Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lyrik Feuerfluegels Gedichtesammlung "Fremdes Leben"
Feuerfluegel
24.06.2009, 14:08
Ich habe jetzt hier schon so viele schöne Dinge gelesen, dass ich mal den Mut aufbringen wollte, auch ein oder zwei von meinen Gedichten hier zu veröffentlichen.
Ich hänge sehr daran und wünsche mir durchaus eine Menge Feedback, gerne auch Knallhartes... :)
Ich habe den Titel: "Fremdes Leben" gewählt, da ich für mich in meinen Gedichten immer kleine fremde Welten erschaffe... :)
1.
Katzen am Cimetière Montmartre
Sind wie Schatten
Im düstern Zwielicht der Gräber
Allein in Gesellschaft der Ihren und der Asche
Wächter der Toten
Über die sonst nur Engel wachen
Katzen am Cimetière Montmartre
Sind wie Geister
Nur dann da
Wenn sie Pfeile ihrer Blicke durch dein Herz jagen
So sind Katzen am Cimetière Montmartre
Allwissend
Hören sie doch die Klagen der Gestorbenen
Als auch die derer die sterben werden
Die sich widerspiegeln
Im unendlichen Glanz grüner Diamanten
Unergründlicher Gesichter
Die auf Samtpfoten kommen
Und auf Krallen gehen
Katzen am Cimetière Montmartre
Sind wie Brücken
Die wir verständnislos betrachten
Und die uns zu ungewiss sind
Als sie zu überqueren
Brücken zwischen denen und denen die Leben
Vertrauten wir ihnen unsere Tränen
Würden die Engel sie weinen
Denn sie wären Boten die bringen
Brennende Traurigkeit zu denen die geliebt waren
Katzen am Cimetière Montmartre
Machen uns Angst
So bleiben viele Tränen ungeweint
Und die Toten allein
6. Januar 2007
Heilige drei Könige
Cimetière Montmartre, Paris
2.
Totenklage
Dass du bist, so bist am Grabe
Von Treue getrieben schwer
Und kehrst, und kehrst von Liebe
Von weiter Reise her
Vergangen, vergangen die Tage
Durch Treue gefolgt durch die Zeit
Vergingen, vergingen die Tage
Von ewig währendem Leid
Und Träne um Träne verkümmert
Der Sehnsucht jeher zugetan
Und Träne um Träne wimmert
Mit Engeln gen Himmel zu fahren
Und fragt und fragt so die Nächte
Und erhältst doch Antworten, nein
Und liebst und liebst so die Nächte
Sich weigern im Lichte zu sein
Dass du bist, so bist am Grabe
Von Zweifelt zerfressen, allein
Du warst, so warst von Liebe
Erfüllet im Herzen dein
Dass es seufzt , so seufzt das Grabe
Um Menschen die stille sind
Und weint, beweint die Klage
Und seufzt hinein in den Wind
4. Februar 2007
3.
Kältetod
Von Tannen gesäumt
wankte ein Mann
auf schneeweißen Feldern
kommt er heran
Ich hab ihn gesehen
in jener Nacht
ein klägliches Flehen
nur ihm zugedacht
und glaubt er noch
er könne entrinnen
die bittere Kälte
raubt ihm die Sinnen
Der Schlaf hob aus
er greifet ihn an
und fället hernieder
den armen Mann
Dort liegt er seit jeher
leblos erstarrt
dort hat er bis heute
ausgeharrt
Man trägt ihn von dannen
sie liebte ihn sehr
die Tränen der Wangen
gefroren und schwer
Sie küsst seine Lippen
die Toten, so bleich
sie folget ihm,
dem Liebsten zugleich
31. Oktober 2008
4.
Es geht mir so aus dem Geist
Träge Apathie hinter geschlossenen Lidern
Macht blind und taub mich
Für all das
Außer meinen Träumen
Rasch, rasch verliert sich
Der stumme Gedanke
Hinter bewölkter Stirne
Dem Unmut frönend
Und kennt nicht mehr Sinn und Geleit
An eines Menschen Temperament
Kümmert sich dennoch nur wage
Und schweigt und schläft
Und weckt ihn nicht weniger
Als ein Gesicht einer wunden Liebe
Und erkennt gleichwohl freier
Dass es ihn nicht gibt,
den unlebendigen Verstand
Fragt sich denn dein nicht
Nach Zweck einer Taten Zuversicht
Lebt und liebt in Zweitracht
Und ist und webt als Eins
24. September 2006
5.
