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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Religion/Kulte und Glaube der Fantasy


Tzulanor
03.07.2009, 18:21
Hallo alle zusammen,

wenn ihr euch Gedanken über die Religion der Fantasy macht, denkt ihr da eher an einzelne Gottheiten oder ein ganzes Pantheon? Ist es ein Gott mit einem Pantheon an anderen Wesen (z.B.: Engel)? Sind es Naturgeister, die Ahnen? In welche Kategorien teilt ihr ein Pantheon ein? Wie wichtig sind euch die Elemente (Feuer, Luft ...), oder fügt ihr welche hinzu?

Ich persönlich nehme als mein Lieblingsprinzip die Katholische Kirche im Mittelalter + Fantasy. Heißt: Es mag der "richtige" Pfad sein, doch auch dieser Hohe Orden hat dunkle Seiten - mein Lieblingsbeispiel ist die Inquisition. Allein das Wort entzückt mich schon und viele andere auch!

Wenn ich in meiner Rollenspielrunde das Wörtchen Inquisition/Inquisitor fallen lasse, werden sie auf einmal ganz ruhig und zahm wie kleine Hündchen. Ich denke, weil sie auf einen als unstürzbares Monument des Gesetzes wirkt, dass vor niemandem Halt macht - koste es was es wolle.

Ich bin gespannt auf eure Antworten! DANKE!

PaganPunk
04.07.2009, 06:31
Ein Freund schreibt auch und er hat sich am nordischen Pantheon orientiert. Er hat die Aspekte der Götter beibehalten und das Geschlecht (was ich sehr interessiert finde) und den Namen geändert.

Prinzipiell gibt es bei mir Monotheismus und Polytheismus, da ist jedes Projekt anders. Meistens ist bei mir die Religion nicht so wichtig.

Mithras
04.07.2009, 13:23
Es gibt viele verschiedene Kultute und Religionen, ganz so wie in unserer Welt. Jeder Mensch glaubt, dass seine Religion die wahre sei, doch Überzeugung und Fanatismus gehen je nach Individuum weit auseinander. Natürlich gibt es auch Zweifler innerhalb einer Religion, die womöglich gesehen haben, welche Wunder Zauberpriester eines anderen Gottes gewirkt haben oder auf die die Prophezeiungen eines heidnischen Orakels voll zugetroffen sind.

Die Welt soll kulturell möglichst vielfältig sein, daher gibt es auch keine allem übergeordnete Religion. Es existieren natürlich sehr wohl monotheistische Glaubensrichtungen, die einen riesigen Kulturraum beherrschen, doch es soll dem Leser überlassen bleiben, ob er er den Lehren dieser Religion Glauben schenken möchte oder nicht.

Zwei Dinge sind dafür Voraussetzung:

Religionen entwickeln sich weiter und entstehen erst über einen langen Zeitraum. Sie nehmen fremde Elemente in sich auf, entwickeln sich auseinander oder zusammen. Dabei gehen viele Mythen in auf reale Ereignisse wie etwa Naturkatastrophen zurück, so dass sich in völlig verschiedenen Religionen ähnliche Anschauungen finden.
Beispiele aus unserer Welt: Judentum und Christentum haben sich auseinander entwickelt, altitalische und griechische sind dagegen zur römischen Religion zusammen gewachsen. Sowohl in der römisch-grieschichen Mythologie als auch in den Vorstellungen der abrahamitischen Religionen gibt es ein Paradies, einen Garten Eden, ein goldenes Zeitalter und die Sintflut, und man vermutet, dass all diese Vorstellungen auf die neolithische Revolution und die Entstehung des Svhwarzen Meeres zurückgehen.
Der Glaube hat eine magische Wirkung und kann die Vorstellungen von Gläubigen wahr werden lassen. Dazu zähle ich auch profane Dinge wie Flüche.


Auf diese Weise ist der Vielfalt an Göttern und Kulten keine Grenze gesetzt. Von Naturreligionen, die an Geister glauben, über Vielgötterei bishin zu fanatischem Monotheismus gibt es bei mir alles, mehr oder weniger ausgearbeitet. Christlicher Fanatismus wie etwa Inquisition und Heidenverfolgung, Kreuzzüge und Bildersturm ist von zentraler Bedeutung, da er von großer Sprengkraft und entsprechend extrem reizvoll sein kann. Ich arbeite daher an einem spätrömisch-byzantinischen Monotheismus, der in seinem Fanatismus eher katholisch als orthodox anmuten soll.

