "Wenn Sie mal eine Mail schreiben wollen, haben Sie nach der Arbeit Gelegenheit dafür." Prima, ich war aber sage und schreibe 4 Wochen von Zuhause, meinen Foren, meinen realen Freunden und meinen Internetkumpanen weg und das arge Unterhaltungsbedürfnis nicht mit einer popeligen Mail befriedigt! Bei einer Arbeitszeit bis 18:00 Uhr saß man ungern noch länger als nötig im Betrieb. Dass ich in solchem Umfang ans WWW gebunden bin, wollte ich denen dann aber doch nicht auf die Nase binden. Deren Entschluss stand sowieso felsenfest gegen meine Bitte.
Irgendwie hab ich es dann doch ausgehalten, dank abendlicher Telefonate mit meinen Eltern und der besten Freundin. Für alles Weitere musste der Bürointernetzugang vor Feierabend herhalten. :o
Kurzum: Ich möchte meine "elektronischen" Freunde nicht missen, ganz egal, ob mich der Bekanntenkreis deswegen als zurückgezogenes Höhlenkind bezeichnet, das nicht aus seiner Bude rauskommt. Ich trete sehr wohl ins öffentliche Leben, nur will ich über den Zeitpunkt gern selbst entscheiden und gemäß dem derzeitigen Trend meinen Nutzen ebenso aus dem großen Universum des Internets schlagen.
Hallo,
Zuerst mal, ich finde dass ein sehr interessantes und aktuelles Thema. Die Leute die im Internet surfen werden immer mehr bzw. auch die Community-Mitglieder auf verschiedensten Seiten (ala Face book usw.) (kam das nicht alles erst in den letzten paar Jahren?). Und für mich wirds irgendwie immer uninteressanter zu chatten, ich weiß auch nicht. Früher wars einfach da um mit neuen Leuten in Verbindung zu treten, jetzt ist es eher als Kommunikation zwischen Leuten die man eh schon kennt, ist auch in Ordnung und lustig, aber irgendwas stört mich an dem Ganzen. Ich muss sagen, dass ich auch schon seit längerer Zeit im Internet unterwegs bin (einige Jahre) und vor allem immer viel gechattet habe, das mit den Foren ist für mich eher neu. Chatten in dem Sinn, dass man halt mit einer Person konkret schreibt, was man so macht usw. In einem Forum kann man über verschiedenste Themen schreiben und kann sich auch in Ruhe überlegen was man schreibt, das finde ich sehr gut und auch interessant. Nur habe ich über das Thema Internet in letzter Zeit einiges nachgedacht, ich weiß auch nicht, irgendwie wird es immer normaler und verliert auch immer mehr den Reiz, den es einmal hatte früher, als noch alles "neu" war.
Ich habe schon einige wirklich nette Leute im Internet kennen gelernt (und teilweise auch im wirklichen Leben), wo ich auch sehr froh bin, dass ich diese kenne und die ich teilweise anders nie kennengelernt hätte, im Internet schreibt man ja doch sehr viel mit dem Charakter und sieht doch relativ schnell mit wem man schreiben kann und mit wem nicht und das finde ich schon einen wichtigen Aspekt, im wirklichen Leben kommen ja doch viel mehr Kriterien dazu. Vor allem für schüchterne Menschen ist es echt gut, dass es sowas gibt (wie zB für mich früher ;); man schreibt sich ja doch leichter!
Zum Beispiel denke ich da auch die Entfernung. Wenn jetzt jemand irgendwo weit weg wohnt, kann ich ja im Internet doch schnell Kontakt aufnehmen bzw. spielt es keine Rolle, man würde diese Leute sonst viell. nie treffen bzw. kennenlernen. Und man kommt mit viel mehr Menschen in Kontakt als im wirklichen Leben, bzw. lernt diese viel schneller viel näher kennen, so war es halt bei mir. Man kann ja auch mit vielen gleichzeitig schreiben, ohne jetzt einen zu benachteiligen. Das sind ja die positiven Seiten.