Der Handel
Der Soldat: Und bin in plötzlichem Sinne
Mitunter in Folter und Leid
Möge es gereichen zu meinem Gewinne
Zu einer Einigung bereit
Die Gestalt:
Ich sehe,
berichtige, wenn ich fehle
du schlägst vor einen Tausch
tauschst Leben gegen Seele
vergehst in unweigerlichem Rausch
Der Soldat: Und wahrlich ist dein Munkeln
Gleich hier in pechgetränkter Nacht
Seh ihn dennoch in dir funkeln
Den Trieb der unbegrenzten Macht
Die Gestalt:
So heb ich das Schwert dir an die Kehle
Und eines werd ich geben
Ich geb dir deine Seele
Und nehm dafür dein Leben
Der Soldat stirbt, scheidend hin
Es leuchtet die Ehre in seinem Gesicht
Denn seine Seele sei Gewinn
Denn Seelen sterben nicht
...
6.
Undankbarkeit
Ist wie das Kratzen in der Kehle
Derer Menschen die man liebt
Ist wie das Salz in der Wunde
Derer Menschen die einem wichtig sind
Ist wie das Brennen im Blick
Derer Menschen
Die dein Herz am Schlagen halten
Ist wie ein ungehörtes Gebet
Wie ein Schlag auf die Schläfe
Ungeweinte Tränen
Alles Schall und Rauch
Umsonst alle Bemühungen
Bittere Schokolade
Eine gewollte Lüge
Verdorrtes Gras
Und letztendlich
Wie Asche im eigenen Mund
20 Juli 2006
San Piero
Italien
PaganPunk
24.06.2009, 18:46
Zu den Katzen: Gefällt mit ehrlich gesagt nicht außer von der Melodik her. Das Versmaß ist durch die formale Wöterreihenfolge gewöhnungsbedürftig, aber nun gut.Und ich persönlich mag keine Gedichte mit geographischen Motiven.
Die Totenklage: Gefällt mir sehr gut, nur dass mich der Inhalt nicht so anspricht, aber dass ist ja rein subjektiv.
Kältetod: Mein absoluter Liebling von deinen Gedichten! Hab selten ein Gedicht gelesen von dem ich auf anhieb so begeistert war. Hat mich berührt und konnte mich sehr gut hineinversetzen.
Es geht mir so aus dem Geist: Hat eine sehr schöne Melodie, aber ich kann mit dem Inhalt überhaupt nichts anfangen, hab auch ehrlich gesagt nicht verstanden worum es geht.
Der Handel: Hat mir auch vor allem inhaltlich sehr gut gefallen und gefällt mir auch insgesamt ziemlich gut.
Undankbarkeit: Gefällt mit das Thema auch wieder nicht, aber von der Wortwahl und Zusammenstellung ist es ein recht schönes Gedicht.
Simon the Sorcerer
24.06.2009, 21:07
Soo...
erstmal was mir nicht so gut gefällt:
"Undankbarkeit" hat mir eig. nicht so gut gefallen, es ist gut geschrieben und liest sich flüssig, doch es berührt mich nicht.
Genauso ergeht es mir bei "Kältetod", ist mir einfach zu... nichtssagend...oder leer...
"Es geht mir so aus dem Geist" sehr schwierig... wenn ich ehrlich bin habe ich es wohl einfach nicht verstanden. Vom Sinn her zwar schon, doch die Worte ergeben kein ganzes für mich
Natürlich dreht es sich hier um reine Subjektivität...
Was mir hingegen sehr, sehr gut gefallen hat waren folgende Gedichte:
"Katzen am Cimetière Montmatre" ein wundervolles Gedicht, nicht nur weil ich Paris, Katzen und Monmatre liebe, nein weil es mich dazu bewegt hat es öfters und vor allem laut zu lesen. Ich konnte die Katzen und den Friedhof vor meinem geistigen Auge sehen. Einzige "holprige" Stelle ist die mit den Engeln und den Tränen, es past irgendwie nicht dazu und liest sich etwas stockend auch beim 2ten mal...