Verräter
04.07.2009, 23:09
Religionen sind komplex. Silberblut hat das schon sehr gut ausgedrückt. (wenn auch etwas verwirrend ^^) Sie entstehen eben nunmal nicht, weil jemand ein Tisch zuviel hat und deshalb beschließt, diesen als seinen neuen Gott zu verehren.

In meiner persönlichen Welt nehmen sie nur einen sehr geringen Wert an, da ich mit meinem Magiesystem bereits ein eigenständiges Weltbild habe, dass vollständig ohne Götter funktioniert. Daher haben Götter bei mir keine Daseinsberechtigung, sprich sie existieren nicht (und falls doch, sind sie noch nie aktiv in Erscheinung getreten).
Angebetet werden sie trotzdem, wobei es bei mir keine "Hauptreligion" gibt, sondern viele kleine Splittergruppen, die alle an etwas anderes glauben. Wobei sich viele davon ähneln und letztlich eine Religion, die auf einem Weltbild mit 8 Göttern aufbaut, die größte ist. Dies sind 3 weltliche, 3 unterweltliche Götter und 2 zwischenweltliche Götter.
Das heißt eigentlich ist es keine typische polytheistische Religion, wie man sie aus dieser Welt kennt, sondern ähnelt den monotheistischen wesentlich mehr, nur dass die Aufgaben des einen aufgeteilt sind. An einen Himmel/Olymp/whatsoever in dem alle sitzen und auf uns niederschauen gibt es hier z.b. auch nicht. Die weltlichen Götter, d.h. Leben(Fauna und Flora), Materie (Elemente) und Immaterielles (z.b. Magie, Intelligenz, Sprache, usw.) sind immer überall und nirgendwo und halten das Gleichgewicht der Welt. Die zwischenweltlichen symbolisieren den Tod. Da ist erst der Götterrichter, der über die verstorbenen Menschen richtet und sie in eine der Unterwelten schickt und seine Botin, die die Menschen aus dem Diesseits in die Zwischenwelt und von dort aus in die Unterwelten begleitet. Diese Göttin, die dem TOD wohl am ähnlichsten ist, wird übrigens als ganz besonders schön und verständnisvoll beschrieben, im krassen Gegensatz zum alles sehenden Richter. Die Unterwelten sind dann nach dem schlichten Gut/Böse-Prinzip gehalten. In die schönste kommen Menschen, die sich an die Regeln des Gleichgewichts gehalten haben, in die hässliche diejenigen, die dagegen gehandelt haben. In eine extra grausame Welt kommen dann nochmal die Personen, die einer dem Glauben angehörigen Person unbegründetes Leid zugefügt haben. In den ersten beiden Varianten gilt das nur für gläubige, die letzte auch für nicht-gläubige, die dann trotz ihrer anderen Religion nicht jenes Schicksal erfahren dürfen, sondern vom Götterrichter bestraft werden.

Ein paar meiner Charaktere sind sehr religiös, das wird während meiner Geschichten allerdings niemals ernsthaft thematisiert, weswegen mir da auch die Details fehlen. Mehr als ein paar grobe Grundzüge benötige ich nicht in dem Bereich, da ich mich auf andere Lebensbereiche "spezialisiert" habe. Eine Religion ist stark von der Gesellschaft abhängig, eine Gesellschaft braucht aber keine Religion. Da gibt es hundert andere Dinge, mit denen man sich gegenseitig diskriminieren kann.

Ich lese aber ganz gern von "Glaubensproblemen" oder einfach von interessanten Religionen in Büchern. "Der Wüstenplanet" (Frank Herbert) ist mir da ganz besonders positiv aufgefallen :)

Seraphina
15.07.2009, 20:39
Ich lese aber ganz gern von "Glaubensproblemen" oder einfach von interessanten Religionen in Büchern. "Der Wüstenplanet" (Frank Herbert) ist mir da ganz besonders positiv aufgefallen :)

Ditto. Allerdings ziehe ich es vor, wenn die Religionen in den Fantasyromanen eigenständig "designt" sind. Sie sollen nicht, oder nur wenig an unsere bekannten gegenwärtigen Religionen erinnern. Nur dann erscheint es mir spannend darüber zu lesen.

Um ein "negatives" Beispiel zu nennen: Die Osten Ard Saga von Tad Williams
Die Religion erinnert mich zu sehr an das Christentum und deswegen finde ich es uninteressant darüber zu lesen. *ja*

Mithras
15.07.2009, 21:35
Wobei sich gerade das Christentum des Mittelalters geradezu als Kulisse eines großen Konflikts anbietet. Von der Heidenverfolgung über die Kreuzzüge bis hin zur Hexenverbrennung - eine Religion, die derartige Verbrechen begeht, muss auf urchristlichen Elementen basieren wie etwa auf dem Märtyrertod eines Propheten, einer langen Zeit der Verfolgung, monotheistischen Grundzügen, Absolutheitsansprüchen und einem Gut- und Böse-Schema.