Nur finde ich geht das teilweise schon in eine Richtung, die mir nicht mehr so geheuer ist, zB wenn ich jetzt teilweise auf anderen Communitys angemeldet bin, ich sags jetzt mal so, da hat man dann einige Fotos drin, da steht dann teilweise ob man single oder vergeben ist, wie man ausschaut, wo man wohnt, hobbys, halt diese Sachen, doch auch private, und teilweise weiß man ja nicht WER alles das liest und anschaut, und es können ja viele Leute lesen ohne dass man es merkt bzw. ist es viell. auch vielen egal; ich denke ihr wisst schon was ich meine. Gewisse Sachen kann ja jeder wissen, aber halt nicht alles. Ich denke das geht schon in eine Richtung wo viele alles preisgeben ohne nachzudenken und jede x-beliebige Person kann sich das ansehen, ich finde das nicht so gut. Ich halte mich da doch eher bedeckt und sag meinen Nachnamen zb nur wenns unbedingt notwendig ist, sperre fotos nur für Freunde usw.; und so viel weiß man ja doch nie von wem Neuen. Vor allem nervt es mich, wenn es Leute sind, die man eigentl. kennt aber vielleicht mit ihnen nichts mehr zu tun haben möchte oder nie wollte ;-) (von denen kriegt man ja dann noch mehr mit). Im wirklichen Leben ist das doch was anderes.
Und auch Worte die man sagt stehen nicht für immer irgendwo gespeichert... - das ist ja jetzt eigentlich ein Widerspruch in sich, mein Text und dass ich das dann alles "öffentlich" abschicke - aber trotzdem ist es mir ein Bedürfnis das zu schreiben. :)
Dass es mein richtiges Leben beeinträchtigt finde ich nicht, ich empfinde es doch eher als Bereicherung oder Ergänzung. Und die positiven Seiten überwiegen doch noch für mich. *ja*
@ Mila
Das ist mir jetzt beim Schreiben erst ins Auge gesprungen, weils als Erstes stand -
Mila:
Ich hab das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten erst spät entdeckt. Da war ich 14-15
Ich finde das eh nicht soo spät. Ich war glaub ich 13 oder so.
Mila:
Ich versuche auch, mich im Inet nicht zu verstellen. Ich versuche mich so zu geben, wie ich auch wirklich bin. Natürlich klappt das nicht immer und viele Leute haben auch ein völlig falsches Bild von jemandem.
Da ist es mir jetzt ein Bedürfnis dazu etwas zu schreiben - da ja doch jeder selbst mit seinen Gedanken und seinem eigenen Charakter schreibt, finde ich dass dann doch - und vor allem wenn man längere Texte schreibt - der eigene Charakter hervorsticht und dann muss das Bild, dass man vermittelt kriegt von der Person bzw. diese Person kennen lernt ja irgendwie großteils das richtige sein, wenn man sich nicht bewusst verstellt. Und so gesehen kann einem das mit dem falschen Bild auch in Wirklichkeit passieren (ist halt meine Meinung).
So jetzt wirds unwiderruflich weggeschickt das Ganze... ;-)
Liebe Grüße.
Alcarinque
11.12.2009, 08:33
Ich muss sagen, dass ich auch schon seit längerer Zeit im Internet unterwegs bin (einige Jahre) und vor allem immer viel gechattet habe, das mit den Foren ist für mich eher neu. Chatten in dem Sinn, dass man halt mit einer Person konkret schreibt, was man so macht usw. Ich hab früher auch viel gechattet (allerdings meist forenbezogen) aber das scheint leider eine sterbende Sache zu sein, zumindest sind diese nun meist leer und von einem Betreiber wurde mir auch gesagt das die Seite tendenziell eher in die Web2.0 Richtung gehen wird und somit der Chat eh wegfallen wird.
Facebook killt den Chat sozusagen. :D
(Was spricht eigentlich gegen einen Fantasyforum channel im IRC?)