"Totenklage" bei diesem Gedicht, hatte ich wirklich das Gefühl von Trauer. Es fast wirklich sehr gut die Empfindungen zusammen, die ich hab wenn ich an einem Grab stehe und um einen Menschen trauere...
"Der Handel" davon bin ich absolut begeistert. WOW, das könnte genau so als Einleitung eines Fantasyromans stehen. Ich wurde sofort an Ritterlichkeit und Ehre erinnert, an Helden aus Büchern mit stolz gerecktem Kinn. Einfach Uuuhhaaa !
Das war mein Fazit... ;)
Grüße
Koboldkind
24.06.2009, 21:33
Dann will ich mich mal an meine erste Gedicht-Kritik wagen. ^^
Katzen: Da dieses GEdicht sehr an diesem Ort hängt, da du es anscheinend dort geschrieben hast, ist der Ortsbezug okay. Ich habe das Bild, dass dieser Friedhof noch verwilderter ist. Allerdings sind die letzetn vier Verse der vierten Strophe vewirrend. Unklar.
Totenklage: Da war ich im Lesen noch nicht so drin, daher hat es sich mir nicht ganz geöffnet, aber davon ab liest es sich schon sehr schwarz, schön und leidig. Der Rythmus der ersten und dritten Zeile hat mir sehr gut gefallen.
Kältetod: Da musste ich einmal lachen, weil ich von Strophe 5 bis 6 gedacht habe, es handelt sich hier um Ötzi ^^
Es geht mir so aus dem Geist: Es liest sich schön, der Gedanke dahinter bleibt mir jedoch verschlossen. Oder beschreibt der Titel den Zustand, aus dem dieses Gedicht entstanden ist? Dann erklärt sich auch der Inhalt :D
Der Handel: Da gefiel mir die Form sehr. Eignet sich wunderbar zum Wechselsprechen. Und auch die Geschichte ist schön tragisch und schön philosophisch(wollte nicht moralisch schreiben, irgendwas dazwischen wohl)
Undankbarkeit: Volle Punktzahl. Meine absolute Begeisterung:)
Dann mal ein paar Worte dazu:
"Katzen am Cimetière Montmartre" gibt eine bemerkenswerte Stimmung wieder. Katzen, Friedhof, Melancholie und Tod sind eine inhaltsreiche Unterlage für so ein beschreibendes Gedicht.
"Totenklage" finde ich aus dieser Sammlung am ansprechendsten. Die Wiederholungen in jeder 2. Zeile geben dem Gedicht einen gewissen Schwung und auch etwas wehmütiges. Hat das ein klassisches Vorbild?
"Undankbarkeit" wirkt auf mich wie aus einem konkreten Anlass geschrieben. Das benutzt eine Reihe so starker Bilder, dass es auf mich mehr den Eindruck macht, als hättest du dir einen Frust von der Seele geschrieben, als einfach nur eine Stimmungsbeschreibung versucht.
Lass mich zunächst sagen, dass ich keine Ahnung von Metrik habe. Ich kann lediglich sagen, ob ich beim Lesen des Gedichts aus dem Takt gekommen bin, oder nicht. Und hier scheinst du offenbar gute Arbeit geleistet zu haben, denn ich konnte mir alles wunderbar flüssig vorsingen (ich lese Gedichte grundsätzlich laut und im Halbgesang) ohne irgendwo zu stolpern.
Aber kommen wir lieber zu Dingen, über die ich wirklich urteilen kann:
Katzen am Cimetière Montmatre
Auch wenn ich mir jetzt damit sicher viele Feinde mache: Ich hasse Katzen.
Sie sind egoistisch, untreu, manipulativ und unheimlich. Aber meine persönliche Abneigung soll nicht darüber hinweg täuschen, dass ihre Darstellung als mystische Wächter der Toten durchaus seine Reize hat.
Das Gedicht bietet einige Metaphern, die jeder wohl auf seine Weise interpretieren würde. Doch bei dieser hier, würde ich gerne von dir wissen, was du gemeint hast:
Die auf Samtpfoten kommen
Und auf Krallen gehen
Es ist kein Kritikpunkt, sondern reine Neugierde.