Wenn diese Grundzüge kreativ ausgestaltet werden, dann habe ich nichts dagegen, eine Religion nach Vorbild einer real existierenden aufzubauen. Ich rede natürlich von einzelnen Elementen, nicht von der gesamten Glaubensauffassung. Aber ich sehe kein Problem darin, z. B. das Christentum als Basis einer (neuen) Religion zu nehmen.

Dexter
15.07.2009, 21:36
Eine fantasy Religion, die ich wirklich interessant finde ist die in der Gothic Videospielreihe. Es gibt drei Götter (gut, neutral, böse) und alle erkennen die Tatsache an, dass es alle drei gibt, aber sie beten nur einen an und tolerieren im besten fall noch einen anderen. Es ist so als hätten alle die selbe Religion, aber eben nicht die selbe Interpretation.
In anderen Fantasy Werken hatte ich immer eher den Eindruck es gibt die eine Religion und die andere, aber dei haben nicht wirklich etwas miteinander zu tun, bei Gothic war das anders.

Watro
16.07.2009, 07:39
Ja die Gothic Religion ist wirklich toll^^

Was mich nur ärgert ist das dort die Tiere Beliar, dem bösen dienen... denn Tiere sind nicht böse... intriegen und hinterhältige fallen stellen machen Menschen.

Tiere töten im grunde nur um zu leben und überleben...
Menschen zum teil zum spaß.

PaganPunk
16.07.2009, 10:33
Ja die Gothic Religion ist wirklich toll^^

Was mich nur ärgert ist das dort die Tiere Beliar, dem bösen dienen... denn Tiere sind nicht böse... intriegen und hinterhältige fallen stellen machen Menschen.

Tiere töten im grunde nur um zu leben und überleben...
Menschen zum teil zum spaß.

Es ist Fantasy! Außerdem ist der Mensch auch ein Tier und warum sollten sich nihct auch bei anderen Tieren solche Verhaltenweisen entwickelt haben? Ist es nicht auch logischer, dass sich die intelligentesten Individuen durchsetzen? Heutzutage geht man ja davon aus, dass Charakter, Intelligenz veranlagung sind.

Atain
16.07.2009, 11:00
Gefragt, geantwortet:

Meine ... ehem, Schubladengeschichte, ... spielt auf einem erdachten Fantasykontinent mit unterschiedlichen Zivilisationen. Natürlich gibt es da auch verschiedenen Ansätze des Glaubens, die aber für die Geschichte und die Welt nicht von großer Bedeutung sind. Bisher gibt es einen Ahnenkult, einen Drachenkult und ein Pantheon von Göttern, die den Wissenschaften, Handwerken und Musen einer Zivilisation mit starker Priesterkaste vorstehen.

Götter sind bisher nicht real auf dieser Welt. Dafür gibt es Naturgeister, Kobolde, Dämonen und Drachen. Es existiert eine Paralelwelt, eine Art Feenreich, die von Wesen und Mächten bevölkert wird, die von den meisten Menschen nicht gesehen werden können, sich aber durchaus gegenseitig beeinflussen.

Zum Plot gehört auch eine Religion, die gerade auf dem Kontinent Fuß fasst und sich rasch verbreitet, ähnlich der Christianisierung im Frühmittelalter. Aber da möchte ich nicht zu viel verraten, da diese neue Religion ein nicht unwesentlicher Teil der Geschichte ist. Nur soviel: Die Religion stützt sich auf mehrere Propheten, die ihre Lehre von den Sternen beziehen und die Menschheit dieser Welt auf ein neues Zeitalter vorbereiten wollen...

Zentara
16.07.2009, 14:22
Kulte/Religionen in der Fantasy-Literatur sind beizeiten recht interessant, vorrausgesetzt sie ähneln nicht den realen Religionen.
Zum Beispiel, das Band was ich zurzeit lese: "Die Dämonenkind-Triologie" von Jennifer Fallon, dort gibt es mehrere Götter, die einst Dämonen waren.
Der Einfluss einer bestimmten Gottheit wächst, in dem Maße, wieviele Anhänger er aufzuweisen hat. Demnach gibt es dort:
Dacendaran (der Gott der Diebe)
Kalianah (Die Göttin der Liebe)
Zegarnald (Der Gott des Krieges)
und viele weitere, wie Götter der Musik, des Wassers, des Wetters, des Wachstums etc etc.
Diese Version hat es mir bisher am meisten angetan, vor allem weil man schnell Sympathien zu dem jeweiligen Gott entwickeln kann ;)

manas
16.07.2009, 19:12
hey....das selbe hab ich mich erst letzt auch gefragt....
abba ich sag dann:
du sollst dir von Gott kein Bildnis machen un dabei belass ichs dann auch!!
in meinem eigenen fantasyroman, der noch nicht veröffentlicht ist, gibt es auch götter.....
wenn es dich interresiert schreib mir mal ne e-mail:

schwadiboou@web.de


MACH DIE FEINDE ZU DEINEN GÖTTERN UND DU WIRST UNSTERBLICH!!!
zitat aus meinem roman manas