Nur finde ich geht das teilweise schon in eine Richtung, die mir nicht mehr so geheuer ist, zB wenn ich jetzt teilweise auf anderen Communitys angemeldet bin, ich sags jetzt mal so, da hat man dann einige Fotos drin, da steht dann teilweise ob man single oder vergeben ist, wie man ausschaut, wo man wohnt, hobbys, halt diese Sachen, doch auch private, und teilweise weiß man ja nicht WER alles das liest und anschaut, und es können ja viele Leute lesen ohne dass man es merkt bzw. ist es viell. auch vielen egal... Da schreibst du was. Das man sich keine Sorgen um Datensicherheit macht fällt mir in letzter Zeit auch immer wieder auf, verstärkt bei jüngeren Leuten.
Klar, wenn man längere Zeit in einer Community ist und viele schon persönlich kennt, verschwimmen die Grenzen zwischen VL und RL etwas, aber man sollte sich immer auch bewusst sein, das JEDER zugriff aufs Internet hat.
Vor Facebook gab es z.B. kaum eine Möglichkeit mich zu finden, wenn man meinen RL-Namen eingegeben hat (macht das mal bei Google, kann erschreckend sein), nun gibt es ein paar Punkte anhand derer man vielleicht vom einen auf den anderen schließen kann, allerdings müsste man sich da schon sehr bemühen.
Es soll ja auch geschehen das Personaler bei einer Bewerbung zuerst mal nach den Namen im Netz suchen und es soll vorgekommen sein das man einen Job aufgrund von öffentlichen (!!) Saufbildern im StudiVZ nicht bekommen hat...
Das liegt aber auch daran, dass es mir lange Zeit sehr schlecht ging und ich im RL definitiv nicht dazu in der Lage war, überhaupt mit irgendjemand in Kontakt zu kommen. Eine schrittweise, vorsichtige Annäherung über diese Möglichkeiten kann da schon sehr hilfreich sein ...
Diese Möglichkeit vergessen wirklich viele. Da wird immer von "Vereinsamung" gesprochen... aber das hängt nur davon ab, wie man es angeht.
Ich zB bin ziemlich schüchtern, das war früher noch schlimmer. Habe auch sehr wenig gesagt, war verschlossen...
Aber dann habe ich mich auf einem Forum angemeldet (politische und gesellschaftliche Themen).
Der Vorteil von Foren: Man kann sich ganz genau überlegen was man schreibt, bevor man es postet, man kann immer nebenher recherchieren, man wird nicht unterbrochen.
Das waren bei mir im RL immer Nachteile... ich diskutiere gerne, aber mir gehen schnell die Argumente aus, da ich die viel vorsichtiger formuliere und immer auf die Meinung des anderen eingehe. Damit kann man in einer normalen Diskussion nicht lange durchhalten, auf einem Forum ist das leichter.
Somit bin ich aber nun in der Argumentation viel sicherer geworden und kann inzwischen viel besser zu meiner Meinung stehen.
Außerdem fällt es mir im VL leichter, offener zu sein, auf andere einzugehen. Sollte was schiefgehen - wenn man nicht gerade mit privaten Informationen um sich geworfen hat, kann man sich einfach abmelden und fertig.
Man kann also den schlechten Konsequenzen leicht aus dem Weg gehen, und die guten (die meistens überwiegen) bekommt man mit.
Hat man erstmal mit Offenheit gute Erfahrung gemacht, fällt die einem auch im RL leichter.
Bei mir hat das Internet sicherlich nicht zu einer Verarmung der sozialen Kontakte geführt. Ich bin sowieso mehr Einzelgänger - früher habe ich stattdessen eben Bücher gelesen. Da würde ich sagen, dass das Internet unter Umständen besser ist als Bücher. Denn wenn ich im Internet bin, verbringe ich die meiste Zeit davon auf Foren, wo ich neue Leute und Meinungen zumindest virtuell kennen lerne und, wie oben beschrieben, eine gewisse Offenheit lerne sowie zu meiner Meinung zu stehen.
Zuviel Privates gebe ich dabei nicht von mir preis - damit bin ich ziemlich vorsichtig.
Wo also sollte da ein Problem liegen?
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