Totenklage
Dieses hier hätte ich anders gemacht. Ich hätte weniger von der Trauer gesprochen und noch weniger von dem Leid, sondern vom Nebel und Vergessen. Ich hätte die Süße des Schlafs gepriesen und die Gleichgültigkeit für die Hinterbliebenen gezeigt. Hier sieht man, wie unterschiedlich Empfindungen zum gleichen Thema sein können.
Ich kann deiner Totenklage wenig abgewinnen. Sie spiegelt nicht meine Gefühle wieder und ich kann die Bilder nicht berühren, die deine Worte malen.
Kältetod
Ein schönes Szenario. Aus wessen Sicht schreibst du da? Aus der Sicht des Winters? Würde ich gerne wissen.
Es geht mir so aus dem Geist
Das, meine Liebe ist kein Gedicht, dass ich so ohne weiteres interpretieren kann. Dazu werde ich Tage brauchen.
Es ist sehr gelungen, zumindest in meinen Augen. Im Grunde ist dieses Gedicht ein Puzzle, dessen einzelne Teile von dem Leser beliebig angeordnet werden können, sodass jedes Mal ein neues Bild entsteht.
Mal sehen, welches ich raus bekomme. ;)
Der Handel
Ich rede einfach so ins Blaue:
Der Soldat wurde gefoltert, auf dass er seinen Herren verriete. Doch dieser wollt nicht verlieren seine Seele, indem er seine Ehre befleckte. Und so bot er dem Peiniger sein Leben, um dafür seine Ehre und damit auch seine Seele behalten zu können.
Wie weit bin ich vom Gemeinten entfernt? ^^“
Undankbarkeit
Mit den meisten hier gewählten Bildern bin ich nicht einverstanden. Besonders mit diesem hier:
Ist wie ein ungehörtes Gebet
Diese bleiben immer ungehört. Der Trost liegt im Gebet an sich und nicht in der Tatsache, dass jemand darauf antwortet.
Insgesamt sagt mir das Gedicht nicht zu. Es klingt wie zusammengeklebt. Die Gedichte davor hatten sehr viel mehr .... Substanz.
Feuerfluegel
25.06.2009, 18:50
Ich danke euch allen für euer Feedback.
Ich war wirklich sehr überrascht, dass es tatsächlich so viele unterschiedliche Meinungen zu den verschiedenen Gedichten gegeben hat.
Ich war wirklich gespannt. Und ich war positiv überrascht, dass ich nun doch nicht soooo schlecht abgeschnitten habe, eurer Meinung nach. Das macht Mut meine kleine Sammlung hier noch ein wenig zu erweitern und natürlich würde ich mich auch hier über eure Meinungen freuen.
Nun noch ein zwei Worte zu jedem persönlich:
Ich fange mit dir, PaganPunk, an, da du der erste warst, der meine Gedichte kommentiert hast. Ein riesiges Dankeschön an dich:
Katzen: Ich mag sehr gerne Gedichte lesen (und schreiben) bei denen auch ein Ort eine Rolle spielt, weil es für mich immer spannend ist zu erfahren, wie andere eben diesen Ort wahrnehmen. Aber alles ist irgendwo subjektiv. ;)
Totenklage: Zu diesem Gedicht muss ich sagen, es war quasi eine Auftragsarbeit. Ich sollte ein Gedicht schreiben (ohne Vorgaben) für den Musikunterricht. Die einzigen Auflagen waren, dass eine Emotion dargestellt werden sollte, die musikalischen und durch ein Schattenspiel darstellbar waren. Zumindest ist das gelungen.
Kältetod: Hier war ich sehr gerührt von deiner Kritik und habe mich selten so sehr gefreut. Danke.
Geist: Irgendwie war es auch meine Intention etwas geheimes zu schaffen, mit dem man sich beschäftigen muss, und bei dem nicht sofort ersichtlich ist, was es eigentlich bedeuten soll. Für manche mag das den Reiz ausmachen.
Handel: Auch hier danke für deine positive Kritik, das macht Mut.