Plusquamperfekt
17.07.2009, 12:02
Ich würde wenn ich z.B. einen Roman schreiben würde eine Religion benutzen, welche nah an unsere angelegt ist. Vielleicht noch ein bisschen was mit opfern usw. dadrin aber sonst sehr ähnlich.

Mfg
Pqp

Dexter
17.07.2009, 12:54
MACH DIE FEINDE ZU DEINEN GÖTTERN UND DU WIRST UNSTERBLICH!!!
zitat aus meinem roman manas

Das Zitat macht für mich keinen Sinn, nicht mal annähernd. Wenn du deine Feinde, zu deinen Göttern machst, dann kannst du doch nicht mehr gegen sie kämpfen, oder du begehts eine Blasphemie gegen deine eigenen Götter... Und wenn du nicht mehr gegen deine Feinde kämpst, sie aber immernoch gegen dich, dann wirst du nicht unsterblich, dann wirst du umgebracht X.X Ich glaube das musst du mal erklären...

Ich würde wenn ich z.B. einen Roman schreiben würde eine Religion benutzen, welche nah an unsere angelegt ist. Vielleicht noch ein bisschen was mit opfern usw. dadrin aber sonst sehr ähnlich.

Aber welchen Vorteil hat so eine Religion denn, wenn sie nur das ist, was man sowieso schon kennt. Gut, beim Schreiben ist es vermutlich einfacher, aber für mich als Leser *gähn*. Mann könnte dem ganzen natürlich noch einen Twist verpassen, indem man die Religion völlig verblendet und "falsch" macht.

In "Berserk" z.B. gibt es auch eine Kirche, die unserer sehr ähnlich ist, nur erklärt deren "Papst" ausgerechnet den Oberbösewicht der Geschichte zum Messias (Und glaubt mir, der Bösewicht unentschuldbar böse, auch wenn er aussieht wie ein Engel) und die anderen Gläubigen (die nicht nötigerweise Böse sind) akzeptieren das. Ein böser mit wirklich guter Publicity :D

Zentara
17.07.2009, 13:35
Aber welchen Vorteil hat so eine Religion denn, wenn sie nur das ist, was man sowieso schon kennt. Gut, beim Schreiben ist es vermutlich einfacher, aber für mich als Leser *gähn*. Mann könnte dem ganzen natürlich noch einen Twist verpassen, indem man die Religion völlig verblendet und "falsch" macht.


Dem würde ich auch eher zustimmen. Also mich würde es nicht reizen, ganz im Gegenteil. Immerhin heißt es: Fantasy.
Und wenn es um Religionen geht, würde ich sicherlich nicht unbdingt von einer abgewandelten Version wie bspw. dem Christentum lesen.
Ob nun Opfergaben hinzu kommen oder nicht, es ist lediglich eine Erweiterung, der Grundsatz bleibt wie gehabt.

Koboldkind
26.07.2009, 19:34
Eine eigene, völlig neue Religion zu entwerfen ist 1. schiwerig und 2. im Endeffekt auch nicht zu schaffen, da sich mit der Zeit immer neue Paralellen zu einer unserer Religionen auftun. Es gibt von denen ja genug, und von jeder nochmal zwanzig Sekten. Sucht man sich also eine vorhandene Religion aus, ist es kein Problem sie mit entsprechenden Veränderungen auch zu benutzen. Ich nehme mal an, dass icn einem Buch meist such nur ein Aspekt der Religion wirklich ins Licht tritt. Bleiben wir beim Christentum, das sind 2000 Jahre Geschichte, wo bei den meisten ja auch die Inquisition in den Vordergrund tritt.

Es ist eben eine Heidenarbeit (flacher Wortwitz), so eine komplette Religion aufzubauen. Mit Volksepos, verschiedenen Götterbiografien, der Einfluss der Religion auf die Menschen, die entstandenen Kriege, Kulte, Riten, Schlagmichnichtot und allem drum und dran.