Undankbarkeit: nun gut, dass dir der Inhalt nicht gefällt, ist ja nicht so schlimm. Immerhin scheine ich es dennoch künstlerisch ein wenig versüßt zu haben ;) Danke!
Dann zu Simon, den armen Kerl den ich ja schon quasi genötigt habe mir ein Feedback zu hinterlassen. Auch dir danke!
Undankbarkeit: Es ist jemandem gewidmet, der sehr genau wusste, was es bedeuten soll, dieser jemand war berührt. Trotzdem danke.
Kältetod: Kennst du das Lied „die goldene Kette“ von Schandmaul? Es gibt da eine Zwischenmelodie, auf dieses Versmaß ist es angepasst. Es ist also sogar singbar ;)
Geist: Schade, ich hatte gehofft, dass es dir gefällt.
Katzen: Danke dir für deine sehr positive Kritik. Sie Szene, die du kritisiert hast, sollte eigentlich so eine Art Feedback zu dem Rest sein. Die Wirkung die sich aus dem vorherigen ableitet. Eben deshalb ist sie sprachlich und inhaltlich vom Rest abgesetzt.
Totenklage: schön, dass es dich berühren konnte. Das ist doch immer das größte Lob
Handel: auch hier war ich ganz aufgeregt bei deiner Kritik. Habe mich sehr sehr gefreut.
Als nächstes an Koboldkind. Ich fühlte mich richtig geehrt, dass du mir deine erste Gedichtkritik widmest. Danke.
Katzen: Mit diesen Versen wollte ich die Tränen der Trauer ausdrücken, die Tag für Tag an Friedhöfen geweint werden, die niemand wahrnimmt, außer die Katzen. Die Katzen als Wächter oder Boten geben die Tränen an die Toten weiter. Hoffe es ist nun ein wenig klarer als zuvor.
Totenklage: Am Rhythmus habe ich lange gefeilt. Schon, dass dir ein Teil davon gefällt.
Kältetod: Ne es war nicht Ötzi. Ich kannte nur mal eine Legende wie der Berg: Toter Mann, zu seinem Namen gekommen ist. Und da es gerade eiskalt draußen war, kam mir die Idee zu dem Gedicht.
Geist: So ein bisschen, ist der Titel auch Grund für das Gedicht. Schöner Bezug. :)
Handel: Hab mich bemüht die Form auch im Forum beizubehalten. Es soll schon deutlich werden, dass hier zwei Personen sprechen.
Undankbarkeit: Danke für deine lieben Worte. Haben mich sehr berührt.
Sueno, auch dir großen Dank, für deine Kritik.
Katzen: Da war ich sehr froh, dass es dir gefällt, dir als Sprachenliebhaber ;) Und ich habe mich bemüht alle Schreibfehler auszumerzten, danke, dass du mich darauf hingewiesen hast.
Totenklage: Mag sein, dass es dazu eine klassische Vorlage gibt, Wiederholungen sind nun mal ein lyrischen Stilmittel, aber mir fällt auf Anhieb kein Gedicht ein, dass sich auf diese Weise dieser Form bedient. Aber schön, dass es dir gefällt.
Undankbarkeit: Ist tatsächlich aus einer bestimmten Situation heraus geschrieben. Nur war ich es, in diesem Fall, die undankbar gewesen ist. Und der Bruch der dadurch in dieser Freundschaft entstanden ist, hat mich tief getroffen.
Auch dir grey vielen Dank für deine doch sehr ausgiebige Kritik, habe ja gesehen, dass du dir recht viel Zeit dafür genommen hast, eine ehrliche Meinung zu verfassen.
Katzen: Das diese Tiere in der Tat „egoistisch, untreu, manipulativ und unheimlich“ sind mag ich gar nicht bestreiten, vielleicht mag ich sie deshalb so gerne. Bestimmte Eigenschaften passen in dieses Bild. Katzen kümmern sich am liebsten um sich selbst. Deswegen vielleicht auch die Verse, die du angesprochen hast.
Samtpfoten: Diese putzigen, flauschigen Geschöpfe, die man gern mal streicheln möchte
Krallen: Sie kommen, maunzen lieb und bohren dir dann mit einem Grinsen ihre Krallen in die Arme. Eben diese Zäsur zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit machte für mich den Reiz aus.