Ich selbst...
Im ersten Zeitalter habe ich einen Pantheon von zehn Göttern, von deenen zwei den Dualismus bilden (Leben und Tod), zwei die Welt(also die Welt selbst und die Menschen) und die anderen Sechs die Elemente (Pflanzen, Wasser, Metalle, Feuer, Erde und Luft). Es ist eine animistische Volksreligion, Kriege wegen dem Glauben gibt es nicht. Je nach Region wird ein Element mehr angebetet, doch alle Zehn sind immer da. Doch da der Mensch Feindbilder braucht, gibt es das Chaos, welches einige in den Magiern oder Menschen ohne Element sehen. Tatsächlich ist eine Göttin das elfte, chaotische und trotzdem lebensnotwendie Element, die Magie, doch in dieser Zeit wird die alte Religion bekämpft und bis ins zweite Zeitalter hinein schaffen es diese Menschen tatsächlich, die Volksreligion zu stürzen. Klingt für mich selbst noch unglaublich...
Im zweiten Zeitalter gibt es dann einen Monotheistischen Dualismus (schönes Wort XD ) Die alte Kriegerin ist mittlerweile zur Göttin geworden, ihre Religion ist genauso untrennbar mit dem Alltag verknüpft wie der Pantheon davor schon. Ihre Zwillingsschwester ist das Chaos, welcher zwar anwesend ist, aber keine eigene Religon bildet (dem Satanismus vergleichbar). Im Nachbarland ist es ähnlich, der Mann wurde dort zum Gott, das ganze erinnert an Islam mit Buddah/Jesus. Eigenltich sind es zwei Weltreligionen, doch in wirklichkeit bilden sie eine Hinduistische Dreieinigkeit von Ordnung/Gleichgewicht oder Wandel/Chaos

Dragonologist
07.02.2010, 23:18
Die Welt soll kulturell möglichst vielfältig sein, daher gibt es auch keine allem übergeordnete Religion. Es existieren natürlich sehr wohl monotheistische Glaubensrichtungen, die einen riesigen Kulturraum beherrschen, doch es soll dem Leser überlassen bleiben, ob er er den Lehren dieser Religion Glauben schenken möchte oder nicht.

Warum muss es denn eine große Vielfalt geben? Hier, auf Gaia (Auch Erde genannt), ist es ja auch so, dass es drei Hauptreligionen gibt und viele kleine Kulte; warum sollte sich eine andere Welt nicht ähnlich entwickeln? Oder gänzlich anders, mit nur einer oder kaum überhaupt Religion?
Ich denke, dass Religion eine Reaktion auf die Umwelt ist. Also hängt die Religion in einer Fantasywelt stark von deren Beschaffenheit ab. Oder war abhängig - denn auch Religionen entwickeln sich weiter. Auch in Fantasywelten kann es sinnlose Gebote einer Religion geben, die einmal Sinn machten.

Religion ist, ob Ursache oder nicht Ursache, eng mit dem Wertesystem verknüpft. Wenn man also ein Konzept für ein funktionierendes Wertesystem hat, kann man sich von dort an die Konstruktion einer Religion wagen. Ein Beispiel wäre der Ford-Glaube in "Brave New World": Es ist nicht mehr Lord, sondern Ford, weil Ford ein für diese Gesellschaft wichtige Errungenschaft eingeführt hat; wichtige Werte sind Gemeinschaft und Sich-An-Niemanden-Binden, also ist die Messe ein "Unity Service".

Mithras
08.02.2010, 00:37
Da wäre ich mir nicht ganz so sicher. Drei Hauptreligionen? Christentum, Judentum und Islam? Was ist mit Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus, Hinduismus und den Naturreligionen, die es überall auf der Welt gibt? Ganz abgesehen davon, dass es je nach Region und Konfession unterschiedliche Ausprägungen einer Religion gibt. Arabische Wahabiten, persische Schiiten und südostasiatische Sunniten verkörpern verschiedene Richtungen des Islam. In der Antike war die Religion noch vielfältiger, denn es gab keine Weltreligionen wie heute. Römisch-griechische Religion, Mithraskult, Zoroastrismus, Judentum, mesopotamische Kulte, keltische und nordisch-germanische Religionen, christliche Sekten bis hin zur Gnosis, der Glaube an Baal und Moloch in Vorderasien und im phoinikischen Kulturraum, die ägyptische Religion, die den Kult um Isis und Osiris ins römische Reich exportierte wie auch den griechisch beeinflussten Gott Serapis (Verschmelzung von Osiris, Apis und Zeus) sind nur die bekanntesten Beispiele für die Religionsvielfalt im römischen Reich und an dessen Grenzen. Bald folgte der Islam, in Indien existierte schon seit langer Zeit der Hinduismus, aus dem der Buddhismus hervorgegangen war, und in China hatten sich bereits Konfuzianismus und Taoismus etabliert. Ganz zu schweigen von den vielen Naturreligionen und den Glaubensvorstellungen der amerikanischen Hochkulturen, die später entstanden...

Es liegt im Wesen der Menschen, sich Götter erschaffen zu wollen. Doch es ist mehr als unrealistisch, wenn sich an allen Orten der Welt dieselbe Religion entwickelt. Der Monotheismus ist ein Phänomen in Wüstenregionen, und das sicher nicht zufällig.
Religionen entwickeln sich weiter und nehmen Elemente anderer Religionen auf. Das sorgt für eine Vielfalt, die Voraussetzung für groß angelegte Fantasywelten sein sollte, seien es nun Konfessionen oder eigenständige Kulte. Das hängt ganz davon ab, wie mächtig eine Religion wird.

Dass zu einer Religion ein Wertesystem gehört bezweifle ich nicht, aber manchmal ist der Kult an sich bedeutender als die moralische Lehre selbst.

Nebelkrähe
08.02.2010, 12:51
Silberblut, du mimmst hervorragend meine Gedanken vorweg. *g*

Ergänzend möchte ich noch Religionsrichtungen hinzufügen wo der Kult ohne Glaube oder der Glaube ohne Riten bestehen.

Dragonologist
08.02.2010, 13:06
Gut, vier Hauptreligionen:)
Buddhismus, Judentum, Islam und Christentum sind die bevölkerungsmäßig größten Religionen der Welt und ich sage nicht, dass es nicht genauso viele bevölkerungsmäßig kleinere Glaubensrichtungen gibt.
Diese vier Religionen haben sehr sehr viele Untergruppierungen, was sie auch als Hauptreligionen auszeichnet; aber ob orthodox, liberal, progressiv, sefardisch oder aschkenasisch: Man ist zugehörig zur Hauptreligion Judentum (Da gibt es auch die messianischen Juden, aber das sind keine Juden mehr, da sie sich selbst von den grundelegendsten jüdischen Überzeugungen abwenden.).
Ich habe überhaupt nichts gegen Vielfalt, sie ist eine logische Folge des Daseins; aber ich fände es auch in einer Fantasywelt logisch und schlüssig, wenn Kulte nicht einfach in etwa gleichgroß halt überall anders verstreut sind, sondern es auch Gewichtungen und Übergruppen mit eigenen kleinen Bewegungen gibt.


Es liegt im Wesen der Menschen, sich Götter erschaffen zu wollen. Doch es ist mehr als unrealistisch, wenn sich an allen Orten der Welt dieselbe Religion entwickelt.
Sicher ist das unrealistisch, aber es gibt gewisse Religionen, die sich ausbreiten wollen oder viele Menschen attraktieren! Das Christentum ist auch nicht überall gleich entstanden, sondern hat sich ausgebreitet und ist so zu einer der Hauptreligionen geworden. Hm, wo du Mithras erwähnst: Unsere Lateinlehrerin ist fix überzeugt, dass wir heutzutage alle Mithras anbeten würden, wenn der Kult damals Frauen genauso eingebunden hätte wie das Christentum;)

HMP
08.02.2010, 13:17
Gut, vier Hauptreligionen:)
Buddhismus, Judentum, Islam und Christentum

Mindestens 5 ... der Hinduismus hat mehr als doppelt so viele Anhänger als der Buddhismus und weit über das 50fache als das Judentum.

Dragonologist
08.02.2010, 14:05
In Ordnung, ist auch groß, hier eine Karte:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/2/2b/Weltreligionen.png
Und von der Größe her kann man Judentum leider auch nicht mehr so richtig dazuzählen.

Aber meine Kernaussage ist noch immer:
Ich habe überhaupt nichts gegen Vielfalt, sie ist eine logische Folge des Daseins; aber ich fände es auch in einer Fantasywelt logisch und schlüssig, wenn Kulte nicht einfach in etwa gleichgroß halt überall anders verstreut sind, sondern es auch Gewichtungen und Übergruppen mit eigenen kleinen Bewegungen gibt.