Totenklage: Ich denke wir nehmen Trauer, bzw. den Tod einfach anders war. Für den Toten mag es eine Erlösung sein, da gebe ich dir Recht, aber ich wollte die Gefühle darstellen, die ein Hinterbliebener empfinden mag, der sich sehr eng verbunden fühlte mit dem Toten.
Kältetod: Hm, eher aus der Sicht eines unsterblichen Erzählers, vielleicht auch aus der Sicht eines Berges, der ewig dort stand und alles beobachten, niemals eingreifen kann und der zwar alles wahrnimmt, dabei aber selbst nicht involviert ist.
Geist: Schön, dass es dich „fasziniert“ und dass es dich nachdenklich stimmt. Ich werde nun nichts weiter dazu sagen, denn auch ich bin gespannt, was du dabei heraus bekommst.
Handel: Vielleicht gar nicht so weit weg. Ich habe dem zweiten Sprechenden mit Absicht keine richtige Bezeichnung gegeben, sondern nur „die Gestalt“. Weil so kann es Peiniger, Dämon, Gott oder Tier sein. Von der Szenerie her aber richtig. Der Mann wird gefoltert und bietet einen Deal an. Er behält seine Seele und gibt dafür sein Leben, weil er weiß, dass er so mehr gewinnen kann.
Undankbarkeit: Wie sehr sich doch Meinungen unterscheiden. Faszinierend. Und zum Gebet ist nur zu sagen, je nachdem was man glaubt, wird ein Gebet erhört, wenn auch nur von einem anderen Menschen. Vielleicht hätte ich Gebet durch das Wort „Flehen“ ersetzen sollen.... Jetzt hast du mich nachdenklich gemacht. Ich werde mal darüber nachsinnen....
Juhu! Gedichte von feuerfluegel! Da muss ich mir die doch auch mal durchlesen ;-)
Zugegeben, eigentlich lese ich nicht gerne Gedichte. Liegt vielleicht daran, dass ich sie in der Schule immer falsch gedeutet habe :D
Aber es ist doch was anderes, wenn sie von Personen geschrieben wurden, die man kennt :)
zu Katzen am Cimetière Montmartre
Das ist mein Lieblingsgedicht :D
Erstens, weil es um Katzen geht .Ich liiebe sie einfach und lese auch gerne über sie. Dann gefällt mir deine Wortwahl und der "Aufbau" des Gedichts. Die erste Zeile des Gedichts wiederholt sich, es gibt immer eine Verbindung zwischen den Strophen und das gefällt mir einfach. Es hört sich wunderschön an und ist angenehm zu lesen.
Zu Totenklage
Gefällt mir nicht so gut wie das vorherige. Kann aber nicht genau erklären, warum. Vielleicht liegt es an der Wortwiederholung. Aber ich finde es klingt nicht so schön, wie zB das Katzen-Gedicht.
Zu Kältetod
Gefällt mir sehr, sehr gut!
Es reimt sich, ohne, dass es künstlich wirkt. So, als wäre es dir ganz leicht von der Hand gegangen. Die kurzen, knappen Strophen sind auch angenehm zu lesen.
Zu Undankbarkeit
Mochte ich auch. Hat sich sehr von den anderen unterschieden und ich finde gut, dass es sich immer wieder direkt auf den Titel bezieht.
RickyLee
31.10.2009, 09:58
Hallöchen!
Passend zu Halloween ist das erste Gedicht, das ich erwische, eins über Katzen am Friedhof...
Die auf Samtpfoten kommen
Und auf Krallen gehen
Lieblingsvers ^^
Ja, also, was könnte man zur Kritik anbringen... es ist ja so, dass die Lyrik inzwischen fast so frei wie Prosa ist. Ich meine: Es darf sich reimen, muss aber nicht, es darf ein Versmaß haben, muss aber nicht... Von daher kann man die Form nicht kritisieren. Und das ist auch wirklich nicht nötig.
Mir persönlich gefallen sich reimende Gedichte besser.
Mir gefällt das Gedicht, nur finde ich, dass innerhalb des ganzen ein kleiner Bruch in der Erzählung ist: Anfangs sind die Katzen noch tatsächliche (aber mystische) Tiere, die zu sehen, zu hören, zu fühlen sind.
In der letzten zwei Strophen brichst du dieses Schema, da werden aus den Katzen Metaphern für eine größere Sache. (Es würde wenig Sinn machen, diese Strophen buchstäblich zu interpretieren.)
Das ist an und für sich eine gute Idee, für mich ist der Übergang zu holprig.
Auch wenn das nun nicht so rüberkommt: Mir gefällt das Gedicht sehr und ich finde, dass es daran wirklich sehr wenig auszusetzen gibt. Schön atmosphärisch, düster und schön formuliert ^^
Zu Totenklage:
Toll, es reimt sich! :D Die Wiederholungen sagen mir auch sehr zu, es bekommt dadurch so eine "Wiegenlied-Struktur", die sich herrlich mit dem Inhalt vereinigt und eine unheimliche Melancholie aufkommen lässt.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich das Gedicht auch eher berührt hat. An einer Stelle holpert man beim Lesen allerdings:
Und Träne um Träne verkümmert
Der Sehnsucht jeher zugetan
Und Träne um Träne wimmert
Mit Engeln gen Himmel zu fahren
Mein Verbesserungsvorschlag wäre:
Und Träne um Träne verkümmert
Der Sehnsucht zugetan
Und Träne um Träne wimmert
Mit Engeln gen Himmel zu fahr´n
Nicht dass ich da Mitspracherecht hätte. Ich finde nur, irgendwie liest es sich dann flüssiger.
Kältetod:
Nö... wie süß. Und wie traurig. Reimschema perfekt, eine schöne Geschichte. Und ich hab auch ein wenig Gänsehaut gekriegt. Und das triffts auch: Eine kurze, aber schöne Ballade. Sehr klassisch.
Okay... ich komm später auf deine anderen Werke zurück! Besonders "Es geht mir so aus dem Geist", muss ich erstmal durch meinen Geist gehen lassen...
haha...
Flachwitz -.-"
Totenklage ist immer noch mein absolutes Lieblingsgedicht, sei es von "professionellen" Dichtern oder Amateuren.
Undankbarkeit mag ich gar nicht. Weder mit der inhaltlichen, noch der sprachlichen Seite kann ich irgendetwas anfangen.
Der Handel find ich gagegen wieder gut. Es mag an dem Thema liegen und/oder an der Form, abe da kan ich mich recht gut reinversetzen.
Ich dachte eigentlich, ich hätte mich schon zu deinen Gedichten geäußert... :)
Nun, dann halt jetzt:
Katzen am Cimetière Montmartre: sehr stimmungsvoll, das geht richtig unter die Haut. Ich kann die Katzen und den Friedhof sehen, die Atmosphäre spüren. Das Gedicht verursacht bei mir eine angenehme Gänsehaut. Es ist fast perfekt...
Dagegen kann ich mit Totenklage gar nichts anfangen. Der pathetische, selbstmitleidige Ton berührt mich nicht. Ist nicht mein Geschmack.
Kältetod: Gefällt mir wieder viel besser, der Ansatz ist sehr gut, aber das Gedicht müsste überarbeitet werden. Es wirkt noch unausgereift, die Sprache ist holprig.
Es geht mir so aus dem Geist: Das ist für mein Empfinden ein viel zu sperriger Titel für dieses aussagekräftige und schöne kleine Kunstwerk. Allerdings verstehe ich den Schluss nicht. Kann es sein, dass da in der ersten Zeile des letzten Verses ein Wort fehlt?
Der Handel: wieder nicht mein Geschmack. Berührt mich überhaupt nicht. Wahrscheinlich lassen mich Themen wie Soldaten und Krieg einfach kalt.
Undankbarkeit: in diesem Gedicht spürt man als LeserIn, dass es mit Herzblut oder unter dem Eindruck ganz starker Emotionen geschrieben ist. Es berührt mich sehr.
Generell zu allen Gedichten, unabhängig vom Inhalt: falls du je an weitere Veröffentlichung denkst, solltest du dich noch auf Fehlersuche, vor allem in Bezug auf Grammatik, begeben ;)
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