Wenn man in einer Fantasywelt jeden Kult eines Volkes gleichstark neben den Kult des anderen stellt, wäre das eine enorm große, fast unrealistische Vielfalt. In Afrika gibt es an die 3.000 verschiedene Völker und Stammesgruppen. Vor der Enstehung des Christentums und des Islam gab es auch ähnlich viele eigene Kulte (aber da kenne ich mich zu meinem Leidwesen zu wenig aus*mph* Also sorry wenn ich was übersehe.) Dann entstanden allmählich die Hauptreligionen und breiteten sich aus; heutzutage ist der Großteil Afrikas entweder Muslimisch oder Christlich. Warum sollte sich in einer Fantasywelt nicht genauso mindestens eine Religion weit verbreiten? Vielfalt bleibt ja trotzdem erhalten; aber muss jeder Kult als gleichgroß und gleichwichtig dargestellt werden?

Mithras
08.02.2010, 17:22
Warum sollte sich in einer Fantasywelt nicht genauso mindestens eine Religion weit verbreiten? Vielfalt bleibt ja trotzdem erhalten; aber muss jeder Kult als gleichgroß und gleichwichtig dargestellt werden?
Gegen unterschiedliche Größenverhältnisse habe ich nie etwas gesagt! ;)
Die Entwicklung von Haupt- bzw. Weltreligionen ist in dieser Form erst seit der ausgehenden Antike zu beobachten. Das hängt ganz einfach von den Voraussetzungen ab - in einem geeinten Reich hat es eine Religion viel einfacher, sich auszubreiten. Die Christianisierung Afrikas und Amerikas wäre ohne den Aufschwung der Hochseefahrt nicht möglich gewesen. Je nachdem, welche Voraussetzungen du in einer Fantasywelt schaffst, können Kulte zu Weltreligionen anwachsen oder im Zustand einer Sekte, Stammes- oder Nationalreligion verharren.

Ich habe überhaupt nichts gegen Vielfalt, sie ist eine logische Folge des Daseins; aber ich fände es auch in einer Fantasywelt logisch und schlüssig, wenn Kulte nicht einfach in etwa gleichgroß halt überall anders verstreut sind, sondern es auch Gewichtungen und Übergruppen mit eigenen kleinen Bewegungen gibt.
Wenn du dir die antike Welt vor den Römern anschaust, kommst du gar nicht um die Erkenntnis herum, dass mehr oder weniger jedes Volk seine eigene Religion hatte. Natürlich kam es zu Vermischungen, doch die Religionen waren räumlich getrennt und teilweise etwa gleichstark. Erst im Zuge der antiken Globalisierung hatten universelle Erlösungslehren die Möglichkeit, sich auszubreiten. Lässt man Fantasy in einer früheren Zeit spielen, kommt man gar nicht daran vorbei, viele verschiedene Religionen einzuführen, zumindest in der Theorie. In der Praxis ist das natürlich davon abhängig, welche Regionen eine Rolle spielen.

Sicher ist das unrealistisch, aber es gibt gewisse Religionen, die sich ausbreiten wollen oder viele Menschen attraktieren! Das Christentum ist auch nicht überall gleich entstanden, sondern hat sich ausgebreitet und ist so zu einer der Hauptreligionen geworden.

Hm, wo du Mithras erwähnst: Unsere Lateinlehrerin ist fix überzeugt, dass wir heutzutage alle Mithras anbeten würden, wenn der Kult damals Frauen genauso eingebunden hätte wie das Christentum;)
Gut vorstellbar. Das Christentum hat sich letztlich ja das genommen, was ihnen Anhänger bescherte, oder aber Regeln vieler Vorgängerkulte außer Kraft gesetzt. Mithraskult und Zoroastrismus beeinflussten stark die gnostische Religion, die ihrerseits zu einem Vorläufer des Christentums wurde. Vielleicht ist das der Grund, weshalb Jesus heute als göttlich gilt.

Mittlerweile ist übrigens umstritten, ob der römische Mithraskult auf den persischen Gott selbst zurückgeht oder ob er mehr oder weniger eine Neuschöpfung darstellt und sich nur persischer Motive bedient. Denn Mithra/Mithras wurde schon von den Hethitern verehrt, die ihr Erbe nach Kleinasien weitergaben (man denke an die Namen einiger pontischer Könige (Mithridates)). In Indien existiert die Gottheit Mitra, deren Name ebenfalls so viel wie "Vertrag" bedeutet. Vermutlich war Mithra eine Urgottheit der frühen Arier, die sich auseinander entwickelt haben. Daher taucht die Gottheit Mithra in römischer Zeit in so vielfältiger Form auf - ein wirklich gutes beispiel dafür, welche Richtungen eine einzige Gottheit einschlagen kann, denn Hinduismus, später (sassanidischer) Zoroastrismus und römischer Mithraskult stellen drei völlig eigenständige Religionen dar. Warum sollte das nicht auch in einer Fantasywelt funktionieren?

Dragonologist
08.02.2010, 20:05
Tja, hängt eben stark davon ab, ich welchem "Entwicklungsstadium" der Welt man die Geschichte spielen lässt.

Wenn du dir die antike Welt vor den Römern anschaust, kommst du gar nicht um die Erkenntnis herum, dass mehr oder weniger jedes Volk seine eigene Religion hatte.
Und bei den Römern hatte dann sowieso jeder seine eigene Religion;)

Alcarin
08.02.2010, 20:15
Die Griechen verehrten den olympischen Zeus, dieser Kult war das Merkmal, anhand dessen man zwischen Hellenen und Barbaren unterscheiden konnte. Insofern hatte nicht jeder seine eigene Religion, die religiösen Kulte markierten die Trennlinien zwischen den Völkern.

Dragonologist
08.02.2010, 20:42
Ich habe mich direkt auf römische Staatsbürger bezogen. Im Imperium Romanum war es so, dass es als Hauptkult den Staatskult gab: Der Kaiser musste wie ein Gott verehrt werden und der Staat stand über allem. Was der römische Bürger ansonsten trieb, war den Imperatoren herzlich wurscht. In jedem Haus gab es Laren und Penaten; das waren einerseits die Haus- und Herdgötter, andererseits die Vorfahren der Familie, die in dem Haus lebte. Weiters wurde der genus verehrt, die Kraft und Potenz des Pater familias. Zusätzlich hatte jeder seine eigenen kleinen Schutzgötterchen und Amulette; Kulte sprossen wie Tschernobyl-Pilze aus dem Boden und man wurde nicht in eine Religion geboren, man bastelte sie sich. Bei Soldaten waren besonders der Mithraskult und später das Christentum beliebt; überhaupt jeder Glaube, der einem Hoffnung auf ein Leben nach dem Soldatentod gewährte. Viele Leute ließen sich auch vom exotischen Ägypten beeinflussen und beteten Göttinnen wie Isis und Bastet an.
All dies war erlaubt, solange man dem Staat huldigte und nicht sagte, dass irgendetwas über dem Staat und Imperator stand.
Deswegen wurden die Christen (nebst anderen Sekten) ja auch verfolgt: Weil sie Gott als höher ansahen als den Kaiser. Die Römer fanden das Staatszersetzend. Ein Zitat aus den Märtyrerakten (Wo ich vor ein paar Monaten ein Stückchen übersetzt habe):"Ich verehre den Kaiser wie den Kaiser (Wie es dem Kaiser gebührt, Anm.), aber fürchten tue ich nur Gott."

Damit hatten die Römer letztlich das Problem...

Alcarin
09.02.2010, 16:48
Sorry, aber...
die Tschernobyl- Pilze sind ein Comicmythos. Rund um den Reaktor hat man noch keine außergewöhnlichen Pilzkulturen gesehen.
Der Mithraskult war bei den Legionären beliebt, das stimmt, vom Christentum kann man aber nicht dasselbe behaupten. Die christliche Botschaft verträgt sich ja nur schlecht mit dem Soldatentum, solange man sie nicht um mindestens 90° dreht.
Der Kaiser wurde als Gott verehrt, das stimmt, aber oberster Gott der Römer war Juppiter Optimus Maximus. Um ihn drehte sich die olympische Götterlandschaft, die ansonsten sehr vielfältig war. Die Zeit, in der dieser Jupiterkult nicht mehr ausreichte, um die religiösen Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, war nicht zufällig die Epoche der großen Krisen des Imperiums.

Dragonologist
09.02.2010, 18:46
Das war eine Redewendung:rolleyes:
Korrigierst du mich auch wenn ich sage "Ich blase die Sache ab", weil ich das nicht wörtlich nehme und draufpuste? Oder bei "...wie in Buxtehude, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen", weil das auch ein Mythos ist?*wunder*

Hier ist ein Textauszug von einer Homepage der Universität Wien:.....
EDIT von Hathor: Bitte auf Urheberrecht achten. Danke.

Ich muss zähnerknirschend zugeben, dass auf der Seite auch die römisch/griechischen Hauptgötter und ihr Kult erwähnt werden - aber wenn die Kaiserverehrung mit meinem Schatzi Caius Iulius Caesar VOR Christus begonnen hat, bedeutet das, dass meine Aussagen bezüglich des Ansehens von Christen als "staatszersetzend" und "nicht kaisertreu" untermauert sind.

Und ist das Ganze nicht eigentlich ein Bisschen off topic? Es geht ja um Glauben und Kulte in der Fantasy.

Alcarin
09.02.2010, 19:49
Hast Recht, das führt zu weit vom Thema weg. Ich war müde, gerade von der Arbeit heimgekommen. Sorry.